www.mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf 20 Milliarden Verlust wegen angeblichen Ing Mangel

Autor: Tommi Huber (drmota)
Datum: 21.04.2008 16:16

Bild meldet: Auf über 20 Milliarden Euro jährlich wird der Verlust
geschätzt, den schon jetzt der Mangel an Ingenieuren und offene
Facharbeiterstellen verursachen. Allein im Maschinenbau und in der
Elektroindustrie sind zurzeit 42 000 Stellen frei.

Wenn das keine guten Nachrichten sind.
Autor: Bernd G. (berndg)
Datum: 21.04.2008 16:21

Wenn es in der Bild stand, muß es ja wohl wahr sein.
Autor: egal (Gast)
Datum: 21.04.2008 16:32

Ja, Einbildung ist auch eine Bildung...
Autor: Axel (Gast)
Datum: 21.04.2008 16:51

20 Mrd entsprechen also 42.000 Stellen, d. h. jede dieser Stellen ist
fast 500.000 € Wert.

Da sollte man doch annehmen, dass die Firmen Ingenieuren demnächst
Gehälter in dieser Grössenordung bezahlen.

Also bei solchen Gehältern sehe ich gar kein Problem 42.000 Ings zu
bekommen.

Gruss
Axel
Autor: Kai Giebeler (runtimeterror)
Datum: 21.04.2008 16:56

>20 Mrd entsprechen also 42.000 Stellen, d. h. jede dieser Stellen ist
>fast 500.000 € Wert.

räusper
"im Maschinenbau und in der Elektroindustrie" sind nicht alle offenen
Stellen...

Das macht die Sache aber auch nicht glaubwürdiger.
Autor: Tim (Gast)
Datum: 21.04.2008 17:33

Tja, wenn keine unerfahrenen Ingenieure eingestellt werden, wird es in
Zukunft immer weniger erfahrene Fachkräfte geben. Das Problem ist nicht
ein Ingenieurmangel. Das Problem ist, dass es sich die Industrie nicht
leisten will, Anfänger einzuarbeiten. Es wird nur gejammert, die Politik
möge erfahrene Spezialisten aus dem Nichts erschaffen und bei der
Auslagerung von Entwicklung und Produktion in Billiglohnländer
behilflich sein.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 21.04.2008 17:51

>Das Problem ist, dass es sich die Industrie nicht
>leisten will, Anfänger einzuarbeiten.

Die Aktivierungsenergie sollte aber von dem Bewerber kommen. E sit wohl
Quatsch, dass ein Unternehmen, dass einen Layouter sucht, diesen erst
mal zeigt, wie man layoutet. Das geht genauso im Selbststudium, wie z.B.
µC-Programmierung. Nur heute stellen sich einige Abgänger hin und meinen
"So Unternehmen, mach mal was aus mir."

Ich konnte als Absolvent µC programmieren, Platinen layouten  und HW
entwickeln. Und das rein aus Interesse. Ich hatte keine Probleme mit
einer Anstellung. Das folgende Know-How kam dann durch Seminare in der
Firma.
Autor: Zardoz (Gast)
Datum: 21.04.2008 17:52

"Insgesamt sank die Zahl der arbeitslosen Ingenieure in den letzten
zwölf Monaten stark, und zwar von ca. 53.000 auf 29.000 Personen, das
ist ein Rückgang um 46%."

http://www.dvt-net.de/statistik.html

Die Zahl der Studienanfänger im Ingenieurbereich ist übrigens ebenfalls
nach wie vor rückläufig ...

Nice week,
Zardoz
Autor: Herbert von Caravan (Gast)
Datum: 21.04.2008 18:14

Jawoll! Es geht steil bergauf. ;-((
http://www.jjahnke.net/arbeitsep07.html

Hochachtungsvoll
Herbert von Caravan
Autor: haha (Gast)
Datum: 21.04.2008 18:33

@  Gast (Gast) 21.04.2008 17:51

Dummfug!
Wer glaubt dir deine Eigeninitiative? Ohne Zertifikate oder Empfehlungen
von vorherigen Arbeitgebern läuft doch gar nichts.



Klar muß vom Bewerber "Aktivierungsenergie" selber kommen. Aber wenn die
Anforderungen für einen Einsteiger so hoch sind, dass ein normales
Hochschulstudium für den Einstieg nicht reicht, so muss man wirklich von
einer massiven Ingenieursschwemme reden!!!
Das Maß voll! Die Arroganz der Unternehmen steigt ins Unermessliche.
Kein Wunder, dass langfristig die Absolventenzahlen bei den Ingenieuren
sinken. So blöde sind die jungen Leute nämlich nicht, wie es die
Industrie gerne hätte. Verarschen können diese sich nämlich selber.

> E sit wohl
> Quatsch, dass ein Unternehmen, dass einen Layouter sucht, diesen erst
> mal zeigt, wie man layoutet.
>

Das ist kein Quatsch. Wer einen Fachmann sucht, muss sich einen
ausbilden!
Diese Arroganz der Unternehmen zeigt nur, dass es noch keinen
Fachkräftemangel gibt.
Autor: Tobi (Gast)
Datum: 21.04.2008 18:38

@ haha

Bravo! Klatsch!
Autor: Wasser (Gast)
Datum: 21.04.2008 18:45

>>Das Problem ist, dass es sich die Industrie nicht
>>leisten will, Anfänger einzuarbeiten.

>Die Aktivierungsenergie sollte aber von dem Bewerber kommen. E sit wohl
>Quatsch, dass ein Unternehmen, dass einen Layouter sucht, diesen erst
>mal zeigt, wie man layoutet. Das geht genauso im Selbststudium, wie z.B.
>µC-Programmierung. Nur heute stellen sich einige Abgänger hin und meinen
>"So Unternehmen, mach mal was aus mir."

Ich sehe das ähnlich wie Tim. Zwar hat auch Gast recht das ein
bestimmtes potential vorhanden sein muß aber gerade Mikrocontroller sind
eine billige, günstige Sache. Wenn Du an Automatisierung interesse hast
wird es schon etwas teurer an eine S7 und Hardware ran zukommen. Ganz zu
schweigen von irgendwelchen Robotern. Das ist für einen 'normalen'
Studenten unbezahlbar.

Ich denke das Firmen wirklich mehr Ausbilden sollten und ich persönlich
bewerbe mich auch nur bei solchen Firmen die ausdrücklich auf Seminare
und Fortbildungen hinweisen. Außerdem auch nur bei Firmen dessen
Stellenanzeige man versteht und die keinen Junior Engeneer of klimm Bimm
underwriting keyaccount jedöns suchen.

@Zardoz

Unter deiner Quelle steht:

"In Deutschland hat sich die Zahl der gemeldeten Stellen für Ingenieure
nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in den letzten zwölf Monaten
um 23% erhöht..."

