Guten Morgen,
ich bin auf der Suche nach einer Fotodiode mit einem Messbereich bis ca.
20.000 lx leider nicht fündig geworden. Hab in diversen Onlineshops
gesucht. Die Diode soll zur Helligkeitsmessung des Tageslichts sein,
also an das menschliche Auge angepasst (in etwa 300nm bis 1100nm).
Vielleicht weiß einer von euch eine bzw. wo man solch eine findet.
Preis sollte natürlich im Rahmen bleiben.
Viele Grüße und besten Dank
Markus
Und was hältst Du von der BPW21? Die wird immerhin in Belichtungsmessern
wie dem Gossen Profisix verwendet.
Und sie ist mit einem Filter ausgestattet, der die menschliche
Sehcharakteristik nachbildet (350..820 nm).
Erster Treffer: SFH2430. Suchbegriffe: photo-diode ambient light sensor
(oder v-lambda).
Es gibt viele Fotodioden, die deine Anforderungen erfüllen. Warum hast
du nichts passendes finden können? Wegen der Bauform oder der Kosten?
Die 20klx sollten für kaum eine Fotodiode ein Problem darstellen (im
Falle der SFH2430 entspricht das einem Fotostrom von 126µA).
Hallo,
schon mal Danke.
Ich denke schon auch, dass es viele Dioden gibt die für mich in Frage
kommen. Aber irgendwie komm ich mit den Datenblättern net zurecht.
Z.B. kann ich aus dem Datenblatt der SFH 2430 den Messbereich nicht
erkennen. Ich seh wohl den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Ich hab auch Dioden gefunden, die einen weit größeren Bereich als 20.000
lx aufweisen. Ich dachte nur, dass eine Diode bis 20.000 lx (was für
mich wahrscheinlich ausreicht) eine bessere Genauigkeit hat, weil diese
ziemlich wichtig ist.
Gruß
Markus
Hallo Markus,
Fotodioden können hochlinear sein. Bei den Standard-Si-Fotodioden ist
der Linearitätsbereich nach unten durch den Dunkelstrom (ist meist gut
spezifiziert) und nach oben durch den Serienwiderstand der Fotodiode
begrenzt (reduziert die Sperrspannung, begrenzt je nach äußerer
Beschaltung). Der Serienwiderstand von Fotodioden liegt im Bereich von
10-1000Ohm, und ist bei weniger als einigen mA Fotostrom und
ordentlicher Messschaltung kein Problem.
Soll es wirklich hochlinear sein, würde ich PIN-FD bevorzugen. Bei
PN-Fotodioden werden (insbesondere bei einer unglücklichen Wahl der
Wellenlänge; blau oder IR bei Si) auch außerhalb der Sperrschicht
Ladungsträgerpaare generiert, welche nur langsam zur Sperrschicht
diffundieren. Die Rekombinationsrate dieser Ladungsträgerpaare hängt
aber von der Ladungsträgerdichte ab (wegen der konstanten Anzahl von
Rekombinationszentren). Es gibt einen einfachen Test, um zu überprüfen,
ob die gewählte FD damit ein Problem hat: Mit konstanter Lichtleistung
beleuchten und die Sperrspannung erhöhen. Erhöht sich die
Fotoempfindlichkeit (weil die Sperrschicht dicker wird), so sind
Nichtlinearitäten wegen Rekombination zu erwarten.
hi john drake,
danke schön. Aber welchen Nachteil bringen die nicht PIN-Fotodioden
letzen Endes bzw. welchen Nachteil bringt es, dass auch außerhalb der
Sperrschicht
Ladungsträgerpaare generiert werden, welche nur langsam zur Sperrschicht
diffundieren? Kannst du mir das auch in einfachen Worten erklären?
Leider konnte ich immer noch nicht entdecken, wie ich den Messbereich
für die SFH 2430 aus dem Datenblatt lese. Normal sind doch am Ende immer
die Diagramme.
Gruß
Die untere Grenze des Sinnvollen Bereichs kann man über den Dunkelstrom
abschätzen. Man kann auchnoch etwas darunter - als echte Grenze kommt
dann irgendwann das Rauschen. Die obere Grenze ist wohl durch die
Verlustleistung gegeben - da sind run 140 mW zulässig. Im grünen wären
das mit 0,17 A/W rund 24 mA an Photostrom. Das entspräche dann einigen
Millionen Lx. Ob die Diode dann noch 100% linear ist, ist aber was
anderes - ausgeschlossen ist das aber nicht. Am ehesten hat man ja die
Nichtlinearität eher im UV oder IR Bereich, und den läßt hier der Filter
kaum durch.
Wenn die Ladungsträger im Bereich der Sperrschicht generiert werden,
wird praktisch jedes Elektron eingesammelt. Daran kann sich auch durch
mehr Intensität oder die Temperatur kaum was dran ändern, und man
praktisch automatisch eine gute Linearität und wenig
Temperaturabhängigkeit. Wenn die Absorbtion deutlich außerhalb der
Sperrschicht stattfindet, muss das Elektron / Loch erst per Diffusion
zur Sperrschicht kommen. Das kann etwas dauern, und die Effizienz ist
nicht so dicht bei 100%. Hier kann sich die Effizienz mit der
Lichtstärke, Temperatur oder dem Alter leichter ändern.
