Datum: 24.10.2005 11:05
Hallo Ich habe über die Suche leider nur 4 Threads zu diesem Thema gefunden. Es gibt Sur-Tin und Seno. Nun habe ich irgendwo gelesen, dass es auch mit Lötpaste funktionieren soll. Allerdings weiß ich nicht, wie es gehändelt wird. Weiß das Jemand ? Ist das o.K. ? Gibt es andere Alternativen zum Verzinnen ? Welche Möglichkeiten gibt es noch, die auch für den Privatmann erschwinglich sind und an die er auch problemlos ran kommt ?! Nette Grüße Torsten
Datum: 24.10.2005 11:53
Moin Moin. Es geht tatsächlich auch mit Lötpaste wie sie für Kupferfittings in der Sanitärmontage eingesetzt wird. Einfach Platine einpinseln und warm machen. Letzteres geht auf verschiedene Weisen. Ich habs bisher mit nem Heissluftgebläse gemacht und auch mit offener Flamme. Die Varianten mit Bügeleisen und Backofen, die ab und an im Netz diskutiert werden erschienen mir dann doch zu schräg um sie zu testen. Der Fön hat den Vorteil, dass zu dick aufgetragenes Zinn gleich weggeblasen wird. Deshalb verzinne ich auf die Art nur in einem aufgestellten Karton, damit das Zinn nicht überall verteilt wird. Wenn man mit einem Gasbrenner (Meiner ist z.B. von Proxxon) verzinnt, dann nicht zu viel Luft zugeben weil es sonst schnell schwarze Stellen auf dem Trägermaterial geben kann. bye Frank
Datum: 24.10.2005 12:47
Wie sieht es denn bei Platinen mit Lötstopplaminat aus? Verträgt es die Lötpaste? Ich habe jetzt ein paar Platinen mit dem Laminat gemacht, das klappte wunderbar. Nur das Kupfer war rel. schlecht lötbar, deshalb möchte die nächsten Platinen auch verzinnen. Den ersten Versuch wollte ich mit dem Glanzzinn von Seno (Conrad) machen.
Datum: 24.10.2005 14:21
Nachteil des Glanzzinns: teuer und nur begrenzte Haltbarkeit.
Datum: 28.10.2005 08:18
Danke für die Antworten ! @Frank Du gehst mit einem Heißluftfön solange drüber, bis es verläuft - oder !? Dann läßt Du es auskühlen ? Wie bekommst Du den Rest - also das, was auf dem Epoxy bleibt herunter ? Gruß
Datum: 28.10.2005 10:14
Kann mir evtl. noch jemand sagen, wie diese Lötpaste genau heißt ? Gruß
Datum: 28.10.2005 12:44
Ich benutze Degufit 3000 (S-Sn97Cu3), es ist eine dunkelgraue und sehr schwere und zähe Paste. Das Zeug gibt es in Baumärkten in recht kleinen Dosen, die sehr überteuert sind. Günstiger bekommt man es in einem Sanitärfachhandel, wo auch Handwerker einkaufen. Viele verkaufen auch an Privatpersonen, z. B. Köbig wäre ein solcher. Vorsicht übrigens mit dem Zeug. Du solltest nach Möglichkeit Hautkontakt vermeiden, es trocknet sehr schnell die Haut aus. Thorsten
Datum: 28.10.2005 12:51
Und nach dem Verzinnen mit dem Sanitär-Zeug die Platine wirklich gut reinigen. Am besten geht erst mal warmes oder heißes Wasser. Diese Zinnpaste für Sanitär muss ja ein DIN-DVGW-Zulassung haben. Und damit sie die bekommt, müssen die Flussmittelreste mit Wasser löslich sein. Danach schadet es auch nicht, die Platine gut zu trocknen und nich mit einem Lösungsmittel zu entfetten. Z.b. mit Spiritus oder Isopropanol usw.
Datum: 29.10.2005 10:32
Wie ist denn nun die genaue Vorgehensweise beim Verzinnen mit der Paste ? Im Grunde genommen habe ich es ja verstanden. Was ich aber einfach noch nicht verstehe ist, wie ich die überschüssige Paste NACH dem "Einbrennen" wieder herunterbekomme ! Kann mir das bitte noch jemand freundlicher Weise erläutern ? Gruß Torsten
Datum: 29.10.2005 14:04
Einfach unter den Wasserhahn halten, möglichst warmes bis heißes Wasser benutzen. Noch ein Tip: verzinne die Leiterplatte vor dem bohren der Löcher, sonst setzt sich die Paste in den Bohrungen fest und die kriegt man schlecht raus.