Jetzt guck mal auf Arbeitsamt.de in der Jobbörse nach. Das sind zu
80%-90% nur Zeitarbeitsfirmen. Außerdem wird ein großteil dieser
Stellenanzeigen auch in jeder anderen Jobbörse gepostet. Vermutlich
addieren die einfach alle jobbörsen zusammen und kommen so auf 1 mrd.
offene Ingenieursstellen und das allein im Saarland <ffGg>
Autor: Gast (Gast)
Datum: 21.04.2008 20:20

@ haha

Glaub was du willst. Dann bleibt wenigstens etwas für die Fleißigen
übrig. Dass ist auch eine Art von Darwinismus. Jeder macht halt das, was
er am besten kann. Manche machen nichts.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 21.04.2008 20:25

>Das ist kein Quatsch. Wer einen Fachmann sucht, muss sich einen
>ausbilden!

Wo ist das Quatsch? Welches Unternehmen zeigt denn, wie man in C
programmiert? Wie man layoutet? Die Seminare beschränken sich einzig auf
die Bedienung der Programme. Wer hier nicht selbständig arbeiten kann,
hat zurecht verloren. Alles vor den Arsch getragen zu bekommen, war zu
DDR-Zeiten mal der Hit.

Die Grundlagen muss der Bewerber selber mitbringen.
Autor: insider (Gast)
Datum: 21.04.2008 20:42

die Ingenieure sind entweder mittlererweile ausgewandert oder
haben sich kurz vor HIV halt irgendwie selbstständig gemacht

Ihr glaubt doch nicht ernsthaft ,daß die Firmen die alle eingestellt
haben.

Ich kenne ne Weltfirma um die Ecke die findet seit Jahren keine,
sucht aber 20 jährige und die ,die es wirklich können , auf die
reagiert man garnicht...

Es geht hier einigen noch viel zu gut - nach wie vor muß abgeraten
werden, sowas wie Ing zu studieren und anbetracht gewisser statistischer
Momente sogar dringend abzuraten !!
Autor: Gast (Gast)
Datum: 21.04.2008 21:01

>Ich kenne ne Weltfirma um die Ecke die findet seit Jahren keine,
>sucht aber 20 jährige und die ,die es wirklich können , auf die
>reagiert man garnicht...

Suchen tut sie bestimmt öffentlich und nicht heimlich bei dir, so kannst
du ja einen Link auf die Stellenanzeige posten, um deine Aussage etwas
Wahrheitsgehalt zu verpassen.
Autor: JL (Gast)
Datum: 21.04.2008 21:40

Immer diese Verallgemeinerungen. Das eine Firma einen Programmierer
nicht die Grundlagen der Programmierung beibringt ist klar. Das sollte
man schon mitbringen. Aber im laufe der Arbeit erwirbt man sich die
wichtigsten Kenntnisse, wie man mit den Tools umgeht und die
Besonderheiten der Entwicklungsumgebung. Wenn man als Spezialisierung
Grundkenntnisse der geforderten Sprache (Ada, UML, SAP) mitbringt ist
das ein Plus, aber man muss es doch nicht 100% können. Das gleiche gilt
für einen Hardwareentwickler oder Layouter. Ein Grundgefühl für die
Elektronik und Bauteile mitbringen und mit der Arbeit immer effektiver
werden.

Die wichtigsten Eigenschaft, die als Ingenieur vorhanden sein müssen,
sind flexibilität im Aufgabengebiet, über den Tellerrand schauen, sehen
und mitteilen wo Weiterbildungspotenzial nötig oder sinnvoll ist.
Wichtig ist zu vermitteln wie man sich eine Problemlösung vorstellt und
wie man sie (auch im Team!) lösen kann. Es muss nicht jeder alles
überdurchschnittlich machen können. Das geht sogar so weit, das man sich
nicht zu fein sein sollte um (langweilige) Tests selbst durchzuführen.

Es geht auch um das "sich selbst vermarkten". Ich kann es auch nicht
richtig (sonst wäre ich längst als Schleimer im Management und würde
markante Sprüche klopfen :-)) aber das gewisse Selbstwertgefühl muss man
zeigen. Dann klappt es auch. Wenn eine grosse Firma einen Job
ausschreibt den sie braucht, dann wird er auch besetzt. Es wartet keine
Firma auf das Wunder aus dem Ausland für eine Problemlösung. Dafür ist
die verfallene Entwicklungszeit viel zu kostbar.


JL
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 21.04.2008 22:09

>Wenn es in der Bild stand, muß es ja wohl wahr sein.

Warum sollte es nicht war sein?

Und immer daran denken, die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptung ist
-auch in Foren- höchst problematisch.
Autor: David (Gast)
Datum: 21.04.2008 22:36

>>Autor: Axel (Gast)
>>Datum: 21.04.2008 16:51

>>20 Mrd entsprechen also 42.000 Stellen, d. h. jede dieser Stellen ist
>>fast 500.000 € Wert.

>>Da sollte man doch annehmen, dass die Firmen Ingenieuren demnächst
>>Gehälter in dieser Grössenordung bezahlen.


naja wenn einer nicht mal den untschied zwischen umsatz und gewinn
kennt, dann wundert mich einiges gar nicht mehr... aber eben, umsatz =
gewinn und kosten eines MA = Lohnkosten und fertig...
Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
Datum: 21.04.2008 22:54

> E sit wohl Quatsch, dass ein Unternehmen, dass einen Layouter sucht, diesen
> erst mal zeigt, wie man layoutet.

Wieso? Bei BWLern geht das auch. Die nennt man dann "High Potentials",
rollt den Roten Teppich aus und bezahlt sie anständig, obwohl diese
"High Potentials" nichts drauf haben.
Autor: Lötkünstler (Gast)
Datum: 22.04.2008 09:47

20 Milliarden,das ich nicht lache.
Na,wo diese Zahlen herkommen dürfte klar sein,
von den Lobbisten der deutschen Wirtschaft.

Einen Artikel aus der Örtlichen Tagespressenteil
Beruf und Bildung möchte ich hier zu diesem Thread beitragen:

Probleme bei der Personalsuche

Jedes sechste Unternehmen hat Probleme bei der Besetzung
von Stellen.16 Prozent der 14000 befragten Unternehmen
hätten in den vergangenen zwölf Monaten von Schwierigkeiten
bei der Personalsuche berichtet,teilte die Bundesagentur mit.
So klagte in der Metallindustrie jede dritte Firma über
Probleme,geeignete Mitarbeiter zu finden.Im Gastgewerbe
lag der Anteil bei 26%,im Maschinen-und Fahrzeugbau bei
22%."Der Fachkräftebedarf bleibt in einzelnen Bereichen
ein Problem",sagte Anja Kettner vom Institut für Arbeits-
markt-und Berufsforschung der BA.Bei der Betriebsbefragung
ermittelten die Forscher auch einen leichten Rückgang der
offenen Stellen.Die Zahl sei im  vieretn Quartal 2007 um
rund 31000 auf 1,22 Millionen gesunken.Während sie in
Westdeutschland um 6000 stieg,gab es im Osten einen
Rückgang um 37000.

