Forum: Offtopic Eine einfache Lösung für die Eurokrise


von j. c. (jesuschristus)


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Hallo,

Die aktuelle "Eurokrise" ist im Prinzip ja eine Überschuldung der 
europäischen Staaten. Alles superkomplex, aber irgendwie habe ich das 
Gefühl, dass es nur eine sinnvolle Lösung gibt:

Eine Vermögenssteuer in allen EU Ländern

Die Staaten haben Kredite aufgenommen, in der Hoffnung, dass die Kohle 
wieder reinkommt. Dummerweise ist sie aber verschwunden geblieben. Und 
wenn man sich fragt, wo das Geld ist, lautet die Antwort, 80% sind bei 
den reichsten 10% der Bevölkerung. Und die geben das logischerweise nie 
wieder auf. Weil soviele Bentleys brauchen sie dann auch wieder nicht. 
Will man irgendwie wieder an die Kohle rankommen, muss man also dafür 
sorgen, dass sich große Vermögen selbst zerstören. Wenn man also ab 
einem Freibetrag von vielleicht 100.000 Euro 1% des Vermögens pro Jahr 
zahlen müsste, hätte der Staat das Geld nach wenigen Jahrzehnten wieder 
rein, bzw. würde es sich wieder in den Wirtschaftskreisluaf begeben. Ein 
Millionär müsste jedes Jahr nur 10.000 Euro zahlen. Sollte er ja 
schaffen, selbst ein Festgeldkonto bringt ihm das an Zinsen. Und 
notfalls tut es auch ein halbes Prozent oder so.

Ist meine Idee irre? Zu billig? Funktioniert nicht? Warum spricht 
darüber niemand im aktuellen Krisenzusammenhang?

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Aha. Gut. Dann zahle mal noch mehr Steuer.

Die BRD hat derzeit über 2000000000000 EUR Schulden.

Alle Guthaben der Bürger sind etwa 4000000000000 EUR. Wenn jetzt jeder 
die Hälfte seiner Guthaben (Incl. 
Lebensversicherung/Rente/Bausparverträge usw.) abgibt, dann ist der 
Staat wieder Schuldenfrei.

Und das wird automatisch alle 10 Jahre wiederholt, denn der Staat (die 
Politiker) wird niemals sparen.
Wieso denn auch, wenn man das Geld einfach per Gesetzt stehlen kann?

von Paul B. (paul_baumann)


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Es gibt Parteien, die die Vermögenssteuer (wieder) einführen wollen.
Deine Idee ist nicht so neu.
Da das aber ein politisches Thema ist, können wir hier nicht weiter
herumfuhrwerken, ohne daß der Beitrag gelöscht wird.

Suche doch nach dem Begriff "Vermögenssteuer", dann siehst Du, wer
das vorschlägt.

MfG Paul

von j. c. (jesuschristus)


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Man könnte im Gegensatz ja die Einkommenssteuer senken oder sowas. Mir 
geht es nicht darum von jedem armen Studenten mehr Geld abzuknöpfen, 
sondern um das Prinzip, dass ich glaube, dass:

Die aktuellen Probleme der Staatsverschuldung verursacht sind, von einem 
fehlenden korrektiven Faktor, einmal angehäuftes Geld wieder der 
Gemeinschaft zufließen zu lassen.

Kann dazu mal wer was sagen? Irgendwie erscheint mir das so verdammt 
klar, aber ich sehe es kein Bisschen in den aktuellen Diskussionen 
reflektiert. Da gehts nur um a) wie können wir TROTZDEM noch mehr 
Schulden machen und b) wie geben wir weniger Geld aus.

@mmvisual: Kannst doch freie Energie gewinnen und verkaufen. Dann haste 
mehr Kohle. Alternativ kannste bei der Tea Party mal vorsprechen, ist so 
eine Art US-FDP.

von Wilhelm F. (Gast)


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Vor ein paar Wochen hab ich doch sogar hier im Forum gelesen, wie die 
Amis die große Weltwirtschaftskrise 1929/1930 bewältigten. Und zwar 
besteuerten sie die Vermögen von Superreichen um bis zu 76%, damit das 
Geld endlich wieder in Umlauf gerät, und nicht fest sitzt, und nur 
spekulativ weiter arbeitet. Selbstverständlich kann sich der betroffene 
Personenkreis auch hinterher noch Hummer und Kaviar leisten, mehr als 
sie vertragen können, keine Frage.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Na dann überlege doch mal:

- Steuereinnahmen Jährlich ca. 220 Mrd
- Ausgaben ca. 340 Mrd
- Neuschulden ca. 120 Mrd

Wie viele Jahre soll das gut gehen????

Nun um die fehlenden 120 Mrd alleine durch Steuer rein zu holen, müsste 
jede Steuer um 50% (grob geschätzt) erhöht werden.

Derzeit ist die Steuerlast eines Normalsterbenden insgesamt bei ca. 70%
+ 50%
= 105% !!!!

Dann mal viel Spaß beim Steuerzahlen!!!

Selbst wenn alle "Reichen" alles jedes Jahr abgeben würden, so würde das 
Geld immer noch nicht reichen.

Die Politiker sind an dem Schuldenberg ganz alleine schuld, alle 
Politiker! Aller Parteien, die über 5% haben.

von Paul B. (paul_baumann)


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Markus schrob:
>Die Politiker sind an dem Schuldenberg ganz alleine schuld, alle
>Politiker! Aller Parteien, die über 5% haben.

Nein, auch und vor Allem welche, die nur 3% haben....
;-)
MfG Paul

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Alle die irgend welche Sitze im Parlament haben und hatten.
Es hilft da wirklich nur der Kammerjäger, der mindesten 80% aller 
Staatsbedienstete entlässt.

Das jetzige System ist einfach viel zu aufgeblasen. Viel zu viele 
Bürojobs. Handwerker werden als "Abschaum" angesehen.

Da gibt es wirklich viel was sich ändern muss.

von Uhu U. (uhu)


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Die Leistungsträger haben sich für eine Unvermögenssteuer entschieden - 
deswegen werden Steuern nur von den Nicht-Reichen bezahlt. Sie heißt im 
Volksmund Lohnsteuer.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:
> Na dann überlege doch mal:
>
> - Steuereinnahmen Jährlich ca. 220 Mrd
> - Ausgaben ca. 340 Mrd
> - Neuschulden ca. 120 Mrd

Die Zahlen sind falsch.

Haushalt 2012:
Ausgaben rund 306 Milliarden Euro
(davon Steuereinnahmen: 278,9 Milliarden und somit)
Neuverschuldung: 27,2 Milliarden

für 2011 war die Neuverschuldung noch 48,4 Milliarden Euro.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/faqhaushalt100.html

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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> Die Zahlen sind falsch.

Gut, dann wird jede Steuer um sagen wir 10% erhöht.

Damit wird aber immer noch kein einziger Cent der Altschulden abgezahlt.
Also nochmal die Steuer um, sagen wir 20% erhöhen...

Schließlich will doch die jetzige Generation die Schulden nicht an die 
Kinder und Enkel weiter reichen.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:

> Die BRD hat derzeit über 2000000000000 EUR Schulden.

Bis hier hin stimmt es noch.

> Alle Guthaben der Bürger sind etwa 4000000000000 EUR.

Auch das ist falsch. Schon vor geraumer Zeit waren allein die privaten 
Geldvermögen weit üner 5 Billionen Euro.

> Wenn jetzt jeder
> die Hälfte seiner Guthaben (Incl.
> Lebensversicherung/Rente/Bausparverträge usw.) abgibt, dann ist der
> Staat wieder Schuldenfrei.

So einen Unsinn würde nie jemand fordern. Die Besitzelite schreit aber 
bereits wenn sie einen kleinen Obulus ihrer satten Pfründe hergeben 
soll, während das Zinseszinssystem ihre Geldvermögen weiter aufbläht und 
die Allgemeinheit die Zinsen dafür erwirtschaften soll.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:
>> Die Zahlen sind falsch.
>
> Gut, dann wird jede Steuer um sagen wir 10% erhöht.
>
> Damit wird aber immer noch kein einziger Cent der Altschulden abgezahlt.
> Also nochmal die Steuer um, sagen wir 20% erhöhen...

Wer redet denn von 20 Prozent? Bei der Finanztransaktionssteuer geht es 
beispielsweise um eine Satz von irgendwas um 0.1 Prozent und schon da 
schreit der Finanzsektor Zeter und Mordio.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Wenn man jedes Jahr 50Mrd der Schulden abbaut, dann wäre man in 40 
Jahren fertig!!!!

Also doch die Steuer um 50% erhöhen g


Ich wäre für eine vereinfachte Steuerabgabeordnung:

Wie viel hast Du verdient? >> Abgeben an Finanzamt.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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> beispielsweise um eine Satz von irgendwas um 0.1 Prozent und schon da
> schreit der Finanzsektor Zeter und Mordio.

Die haben auch ein Lobby, der Bürger hat keine.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:
> Wenn man jedes Jahr 50Mrd der Schulden abbaut,

Das schafft keiner. Es wäre schon ein Großes, die Neuverschuldung wie 
derzeit geschieht deutlich herunterzufahren und Null anzustreben. 
Schulden werden übrigens auch durch Inflation getilgt.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Wenn man tatsächlich der zeit 280Mrd/Jahr Steuern einnimmt und man nur 
2000Mrd Schulden hat, dann braucht der Staat nur alle Ausgaben auf 0 
runter zu nehmen (alle Kündigen) und nur in ca. 7 Jahren wäre der Staat 
wieder Schuldenfrei.
- soweit die Theorie -

Damit würde die jetzige Generation die Schuldenlast NICHT auf deren 
Kinder übertragen, was auch gerecht wäre.

von Purzel H. (hacky)


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Vermoegenssteuer ? Bedeutet die Besteuerung von Vermoegen auf der Bank, 
von Firmenbeteiligungen, Immobilien. Zumindest das Vermoegen auf der 
Bank ist abziehbar. Kann man als Cash Zuhause in der Matratze lagern.

Wird aber nicht reichen. Die Ausgaben muessen runter.

von G. C. (_agp_)


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Über "Öffentliche Armut, privater Reichtum" schrieb Tissy Bruns vom 
Tagesspiegel im Dezember letzten Jahres, "Der Sparkurs vergrößert die 
Kluft zwischen Arm und Reich weiter."

http://www.tagesspiegel.de/meinung/vermoegensabgabe-warum-denn-eigentlich-nicht/3624348.html

Daraus entnommen

"Das Nettovermögen des Staates, rechnet das DIW vor, das 1991 noch bei 
52 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag, ist aktuell (2009) auf 
sechs Prozent des BIP zusammengeschmolzen. Die Staatsverschuldung hat im 
Verlauf der Finanzkrise einen neuen Schub erhalten. In Verhältnis zum 
BIP wird sie von 65 Prozent Ende 2007 auf voraussichtlich 75,5 Prozent 
Ende 2009 steigen. Den privaten Sektoren der Volkswirtschaft bietet 
diese Verschuldung breite und (bislang) sichere Anlagemöglichkeiten. Und 
anzulegen ist viel, sehr viel: Das private Nettovermögen macht derzeit 
307 Prozent des BIP aus, das sind 7370 Milliarden Euro."

und ferner heißt es über das private Nettovermögen eines Teils der 
Bundesbürger

"In den letzten zwanzig Jahren ist es fast doppelt so schnell gewachsen 
wie das BIP."

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Hier ein Film, der das derzeitige Handeln ALLER West-Regierungen sehr 
eindrucksvoll zeigt:

http://www.youtube.com/watch?v=iZiO9bqzHzg

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Das Grundübel sind nicht die wenigen Superreichen (selbst deren völlige 
Enteignung würde nur einen Tropfen auf den heissen Stein bilden), 
sondern absolut unfähige Politiker, die ständig die Lösung in Zukunft 
schieben. Seit 60 Jahren häufen sie Schulden um Schulden an. Immer 
wieder andere Begründungen. Mal ist es die Konjunktur, mal ne Krise, mal 
die Weltwirtschaft, mal die Energiewende, mal die Energiekrise, mal die 
soziale Gerechtigkeit, mal die zu hohe Arbeitslosigkeit, mal der 
demografische Wandel - irgendein Deckmäntelchen findet sich immer.
Sie sind überhaupt nicht Willens, einen soliden Haushalt zu schnüren. 
Und nach so vielen Jahren auch gar nicht mehr in der Lage. Und die 
sogenannte Schuldenbremse ist auch in die Zukunft geschoben (2013?), 
wird auch nicht kommen. Sie wechseln sich schön ab, schieben regelmässig 
den schwarzen Peter an die jeweils anderen, klopfen sich noch auf die 
Schulter, gehen mit goldenem Handschlag in fürstliche Pensionen und sind 
für nichts verantwortlich, niemals. Eine Familie oder auch eine Firma 
ginge mit socher Haushaltspolitik pleite, ganz schnell. Mit fremdem Geld 
ist es wohl erlaubt...
3% Wirtschaftswachstum werden vorausgesetzt, liegts unter dem, konnte 
das keiner voraussehen. Liegts vielleicht mal darüber, wirds sofort 
wieder rausgeschleudert. Am Ende bleibt immer ein Minus, das wir alle in 
Kürze blechen werden.
Es wird bald gewaltig scheppern. Und dann geht die ganze Mühle von vorne 
los. Lernfähigkeit gehört nicht zu den Vorraussetzungen, Politker zu 
sein.

von Purzel H. (hacky)


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Eines der Grunduebel sind die stark gestiegenen Sozialkosten. Als ich 
noch jung war, musste man noch selbst sparen wenn das Geld nicht 
reichte. Heute geht man auf's Sozialamt. Ich kannte damals Leute, die 
lebten in WGs, oder im Sommer auf Zeltplaetzen am See im Winter bei den 
Eltern. Es gab immer ein Grund weshalb das Geld nicht reichte. Die einen 
wollten ein Auto, die anderen auf eine Weltreise sparen, die anderen 
hatten ein Kind zuviel. Indem die Leute beim Sozialamt das Geld holen 
koennen, kann der Wohnungsmarkt mit ueberhoehten Mieten die 
oeffentlichen Kassen pluendern. Denn wenn die Leute am See wohnten um 
Kosten zu sparen, waeren die Mieten niedriger um nicht einen zu grossen 
Leerwohnungsbestand aufzuweisen.

von Hagen R. (hagen)


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j. c. schrieb:
> Die aktuelle "Eurokrise" ist im Prinzip ja eine Überschuldung der
> europäischen Staaten. Alles superkomplex, aber irgendwie habe ich das
> Gefühl, dass es nur eine sinnvolle Lösung gibt:
>
> Eine Vermögenssteuer in allen EU Ländern

Warum so umständlich ?

Wenn 10% der Menschen 90% des Reichtums besitzen warum dann über eine 
Vermögenssteuer die Schulden bei diesen Gläubigern wieder eintreiben ? 
Einfach enteignen indem man die Schulden nicht zahlt ist effizienter.

Gruß Hagen

von Michael K. (charles_b)


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Hagen Re schrieb:
> j. c. schrieb:
>> Die aktuelle "Eurokrise" ist im Prinzip ja eine Überschuldung der
>> europäischen Staaten. Alles superkomplex, aber irgendwie habe ich das
>> Gefühl, dass es nur eine sinnvolle Lösung gibt:
>>
>> Eine Vermögenssteuer in allen EU Ländern
>
> Warum so umständlich ?
>
> Wenn 10% der Menschen 90% des Reichtums besitzen warum dann über eine
> Vermögenssteuer die Schulden bei diesen Gläubigern wieder eintreiben ?
> Einfach enteignen indem man die Schulden nicht zahlt ist effizienter.
>
> Gruß Hagen

Nun ja, es gibt auch ne Menge Kleinsparer, die sich ein paar Tausend 
Euro zusammengespart haben. Die sind dann ebenfalls die gearschten.

Problem ist halt, dass es mehr und mehr Superreiche jenseits der 
zig-Milliardengrenze gibt.

Einige Amis wie Bill Gates kommen dann schon mal auf die Idee von 40 
Mrd. mal 1 Mrd. zu spenden oder ne Stiftung aufzumachen. Doch es fließt 
viel Wasser den Rhein hinunter bis einer auf die Idee kommt zu SPENDEN.

Daher bräuchte man halt Steuersätze, die nach oben hin ansteigen, und 
zwar kräftig. So ne Art relativistische Steuersatzzunahme, dass der 
Mega-Reichtum schon gar nicht erst mehr zusammenkommt.

Wer solchen Reichtum zusammenscheffeln kann muss ja zwangsläufig von der 
vom Staat installierten Infrastruktur profitieren - und hat daher die 
Pflicht, diese zu refinanzieren.

Dies wäre natürlich eine internationel Aktion, im Alleingang hat man da 
nur kurzfristig Erfolg. Und wer will sich die Oligarchen und Magnaten 
schon verprellen?

Da ist es einfacher, die Kohle bei den normalen Leuten wieder 
einzutreiben.

Ich bin auch kein Freund ausufernder Sozialausgaben. Dennoch: Die 
Politiker reisen doch mit vollen Taschen durch die ganze Welt und machen 
überall große Geschenke, "Zusammenarbeit" genannt. Hier sollte man auf 
jeden Fall auch ansetzen.

Und: Ein Staat ist auch kein Wirtschaftsunternehmen, welches Rendite im 
Auge hat. Es ergibt also wenig Sinn, das eine Jahr an den 
Straßensanierungsausgaben zu "sparen" um bilanzmäßig gut dazustehen - 
und im nächsten Jahr eine Komplettsanierung durchführen zu können zu 
müssen, die deutlich teurer ist als ein Erhalt der Straßen.

von Christoph B. (christophbudelmann) Benutzerseite


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> Eine Vermögenssteuer in allen EU Ländern

Bringt nach positiven Schätzungen maximal 15 Milliarden Euro pro Jahr in 
Deutschland - damit könnte man die aktuelle Neuverschuldung maximal 
halbieren...

>> Warum so umständlich ?

Weil es nicht die Ursache des Problems ist. Kleiner Exkurs in die 
Geschichte:

Nach der Euro-Einführung sanken die Zinsen für Staatsanleihen für 
Griechenland drastisch. Man hätte dies nutzen können um die Zinslast 
abzubauen, anstelle dessen wurden neue Schulden gemacht, weil es durch 
die niedrigeren Zinsen ja ging.

Man kann sich jetzt überlegen, was dies für ein Signal für andere 
Staaten bedeutet, wenn irgendwann die EU einspringt. Ein Signal zum 
Sparen ist es jedenfalls eher nicht.

Das gleiche Problem haben wir aber auch innerhalb Deutschlands mit dem 
Länderfinanzausgleich. Nehmerländer haben schlicht keinen ökonomischen 
Anreiz um ihre eigenen Finanzen zu verbessern, da vereinfacht gesprochen 
jeder eingesparte Euro in den Zuwendungen später fehlt.

> Und: Ein Staat ist auch kein Wirtschaftsunternehmen, welches Rendite im
> Auge hat. Es ergibt also wenig Sinn, das eine Jahr an den
> Straßensanierungsausgaben zu "sparen" um bilanzmäßig gut dazustehen -
> und im nächsten Jahr eine Komplettsanierung durchführen zu können zu
> müssen, die deutlich teurer ist als ein Erhalt der Straßen.

Als ob Unternehmen ausschließlich kurzfristige Renditen im Auge haben. 
Gerade bei nicht Aktiengesellschaften stehen eher langfristige Ziele im 
Vordergrund als kurzfristige Renditen und so oder so macht es Sinn, 
seinen Maschinenpark regelmäßig zu warten als alle paar Jahre die 
kaputte Maschine komplett ersetzen zu müssen.

Und eins muss man den meisten Unternehmen lassen: Sie können definitiv 
besser mit Geld umgehen als die meisten Staaten.

von (prx) A. K. (prx)


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Christoph Budelmann schrieb:

> Und eins muss man den meisten Unternehmen lassen: Sie können definitiv
> besser mit Geld umgehen als die meisten Staaten.

Sie müssen ja auch keine Wähler bestechen. Nur Regierungen.

von Christoph B. (christophbudelmann) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Christoph Budelmann schrieb:
>
>> Und eins muss man den meisten Unternehmen lassen: Sie können definitiv
>> besser mit Geld umgehen als die meisten Staaten.
>
> Sie müssen ja auch keine Wähler bestechen. Nur Regierungen.

Die wenigsten Unternehmen dürften Regierungen bestechen, auf dem Niveau 
braucht man sich über das Thema auch nicht wirklich weiter unterhalten.

von Icke ®. (49636b65)


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Christoph Budelmann schrieb:

> Die wenigsten Unternehmen dürften Regierungen bestechen

Ist auch gar nicht notwendig, da ein Teil der Regierung bzw. der 
Abgeordeten sowieso "nebenberuflich" in den Vorständen diverser Konzerne 
sitzt.

von Christoph B. (christophbudelmann) Benutzerseite


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Icke ®. schrieb:
> Ist auch gar nicht notwendig, da ein Teil der Regierung bzw. der
> Abgeordeten sowieso "nebenberuflich" in den Vorständen diverser Konzerne
> sitzt.

Ganz ehrlich: Von welchem Anteil der Unternehmen reden wir hier?  Ein 
Prozent? Ein Promille? Lasst mal die Kirche im Dorf.

von Icke ®. (49636b65)


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Christoph Budelmann schrieb:

> Ganz ehrlich: Von welchem Anteil der Unternehmen reden wir hier?

Bestimmt nicht von Handwerkern und Mittelständlern. Es genügt eine 
Handvoll Konzerne, voran die Automobilindustrie und die 
Energieversorger. Also solche Unternehmen, die in Milliarden rechnen.

Nur ein paar Beispiele:

http://www.focus.de/finanzen/news/abgeordnete-diener-zweier-herren_aid_266088.html

m.E. gehört es STRIKT VERBOTEN, während der Tätigkeit als Abgeordneter 
zusätzlich in Firmen beschäftigt zu sein.

von Christoph B. (christophbudelmann) Benutzerseite


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Icke ®. schrieb:
> Christoph Budelmann schrieb:
>
>> Ganz ehrlich: Von welchem Anteil der Unternehmen reden wir hier?
>
> Bestimmt nicht von Handwerkern und Mittelständlern. Es genügt eine
> Handvoll Konzerne, voran die Automobilindustrie und die
> Energieversorger. Also solche Unternehmen, die in Milliarden rechnen.

Ja, aber mein Beitrag bezog sich auf den Mittelstand. Von Konzernen war 
nicht die Rede. Mich stört es dann schon gewaltig, wenn sofort 
verallgemeinert wird und von Bestechung, Lobby-Arbeit, etc. die Rede ist 
- das eine hat mit dem anderen in der Regel nichts zu tun.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Nur mal zur Erinnerung:

Deutschland war in den letzten 100 Jahren 2x (ZWEI MAL) Bankrott !!!
2x (ZWEI MAL) wurden den Deutschen deren Vermögen ENTEIGNET !!!

Ja, sogar per Lastenausgleichsgesetz wurden ALLE Grundstücke mit einer 
Zwangshypothek belegt!
Oder wofür sollte sonst der Zensus 2010 gut gewesen sein?

Es ist somit nur noch die Frage WANN der Bürge wieder enteignet wird, 
das Firmenvermögen wird es wohl etwas weniger treffen, da der Staat 
nicht will dass es zu viele Firmenpleiten gibt.

von (prx) A. K. (prx)


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Christoph Budelmann schrieb:

> Die wenigsten Unternehmen dürften Regierungen bestechen, auf dem Niveau
> braucht man sich über das Thema auch nicht wirklich weiter unterhalten.

Und die wenigsten Politiker bestechen ihre Wähler. In beiden Fällen 
nennt man das anders. Im einen Fall Steuersenkung bei absehbar knapper 
Kasse, Mehrwertsteuerermässigung, Entfernungspauschale, Betreuungsgeld, 
... und im anderen Fall Hilfestellung bei der Erstellung von Gutachten, 
Parteienfinanzierung, Urlaubseinladung, ...

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Nur zur Erinnerung, der Film den ich gestern gepostet habe:

http://www.youtube.com/watch?v=iZiO9bqzHzg

So beruhigt die Politik das dumme Volk! Heute wie vor 1000 Jahren.

von Icke ®. (49636b65)


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Christoph Budelmann schrieb:

> Ja, aber mein Beitrag bezog sich auf den Mittelstand. Von Konzernen war
> nicht die Rede.

Das erschließt sich aber nicht aus deinem Post. Du sprachst von 
"Unternehmen".


> Mich stört es dann schon gewaltig, wenn sofort
> verallgemeinert wird und von Bestechung, Lobby-Arbeit, etc. die Rede ist
> - das eine hat mit dem anderen in der Regel nichts zu tun.

Möge dir deine Naivität erhalten bleiben. Prinzipiell stimmt das schon, 
ab einem gewissen Level nennt man es nicht mehr "Bestechung".

von Uhu U. (uhu)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Das Grundübel sind nicht die wenigen Superreichen (selbst deren völlige
> Enteignung würde nur einen Tropfen auf den heissen Stein bilden),
> sondern absolut unfähige Politiker, die ständig die Lösung in Zukunft
> schieben. Seit 60 Jahren häufen sie Schulden um Schulden an.