Datum: 29.10.2005 19:18
Hallo, könnte jemand ein Bild von einer Platine reinstellen die mit Lötpaste verzinnt wurde (mit Heissluft)? mfg jg
Datum: 30.10.2005 10:53
>Danach schadet es auch nicht, die Platine gut zu trocknen und nich mit >einem Lösungsmittel zu entfetten. Z.b. mit Spiritus oder Isopropanol nicht?? Schreibfehler oder gewollt? Wenn so gemeint, wieso? Viele Grüße Olaf
Datum: 30.10.2005 17:15
Olaf, schau doch mal auf deine Tastatur, "i" ist neben "o", ergo soll das "nich" bestimmt "noch" heissen. Macht ja auch mehr Sinn. Wünsche nich ähh noch schönes langes Wochenende Remo
Datum: 31.10.2005 09:13
> könnte jemand ein Bild von einer Platine reinstellen die mit > Lötpaste verzinnt wurde (mit Heissluft)? Aber klar, hier ist mein Ergebnis: http://www.mikrocontroller.net/forum/read-6-108439... Und so sieht es aus, wenn es beim Erhitzen zur Blasenbildung kam: http://www.mikrocontroller.net/forum/read-6-108439... Blasenbildung entsteht, wenn die Temperatur zu hoch und der Abstand des Föns zur PLatine zu gering ist.
Datum: 31.10.2005 10:47
Die Blasenbildung lässt sich leichter verhindern, wenn man die Platine mit der Kupferseite nach oben ein paar Minuten auf einem umgedrehten Bügeleisen (voll aufgedreht) deponiert. M;it dem Fön hat das bei meiner Ungeschicklichkeit selten gleichmäßig funktioniert.
Datum: 01.11.2005 10:27
Das ist ja MEGA GENIAL !!!
Ich habe es mit RESOL 3 von Rothenberger und einem Kleinbackofen
versucht.
1. Versuch und gleich erfolgreich !!! Einfach klasse !
Ich hatte vor dem Bestreichen mit dem Resol die eine Platinenhälfte
mit Tesa abgedeckt und bevor die Platine in den Ofen ("Toast&Grill")
kam, das Tesa wieder abgezogen. Der Ofen wird natürlich nicht mehr für
Lebensmittel benutzt.
Im Anhang das erste Bild:
Datum: 01.11.2005 10:31
Und hier noch der Ofen ! Ich habe ihn auf Oberhitze gestellt, eine Minute "vorglühen" und die Platine 4 Minuten "brutzeln" lassen. Ich denke, dass Ergebnis spricht für sich ! - Oder ? Vielen Dank für den Tipp und die Geduld bei meinen lästigen Fragen. Nette Grüße Torsten
Datum: 01.11.2005 10:34
Na ja - den Ofen hätte ich zuvor wohl etwas reinigen sollen schäm
Datum: 03.11.2005 10:10
Hallo Hat evtl. schon jemand schlechte Erfahrungen mit der Fittingslötpaste gemacht ? Ich hatte es in einem anderen Forum gepostet und jemand hat sich mal das Datenblatt vom Degufit 3000 angesehen. Er meinte, dass das Zeug ätzend sei und auf Leiterbahnen nichts zu suchen hat. Kann das jemand bestätigen ? Ich kann mir zwar vorstellen, dass es ätzend ist, aber vermutlich doch nur im flüssigen Zustand. Also nach dem "Einbrennen" nicht mehr - oder !?
