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Forum: Platinen Weller WTCP / Magnastat noch zeitgemäß?


Autor: Sebastian R. (sebr)
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Die immer wiederkehrende Frage hier im Forum stellt sich nun auch mir: 
Welche Lötstation ist die geeignetste für mich?
Damit wird gelegentlich (ein- bis zweimal pro Woche für ein paar 
Stunden) gelötet. Meist THT aber ab und an auch SMD. Bleifrei muss nicht 
sein im Privatbereich.
Dachte an ne gebrauchte WTCP-S von Weller aus der Bucht mit einigen 
Spitzen (7, 8, 9) dazu. Bekommt man für ca. 50 Euro.
Jetzt kommen mir aber doch Zweifel ob das etwas `betagte 
Magnastat-Prinzip immer noch zeitgemäß ist? Unbestritten ist es sicher 
extrem robust, aber das ist für meinen Einsatzzweck nicht nötig. Und für 
10-20 euro mehr kriegt man ja schon ne "richtige" Lötstation mit 
Regelung und Temp.-Anzeige (die aber wohl nur selten brauchbar ist).
Also: lieber ne gebrauchte Magnastat oder ne günstige neue Station ?

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Ich habe noch (aus historischen Gründen) so einen alten Hobel, aber das 
Tagesgeschäft wird mit einer einstellbaren China-Lötstation erledigt. 
Mal bleifrei, mal verbleit, mal SMD, mal ein fetter Steckerkontakt, da 
bekommst du mit einer festen Löttemperatur den Wolf. Und jedesmal die 
Spitze wechseln...?

Von daher lautet meine Antwort auf die Frage:
> Weller WTCP / Magnastat noch zeitgemäß?
Ganz klar: Nein.

Wichtig ist eigentlich nur, dass du für die Lötstation längerfristig 
Ersatzteile und -spitzen bekommst.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Sebastian.

> Jetzt kommen mir aber doch Zweifel ob das etwas `betagte
> Magnastat-Prinzip immer noch zeitgemäß ist?

Was interessiert Dich der Zeitgeist. Willst Du löten oder benötigst Du 
das Teil als Statussymbol?

> Unbestritten ist es sicher
> extrem robust, aber das ist für meinen Einsatzzweck nicht nötig.

Unterschätze das nicht.

> Damit wird gelegentlich (ein- bis zweimal pro Woche für ein paar
> Stunden) gelötet. Meist THT aber ab und an auch SMD. Bleifrei muss nicht
> sein im Privatbereich.

Der Hauptvorteil bei den regelbaren ist der schnelle Wechsel der 
Temperatur. Also beim Wechsel bleifrei/Verbleit, und wenn Du mal was 
mehr Leistung für dicke Anschlüsse brauchst.

Den Spitzenwechsel grob/fein must Du an einer Regelbaren Lötstation 
genauso machen wie an der Magnastat. Insbesondere, wenn Du viel Leistung 
benötigst, langt nicht nur "hochdrehen" sondern Du must auch eine 
breitere Spitze einsetzten. Der Vorteil der regelbaren Lötstation 
relativiert sich dadurch sehr stark.


> Dachte an ne gebrauchte WTCP-S von Weller aus der Bucht mit einigen
> Spitzen (7, 8, 9) dazu. Bekommt man für ca. 50 Euro.
> Und für
> 10-20 euro mehr kriegt man ja schon ne "richtige" Lötstation mit
> Regelung und Temp.-Anzeige (die aber wohl nur selten brauchbar ist).
> Also: lieber ne gebrauchte Magnastat oder ne günstige neue Station ?

Also die gebrauchte Magnastat für 50 Euro ist höchstwahrscheinlich (wenn 
nicht der Erhaltungszustand mies ist) wesentlich besser als die neue 
Regelbare für 70 Euro.
Wenn Du aber eine gebrauchte WS80 für 120 Euro bekommst, würde ich diese 
vorziehen. :-)

Die Anzeige ist im jedenfall unzuverlässig, in dem Sinne, das der 
Zahlenwert nichts mit dem Zahlenwert der Temperatur zu tun hat. Er 
sollte aber trozdem reproduzierbar sein. Was er bei Ersa und Weller auch 
ist.
Du wirst eh immer nach Situation und Bauchgefühl nachregeln wollen. 
Daher langt eine grobe Anzeige, und eine Markierung mit dem Edding am 
Drehknopf ist genauso praktikabel.

Speziell in Deinem Falle würde ich die Magnastat nehmen. Ich habe auf 
der Arbeit eine WS80, und zu Hause eine WTCP. Wenn Du also nicht etwas 
hast, wo  Du laufend Spitzen wechseln musst, ist die WCTP ein 
hervorragendes Teil.