Ich würde sagen,das diese Problem Hausgemacht sind
und auf dem Unvermögen deutscher Personaler und Unternehmer
beruht,die der Auffassung sind mit dem Zahlen eines Gehalts
sind damit alle Unternehmensbemühungen abgegolten.
Was eben fehlt,ist die Verantwortung dem Bewerber gegenüber.

Ich beobachte schon über ein halbes Jahr eine Firma die jetzt
in der oben erwähnten Ausgabe wieder einen Techniker als Layouter
(Altium),mit einem Anspruchsdenken der an Größenwahn erinnert,suchen.
Die Leute die sich da bewerben tut mit echt leid.

Ansonsten ist in der heimischen Region nur tote Hose im Bereich
Elektronikentwicklung o.ä.



Lötkünstler


<Mit der Lizenz zum löten>
Autor: Bernd G. (berndg)
Datum: 22.04.2008 09:52

Hallo Jupp,

> Warum sollte es nicht war sein?

> Und immer daran denken, die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptung ist
> -auch in Foren- höchst problematisch.

Du siehst aber wieder mal alles so verbissen, entspann dich dochmal ein
wenig. Du bist ja gestern wieder humorlos wie ein Parteisekretär
gewesen.
 :-)

Zitat aus Bild: "Mama, du kannst nicht kochen" -  zum Thema "Einer muß
ja die Wahrheit sagen"
Obwohl ich die "Bild" nicht lese (ich lese gar keine Tageszeitung),
würde ich nie behaupten, daß deren Inhalte generell falsch sind. Ganz im
Gegenteil, über manche Schlagzeile mußte ich schon sehr lachen.

Im übrigen ist meine Aussage ein geklautes Zitat über die längst
verblichene "Superillu"
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 10:05

>20 Mrd entsprechen also 42.000 Stellen, d. h. jede dieser Stellen
>ist fast 500.000 € Wert.
>Da sollte man doch annehmen, dass die Firmen Ingenieuren demnächst
>Gehälter in dieser Grössenordung bezahlen.

Sehr gutes Argument! Ein Ingenieur kostet komplett etwa 100.000 -
200.000 Euro im Jahr, je nach Ausstattung, Arbeitsplatz und Gehalt. Das
ist Pipi gegen die anderen Investitionen bei Prototypenbauten ,
Maschineninbetriebnahmen oder klinischen Studien in der MEd oder gar
FDA-Zulassungen.

Die Firmen haben keinen Grund, zum Jammern! Würden sie besser bezahlen,
hätten sie auch Leute! Es ist aber nach wie vor so, daß der Ingenieur
irgendwo auf der untersten Stufe gesehen wird. Richtig gut bezahlt sind
Ingenieure nur, wenn sie Projektleitung machen oder im Verkauf weit oben
sitzen.

>die Ingenieure sind entweder mittlererweile ausgewandert oder
>haben sich kurz vor HIV halt irgendwie selbstständig gemacht

So ist es. Die Zahl der selbständigen Ingenieure und Freelancer nimmt
ständig zu. Die Firmen greifen immer mehr auf solche Leute zurück, weil
sie Angst vor einem Kippen der Wirtschaftslage haben.
Autor: Bernd G. (berndg)
Datum: 22.04.2008 10:11

> So ist es. Die Zahl der selbständigen Ingenieure und Freelancer nimmt
> ständig zu. Die Firmen greifen immer mehr auf solche Leute zurück, weil
> sie Angst vor einem Kippen der Wirtschaftslage haben.

Wobei die Bezahlung seitens der Firmen auch hier nur das Prädikat
"lausig"
verdient.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 11:25

>obwohl diese "High Potentials" nichts drauf haben.

Wenn ein E-Techniker mehr über Unternehmensführung wüsste, als ein
BWLer, würde dieser dort sitzen und alle BWLer wären arbeitslos.

Aber der Irre sagt ja auch, alle anderen sind doof, nur ich nicht. Und
somit stellt der Techniker fest, dass nur er etwas auf dem kasten hat
und alle BWLer nichts können.

>Was eben fehlt,ist die Verantwortung dem Bewerber gegenüber.

Von welcher Verantwortung redest du= In erster Linie beWIRBT sich der
Bewerber, stellt also sich und sein Können vor. Wer ankommt "Suchter
noch Leute", hat doch automatisch verloren. Wie soll der Personlaer die
besonderen Fähigkeiten bewerten, wenn diese nicht vorgestellt werden?
Durch Hellsehen?

Der Bewerber möchte etwas verkaufen, nämlich seine Arbeitskraft, der
Personaler etwas kaufen, eine geeignete Arbeitskraft. Wenn du in den
Laden gehst und etwas kaufen möchtest, welche Verantwortung hast du
gegenüber dem Verkäufer?
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 11:27

>Die Firmen haben keinen Grund, zum Jammern! Würden sie besser bezahlen,
>hätten sie auch Leute!

Und wo sollen diese herkommen? Deine Aussage impliziert, dass viele
Ingenieure die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Gehalt in einer Firma
vorziehen.
Autor: Absolvent (Gast)
Datum: 22.04.2008 11:51

> Die Aktivierungsenergie sollte aber von dem Bewerber kommen. E sit wohl
> Quatsch, dass ein Unternehmen, dass einen Layouter sucht, diesen erst
> mal zeigt, wie man layoutet.

Natürlich muss vom Bewerber Eigeninitiative kommen und er muss auch
lernfähig sein und selbstständig arbeiten können. Aber das, was sich die
Industrie einbildet, geht eindeutig zu weit. Wer keine Leute einarbeiten
will, der verdient auch keine guten Leute! Es muss möglich sein mit
einem Hochschulstudium die Chance zu bekommen, sich einarbeiten zu
dürfen. Spezialisten fallen weder vom Himmel noch aus den Hochschulen,
sondern die muss sich die Industrie heranbilden

> Ich konnte als Absolvent µC programmieren, Platinen layouten  und HW
> entwickeln. Und das rein aus Interesse. Ich hatte keine Probleme mit
> einer Anstellung.

Wenn ich das alles könnte, würde ich mich selbständig machen und mich
nicht von geizigen Unternehmern ausbeuten lassen.
Bei über 100 bundesweiten Bewerbungen wurde ich bisher einmal zu einem
Bewerbungsgespräch eingeladen. Es war ein Automobilzulieferer im
Rhein-Main Gebiet. Ich forderte 30000Euro Brutto. Man sagte mir dann,
20000-25000 wären üblich. Da ich unbedingt einen Job brauchte, sagte ich
zu. Die Absage kam eine Woche später.