Oh je, das ist doch hirnloses Gequatsche, das keinen weiter bringt und 
schon millionenfach von allen Halbwissern der Republik breitgetreten 
wurde...

Zu den wenigen Superreichen:
Die sind sehr wohl ein Riesenübel, nämlich schon allein dann, wenn sie 
"too big to fail" sind - dann haben sie nämlich die Macht, den ganzen 
Rest aufs übelste zu erpressen. Daß das kein Hirngespinnst ist, hat die 
"Bankenkrise" in aller Deutlichkeit demonstriert.

Das Elend der Politik ist, daß sie - verstärkt in den vergangenen 20 
Jahren - sich vor allem den Superreichen verpflichtet fühlt und die 
praktisch von jeder Steuerlast befreit hat, während den kleinen Leuten 
immer schamloser in die Taschen gegriffen wird.

> Sie sind überhaupt nicht Willens, einen soliden Haushalt zu schnüren.

Ein solider Haushalt läßt sich nur "schnüren", wenn den Ausgaben die 
entsprechenden Einnahmen gegenüberstehen - ist doch eigentlich ganz 
einfach.

Daß man die Kosten einer hochkompelexen Gesellschaft gegen Null drücken 
kann, ist eine Illusion. Im Gegenteil steigen sie zwangsläufig bei 
zunehmender Komplexität immer weiter an.

Das Problem der Politclowns ist, daß sie nur einem Dogma sklavisch 
dienen: Die "Leistungsträger" dürfen für diese Kosten nicht herangezogen 
werden und die Herrschaften entblöden sich nichtmal, für die Kosten ein 
"Verursacherprinzip" zu postulieren, statt endlich das zu tun, was getan 
werden muß:

Die Leute nach ihrer Leistungsfähigkeit für die Kosten des 
Gemeinwesens heranzuziehen.

Darüber, daß gleichzeitig noch jedes Jahr ~50 Mrd. € für perspektivlose 
Vasallenkriege verpulvert werden, wird fein geschwiegen. Stünde dieses 
Geld für konstruktive Dinge zur Verfügung, sähe die Finanzlage deutlich 
entspannter aus.

von Uhu U. (uhu)


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Mikro Oschi schrieb:
> Eines der Grunduebel sind die stark gestiegenen Sozialkosten. Als ich
> noch jung war, musste man noch selbst sparen wenn das Geld nicht
> reichte.

Wenn das mal so einfach wäre...

Der letzte "Reset" unserer Gesellschaft fand zwischen 1939 und 1945 
statt, Millionen "Mitbewerber" um ein Plätzchen am warmen Ofen waren 
tot, alte Besitzstände zerstört, oder auf andere Weise entwertet. Das 
Volk hatte wieder "Lebensraum" - zwar nicht im Osten, wie ursprünglich 
geplant, aber über die Trümmergrundstücke konnte man verfügen. Beim 
Wiederaufbau mußten keine großen Rücksichten genommen werden, Altlasten 
hatten sich "selbst" erledigt, die Überlebenden hatten Arbeit satt und 
waren durch die Entbehrungen des Krieges bescheiden geworden. (Ähnliches 
gilt übrigens auch für die "Brüder und Schwestern in der Zone": die 
wurden durch die Folgen des Kalten Krieg noch bis 1989 im Zustand der 
Bescheidenheit gehalten, wovon die Kapitalisten im Westen anschließend 
schamlos profitierten.)

Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn du die Kosten wirklich senken willst, 
hast du zwei Möglichkeiten:

+ einen Krieg, der das Land verwüstet und das Sozialsystem "rücksetzt"
  (Die Chance, durch einen kriegerischen Raubzug die Probleme zu
  "lösen", bestehen seit dem Untergang des tausendjährigen Reiches
  nicht mehr.)
+ alle nach ihrer Leistungsfähigkeit zu den gesellschaftlichen Kosten
  heranziehen

von Johnny B. (johnnyb)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn du die Kosten wirklich senken willst,
> hast du zwei Möglichkeiten:
> + einen Krieg, der das Land verwüstet und das Sozialsystem "rücksetzt"
>   (Die Chance, durch einen kriegerischen Raubzug die Probleme zu
>   "lösen", bestehen seit dem Untergang des tausendjährigen Reiches
>   nicht mehr.)
> + alle nach ihrer Leistungsfähigkeit zu den gesellschaftlichen Kosten
>   heranziehen

Sehe ich auch so. Vorallem die erste Lösung scheint auch machbar zu sein 
und löst auch andere Probleme (Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, 
etc.)

von Εrnst B. (ernst)


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Johnny B. schrieb:
> Sehe ich auch so. Vorallem die erste Lösung scheint auch machbar zu sein
> und löst auch andere Probleme (Überbevölkerung, Umweltverschmutzung,
> etc.)

Und wenn man diesen "Reset" dann auch mit den heute verfügbaren Waffen 
ausführt, reicht er diesmal auch für länger als für läppische 50 ± x 
Jahre.

von Georg W. (gaestle)


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Unser Staat hat kein Einnahmen-, sonder ein Ausgaben-Problem! Das würde 
ich auch an keiner Partei festmachen, bisher hat jede ihr Klientel mit 
Subventionen und Steuergeschenken bedacht.

Den "Reset haben i.d.R. diejenigen die vorher viel hatten auch besser 
überstanden als das gemeine Fußvolk. Das ist auch keine Lösung.

von Uhu U. (uhu)


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Ich wundere mich über Ironie-Blindheit der Zyniker, die sich zielsicher 
auf die indiskutable Lösungsmöglichkeit aus meinem Beitrag stürzen...

Georg W. schrieb:
> Unser Staat hat kein Einnahmen-, sonder ein Ausgaben-Problem!

Wieviele Milliarden mal wurde diese Phrase jetzt schon gedroschen? 
Wahrer wird sie dadurch jedenfalls nicht.

Aber originell ist immerhin der Versuch, meine Argumentation damit ad 
absurdum zu führen.

von j. c. (jesuschristus)


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Titelthema von Spiegel Online heute:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,801730,00.html

Wie passend. Die reichsten 10% verdienen 800% von dem, was die ärmsten 
10% verdienen. Da sollte doch ein wenig Steuerabschöpfung möglich sein.

> Unser Staat hat kein Einnahmen-, sonder ein Ausgaben-Problem!

Da muss ich dem Uhu zustimmen. Die Gesellschaft pfeift jetzt schon auf 
dem letzten Loch. Kaputte Straßen, zu wenig Polizei, alles privatisiert. 
Der Staat hat alles, aber sich kein generelles Ausgabenproblem. Und die 
armen ohne H4 zu lassen führt einfach nur dazu, dass sie sich die Kohle 
irgendwann selber holen kommen.

von Uhu U. (uhu)


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j. c. schrieb:
> alles privatisiert

Das ist eines der großen Teilübel unserer Gesellschaft.

Daß durch Privatisierung alles billiger und besser wird, haben eh nur 
die ganz Doofen geglaubt. Auf jeden Fall war der Effekt dieser 
Verschleuderung des Tafelsilbers, daß die Reichen noch reicher wurden, 
die Fetten noch fetter und für den Rest wurde das meiste teurer und 
viel, viel schlechter, als es je war.

Aber es wurden Tatsachen und Sachzwänge geschaffen, mit denen man nicht 
nur die Habenichtse, sondern den ganzen Staat erpressen und ausplündern 
kann.

TOO BIG TO FAIL...

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Übrigens ist die Neuverschuldung eine versteckte Vermögenssteuer. Mehr 
Schulden auf der einen Seite heißt mehr Guthaben auf der anderen Seite. 
Dem stehen aber nur begrenzte Resourcen gegenüber, die dann teurer 
werden müssen.

Interessant ist, dass mehrere Staaten den Euro, also eine gemeinsame 
Währung haben. Trotzdem haben sie getrennte Staatskassen. Angenommen 
jetzt tanzt ein Staat aus der Reihe und erhöht die Staatsverschuldung 
erheblich. Das Geld investiert er in Infrastruktur und die Wirtschaft. 
Die Folge wäre eine Inflation im gesamten Euroraum, aber ein 
Wirtschaftsaufschwung in dem einzelnen Staat. Der einzelne Schuldenstaat 
würde Realgüter der Wirtschaft aller Staaten entziehen und durch die 
folgende Inflation seine eigene Schuldenlast wieder reduzieren. ;)

von Uhu U. (uhu)


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Stefan Helmert schrieb:
> Übrigens ist die Neuverschuldung eine versteckte Vermögenssteuer. Mehr
> Schulden auf der einen Seite heißt mehr Guthaben auf der anderen Seite.
> Dem stehen aber nur begrenzte Resourcen gegenüber, die dann teurer
> werden müssen.

Und was bitte ist dabei die "versteckte Vermögenssteuer"? Daß der Staat 
20, oder mehr Prozent seines Budgets für den Schuldendienst - sprich 
Zinszahlungen - aufwendet und sich immer weiter in Richtung 
Zinsknechtschaft bewegt?

Eines muß ich sagen: Es ist wirklich eine reife Leistung, eine 
Institution, die über das Geldschöpfungsrecht verfügt, in so eine 
elende Position zu manöverieren...

von Wilhelm F. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Daß durch Privatisierung alles billiger und besser wird, haben eh nur
> die ganz Doofen geglaubt. Auf jeden Fall war der Effekt dieser
> Verschleuderung des Tafelsilbers, daß die Reichen noch reicher wurden,
> die Fetten noch fetter und für den Rest wurde das meiste teurer und
> viel, viel schlechter, als es je war.

Eine Privatisierung erlebte ich ja selbst am eigenen Leibe: Post ==> 
Telekom. Bin ja kurz darauf auch geflüchtet.

Richtig begeistert war niemand. Wir wurden aber von der Gewerkschaft 
etwas aufgeklärt, die die Fakten richtig nannte. Und alles, wie es bis 
heute wirklich eintraf.

Es wurde aber schon damals vor fast 20 Jahren offen darüber gesprochen, 
daß dann Kapital nur noch in Privattaschen fließe, anstatt in die 
öffentliche Hand. Gut. Da ist es dann auch ein- für allemale weg. Das 
müßte doch aber jedem normal denkenden Menschen klar sein. Und die 
soziale Verantwortung sich voll verflüchtigt. Manch einer mag zu glauben 
scheinen, was daran so gut ist. Ich jedenfalls nicht. Kommt eine Not, 
dann verstaatlicht man Privatbetriebe gerne auch mal wieder. Nämlich 
dann, wenn der Karren systemrelevant im Dreck steckt. War das nicht bei 
der Opel-Krise noch im Gespräch?

von Uhu U. (uhu)


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Commerzbank

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Und was bitte ist dabei die "versteckte Vermögenssteuer"?

Das ist die Inflationsrate. Je mehr Schulden, desto mehr Inflation. Das 
Guthaben der Reichen (und auch Armen) verliert an Wert. Gibt es auf dem 
Girokonto 1,5 % Zinsen, die Inflationsrate liegt aber bei 2,5 %, dann 
ist das 1 % Verlust pro Jahr, wenn das Geld auf dem Konto liegt.

von (prx) A. K. (prx)


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Stefan Helmert schrieb:

> Das ist die Inflationsrate. Je mehr Schulden, desto mehr Inflation. Das
> Guthaben der Reichen (und auch Armen) verliert an Wert.

Das Guthaben selbst schon, aber der effektive Reichtum nicht in gleichen 
Teilen. Denn die ärmeren besitzen nur Geld, die wohlhabenderen bei hoher 
Inflationsrate eher Immobilien und Aktien. Und die unterliegen nicht 
der Inflation.

von Wilhelm F. (Gast)


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A. K. schrieb:

> Und die unterliegen nicht der Inflation.

Na ja, Immobilien können gerne auch schon mal zu Schutt werden. Am 
schnellsten und effektivsten ging das, glaube ich, mal in Hiroshima und 
Nagasaki. Die Firma, wo mein Opa im WW2 angestellt als Zimmermann 
arbeitete, gab es hinterher auch nicht mehr, und er zog ganz alleine 
ohne Titel und Scheine los, um kaputtene Hausdächer zu reparieren. Kein 
Papierkram, der Handschlag und das Ehrenwort galten was. Soweit mir 
bekannt, machte er das auch noch so bis in die späten 1950-er Jahre, 
also schon 10 Jahre nach dem Krieg.

von (prx) A. K. (prx)


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Wilhelm Ferkes schrieb:

> Na ja, Immobilien können gerne auch schon mal zu Schutt werden.

Sie sind natürlich nicht risikofrei. Nur ist deren Wert nicht an die 
Währung gekoppelt, sondern enthält gerade in Zeiten höherer Inflation 
effektiv einen Inflationsausgleich - oft noch mehr als das, weil eben 
deshalb nachgefragt.

Auf den Bauch geflogen sind Investoren in den 80ern, als die Inflation 
erfolgreich bekämpft wurde und als Folge davon die angenommene und in 
windige Steuersparmodelle fest eingerechnete Wertsteigerung der 
Immobilien ausblieb.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Häuser verlieren an Wert. Sie unterliegen Wartung. Angenommen der 
Wertverlust eines Hauses ist 0,5 % pro Jahr. Der Inflationsverlust des 
Geldes auf dem Konto läge bei 1 % pro Jahr. Es wäre dann immer noch 
besser die (leerstehende) Immobilie zu behalten, als zu verkaufen und 
das Geld auf dem Konto zulagern. Wäre die Inflation 0, dann würde sich 
ein Verkauf lohnen. Das höhere Angebot würde aber zu einem Preisverfall 
führen.

Die Inflation zwingt also zur Investition, z. B. in Aktien und dem damit 
verbundenem Risiko.

von Wilhelm F. (Gast)


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A. K. schrieb:

> Auf den Bauch geflogen sind Investoren in den 80ern, als die Inflation
> erfolgreich bekämpft wurde und als Folge davon die angenommene und in
> windige Steuersparmodelle fest eingerechnete Wertsteigerung der
> Immobilien ausblieb.

Oh Mann. Gerade in den 1980-ern war ich im Kundendienst unterwegs, gerne 
auch mal in der Kölner Altstadt. Meine Kunden waren da auch mal gute 
Hausbesitzer, und Immobilienmakler, und man pflegte während der 
Tätigkeit schon mal ein lockeres Gespräch. Manch einer ergatterte da in 
den 1970-ern eine Bude für 300.000€, und verscherbelte sie 5 Jahre 
später für 3 Millionen. Ohne besondere Investition in die Bude. Der 
Immobilientrend war wohl so. Ist doch ne schöne Rendite.

von Uhu U. (uhu)


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Stefan Helmert schrieb:
> Häuser verlieren an Wert.

So so...

> Sie unterliegen Wartung.

Was sie vor Wertverlust bewahrt, wenn die Lage stimmt...

> Angenommen der
> Wertverlust eines Hauses ist 0,5 % pro Jahr. Der Inflationsverlust des
> Geldes auf dem Konto läge bei 1 % pro Jahr.

Wo hast du das denn her? Aus den Fingern gesaugt?

von (prx) A. K. (prx)


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Stefan Helmert schrieb:

> Häuser verlieren an Wert. Sie unterliegen Wartung.

Das ist prinzipiell schon richtig. Deshalb erwähnte ich ja auch explizit 
eine hohe Inflationrate.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Was sie vor Wertverlust bewahrt, wenn die Lage stimmt...

Wartung kostet Geld. Wartung ist erforderlich, um den Wert der Immobilie 
zu erhalten, also ist es insgesamt später weniger.

Uhu Uhuhu schrieb:
>> Angenommen der
>> Wertverlust eines Hauses ist 0,5 % pro Jahr. Der Inflationsverlust des
>> Geldes auf dem Konto läge bei 1 % pro Jahr.
>
> Wo hast du das denn her? Aus den Fingern gesaugt?

Ja habe ich, deshalb "Angenommen". Es sollte nur ein Bsp. zur 
Verdeutlichung sein, dass es nicht damit getan ist Geld in Ware 
umzuwandeln, um sich der Inflation zu entziehen.

von Uhu U. (uhu)


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Stefan Helmert schrieb:
>> Was sie vor Wertverlust bewahrt, wenn die Lage stimmt...
>
> Wartung kostet Geld. Wartung ist erforderlich, um den Wert der Immobilie
> zu erhalten, also ist es insgesamt später weniger.

Nein, höchstens die Rendite reduziert sich etwas. Durch regelmäßige 
Wartung - man spricht von Instandhaltung - wird der Wert und vor allem 
die Redite erhalten, oder sogar gesteigert.

Die laufende Instandhaltung - also nicht Sanierungsmaßnahmen - ist sogar 
auf den Mieter umlegbar, kostet den Vermieter als nichts.

von j. c. (jesuschristus)


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Häuser stehen aber nicht leer in der Gegend. Da gibt es Mieter (die 
Armen). Und die bezahlen Wartung und eine Dividente für den Besitzer. 
Reich wird man nicht, ist aber ein gutes Nebeneinkommen :-P

von Wilhelm F. (Gast)


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Stefan Helmert schrieb:

> Wartung kostet Geld. Wartung ist erforderlich, um den Wert der Immobilie
> zu erhalten, also ist es insgesamt später weniger.

Ein gutes großes Fachwerkhaus in der Kölner Innenstadt überlebt ein 
Einfamilienhaus auf dem Lande gelegentlich um den Faktor 10 in der 
Lebensdauer. Da gibt es schon Unterschiede. OK, da muß gelegentlich auch 
mal was investiert werden, aber die Lage erhöht fast automatisch den 
Wert. Die Kölner Immobilienpreise sind in den letzten Jahren, als ich 
dort war, regelrecht explodiert. Ich hatte in der Stadt eine Wohnung von 
1987 bis 1995. Am Ende war die Miete genau verdoppelt. Leider aber das 
Gehalt nicht. Und nichts besonderes, Mietskaserne großer Wohnblock 5 
Etagen ohne Aufzug Reihenhaussiedlung über einen ganzen Straßenzug. 
Arbeiterwohnungen. Mit Kohlenheizung für Badeofen und die Zimmer, wo man 
noch selbst Briketts kaufen und einkellern mußte.

Wenn ich mir Immobilien aus dem Einfamilien-Sektor so anschaue, ja, die 
sind nach 20-30 Jahren schon mal ziemlich verkommen und ausgebleicht und 
abgeblättert. Man sagt ja auch, daß eine Standardimmobilie nach 40 
Jahren eine Komplettrenovierung nötig hat, also bis zur vollständigen 
Entkernung und Außensanierung.

von Uhu U. (uhu)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Wenn ich mir Immobilien aus dem Einfamilien-Sektor so anschaue, ja, die
> sind nach 20-30 Jahren schon mal ziemlich verkommen und ausgebleicht und
> abgeblättert.

Wenn man sie verlottern läßt, ist das die Folge. Ist auch nicht anders, 
als bei Autos, nur (meistens) etwas langsamer.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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j. c. schrieb:
> Häuser stehen aber nicht leer in der Gegend. Da gibt es Mieter (die
> Armen). Und die bezahlen Wartung und eine Dividente für den Besitzer.
> Reich wird man nicht, ist aber ein gutes Nebeneinkommen :-P

Und Ärger gibt es auch gratis dazu ;-)

Aber Spaß bei Seite: natürlich sind Immobilien eine solide Wertanlage - 
wenn man damit nicht irgendwelche Steuersparmodelle verfolgt.

Gleiches gilt für Maschinen und Rohstoffe (also Lagerhaltung). Ich 
investiere nicht umsonst überproportional in dem Bereich.

Die Maschine steht auch noch da, wenn das Geld nix mehr Wert ist.
Und das Lager ist dann eben gut gefüllt.

Mal davon abgesehen, dass diese Dinge ordentlich Rendite abwerfen :-)

Chris D.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Wilhelm Ferkes schrieb:
>> Wenn ich mir Immobilien aus dem Einfamilien-Sektor so anschaue, ja, die
>> sind nach 20-30 Jahren schon mal ziemlich verkommen und ausgebleicht und
>> abgeblättert.
>
> Wenn man sie verlottern läßt, ist das die Folge. Ist auch nicht anders,
> als bei Autos, nur (meistens) etwas langsamer.

Ja eben.

Mit einem Haus ist man nie arbeitslos ;-)

Das sehe ich bei meinen Eltern, meinen Geschwistern und hier bei uns:
es ist immer irgendetwas zu tun, zu streichen, zu verputzen 
wasweissich.

Aber es gehört einem und das Haus steht auch nach einer Krise noch.

Und man kann tun und lassen, was man will - für mich der größte Vorteil.

Chris D.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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>aber Spaß bei Seite: natürlich sind Immobilien eine solide Wertanlage -
>wenn man damit nicht irgendwelche Steuersparmodelle verfolgt.

- Wenn es keine Zwangshypothek nach dem Staatsbankrott gibt
- Wenn nebenan nicht doch zufällig ein Flugplatz/Bahnstrecke/Autobahn 
gebaut wird
- Wenn man die auch zu dem Markt(wunsch)preis verkaufen könnte
- Wenn die OHNE Kredit gekauft wird.
- Wenn man da nicht ständig was rein stecken (renovieren) müsste
- Auch leere Immobilien müssen geheizt werden sonst Rohrbruch im Winter

Oftmals zahlen Schafe so viel Zins für die Hypothek wie der Kaufpreis 
war und sind 30 Jahre oder mehr Sklave der Bank. Wehe die Raten werden 
nicht pünktlich gezahlt.

>und das Haus steht auch nach einer Krise noch.
Wenn es nicht zu viele Randalierer in der Gegend gibt.

von Michael K. (charles_b)


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Christoph Budelmann schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Christoph Budelmann schrieb:
>>
>>> Und eins muss man den meisten Unternehmen lassen: Sie können definitiv
>>> besser mit Geld umgehen als die meisten Staaten.
>>
>> Sie müssen ja auch keine Wähler bestechen. Nur Regierungen.
>
> Die wenigsten Unternehmen dürften Regierungen bestechen, auf dem Niveau
> braucht man sich über das Thema auch nicht wirklich weiter unterhalten.

Wirklich! Die Regierungen wissen, dass es den Menschen schlecht geht 
wenn es den Unternehmen schlecht geht. Daher ist es letzten Endes ein 
Dienst an den Menschen und somit an den WÄHLERN, wenn eine Regierung 
dafür sorgt, dass es den Unternehmen GUT geht.

Wer würde bei so einem glasklaren Zusammenhang von Bestechung sprechen?

Wie hieß es doch früher: What´s good for General Motors is good for 
America!

von Uhu U. (uhu)


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Sag mal, kannst du eigentlich nur hirnlos zitieren? Wie wärs, wenn du 
dich endlich mal auf das Wesentliche beschränken würdest?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Markus Müller schrieb:
>>aber Spaß bei Seite: natürlich sind Immobilien eine solide Wertanlage -
>>wenn man damit nicht irgendwelche Steuersparmodelle verfolgt.
>
> - Wenn es keine Zwangshypothek nach dem Staatsbankrott gibt

Verschwörungstheoretiker? :-}

> - Wenn nebenan nicht doch zufällig ein Flugplatz/Bahnstrecke/Autobahn
> gebaut wird

Ja, passiert täglich und überall.

> - Wenn man die auch zu dem Markt(wunsch)preis verkaufen könnte.

Warum? Ich will hier wohnen.

> - Wenn die OHNE Kredit gekauft wird.

Weshalb? Wenn es vorher eine schöne Inflation gibt, kann einem doch 
nichts besseres passieren. Und immer schön Sonderzahlungen vereinbaren 
:-)

> - Wenn man da nicht ständig was rein stecken (renovieren) müsste

Das zahlt man als Mieter sowieso - und dazu noch den Gewinn, den der 
Vermieter natürlich haben möchte.

> - Auch leere Immobilien müssen geheizt werden sonst Rohrbruch im Winter

Wer ist denn so dumm, Immobilien leer stehen zu lassen?

> Oftmals zahlen Schafe so viel Zins für die Hypothek wie der Kaufpreis
> war und sind 30 Jahre oder mehr Sklave der Bank. Wehe die Raten werden
> nicht pünktlich gezahlt.

Wie gesagt: das zahlt man als Mieter auch alles (versteckt).
Und mit einem Haus hast Du zumindest die Option, dass es gutgehen 
könnte. Oder man hat Glück und es gibt Inflation :-}

Als Mieter ist auf jeden Fall alles weg :-)


>>und das Haus steht auch nach einer Krise noch.
> Wenn es nicht zu viele Randalierer in der Gegend gibt.

Genau. Die einem das Haus abreissen - hört man ja immer wieder.

Und wenn man nicht stirbt.

Chris D.

von Uhu U. (uhu)


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Chris D. schrieb:
> Weshalb? Wenn es vorher eine schöne Inflation gibt, kann einem doch
> nichts besseres passieren. Und immer schön Sonderzahlungen vereinbaren
> :-)

Das wird Wunschdenken bleiben, denn daß die Zinsen niedriger, als die 
Inflation sind, das wird kaum vorkommen. Daß die Schuldzinsen mit der 
Inflationsrate steigen, ist der Regelfall, das Geschäft macht die 
Bank...

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Die Inflation hilft nur dann wenn auch der Lohn entsprechend der 
Inflationsrate steigt. Ansonsten wird man um so mehr für Essen ausgeben 
müssen und weniger für das Abzahlen des Kredites haben.