Datum: 05.11.2005 14:18
Hallo Torsten, habe mir gerade Deine Bilder angeschaut und Deine Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Resol3 konnte ich mit Google nicht finden woher hast Du dieses bekommen. Ich denke es handelt sich um Lotpaste.Wie hast Du diese aufgetragen mit einer Spachten? Deine Verzinningen sehen wie galvanisch verzinnt aus, absolute gleichmässige Verzinnung aber wie hast Du das hinbekommen, beim auflöten der Lotpaste ergeben sich doch immer kleine Hügel (ungleichmässig) oder hast Du die LP nach dem herausnehmen aus dem Ofen mit Druckluft abgeblassen habe das bei einer LP Fertigung mal gesehen dort haben Sie die LP in flüssiges Lötzinn eingetaucht und beim herausziehen das überschüssige gleich weggeblasen. DU auch?!?!?! Gruß Tom
Datum: 05.11.2005 14:56
>Ich kann mir zwar vorstellen, dass es ätzend ist, aber vermutlich doch
nur im flüssigen Zustand. Also nach dem "Einbrennen" nicht mehr -
oder !? <
Hallo,
Die Lötpaste Degufit enthält Zinkchlorid und ist in flüssigem Zustand
tatsächlich ätzend. Da das Zeug aber zum Löten von Trinkwasserleitungen
verwendet wird und eine DVGW Zulassung hat,müssen die korrodierenden
Flußmittelrückstände leicht mit Wasser zu entfernen sein. Nach dem
einbrennen und gründlichem Abspülen ist nur noch Zinn auf der Lötstelle
oder Leiterbahn. Dann kann auch nicht mehr korrodieren. In der Industrie
mag man vieleicht darüber den Kopf schütteln, auch mag die
Zusammensetzung der Fittingslotpaste anders sein als zb von SMD
Lötpaste. Ich denke aber, im Hobbybereich ist es ein günstigstes und
schnelles Verfahren zur verzinnung. Ich hab nebenher mit Sur Tin
verzinnt, aber das Zeug lohnt sich wohl nur, wenn man viele Platinen
macht. Bei meinen max zwei Platinen pro monat ist das Zeug zu schnell
schlecht geworden.
Noch was zur verarbeitung: Am besten klappt bei mir das Verzinnen mit
Degufit, wenn die Platine vorher gut vorgewärmt wird (Heißluftfön oder
Backofen). Wenn ich die Paste dann mit einem Pinsel aufstreiche,
schmilzt diese sofort, und die Verzinnung ist schon so gut wie fertig.
Ich muß die Platine dann nur noch einmal kurz mit dem Heißluftfön
erwärmen, abspülen, fertig :-)
Gruß
Micha
Datum: 06.11.2005 20:39
hallo Ich habe heute auch mal versucht Platinen zu verzinnen mit der Paste aus dem Baumarkt und einem Heißluftfön. Abgesehen von ein paar Flecken(Platine war schon fast im Müll und oxidiert) ist die Platine silber geworden. Der eigendliche Nutzen würde sich mir aber nur auftun wenn das Zinn zum Löten von SMD ausreicht, das ist aber nicht der Fall. Kann es sein dass das Oxid mir einen Strich durch die Rechnung macht oder brauche ich sowieso noch zusätzlich Lötzinn? (Habe 2 mal die Paste aufgestrichen, hat aber nichts verändert) Gruß triple2448
Datum: 07.11.2005 11:18
War die Platine von Anfang an stark oxidiert? Weil dann ist klar, dass es nicht funktionieren kann. Oxidiertes Cu-Kabel lässt sich auch fast nicht löten. Also die Oberfläche muß absolut blank und sauber sein. Deine Platine sieht aber eher so aus, dass du die ordentlich gegrillt hast. Am besten geht es, wenn du langsam bei 350° erwärmst. Die Paste schmilzt dann und das Zinn setzt sich auf der Oberfläche ab. Das ganze dauert so ca. 2-3 Minuten bei kontinuierlicher Wärmezufuhr. Allerdings habe ich auch festgestelle, dass das Verfahren bei großen Platinen nur schlecht funktioniert, weil sich die Platine nur ungleichmäßig erwärmt. So ein Grill dürfte da besser gehen.
Datum: 07.11.2005 11:59
Hallo @TOM Die Paste habe ich bei Hagebaumarkt gefunden (gab nix anderes). Informationen habe ich schon viele im Netz gefunden - allerdings alle auf russisch ! Die Fittingslötpaste habe ich mit einem Haarpinsel aufgetragen. Ich habe die LP auch nicht vorher erwärmt. Meine Vorgehensweise: 1. Ofen auf Oberhitze und eingeschaltet 2. Während des Vorheizens (~1 Min.) habe ich die Platine mit Aceton gereinigt. 3. Fittingslötpaste mit dem Haarpinsel (nicht gerade gleichmäßig) aufgetragen. 4. LP in den Ofen 5. 3-4 Min. im Ofen gelassen. Danach mit einer Zange herausgeholt und unter warmen, fließendem Wasser mit dem Pinsel gereinigt. (Pinsel sauber, Platine sauber und Leiterbahnen verzinnt)! Gruß
Datum: 07.11.2005 16:38
Hallo @ TOM Ich habe zu der Paste ein paar Infos bei www.rothenberger.com gefunden. Die Artikelseite lässt sich aber nicht verlinken. Unter "Produkte"-->"Online Katalog"--> "Weichlöttechnik" ist eine kurze Produktbeschreibung zu finden. Nennt sich aber ROSOL 3, nicht RESOL. Vieleicht hat sich oben ein Tipfehler eingeschlichen ;-) Gruß Micha
Datum: 13.11.2005 12:14
>Vieleicht hat sich oben ein
Tipfehler eingeschlichen ;-)
Jo !!!