Jetzt mache ich etwas vollkommen fachfremdes, wofür ich kein Studium
gebraucht hätte. Bewerben werde ich mich als Ingenieur nicht mehr!
Ich genieße eine 40 Stundenwoche und habe genügend Zeit, um mich in die
Elektronik einzuarbeiten. Elektronik als Hobby bringt mir Freude, als
Sklave werde ich das nicht machen.
Autor: Andreas W. (Gast)
Datum: 22.04.2008 12:16

Das ist doch logisch.
Wenn keiner ausbildet gibs auch keine fachkräfte, die suchen nichtnur
ingenieure sondern auch "einfache" elektroniker oder mechaniker. Wo
sollen die herkommen? In Deutschland wurde vor einiger Zeit noch in
firmeneigenen Ausbildungsstätten unterrichtet. Ich kenne noch persönlich
nurnoch 2 Betriebe die sich sowas leisten. Die anderen bilden nurnoch
bürokräfte aus, ist natürlich clever wenn man selbst Produziert.

Ähnlich sieht die Sache auch bei Ingenieuren aus. Kein Hochschulabgänger
kann garnicht ein guter Layouter sein oder Programmierer oder sonstwas.
Wo soll die Erfahrung herkommen? Dazu ist das Studium garnicht da. Kein
Mensch auch nicht Gast ist ein perfekter Programmierer der alles kann.
Jeder der programmiert weiß das er nicht alles kann. Dafür ist das Feld
einfach viel zu groß.
Wir können aber Lernen.

Firmen planen heute bloß nichtmehr für die Zukunft das kostet alles
heute Geld und das sparen sie sich. Die Bluten die Länder aus und
beschweren sich auch noch darüber.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 12:43

>ein Hochschulabgänger
>kann garnicht ein guter Layouter sein oder Programmierer oder sonstwas.
>Wo soll die Erfahrung herkommen?

Ähm, meinst du, sowas lernt man auf Seminaren? Programmieren IST
Selbststudium, was auf Seminaren nur vermittelt wird, ist allenfalls
eine saubere Struktur. Sowas siond einfach Grundlagen heute. Ebenso
könnte man verlangen, dass die Firmen zeigen, wie man Lötet. Das lernt
man auch nicht in der Hochschule.

Die Erfahrung kommt von selbst. Wer vor dem Studium total
desinteressiert war und meint, z.B. E-Technik zu studieren, weil es der
markt wünscht, was soll man mit so einem anfangen? Die meisten Kollegen
haben im Alter von 9-15 Jahren angefangen, sich für Elektronik zu
interessieren und auch hier im Forum scheint es, sind sehr viele Schüler
unterwegs. Bis die fertig mit dem Studium sind, haben die 10 Jahre
Erfahrung angehäuft.

Hier, so scheint es mir, fehlt der Wille.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 12:49

>Firmen planen heute bloß nichtmehr für die Zukunft das kostet alles
>heute Geld und das sparen sie sich.

Natürlich planen Firmen für die Zukunft und natürlich möchten sie sich
das Geld sparen. Aus ihrer Sicht ist das auch sinnvoll, denn so kann man
leicht das motivierten AN für sich gewinnen.

>Die Bluten die Länder aus und
>beschweren sich auch noch darüber.

Klappern gehört zum Handwerk
Autor: Paul (Gast)
Datum: 22.04.2008 12:50

Bei den noch vorhandenen 29000 arbeitslosen Ingenieuren muß man auch
erst mal genau hinschauen. Ingenieur ist nicht Ingenieur. Daß es im
Bereich Bau nicht so läuft, ist bekannt.
Außerdem sollte man die Qualifikationen nicht übersehen. Unter dem
Begriff Diplom-Ingenieur (FH) tummeln sich heute auch etliche, die im
Rahmen der Wiedervereinigung vom Fachschulingenieur über Nacht zum
Dipl.-Ing. (FH) auf dem Papier gemacht wurden. Dabei "vergaß" man
allerdings den Wissenstand auf das Niveau eines FH-Ing.s anzuheben. Der
Fachschulingenieur hatte in der DDR eher den Wissensstand als auch die
Aufgaben eines heutigen staatl. geprüften Technikers.
Trotz dieses Papiers wissen die Firmen genau, ob sie einen
umetikettierten (3 Jahre Fachschule) oder ein Original von der FH (Abi+
4 Jahre Hochschule) einstellen. Diese Fachschulingenieure, eigentlich
Techniker, bilden doch einen gehörigen Pool der arbeitslosen
"Ingenieure".
Autor: Karlheinz (Gast)
Datum: 22.04.2008 13:03

Hallo Paul,

gibt es genaue Zahlen und Quellen?

Gruß

Karlheinz
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 22.04.2008 13:08

>Ähm, meinst du, sowas lernt man auf Seminaren? Programmieren IST
>Selbststudium, was auf Seminaren nur vermittelt wird, ist allenfalls
>eine saubere Struktur. Sowas siond einfach Grundlagen heute. Ebenso
>könnte man verlangen, dass die Firmen zeigen, wie man Lötet. Das lernt
>man auch nicht in der Hochschule.
>
>Die Erfahrung kommt von selbst. Wer vor dem Studium total
>desinteressiert war und meint, z.B. E-Technik zu studieren, weil es der
>markt wünscht, was soll man mit so einem anfangen? Die meisten Kollegen
>haben im Alter von 9-15 Jahren angefangen, sich für Elektronik zu
>interessieren und auch hier im Forum scheint es, sind sehr viele Schüler
>unterwegs. Bis die fertig mit dem Studium sind, haben die 10 Jahre
>Erfahrung angehäuft.

Naja, die Hobbyerfahrung ist sicher ganz hilfreich. Programmierte man
z.B. vorher schon etwas in der Schul-AG oder in der Freizeit, kann man
sich im Grundstudium schwierigen Themen wie Mathe, Physik mehr widmen
weil man in den Programmierlaboren nicht mehr die Grundlagen durchgehen
muss. Aber bei der Bewerbung selbst zählt sowas doch kaum, die Firmen
wollen Papier sehn, Zeugnisse, Urkunden, Nachweise...

Außerdem passt das, was man hobbymäßig gemacht hat, kaum auf die
späteren Aufgaben im Beruf, da diese je nach Branche und Aufgabengebiet
doch sehr speziell sind. Selbst das Studium macht niemanden zum Experten
in einem bestimmten Gebiet, sondern gibt einem allenfalls einen
Überblick der verschiedensten Bereiche und das Rüstzeug mit, sich in
neue Themengebiete einzuarbeiten.

Grade im Mikrocontroller-Bereich ist das je nach verwendeter Hardware
und Branche sehr unterschiedlich. Man programmiert auch privat längst
nicht so, wie vom jeweiligen Arbeitgeber gefordert, was z.B.
ordentliches Design und Programmierstil angeht. Zu Hause programmiert
man auch "direkter", während man in größeren Firmen meist Module für ein
Softwaresystem beisteuert, und sich dabei an
Schnittstellenvereinbarungen halten muss bzw. das Systemverhalten kennen
muss. Alles das fällt unter das Stichwort "Professionalität".