Also sorry, ich versteh das nicht.
Können die nicht einfach einen Messbereich (von bis in lux) angeben, in
dem die Diode mit einer guten Linearität arbeitet? Oder eben (wie ja oft
geschieht) ein Diagramm hinten rein machen.
Hab jetzt mal das Datenblatt der SFH 2430 angehängt (Funktioniert PDF?)
und es wäre echt super, wenn mir jemand erklären könnte, wie ich daraus
den Messbereich herausfinden kann.
Ich bin mir sicher, dass das relativ einfach geht, ich aber leider zu
doof dafür bin.
Viele Grüße
Markus
Kannst Du Dir nicht etwas aus dem Wert S in "Kennwerte" zusammenreimen?
Ansonsten: Sieh Dir doch mal die BPW21 an - die wird in ernstgemeinten
Messgeräten verwendet, und sie ist nicht nur als allgemeiner
Helligkeitssensor gedacht.
Dem verlinkten Datenblatt von Osram entnehme ich das von Dir gesuchte
Diagramm (Seite 4, erste Reihe Mitte).
Hallo Rufus,
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Kannst Du Dir nicht etwas aus dem Wert S in "Kennwerte" zusammenreimen?
Ich würd sagen der Wert S bedeutet: bei einer Änderung von 1 lux in der
Helligkeit, ändert sich der Strom (bei einer Spannung von 5V) um 5,8 nA.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Dem verlinkten Datenblatt von Osram entnehme ich das von Dir gesuchte> Diagramm (Seite 4, erste Reihe Mitte).
Das Diagramm sagt doch nur aus, wie sich der Strom bzw. der Widerstand
der Diode bei einer konstanten Helligkeit von 1000lx und eine Spannung
von 5V in Abhängigkeit von der Temperatur ändert.
Ich möchte ja eine Aussage für welchen Helligkeitsbereich die Diode
besonders geeignet ist.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Ansonsten: Sieh Dir doch mal die BPW21 an - die wird in ernstgemeinten> Messgeräten verwendet, und sie ist nicht nur als allgemeiner> Helligkeitssensor gedacht.
Ich entnehmen dem Datenblatt der BPW21 aus dem Diagramm auf Seite 4,
erste Reihe mitte, dass die BPW21 bei einer Spannung von 5V im Bereich
von 10 lx bis 1000 lx eine gute Linearität aufweist.
Und genau so was fehlt mir bei der SFH 2430 bzw. bei einigen anderen
Datenblättern.
Viele Grüße
Markus
Markus schrieb:> Also sorry, ich versteh das nicht.> Können die nicht einfach einen Messbereich (von bis in lux) angeben, in> dem die Diode mit einer guten Linearität arbeitet? Oder eben (wie ja oft> geschieht) ein Diagramm hinten rein machen.
Das ist sehr aufwändig zu messen und wird aufgrund der hohen Testkosten
nicht spezifiziert.
Ach so. Ok, das leuchtet ein.
Aber es muss doch bei der unzähligen Anzahl an Fotodioden eine
Möglichkeit geben den Messbereich in irgendeiner Art und Weise
einzuschätzen.
Oder hilft da nur kaufen und ausprobieren?
Markus schrieb:> Das Diagramm sagt doch nur aus,
Ich bezog mich auf die BPW21.
Markus schrieb:> Die 1000 lx der BPW21 sind zu wenig.
Das ist NICHT ansatzweise der Grenzwert. Das ist nur das, was in diesem
Diagrämmchen wiedergegeben ist bzw. was zur Beschreibung anderer
Parameter verwendet wird.
Diese Photodiode --wie oft muss ich das hier eigentlich noch
schreiben?-- wird in Belichtungsmessern wie z.B. Gossen Profisix
verwendet, und das selbstverständlich ohne vorgesetzten Graufilter.
Und damit lassen sich ganz erheblich andere Helligkeiten messen als nur
1000 lx.
Mir scheint, Du verrennst Dich da etwas und suchst ein Problem, wo gar
keines ist.
Lies Dir mal
Beitrag "Re: Helligkeit mit Fototransistor messen" durch.
Bei den mittleren Wellenlängen die der Filter bei der BPW21 oder SFH
2430 durchläßt ändert sich nur wenig an der Empfindlichkeit. Wenn man
keine extremen Anforderungen hat, wird man so schnell keine merkliche
Abweichung von der Linearität feststellen, auch nicht bei praller Sonne,
ganz ohne Graufilter. Einfach weil da keine Effekte zu erwarten sind,
ist die Kurve nicht weiter geführt. Vermutlich wird der größere Effekt
auch einfach thermischer Art sein - ließe sich also über die
Temperaturabhängigkeit abschätzen.