Oscilloscope HM312 von Hameg defekt

#1933750
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Hab heute ein altes Oscilloscope HM312 geschenkt bekommen.
Als ich es angesteckt habe ist erst mal gar nichts passiert, hab dann 
mal die Sicherung angeschaut (war defekt). Hab ich mal schnell ne 
Gleichwertige eingebaut. Naja wieder eingesteckt und mal vorsichtshalber 
offen gelassen, eingeschalten und naja die Röhre hat zu glühen begonnen.

Nach ca. 10 Sekunden steigt hinten Rauch auf. Hab nicht mehr drauf 
geachtet wo der herkam (war mit Ausstecken beschäftigt lach), wie ich 
aber jetzt sah, war das wohl der im Bild rot eingekreiste Widerstand.

Was soll ich jetzt machen? Einfach den Widerstand wechseln ist glaub 
bißchen zu billig, muß ja schließlich ne Ursache haben?!

Vielen Dank im Vorraus und liebe Grüße
Angehängte Dateien:
Gast #1933899
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Robert Blub schrieb:
> wo kann ich überall hinfassen

1.Du kannst überall hinfassen wo es ungefährlich ist.
2.Du kannst mit der Suchmaschine Deines Vertrauens nach Schaltplan HM312 
und Handbuch suchen. Dort findest Du Spannungsangaben und Bauteilwerte, 
die Du jetzt sicher wissen möchtest.
3.Schau mal nach gründlicher buckligen Elkos wenn die Kiste länger 
gestanden hat.
Gast #1933923
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Hallo Robert,

nach den Bildern und der Schilderung zu urteilen, würde ich wie folgt 
vorgehen:
- Gerät ausschalten (Stromkabel abziehen) und einige Minuten die 
Kapazitäten entladen lassen (10min oder sogar mehr)
- Staubschicht gut entfernen (Staubsauger reicht meistens)
- ALLE Elkos tauschen. Wenn der eine schon ausgelaufen ist, wird es bald 
ein anderer sein, der kaputt geht.
- Ggf. müssen auch die anderen Kondensatoren getauscht werden
- Überprüfen, ob die Bauteile (Widerstände, Kondensatoren, Transistoren, 
Dioden usw.) kurzgeschlossen sind, wenn ja, dann austauschen.

Bei solch alten Geräten sind i.d.R. die Elkos hin, deshalb sollte dieser 
Austausch vor jedem anderen Tausch vorgezogen werden. Es kann auch sein, 
das ein Elko beim Nachmessen (nach dem Entlöten) seine Kapazität hat, 
aber im Betrieb z.B. durch Temperaturänderungen diese verliert oder sein 
Verhalten generell ändert. Daher einfach tauschen, ohne groß 
nachzudenken.
Meist gibt es die Elkos heutzutage mit einer größeren 
Spannungsfestigkeit und sind zudem kleiner.

Wenn das getan ist, nochmal einschalten...und weitersehen.

Vorsicht bei dieser Aktion und viel Glück!
#1933934
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So gesäubert ist die Sache, hab das mal mit nem Pinsel gemacht, mit dem 
Staubsauger ging die Schicht gar nicht weg grins

Ich werde euch dann ab und zu nach Kapazitäten fragen, wenn ich mir 
nicht sicher bin.

Ich lasse das Ding mal ausgeschalten, bis alle Elkos getauscht sind.

Wie messe ich ob ein Widerstand hin ist (mit dem Ohmmeter)?! Will 
vermeiden alle auszubauen.

Bekomme ich BF257 noch irgendwo her?!

Vielen Dank für die Tips schon mal.
Moderator #1934047
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Robert Blub schrieb:
> Hab heute ein altes Oscilloscope HM312 geschenkt bekommen.

Sicher von einer uralten, geheimnisvollen Frau ...

> Nach ca. 10 Sekunden steigt hinten Rauch auf.

... unheimlich, da ging irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu ...

> 3 Millimeter dicke Staub-, Haare-, Dreckschicht

... das sind die Überbleibsel längst Verstorbener ...

> die ich gerade freigelegt habe

... damit hast du die bösen Geister aufgeweckt ...

> Jetzt hab ichs mal umgedreht und bin erst erschrocken, ein Elko ist
> ausgelaufen (sone dunkelrote Flüßigkeit, sieht aus wie Blut).