Noch eine Überlegung: Bevor ich eine WS80 nehmen würde, würde ich ZWEI 
gute und günstige Magnastat nehmen. Mit zwei Lötkolben mit 
unterschiedlichen Spitzen im Wechsel zu arbeiten kann sehr effektiv 
sein. Ausserdem hast Du die zusätzliche Möglichkeit, beide zusammen 
ähnlich einer Lötpinzette zu verwenden. Allerdings: Beide Lötkolben 
gleichzeitig in einer Hand wie Chinesische Essstäbchen zu benutzen, ist 
bei der WTCP deutlich schwerer al bei der WS80. Beidhändig ist das 
natürlich kein Thema.

Es gilt auch der Satz von Lothar:
> Wichtig ist eigentlich nur, dass du für die Lötstation längerfristig
> Ersatzteile und -spitzen bekommst.

Das dürfte bei der Magnastat der Fall sein. Bei WS50 oder WS80 auch. Ob 
das bei Noname auch der Fall ist.....keine Ahnung.

Ich würde also in Deinem speziellen Falle WTCP nehmen.
Aber anderswo hat mal jemand geschrieben: "Heiss werden Sie alle"

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: 900ss D. (900ss)
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Bernd Wiebus schrieb:
> Wenn Du aber eine gebrauchte WS80 für 120 Euro bekommst, würde ich diese
> vorziehen. :-)

Das kann ich bestätigen. Ich hatte auch eine Magnastat und bin dann auf 
die WSP80-Lötkolben umgestiegen. Hab die Station selber gebaut und die 
Lötkolben in der Bucht für 40-50€ gekauft. Bei einer Dopellötstation 
entfällt dann auch das Wechseln der Spitzen :-)

Falls du das selber bauen möchtest:
Hier ein Foto von meiner selbstgebauten Doppellötstation mit WSP80 
Lötkolben dran.
Beitrag "Re: Zeigt her Eure Kunstwerke !"

Die Schaltung + Layout gibt es ab hier:
Beitrag "Re: Lötstarion nachbauen, aber welche"

Autor: Sebastian R. (sebr)
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Hehe, zwei Antworten - zwei Meinungen, das dachte ich mir schon  ;-)


Naja, derzeit löte ich noch mit nem Erse Multitip C25. Der ist 
eigentlich recht brauchbar, natürlich für große Masseflächen oder 
stecker hat der zu wenig Power. Was mich aber am meisten stört ist die 
extrem schnelle Verzunderung der Spitze, da der Kolben nicht geregelt 
ist. Da ist leider viel zu oft ne neue Spitze fällig.

Aber ich werde wohl zur WTCP greifen. Die hatte ich auch damals in der 
Ausbildung benutzt. Robuste Spitzen (und Ersatzteile die man noch nach 
bekommt) und das flexible Kabel sind mir in guter Erinnerung. Hab bei 
ebay da schon ein Angebot ins Auge gefasst....

gibts für die WTCP-S eigentlich auch Hohlkehlspitzen? Konnte leider 
keine finden..

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Sebastian R. (sebr)

>Naja, derzeit löte ich noch mit nem Erse Multitip C25.

Hab ich auch, ganz OK das Teil.

>stecker hat der zu wenig Power. Was mich aber am meisten stört ist die
>extrem schnelle Verzunderung der Spitze, da der Kolben nicht geregelt
>ist. Da ist leider viel zu oft ne neue Spitze fällig.

Dimmer davor schalten.

Für Hobbyzwecke der oben genannten Art reicht reicht meist auch ein 
einfacher 230V Lötkolben.

MFG
Falk

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Gegen eine billige Chinastation wuerde ich diese hier jederzeit 
bevorzugen...

Autor: Sebastian R. (sebr)
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Wo liegt denn der Unterschied zwischen den beiden Stationen "WTCP 50" 
und "WTCP-S" ?

Autor: Sebastian R. (sebr)
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So, hab jetzt ne WCTP-S. Bin auch sehr zufrieden damit. Lediglich habe 
ich bemerkt, dass der Griff im vorderen Bereich schon nach wenigen 
Minuten unangenehm warm wird. Ist das normal bei den Magnastat 
Lötkolben?

Autor: Steffen I. (echo)
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Hmm, eigentlich nich. Hab hier auch ne WTCP-S. Dort wird der Griff auch 
bei längerem löten nicht großartig warm.

MfG Echo

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Sebastian R. schrieb:

> Naja, derzeit löte ich noch mit nem Erse Multitip C25. Der ist
> eigentlich recht brauchbar, natürlich für große Masseflächen oder
> stecker hat der zu wenig Power.

Da sind die Weller nicht deutlich besser. Erst die WMD1000 hat da 
ordentlich Bumms. Aber bei dem Preis kann man sich gleich 'ne JBC holen.

Autor: Sebastian R. (sebr)
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Steffen I. schrieb:
> Hmm, eigentlich nich. Hab hier auch ne WTCP-S. Dort wird der Griff auch
>
> bei längerem löten nicht großartig warm.

Um das mal in Zahlen zu fassen hab ich testweise nen Tempsensor a`m 
Griffstück befestigt. Zeigt nach 10 Minuten 54°C an (dort wo der 
geriffelte Bereich ist zum anfassen.) Deutlich zu viel , oder?

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