Die Unternehmen können also selbst bei ausgeprägten Hobby-Bastlern und
-Programmierern keine (für die betreffende Stelle) "ausgelernten"
Spezialisten erwarten. Sie müssen sie natürlich nicht zu einem
C-Grundkurs schicken, aber sie sollten zumindest eine großzügige
Einarbeitungszeit einkalkulieren, in denen sie nunmal nichts oder nicht
viel an dem Ing verdienen. Und diese Mentalität fehlt durchaus zur Zeit.
Oft geben nur kleinere Firmen Berufseinsteigern eine realistische
Chance.
Autor: Andreas W. (Gast)
Datum: 22.04.2008 13:11

@Gast

klar kann man sich interesieren und sonst was machen. aber schon ein
200MHz ARM system mit 32MB Ram überschreitet schon die möglichkeiten
eines 16 jährigen interesenten. Layouten kann der das auch nicht. Sowas
kann man erst mit genügend unterstützung in firmen lernen.
Vieleicht soll es ja auch mal ein wenig Analog sein. Das Layout eines
kleinen 1000W Schaltnetzteils ist Zuhause schon zu machen. Ohne
Erfahrung von Papi/Mami ist das für den 16 Jähigen auch nicht zu
schaffen.
Es ist auch keine Frage das man ein gewisses Interesse mitbringen
sollte. Das wird aber nicht gefördert. Sowas entsteht nicht von heut auf
morgen.

und Firmen planen nicht für die Zukunft, heute wird das Geld rausgezogen
wo es geht. Das einzige was noch "planen" sein könnte ist. Das die
Versuchen marksegmente abzustecken. Reines Wirtschaftsplanen. kein
volkswirtschaftliches Interesse mehr. Es gab schon andere Zeiten. Wo die
sich die Leute selbst herrangezogen haben, auch fähige Ingenieure.
Autor: Martin (Gast)
Datum: 22.04.2008 13:24

Hallo,

der "Mangel" der bejammert wird ist der an Leuten die den heutigen
Zeitgeist erfüllen. Möglichst "jung, viel Berufserfahrung und nichts
kosten, und vor allem keine eigene Meinung haben". Gehe nu auch schon
auf die 40 zu, und erfahre am eigenen Leib wie schwer es ist in diesen
Alter, im Technikbereich einen festen Job zu finde --> Kein wirklicher
Mangel.
Wenn ich persönlich tagtäglich im Job sehe was von "Jungingenieuren"
geliefert wird, dann dreht sich mir der Magen um. Habe meinen Beruf noch
aus "Interesse an der Sache, ausgewählt" und mich dann selber
weitergebildet, heute macht man meiner Meinung nach das was am meisten
Kohle bringt und möglichst wenig "anstrengend" ist. Die Firmen brauchen
nicht jammern, den wenn man sich Leute mit Potential sucht und in diese
investiert gibt es genügend Qualifizierte, aber die meisten meinen der
Personalmarkt ist ein "Supermarkt" und warten lieber auf das
entsprechende
Schnäppchen.

M.f.G.
Martin
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 15:50

>Aber bei der Bewerbung selbst zählt sowas doch kaum, die Firmen
>wollen Papier sehn, Zeugnisse, Urkunden, Nachweise...

Das gehört doch in den Bereich Urban Legend. Wichtigste Dokumente bei
der Bewerbung sind Lebenslauf und Anschreiben. Dann kommen die Zeugnisse
und erst ganz hinten irgendwelche Urkunden/Diplome, die meistens gar
keinen interessieren. Bei der Bewerbung muss man den Personaler nur
überzeugen können, dass man der beste ist. Zertifikate gibt es an allen
Ecken zu kaufen.

>Außerdem passt das, was man hobbymäßig gemacht hat, kaum auf die
>späteren Aufgaben im Beruf, da diese je nach Branche und Aufgabengebiet
>doch sehr speziell sind.

Kommt doch auf die Aufgabe an. Wer hobbymäßig sich stark für Layouten
interessiert, der kann doch auch im Beruf professioneller Layouter
werden. Dasselbe gilt bei HW-Entwickler.

>Man programmiert auch privat längst
>nicht so, wie vom jeweiligen Arbeitgeber gefordert, was z.B.
>ordentliches Design und Programmierstil angeht.

Deshalb sagte ich ja, dass man höchstens die Struktur lernt. Der
Arbeitgeber wird dich aber nicht auf Seminare schicken, wo man dir
beibringt, was Schleifen sind.

>aber sie sollten zumindest eine großzügige
>Einarbeitungszeit einkalkulieren

Das wird auch getan. Die Einarbeitungszeit beträgt in der Regel 100
Tage. Was aber ständig gefordert wird, ist eine Ausbildung und das ist
bei einem Ingenieur schlichtweg undenkbar.

>Oft geben nur kleinere Firmen Berufseinsteigern eine realistische
>Chance.

Das stimmt doch nicht. Die großen, verhassten Konzerne haben doch stark
eingestellt, besonders im Bereich Automobiltechnik.

>klar kann man sich interesieren und sonst was machen. aber schon ein
>200MHz ARM system mit 32MB Ram überschreitet schon die möglichkeiten
>eines 16 jährigen interesenten. Layouten kann der das auch nicht. Sowas
>kann man erst mit genügend unterstützung in firmen lernen.

Was soll man da lernen? Layouten kann er schon, zumindest doppelseitig.
Die paar Lagen mehr, erfordern nur bei Bedarf Grundkenntnisse der EMV.
Und die kann und wird der Arbeitgeber durch Seminare vermitteln lassen,
da sie meist Bestandteile des Supportvertrages sind.

>Reines Wirtschaftsplanen. kein volkswirtschaftliches Interesse mehr.

Das ist ein Widerspruch in sich. Du meinst sicherlich soziales
Interesse.

>Die Firmen brauchen
>nicht jammern, den wenn man sich Leute mit Potential sucht und in diese
>investiert gibt es genügend Qualifizierte,

Das wäre ein tritt in den Arsch derjenigen, die sich selbst darum
bemühen. Dein Vorschlag würde dazu führen, dass sich niemand mehr
weiterbildet, weil man dieses Paket den Firmen aufbindet. "Alles vor den
Arsch tragen" sollte schon lange vorbei sein. Die Entwicklung jetzt
sollte man positiv betrachten. Sie öffnet die Augen, dass man sich auch
selber mal bemühen muss, selber in die eigene Ausbildung zu investieren.
Oder hat man kein Interesse an der eigenen Zukunft?

Dieses kritisierte soziale Verhalten, fängt doch schon beim Bewerber an.
Sozial bedeutet gemeinschaftlich und nicht "nur du".
Autor: Zardoz (Gast)
Datum: 22.04.2008 16:19

Das Thema CAD-Layout ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Zeiten
ändern können.