... das ist ein böses Omen. hoffentlich bist du dir bewusst, was du da
angerichtet hast ...

> Vor allem, wo kann ich überall hinfassen ohne eine gewischt zu
> bekommen, bin bei so Röhrensachen immer ziemlich vorsichtig.

Nirgends! Das Ding ist verflucht. Versuchst du das Geheimnis des Dings
zu ergründen, wird ein Blitz dich erschlagen ... =8-O

Es gibt nur einen einzigen, letzten Hoffungsschimmer:

Unsere Ahnen, die das Ding errichtet haben, haben dessen inneren Aufbau
in einem Buch niedergeschrieben. Das Buch enthält Landkarten, die Licht
in das Dunkel verschlungener Kupferpfade bringen. Wenn es dir gelingt,
die rätselhaften Symbole zu entziffern, führen sie dich an allen
Gefahren vorbei mitten in sein Innerstes, von wo aus die Dämonen
vernichten kannst.

Dazu musst du das Buch aber erst einmal finden. Viele haben es vor dir
versucht, aber ohne Erfolg ...

Aber sei mutig und gib die Hoffung nicht auf! Ein anderer Exorzist, der
mit einem ganz ähnlichen Fluch zu kämpfen hatte, ist letztendlich als
Sieger über das Unheil hervorgegangen:

  Beitrag "Oszilloskop - BBC GEORZ METRAWATT - M6001 retten?"

Wenn du das Buch findest, wirst du sicher kühne Mitstreiter finden, die
dich beim Kampf gegen die Dämonen unterstützen.

                          ——————————————————

Langer Rede kurzer Sinn: Ein Schaltplan wäre schon nicht schlecht, weil
man daraus vielleicht ersehen kann, warum die Teile kaputtgegangen sind
und welche weitere Teile ggf. durch den Defekt in Mitleidenschaft
gezogen worden sind. Im o.g. Thread hat bspw. ein kaputter Widerstand
gleich noch einen Hochspannungskondensator (kein Elko) durchschlagen
lassen, was man durch bloßes Anschauen nicht immer sofort erkennen kann.

> Wie messe ich ob ein Widerstand hin ist (mit dem Ohmmeter)?! Will
> vermeiden alle auszubauen.

In vielen Fällen kann man Bauteile auch im eingebauten Zustand messen,
wenn man genau weiß, was noch alles parallel dazu geschaltet ist. Auch
hier wäre ein Schaltplan äußerst hilfreich.

Ein Anfang könnte das hier sein:

  Beitrag "Re: Pfeifendes analoges Oszilloskop"   ;-)

Ich habe den Thread nicht durchgelesen, vielleicht stecken ja noch ein
paar interessante Infors drin.

Edit: Hier könntest du dir evtl. den Schaltplan mit etwas Mühe
zusammenpuzzeln:

  http://www.radiomuseum.org/r/hameg_oszilloskop_hm312_3.html

Edit 2: Nee, geht wohl doch nicht.
Gast #1934230
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Hallo Robert,
zu der Frage:
>Wollte fragen wie man einen Transistor misst lol

- Man benötigt das Datenblatt, um zu sehen, ob NPN oder PNP und wo B,C 
und E ist.
- Mit einen DMM (Diodenmessbereich) messen (NPN):
  - Basis - Emitter (Durchlassrichtung) ca. 0,500 - 0,700
  - Emmiter - Basis (Sperrrichtung) unendlich*
 - Basis - Collector (Durchlassrichtung) ca. 0,500 - 0,700
  - Collector - Basis (Sperrrichtung) unendlich*
 - Collector - Emitter unendlich*
  - Emmiter - Collector unendlich*

* Wenn Bauteile parallel liegen, kann man dort auch einen Widerstand 
messen.
Wenn Cs parallel liegen, ändert sich der Wert im Laufe der Messung und 
wird meist größer. Die o.g. Angaben ohne Gewähr, bei uralt-Germanium 
transistoren sind diese Werte anders (kleiner).