Hier in Deutschland ist das derzeit so dass der Lohn stagniert und die 
Inflation richtig losrennt.

von G. C. (_agp_)


Angehängte Dateien:

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Markus Müller schrieb:

> Hier in Deutschland ist das derzeit so dass .. die
> Inflation richtig losrennt.

Aber nur die gefühlte Inflation, denn die reale Inflationsrate ist 
hierzulande aktuell noch immer vergleichsweise moderat. Da hat es 
innerhalb und auch außerhalb der Eurozone auch deutlich schlechtere 
Werte zu verzeichnen.

von G. C. (_agp_)


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Stefan Helmert schrieb:
> Uhu Uhuhu schrieb:
>> Und was bitte ist dabei die "versteckte Vermögenssteuer"?
>
> Das ist die Inflationsrate. Je mehr Schulden, desto mehr Inflation. Das
> Guthaben der Reichen (und auch Armen) verliert an Wert. Gibt es auf dem
> Girokonto 1,5 % Zinsen, die Inflationsrate liegt aber bei 2,5 %, dann
> ist das 1 % Verlust pro Jahr, wenn das Geld auf dem Konto liegt.

Die Leute die richtig Kapital besitzen schert die Inflationsrate der 
letzen 15 Jahre hier in D-Land mal gleich gar nicht. Die konnten ihr 
Kapital immer mit weitaus höheren Zinsen vermehren als der sog. "kleine 
Mann" mit seinen Spargroschen. Sonst wären die exorbitanten 
Vermögenszuwächse bei einigen der letzen Jahre ja gar nicht zustande 
gekommen. Zudem wurden sie systematisch geschont durch den Wegfall der 
Vermögenssteuer und eine großzügige Auslegung der Erbschaftssteuer bzw. 
kompletter Wegfall bei Einhalt bestimmter Bedingungen.

von Uhu U. (uhu)


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@g. c.: Woher stammt die Statistk? URL?

von G. C. (_agp_)


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von G. C. (_agp_)


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Christoph Budelmann schrieb:

>> Eine Vermögenssteuer in allen EU Ländern

> Bringt nach positiven Schätzungen maximal 15 Milliarden Euro pro Jahr in
> Deutschland - damit könnte man die aktuelle Neuverschuldung maximal
> halbieren...

Was bereits SEHR VIEL wäre! Hier wird mal wieder ein wichtiger Umstand 
missachtet oder schlicht vergessen, nämlich das Zinseszinsproblem! Die 
Zinslast wächst exponentiell und nicht linear!! Unser hoher 
Schuldenstand ist deshalb so hoch, weil JEDE Milliarde mehr 
Neuverschuldung die Zinslast in Richtung Himmel treibt. Deswegen wäre es 
wichtig das Geld auch bei denen wieder einzusammeln, die auf der anderen 
Seite ungeheure Zinsgewinne damit einstreichen können.

von Purzel H. (hacky)


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>Deswegen wäre es wichtig das Geld auch bei denen wieder einzusammeln, die auf der 
anderen Seite ungeheure Zinsgewinne damit einstreichen können.

Sowas doofes ... wer hat denn die Schulden gemacht ? Ich wuerd erst mal 
denen die die Schulden gemacht haben einheizen. zB Rente weg und auf 
Hartz4 setzen.

von G. C. (_agp_)


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> Sowas doofes ... wer hat denn die Schulden gemacht ?

Die Schulden die seit 2008 über das erwartete Maß hinzukamen verdanken 
wir der Finanz- und darausfolgenden Wirtschaftskrise. Die 
Konjunkturbelebungen (Abwrackprämie), das Kurzarbeitergeld, die Gelder 
für die Rettung einzelner Kreditinstitute wie der HRE usw. haben die 
Schuldenlast in die Höhe getrieben, aber auf der anderen Seite auch die 
Konjunktur hierzulande über Wasser gehalten.

Über die anderen Schulden lässt sich hier sehr viel nachlesen

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schuldenkrise-in-europa-wir-leben-nicht-ueber-unsere-verhaeltnisse-1.1226463

"In der Euro-Krise wird wieder einmal der ausufernde Sozialstaat für die 
hohen Staatsschulden Deutschlands verantwortlich gemacht. Doch drei 
Viertel der Schulden haben andere Ursachen - zum Beispiel die deutsche 
Einheit"

Auch interessant im Artikel, der Vergleich der Schuldensituation 
Deutschland vs. Japan.

"Japan hat sogar eine Verschuldung von 200 Prozent - aber keine 
Probleme, Kredite zu bekommen"

Die anglo-amerikanischen Rating-Agenturen waren scheints zu Japan sehr 
viel gnädiger in ihrer Einschätzung der Kreditwürdigkeit als zu uns 
Europäern.

von G. C. (_agp_)


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Und in diesem Zusammenhang mal einen Blick auf Italien werfen, auf die 
aktuellen Beschlüsse des Kabinetts.

http://www.ftd.de/politik/europa/:sparkurs-monti-verordnet-rettung-italiens/60138387.html

+ Wiedereinführung der von der Vorgängerregierung abgeschafften Steuer 
auf die erste Immobilie (unter Berlusconi abgeschafft und damit auf 3,5 
Mrd. Euro verzichtet)

+ Berechnungsmethode für den Katasterwert wird geändert, was für 
Eigentümer ungünstiger wird

+ Luxussteuer für Jachten, Privatflugzeuge, Sportwagen etc.

+ als Option zwei Prozentpunkte mehr Mehrwertsteuer

+ Bankkonten, Aktien und andere Finanzinstrumente mit einer Abgabe 
belegen

+ jährliche Inflationsanpassung für Pensionen von mehr als 936 Euro pro 
Monat fällt weg

uvm.

20 Milliarden Euro will Monti einsparen (lassen).

Nicht gerade alles sozial ausgewogen wie es sich hier liest.

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Die anglo-amerikanischen Rating-Agenturen waren scheints zu Japan sehr
> viel gnädiger in ihrer Einschätzung der Kreditwürdigkeit als zu uns
> Europäern.

Prozente allein machen es nicht aus.

Es kommt beispielsweise sehr darauf an, bei wem man die Kredite 
aufgenommen hat (und in welcher Währung). Japans Kredite befinden sich 
weit überwiegend in japanischer Hand. Linke Tasche rechte Tasche, 
sozusagen, und genau diese Art von Krediten verdampft in einer 
Inflation.

Worst case ist, wenn man die Kredite anderswo aufgenommen hat, und das 
in Fremdwährung. Die kriegt man ab einem bestimmten Niveau nicht wieder 
weg, da hilft auch Inflation oder Währungsreform nichts. Das war bei 
Argentinien so und endete in der offiziellen Zahlungsunfähigkeit. Man 
kann es aber auch bei Griechenland so sehen, aufgrund des geringen 
Anteils der Griechen am Eurovolumen kann man das als Fremdwährungkredite 
betrachten.

von Michael K. (charles_b)


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http://www.ploync.de/images/stories/2011/01/bundeshaushalt-2011-grafik.jpg

Der dicke Brocken ist "Arbeit & Soziales".

Darunter sind 75 Mrd. für Rentenzuschüsse, also Gelder für den "kleinen 
Mann"
Darunter sind 40 Mrd. für H4 & Gedöns, also wieder Gelder für den 
"kleinen Mann".

von Uhu U. (uhu)


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Mikro Oschi schrieb:
> Sowas doofes ... wer hat denn die Schulden gemacht ? Ich wuerd erst mal
> denen die die Schulden gemacht haben einheizen. zB Rente weg und auf
> Hartz4 setzen.

Hast du das gelesen? Beitrag "Re: Eine einfache Lösung für die Eurokrise"

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Die anglo-amerikanischen Rating-Agenturen waren scheints zu Japan sehr
>> viel gnädiger in ihrer Einschätzung der Kreditwürdigkeit als zu uns
>> Europäern.
>
> Prozente allein machen es nicht aus.
>
> Es kommt beispielsweise sehr darauf an, bei wem man die Kredite
> aufgenommen hat (und in welcher Währung). Japans Kredite befinden sich
> weit überwiegend in japanischer Hand. Linke Tasche rechte Tasche,
> sozusagen, und genau diese Art von Krediten verdampft in einer
> Inflation.

Das ist mir bekannt. Nur was daran soll bei uns anders sein? Wir sind 
eine Exportnation mit massiven Handelsbilanzüberschüssen. Wir verkaufen 
also mehr als wir impotieren. Das schafft Kapital ins Land. Wo also 
sollen wir hier in Deutschland beim Ausland verschuldet sein? Das 
Gegenteil ist doch der Fall. Griechenland steht bei unseren Banken in 
der Kreide. Unsere Bundesschulden hierzulande und die riesigen Guthaben 
die auf Deutschen Banken und Versicherungen geparkt sind, sind 
kommunizierende Röhren. In Japan werden auch nicht alle Banken reichen, 
inländischen Japanern gehören. Globalisierung haben die dort auch.

von G. C. (_agp_)


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Und noch ein interesannter Aspekt aus dem Artikel der SZ

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schuldenkrise-in-europa-wir-leben-nicht-ueber-unsere-verhaeltnisse-1.1226463-2

"Das Krisenmanagement nach der Lehman-Pleite hat die öffentliche 
Verschuldung um etwa 15 Prozentpunkte steigen lassen. Der 
vielgescholtene Ausbau des Sozialstaats in den siebziger und achtziger 
Jahren hat ungefähr dieselbe Größenordnung an Verschuldung gebracht hat: 
etwa 20 Prozentpunkte. Und durch die Wiedervereinigung kam eine 
Verschuldung in etwa derselben Größenordnung hinzu."

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Das ist mir bekannt. Nur was daran soll bei uns anders sein? Wir sind
> eine Exportnation mit massiven Handelsbilanzüberschüssen. Wir verkaufen
> also mehr als wir impotieren. Das schafft Kapital ins Land. Wo also
> sollen wir hier in Deutschland beim Ausland verschuldet sein?

Ist denn das deutsche AAA Rating derzeit ernsthaft in Gefahr?

Allerdings liegt der Fall für D etwas komplizierter, da über kurz oder 
lang möglicherweise auch eine Haftung für Kredite anderer Euroländer 
eingerechnet wird.

Zwar ist m.W. auch der gesamte Euroraum insgesamt weniger verschuldet 
als die USA. Aber weder bei den USA noch bei Japan steht das Risiko 
einer Zersplitterung im Raum, bei Europa hingegen schon. Und die 
Konsequenzen daraus machen alle bisherigen Finanzrechungen und 
Exporterfolge zur Makulatur.

Der Rest ist Psychologie. Kapitalströme neigen zu Herdentrieb mit 
selbsterfüllenden Prophezeihungen. Das ist m.E. ein nichtlineares 
System.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


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A. K. schrieb:
> Der Rest ist Psychologie.

Eher Soziologie.

Kapitalströme neigen zu Herdentrieb mit
> selbsterfüllenden Prophezeihungen. Das ist m.E. ein nichtlineares
> System.

Was meinst du mit nichtlinear?

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Um mal ein beliebtes Missverständnis auszuräumen: Es sind nicht die 
Politiker, die nicht sparen können. Die könnten schon, es betrifft sie 
finanziell nicht so direkt, aber sie fürchten die Konsequenzen.

Es ist die Bevölkerung selbst, die nicht sparen will. Die hat zwar kein 
Problem, wenn es die "Anderen" betrifft, aber wenn es den eigenen Säckel 
hart genug betrifft, dann wird abgewählt. Man verlangt von den 
Politikern also, dass sie am eigenen Ast sägen, und wer macht das schon 
gern wissentlich.

Der Hintergrund der Verschuldung ist ja das System von Keynes. Der Staat 
solle sich verschulden, um die Krise abzumildern, und die Schulden 
tilgen wenn es gut läuft. Mit Sparkurs in der Krise verschärft man die 
Krise noch, weshalb der Staat dem entgegen wirken soll, indem der 
Staatsanteil in der Krise steigt und in guten Zeiten sinkt.

Dummerweise funktioniert davon nur die erste Hälfte, d.h. die steigende 
Verschuldung in der Krise, weil die Leute - Politiker wie Volk - in 
guten Zeiten auch was "davon haben wollen". Statt die Verschuldung 
erheblich runter zu fahren will man von den guten Zeiten allseits 
profitieren. Und so fehlt dem Keynes-System der Ausgleich. Die Schulden 
bleiben und in der nächsten Krise kommen neue obendrauf.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Lieter schrieb:

> Was meinst du mit nichtlinear?

Nanu, muss ich grad dir das erklären? Hatten wir doch letzthin bei einem 
andern Thema, allerdings nanntest du es anders. Eine relativ kleine 
Ursache kann eine grosse Wirkung haben, und umgekehrt.

Der immense Fokus auf das Problem führt zu Ängsten, Kapitalströmen und 
Zinsniveaus, die das Problem erheblich verstärken. Obwohl sich 
eigentlich substantiell kaum etwas verändert hat. Die Verschuldung ist 
ja in den letzten 12 Monaten keineswegs explodiert.

Allein die Kenntnis dessen, was vorher teilweise vorborgen war oder kaum 
jemanden wirklich interessierte, hat über die Ängste vor ausbleibender 
Rückzahlung das Zinsniveau kräftig steigen lassen, damit die Ängste 
weiter angeheizt usw. Die Leute ziehen deshalb Geld aus der Eurozone 
heraus, was die Banken teilweise austrocknet, weshalb Angst um die 
Banken weiter Geld abziehen lässt. Ein paar sich selbst verstärkende 
Teufelskreise.

Zynisch gesprochen käme ein ordentlicher Krieg mit einem passenden 
Gegner (Iran?) und reichlich Verlusten aller Art gerade recht. Um den 
Fokus woanders hin zu lenken, die Ängste umzulenken. Denn das ganze 
Thema hat mehr mit Psychologie als mit realen Daten zu tun.

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Das ist mir bekannt. Nur was daran soll bei uns anders sein? Wir sind
>> eine Exportnation mit massiven Handelsbilanzüberschüssen. Wir verkaufen
>> also mehr als wir impotieren. Das schafft Kapital ins Land. Wo also
>> sollen wir hier in Deutschland beim Ausland verschuldet sein?
>
> Ist denn das deutsche AAA Rating derzeit ernsthaft in Gefahr?

Zum Glück wohl nicht, nur kam diesbezüglich die letzte Zeit auch schon 
die eine oder andere Andeutung vom großen Teich herübergeschwappt.

> Allerdings liegt der Fall für D etwas komplizierter, da über kurz oder
> lang möglicherweise auch eine Haftung für Kredite anderer Euroländer
> eingerechnet wird.
>
> Zwar ist m.W. auch der gesamte Euroraum insgesamt weniger verschuldet
> als die USA. Aber weder bei den USA noch bei Japan steht das Risiko
> einer Zersplitterung im Raum, bei Europa hingegen schon. Und die
> Konsequenzen daraus machen alle bisherigen Finanzrechungen und
> Exporterfolge zur Makulatur.

Wobei man noch herauskitzel müsste, ob die USA überhaupt selber ein 
Interesse daran haben einem starken Europa nebst Euro gegenüberzustehen 
oder lieber das Gegenteil gerne hätten.

> Der Rest ist Psychologie. Kapitalströme neigen zu Herdentrieb mit
> selbsterfüllenden Prophezeihungen. Das ist m.E. ein nichtlineares
> System.

Einer hat es in einem Blog so ausgedrückt:

"Haushaltsdefizit ist ja nichts anderes als ein Überschuss in der Kasse 
der Bevölkerung"

;)

von j. c. (jesuschristus)


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>Ist denn das deutsche AAA Rating derzeit ernsthaft in Gefahr?

Du wirst lachen. Soeben in Gefahr geraten:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,801913,00.html

"Standard & Poor's
Rating-Riese droht Deutschland mit Abstufung"

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Es ist die Bevölkerung selbst, die nicht sparen will. Die hat zwar kein
> Problem, wenn es die "Anderen" betrifft, aber wenn es den eigenen Säckel
> hart genug betrifft, dann wird abgewählt. Man verlangt von den
> Politikern also, dass sie am eigenen Ast sägen, und wer macht das schon
> gern wissentlich.

Das wäre richtig, wenn man prinzipielle Unterschiede in der Sache bei 
den Herrschaften ausmachen könnte. Da es keine gibt, ist völlig wurscht, 
wer von den Pappnasen letztlich gewählt wird - sie dienen doch alle nur 
denselben Herren.

Nicht wurscht ist es natürlich für die individuelle Pappnase, denn vom 
Gewähltwerden hängt der Zugang zu den Fleischtöpfen ab. Sie sind also 
bestrebt, dem Pöbel vor der Wahl eine perfekte Show zu liefern und 
hinterher nicht zu sagen: "Was interessiert mich mein Geschwätz von 
gestern", sondern die Sachzwänge zu bemühen, die von den Herren der 
Pappnasen vorgegeben werden.

von G. C. (_agp_)


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Netter und lesenswerter Artikel aus dem Umfeld der Bankenkrise von 1931

"Als ein deutscher Wollbaron die Welt erschütterte"

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/24016/als_der_wollbaron_die_welt_erschuetterte.html

"Am 13. Juli musste die Danat-Bank, immerhin die zweitgrößte Bank 
Deutschlands, ihre Schalter schließen, weil ihr das Bargeld ausging. 
Doch es kam noch schlimmer: Die Nachricht versetzte die von der 
Wirtschaftskrise gebeutelten Deutschen in Panik. Massenhaft zogen sie 
ihre Einlagen ab .."

von Uhu U. (uhu)


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g. c. schrieb:
> Wobei man noch herauskitzel müsste, ob die USA überhaupt selber ein
> Interesse daran haben einem starken Europa nebst Euro gegenüberzustehen
> oder lieber das Gegenteil gerne hätten.

Die Vasallen hält man am besten von Ungehorsam gegenüber dem Herrn ab, 
indem man sie subtil aufeinander hetzt und sie bei den daraus folgenden 
Gladiatorenkämpfen durch Rufe quer über den Teich verhöhnt.

Ich möchte nur daran erinnern, daß gar zu häufig auf Befehl der USA 
irgendwelche Wackelkandidaten in die EU aufgenommen wurden. Daß 
Griechenland beim Eintritt von geordneten Finanzen Lichtjahre entfernt 
war, pfiffen seinerzeit die Spatzen von den Dächern und die griechischen 
Finanzen wurden weiterhin mit ausführlicher US-Hilfe so marode gemacht 
wurden, wie sie heute sind.

Nur gegen den Eintritt der Türkei haben sich unsere Pappnasen 
erfolgreich gestemmt - der war aber letztlich nicht nötig, um ordentlich 
Unfrieden zu stiften.

Merke: Wenn zwei (oder mehr) sich streiten, freut sich der Dritte...

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> "Die Nachricht versetzte die von der
> Wirtschaftskrise gebeutelten Deutschen in Panik. Massenhaft zogen sie
> ihre Einlagen ab .."

Eben. Das ist genau der Punkt. Deshalb gehört zu den gängigen und 
nachvollziehbaren Empfehlungen ja auch, das System mit "frisch 
gedrucktem" Geld zu fluten, um derartige Resultate abzuwenden.

Dagegen wäre auch nichts zu sagen, wenn man drauf vertrauen könnte, dass 
danach Nägel mit Köpfen gemacht würden. Leider ist das Vertrauen darauf, 
dass die Völker das freiwillig mitmachen, eher begrenzt. Die Griechen 
und Italiener bevorzugen traditionell Generalstreiks zur Problemlösung 
und die Deutschen könnten sich zunehmend Leuten zuwenden, die ihnen eine 
grandiose Zukunft ohne Euro und ohne EU versprechen ("Iiich soll für die 
zahlen? Nie!").

von j. c. (jesuschristus)


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Jupp. Wir brauchen nur noch einen griffigeren Sündenbock. Am besten 
einen mit langen Nasen, der in Banken arbeitet oder so. Ach Mist, das 
hatten wir ja schon... Es ist einfach nur traurig.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Nun wird wohl Klar wohin die Reise gehen soll S&P setzt die 6 
verbliebenen AAA Staten der Eurozone auf "negativ".

Imho wird offenbar hier ein Wirtschaftskrieg gegen die EU durch die 
Hintertür geführt. Man fürchtet scheinbar die potentielle Konkurenz der 
Eurozone sosehr, dass man deren Entwicklung abzuwürgen versrsucht.

M. läst mal wieder Grüßen

Namaste

von Uhu U. (uhu)


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Winfried J. schrieb:
> Man fürchtet scheinbar die potentielle Konkurenz der
> Eurozone sosehr, dass man deren Entwicklung abzuwürgen versrsucht.

Nein, das glaub ich nicht.

Die Sache ist viel einfacher: am besten verdient man an Krisen der 
anderen und wenn man die auch noch selbst anheizen kann, dann ist das 
einfach wonderful...

von (prx) A. K. (prx)


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Es gibt Anlagen/Fonds, die an solche Ratings gebunden sind. Die also 
beispielsweise nur in AAA Anleihen investieren dürfen.

Was ich mich dabei freilich frage: Wer bleibt denn schlussendlich als 
Ziel derartiger Investitionen in grossem Stil übrig? Die Amerikaner 
hatte vor ein paar Monaten schon selbst einen Schuss vor den Bug 
bekommen, das "super committee" hat sich plangemäss nicht mit Ruhm 
bekleckert und die Streiterei darüber wird nächstes Jahr wahlbedingt 
frisch aufgeheizt. Die Eurozone fällt dann wohl aus, um die Briten ist 
auch nicht wirklich viel besser bestellt (nur sind die grad aus dem 
Fokus), die Japaner wurden bereits erwähnt, chinesisches ist nicht frei 
handelbar, ...

Also wo soll das Geld hin? Schweiz und Norwegen sind etwas zu klein für 
die Volumina, um die es hier geht. Wenn das also so weitergeht, dann 
rutscht eben das ganze Rating-System eine Stufe runter, und das was 
vorher AAA hiess, das heisst nun eben AA+ (oder wie immer das heisst). 
Weil das Geld irgendwo hin muss. Die können das nicht unterm Kopfkissen 
bunkern. Ich denke, da herrscht grad eine erhebliche Unsicherheit. Wenn 
dann mal (fast) alle runter gestuft sind, dann gleicht sich das wieder 
aus. ;-)

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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> Also wo soll das Geld hin?

Auf mein Konto natürlich, ich Zahl auch gerne 5% Zins
Ich stelle auch gerne einen Zettel aus "Privatanleihe"

(solange es genügend Einzahler gibt g)

Hier die Zinsen diverser Staatsanleihen im Überblick:
http://pigbonds.info/

von G. C. (_agp_)


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j. c. schrieb:
>>Ist denn das deutsche AAA Rating derzeit ernsthaft in Gefahr?
>
> Du wirst lachen. Soeben in Gefahr geraten:
> http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,801913,00.html
>
> "Standard & Poor's
> Rating-Riese droht Deutschland mit Abstufung"

Wobei das Europa an für sich "schnurz" sein könnte, wäre da nicht

"Die Topnote AAA ist für ein Land die Voraussetzung dafür, sich an den 
Kapitalmärkten zu günstigen Konditionen Geld zu besorgen. Auf den 
Bestnoten Deutschlands und Frankreichs basieren praktisch sämtliche 
Rettungskonzepte der Euro-Zone. Ohne diese Note wäre etwa auch das 
Refinanzierungskonzept des Rettungsfonds EFSF nicht haltbar."

aus der SZ 
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzkrise-ratingagentur-sp-droht-deutschland-mit-herabstufung-1.1227386

Irgendwas haben die damals bei der Konstruktion der Euro-Währungszone 
verschlampt. Haben die damals wirklich darauf vertraut, den drei 
US-Ratingagenturen die Bonitätsbewertung Europas zu überlassen? Ich kann 
das gar nicht glauben und doch, es ist wohl so.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Naja, da gibts ja wohl ein probates Mittel dagegen - das rating von 
Staaten einfach zu verbieten :-)
Wird schon drüber nachgedacht, helfen wird das natürlich auch nichts.

von (prx) A. K. (prx)


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H.joachim Seifert schrieb:

> Wird schon drüber nachgedacht, helfen wird das natürlich auch nichts.

Es könnte aber die dran hängenden Automatismen etwas bremsen. Weil die 
erwähnten ans Rating gebundenen Anlageformen nicht mehr automatisch 
umschichten müssen, könnten die entstehenden Kapitalflüsse etwas 
gedrosselt werden.

Soll heissen: Die Investoren müssen wieder selber denken, statt das 
Denken outzusourcen.

von Uhu U. (uhu)


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H.joachim Seifert schrieb:
> Wird schon drüber nachgedacht, helfen wird das natürlich auch nichts.

Du kannst genauso gut dem Mond verbieten, uns anzulachen...

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Du kannst genauso gut dem Mond verbieten, uns anzulachen...

Der Vergleich ist nicht einmal so übel. Immerhin ist das ja eine 
menschliche Interpretation, grad so subjektiv wie die Ratings manchmal 
zu sein scheinen. Diese Interpretation öffentlich zu vertreten kann man 
verbieten, zumal ohnehin jeder weiss dass der Mond nicht lacht.