Vor ziemlich genau 35 Jahren arbeitete ich das erste Mal kurze Zeit als
Layouter. Damals wurde noch mit Bleistift und Tusche im Maßstab 3:1 auf
dicker Transparentfolie gezeichnet, anschließend das Gezeichnete von
vorwiegend jungen Damen mit unterschiedlich breiten schwarzen
Klebebändern "nachgezogen", mit einer riesigen Kamera abfotografiert und
in eine Ätzvorlage umgewandelt.

Vor 25 Jahren landete ich erneut in derselben Layout-Abteilung und
durfte aktiv an der Umstellung auf CAD-Systeme mitarbeiten. In relativ
kurzer Zeit verfielfachte sich die Zahl der Layouter während die
nachgelagerten Prozesse und natürlich die Arbeitsplätze dort abgebaut
wurden.

Vor 15 Jahren war die Umstellung komplett abgeschlossen, die Schaltungen
wurden mit CAE-Systemen entwickelt und simuliert, die Produktion über
CAM-Systeme angeschlossen und die Qualifikation der verbliebenen
Mitarbeiter durch permanente Weiterbildung auf das inzwischen notwendige
Niveau angehoben worden.

Die ganze Zeit gab es niemals den "Layouter" als Ausbildungsberuf. Die
Firmen haben sich Mitarbeiter mit einigermaßen passender Qualifikation
gesucht und anschließend "On the Job" trainiert. Das Wichtigste aber war
immer die Motivation, das Engagement und die Fähigkeit, gemeinsam mit
Hardware-Entwicklern, Produktions- und Test-Experten technisch und
wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden und umzusetzen.

Und DAS ist es auch, was die deutsche Industrie letztlich wirtschaftlich
derart leistungsfähig macht.

Nice week,
Zardoz
Autor: rotfl (Gast)
Datum: 22.04.2008 17:07

> Sie öffnet die Augen, dass man sich auch
> selber mal bemühen muss, selber in die eigene Ausbildung zu investieren.

Das Studium war teuer genug. Vom Verdienstausfall gar nicht zu reden.
Was glaubst du, wieviel 10000 Euro ich noch zusätzlich investieren soll?
Ich bin sicher nicht faul. Habe mich während der Schule und während des
Studiums auch privat mit Elektronik befasst. Aber das reicht den
hochnäsigen Firmen ja nicht, wie 200 erfolglose Bewerbungen beweisen.
Dabei gebe ich zu, dass ich am Anfang des Studiums in Elektronik fitter
war als am Ende, da das Studium kaum Zeit für Hobbys bot.
Nachweise/Zertifikate für Elektronikkenntnisse habe ich freilich nicht.
Also bleibe mal auf dem Teppich. Mit dieser Einstellung ist der
"Industriestandort" Deutschland in 15 Jahren Geschichte. Unter diesen
Bedingungen sind immer weniger Leute bereit, ein Studium aufzunehmen
oder in Deutschland zu arbeiten. Ein Studium ist kein Honigschlecken,
deshalb erwartet man schon eine gewisse Gegenleistung. Seit dem 18ten
Lebensjahr täglich über 8-12 Stunden ackern und dann keinen Job kriegen
oder sich mit unter 30000€/Jahr abspeisen zu lassen? So nicht, meine
lieben Herren Unternehmer.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 18:17

>Das Studium war teuer genug. Vom Verdienstausfall gar nicht zu reden.

Jeder leistet eben seinen eigenen Beitrag, sich entbehrlich zu machen.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 22.04.2008 18:54

> Aber das reicht den hochnäsigen Firmen ja nicht, wie 200 erfolglose
> Bewerbungen beweisen.

Sorry, aber ich glaube da machst du was falsch.
Autor: ??? (Gast)
Datum: 22.04.2008 19:12

20 Milliarden Verlust wegen angeblichen Ing Mangel


Dazu habe ich zu sagen.....

Ich habe 2.000.000 Verlust im Jahr nur weil ich zu doff bin und nix in
der Schule gelernt habe.
Hätten die mir mehr beigebracht tät ich jetzt bestimmt das verdienen im
Jahr.
Ich könnt da ausrasten. Gibt es da irgendwo eine Stelle wo ich das
publik machen kann ???


Ausserdem täten mehr Chinesen für mich arbeiten, tät ich ebenso mehr
Kohle machen. Frag mich bloß wieso da keiner bei mir an der Tür klingelt
und bei mich nich um Arbeit bettelt.

Hab mir extra ne vergoldete Klingel anschrauben lassen.
Das sind Kosten die wollen erstmal reinkommen.

Verfluchte Hunde.... ich könnt Multimilliadär sein. Täten die nur mehr
in der Schule lernen und bei mir klingeln.


Vielleicht habe ich auch zu hohe Ansprüche.

Da möcht ich mal hier im Forum fragen ob nicht der eine oder andere mit
langjähriger Berufserfahrung für mich arbeiten will.


Geforderte Kenntnisse:

C, C#, C++, VHDL, Erfahrung im digitalen und analogen Schaltungsdesign
und verhandlungssicheres Englisch runden Euer Profil geschmeidig ab.
Langjährige Berufserfahrung ebenso wünschenswert wie ein gepflegtes
äusseres.
Schnelle Auffassungsgabe und flexibelität ist selbstverständlich mit
eingetütet.

40h Woche
Überstunden sind erwünscht werden aber nix bezahlt.
40.000Euro im Jahr wenn gut dann 42.000Euro aber das entscheide dann
ich.
Nix Urlaubsgeld
Nix Weihnachtsgeld.


Wenn sich bis morgen hier nix getan hat muß ich zu meinem Leidwesen
eingestehen, das es in diesem Land einen Ingenieursmangel gibt.

Ligt aber wohl daran, dass Deutschland eines der bevölkerungsärmsten
Länder der Welt ist un zweitens die Weltbevölkerung auch schwer am
schrumpfen ist.


So da will ich mal gespannt sein ob ich in einem Jahr nich doch meine
2Millo aufm Konto habe.

Leut, geht studieren am besten alle und dann meldet euch wieder alle bei
mir. (Die Pfeifen natürlich nicht)
Autor: ??? (Gast)
Datum: 22.04.2008 19:26

Das Studium finanziert ihr
Das Risiko nich zu bestehen tagt ihr
Meinen Porsche erwirtschaftet ihr
Meine Anweisungen befolgt ihr
Die Pfeifen tragt ihr auch. De wolle schließlich Arbeitslosengeld


Dafür trag ich die Verantwortung und sage wos lang geht.


Mehr fällt mir momentan nicht ein.
Dazu ist meine Schulbildung nicht hoch genug.

So tät ich mir aber meine Berufliche Zukunft vorstellen.
Autor: Wasser (Gast)
Datum: 22.04.2008 22:50

>>Die Firmen haben keinen Grund, zum Jammern! Würden sie besser bezahlen,
>>hätten sie auch Leute!

>Und wo sollen diese herkommen? Deine Aussage impliziert, dass viele
>Ingenieure die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Gehalt in einer Firma
>vorziehen.