Datum: 13.11.2005 23:45
"Informationen habe ich schon viele im Netz gefunden - allerdings alle auf russisch !" Jo, komm, ich übersetze Dir das ;) Vor kurzem habe ich aus dem Baumarkt die Fittingslötpaste der Firma (Marke?) "CFN" gekauft, sollte Sn97Cu3 sein... Bald probiere ich die aus und poste dann die Ergebnisse PS. Wie kann ich meine Frau überreden, mir den >6 Monate nicht benutzten Grill-Ofen für die Experimente opfern? ;)
Datum: 14.11.2005 09:28
>PS. Wie kann ich meine Frau überreden, mir den >6 Monate nicht
benutzten Grill-Ofen für die Experimente opfern? ;)
Benutzen und vor vollendete Tatsachen stellen grins
Gruß
Datum: 14.11.2005 11:38
Ihr einen neuen, schöneren kaufen, oder sonst etwas schöneres kaufen, oder ihr sagen, dass sie in Zukunft nichts mehr grillen muss weil Du sie statt dessen zum Essen ausführst, oder, oder, oder... Oder die miese und kurze Tour: Suche aus irgendeiner Frauenzeitschrift einen Artikel wo drinn steht, dass beim Grillen ganz giftige Nitrosamine entstehen. Dann ist das Thema gegessen.
Datum: 14.11.2005 12:04
Gibt ihr Küsschen und schenke ihr Blumen! :-) sollte man sowieso öfters machen!
Datum: 15.11.2005 15:21
Hi Leutz, hab das jetzt auch probiert. Einfach nur genial!!! Platine ist bis auf eine Stelle mit einer gleichmäßigen Zinn Schicht überzogen. Sieht super aus. Das Löten war natürlich auch ein Traum! Wenn ich da an die vorhergehenden Platinen denke... Gruß und danke an den Erfinder! Markus
Datum: 17.11.2005 07:57
@Alexandre Hat es mit Deiner "CFN"-Paste funktioniert ? Gruß
Datum: 18.11.2005 23:53
Also, wie verspochen, meine Ergebnisse: Irgendwie hat's bei mir nicht 100%ig geklappt, entweder habe ich die Platine zu warm gemacht, oder die Lötpaste irgendwas drin hat, aber die Platine ist auf dem freien vom Kupfer Platz rot geworden. Ich hatte eine frischgeätzte Platine aus Hartpapier un benutzte die Heißluftpistole. Eigentlich habe ich gedacht, dass die Paste komplett flüssig (Zinnähnlich) wird. Das ist aber bei mir nicht der Fall. Die ist nur auf der Leiterbahnen silber geworden, überall wo die noch war (ich habe die mit dem Pinsel aufgetragen) blieb sie dunkelgrau. Ansonsten sind alle Leiterbahnen verzinnt und keine Kurzschluße. Was ich noch untersuchen möchte, ist die rote Farbe. Hoffentlich spielt hier das Flußmittel keine Rolle. Es kan aber sein, dass ich die Platine zu warm gemacht habe. Ich werde das gleiche noch im Ofen ausprobieren. Fazit: Das Verfahren ist nicht für Anfänger. Wenn man die Temperatur von der Heißluftpistole nicht gut kennt, kann man schnell die Platine überhitzen.
Datum: 19.11.2005 10:53
Danke für Deinen "Erfahrungsbericht". Hmmmmm - Dein Fazit kann ich nicht bestätigen ! Im Bezug auf die Heißluftpistole mag dies zutreffen. Ich bin kein Profi und habe es einfach nur ausprobiert. Ergebnis s.o. ! Einwandfrei ! Du verwendest Hartpapier-Platinen. Vielleicht (ich denke mal) können diese die Temperaturen wie Epoxy-Platinen sie abkönnen nicht vertragen (beim Löten wohl schon aber scheinbar nicht flächig und auf etwas längere Dauer) ! Gruß Torsten
Datum: 19.11.2005 11:08
Hallo, also ich hab festgestellt, dass die Zusammensetzung der Lötpaste sehr entscheidend ist. Das Zeug aus dem Baumarkt für Kupferrohre geht schlecht, da der Schmelzpunkt sehr hoch ist. Deswegen bleib ich bei Chemisch-Zinn. Mit so ner Flasche kann ich Platinen machen bis zum Abwinken und das in 2 min. mit super Ergebnissen. Gruß Bernd
Datum: 19.11.2005 22:11
@Bernd: Was genau ist dein Chemisch-Zinn? Ich hab mit dem "Baumarkt Zeug" eine Platine gemacht und das hat super hingehauen. Platinenmaterial ist Bungard. Gruß Markus
Datum: 19.11.2005 23:03
"Chemisch-Zinn" ist eine Lösung auf dem Zinnchlorid basis (mit ein paar anderen Stoffen) und wird verwendet, um die Platinen chemisch zu "verzinnen", i.e. die Zinnschicht wird chemisch (kalt) erzeugt.