Klar, den Mond kann man ebensowenig verbieten, wie die kritische 
Einschätzung von Kreditgebern. Aber die Agenturen als Wirkungsverstärker 
schon, grad so wie die Verbreitung der Ansicht vom Lachen des Mondes.

von G. C. (_agp_)


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"Bei wem haben wir die Schulden"

http://www.youtube.com/watch?v=y6MzZAYdKvM

Prof. Dr. Bernd Senf löst das Geheimnis für uns und das 
ARD-Wirtschaftsmagazin PlusMinus. Doch wie sich am Ende herausstellt .. 
es bleibt ein Geheimnis oder soll bewusst eines bleiben - ein 
"Geschäftsgeheimnis".

von G. C. (_agp_)


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Und das ganze Zins-Dilemma noch mal unterhaltsam aufbereitet und anhand 
des sog.

"Josephspfennig"

illustriert.

http://www.youtube.com/watch?v=-D4utjY7E4o&feature=related

Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel staunt Bauklötze, ob der 
epochalen Wahrheit, die da plötzlich in seinen Gehörgang Einlass findet.

von Uhu U. (uhu)


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Rating-Agentur attackiert Euro-Rettungsfonds
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,802080,00.html

Sagte ich doch, daß man am besten an den Krisen anderer verdient und daß 
es wonderful ist, wenn man sie auch noch kräftig anheizen kann...

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Der Zinseszins ist eigentlich kein Problem, da die Inflation 
proportional zur Geldmenge ist. Durch den Zinseszins steigen die 
Verschuldung und Guthaben exponentiell, aber Inflation läuft 
exponentiell mit. Dadurch gleicht sich das wieder aus, im Mittel liegen 
die Zinsen bei 0.

Auch ist die Staatsverschuldung nicht wirklich schlimm. Wie gesagt, 
insgesamt gibt es 0 Euro. Geld existiert nur durch Schulden, ohne 
Schulden kein Geld! Wichtig ist nur, dass die Realwirtschaft 
funktioniert, Sozialsysteme etc. Solange die Gläubiger der 
Staatsschulden nicht das Recht habenüber den Schuldner zu bestimmen, ist 
alles i. O.

von G. C. (_agp_)


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Stefan Helmert schrieb:
> Der Zinseszins ist eigentlich kein Problem, da die Inflation
> proportional zur Geldmenge ist.

Keine Inflation der Welt kompensiert die Geldmenge, die der Spekulation 
dient, die täglich mehrfach um den Globus geschickt vagabundiert und die 
Preise für Rohstoffe aller Art treibt.

> Durch den Zinseszins steigen die
> Verschuldung und Guthaben exponentiell, aber Inflation läuft
> exponentiell mit. Dadurch gleicht sich das wieder aus, im Mittel liegen
> die Zinsen bei 0.

Leider ganz falsch. Ich glaube du bist dir nicht im klaren darüber wie 
hoch oder besser gesagt wie niedrig die Inflationsrate gegenüber dem 
Zins real ist. Da kompensiert sich mal gar nichts. Glaubst du Vermögende 
geben sich bei der Anlagebetrachtung ihrer Bareinlage von 1 Mio aufwärts 
mit lumpigen 1,5 Prozent zufrieden? Das ist nämlich in etwa die 
durchschnittliche Inflationsrate der letzten 15 Jahre in Deutschland. 
Nur kurz nach der Einheit 1992 und 1993 waren die Inflation mal auf 4,4 
bzw. 5,1 Prozent.

> Auch ist die Staatsverschuldung nicht wirklich schlimm. Wie gesagt,
> insgesamt gibt es 0 Euro.

Oh Mann! In einem Foren mit Elektronikern die alle einen Taschenrechner 
bedienen können sollte man eigentlich mehr erwarten können.

Wirf mal einen Blick auf die jährlichen Zinsausgaben die der Staat 
abdrücken darf für den bundesdeutschen Schuldenberg:

http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/grafs/bund_zinslast.gif

Rund 38 Millarden Euro sind für das kommende Jahr 2012 allein AN ZINSEN 
zu berappen (ohne jegliche Tilgung!), Dank der hohen Staatsverschuldung. 
Die Nettokreditneuaufnahme liegt demgegenüber bei geschätzten 31,5 
Milliarden Euro, also deutlich darunter. Was meinst du wohl warum unsere 
Staatsschulden so schnell wachsen und zwar trotz der Inflation?!

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/47/Finanzplanung_2011.png

Selbst bei rückläufiger Neuverschuldung steigen mittelfristig die 
jährlichen Zinsausgaben des Bundes weiter an.

> Geld existiert nur durch Schulden, ohne
> Schulden kein Geld!

Na klar.

> Wichtig ist nur, dass die Realwirtschaft
> funktioniert, Sozialsysteme etc.

Die Realwirtschaft ist von Krediten abhängig und diese haben einen 
Preis, den man Zins nennt. Ein Blick auf Italien und Griechenland sollte 
reichen um das zu verstehen.

> Solange die Gläubiger der
> Staatsschulden nicht das Recht habenüber den Schuldner zu bestimmen, ist
> alles i. O.

Du meinst die Politik hätte noch die Hoheit über die Finanzmärkte? 
Schlaf mein Kind und schlaf schön weiter ..

von Uhu U. (uhu)


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Stefan Helmert schrieb:
> Dadurch gleicht sich das wieder aus, im Mittel liegen die Zinsen bei 0.

Na du bist ja ein richtiger Rechenkünstler.

Nur: Wie kommst du auf die verwegene Idee, daß die Inflation gleich dem 
Zinssatz ist?

> Auch ist die Staatsverschuldung nicht wirklich schlimm. Wie gesagt,
> insgesamt gibt es 0 Euro.

Aha, es ist also völlig egal, wer Guthaben und wer nur Schulden besitzt. 
Dann waren zumindest tausende Bankraube völlig unnötig.

Nein Stefan, an deinen Ratschlägen ist irgendwas oberfaul.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Es gibt keine Lösung für die Eurokrise und keine Möglichkeit den Euro 
sowie deren Staaten zu retten. Nicht mit dem jetzigen System.

Es benötigt dazu Staatsbankrotte und andere Währungen und eine 
drastische Reduktion aller Staatsapparate + Sozialausgleiche/Zahlungen.
Solange das nicht kommt wird auch nie nichts gerettet werden können. 
Wenn nur ein Teil davon geschieht wird das System wieder in sich 
zusammenfallen.

von Uhu U. (uhu)


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Markus Müller schrieb:
> Es benötigt dazu Staatsbankrotte und andere Währungen und eine
> drastische Reduktion aller Staatsapparate + Sozialausgleiche/Zahlungen.

Fällt dir nichts besseres ein, als diese ollen neoliberalen Kamellen?

Die neoliberale Ideologie hat uns in diese Scheiß-Situation gebracht. 
Sie ist die Ursache der Katastrophe, nicht die Lösung.

von j. c. (jesuschristus)


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Die Reduktion der Sozialausgaben wird ganz sicher nicht die Lösung sein. 
Die moderne Gesellschaft verlangt vom Einzelnen eine Lösung aus den 
Familienstrukturen, die früher die Sozialsysteme gebildet haben. Daher 
hat sie auch die Pflicht, eine Kompensation einzuführen. In den USA 
könnt ihr Euch anschauen, wie das alles ohne Sozialsystem aussieht. Und 
selbst da schreien die Leute noch danach, den Armen was wegzunehmen, 
weil die so faul seien. Nene, der Fisch stinkt vom Kopf. Das Geld muss 
daher kommen, wo es auch ist.

von (prx) A. K. (prx)


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j. c. schrieb:

> In den USA könnt ihr Euch anschauen, wie das alles ohne
> Sozialsystem aussieht.

Der grösste Ausgabenposten im amerikanischen Bundeshaushalt ist mit 43% 
(2010) deren Sozialsystem. ;-)

von j. c. (jesuschristus)


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Blödsinn. Das sind Rente und Krankenkasse für Rentner.

von (prx) A. K. (prx)


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j. c. schrieb:

> Blödsinn. Das sind Rente und Krankenkasse für Rentner.

Mit diesem Schema landen wir auch in D bei bei 0% Kosten für das 
Sozialsystem. Weil ich dann analog dazu auch hier alle konkreten 
Ausgaben als nicht zum Sozialsystem gehörig abziehen werde. ;-)

von j. c. (jesuschristus)


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Achso, ihr wollt die Rente streichen. Na sagts doch gleich. Ich dachte 
hier geht es um Leistungen für Erwerbslose, die angeblich zu hoch seien.

von Wilhelm F. (Gast)


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g. c. schrieb:

> Glaubst du Vermögende
> geben sich bei der Anlagebetrachtung ihrer Bareinlage von 1 Mio aufwärts
> mit lumpigen 1,5 Prozent zufrieden? Das ist nämlich in etwa die
> durchschnittliche Inflationsrate der letzten 15 Jahre in Deutschland.

So ist es. Und Geld arbeitet nicht, dafür bluten immer andere.

Mein Papa und meine Mama brachten mir als Kind bei, daß man nie nie 
niemals Schulden macht. Das war solide Grunderziehung, und half mir bis 
zum heutigen Tag. Ist nur gelegentlich langweilig, ohne diese 
Adrenalin-Kicks. ;-) Und es gibt auch Unternehmer, die solide ohne 
Kredite wirtschaften. Der Chris D. (öfters hier im Forum) scheint so zu 
wirtschaften, und es geht ihm wohl gut dabei. Wenn man will, geht das 
alles. Ohne Kredite zu leben, hat doch nun rein gar nichts mit 
Systemzusammenbruch zu tun. Alle wären froh, sie hätten keine.

OK, dann wäre eine Hauptverdienstquelle der Banken weg. Was gäbe es da 
an Alternativen? Kleinere Banken, weniger Wasserkopf, weniger 
Bankangestellte?

von Uhu U. (uhu)


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j. c. schrieb:
> Achso, ihr wollt die Rente streichen. Na sagts doch gleich.

Das hat man schon indirekt gemacht, indem man für die große Masse das 
Gesundheitssystem kräftig abgebaut hat - das spart auf längere Sicht 
Renten.

Das lief übrigens unter Kostenexplosion im Gesundheitswesen - die 
angebliche Explosion war ein kleiner Kniff bei der graphischen 
Darstellung des Kostenverlaufes auf der Titelseite des ehemaligen 
Nachrichtenmagazins. Die Kostenentwicklung war aber in Wirklichkeit 
völlig undramatisch bei 12% des BSP und schwankte nur hinter dem Komma.

von j. c. (jesuschristus)


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Zumal im Gesundheitswesen soviel Sparpotential liegt! Aber das hat die 
FDP ja erfolgreich blockiert.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> So ist es. Und Geld arbeitet nicht, dafür bluten immer andere.
>
> Mein Papa und meine Mama brachten mir als Kind bei, daß man nie nie
> niemals Schulden macht. Das war solide Grunderziehung, und half mir bis
> zum heutigen Tag. Ist nur gelegentlich langweilig, ohne diese
> Adrenalin-Kicks. ;-) Und es gibt auch Unternehmer, die solide ohne
> Kredite wirtschaften. Der Chris D. (öfters hier im Forum) scheint so zu
> wirtschaften, und es geht ihm wohl gut dabei. Wenn man will, geht das
> alles. Ohne Kredite zu leben, hat doch nun rein gar nichts mit
> Systemzusammenbruch zu tun. Alle wären froh, sie hätten keine.
>
> OK, dann wäre eine Hauptverdienstquelle der Banken weg. Was gäbe es da
> an Alternativen? Kleinere Banken, weniger Wasserkopf, weniger
> Bankangestellte?

FULL ACK

Jeder der Schulden macht, ist mit dafür verantwortlich, dass andere 
Reicher werden. Und wieso sollte man die Reiche für die Dummheit der 
Schuldner bestrafen?

Besser wäre es Gesetze zu erlassen, dass Gemeinden und der Staat niemals 
schulden machen dürfen!

von Uhu U. (uhu)


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Für Argumente bist du wohl völlig blind, du elender Phrasendrescher.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:
> Jeder der Schulden macht, ist mit dafür verantwortlich, dass andere
> Reicher werden. Und wieso sollte man die Reiche für die Dummheit der
> Schuldner bestrafen?

Schulden sind nicht immer "dumm". Ohne Verschuldung wäre es für die 
meisten Bundesbürger niemals im Leben möglich Wohneigentum zu erwerben. 
Dumm wird es nur, wenn Banken horrende Zinsen dafür kassieren, obwohl 
die Banken ihr Geld wiederum für lapidare Zinssätze von der Zentralbank 
erhalten. Beispielsweise 15 Prozent Überziehungszinsen für einen 
Konto-Dispo zu verlangen, obwohl die eigenen Kreditkosten nur einen 
Bruchteil dabei ausmachen zeigt den Reibach im Zinseszinssystem.

> Besser wäre es Gesetze zu erlassen, dass Gemeinden und der Staat niemals
> schulden machen dürfen!

Dann wären große teure Bauprojekte wie der Eurotunnel für 15 Mrd. Euro 
Baukosten (oder die Fehmarnbelt-Querung) gar nicht mehr möglich, denn 
das Geld muss vorgestreckt werden und wird erst später mit der Nutzung 
wieder reingeholt (wie fast bei allen Bauprojekten).

So funktioniert es also nicht.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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g. c. schrieb:

> Dann wären große teure Bauprojekte wie der Eurotunnel für 15 Mrd. Euro
> Baukosten (oder die Fehmarnbelt-Querung) gar nicht mehr möglich, denn
> das Geld muss vorgestreckt werden und wird erst später mit der Nutzung
> wieder reingeholt (wie fast bei allen Bauprojekten).
>
> So funktioniert es also nicht.

Doch, genau so funktioniert es.
Oben wurde mal geschrieben "28 Mrd Neuverschuldung"

Wenn diese Politik-Deppen um 15% besser Haushalten könnten, dann wäre
- kein Neuverschuldung nötig
- und 14 Mrd für solche Vorhaben vorhanden

Als Nebeneffekt:
- und man würde zusätzlich jede Menge Zins Zahlung sparen! (wenn keine 
Schulden da wären)

Man könnte es auch so ausdrücken:
Wenn Deutschland keine Zinsen zahlen würde, dann gäbe es für den 
aktuellen Haushalt keine Neuverschuldung.


Papa und Mama von Wilhelm Ferkes haben recht. Was im kleinen gilt, 
sollte erst recht im großen gelten.

von Uhu U. (uhu)


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Markus Müller (mmvisual), ich finde es schon ziemlich eigenartig, daß du 
auf Einwände gegen deine neoliberalen Plattitüden, gemischt mit dem 
üblichen Kleinbürgerstuß mit keinem Wort eingehst, aber PNs verschickst, 
in denen du irgenswas "nicht öffentlich austragen" willst.

Mein Lieber, da gibts nichts privat auszutragen. Die Argumente werden 
hier ausgetauscht, aber offenbar bist du dazu nicht in der Lage.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Für Argumente bist du wohl völlig blind, UHU, du elender 
Phrasendrescher.

von G. C. (_agp_)


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Markus Müller schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Dann wären große teure Bauprojekte wie der Eurotunnel für 15 Mrd. Euro
>> Baukosten (oder die Fehmarnbelt-Querung) gar nicht mehr möglich, denn
>> das Geld muss vorgestreckt werden und wird erst später mit der Nutzung
>> wieder reingeholt (wie fast bei allen Bauprojekten).
>>
>> So funktioniert es also nicht.
>
> Doch, genau so funktioniert es.
> Oben wurde mal geschrieben "28 Mrd Neuverschuldung"

Auch wenn du das nicht verstehst oder nicht einsehen magst, große 
Bauprojekte kann keiner aus der Portokasse finanzieren.

> Papa und Mama von Wilhelm Ferkes haben recht. Was im kleinen gilt,
> sollte erst recht im großen gelten.

Nein, eben nicht. Papa und Mama Ferkes haben dem kleinen Wilhelm 
versucht gute Tugenden mit auf den Weg zu gegen. Daran gibt es nichts zu 
tadeln. Eine Volkswirtschaft ist aber kein Privathaushalt, der per 
überteuertem Dispo den Flachheimer auf pump finanziert und bei 
Arbeitslosigkeit die Tilgung nicht mehr bewältigen kann. Für fast alle 
großen Projekte, Baumaßnahmen, Entwicklungen etc. galt seit jeher und 
gilt noch immer, bevor man Geld verdienen kann muss erst mal Geld (oft 
viel Geld) hineingesteckt werden. Die ganzen Tüftler und Erfinder der 
Vergangenheit haben sich nicht selten bis über beide Ohren verschuldet, 
bevor sie mit ihren Produkten (oder wenigestens EINEM erfolreichen 
Produkt) einmal Geld verdienen konnten (darunter gab es sicher auch 
viele die dabei finanziell auf der Strecke geblieben sind).

Das ganze hat auch nix mit der aktuellen Situation an den Finanzmärkten 
zu tun. Da kommen ein paar ganz unterschiedliche Probleme zusammen. 
Deutschland ist beispielsweise von außen betrachtet kein überschuldetes 
Land (im Gegensatz zu Griechenland), weil der Bundesschuld ein 
Vielfaches an Privatvermögen gegenübersteht. Des einen Schuld ist des 
anderen Reichtum.

Aber das eben Gesagte bitte nicht als Verteidigung für Überschuldung 
missinterpretieren, gelle.

Übrigens, auch den US-Ratingagenturen kann man eine Krise bescheinigen.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:machtverlust-ratingagenturen-in-der-krise/60139138.html

von M. S. (bugles)


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Ich finde eine Sache sehr interessant in der Diskusion, irgendwie sind 
sich alle irgendwie einig das wir sparen müssen.

Auch im Umfragen ala: soll es Steuererleichterungen geben oder sollen 
wir sparen - tendieren die Bürger immer zum sparen !

Mal eine feststellung: Wir haben in den letzen Jahren immer mehr 
Schulden gemacht. Aber unser Wohlstand ist immer mehr gewachsen. 
Vergleiche ich, meinen Wohlstand mit dem meiner Eltern ( bezogen auf 
mein Alter ) hatten meiner Eltern bei weitem nicht mein Einkommen, evtl. 
ein altes Auto, kein Handy, kein Internet, evtl. ein Color fernsehgerät, 
nicht die Urlaube etc.. sicher hatten sie einen sicheren Arbeitsplatz 
aber das ist eine andere Diskusion.

Ich glaube das Problem lässt sich mit sparen nicht lösen. Sondern die 
Ausgaben werden teilweise für sinnvolle investitionen genutzt die am 
Ende einen Mehrwert schaffen. Auch Reiche durch noch höhere Steuern zu 
enteigenen ist keine Lösung, warum sollte dann noch wer viel Arbeiten um 
überproportional viel weggenommen zu bekommen. Wenn sich eine Reiche 
Person ein teures Auto kauft, ein Haus baut, eine Firma aufmacht etc.. 
schafft auch das wieder Arbeitsplätze.

Ich glaube die Probleme sehen sehr banal aus es sind aber in 
wirklichkeit ineinander verschachtelte komplexe Probleme.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Wenn es eine Lösung für die Euro-Krise gäbe, dann hätten sie unsere 
Herrn Politiker und die 160000 EU-Beamte aus Brüssel schon längst 
gefunden.

Es gibt keine Lösung.

Es gibt nur die Tatsache, dass die Politiker, obwohl sie "Fachleute" 
sind und sogar viele Experten zu rate ziehen, den Karren so dermaßen in 
den Dreck gefahren haben, dann nur noch ein System-Reset hilft.

von Peter F. (toto)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Glaubst du Vermögende
>> geben sich bei der Anlagebetrachtung ihrer Bareinlage von 1 Mio aufwärts
>> mit lumpigen 1,5 Prozent zufrieden? Das ist nämlich in etwa die
>> durchschnittliche Inflationsrate der letzten 15 Jahre in Deutschland.
>
> So ist es. Und Geld arbeitet nicht, dafür bluten immer andere.
>
> Mein Papa und meine Mama brachten mir als Kind bei, daß man nie nie
> niemals Schulden macht. Das war solide Grunderziehung, und half mir bis
> zum heutigen Tag. Ist nur gelegentlich langweilig, ohne diese
> Adrenalin-Kicks. ;-) Und es gibt auch Unternehmer, die solide ohne
> Kredite wirtschaften. Der Chris D. (öfters hier im Forum) scheint so zu
> wirtschaften, und es geht ihm wohl gut dabei. Wenn man will, geht das
> alles. Ohne Kredite zu leben, hat doch nun rein gar nichts mit
> Systemzusammenbruch zu tun. Alle wären froh, sie hätten keine.
>
> OK, dann wäre eine Hauptverdienstquelle der Banken weg. Was gäbe es da
> an Alternativen? Kleinere Banken, weniger Wasserkopf, weniger
> Bankangestellte?

So wie Mama und Papa denkt auch die schwäbische Hausfrau, und 
wahrscheinlich auch Mutti Merkel.
Es gibt aber einen kleine Unterschied zwischen Mikro.- und Makroökonmie.

Was meinst Du denn wo das Geld herkommt womit Unternehmen arbeiten die 
selber keine Kredite aufnehmen? Deren Guthaben sind die Schulden 
Anderer. Das Geld existiert nur weil sich andere Unternehmen, Private 
oder der Staat verschulden.

Den Denkfehler den einige machen ist das Geld irgendwie Netto existiert, 
irgendwo ein dagobertscher Geldspeicher steht aus dem man sich bedienen 
kann.
Alles Geld saldiert sich aber auf 0, nichts.

MfG

von j. c. (jesuschristus)


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So ein Quatsch. Den meisten Leuten geht es besser als jemals zuvor. Es 
geht auch ohne Reset, Revolution und Krieg. Holen wir uns die Kohle 
einfach per Steuern von den Megareichen wieder.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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g. c. schrieb:
> Keine Inflation der Welt kompensiert die Geldmenge, die der Spekulation
> dient

Darum geht es gar nicht. Spekulation hat nicht mit dem Geldzins zu tun. 
Spekulation ist Risikoübernahme.

g. c. schrieb:
> Leider ganz falsch. Ich glaube du bist dir nicht im klaren darüber wie
> hoch oder besser gesagt wie niedrig die Inflationsrate gegenüber dem
> Zins real ist. Da kompensiert sich mal gar nichts. Glaubst du Vermögende
> geben sich bei der Anlagebetrachtung ihrer Bareinlage von 1 Mio aufwärts
> mit lumpigen 1,5 Prozent zufrieden?

Die Megareichen kaufen Aktien, also einen Sachwert! Diese kaufen sie 
aber jemandem ab, der dann dafür das Geld hat, was nur so gering 
verzinst wird, aber mit geringerem Risiko. Die Inflationsrate entspricht 
im Mittel ca. dem Geldzins nicht dem Kapitalzins. Die Inflationrate kann 
jedoch vom Geldzins abweichen, da sie auch vom Wirtschaftswachstum 
abhängt.

g. c. schrieb:
> Du meinst die Politik hätte noch die Hoheit über die Finanzmärkte?
> Schlaf mein Kind und schlaf schön weiter ..

Natürlich kann "die Politik" auch nicht einfach Kriminalität oder 
Krankheit abschaffen. Irgendwie muss man halt einen Kompromiss finden 
und Enteignung (auch der Banken durch den Staat) ist der falsche Weg.

g. c. schrieb:
> Rund 38 Millarden Euro sind für das kommende Jahr 2012 allein AN ZINSEN

Sind 475 Euro pro Einwohner in einem Jahr. Der Ertrag von 5 Jahren 
angesparter Privatrente kompensiert das bereits.

von (prx) A. K. (prx)


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M. S. schrieb:

> Ich glaube das Problem lässt sich mit sparen nicht lösen.

Richtig. Ohne aber auch nicht. Das ist das Dilemma.

Wenn du keine Schulden mehr machen kannst, weil du (als Italiener) dafür 
horrende Zinsen zahlen musst, dann ist "defecit spending" für den 
italienischen Staat eben auch keine Alternative mehr.

Deshalb kommt die - an sich richtige - Idee auf, die Verschuldung zu 
euopäisieren. Wenn es allerdings nur diese eine Massnahme geben wird, 
dann wird das in die Hose gehen, das lässt sich jetzt schon voraussagen. 
Denn die Geldgeber werden dann in diese Zinsen die unverändert 
vorhandenen strukturellen Probleme einpreisen und die Zinsen solcher 
Anleihen werden höher ausfallen als zunächst erhofft, bei langfristigen 
jedenfalls.

Das eigentliche Ziel muss also sein, die strukturellen Probleme der 
Krisenstaaten zu lösen. Also beispielsweise jene Probleme abbauen, die 
IKEA nach 6 Jahren erfolglosem Genehmigungsverfahrens für ein grosses 
Möbelhaus in Italien letztlich aufgeben liess.

In ein solches System Geld reinstecken würde das Problem zeitlich nur 
verschieben. Für Investitionen Schulden aufzunehmen ist etwas anderes, 
als damit Rentenerhöhungen zu finanzieren (ich polemisiere etwas). 
Irgendwann sind dann die europäisierten Schulden auch auf 7-10% und 
dann?

Ohne Krisenbewusstsein bei den Bevölkerungen wird es diese Veränderungen 
nicht geben. Krisenbewusstsein bei den Regierungen allein bringt nichts, 
denn denen ist das Hemd auch näher als der Rock. Wenn sich mit 
Verschwendung von europäisierten Schulden das Volk ein paar weitere 
schöne Jahre kaufen lässt, dann wird das getan, andernfalls werden sie 
abgewählt und durch jene ersetzt, die es tun.

