Welche Debug Hardware

OP #905788
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Hallo,
ich möchte in der Zukunft meine AVR HobbyProjekte debuggen können. Die 
Frage ist, welche Hardware soll ich kaufen, die bezahlbar ist, aber auch 
für die Zukunft taugt.
Bisher benutze ich Tinys, Megas und demnächst nen AT90CAN.

Ich hab diesen Artikel gefunden, leider wird da nichts über die Vor- und 
Nachteile der jeweiligen Systeme gesagt...
http://www.mikrocontroller.net/articles/JTAG

Da ich möglichst fertige Hardware kaufen möchte, gefallen mir momentan 
diese beiden.
AVR Dragon (+JTAG, +DebugWire, -max 32 Kb Controller, bezahlbar)
AVR-USB-JTAG (http://www.gadgetpool.de/)

Kann mir da jemand was (anderes) empfehlen? Welche haben sich bewährt?

  Werner
Gast #905822
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mit den Tinys wird das aber nichts über JTAG, nicht mal alle Megas haben 
das (Mega8 definitiv nicht, vielleicht noch andere).
Dazu kommt, dass man die Ports, an denen JTAG angegnubbelt wird, nicht 
mehr für den normalen Betrieb zur Verfügung stehen. Wenn sie sowieso 
frei sind kein Problem, sonst doch.
Ich habe jahrelang nur mit Simulator und Speicherscope gearbeitet, alles 
zum Laufen bekommen.
Oft auch eine gute Möglichkeit, um Teilroutinen auf der Zielhardware zu 
testen:  UART-Test-Ausgaben mit reinprogrammieren.
Die ultimative Möglichkeit ist natürlich ein ICE, weiss gar nicht, ob es 
da was für die AVRs gibt, ich habe keinen.
Gast #905837
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ALso der JTAG Adapter war bei meinen Projekten in der Firma immer Gold 
wert.

Die Idee mit dem UART hat immer einen kleinen Haken:

1. Man muss immer irgendwie eine Testausgabe implementieren
2. Manipulation von Registerwerten nicht interaktiv möglich (*)

Für einen Hobbybastler mit kleinem Geldbeutel empfehle ich einen Dragon.
Die 60 Euro sollten eigentlich immer drin sein.

Wer große Projekte vor hat, bei denen 32k nicht reichen, empfehle ich 
einen
JTAG ICE MK-II (leider 250-300 Euro) aber auch für AVR32 verwendbar (man 
weiss ja nie was man noch so alle vor hat ;-) ).

Wen mann mit den JTAG Teilen umgehen kann, dann macht es einem die 
Arbeit
um ein vielfaches leichter. Aber Vorsicht: Bei einer Schaltregler bzw. 
PWM-Applikation nie einen Breakpoint setzen, ohne die Option "Run Timers 
in Stopped Mode" zu aktivieren ;-)

Einen ICE gibt es auch für die AVR. Kostet allerdings gut 1000-3000 
Euro.
(Hab die genauen Preise nicht im Kopf, aber in der Preisklasse liegen 
solche Teile meistens - für kleine Controller)

Einen ICE benötigt man nur, wenn man schon wirklich am Verzweifeln ist 
und dringend einen Trace-Buffer (1:1 was der Controller gemacht hat) 
benötigt.
Also, wenn man einen sporadisch auftretenden Fehler sucht und mit dem 
JTAG Teil keine Sonne mehr sieht...
Moderator Persönliche Seite #905885
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Dieter wrote:

> Wenn du JTAG bei den Controllern nutzen möchstest, die des haben, würde
> ich dir Evertool empfehlen.

Dazu sind seine Angaben aber zu ungenau.  Diese Clones des JTAG ICE
mkI gehen nur für eine sehr begrenzte Anzahl von ATmegas, das Ende
der Fahnenstange ist mit ATmega128, ATmega169 und AT90CAN128 erreicht.
Alles, was neuer ist, wird davon nicht mehr unterstützt.

Der AVR Dragon wiederum unterstützt alle AVRs mit debugWIRE-
Schnittstelle sowie JTAG-Debugging auf allen ATmegas mit <= 32 KiB
ROM-Größe.  Damit deckt er zwar viel mehr ab als obiger Clone, aber
ihm fehlen ATmega64, ATmega128 und AT90CAN128.

Die komplette Liste aller AVRs wiederum (einschließlich auch AVR32)
wird nur vom vergleichsweise teuren JTAG ICE mkII abgedeckt.  Dafür
tauchen inzwischen erste China-Clones auf, aber da die Hardware
insgesamt viel komplexer ist als dazumals beim mkI sind auch die nicht
mehr für'n Appel und 'n Ei zu haben.  Ich habe USD 169 in Erinnerung,
wobei da aber noch der ganze Kuddelmuddel wie hier:

Beitrag "Re: OWON Oszilloskop, Akku?"

beschrieben hinzu kommt.
Moderator Persönliche Seite #905887
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Matthias wrote:

> Einen ICE gibt es auch für die AVR.

Nicht mehr.  Das Ding war zu aufwändig im Vergleich zum Mehrwert
gegenüber einem JTAG ICE, das haben sie aus dem Programm genommen.
Stattdessen wird wohl das AVR ONE ausgebaut, sodass es künftig auch
die 8-Bit-Controller bedienen kann.  Damit hat man dann noch die
dem JTAG ICE fehlenden Trace-Möglichkeiten (die, wenn ich das richtig
sehe, so ziemlich der einzig verbliebene Mehrwert des ICE50 waren).

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