Bei Segor mal fragen, ob es einen Ersatztyp für den BF257 gibt, die 
können sicherlich gute Auskunft geben. Haben einige andere BF- Typen im 
Programm

Unbedingt den Schaltplan besorgen, wie div. Vorredner auch schon 
bemerkten!
Moderator #1936319
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Ich habe mir den von Stulle geposteten Schaltplan angeschaut und würde
folgende Ferndiagnose wagen:

Die eine Häfte des "blutenden" Doppelkondensators hat wahrscheinlich
einen Durchschlag bekommen. Dadurch hat er die Stromversorgung der
Ablenkeinheit kurzgeschlossen, was zu einem Stromfluss von bis zu 0,5A
durch den 560Ω-Widerstand führte. Da dieser aber keine 140W verträgt,
sondern vielleicht 0,5W, hat er sich augenblicklich verabschiedet. Der
Gleichrichter (einer der beiden BY159/400) müsste den Kurzschluss aber
überlebt haben, und weitere Bauteile dürften nicht betroffen sein.

Du brauchst also einen neuen 560Ω-Widerstand (mindestens 0,25W, besser
0,5W) und einen 2×47µF-Kondensator, am besten für 400V. Das Original war
nur für 350V, was aber damals schon sehr knapp bemessen war, da er eine
Wechselspannung von 220V±10% glätten musste, was unbelastet eine Gleich-
spannung von bis zu 342V plus die Toleranz des Trafos ergibt. Heute ist
die Netzspannung aber 230V±10%, also ist die Gleichspannung maximal
358V. Mit 400V bist du aber auf der sicheren Seite. Wenn du keinen
Doppelkondensator findest, kannst du auch zwei einzelne nehmen, musst
aber halt überlegen, wie du sie sicher im Gehäuse befestigst.

Der 1000V-Kondensator, den du oben gezeigt hast, scheint ja auch mächtig
kaputt zu sein. Dieser Fehler ist aber unabhängig von dem oben Geschrie-
benen. Auch hier ist die Spannungsfestigkeit äußerst knapp kalkuliert:
Vom Trafo liegen 760V~ an, was nach Gleichrichtung damals unbelastet
maximal 1182V ergab. Heute sind es 1236V. Die Spannung sinkt zwar wegen
der Belastung deutlich ab, trotzdem sind die 1000V Spannungsfestigkeit
immer noch sehr knapp bemessen. Auch hier dürften die zugehörigen
Gleichrichterdioden (6×BYX10) überlebt haben. Du solltest aber nach-
schauen, ob der 6,8kΩ-Widerstand neben den Kondensatoren links unten in
der Ecke nichts abbekommen hat. Diesen Widerstand kannst du auch in
eingebautem Zustand messen, wenn du alle kaputten Kondensatoren ersetzt
hast. Weitere Bauteile sollten durch den Kondensatordefekt nicht zu
Schaden gekommen sein.

Du brauchst also bis zu 4 neue 220nF-Kondensatoren, am besten für min-
destens 1200V, und ggf. einen 6,8kΩ-Widerstand (0,1W reichen locker).

Je nachdem, wo das Elektrolyt des kaputten Doppelkondensators hingeflos-
sen ist, könnte es Kurzschlüsse und weitere Schäden verursacht haben.
Falls es Bauteile und Leitungen getroffen hat, kannst du ja ein weiteres
Foto davon machen, damit man sehen kann, welche Schaltungsteile davon
betroffen sind. Auf jeden Fall musst du die Sauerei gut aufputzen.

Dann bleibt nur noch, dir Glück zu wünschen, dass nach dem Austausch der
Teile der Oskar wieder läuft :)
#1936364
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Ah endlich mal ein produktiver Thread :-)
Ja den Doppelelko hab ich schon getauscht (fast den Baugleichen, also 
von der DIN passts, ist nur bissi höher und 350/385V)

Den Rest werde ich erledigen, wenn ich die nötigen Bauteile habe.
Werde sie Montag bei Conrad bestellen, dann dürften sie ca. am Mittwoch 
eintreffen, vielleicht auch später, mal sehen.

Vielen Dank für die Mühe :-) Ich halte Euch auf dem Laufenden
Gast #1936414
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noch ein Tipp

Den ausgelaufenen Elektrolyt sollte man unbedingt sehr gut entfernen, 
damit er auf Dauer nicht an den Cu-Bahnen der Leiterplatte weiter frisst 
(was er tut, auch wenn man glaubt man habe alles entfernt).
In der Regel ist der Elektrolyt basisch d.h. man muss ihn mit einer 
leichten Säure (Essigsäure oder so) erst einmal neutralisieren, bevor 
man dann mit Wasser alle Reste entfernt (Q-Tips)
Ggf. dazu noch einmal googeln

EMU
#1939244
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Soooo, wie ihr bereits dem Bild entnehmen könnt rennt er wieder :-)

Danke an alle, die mitgeholfen haben den Fehler zu finden.