Folglich muss Druck aufgebaut werden, um die Strukturen aufzubrechen. 
Müssen die Probleme aus den Regierungszirkeln hinaus für alle spürbar 
und bewusst werden. Nicht abstrakt, in den Nachrichten, sondern konkret 
mit Folgen für den Einzelnen. Erst dann kann man die eigentlichen 
Probleme angehen.

In diesem Sinn interpretiere ich auch (etwas hoffnungsvoll, zugegeben) 
das Verhalten Merkels. Hübsch der Reihe nach. Zuerst massiv sich gegen 
"mehr Geld" Lösungen sperren, bis in Euroland/EU entsprechende 
Korrekturen ins System eingebaut werden. Erst danach runter vom "njet". 
Hoffentlich klappt das.

> Sondern die
> Ausgaben werden teilweise für sinnvolle investitionen genutzt die am
> Ende einen Mehrwert schaffen.

Werden sie das?

> Auch Reiche durch noch höhere Steuern zu
> enteigenen ist keine Lösung,

Richtig. Allerdings ist es schon ein Problem, wenn die Schere immer 
weiter auseinander läuft, weil der Verlust an Massenkaufkraft durch die 
zusätzliche Kaufkraft der "1%" nicht wettgemacht wird.

von (prx) A. K. (prx)


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M. S. schrieb:

> Ich glaube die Probleme sehen sehr banal aus es sind aber in
> wirklichkeit ineinander verschachtelte komplexe Probleme.

Und deren Lösung benötigt mehr Zeit als man hat. Weil die Massnahmen 
viel Zeit benötigen, die schon angeführte Krisenspirale diese Zeit aber 
nicht gibt.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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A. K. schrieb:

> Ohne Krisenbewusstsein bei den Bevölkerungen wird es diese Veränderungen
> nicht geben. Krisenbewusstsein bei den Regierungen allein bringt nichts,
> denn denen ist das Hemd auch näher als der Rock. Wenn sich mit
> Verschwendung von europäisierten Schulden das Volk ein paar weitere
> schöne Jahre kaufen lässt, dann wird das getan, andernfalls werden sie
> abgewählt und durch jene ersetzt, die es tun.
>
> Folglich muss Druck aufgebaut werden, um die Strukturen aufzubrechen.
> Müssen die Probleme aus den Regierungszirkeln hinaus für alle spürbar
> und bewusst werden. Nicht abstrakt, in den Nachrichten, sondern konkret
> mit Folgen für den Einzelnen. Erst dann kann man die eigentlichen
> Probleme angehen.

Wobei das in Deutschland wohl schon in der bevölkerung angekommen ist. 
Die Leute wollen keine Steuergeschenke angesichts eines trotz guter 
Haushaltslage immer noch ansteigenden Schuldenberges.
Sie wollen Konsolidierung.

> In diesem Sinn interpretiere ich auch (etwas hoffnungsvoll, zugegeben)
> das Verhalten Merkels. Hübsch der Reihe nach. Zuerst massiv sich gegen
> "mehr Geld" Lösungen sperren, bis in Euroland/EU entsprechende
> Korrekturen ins System eingebaut werden. Erst danach runter vom "njet".
> Hoffentlich klappt das.

Da ist etwas dran - wenn nicht jetzt, wann sonst sollten diese 
verkrusteten Strukturen (was für ein Wahnsinn: jedes kleine Land kann 
Entscheidungen komplett blockieren!) aufgebrochen werden.

Andererseits ist Merkel natürlich auch ein dicker Teil des Problems, 
schon weil sie wiedergewählt werden möchte. Und es war immer alles 
alternativlos, insbesondere die Neuverschuldung.

Geschenke für die Bürger gibt es nämlich nur, wenn jemand an seinem Amt 
klebt. Ohne solche Leute gäbe es keinen Quasistillstand ein Jahr vor der 
nächsten Wahl und eben auch viel mehr notwendige aber unpopuläre 
Entscheidungen.

>> Auch Reiche durch noch höhere Steuern zu
>> enteigenen ist keine Lösung,
>
> Richtig. Allerdings ist es schon ein Problem, wenn die Schere immer
> weiter auseinander läuft, weil der Verlust an Massenkaufkraft durch die
> zusätzliche Kaufkraft der "1%" nicht wettgemacht wird.

Richtig. Deswegen halte ich auch das "Argument": "Dann flüchten die 
Reichen aus unserem Land!" auch für nicht stichhaltig. Denn die wirklich 
Reichen erarbeiten sich ihre Einkommen ja auch nicht mehr, sondern 
erzeugen dies fast ausschließlich durch Kapitalerträge, denen wie weiter 
oben schon jemand schrieb entsprechende Schulden bei den Kleinen 
gegenüberstehen. Der Zineszins sorgt dann genau für diesen 
Schereneffekt. Um das aufzufangen, müsste eigentlich die Abgabenlast 
ebenfalls exponentiell ansteigen, so dass bei den 1% irgendwann kein 
weiterer Zuwachs stattfindet, weil 100% des Einkommens als Steuer 
anfallen und zu den Schuldnern zurückfließen.

Linear reicht dauerhaft nicht. Exponenten kann man nur mit gleichen 
Exponenten wirksam begegnen, alles darunter sind langfristig Peanuts 
(O-Kalkül :-)

Alles andere führt zur Ansammlung des Geldes bei einigen wenigen.

Chris D.

von Uhu U. (uhu)


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Nochmal zu den Renten:
Zumindest die niedrigen müssen mit der Inflation schritthalten, sonst 
droht schlicht massenhaftes Alterselend.

Gerade im Niedriglohnbereich - der bekanntlich von Rot/Grün hierzulande 
zu voller Blüte gebracht wurde - sind die Leute nicht im Stande, auch 
nur Hungerrenten anzusparen.

Das Geld, was die nicht in die Rente einzahlen können, stecken - unter 
Schmähung der angeblich Unfähigen - die am anderen Ende des 
Einkommensspektrums so gut wie steuerfrei in die eigene Tasche.

Und nun soll das Fußvolk für die Sozialhilfe und H4 aufkommen, um die 
fehlenden Einkommen und Renten zu kompensieren und die Nutznießer - die 
angeblichen Leistungsträger, die schon durch Nichtstun immer reicher 
werden - sollen sich nicht beteiligen müssen... Dazu kommt noch der 
Schaden, den das Spekulatenpack in der letzten Krisenrunde angerichtet 
hat.

Kleines Gedankenexperiment:
Was würde passieren, wenn man das reichste % auf die Rückseite des 
Mondes schösse - natürlich mit reichlich Geld ausgestattet, sie sollen 
ja nicht enteignet werden.

Da sie reichlich Geld haben, können sie sich ja dort allen Wohlstand 
dieser Welt leisten - oder etwa nicht?

von Uhu U. (uhu)


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Dem Reichtum der Reichen stehen hierzulande übrigens nicht die Schulden 
der Armen gegenüber - der wohl überwiegende Teil davon steckt in der 
reichlichen Billion EUR Außenhandelsüberschuß der BRD, die allein in den 
vergangenen 10 Jahren aufgelaufen sind.

Dieses Geld dürfte zum überwiegenden Teil uneintreibbar sein und das ist 
es, worum Merkel pokert, bis zum Zusammenbruch Europas.

Das was am Ende nicht eintreibbar ist, wird dem Deutschen Michel ein 
zweites mal mit der Drohung abgepreßt, das "scheue Reh Kapital" würde 
sonst das Vertrauen verlieren und Deutschland links liegen lassen.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Hier wird bereits öffentlich definiert dass alle mit einem Guthaben von 
mehr als 30000 EUR "Reiche" sind, die zum Wohle der Allgemeinheit ihre 
Guthaben abzugeben haben.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/und-wenn-doch-alles-zusammenbricht/5930466.html?p5930466=all

... wenn der Black Friday kommt.

von Uhu U. (uhu)


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Markus Müller schrieb:
> Hier wird bereits öffentlich definiert dass alle mit einem Guthaben von
> mehr als 30000 EUR "Reiche" sind, die zum Wohle der Allgemeinheit ihre
> Guthaben abzugeben haben.

Offenbar kannst du nicht lesen: von "definieren" kann nicht die Rede 
sein.

Was anderes, als Stuß scheinst du zum Thema nicht beizusteuern zu haben.

von G. C. (_agp_)


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Stefan Helmert schrieb:
> g. c. schrieb:
>> Keine Inflation der Welt kompensiert die Geldmenge, die der Spekulation
>> dient
>
> Darum geht es gar nicht. Spekulation hat nicht mit dem Geldzins zu tun.
> Spekulation ist Risikoübernahme.

Zunächst ging es mal um deine Aussage hier

 "Der Zinseszins ist eigentlich kein Problem, da die Inflation
 proportional zur Geldmenge ist."

 und weiter

 "Durch den Zinseszins steigen die
 Verschuldung und Guthaben exponentiell, aber Inflation läuft
 exponentiell mit. Dadurch gleicht sich das wieder aus, im Mittel liegen
 die Zinsen bei 0."

Darauf schrieb ich, dass dem eben nicht so ist. Der Hinweis mit der 
Spekulation ist mehr als berechtigt, da das künstliche Aufblähen der 
Geldmenge nun mal durch den Handel mit spekulativen Geldgeschäften aller 
Art zustande kommt. Die Auswirkungen sehen wir an unseren 
Rohstoffmärkten, aber auch an den wuchernden Sparguthaben der wenigen 
Prozent Bevölkerung, die das meiste Kapital hierzulande hält.

> Die Megareichen kaufen Aktien, also einen Sachwert!

Da werden durchaus nicht nur Sachwerte gekauft. Ein großer Teil der 
Vermögen wandert in die Hände derer, die hohe Renditen versprechen, sei 
es durch Schrottimobilien die dann Immobilienblasen treiben, bis sie 
zusammenbrechen, wie in 2007 geschehen. Oder es werden Steuersparmodelle 
befeuert, Zertifikate geordert, Fonds bedient, Hebelpapiere gekauft, in 
Gold investiert usw. Es wird alles mögliche unternommen, um dem 
Wertverlust durch Inflation zu entgehen und wie man an den steigenden 
Vermögen sieht in der Summe auch erfolgreich (im Einzelfall auch mal das 
Gegenteil, insgesamt aber steigen die Vermögen, so wie die Schulden der 
öffentlichen Hand wachsen).

> Enteignung (auch der Banken durch den Staat) ist der falsche Weg.

Nun wenn der Eigner nichts mehr hat wie Fall der HRE, aber dennoch vom 
Staat gerettet werden möchte, worauf der Staat mehrheitlich in Besitz 
der Bank gerät und Milliarden (zur Rettung) locker macht, dann braucht 
man gar nicht mehr von "Enteignung" reden, weil der Eigner nichts mehr 
hatte, was man ihm hätte wegnehmen könnte. Die Bank gehört dann dem 
Staat. Alternative: Pleite gehen lassen. Dann brüllen aber einige auf, 
die dort ihr Geld geparkt hatten und schreien auch bei größter 
ideologischer FDP-liebe und Staatsferne plötzlich selber nach dem Staat.

> g. c. schrieb:
>> Rund 38 Millarden Euro sind für das kommende Jahr 2012 allein AN ZINSEN

> Sind 475 Euro pro Einwohner in einem Jahr. Der Ertrag von 5 Jahren
> angesparter Privatrente kompensiert das bereits.

In deiner Rechnung sparen 80 Millionen Bundesbürger gleichzeitig Rente 
an, also auch der Säugling und der 85 Jährige. Das ist Blödsinn. Wenn 
überhaupt, dann musst du mit der Zahl der Erwerbstätigen rechnen und das 
sind rund 40 Millionen. Da verdoppelt sich dein Betrag mal eben auf 
satte 950 Euro PRO Erwerbstätiger und Jahr für Zinszahlungen, die in 
seinem Namen an Banken abgedrückt werden. Und das JAHR FÜR JAHR. Das ist 
nicht wenig Geld, das ist ein ganzer Batzen Kohle. Es gibt Leute für die 
sind 10 Euro im Monat Geld und erst recht 80 Euro, die der Staat hier 
abdrücken darf.

Vergleiche mal mit der Hochschulförderung des Bundes, siehe

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bund-sichert-ueberleben-der-hochschulen/3560434.html?p3560434=all

Auszug aus dem Artikel

"Die Länder lassen das mehr oder weniger gern geschehen, weil sie – je 
nach Land – nicht fähig oder nicht willig sind, die Hochschulen selbst 
ausreichend zu alimentieren. Der Bund hingegen hat entsprechende 
finanzielle Prioritäten gesetzt: Bis 2013 stehen zusätzlich zwölf Mrd. 
Euro für Forschung und Bildung bereit"

"Auf den ersten Streich folgt ab 2011 der ungleich größere zweite 
Streich: Bis 2015 sollen weitere 275 000 Studienplätze hinzukommen. 
Dafür hat der Bund bereits 3,6 Mrd. Euro eingeplant."

"Bis 2020 spendiert Schavan weitere zwei Milliarden Euro für die Lehre"

Vergleiche die Summen, um die es hier geht mal mit den 38 Milliarden die 
an Zinsen für nächstes Jahr vom Bundeshaushalt an Banken bezahlt werden 
müssen. Da könnte der Staat weitaus besseres mit anfangen. Die meisten 
Budgets im Bundeshaushalt sind weitaus kleiner. Die sozialen 
Plegeversicherung gab beispielsweise im Jahr 2010 21,45 Milliarden Euro 
für alle Plegebedürftigen in Deutschland aus.

Akkumuliere mal die bisher geleisteten Zinszahlungen auf. Da kommt ein 
hübsches Sümmchen zusammen:

Geleistete Zinszahlung des Bundes an Banken von 2004 bis 2010:

261,3 Milliarden Euro !!!

Davon getilgt: 0 Euro !!!

Prognostizierte zu leistende Zinszahlung von 2011 bis 2015:

Nochmal 211,2 Milliarden Euro !!!

Macht Summa Summarum rund eine HALBE BILLIONEN EURO allein nur an 
Zinszahlungen bei 0 Euro Tilgung.

(real ist die Summe noch höher, weil bis 2004 auch bereits einiges an 
Zinsen angefallen ist, was an die Banken gezahlt wurde)

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>Eine einfache Lösung für die Eurokrise

So könnte es vielleicht auch gehen:
Beitrag "Re: Gesellschaft der Selbstversorger"

von M. S. (bugles)


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A. K. schrieb:
>> Sondern die
>> Ausgaben werden teilweise für sinnvolle investitionen genutzt die am
>> Ende einen Mehrwert schaffen.
>
> Werden sie das?

klar z.B. gab es doch damals das 1000-Dächer Programm damit ging der 
Boom der Solarindustrie doch los. Heute hat deutschland das know how und 
kann es verkaufen.

Ich glaube Beispiele für sinnvolle Ausgaben findet man einige..

A. K. schrieb:
>> Auch Reiche durch noch höhere Steuern zu
>> enteigenen ist keine Lösung,
>
> Richtig. Allerdings ist es schon ein Problem, wenn die Schere immer
> weiter auseinander läuft, weil der Verlust an Massenkaufkraft durch die
> zusätzliche Kaufkraft der "1%" nicht wettgemacht wird.

Ja aber was willst Du denn dagegen machen. Die reichen bestrafen weil 
Sie reich sind ?

Oft sind eben auch Leistungsträger reich die ihr ganzes leben hart dafür 
gearbeitet haben evtl. keine 37 std Woche haben.

Ich glaube es wird nicht funktionieren die Leistungsträger höher zu 
besteuern, das klappt mal um 1 Jahr zu überbrücken um Geld zu 
generieren. Sobald die einnahmen durch Stuern höher werden die Ausgaben 
wieder für irgendwas steigern.

Chris D. schrieb:
>> Richtig. Allerdings ist es schon ein Problem, wenn die Schere immer
>> weiter auseinander läuft, weil der Verlust an Massenkaufkraft durch die
>> zusätzliche Kaufkraft der "1%" nicht wettgemacht wird.
>
> Richtig. Deswegen halte ich auch das "Argument": "Dann flüchten die
> Reichen aus unserem Land!" auch für nicht stichhaltig. Denn die wirklich
> Reichen erarbeiten sich ihre Einkommen ja auch nicht mehr, sondern
> erzeugen dies fast ausschließlich durch Kapitalerträge, denen wie weiter
> oben schon jemand schrieb entsprechende Schulden bei den Kleinen
> gegenüberstehen. Der Zineszins sorgt dann genau für diesen
> Schereneffekt. Um das aufzufangen, müsste eigentlich die Abgabenlast
> ebenfalls exponentiell ansteigen, so dass bei den 1% irgendwann kein
> weiterer Zuwachs stattfindet, weil 100% des Einkommens als Steuer
> anfallen und zu den Schuldnern zurückfließen.

LoL.. wie Jemmand sein Geld macht kann doch egal sein. Wenn ich viel 
Geld habe und das wem leihe damit er z.B. eine Firma aufmachen kann 
trage ich doch auch ein Risiko... selbst wenn ich es der Bank anvertraue 
trage ich ein (inflations)- Risiko..

von (prx) A. K. (prx)


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M. S. schrieb:

> klar z.B. gab es doch damals das 1000-Dächer Programm damit ging der
> Boom der Solarindustrie doch los. Heute hat deutschland das know how und
> kann es verkaufen.

Zur Erinnerung, falls das mittlerweile im Merkozy-Taumel untergegangen 
sein sollte: Die Probleme, der wir die Eurokrise verdanken, sind nicht 
hier zu Hause, sondern beispielsweise in Griechenland und Italien.

> Ja aber was willst Du denn dagegen machen. Die reichen bestrafen weil
> Sie reich sind ?

Das tun wir schon immer. Mit der gleichen Logik könnte man die 
progressive Besteuerung abschaffen, vielleicht sogar auf eine 
Kopfpauschale gehen, denn weshalb sollte jemand mehr Steuern zahlen, 
bloss weil er mehr verdient? 10000€ Ekst pro Jahr fix für alle, und gut 
ist.

M.a.W: Das passiert längst in Form progessiver Besteuerung. Jedenfalls 
passierte es, zumindest der Theorie nach, bis aus mehreren Gründen die 
Fixbesteuerung von Kapitaleinkommen eingeführt und damit die progressive 
Besteuerung teilweise umgedreht wurde. Die Abgeltungssteuer führt u.U. 
zu einer umgedrehten Progression, d.h. wer sein Einkommen vorwiegend 
damit versteueren kann, der zahlt prozentual weniger Steuern als der 
gehobene Mittelstand, auch wenn er viel mehr verdient.

Die Frage ist also nicht so sehr, ob man bei grösseren Einkommen 
tiefer an die Einkünfte ran will, sondern welches Ausmass dafür 
angemessen ist. Und ob man da rankommt, denn ein ganz pragmatisches 
Motiv für die Abgeltungssteuer war, das 25% von 50000€ mehr sind als 43% 
von 0€ (weil ausser Reichweite des Fiskus).

> Ich glaube es wird nicht funktionieren die Leistungsträger höher zu
> besteuern,

Ich auch nicht, jedenfalls nicht so wie Teile der SPD grad rumkrakeelen. 
Bloss: Wieviel Ungleichheit hält eine Gesellschaft aus? Der Marxismus 
entstand aus einer Zukunftsprojektion, in der es praktisch nur "ganz 
oben" und "ganz unten" gab. Eine solche Gesellschaftstruktur ist auf 
Dauer instabil. Irgendwann kan Markus dann endlich seine heissersehnte 
Guillotine ölen.

NB: Mir scheint, für dich sind die Begriffe "reich" und 
"Leistungsträger" synonym. Nun ja...

von G. C. (_agp_)


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M. S. schrieb:
> A. K. schrieb:

>> .. Allerdings ist es schon ein Problem, wenn die Schere immer
>> weiter auseinander läuft, weil der Verlust an Massenkaufkraft durch die
>> zusätzliche Kaufkraft der "1%" nicht wettgemacht wird.

> Ich glaube es wird nicht funktionieren die Leistungsträger höher zu
> besteuern

Das hat sogar unter der Kanzlerschaft von Helmut Kohl noch ausgezeichnet 
funktioniert. Da waren die Steuersätze im oberen Einkommensbereich und 
die Vermögensabgaben weit aus höher als heute. Dieses Wissen scheint 
verloren gegangen zu sein.

Lies dazu mal den Artikel von Ulrike Herrmann

"Mehr Steuerabgaben wären ein kontrollierter Vermögensverlust"
"Von Roosevelt lernen"

http://www.taz.de/!80448/

"Warren Buffett ist [...] schlau. [...] Er hat erkannt, dass den Reichen 
dieser Welt nur noch die Wahl zwischen zwei Übeln bleibt: Entweder sie 
zahlen mehr Steuern, was ein kontrollierter Vermögensverlust wäre - oder 
aber die Weltwirtschaft kollabiert in einem Crash, was einem 
unkontrollierten Vermögensverlust gleichkäme. Angesichts dieser 
Alternativen will Buffett lieber [...] Reichensteuern. Er hat 
eingesehen, dass nur noch ein starker Staat den Kapitalismus retten 
kann."

"Vor allem die Vermögenden betätigen sich als Sparschweine, womit sie 
genau das Wachstum abwürgen, das ihre Renditen erwirtschaften sollen. 
Diesen Unsinn will Buffett nun beenden, indem er die Reichen zur Zahlung 
höherer Steuern zwingt."

"Ein Blick in die Geschichte genügt. Schließlich gab es ab 1929 eine 
ganz ähnliche Wirtschaftskrise, und die international beste Lösung hieß 
damals "New Deal", der unter dem US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt 
begonnen wurde. Am Ende lag der Spitzensteuersatz bei 79 Prozent und die 
Erbschaftsteuer bei 77 Prozent."

"Das Ergebnis war bekanntlich nicht das Ende des Kapitalismus, sondern 
ein immenses Wirtschaftswachstum, das eine breite Mittelschicht 
entstehen ließ. Am Ende profitierten sogar die Reichen, obwohl sie so 
hohe Steuern zahlen mussten."

von G. C. (_agp_)


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Diesen Absatz von Ulrike Herrmann

"Das Ergebnis war bekanntlich nicht das Ende des Kapitalismus, sondern
ein immenses Wirtschaftswachstum, das eine breite Mittelschicht
entstehen ließ. Am Ende profitierten sogar die Reichen, obwohl sie so
hohe Steuern zahlen mussten."

kann man übrigens auch im Umkehrschluss sehen. Zu niedrige Steuern für 
Vermögende zerstört auf Dauer die Mittelschicht. Wenn sich zu viel 
Kapital dank zu niedriger Steuern bei immer weniger Menschen ansammelt 
bleibt für den Rest nur noch Staatsschulden und die Zahlung der 
Zinslasten übrig.

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>> Ja aber was willst Du denn dagegen machen. Die reichen bestrafen weil
>> Sie reich sind ?

>Das tun wir schon immer. Mit der gleichen Logik könnte man die
>progressive Besteuerung abschaffen, vielleicht sogar auf eine
>Kopfpauschale gehen, denn weshalb sollte jemand mehr Steuern zahlen,
>bloss weil er mehr verdient? 10000€ Ekst pro Jahr fix für alle, und gut
>ist.

Ehrlich gesagt halte ich es für einen großen Fehler, für die Besteuerung 
das Einkommen anstatt das Vermögen zu verwenden.

Wenn jemand nichts arbeitet und von einem große Vermögen lebt, wird er 
nicht besteuert.
Wenn jemand ein Jahr lang 100k€ verdient, kein Vermögen hat und die 
übrigen Jahre weniger verdient, wird er voll besteuert.

von (prx) A. K. (prx)


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Christoph H. schrieb:

> Ehrlich gesagt halte ich es für einen großen Fehler, für die Besteuerung
> das Einkommen anstatt das Vermögen zu verwenden.

Neben anderen Gründen greift hier der Pragmatismus. Ans Einkommen kommt 
man weitaus leichter ran, als an den Besitz. Ausserdem muss man dann 
höllisch aufpassen, dass man damit nicht Omas Häuschen Stein für Stein 
abbaut. Soll heissen: Man muss den Freibetrag so hoch ansetzen, dass der 
normale Häuslebauer damit keine Probleme bekommt.

Damit landet man dann in Regionen, in denen zwar theoretisch viel zu 
holen ist, praktisch aber der Aufwand des Amtes für die Erhebung gegen 
den Aufwand des Besteuerten für die Tarnung kämpft, es also massgeblich 
zu einer ABM für Finanzbeamte und Steuerberater wird, der Staat netto 
recht wenig abkriegt.

> Wenn jemand nichts arbeitet und von einem große Vermögen lebt, wird er
> nicht besteuert.

Nur wenn er das Geld unterm Kopfkissen deponiert. Beim Ertrag aus dem 
Kapital greift die Abschlagsteuer. Das ist weniger als die Ekst, wie 
schon angeführt, aber mehr als nix.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


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Das sind ja lustige Vorschläge.

Vielleicht zur Abwechslung ein paar Wahrheiten:

Den Reichen das Geld wegnehmen. Die Reichen finanzieren die Medien und 
die steuern die Wählermeinung und finanzieren die Parteien.

Finanzkrise, der Steuerzahler soll/muss zahlen, die Banken retten.
Anfrage der Linken: Wer sind die Gläubiger?
Antwort der Regierung: Das ist streng geheim. Punkt.