Datum: 21.11.2005 09:39
Da kann ich Markus nur zusprechen - super Ergebnis (s.o.) ! Und das mit "Baumarktzeugs" ! Gruß
Datum: 21.11.2005 11:30
@all, also ich habe es schon mal mit der chemischen Variante von Conrad probiert. Habe die LP mit diesem Polierblock bearbeitet und dann mit Aceton gereinigt. Das Ergebnis meines ersten Versuchs war 30% zu 70%. 1. Die Verzinnung sah hervorragend aus perfekt bei allen LPs. 2. Eine LP lies sich einwandfrei löten ohne Probleme 3. 3 oder 4 LPs ließen sich teilweise nur schlecht bis gar nicht löten. Mir schien es als hätte die Verzinnung keine oder schlechte Verbindung mit den Kupfer aufgebaut. Zumindest wurde das Zinn irgendwie verbrannt oder löste sich auf und zurück blieb eine unlötbare Schicht auf dem Kupfer. Ich musste dies Schicht mit einem Glasfaserpinsel entfernen um löten zu können. 4. Ich habe das auf eine nicht genügend gereinigte LP geschoben was ja bei den ersten versuchen normal ist. Bein zweiten Versuch habe ich penibel darauf geachtet das alles mit Aceton gereinigt ist.3-4 Mal gereinigt und immer mit neuem Lappen und trotzdem löste sich die Verzinnung wieder. Ich werde es nun auch mal mir dem Zeug aus dem Baumarkt versuchen. Ich denke man kann mit diesem eventuell auch eine dickere Zinnschicht aufbauen um eventuelle kleine Mängel der Ätzung zu verschleiern. Werde meine Erkenntnisse dann auch Posten kann aber eine Weile dauern. TOM
Datum: 21.11.2005 23:29
Was ich schon immer mal fragen wollte. Hat schon mal jemand eine Verzinnung mit einem Lötbad probiert??!?!? :-) TOM
Datum: 22.11.2005 11:23
>Hat schon mal jemand eine Verzinnung mit einem Lötbad probiert??!?!?
Ja, hatte von ISEL sowas.
War zum löten von Leiterplatten gedacht. Verzinnen ist der gleiche
Vorgang.
Bestand aus einer V2A-Wanne (Form ähnlich einer Kunststoff-Ätzschale),
darunter eine Herd-Heizplatte.
Die Platine wurde mit einem Wagen über das Zinn gezogen.
Das ganze war grosser Mist wie die meisten ISEL-Produkte und natürlich
viel zu teuer.
Trotz mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Temperaturen waren die
Leiterplatten hinterher Schrott.
Da auch der Hersteller nicht weiterhelfen konnte, wurde alles
verschrottet. (soll heissen, bei eBay verkauft)
Aus vielen Fehlversuchen heraus brachte die Heissluftpistole bisher die
besten Ergebnisse, aber nicht wiklich einwandfreie.
Der Nachteil dabei, alles Gefühlssache und nicht reproduzierbar.
Ich werde die nächsten Platinen mal im oben genannten Grillofen
verzinnen. Da kann ich die Temperatur einstellen, messen und die
Verweilzeit genau bestimmen.
Frage:
Weiss jemand wie man den Schmelzpunkt der Baumarkt-Lötpaste herabsetzen
kann ?
Grüsse cdg
Datum: 22.11.2005 15:50
@cdg: "den Schmelzpunkt der Baumarkt-Lötpaste herabsetzen" Da das Ding 9x% Zinn hat, denke ich, dass es nicht möglich ist. Wenn Du nur ein wenig Bismut und Cadmium einmischen kannst.... @alle: Wer benutzt welches "Baumarktzeugs" fürs Verzinnen? Ich meine die Herstellernamen, Marken usw. Ich habe so ein Gefühl, dass ich etwas falsches gekauft habe...