Nah woher wohl, aus dem Ausland. Da sind die doch alle hingegangen. Oder
aus dem Saarland( siehe oben )

>Wenn ich persönlich tagtäglich im Job sehe was von "Jungingenieuren"
>geliefert wird, dann dreht sich mir der Magen um.

Ich glaube das es Ingenieure auch schwerer haben als Ingenieure vor
20-30-40 Jahren. Der Stoff wird immer mehr und immer komplexer und lange
Studienzeiten kann man sich überhaupt nich mehr leisten. Da meckert dann
auch die Industrie. Durch den Bachelor wird das alles nicht besser. Die
Industrie steht heute einfach in einer besonderen Verantwortung.



Die Tage fahre ich übrigends zur Hannover Messe. Ich werde dann mal die
Vereine, die permanent den Ingeneieurmangel propagieren darauf
ansprechen. Bin mal auf die Reaktion gespannt.
Autor: Lötkünstler (Gast)
Datum: 23.04.2008 00:14

@ ???
sollte man das Angebot wirklich ernst nehmen????????????????????

...oder sich lieber aus Mitleid die Kugel geben?

Lötkünstler

<Mitder Lizenz zum löten>
Autor: Gast (Gast)
Datum: 23.04.2008 07:41

>Die Industrie steht heute einfach in einer besonderen Verantwortung.

In welcher Verantwortung steht heute die Industrie? Das wurde schon
weiter oben aufgeworfen und ist genauso so eine leere Aussage, wie
soziale Gerechtigkeit.

Was kommt eigentlich nach der Industrie, nachdem man schon den Staat
dafür verantwortlich gemacht hat, dass dieser keine Jobs schafft und
Arbeit vorbei bringt? Schafft man dann endlich festzustellen, dass man
selber die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen muss, anstatt
diese auf Industrie und Staat zu schieben?
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 23.04.2008 09:48

>Was kommt eigentlich nach der Industrie, nachdem man schon den Staat
>dafür verantwortlich gemacht hat, dass dieser keine Jobs schafft und
>Arbeit vorbei bringt? Schafft man dann endlich festzustellen, dass man
>selber die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen muss, anstatt
>diese auf Industrie und Staat zu schieben?

Wenn jemand 200 Bewerbungen schreibt und keinen Job findet, ist es
nachvollziehbar dass man auf Industrie und Staat schimpft. Die Frage
ist, ob es wirklich an zu großen Erwartungen der Unternehmen gescheitert
ist oder an anderen Gründen (bei 200 Absagen sind es sicher die
verschiedensten Gründe). Aus den Schreiben der Firmen ist das ja leider
nicht herauszulesen ("wir sehen derzeit keine Möglichkeit für eine
Zusammenarbeit, blablubb").

Ich kann nur sagen: Habe im August mein Diplom gemacht, und micht danach
beworben. Natürlich habe ich auch Absagen bekommen. Mich haben aber auch
Firmen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, die in der
Stellenausschreibung viel mehr verlangt haben als ich als blutiger
Berufseinsteiger zu bieten hatte. Mit den überzogenen Angaben in den
Stellenausschreibungen wird der Markt sondiert, könnte ja sein man
bekommt wirklich mal ein Multitalent ab. Aber in der Realität müssen die
Firmen immer Abstriche bei den Qualifikationen der Bewerber machen, wenn
sie unbedingt jemand suchen. Deshalb sollte man sich von diesen
Jung-kann alles-kostet nichts-Formulierungen nicht abschrecken lassen.

Ich konnte jedenfalls nicht viel mehr Vorweisen als mein Studium, das
Praxissemester und die Diplomarbeit. Auch sind (als Technischer
Informatiker) meine Elektronik-Kenntnisse eher begrenzt und deshalb bin
ich sehr auf Software-Entwicklung fixiert. Dennoch bekomme ich auch
jetzt noch Anfragen von Firmen, ob ich nicht trotz meiner bereits
angetretenen festen Stelle nicht mal auf ein Gespräch bei Ihnen vorbei
kommen möchte. Andere haben meine Bewerbungsdaten für zukünftige
Anfragen gespeichert, "falls es Ihnen nicht mehr gefällt in ihrem
derzeitigen Job".

Verallgemeinern kann man das sicher nicht, aber so schlecht scheint es
zur Zeit auch nicht auszusehen. Ich bin jedenfalls froh, in diesen
Zeiten mit dem Studium fertig geworden zu sein.
Autor: Uwe (Gast)
Datum: 23.04.2008 10:32

Wer 200 Bewerbungen mit "Ich bin jetzt Ingenieur, nehmt mir!" schreibt,
wird wohl keine großen Chancen haben.

Eine Bewerbung mit größeren formalen Mängeln an einen Groß-Konzern kann
einen schon für die nächsten Jahre die Chance nehmen, dort anzufangen.
weil auch alle weiteren Bewerbungen (auch an andere Konzernteile) direkt
abgelehnt werden. Deshalb mal ein paar Bewerbungsratgeber lesen und sich
ggf. Hilfe von Dienstleistern in Sachen Berwerbertraining holen.
Autor: bla (Gast)
Datum: 23.04.2008 14:53

@ Nixwisser
darf man fragen wieviel du etwa in deinem Job verdienst und in welchem
Raum du arbeitest?
Autor: Wasser (Gast)
Datum: 23.04.2008 15:02

>Was kommt eigentlich nach der Industrie, nachdem man schon den Staat
>dafür verantwortlich gemacht hat, dass dieser keine Jobs schafft und
>Arbeit vorbei bringt? Schafft man dann endlich festzustellen, dass man
>selber die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen muss, anstatt
>diese auf Industrie und Staat zu schieben?

Der Staat trägt ganz sicher dazu bei das sich viele Firmen hier nicht
ansiedeln bzw. besonders Neugründungen sind meiner meinung nach nicht
besonders einfach. Nicht nur der komplexe rechtliche Rahmen ( siehe
Forum ) sondern alles was damit zusammenhängt Krankenkasse, Rente. und
und man blickt ohne Steuerberater und Fachanwalt eigentlich alleine
nicht mehr durch und die wollen doch auch bezahlt werden.

Im Fernseh war mal ein beispiel, da hat wer Jahre auf eine Baugenehmigng
für seine Firma(Fabrik) gewartet die am expandieren war. Irgendwann ist
der dann rüber nach Österreich und alles war in wenigen Monaten
gegessen. Das ist sicher kein allgemeingültiges Beispiel aber das wir in
einem sehr Bürokratischen Land leben dürfte kein Geheimnis sein.

>Wer 200 Bewerbungen mit "Ich bin jetzt Ingenieur, nehmt mir!" schreibt,
>wird wohl keine großen Chancen haben.