Soweit klar, alle müssen zahlen aber an wen - das müssen alle nicht 
wissen.
Das ist real existierende Demokratie.

Man könnte ja mal mit "den Gläubigern" darüber reden oder das auch 
öffentlich machen - wer denn die Gläubiger sind.

Ist doch lustig immer auf einem dieser Superreichkanäle zu sehen wie 
sich irgendwelche Blondinen 20 Millionen-Häuser aussuchen und noch am 
Pool rummeckern - der passt grad nicht zur Nagelfarbe - da ist das Geld.

Vielleicht bin ich ja auch zu dumm dafür und einige hier halten mich ja 
auch für einen Dauertroll  - aber kann mir irgendwer mal erklären wie 
ein Mensch mit ehrlicher Arbeit sagen wir nach 40 Arbeitsjahren 1 
Milliarde EUR besitzen kann, ohne es gestohlen zu haben von Leuten die 
auch den ganzen Tag arbeiten aber nur 5 EUR/h erhalten?

von (prx) A. K. (prx)


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PS: Vermögenssteuer gab es ja früher. Nur kam irgendwann das 
Verfassungsgericht in die Quere, weil es die damals in guter Absicht 
krass unterschiedliche Bewertung von Geldbesitz und Immobilienbesitz 
einkassierte. Und damit kam Omas Häuschen ins Spiel und die Steuer wurde 
abgeschafft.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Lieter schrieb:

> Vielleicht bin ich ja auch zu dumm dafür und einige hier halten mich ja
> auch für einen Dauertroll  - aber kann mir irgendwer mal erklären wie
> ein Mensch mit ehrlicher Arbeit sagen wir nach 40 Arbeitsjahren 1
> Milliarde EUR besitzen kann, ohne es gestohlen zu haben von Leuten die
> auch den ganzen Tag arbeiten aber nur 5 EUR/h erhalten?

Für die Milliarde reicht es nicht, aber bisschen drunter können das 
viele für sich selbst beantworten - und die Konsequenzen ziehen oder es 
eben sein lassen.

Denn ist ein guter Fussballspieler tatsächlich zig Millionen wert? 
Offensichtlich ja, denn diese Summen werden gezahlt und die meisten 
Vereine gehen daran nicht zugrunde.

Wer das für unverhältnismässig hält, der sollte dann halt sein Sky-Abo 
kündigen und damit aufhören, seinen heissgeliebten Verein mit 
Eintrittskarten und Fankram zu finanzieren. Wenn ihn das zu hart 
ankommt, dann ist der Spieler offenbar doch nicht überbezahlt.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Und damit kam Omas Häuschen ins Spiel und die Steuer wurde abgeschafft.

Das ließe sich sehr einfach mit entsprechenden Freibeträgen und einer 
Progression reparieren. Aber das Verfassungsgericht fühlte sich vor 
allem den Reichen verpflichtet und schüttete das Kind mit dem Bad aus.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


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A. K. schrieb:
> Denn ist ein guter Fussballspieler tatsächlich zig Millionen wert?
> Offensichtlich ja, denn diese Summen werden gezahlt und die meisten
> Vereine gehen daran nicht zugrunde.

Das ist in diesem Sinne freiwillig - auch wenn genug Leute eben die DVD 
von dem Filmemacher kaufen oder ins Kino gehen.

Das ist eine Funktion der Masse. Die Frage lautet: reichen für einen 
guten Fussballspieler oder Schauspieler nicht auch 3..5000 EUR im Monat 
- wenn diese Leute Millionen bekommen - muss irgendwer das bezahlen.

In einer echten Demokratie wäre eine asymtotische Einkommensverteilung 
nicht möglich. Denn der Mann der 40 Jahre an einer Drehbank steht oder 
in den Berg fährt - leistet der weniger als ein Star der das in 2 Jahren 
bekommt?

10% besitzen 90% - im Sinne eines Gemeinwesens würde man das so nicht 
gestalten. Man würde eine vernünftige Grenze festlegen - sicher, wer 
mehr leistet soll auch mehr bekommen - aber doch nicht das tausendfache.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Lieter schrieb:

> Das ist eine Funktion der Masse.

Bei den Milliarden von Bill Gates auch.

von Uhu U. (uhu)


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Ich denke, relativ hohe Einkommen Einzelner wären unproblematisch, wenn 
eine entsprechende Erbschaftssteuer hinterher verhindert, daß die lieben 
Nachkommen sich auf den Lorbeeren der Erblasser ausruhen können.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Lieter schrieb:

> In einer echten Demokratie

Ach herrje, wie ich diesen Begriff "echte Demokratie" liebe... Der 
schwirrt hier im Forum öfter durch die Lüfte über dem Stammtisch. Er 
wird, etwas verkürzt dargestellt, üblicherweise so verstanden, dass in 
einer "echten Demokratie" alles so läuft, wie ich es für richtig halte, 
andernfalls ist es selbsredend keine "echte Demokratie". ;-)

M.a.W: Dieser Begriff ist Unfug. Steht Minderheitenschutz nicht im 
Widerspruch zur konsequent verstandenen Demokratie? Wer definiert denn, 
was daran "echt" oder "falsch" ist? Eigentlich bräuchten wir eine 
Volksabstimmung über die Frage, ob wir eine echte Demokratie sind, denn 
jedes andere Verfahren wäre doch höchst undemokratisch.

Ausserdem hat die ganze Sache hier nun wirklich nichts mit Demokratie zu 
tun. Die Problematik von Einkommensverteilungen ist weitgehend 
unabhängig von der Regierungsform.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


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A. K. schrieb:
> Er
> wird, etwas verkürzt dargestellt, üblicherweise so verstanden, dass in
> einer "echten Demokratie" alles so läuft, wie ich es für richtig halte,
> andernfalls ist es selbsredend keine "echte Demokratie". ;-)

Dann erklär mir doch mal wie der Unterschied zu erklären ist, das sich 
die Frisöse mit 5 €/h nach 30 Jahren die Operation ihrer Tochter in 
einer Spezialklinik nicht leisten kann - und die darf dann elendig 
verrecken - aber der Fussballmillionär der nur 2 Jahre "gespielt" hat, 
kann sich das leisten.

Uhu - dein Einwand bezüglich der Erbschaftssteuer ist ein guter Anfang.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael Lieter schrieb:

> Dann erklär mir doch mal wie der Unterschied zu erklären ist, das sich
> die Frisöse mit 5 €/h nach 30 Jahren die Operation ihrer Tochter in
> einer Spezialklinik nicht leisten kann - und die darf dann elendig
> verrecken - aber der Fussballmillionär der nur 2 Jahre "gespielt" hat,
> kann sich das leisten.

Und was hat das mit Demokratie zu tun?

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> Michael Lieter schrieb:
>
>> In einer echten Demokratie
>
> Ach herrje, wie ich diesen Begriff "echte Demokratie" liebe... Der
> schwirrt hier im Forum öfter durch die Lüfte über dem Stammtisch.

Der Begriff "echte Demokratie" entstammt einem oft geäußerten 
Bauchgefühl und bringt hierzulande keinen wirklich weiter. Allenfalls in 
Putin-Russland wüßte man damit was konkret anzufangen, nämlich die 
Garantie einzufordern, sich frei versammeln und demonstrieren zu dürfen, 
ohne gleich von der Geheimpolizei zusammengekloppt zu werden.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Videos:

Ursachen und Lösungen des Geldsystems
Das Interview zum Buch "Der Währungs-Countdown"

http://www.wissensmanufaktur.net/wissen-kompakt

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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M. S. schrieb:

> wie Jemmand sein Geld macht kann doch egal sein. Wenn ich viel
> Geld habe und das wem leihe damit er z.B. eine Firma aufmachen kann
> trage ich doch auch ein Risiko... selbst wenn ich es der Bank anvertraue
> trage ich ein (inflations)- Risiko..

Selbstverständlich. Das ist auch in Ordnung.

Das Problem ist, dass ich beim nächsten Kredit dieses alte Risiko wieder 
verzinst bekomme.

Das Problem ist nicht der Zins, sondern der Zinseszins.

Chris D.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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A. K. schrieb:

> Ausserdem hat die ganze Sache hier nun wirklich nichts mit Demokratie zu
> tun. Die Problematik von Einkommensverteilungen ist weitgehend
> unabhängig von der Regierungsform.

Genau so ist es.

Die Probleme haben alle Wirtschaftsformen, die auf Zins aufbauen.
Das trifft uns genauso wie es die Chinesen treffen wird.

Chris D.

von Purzel H. (hacky)


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.. Der Zins ist gut, der Zinseszins ist schlecht ... Aua. Schon mal was 
von Differentialgleichung gehoert ?
Es gaebe gar keinen Zinseszins wenn der elende Schuldner nach einem Jahr 
neben dem Zins auch die Schuld bezahlen wuerde. Dh man muesste die 
Laufzeit von Schulden hart befristen. Rueckzahlen oder Insolvenz - nein 
?

Zum Glueck sind mittlerweile Physiker in der Regierung, die sollten die 
Differentialgleichungen verstehen.

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Sorry, ich muss euch enttäuschen. Der Euro wird nicht zu retten sein.
Wer das glaubt sollte man die rosarote Brille ablegen und der Wahrheit 
endlich ins nackte Gesicht sehen:

"Zentralbanken rüsten sich für Euro-Desaster"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,802395,00.html

"Schweiz bereitet sich auf Euro-Kollaps vor"
http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/schweiz-bereitet-sich-auf-euro-kollaps-vor/5934962.html

"Merkels Mission Impossible"
http://www.handelsblatt.com/politik/international/merkels-mission-impossible/5934930.html?p5934930=all

Und damit werden alle die Euros haben enteignet werden. Bald.

Ich mag vielleicht ein Schwarzmaler sein, oder für manche ein 
Verschwörungstheoretiker. Aber wenn solche Artikel in den großen Medien 
kommen, dann sind wohl viele hier "Schönmaler".

von Purzel H. (hacky)


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>>"Schweiz bereitet sich auf Euro-Kollaps vor"
>>http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-dev...
>
>..In Euro gerechnet sind die Lohnstückkosten in der Schweiz stärker >gestiegen 
als in Griechenland...

Ein eher duemmlicher Artikel. Der Output von Griechenland ist auf Null 
abgesackt, vorher war er marginal.

von Uhu U. (uhu)


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Mikro Oschi schrieb:
> Ein eher duemmlicher Artikel.

Wie das meiste, was der Herr zum Besten gibt...

von (prx) A. K. (prx)


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Markus Müller schrieb:

> Ich mag vielleicht ein Schwarzmaler sein, oder für manche ein
> Verschwörungstheoretiker. Aber wenn solche Artikel in den großen Medien
> kommen, dann sind wohl viele hier "Schönmaler".

Um den Link-Krieg passend weiter zu führen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,802205,00.html

Der Schlusssatz gefällt mir besonders: "Wir haben das schlechteste aller 
Europas, abgesehen von allen anderen, die wir schon ausprobiert haben."

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Link von A. K. (prx), aus dem Artikel:
Zitat:
Der Weg zu einem schuldenfreien Wirtschaften wird sehr mühsam sein .....
Vor allem sind zwei Botschaften zu beherzigen: Zum einen, dass die 
Zeiten des hemmungslosen Schuldenmachens ein für allemal vorbei sind. 
....

Wie ich schon oben geschrieben habe:
- Keine Neuschulden
- Schulden abbauen durch SPAREN = Ausgabenkürzungen

In dem Artikel steht NICHTS von Steuererhöhungen !!!


Wie das meiste, was der Herr UHU zum Besten gibt... nur dümmliche 
Kommentare, ohne Themenbezug.

von M. S. (bugles)


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A. K. schrieb:
>> Ich glaube es wird nicht funktionieren die Leistungsträger höher zu
>> besteuern,
>
> Ich auch nicht, jedenfalls nicht so wie Teile der SPD grad rumkrakeelen.
> Bloss: Wieviel Ungleichheit hält eine Gesellschaft aus? .....
>

Ich glaube das eine Gesellschaft sehr viel ungleichheit aushält und das 
sehr lange. Guck dir doch die Länder dieser Erde an ....

> Eine solche Gesellschaftstruktur ist auf
> Dauer instabil.....

Hier hättest Du auch schreiben können so jung kommen wir nicht mehr 
zusammen. Welche Gesellschaftsstruktur ist denn bitte auf Dauer stabil ? 
Und wieso muss eine Veränderung denn umbedingt negativ sein.  Welche 
Gesellschaftsstruktur dieser Erde ist dir bekannt die länger als 100 
Jahre bestand hatte ohne fundamentale Änderungen ?? Da fällt mir spontan 
keine ein. Deutschland schafft es auch gerade 60 Jahre wenn wir 1989 
nicht dazu rechenen und Zahlreiche fundamentale Veränderungen wie z.B. 
Verteidigungspolitik etc..

von Michael K. (charles_b)


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Christoph H. schrieb:

>
> Ehrlich gesagt halte ich es für einen großen Fehler, für die Besteuerung
> das Einkommen anstatt das Vermögen zu verwenden.
>

Vor allem in Zeiten der Globalisierung ist es grotesk, das rare Gut 
Arbeit auch noch zu besteuern.

Wenn wir keine Einkommensteuer zu zahlen hätten sondern z. B. ne höhere 
Mehrwertsteuer wären Arbeitsplätze bei uns gleich viel attraktiver.

Eine Verbrauchssteuer hingegen trifft die am ärgsten, die halt viel 
verbrauchen. Wer sich nen 911er kauft für 100000 kann auch noch 19000 
oder auch 33000 an MwSt. zahlen.

Gleichzeitig müsste man aber auch Privilegien abschaffen. Warum sind 
Aufwendungen für Arbeitszimmer nach oben gedeckelt - Anschaffungskosten 
für Firmenwägen aber nicht?

Hier gehört mal ordentlich aufgeräumt.  Die OECD hat ja jetzt 
Griechenland bescheinigt, dass dort nicht mal Strukturen vorhanden sind 
um Ordnung in den Laden zu bekommen.

So eine Analyse hätten wir eigentlich VOR dem ganzen Euro-Gedöns lesen 
wollen und eher den Aufbau neuer Regierungsstrukturen verlangen sollen 
als ein Kaputtsparen der Wirtschaft.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Wenn wir keine Einkommensteuer zu zahlen hätten sondern z. B. ne höhere
> Mehrwertsteuer wären Arbeitsplätze bei uns gleich viel attraktiver.

Dieses Steuermodell ist mit Abstand das asozialste, was hier 
vorgeschlagen wurde. (Noch schlimmer wäre nur eine Kopfsteuer als Ersatz 
für die Einkommensteuer.)

Es bedeutet nämlich, daß der Arme genau so hoch besteuert wird, wie der 
Superreiche und wenn letzterer seine Kohle in Immobilien, oder 
Firmenbeteiligungen anlegt, zahlt er nicht einen Cent Steuer.

von G. C. (_agp_)


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M. S. schrieb:

> Ich glaube das eine Gesellschaft sehr viel ungleichheit aushält und das
> sehr lange. Guck dir doch die Länder dieser Erde an ....

Zuviel Ungleichheit wird früher oder später mit Gewalt beantwortet. Dann 
bilden sich Bezirke wo die Polizei sich nicht mehr frei bewegen kann und 
Rettungskräfte (Feuerwehr, Ambulanz etc.) erst gar nicht mehr anrücken. 
Das extremste Beispiel aller Vorstellungen diesbezüglich kannst du im 
alten Klassiker "Die Klapperschlange" mit Kurt Russell bewundern. Etwas 
realitätsnäher (derzeit) sind Townships und Favelas, wo Kinder sich vom 
(Gift-) Müll der Industrienationen ernähren. Andere fressen Kekse aus 
Dreck (Lehm).

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,531816,00.html

Der Schritt zu "Soilent grün" ist dann übrigens auch nicht mehr weit ..

von (prx) A. K. (prx)


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M. S. schrieb:

> Ich glaube das eine Gesellschaft sehr viel ungleichheit aushält und das
> sehr lange. Guck dir doch die Länder dieser Erde an ....

Wer weiss das schon vorher so genau? Beispielsweise ob sich ein Prophet 
findet, der auf radikale Art den Weg aus der Situation verspricht.

Wobei das von der Vorgeschichte abhängen könnte. Von einer 
mittelständischen Gesellschaft hin zu einer, wie sie für 
unterentwickelte Staaten typisch ist, ist nicht direkt vergleichbar zur 
afrikanischen Geschichte, die seit der Kolonialzeit praktisch nie aus 
krasser Ungleichheit hinaus kam.

Grad die unterentwickelten Gesellschaften zeichnen sich vorwiegend 
dadurch aus, dass es eine kleine Oberschicht und eine grosse 
Unterschicht gibt, mit einer recht kleinen Mittelschicht dazwischen. 
Während sich die entwickelten Staaten in ihrer Blüte durch eine grosse 
Mittelschicht auszeichnen.

Nun sind Korrelationen kein Beweis, aber die Vermutung liegt nahe, dass 
der Weg in krasse Ungleichheit nicht nur für die Masse sondern auch 
insgesamt abwärts führt. Mit oder ohne Gewalt. Ob das erstrebenswert 
ist? Oder wäre es nicht klüger, im Interesse aller rechtzeitig dagegen 
zu steuern?

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Der Schritt zu "Soilent grün" ist dann übrigens auch nicht mehr weit ..

Nu bleib aber mal auf dem Teppich.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Noch

 alle Hochkulturen der Geschichte sind in sich zusammengebrochen, wenn 
sie ihren Zenit überschritten haben. Einzig der die Dehnung der Kurve 
ist variabel, nicht deren Verlauf. Die Frage ist; Ist der Zenit der 
westlichen Hochkultur bereits erreicht?
 Imho: ja und auch schon überschritten. Insofen stimmt der 
westerwellsche spätrömische Dekadezvergleich. Auch wenn das keiner gerne 
hört und er natürliche völlig zu Unrecht die Sozialkosten als dekadente 
Geschenke im Blick hatte. Die wahre Dekadenz besteht jedoch in der 
Abgehobenheit der Elite gegenüber der Volksmassen und das war auch beim 
untergehenden Rom nicht anders.

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


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Winfried J. schrieb:

> Die Frage ist; Ist der Zenit der westlichen Hochkultur bereits erreicht?

Definitiv was die Dominanz angeht. Das ist schon auf eher kurze Sicht 
eindeutig erkennbar.

Man muss aber zwischen dem gefühlten und realen Wohlstand unterscheiden. 
der gefühlte Wohlstand kann erheblich abnehmen, obwohl der real messbare 
Wohlstand praktisch stagniert. In solchen Diskussionen wird das 
regelmässig durcheinander gebracht.

> Die wahre Dekadenz besteht jedoch in der
> Abgehobenheit der Elite gegenüber der Volksmassen und das war auch beim
> untergehenden Rom nicht anders.

Rom hielt allerdings ungefähr ein Jahrtausend lang und mindestens die 
Hälfte dieser Zeit zeichnete sich durch eine ziemlich luxuriös lebende 
Oberschicht aus, bisweilen schon relativ früh mit einem absurden Ausmass 
an Dekadenz. Immerhin überlebte Rom den grad in der Hinsicht doch recht 
krassen Caligula um 4 Jahrhunderte, die Kaiserzeit war zu diesem 
Zeitpunkt noch relativ jung und die territoriale Ausbreitung erreichte 
ihren Höhepunkt erst später.

Der Punkt ist also nicht die Dekadenz selbst, sondern ob die 
Gesellschaft sie sich leisten kann.

Ein wesentliches Lebenselixier Roms waren die Kolonien (weiss grad 
nicht, ob man das offiziell so nennt). In dem Maße, in dem man die nicht 
mehr unter Kontrolle hatte, ging es abwärts. Apropos Kolonien: Die 
Briten haben ihre auch schon vor einiger Zeit verloren, die 2 
Jahrhunderte weltweiter Dominanz fanden auch ihr Ende, aber tatsächlich 
ist der britische Wohlstand heute höher als zur Kolonialzeit. Nur die 
imperiale Grandezza und die hochgereckte Nase mussten dran glauben. 
Manche Allüren sind aber noch geblieben.

von (prx) A. K. (prx)


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PS: Westerwelles Ansatz, die römische Dekadenz einer kleinen reichen 
Oberschicht nun einer aus seiner Sicht satten durchgefütterten 
Unterschicht vorzuwerfen, entbehrt m.E. nicht einer gewissen Frechheit. 
Vorsichtig ausgedrückt.

von G. C. (_agp_)


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Wahre Dekadenz hätte Westerwelle die Tage mal bei den Briten ausmachen 
sollen, die mit ihrer sturen Haltung sich hauptsächlich weiter von 
Finanzmarktgeschäften ernähren zu wollen ohne weiteres den Euro 
abschießen würden. Bei Maybritt Illner ("Deutschland bald auf 
Ramschniveau") war heute dieser Geist deutlich zu spüren, vor allem in 
den Äußerungen des britischen Finanzjournalisten  David Marsh. Ich 
empfehle mal sich anzuhören was Klaus von Dohnanyi zum Thema EZB im 
späten Verlauf der Sendung und vor allem was Dirk Müller zum Thema 
Schuldenbekämpfung sowie dem Verschiebebahnhof EZB<->IWF gesagt hat, 
Stichwort "Hütchenspielerei".

http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8416104,00.html

von Christoph H. (mc-entwickler)


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> alle Hochkulturen der Geschichte sind in sich zusammengebrochen, wenn
>sie ihren Zenit überschritten haben. Einzig der die Dehnung der Kurve
>ist variabel, nicht deren Verlauf. Die Frage ist; Ist der Zenit der
>westlichen Hochkultur bereits erreicht?

Ich denke, wir sollten uns nicht auf irgend einen Historie versteifen, 
die so weit formuliert ist und damit für unsere gegenwärtigen 
Verhältnisse keine Aussage liefert.

Wir sollten uns fragen, was unser Zeitalter von früheren Zeitaltern 
unterscheidet.
Wir habe in unserem Zeitalter viele unangenehmen Dinge beseitigt. Wir 
haben eine hoch entwickelte Medizin, die Menschen leben länger als je 
zuvor und Hungersnöte sind in Europa passe. Durch unseren Verstand und 
unser Wissen hat unsere Kultur all dieses erreicht.
Wir leben im Informationszeitalter und benutzen das Internet um immer 
noch existierende Diktaturen zu beseitigen wie gerade in Nordafrika der 
Fall. Wir können unser Wissen und unsere Kommunikation also nutzen, um 
unseren globalen Wohlstand weiter zu verbessern.

Jetzt haben wir eine Weltwirtschaftskrise. Was müssen wir tun?
Unseren Verstand und unsere Technologie nutzen, um historisch bekannte 
Entwicklungen wie nach 1930 zu verhindern.

Dazu muss und sollte unsere moderne Gesellschaft in der Lage sein.

von Purzel H. (hacky)


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Die neuen Regeln klingen gut, sind aber nicht ins Detail gedacht. Die 
Schuldenbremse sollte etwas griffiger sein. Eine Busse ... ist leider 
wirkungslos. Ein Berlusconi oder aehnlich schei**t da drauf. Wenn das 
Budget, oder die effektiven Zahlen negativ sind, wird die Regierung, 
sowie deren Familien per Europol zur Fahndung ausgeschrieben, dh dann 
ist Schluss mit Rumreisen und Spesen machen.

:-)

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Christoph H. schrieb:

> Ich denke, wir sollten uns nicht auf irgend einen Historie versteifen,
> die so weit formuliert ist und damit für unsere gegenwärtigen
> Verhältnisse keine Aussage liefert.
>

gnau diese Ignoranz der Geschichte undder damit verbundenen Aussagen
kann nicht weiterhelfen.

>
> Wir sollten uns fragen, was unser Zeitalter von früheren Zeitaltern
> unterscheidet.

Sicher auch das.

> Wir habe in unserem Zeitalter viele unangenehmen Dinge beseitigt. Wir
> haben eine hoch entwickelte Medizin, die Menschen leben länger als je
> zuvor und Hungersnöte sind in Europa passe. Durch unseren Verstand und
> unser Wissen hat unsere Kultur all dieses erreicht.

Und doch leben wir in einem System, in welchem archaische Strukturen den 
Umgang der Individuen untereinander dominieren.

> Wir leben im Informationszeitalter und benutzen das Internet um immer
> noch existierende Diktaturen zu beseitigen wie gerade in Nordafrika der
> Fall. Wir können unser Wissen und unsere Kommunikation also nutzen, um
> unseren globalen Wohlstand weiter zu verbessern.

Klar wenn wir Unrecht und Ellenbogenignorieren oder gar vergöttern, kann 
man das positiv sehen.

>
> Jetzt haben wir eine Weltwirtschaftskrise. Was müssen wir tun?
> Unseren Verstand und unsere Technologie nutzen, um historisch bekannte
> Entwicklungen wie nach 1930 zu verhindern.
>
das hoffe ich doch
>
> Dazu muss und sollte unsere moderne Gesellschaft in der Lage sein.
das benötigte aber, dass

1. die Mächtigen in Mehrheit ihre Verantwortung erkennen und über ihre 
pers. Bedürfnisse stellen,
2. sie dafür sorgen das diese Erkenntnisse kulturelles Allgemeingut 
würden.