Was war nun kaputt?

Lediglich der Hochspannungskondensator und "blutende" Elko.
Der Widerstand war NICHT defekt! Auch wenn er geraucht hat.

Somit wäre der Oszi wieder einsatzbereit.

Nochmals vielen, vielen Dank!!!


Liebe Grüße
Robert
Angehängte Dateien:
#2152910
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anscheinend werden momentan alte Oszis verschenkt. Mir hat mir auch 
jemand vor kurzem ein HM312 geschenkt, auch bei dem ist der 
Hochspannungsteil (dort der Doppel-Elko) hinüber.

beim Stöbern hab ich zum Doppel-elko eine Bezugsquelle entdeckt:

http://www.fragjanzuerst.de/dindex.htm   (Artikel KON5050)


Die blauen Hochspannungs-Kondis gabs irgendwo bei Reichelt, Conrad oder 
Pollin (ich schau heute abend noch mal nach)
#2153703
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Robert Blub schrieb:
> Danke für den Tip, aber der ist ja mit dem "Kopf" nach unten
> ausgelaufen, das heißt ich hatte die ganze Sauerei lediglich auf meiner
> Schreibtischunterlage, die ich bereits gründlich mit Spüli gesäubert
> habe. Trotzdem Danke, konntest Du nicht wissen ...

Und der ist just in dem Moment ausgelaufen, als du das Oszi umgedreht 
hattest? Ich traue mich fast zu wetten, dass da auch noch genug auf der 
Platine ist..
#2153721
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Wegstaben Verbuchsler schrieb:
> anscheinend werden momentan alte Oszis verschenkt. Mir hat mir auch
>
> jemand vor kurzem ein HM312 geschenkt, auch bei dem ist der
>
> Hochspannungsteil (dort der Doppel-Elko) hinüber

Und ich krig nie was geschenkt. Dann muss ich mich mit meinem 
Bausatz-DSO durchschlagen, was gerade mal mit nem ATmega64 auf 20MHz 
gesteuert wird. Echt zum kotzen ohne Oszi.
Gast #2155129
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Troll schrieb:
> Da wär mir jede Analoggurke lieber als das Teil:
> 
http://www.watterott.com/de/Digitales-Speicher-Oszilloskop-DSO-Bausatz-improved?x51be8=jlcf9dpr7573si1pe1mamq9jr7

Ich denke, es ist ansichtssache.

Sicherlich ist es besser auf guten alten Drehknöpfen zu drehen. Aber das 
DSO nimmt halt nicht soviel Platz weg....

Grüße
#2155144
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mikrocontroller p_73 schrieb:
> Ist es eigentlich zu empfehlen oder als Spielzeug einzustufen?

Jo also meiner meinung nach machen sich die 40€ eigentlich recht gut, 
wenn man was braucht, um irgendwo mal schnell einfach nur was 
durchzuprüfen. Das kann man dank der 150mA Stromaufnahme auch gut kurz 
mit ner 9V block Batterie versorgen. Das DSO arbeitet bis 6,8V runter 
optimal. Dadrunter wirds wegen dem Display etwas eng.

Interessant ist auch die Frequenzzähler-funktion. Um mal schnell 
irgendwo die Frequenz zu messen ist es ideal. Die Triggerfunktion ist 
auch sehr brauchbar. Das einzige was bei dem DSO nicht so toll ist, ist 
der FFT Spektrum analysator oder was das darstellen soll. Man sieht 
zwar, dass manche Schaltungen Oberwellen haben, aber viel kann man bei 
der Funktion nicht erwarten.

Aber ansonsten für den Preis ganz ok. Trozdem währe mir ein analoges 
Oszi sehr willkommen.

Falls sich ja jemand findet, der das mit dem Tausch ernst meint, dann 
kann man ja erstmal tauschen und wenn es beiden gefällt, dann bleibt es 
beim Tausch. Wenn nicht wird halt wieder zurück gesendet. Versandkosten 
trägt jeder selbst.

Der Kontrast im Display ist normalerweise viel besser und einstellbar. 
Nur auf dem Foto kommt es etwas hell vor. Normal funktioniert alles gut.

http://img812.imageshack.us/i/dsci0003l.jpg/

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