Datum: 22.11.2005 15:52
und noch mal @alle: Hat jemand irgendwelche (egal, ob gute oder schlechte) Ergebnisse mit "CFN" Paste aus dem Bauhaus?
Datum: 22.11.2005 18:25
Hallo, wie viel habt Ihr denn für eine Dose der Paste bezahlt? War gerade im TOOM Baumarkt und da kostet eine 250g Dose 17,96 . Da wird einem ja schwindlig. Was kostet sowas im Sanitärfachhandel? Bei Ebay bekommt man es für ca. 7 Euro inkl. Porto. Gruß Thomas
Datum: 22.11.2005 21:44
Hi, das geht schon hin. Ich hab bei OBI für 100g auch so um die 8 (!) Euronen bezahlt. Das Angebot bei der elektronischen Bucht ist da schon gut im Vergleich... Gruß, Markus
Datum: 23.11.2005 10:56
Hi Ich benutze (wie oben schon erwähnt) Rosol 3 von Rothenberger. 100g ~ 7-8,- (Hagebaumarkt). Seeeeehr ergiebig ! Die Ergebnisse sprechen für sich (s.o.) Gruß
Datum: 26.11.2005 11:48
@alle Hallo wieso wollt ihr unbedingt mit Lotpaste verzinnen? Das macht haufen Arbeit, stinkt, Ergebnis ist nicht genau reproduzierbar bei der nächsten Platine, ungünstige thermische Einwirkungen auf die Kupferschicht,... und teurer ist die Paste im Verhältnis zum Chemisch-Zinn auch noch. Ganz neben bei schmeiß ich meine Platine ins Chemisch-Zinn-Bad, hab 3 min. Freizeit, und fertig. Kosten für Chemisch-Zinn betragen ca. 9,50 und reicht für ca. 120 Eurokarten. Gruß Bernd
Datum: 26.11.2005 12:11
@Bernd: mit welcher Menge Chem.Zinn kommst du auf die 120 Europlatten? Würde mich mal interessieren... (mit 2,5l sur-tin von bungard kommt man normalerweise auf wesentlich mehr, kostet allerdings auch fast das doppelte) LameM
Datum: 26.11.2005 12:36
@LameM: was will ich denn mit so viel sur-tin? Brauch ich eh nicht in der Menge und dann ist das Zeugs ja nach dem ansetzen begrenzt (nur ca. 2 Jahre) haltbar. Da ich diese Platinenzahlen von 200-300 pro Jahr eh nicht erreiche, reicht mir auch ne kleine Menge. Die kostet auch nicht wesentlich mehr, vielleicht nen halben Euro! Gruß Bernd
Datum: 28.11.2005 11:01
@ Bernd: Woher und zu welchem Preis beziehst du dein "Chemisch-Zinn"? Würde gerne beide Methoden mal ausprobieren. Danke Gruß Thomas
Datum: 28.11.2005 11:21
Moin, wollte mich auch kurz äußern. Habe aufgrund dieses Threats mir eine Dose Resol 3 aus dem Baumarkt geholt (OBI ca 17, hält aber ewig). Meine frisch geätzte Platine habe nur mit Brennspiritus (Stoff: Bw-Langer-Hinnie, einmal einfach und grün ;-) gereinigt und dann sofort mit dem Pinsel, welcher sich am Deckel befindet, recht deckend eingeschmiert. So einen Polierschwamm habe ich nicht benutzt. 1. Versuch mit einer Lötlampe (1800°C) Im Abstand von ca. 10-20cm habe ich die beschmierte Lötseite gleichmäßig erwärmt. Leider wurde es dann doch in der Mitte zu warm und somit war die Platine im Eimer. 2. Versuch mit einer zweiten frischgeätzten Platine und einem Black&Decker Heißluftföhn Ich habe solange die Platine gleichmäßig erwärmt. Irgendwann, es sah aus wie beim vulkanisieren, kam es zu einer "Rauchentwicklung". War wohl das Flussmittel. Danach konnte ich die graue Masse ähnlich wie Kinderknete einfach mit einem Tuch abrubbeln. Die Platine war wunderbar und einwandfrei verzinnt. Das Bohren erschien mir etwas besser zu laufen. Und auch das eigentliche Verlöten der Bauteile ging wunderbar. mfg Cheffe
Datum: 28.11.2005 18:28
@TOM: ich wüsste da nen tollen Shop wo du ne kleine Menge herbekommst ggg @Bernd: die Menge hast du aber immer noch nicht verraten, wollte mal die Ergiebigkeit mit unserem Chem.Zinn vergleichen. LameM
Datum: 28.11.2005 19:55