Ich finde 200 Bewerbungen auch sehr viel. Auch ich habe zwei bekannte
Ingenieure die >100 Bewerbungen geschrieben haben und nur Absagen
bekommen haben. Bei einem sind die Noten zwar nicht besten(3.X) aber bei
beiden liegen besondere Qualifikationen vor.

Auch ich habe mich bei einer Firma beworben und im Anschreiben ein Wort
vergessen. Das sieht relativ blöd aus aber irgendwie ist es halt
passiert. Die Firma hat mich übrigends trotzdem eingeladen und das zeugt
von vom Geist dieser Firma. Für Firmen die darauf achten ob das Papier
100g ist oder die Briefmarke gerade aufgeklebt ist bin ich mir wirklich
zu schade. Ich denke das es nichts über einen bewerber aussagt welches
Bewerbungsprogramm er benutzt. Das, das wichtig ist glauben
wahrscheinlich nur noch personaler.
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 23.04.2008 15:51

>@ Nixwisser
>darf man fragen wieviel du etwa in deinem Job verdienst und in welchem
>Raum du arbeitest?

39.000 nach der Probezeit, Hessen.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 23.04.2008 20:04

>Der Staat trägt ganz sicher dazu bei das sich viele Firmen hier nicht
>ansiedeln bzw. besonders Neugründungen sind meiner meinung nach nicht
>besonders einfach.

Da hast du auf jeden Fall recht. Der Staat hat sich um die
Rahmenbedingungen zu kümmern, nicht um die Jobs.

Und wer 200 Absagen erhält, der sollte mal den Fehler bei sich suchen.
Man kann erst auf angeblich zu hohe Anforderungen der Firma meckern,
wenn niemand einen Job erhält.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 23.04.2008 20:08

>Ich denke das es nichts über einen bewerber aussagt welches
>Bewerbungsprogramm er benutzt. Das, das wichtig ist glauben
>wahrscheinlich nur noch personaler.

Nach Gesundheit und Familie ist eine sinnvolle Beschäftigung das
Wichtigste im Leben eines Menschen. Wer da bei der Bewerbung nicht exakt
aufpasst, scheint es damit nicht genau zu nehmen. Er zeigt, dass ihm
diese Arbeit nicht so wichtig ist und eine Bewerbung Zeitverschwendung
ist, sonst hätte er sich die Zeit genommen, das entweder selbst noch
einmal durchzulesen bzw. von jemand anders kontrollieren zu lassen.
Autor: Lötkünstler (Gast)
Datum: 23.04.2008 20:22

So dumm schwätzt nur eine Arbeitgeber
Als erstes kommt mal die Freiheit sein Leben nach eigenen Vorstellungen
zu leben und nicht nach Vorstellung verquerter omipotenter Fantasten
die die Welt beherrschen wollen.
Solange es auf diesem Gebiet keine Waffengleichheit gibt wird es auch
keine gerechte Verteilung des Bruttosozialprodukts geben.
Irgendwann wird diese Schieflage dann auch bei uns wieder zu Konflikten
führen,spätestens wenn die fossilen Rohstoffe erschöpft sind oder das
Klima
vollends umkippt.


Lötkünstler

<Mit der Lizenz zum löten>
Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
Datum: 24.04.2008 13:27

Lötkünstler wrote:
> So dumm schwätzt nur eine Arbeitgeber
> Als erstes kommt mal die Freiheit sein Leben nach eigenen Vorstellungen
> zu leben und nicht nach Vorstellung verquerter omipotenter Fantasten
> die die Welt beherrschen wollen.

ACK, das ist wirklich aus dem A... gesprochen. Das Problem koennte man
wohl mit "Inkompetenz auf der Fuehrungsebene" recht gut beschreiben.
Eine echt um sich greifende Krankheit. Als Inkompetenz kann man auch die
schlichte Unfaehigkeit beschreiben, das Wesentliche einer Sache zu
erkennen. Techniker koennen das (und muessen das koennen). Das ist der
Grund, warum bei uns immer mind. 1-2 Ings im Vorstellungsgespraech
sitzen. Da zaehlt fachliche Kompetenz bzw. auch das Interesse des
Bewerbers.

Wir hatten neulich einen, der musste 1A piekfeine Bewerbungsunterlagen
gehabt haben. Leider hat er im Gespraech nix ruebergebracht und ist
allen wesentlichen (technischen) Fragen ausgewichen, den haben wir
natuerlich nicht genommen.

Ich hab ne Mail als Bewerbung geschrieben (OK, als Student, aber
trotzdem), die nicht so lang wie dieser Beitrag war. Darin hab ich aber
das Wesentliche meiner Faehigkeiten und Erfahrungen genannt. Insg. hab
ich nach dem Verlust meines letzten Jobs eine solche Mail schreiben
muessen, um etwas zu finden.

Michael
Autor: Lötkünstler (Gast)
Datum: 24.04.2008 14:18

@ Michael G.

>Wir hatten neulich einen, der musste 1A piekfeine Bewerbungsunterlagen
>gehabt haben. Leider hat er im Gespraech nix ruebergebracht und ist
>allen wesentlichen (technischen) Fragen ausgewichen, den haben wir
>natuerlich nicht genommen.

Na,der wird wohl Lampenfieber gehabt haben. Das passiert auch
Profis von Zeit zu Zeit.Da habt Ihr euch keinen Gefallen getan
nur weil der Kandidat mal nicht so gut drauf war.Ist eben ja auch
nicht seine vertraute Umgebung,schämt euch.

Lötkünstler

<Mit der Lizenz zum löten>
Autor: TTT (Gast)
Datum: 24.04.2008 14:36

@Michael G.

Stimmt. Habe auch 2 meiner Stellen per mail bekommen. Das waren
allerdings nicht die besten :-(

Heute geht ja alles per mail.
Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
Datum: 24.04.2008 14:48

Lötkünstler wrote:
> @ Michael G.
>
>>Wir hatten neulich einen, der musste 1A piekfeine Bewerbungsunterlagen
>>gehabt haben. Leider hat er im Gespraech nix ruebergebracht und ist
>>allen wesentlichen (technischen) Fragen ausgewichen, den haben wir
>>natuerlich nicht genommen.
>
> Na,der wird wohl Lampenfieber gehabt haben. Das passiert auch
> Profis von Zeit zu Zeit.Da habt Ihr euch keinen Gefallen getan
> nur weil der Kandidat mal nicht so gut drauf war.Ist eben ja auch
> nicht seine vertraute Umgebung,schämt euch.

Naja ich war ja nich dabei hab's mir nur schildern lassen. Waere nen
Quereinsteiger mit knapp 50 gewesen, der vor 10 Jahren zur Informatik
gestossen ist. Wenn er den technischen Teil ueberzeugender
ruebergebracht haette, haetten wir ihn bestimmt genommen. Von nem
50-Jaehrigen kann man denk ich aber zu Recht eine gewisse Erfahrung
verlangen denk ich mal ;)
Autor: Lötkünstler (Gast)
Datum: 24.04.2008 16:37