Für beides sehe ich in der westliche Welt keine ausreichenden Anzeichen.

Sorry

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>1. die Mächtigen in Mehrheit ihre Verantwortung erkennen und über ihre
>pers. Bedürfnisse stellen,

Die Mächtigen sind schuld? Brauchen wir Sündenböcke? Ich behaupte, das

Problem liegt viel tiefer in der Gesellschaft:
g.c. schrieb
> Bei Maybritt Illner ("Deutschland bald auf
>Ramschniveau") war heute dieser Geist deutlich zu spüren, vor allem in
>den Äußerungen des britischen Finanzjournalisten  David Marsh. Ich
>empfehle mal sich anzuhören was Klaus von Dohnanyi zum Thema EZB im
>späten Verlauf der Sendung und vor allem was Dirk Müller zum Thema
>Schuldenbekämpfung sowie dem Verschiebebahnhof EZB<->IWF gesagt hat,
>Stichwort "Hütchenspielerei".
> http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8416104,00.html

Ich habe mir diese Sendung gerade eben angesehen und fand sie gar nicht 
schlecht. Insbesondere den Zusammenhang zwischen Schulden und Guthaben 
den Dirk Müller dort beschreibt.

Ich habe diesen Zusammenhang hier auch schon beschrieben
Beitrag "Re: Gesellschaft der Selbstversorger"

Obwohl die Zusammenhänge unbestreitbar und offensichtlich sind, können 
die Leute nicht in der Lage, die zwingenden Schlussfolgerungen zu 
ziehen, wie die nachfolgenden Kommentare des Threads zeigen.
Und genau darum geht es in dieser Krise: Es wird einige Verlierer geben, 
und im Moment geht es darum, wer das sein wird.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Christoph H. schrieb:
>>1. die Mächtigen in Mehrheit ihre Verantwortung erkennen und über ihre
>>pers. Bedürfnisse stellen,
>
> Die Mächtigen sind schuld? Brauchen wir Sündenböcke? Ich behaupte, das
>
> Problem liegt viel tiefer in der Gesellschaft:

Wenn es nicht die Mächtigen tun, so können die Machtverhältnisse und 
damit die Verteilungsverhältnisse nur mit Gewalt verändert werden, was 
zwar zu neuen Machtverteilung nicht aber zur neuen Qualität in den 
gesellschaftlichen Beziehungen zwisch Mächtigen und Ohnmächtigen führt. 
Dummerweise würde auch eine Machtaufgabe nur dazu führen das Andere sich 
derselben Macht bedienten, Ohnmächtige zu unterdrücken. So bleibt nur 
der Weg die Macht den Interressen des Gemeinwohls zu unterstellen, und 
dies kann nur wer sie innhält.

> g.c. schrieb
>> Bei Maybritt Illner ("Deutschland bald auf
>>Ramschniveau") war heute dieser Geist deutlich zu spüren, vor allem in
>>den Äußerungen des britischen Finanzjournalisten  David Marsh. Ich
>>empfehle mal sich anzuhören was Klaus von Dohnanyi zum Thema EZB im
>>späten Verlauf der Sendung und vor allem was Dirk Müller zum Thema
>>Schuldenbekämpfung sowie dem Verschiebebahnhof EZB<->IWF gesagt hat,
>>Stichwort "Hütchenspielerei".
>> http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8416104,00.html
>
> Ich habe mir diese Sendung gerade eben angesehen und fand sie gar nicht
> schlecht. Insbesondere den Zusammenhang zwischen Schulden und Guthaben
> den Dirk Müller dort beschreibt.
>
> Ich habe diesen Zusammenhang hier auch schon beschrieben
> Beitrag "Re: Gesellschaft der Selbstversorger"
>

Die unterstellung wer schulden macht ist schuld an der Misere 
unterschlägt dabei die Machtverhältnisse und damit den Zwang welchen die 
besitzenden Machtinhaber über die besitzlose Ohnmächtigen ausüben damit 
dies jene schukden machen welche ihren Besitz und damit ihre Macht 
mehren.
So einfach ist das. (Zitat Piespers) "Und wer ihnen etwas  Anderes 
einzureden versucht ist entweder einfach nur extrem dumm, oder eine 
extrem unappetietliche Körperöffnung."


> Obwohl die Zusammenhänge unbestreitbar und offensichtlich sind, können
> die Leute nicht in der Lage, die zwingenden Schlussfolgerungen zu
> ziehen, wie die nachfolgenden Kommentare des Threads zeigen.

Die Schlusfolgerungen kann jeder ziehen richtige wie Falsche, es kommt 
auf die Möglichkeit ihrer Umsetzung an, und die besitzt nur wer auch die 
Macht dazu besitzt. ....

> Und genau darum geht es in dieser Krise: Es wird einige Verlierer geben,
> und im Moment geht es darum, wer das sein wird.

Eben: Wer könnte sich leisten zu verzichten und wer kann es sich nicht 
leisten wird aber genau wegen dieser Ohnmacht "zur Kasse gebeten" 
werden?

was meinst Du

Namaste

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>Die Schlusfolgerungen kann jeder ziehen richtige wie Falsche, es kommt
>auf die Möglichkeit ihrer Umsetzung an, und die besitzt nur wer auch die
>Macht dazu besitzt. ....

Das Volk hat die Macht, es muss sich nur einigen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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o.k.,
 der war gut. Dem kann man wirklich keine naivere Aussage 
entgegensetzen, aucc ich nicht. sncr

Namaste

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Christoph H. schrieb:
> Das Volk hat die Macht, es muss sich nur einigen.

Dazu bedarf es eines geeigneten "Führers", der nicht allzuviel Unheil 
anrichtet.

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>Dazu bedarf es eines geeigneten "Führers", der nicht allzuviel Unheil
>anrichtet.

Meinst Du so jemanden wie Gandhi?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi

von Uhu U. (uhu)


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Mikro Oschi schrieb:
> Die neuen Regeln klingen gut, sind aber nicht ins Detail gedacht. Die
> Schuldenbremse sollte etwas griffiger sein.

Der einzig positive Aspekt ist, daß die Idioten endlich einen 
gemeinsamen Nenner gefunden haben - dazu hätten sie aber besser vor zwei 
Jahren schon durchgerungen, dann sähe es jetzt besser aus. (Auf GB hätte 
man schon zu Thatchers Zeiten verzichten sollen, statt sich von der 
Alten auf der Nase rumtanzen zu lassen.)

Wieder werden die Banken geschont und der Steuerzahler zur Kasse gebeten 
- das ist gar nicht gut. Und genau das ist die Spitze des 
Problem-Eisberges: die "Großen" haben ihre Interessen ein weiteres mal 
rücksichtslos durchgesetzt und Merkel hat ein weiteres mal bewiesen, daß 
sie nur der Deutschen Bank verbunden ist.

Der erste Anlauf, Europa weit in vordemokratische Zustände 
zurückzukatapultieren, schlug mit der verunglückten EU-Verfassung fehl. 
Nun wird das Zerstörungswerk an den Resten der europäischen Demokratien 
mit Hilfe des Finanzhebels vollendet.

Volkes Meinung interesiert - wie immer, bei wichtigen Dingen - kein 
Schwein. Der Souverän hat ausgedient.

Christoph H. schrieb:
> Das Volk hat die Macht, es muss sich nur einigen.

Du bist ein hochbegabter Zyniker...

von Wilhelm F. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Der einzig positive Aspekt ist, daß die Idioten endlich einen
> gemeinsamen Nenner gefunden haben - dazu hätten sie aber besser vor zwei
> Jahren schon durchgerungen, dann sähe es jetzt besser aus. (Auf GB hätte
> man schon zu Thatchers Zeiten verzichten sollen, statt sich von der
> Alten auf der Nase rumtanzen zu lassen.)

Zum EU-Beschluß habe ich heute mal was in der Tageszeitung gelesen. Die 
Briten kommen aber aus ihrer Finanzwirtschaft so schnell auch nicht 
wieder raus, weil ihr Land inzwischen hauptsächlich auf Finanzwirtschaft 
basiert.

Ein Finanzexperte kam noch zu Wort, und meinte, daß die Briten auch ihre 
Industrien verscherbelt hätten, es da kaum noch was gibt. Im Gegensatz 
zum 19. Jahrhundert, als sie in Industrieprodukten noch weltführend 
waren. Ja, sie waren wohl wirklich mal gut, z.B. im Maschinenbau. Das 
findet man tatsächlich, wenn man in der Historie herum kramt. Die gute 
alte Autoindustrie gehört heute überwiegend Ausländern, oder ist platt. 
Rolls mag vielleicht noch eine Ausnahme sein.

Was sollten die denn aktuell tun? Sich wieder Zustände wie 1980 unter 
Thatcher herbei schaffen? Massenarbeitslosigkeit in größerer 
zweistelliger Höhe? Da kämpfen die jetzt sicher wie die Berserker im 
Finanzsektor.

von Uhu U. (uhu)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Die
> Briten kommen aber aus ihrer Finanzwirtschaft so schnell auch nicht
> wieder raus, weil ihr Land inzwischen hauptsächlich auf Finanzwirtschaft
> basiert.

Dann wird es Zeit, daß die Faulsäcke endlich mal zum Arbeiten gezwungen 
werden. Die Griechen werden durch den Wolf gedreht und die Drecksäcke in 
London, die noch viel verkommener sind, verlangen Extrawürste...

von (prx) A. K. (prx)


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Wilhelm Ferkes schrieb:

> Zum EU-Beschluß habe ich heute mal was in der Tageszeitung gelesen. Die
> Briten kommen aber aus ihrer Finanzwirtschaft so schnell auch nicht
> wieder raus, weil ihr Land inzwischen hauptsächlich auf Finanzwirtschaft
> basiert

"Hauptsächlich" ist etwas übertrieben, ich las heute 11%. Aber das ist 
natürlich ein erheblicher Anteil. Und ein einflussreicher, grad bei den 
Konservativen.

Der Haken ist, dass sie damit auf einem ziemlich wackligen Bein stehen, 
weil sehr stimmungsabhängig, und dieser Tage ohnehin froh sein können, 
dass sich die Pythias dieser Welt fast ausschliesslich auf die Eurozone 
konzentrieren. Wenn die mal Zielwechsel machen...

Ein weiteres Problem könnten sich die Briten einhandeln, wenn der 
nichteuropäischen Wirtschaft auffällt, dass GB als Brückenkopf in die EU 
auf lange Sicht nicht mehr viel hergeben könnte.

von Wilhelm F. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Dann wird es Zeit, daß die Faulsäcke endlich mal zum Arbeiten gezwungen
> werden.

Na ja, den Menschen, dem Volk, kann man es wohl nicht anlasten. Viele 
arbeiten dort in Niedriglohnsektoren, Dienstleistungen. Aber sie haben 
mit den Industrien das Know-How verloren. Was will man da machen!

Wir sollten ja aufpassen, daß wir da nicht selbst hin gelangen. Hier 
wird ja auch immer mehr verscherbelt, outgesourced, und lieber mehr mit 
den Weltfinanzen gespielt. Und EU-Ausgleichszahlungs-Bluter sind wir 
auch noch. In der Tageszeitung ging es zum Thema auch um Deutschland. 
Daß man hier inzwischen der größte Konkurrent in Europa mit Lohndumping 
geworden ist, und sich auf Export verläßt. Was bringt das dem Bürger? Es 
gibt ja hier noch ein paar Idioten, die Lohndumping immer wieder 
bestärken, und meinen, es wäre nicht mehr als richtig: Nach dem Motto: 
Lieber einen MINT-Arbeitsplatz zum Bäckereiverkäuferinnengehalt, als 
Hartz-IV. Nun ja, da lachen auf der anderen Seite immer andere. 
Garantiert. Wenn sie einen nicht gerade ganz auslachen.



A. K. schrieb:

> "Hauptsächlich" ist etwas übertrieben, ich las heute 11%. Aber das ist
> natürlich ein erheblicher Anteil. Und ein einflussreicher, grad bei den
> Konservativen.

Da hast du wohl bessere Quellen, als meine Provinz-Zeitung. Mit den 
geringen 11% hätte ich jetzt nicht gerechnet.

von Purzel H. (hacky)


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>AK schrieb
>Ein weiteres Problem könnten sich die Briten einhandeln, wenn der
nichteuropäischen Wirtschaft auffällt, dass GB als Brückenkopf in die EU
auf lange Sicht nicht mehr viel hergeben könnte.


GB verhaellt sich immer noch so wie wenn sie grad die Armada versenkt 
haetten, und wie wenn die Reichtuemer von den unzaehligen Kolonien noch 
angekarrt wuerden. Dabei hat es in GB keine Industrie mehr, und die 
Negerlein, die den Dreck wegmachten sind auch nicht mehr da. Der Dreck 
schon..
Noch so ein in sich selbst abgeschlossener Spachraum, der von 
Anderssprachigen umzingelt ist, und daher sein eigenes Absacken nicht 
erkennt. Nicht dass die Anderen nicht english sprechen wuerden, aber die 
Nachrichten der Nachbarstaaten sind nicht auf englisch. Wenn 
regierungsfreundliche Medienmonopole nun jeden Tag verkuenden : wir sind 
die Besten & die Erfolgreichsten wird das geglaubt.  Dasselbe trifft 
uebrigens auch fuer Griechenland, Frankreich, Italien, USA, Russland usw 
zu.

Der Brueckenkopf ueber den Atlantik gibt nur Geschnorr her, plus einen 
Sitz im Sicherheitsrat der UNO. Der Brueckenkopf auf der anderen Seite 
des Atlantik ist allerding schneller am Abfaulen wie GB selbst. Daher 
wird's von dieser Richtung auf laengere Frist schneller ruhig werden. 
Und GB kann als Westrand der EU weiter vor sich hin duempeln.

Ein illusterer Klub von Subventionsbezuegern aendert den Namen 
periodisch. War er mal G7, dann G8, G9, G10, .. Gxx er wird aber dadurch 
nicht besser. Wie Ratten, die noch auf das sinkende Schiff aufspringen 
muessen. :-)

von (prx) A. K. (prx)


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Wilhelm Ferkes schrieb:

> Da hast du wohl bessere Quellen, als meine Provinz-Zeitung. Mit den
> geringen 11% hätte ich jetzt nicht gerechnet.

http://www.welt.de/print/wams/politik/article13761529/Warum-Cameron-die-EU-alleinliess.html

von (prx) A. K. (prx)


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Mikro Oschi schrieb:

> Der Brueckenkopf ueber den Atlantik gibt nur Geschnorr her,

Den meinte ich zwar garnicht, sondern eher diverse asiatische Konzerne, 
die GB in den letzten Jahrzehnten gern als Stützpunkt in Europa 
verwendeten. Und deshalb schon über die Ablehnung des Euro nicht so ganz 
glücklich waren. Aber so herum stimmt es natürlich auch.

von Michael K. (charles_b)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Wenn wir keine Einkommensteuer zu zahlen hätten sondern z. B. ne höhere
>> Mehrwertsteuer wären Arbeitsplätze bei uns gleich viel attraktiver.
>
> Dieses Steuermodell ist mit Abstand das asozialste, was hier
> vorgeschlagen wurde. (Noch schlimmer wäre nur eine Kopfsteuer als Ersatz
> für die Einkommensteuer.)
>
> Es bedeutet nämlich, daß der Arme genau so hoch besteuert wird, wie der
> Superreiche und wenn letzterer seine Kohle in Immobilien, oder
> Firmenbeteiligungen anlegt, zahlt er nicht einen Cent Steuer.

Nein, der "Arme" zahlt den gleichen Steuer-SATZ. Was bei weniger Geld 
auch weniger Steuer ist.


Kopfsteuer bedeutet, dass jeder gleich viel Geld zahlt. Da ist also 
schon ein gewaltiger Unterschied und ne Kopfsteuer geht wirklich gar 
nicht.

Dass man bei der Mehrwertsteuer Lebensmittel und Dienstleistungen 
(Verhinderung von Schwarzarbeit) freistellen muss ist wohl auch klar.

Wer also nur Essen kauft zahlt erst mal gar keine Steuer. Und wer sich 
Konsumgüter kauft, zahlt entsprechend seiner Leistungsfähigkeit.

Beispiel: 500 Euro (arm): davon 400 Euro für Essen und 100 Euro für 
Konsumgüter = ca. 50 Euro MwSt. (Steuersatz 10%) (MwSt. Satz bei 50%)

50000 Euro (reich): davon 1000 Euro für Essen, und 49000 für Konsumgüter 
= 24500 Euro Steuer = Steuersatz von 49%

Wo das asozial sein soll ist mir unklar.

von Wilhelm F. (Gast)


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Michael K-punkt schrieb:

> Wer also nur Essen kauft zahlt erst mal gar keine Steuer. Und wer sich
> Konsumgüter kauft, zahlt entsprechend seiner Leistungsfähigkeit.

Das wird ja dann demnächst noch heiter, wenn Bedürftige, vom 
Arbeitsmarkt ausgesonderte, die auch altersbedingt öfter als 20-Jährige 
mal krank sind, die 5€ Praxisgebühr pro Arztbesuch entrichten müssen. 
Die gerade in der Presse herum geistern... Manche müssen da mal alle 
drei Tage hin. Kenne da einige. Nicht, weil man sich das persönlich so 
wünscht. Sondern, weil es erforderlich ist.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
...

Und wieder zitiert der Herr Lehrer ohne Verstand. So langsam glaub ich, 
daß er wirklich keinen hat...

> Nein, der "Arme" zahlt den gleichen Steuer-SATZ. Was bei weniger Geld
> auch weniger Steuer ist.

Nur einem, der gerade mal das Existenzminimum am Monatsende heraus 
bekommt, den drückt der Betrag unendlich viel mehr, als einen, der 10 k€ 
darüber liegt. Aber für solche Argumente sind letztere natürlich absolut 
unzugänglich...

> Kopfsteuer bedeutet, dass jeder gleich viel Geld zahlt. Da ist also
> schon ein gewaltiger Unterschied und ne Kopfsteuer geht wirklich gar
> nicht.

Die Mehrwertsteuer auf alles Lebensnotwendige ist nichts anderes, als 
eine Kopfsteuer...

> Dass man bei der Mehrwertsteuer Lebensmittel und Dienstleistungen
> (Verhinderung von Schwarzarbeit) freistellen muss ist wohl auch klar.

Davon war nie die Rede und Ist-Zustand ist es sowieso nicht.

> 50000 Euro (reich): davon 1000 Euro für Essen, und 49000 für Konsumgüter
> = 24500 Euro Steuer = Steuersatz von 49%
>
> Wo das asozial sein soll ist mir unklar.

Die Sache ist ganz furchtbar simpel: der Reiche wird nicht die 49000 
vernaschen, sondern zum großen Teil anlegen - und dafür wird bei 
Immobilien gerade mal die Grunderwerbsteuer fällig (3,5 - 5%, je nach 
Bundesland) und Aktien und Wertpapiere mit maximal 25%.

Angeschissen ist der Kleine, wie immer.

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> Wilhelm Ferkes schrieb:
>
>> Da hast du wohl bessere Quellen, als meine Provinz-Zeitung. Mit den
>> geringen 11% hätte ich jetzt nicht gerechnet.
>
> 
http://www.welt.de/print/wams/politik/article13761529/Warum-Cameron-die-EU-alleinliess.html

Wenn es denn mal stimmt. Da gibt es auch andere Zahlen, siehe

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:finanztransaktionsteuer-melvyn-krauss-steuer-auf-finanztransaktionen-ist-gift/60133041.html

"Der britische Ex-Premier John Major beschrieb die 
Finanztransaktionsteuer vergangene Woche als "wärmesuchende Rakete, die 
auf die Londoner Finanzmeile gerichtet ist". 80 bis 85 Prozent der 
Steuererträge würden aus der City kommen."

John Major wird schon wissen, womit sein Land den Bimbes generiert. ;)

und auch hier eine eindrucksvolle Zahl

"80 Prozent der europäischen Hedgefonds und ein Großteil der 
Private-Equity-Firmen sitzen in Großbritannien. Die neuen Kontrollen 
würden dem Wirtschaftszweig erheblich schaden, argumentieren die 
Lobbyverbände und die britische Regierung."

Quelle: 
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,695505,00.html

von Uhu U. (uhu)


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Mittlerweile scheint es doch einigen Aufruhr im United Kingdom über 
Camerons tumbe Tour zu geben:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,803028,00.html

von G. C. (_agp_)


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Christoph H. schrieb:
>> http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8416104,00.html
>
> Ich habe mir diese Sendung gerade eben angesehen und fand sie gar nicht
> schlecht. Insbesondere den Zusammenhang zwischen Schulden und Guthaben
> den Dirk Müller dort beschreibt.

Ja er beschreibt das gut. Das machst er auch nicht zum ersten mal. 
Leider glaubt unsere Bundesregierung man könnte die Schuldenkrise allein 
bewältigen, indem man allen Beteiligten einen harten Sparkurs aufzwingt. 
Was dabei einfach unter den Tisch fällt ist die Tatsache, wenn plötzlich 
ALLE sparen können wir nicht weiter Exportweltmeister oder Vize bleiben. 
Dann rutscht Europa insgesamt in die Rezession (nicht nur Griechenland) 
und wir haben dann bald nicht mehr die Mittel aus dem Haushalt, um all 
die Rettungspakete zu finanzieren. Die Schulden der anderen in Europa 
waren bisher unsere Exporterfolge.

Hier dazu etwas von 2008

"Deutsche Exporte bringen Rekord-Überschuss"

http://www.welt.de/wirtschaft/article1902941/Deutsche_Exporte_bringen_Rekord_Ueberschuss.html

"Die höchsten Überschüsse in der Handelsbilanz erzielte Deutschland den 
Angaben zufolge im Warenverkehr mit Frankreich (plus 28,9 Milliarden 
Euro), gefolgt von den Vereinigten Staaten (plus 27,7 Milliarden Euro), 
dem Vereinigten Königreich (plus 27,6 Milliarden Euro) und Spanien (plus 
27,0 Milliarden Euro)."

Gegenüber China MINUS 24,7 Milliarden Euro.

Sarkozy will ein hartes Sparprogramm auflegen. Der USA geht es schlecht. 
England steht im Abseits. Spanien hat 20 Prozent Jugendarbeitslosigkeit.

von Christoph H. (mc-entwickler)


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>"Der britische Ex-Premier John Major beschrieb die
>Finanztransaktionsteuer vergangene Woche als "wärmesuchende Rakete, die
>auf die Londoner Finanzmeile gerichtet ist". 80 bis 85 Prozent der
>Steuererträge würden aus der City kommen."

Da hätte ich noch eine kleine Anmerkung dazu:

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35902/1.html

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Wenn es denn mal stimmt. Da gibt es auch andere Zahlen, siehe
> "80 bis 85 Prozent der Steuererträge würden aus der City kommen."

Was rein formal nicht einmal einen Widerspruch darstellt. Denn die 11% 
beziehen sich auf das Bruttoinlandsprodukt eines bestimmten 
Wirtschaftszweiges, die 80-85% auf Steuererträge.

Aber: Würdest Du Helmut Kohl bei der Aufklärung der CDU 
Parteifinanzierung der 90er als neutrale Quelle betrachten? John Major 
ist doch ein damals sehr aktiver Teil des Geschichte dieses 
Wirtschaftszweiges.

Und es wäre schon etwas merkwürdig, wenn der Rest der britischen 
Wirtschaft fast steuerfrei arbeitet.

von (prx) A. K. (prx)


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Ein paar Zahlen aus Wikipedia:

"Financial and business services: This industry added gross value of 
£86,145 million to the UK economy in 2004"

"In 2009 the UK manufacturing sector generated approximately £140 
billion in gross value added"

D.h. die Herstellung von Produkten trägt mehr zur Wirtschaft bei als der 
Finanzsektor.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Auf die Gefahr mich unmöglich zu machen gebe ich zu bedenken, ein 
Wirtschaftskrieg der Deutschen gegen das UK gipfelte bereits 2 mal in 
verherenden Kriegen.

Namaste

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Wenn es denn mal stimmt. Da gibt es auch andere Zahlen, siehe
>> "80 bis 85 Prozent der Steuererträge würden aus der City kommen."
>
> Was rein formal nicht einmal einen Widerspruch darstellt. Denn die 11%
> beziehen sich auf das Bruttoinlandsprodukt eines bestimmten
> Wirtschaftszweiges, die 80-85% auf Steuererträge.

Formal zahlen angeblich die Reichen in Deutschland bereits alle Steuren 
(sagt die FDP).

> Aber: Würdest Du Helmut Kohl bei der Aufklärung der CDU
> Parteifinanzierung der 90er als neutrale Quelle betrachten? John Major
> ist doch ein damals sehr aktiver Teil des Geschichte dieses
> Wirtschaftszweiges.

Wozu brauche ich eine neutrale Quelle wenn John Major freiwillig die 
Abhängigkeit der Britem vom Finanzsektor zugibt? Die bräuchte ich doch 
nur wenn er versucht hätte das Problem klein zu reden.

> Und es wäre schon etwas merkwürdig, wenn der Rest der britischen
> Wirtschaft fast steuerfrei arbeitet.

Das behauptet keiner.

von (prx) A. K. (prx)


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Winfried J. schrieb:

> Auf die Gefahr mich unmöglich zu machen gebe ich zu bedenken, ein
> Wirtschaftskrieg der Deutschen gegen das UK gipfelte bereits 2 mal in
> verherenden Kriegen.