@Marian Für wieviel Platinen reicht das Zinn aus dem "tollen Shop"? Danke Gruß Thomas
Datum: 28.11.2005 20:06
laut Bungard Datenblatt für 1 bis 1,5m² also ca. 90 Europlatten LameM
Datum: 28.11.2005 20:11
achso... benutze auch schon seit mehreren Jahren das chemisch Zinn... und muss sagen, dass das Zeug eher 'schlecht' wird, bis man das verbraucht hat :-) (mein letzter Ansatz hat ca. 2 Jahre gehalten und irgendwann hat das so penetrant gestunken (durch den zerfallenen Thioharnstoff) da hab ich freiwillig ne neue Packung angefangen :-) ) Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass man super Ergebnisse hinbekommt, wenn man einigermaßen sauber (Fettfinger lässt grüßen g) arbeitet... LameM
Datum: 29.11.2005 11:36
so hab heut mal fix ne aktion gemacht. das ganze hat keine 5min gedauert (incl. fotos machen ;-) ) erstes bild: 3 platinen mit spiritus gereinigt
Datum: 29.11.2005 11:37
zweites Bild: nach ca. 10 Sekunden im Chemisch-Zinn-Bad
Datum: 29.11.2005 11:38
drittes Bild: nach knapp 2 Minuten, gespült und etwas mit Papier-Küchentuch abgerieben.
Datum: 29.11.2005 11:41
viertes Bild: andere Perluktive ;-) wie gesagt das ganze geht sauber, schnell und ohne Schweinereien vonstatten. Und liefert reproduzierbare Ergebnisse. (Die Lösung ist jetzt 7 Monate alt, riecht zwar schon ein wenig nach faulen Eiern aber geht noch super) LameM
Datum: 29.11.2005 13:11
@Marian: Aus dem Bild aus eurem Online-Shop entnehme ich, dass das gane aus zwei Komponenten besteht. Ist das richtig? Um nicht unnötig viel von dem Zeug vergammeln zu lassen, könnte man nicht nur eine kleine Menge ansetzten (für kleine Platinen) und wenn diese Menge "schlecht" ist wieder neues ansetzten? Oder werden die einzelnen Komponenten auch unvermischt unbrauchbar, wenn man sie lange lagert? Thomas
Datum: 29.11.2005 13:24
sind sogar 3 Komponenten (H2SO4, Sn-II-sulfat und Thioharnstoff). Theoretisch kann man nur ein Teil davon ansetzen, allerdings ist die Menge des Thioharnstoffes schon relativ gering da brauchts ne gute Waage, wenn man das teilen willen und auch ziemlich viel Vorsicht (Gesundheitsschädlich etc.) :-). Die Pülverchen sind, soweit ich weiß, 'unbegrenzt' Lagerbar. Marian
Datum: 30.11.2005 09:25
Also ich kann bei der Fittingslötpaste keinerlei "Schweinerei" erkennen. Es geht schnell, ist günstig und in der Dose scheinbar "ewig" haltbar (konnte kein Haltbarkeitsdatum entdecken). Klar - es macht etwas mehr Arbeit als die Platine in ein Bad zu legen und nach einer gewissen Zeit wieder herauszuholen. Das nehme ich aber gerne in Kauf aufgrund der Verfügbarkeit, der Haltbarkeit, der Ergiebigkeit und des Preises. Gerade für MICH, da ich nicht so viele Platinen im Jahr erstelle (vllt. 50 Stck.). Reproduzierbare Ergebnisse sind überhaupt kein Problem, wenn man die ermittelten Grundparameter (Zeit u. Temperatur) einhält. Dazu ist natürlich (wie bei mir) der entsprechende Ofen Gold wert. Einen Vorteil sehe ich noch ! Ich brauche es nirgends zu bestellen, habe keinen Mindestbestellwert, keine Portokosten, und keine Warte- zeit, da die Paste in (fast) jedem Baumarkt erhältlich ist. Gruß
Datum: 30.11.2005 09:30
ach ja - bei der Lagerung brauche ich mir auch keine Gedanken machen - Deckel drauf und gut - kann um-/herunterfallen ohne dass etwas ausläuft. Ich bin einfach sehr überzeugt von der Methode. Und jeder sollte das machen, was er für richtig hält. Ich würde es vllt. auch mal mit einem Bad ausprobieren, aber das Problem ist einfach die Verfügbarkeit. Qualitativ nehmen sich vermutlich beide Verfahren nix. Gruß
Datum: 30.11.2005 13:22
Was ist denn das für ein Ofen? Welche Temperatur? Gruß Cheffe
Datum: 30.11.2005 15:38
Hi Ich hatte oben mal ein Bild von dem Teil angehängt. Ist so'n Toast&Grill Dingens. Die Temperatur habe ich noch nicht gemessen. Es gibt bei dem Ding auch nur 2 Schalter: - Ober-u. Unterhitze, Oberhitze, Unterhitze - Zeit Gruß
Datum: 30.11.2005 17:57
Hallo Ich versilbere meine Platinen schon seit vielen Jahren mit der Anreibeversiberung von Drewanz, erhältlich z.B. von Andy's Funkladen in Bremen, die hatten gerade letzten Sonntag auf dem Elektronikflohmarkt in Saarbrücken einen Stand. Das Zeug ist giftig ( Silbercyanid ist fast wie Zyankali, also Vorsicht) 73 Christoph
Datum: 12.01.2006 06:54
Andy Fleischer in Bremen hat den Laden anscheinend an andere abgegeben, der firmiert aber immer noch unter www.andyfunk.de , er selbst verkauft nur noch Quarze als www.andyquarz.de , am Stand in Saarbrücken war er jedenfalls zusammen mit Herrn Drewanz anwesend, und auf der UKW-Tagung in Bensheim Anfang September ebenfalls. Ich müßte noch irgendwo die Sicherheitshinweise haben, die zu der Flasche mit Anreibeversilberung mitgegeben wird.
Datum: 12.01.2006 22:05
Hier die Sicherheitshinweise zum Anreibesilber
Datum: 12.01.2006 23:13
@Marian sagmal wie hast du den negativen text auf deinen eagle layouts gemacht? mfg
Datum: 13.01.2006 15:50
@Ferrice: hast Post :-) für alle anderen die es eventuell noch interessiert: das ist per import-bmp.ulp Tool importiert (gibts bei Cadsoft im Downloadbereich) Marian
Datum: 15.01.2006 17:54
@marian, ist eine interessante Sache leider konnte ich die ulp nicht finden. Habe nur weitere Tools gefunden die aber bei meinen PCs abstürzen. Eines hat funktioniert Eagle Power Tool 4.15, leider kann da nur ein bmp mit 100x100 Pixel exportiert werden. Wenn man mehr will braucht man eine License und die ist warscheinlich unbezahlbar. Lohnt sich ja auch für den Privatanwender nicht der nur ab und zu ein BMP auf seine Platine plazieren will. Bist Du mit dem Name der ulp sicher????? Tom
Datum: 21.01.2006 13:52
Hi, ich moechte demnaechst die Methode mit Rosol und Heissluftfoen ausprobieren, mit der Ulrich und Torsten so gute Erfahrungen gemacht haben. Wenn ich es richtig verstehe, ist die Lotpaste (bzw. das Zinn, welches uebrigbleibt) auf den Leiterbahnen nach dem Verzinnen fest. Reicht dieses Zinn zum Anloeten der Bauelemente aus, oder wird zusaetzliche Lotpaste oder Flussmittel benoetigt? Wenn ich nun einen Microcontroller mit z.B. 160 Pins in 0.6mm Abstand aufloeten moechte, wie gehe ich weiter vor? a) Ich loete zwei gegenueberliegende Pins des Chips an und richte ihn dabei sehr genau aus. Anschliessend ziehe ich mit dem Loetkolben einen Tropfen Loetzinn ueber saemtliche Pins. Funktioniert dies bei selbstgefertigten Platinen ohne Loetstoplack? b) Ich setze den Chip an die richtige Position und schmelze das Loetzinn mit einem Selbstbauofen (wie in Elektor beschrieben) oder auf der Herdplatte (http://www.elk-tronic.de/Services/Kleinserie/Kleinserie.htm). Sind a) oder b) so im Prizip beide praktikabel? Und, GANZ WICHTIG: brauche ich nach dem Verzinnen weitere Lotpaste oder Flussmittel? Wenn ja, trage ich es auf die IC-Pins oder auf die PCB-Pads auf? Herbert
Datum: 22.01.2006 14:56
@TOM: hab das packet mal drangehangen, ist schon etwas her, deswegen hab ich auch keine ahnung mehr, wo ich das her habe. im header steht jedenfalls ein copyright von cadsoft. Marian