Und ich dachte bisher, es wäre eine Besonderheit der Briten, das gesamte 
aktuelle Weltgeschehen auch 70 Jahre später stets durch die Brille des 
zweiten Weltkriegs zu sehen. Sagt dir der Satz "Don't mention the war!" 
etwas? ;-)

Hier führt niemand einen Wirtschaftskrieg. Es kochen in den Medien 
beiderseits des Kanals grad ein paar Emotionen hoch, mehr ist das 
bislang jedenfalls nicht. Ausserdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass 
Sarkozy an den Emotionen mehr Anteil hat als Merkel, aktiv wie passiv. 
Also wenn schon, dann solltest du Napoleons abgeblasenen 
Invasionsversuch und Waterloo anführen (aber Vorsicht: 1066 hat es 
funktioniert!).

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:

> D.h. die Herstellung von Produkten trägt mehr zur Wirtschaft bei als der
> Finanzsektor.

Dann sollten die Briten MEHR Interesse an einem stabilen Absatzmarkt EU 
haben als an einer ausurfernen Finanzwirtschaft, die noch dazu die 
eigenen (real) Wirtschaft bedroht. Wie erkärst du dir diesen 
Widerspruch? Cameron hat beim Krisentreffen doch mit der Nachdruck 
versucht Sonderkonditionen für sein Land und seine Finanzindustrie 
herauszuschlagen.

Cameron hat übrigens in einem Interview das in der ARD gesendet wurde 
gesagt, er brauche die EU nur als Absatzmarkt UND SONST GAR NICHT. Das 
sei sein einziges Interesse an der EU.

Die Briten machen ein "piss off" auf die Wertegemeinschaft EU. Das war 
seine Aussage. Klarer gings nicht.

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

>> Und es wäre schon etwas merkwürdig, wenn der Rest der britischen
>> Wirtschaft fast steuerfrei arbeitet.
>
> Das behauptet keiner.

Nein? Wenn der Finanzsektor tatsächlich für 80-85% der Steuereinnahmen 
von GB sorgen würde, aber der Löwenanteil der Wirtschaft nur für die 
mageren 10-15% vom Rest, dann könnte man das ja wohl für diese 
"Restwirtschaft" als fast steuerfrei bezeichnen.

Nope, was weiss ich von was der diese 80-85% gerechnet hat. Vielleicht 
stammen 80-85% der Steuerreinnahmen der "City" aus der Finanzwirtschaft. 
Das könnte schon sein.

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:

> Es kochen in den Medien
> beiderseits des Kanals grad ein paar Emotionen hoch, mehr ist das
> bislang jedenfalls nicht. Ausserdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass
> Sarkozy an den Emotionen mehr Anteil hat als Merkel, aktiv wie passiv.

Das sollte nicht wundern. Dank Sarkozy sind Volksabstimmungen gegen das 
(Vertragswerk) was jetzt beschlossen wurde wohl nicht möglich und das 
passt nicht allen.

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>>> Und es wäre schon etwas merkwürdig, wenn der Rest der britischen
>>> Wirtschaft fast steuerfrei arbeitet.
>>
>> Das behauptet keiner.
>
> Nein? Wenn der Finanzsektor tatsächlich für 80-85% der Steuereinnahmen
> von GB sorgen würde, aber der Löwenanteil der Wirtschaft nur für die
> mageren 10-15% vom Rest, dann könnte man das ja wohl für diese
> "Restwirtschaft" als fast steuerfrei bezeichnen.
>
> Nope, was weiss ich von was der diese 80-85% gerechnet hat. Vielleicht
> stammen 80-85% der Steuerreinnahmen der "City" aus der Finanzwirtschaft.
> Das könnte schon sein.

Wie gesagt, John Major ist nicht irgendwer und da > 80 Prozent aller 
Hedgefonds und private-Equity-Firmen am Londoner Finanzplatz agieren 
würde mich das nicht wundern, wenn England inzwischen hauptsächlich 
davon lebt.

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Dann sollten die Briten MEHR Interesse an einem stabilen Absatzmarkt EU
> haben als an einer ausurfernen Finanzwirtschaft, die noch dazu die
> eigenen (real) Wirtschaft bedroht. Wie erkärst du dir diesen
> Widerspruch?

Da ist keiner. Solange die EU existiert und GB drin ist ist der 
Absatzmarkt der produzierenden Wirtschaft nicht ernsthaft gefährdet. Für 
die wird es erst gefährlich, wenn die im Volk vorhandene Abneigung 
gegenüber der EU sich zu einer ernst zu nehmenden Bewegung für einen 
Austritt entwickelt sollte.

Meine Prophezeihung: Die Briten werden zwar nicht an den Beschlüssen 
teilnehmen, sie aber letztlich nicht ernsthaft die für die anderen 
Staaten blockieren. Sicher, sie könnten es mit Blick auf die EU-Verträge 
tun oder versuchen, da die Konstruktion rechtlich heikel ist, aber 
ebendies würde die übrigen Staaten regelrecht dazu zwingen, die Briten 
per Neugründung einer EU 2.0 faktisch rauszuwerfen. Und daran hat 
niemand ein Interesse, auch wenn das im Pulverdampf der Medien mal 
aufkommen wird.

Dran denken, dass die Briten grad eine Koalitionsregierung haben. Die 
Begeisterung der Liberalen für den Kurs von Cameron könnte sich in 
Grenzen halten.

von G. C. (_agp_)


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A. K. schrieb:
> g. c. schrieb:
>
>> Dann sollten die Briten MEHR Interesse an einem stabilen Absatzmarkt EU
>> haben als an einer ausurfernen Finanzwirtschaft, die noch dazu die
>> eigenen (real) Wirtschaft bedroht. Wie erkärst du dir diesen
>> Widerspruch?
>
> Da ist keiner. Solange die EU existiert und GB drin ist ist der
> Absatzmarkt der produzierenden Wirtschaft nicht ernsthaft gefährdet.

Was schhreibst du denn da? Das gesamte ökonomische Wachstum ist derzeit 
in der EU gefährdet. Nur in der EU sein heißt mal rein gar nichts. 
Irgendwer muss auch die Produkte kaufen. Das betrifft Staaten wie 
Griechenland (die haben ja nicht mal was oder genügend zu verkaufen), 
das kriselnde Spanien und Italien und wenn Merkels Plan gleift auch uns. 
Dann können wir ja mal bei China anfragen, on die unsere Exporte haben 
wollen.

von G. C. (_agp_)


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Und zu deinem gelöschten Beitrag "die übrigen Briten hüten Schafe?"

Hier steht es etwas ausführlicher.

http://www.gtai.de/fdb-SE,MKT201109288010,Google.html

Vereinigtes Königsreich 2008
# Dienstleistungssektor 76 % am BIP
- davon Immobiliendienstleistungen 30,4 %
- Groß- und Einzelhandel (inklusive Autohäuser) 14,8 %
- in der Hauptstadt London konzentrierte Bereich der 
Finanzdienstleistungen (11,7%)

# Anteil der verarbeitenden Industrie am britischen BIP belief sich 2008 
lediglich auf 11,6%
davon widerum
- Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (inklusive Tabakwaren) 14,0 % 
(bedeutendster Subsektor der britischen Industrie der gesamten 
Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe)
- chemische Industrie 12,8 %
- Baugewerbe 6,2%
- Öl- und Gasindustrie 2,7%

Auch England wurde von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen: "Die 
britischen Importe brachen Angaben von Eurostat zufolge im Krisenjahr 
2009 auf 346,2 Mrd. Euro ein und notierten damit um 16,2% niedriger als 
im Jahr 2005." Im Folgejahr 2010 lief es für die Briten wieder recht gut 
(+22,0% auf 422,5 Mrd.).

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Was schhreibst du denn da? Das gesamte ökonomische Wachstum ist derzeit
> in der EU gefährdet.

Andere Baustelle. Ich bezog mich drauf, dass GB weiterhin Teil des 
Wirtschaftsraumes bleibt

Was passiert denn, wenn die Briten jede weitere Entwicklung zur Lösung 
der Krise blockieren? Dann platzt der Euro und damit wahrscheinlich auch 
die EU und der Wirtschaftsraum. Ergebnis: Die Chancen, als 51. 
Bundesstaat den USA beizutreten wäre grösser, als etlichen unter den 
Europäern auch ein einziges Schaf zu verkaufen.

Übrigens ist das letzte Wort in der Sache nicht gesprochen und das war 
auch nicht die letzte Krisensitzung. Die Austerity-Politik, die derzeit 
im Raum steht, wird in der angedrohten Form nicht kommen. Denkst du 
ernsthaft, das war schon alles, was zu diesem Thema jemals beschlossen 
wird?

Wenn man zum jetztigen Zeitpunkt alle Schleusen für eine 
gesamteuropäische Verschuldung geöffnet hätte, dann wäre das Vertrauen 
in die Rückzahlung dieser Neuschulden eher begrenzt - meines jedenfalls 
wäre es - und das Zinsniveau für langfristige Anleihen hoch. Denn dann 
wäre der Druck für saubere Haushaltsführung in etlichen Staaten komplett 
weg und jeder könnte sich ausrechnen, was in 10-20 Jahren passiert.

Folglich muss erst einmal Vertrauen darin aufgebaut werden, dass die 
Europäer zu sauberer Staatsführung im Stande sind. Dieses Vertrauen muss 
zuerst kommen (das Vertrauen, nicht die Finanzen selbst, denn das dauert 
zu lang). Und dieses Vertrauen geht zunächst einmal über Methoden, die 
Staatshaushalte in Ordnung zu bringen. Ob das nun Sparen oder Steuern 
heisst, oder beides, ist eine andere Frage.

von (prx) A. K. (prx)


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Apopos: Was wäre eigentlich dein Vorschlag zur Lösung der Krise? Mit 
jener Finanzwirtschaft, die aufgrund ihrer inhärenten Instabilität 
massgeblich zur letzten Krise beigetragen hat, und die vom britischen 
Staat massiv gerettet werden musste, unverändert weiter zu machen? Die 
RBS ist mittlerweile fast vollständig verstaatlicht.

Kritiker der Massnahmen gibts Millionen, dazu ist jeder berufen und in 
der Lage. Ist auch leicht, denn bei wirklich jeder einzelnen möglichen 
Massnahme gibt es sehr berechtigte Einwände. Allein: Zur Lösung trägt 
das nicht bei.

PS: Mir schwebt da grad ein lustiges Bild vor (bitte nicht ernst 
nehmen): Wenn die Finanzwirtschaft irgendwann aufgrund solcher 
Stützungen mehrheitlich dem Staat gehört und der Staat mehrheitlich von 
Steuern dieser Finanzwirtschaft aufrecht erhalten wird und bei dieser 
auch seine Schulden aufnimmt, dann ist der absurde Kreisverkehr perfekt.

von Uhu U. (uhu)


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g. c. schrieb:
> Was dabei einfach unter den Tisch fällt ist die Tatsache, wenn plötzlich
> ALLE sparen können wir nicht weiter Exportweltmeister oder Vize bleiben.

Wo doch unsere verdammte Exportweltmeisterschaft eine der wichtigen 
Ursachen der ganzen Misere ist. Die Lösung der Krise wird nicht ohne 
Verzicht auf eine Billion deutscher Außenhandelsüberschüsse gehen. Da 
die Investoren nicht dazu herangezogen werden sollen, müssen mal wieder 
die ran, auf deren Rücken die Außenhandelsüberschüsse erwirtschaftet 
wurden.

Die zynische Variante des Verursacherpinzipes...

Der Sparwahn wird ganz Europa den Rest geben, aber Hauptsache die Zocker 
haben Zeit genug gewonnen, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Winfried J. schrieb:
> gebe ich zu bedenken, ein
> Wirtschaftskrieg der Deutschen gegen das UK gipfelte bereits 2 mal in
> verherenden Kriegen.

Haben wir einen Wirtschaftskrieg gegen GB? Doch wohl eher nicht.

A. K. schrieb:
> Ausserdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass
> Sarkozy an den Emotionen mehr Anteil hat als Merkel, aktiv wie passiv.

Nun ja, das ist ja auch das Einzige, was er wirklich kann...

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Nun ja, das ist ja auch das Einzige, was er wirklich kann...

Nicht ganz. Aber das muss man verstehen, der ist grad ein wenig 
gestresst. Wer kennt ihn nicht, den Schlafmangel: 
http://www.caglecartoons.com/media/cartoons/216/2011/10/20/99576_600.jpg

Diese Interpretation ist auch nicht übel, aber möglicherweise nur für 
ältere Semester verständlich: 
http://www.caglecartoons.com/media/cartoons/50/2011/12/03/102305_600.jpg

von Purzel H. (hacky)


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>Hier führt niemand einen Wirtschaftskrieg.

Ist leider Wunschdenken, der Wirtschaftskrieg ist voll im Gang. Wenn man 
mit etwas Stuss plappern ein paar Miliarden kassieren kann macht man 
das. Das geschieht, indem man der Konkurrenz in einem anderen Land 
Steine in den Weg legt.

von Uhu U. (uhu)


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Mikro Oschi schrieb:
> Das geschieht, indem man der Konkurrenz in einem anderen Land Steine in
> den Weg legt.

Ist das nicht normale Marktwirtschaft, so wie sie Apple, Motorola und 
Samsung verstehen?

Dann könnte man nur von einem Privatkrieg reden - aber in einer Zeit, in 
der die Konzerne mit Regierungen wedeln, gibt es wohl kaum noch 
andere...

von Claus W. (Gast)


Angehängte Dateien:

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(1) log(Reichtum, Geldmenge) und log(Profit, Zinstarif) schwingen um 90° 
zeitlich versetzt mit einer Periode von etwa 40 Jahren. Diese 
Zahlenwerte bewirken, dass ab und zu irgendeine Branche oder Institution 
einen Mangel verspürt (der Kittel brennt) aber nicht genau weiß woher es 
kommt. Leider ist die Auslenkung der Schwingung sehr groß und es scheint 
dass Profiteure absichtlich etwas nachhelfen.

(2) Ich halte dafür, dass sich die Krisen eigentlich von selbst lösen, 
weil z.B. Geldmenge oder Profit ihre Extremwerte verlassen. Funktionäre 
und Politiker geben das als eigenen Erfolg aus. Selbst ohne € wird es 
künftig irgendein Geld geben. Das Geld wird notdürftig passend gemacht 
für die reale Güterverteilung. Dabei fällt natürlich rein zufällig ein 
recht üppiger Teil für das Bankgewerbe ab...

(3) Die Kirche ist auch eine Organisation, welche den ganzen Menschen 
programmiert. Sie hat durch eine lange Geschichte das Geld beobachtet 
und schon viele Währungen hinter sich gebracht. Einem Pfarrer fiel auf, 
dass ostdeutsche Rentner schon vier Währungsumstellungen erlebt hatten.

(4) Reiche hatten in letzter Zeit Schwierigkeiten, ihr Geld zinsbringend 
unterzubringen - wegen schlechter Aussichten traute sich niemand zu, die 
riesigen Zinsberge zu bezahlen. Irgendwie zufällig verspürte da der 
Staat einen unsichtbaren Drang, Schulden zu machen. Laut Punkt (1) und 
dem Anhang nimmt aber seit kurzem zwar die Geldmenge weiter ab aber der 
Zinstarif steigt wieder. Da weniger Geld angelegt ist müssen in der 
Summe weniger Zinsen gezahlt werden. Die Industrie wird mehr Geld 
brauchen als an Geldmenge da ist. Der Staat verspürt plötzlich einen 
unsichtbaren Drang, in nächster Zeit der Industrie das benötigte Geld 
nicht wegzunehmen. Er gibt sich verdächtig vernünftig... und verdirbt 
dabei der Industrie nicht die mäßigen Zinssätze.

von Michael K. (charles_b)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
> ...
>
> Und wieder zitiert der Herr Lehrer ohne Verstand. So langsam glaub ich,
> daß er wirklich keinen hat...

Dein altes Problem. Aber gut, wenn wir mal wieder drüber geredet haben.

>> Nein, der "Arme" zahlt den gleichen Steuer-SATZ. Was bei weniger Geld
>> auch weniger Steuer ist.
>
> Nur einem, der gerade mal das Existenzminimum am Monatsende heraus
> bekommt, den drückt der Betrag unendlich viel mehr, als einen, der 10 k€
> darüber liegt. Aber für solche Argumente sind letztere natürlich absolut
> unzugänglich...

Drum ist der steuerfreie Anteil (Nahrungsmittel) ja beim Armen ja auch 
viel größer. Aktuell GIBT es MwSt. auf Nahrungsmittel, aber wenn einer 
vorschlägt, dies abzuschaffen kommt das Genöle, die armen würden zu 
viele MwSt. zahlen.

>
>> Kopfsteuer bedeutet, dass jeder gleich viel Geld zahlt. Da ist also
>> schon ein gewaltiger Unterschied und ne Kopfsteuer geht wirklich gar
>> nicht.
>
> Die Mehrwertsteuer auf alles Lebensnotwendige ist nichts anderes, als
> eine Kopfsteuer...

Bitte die Beiträge auch komplett lesen. (könnte ein Lehrerspruch 
sein...)

>> Dass man bei der Mehrwertsteuer Lebensmittel und Dienstleistungen
>> (Verhinderung von Schwarzarbeit) freistellen muss ist wohl auch klar.
>
> Davon war nie die Rede und Ist-Zustand ist es sowieso nicht.

Drum hab ich es ja auch vorgeschlagen!

>> 50000 Euro (reich): davon 1000 Euro für Essen, und 49000 für Konsumgüter
>> = 24500 Euro Steuer = Steuersatz von 49%
>>
>> Wo das asozial sein soll ist mir unklar.
>
> Die Sache ist ganz furchtbar simpel: der Reiche wird nicht die 49000
> vernaschen, sondern zum großen Teil anlegen - und dafür wird bei
> Immobilien gerade mal die Grunderwerbsteuer fällig (3,5 - 5%, je nach
> Bundesland) und Aktien und Wertpapiere mit maximal 25%.

Vielleicht kauft er sich auch nen Porsche oder ein Boot oder teure 
Klamotten oder sonst was. Wird eine Immobilie gekauft, stecken im 
Kaufpreis auch erhebliche Summen an MwSt. für Steine, Fenster etc. mit 
drin, die natürlich auch bezahlt werden müssen.

> Angeschissen ist der Kleine, wie immer.

Wie wahr!

Alternative ist das 2-Hosen-Szenario:

Einer hat eine Hose, ein anderer hat zwei. Der mit der einen Hose findet 
das ungerecht. Da sagt der mit den 2 Hosen: Da, nimm von mir eine Hose, 
dann hast du auch 2....

von G. C. (_agp_)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> g. c. schrieb:
>> Was dabei einfach unter den Tisch fällt ist die Tatsache, wenn plötzlich
>> ALLE sparen können wir nicht weiter Exportweltmeister oder Vize bleiben.
>
> Wo doch unsere verdammte Exportweltmeisterschaft eine der wichtigen
> Ursachen der ganzen Misere ist. Die Lösung der Krise wird nicht ohne
> Verzicht auf eine Billion deutscher Außenhandelsüberschüsse gehen. Da
> die Investoren nicht dazu herangezogen werden sollen, müssen mal wieder
> die ran, auf deren Rücken die Außenhandelsüberschüsse erwirtschaftet
> wurden.

Das ist doch irgendwie ein lustiger Kreislauf oder? Wir haben massiven 
Außenhandelsüberschuss der andere Länder zumindest mitursächlich* in die 
Verschuldung geführt hat, um dann mit den Einnahmen (oder eines Teils 
davon) wiederum die Länder oder besser gesagt die Banken der Länder zu 
retten, die sich verausgabt haben?

* wobei wohl gerne vergessen wird, dass die Finanz- und Bankenkrise 
durch verbrieften Schrottimmobilienverkauf ausgelöst wurde.

Nur stimmt irgendwas bei der Betrachtung nicht so ganz, nämlich die 
vereinfacht angenommenen Geldflüsse im Szenario. Die 
Außenhandelsüberschüsse Deutschlands sind leider nicht maßgeblich in die 
Kassen derer gewandert (der arbeitenden Bevölkerung in Form von 
Lohnsteigerungen) die jetzt für die Rettung der maroden Banken anderer 
Länder herangezogen werden. Das jedenfalls ist genau der Gedanke vom Mr. 
Dax alias Dirk Müller. Die Schulden der einen sind die Guthaben der 
anderen und die Guthaben hierzulande werden maßgeblich von einer kleinen 
Oberschicht gehalten, die in den letzten Jahren massiv ihr Vermögen 
ausbauen konnte, während einer breiten Bevölkerungsschicht die Rolle von 
Lohnverzicht, Leiharbeit, befristete Beschäftigung und Prekarisierung 
aufs Auge gedrückt wurde. Stichwort des ewigen Hundts der Vertretung der 
Arbeitgeber "das zarte Pflänzchen des Aufschwungs jetzt nicht durch 
überzogene Lohnsteigerungen belasten".

A. K. (prx)

> Apopos: Was wäre eigentlich dein Vorschlag zur Lösung der Krise?

Auf einen Nenner gebracht und in einem Satz ausgedrückt: Nur ein Bündel 
von Maßnahmen wird helfen. Dazu gehören

+ Finanzmärkte stark regulieren (unumgänglich, sorry Folks in Great 
Britan ;)).

+ Kreditvergabe durch die Notenbank, wie es Klaus von Donahny nach 
eigener Aussage in seinem (weitgehend unbekannten) Buch bereits 1986 
dargelegt hat. Damit das unsägliche Verdienen an der Krise im 
Ping-Pong-im-Kreis-plus-Zinsgewinn-Spiel zwischen Zentralbank, EZB, IWF, 
Geschäftsbanken etc. eingedämmt wird.

Zitat von Donahny "Das wird so kommen. Jetzt ist es nicht möglich weil 
sich keiner das traut"

+ Beteiligung der Gläubiger an den Lasten ist UNUMGÄNGLICH. Verluste 
sozialisieren und Gewinne Privat einsteichen GEHT NICHT.

+ Höhere Abgaben für Vermögende ist die logische Konsequenz aus einem 
exponentiellen Zinseszinssystem (der wundersamen Geldvermehrung), wenn 
man es denn beibehalten möchte, um den großen Reset in Kürze zu 
verhindern.

+ Verschärft sich die Krise sind Zwangsanleihen für Vermögende immer 
noch besser wie der Finanzkollaps des Landes (bei sozialverträglichen 
Freigrenzen). In diesem Sinne, "rettet den Kapitalismus". ;)

+ Irgendeine Form des Ausgleichs in der Eurozone nach Vorbild des 
Länderfinanzausgleichs wird es geben müssen (Geld fließt bereits jetzt), 
um Aussenhandelsdefizite zu nivellieren. Geht aber nur bei Einführung 
einer wirksamen Haushalts-Verschuldensbremse und Einforderung von 
Haushaltsdisziplin in allen Euroländern. Dennoch darf das nicht das 
Wachstum abwürgen. Darin liegt der schwierige Spagat.

+ Das bedingt gleichzeitig mehr Einfluss der "Eurokratie" und weniger 
Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten in wichtigen Fragen die den 
gemeinsamen Wirtschaftsraum. Anders wird es wohl nicht gehen, wenn wir 
auf Dauer wie Helmut Schmidt andeutete nicht marginalisiert werden 
wollen

Zitat Helmut Schmidt
"Andererseits überaltern alle europäischen Nationen – und überall 
schrumpfen die Zahlen ihrer Bürger. In der Mitte dieses 21. Jahrhunderts 
werden vermutlich sogar neun Milliarden Menschen gleichzeitig auf der 
Erde leben, während dann die europäischen Nationen zusammen nur noch 
ganze sieben Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Sieben Prozent von 
neun Milliarden!"
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13750204/Unsere-Ueberschuesse-sind-die-Defizite-der-anderen.html

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Dein altes Problem.

Ach, deine Hirnlosigkeit ist mein Problem. Interessant...

> Vielleicht kauft er sich auch nen Porsche oder ein Boot oder teure
> Klamotten oder sonst was.

Und wieviele Porsches und Boote braucht er?

Akkumulation auf einer Seite hat immer zur Folge, daß das, was 
akkumuliert wird, dem Kreislauf entzogen wird. Das geht so lange gut, 
wie entsprechende Puffer vorhanden sind, aus denen der Kreislauf noch 
eine Zeit lang unterhalten werden kann. Sind diese Kapazitäten 
erschöpft, dann stellt sich gähnender Stillstand ein und die Spardiktate 
an alle, außer die Besitzenden sind letzte verzweifelte Maßnahmen, den 
Status quo aufrecht zu erhalten.

Als der Neoliberalismus zu seinem Krieg gegen den Rest der Welt antrat, 
wurden Gewerkschafter u.ä. als Besitzstandswahrer verspottet.

Indirekte Steuern nach Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen waren 
ein wesentliches Element der sozialen Marktwirtschaft. Sie durch direkte 
Steuern zu ersetzen, bedeutet nichts anderes, als das "sozial" über Bord 
zu werfen. Diese Entsolidarisierung ist keine Lösung, sondern die 
Ursache des Problems und wird - geht es so weiter - den Resten von 
Demokratie hierzulande endgültig den Garaus machen.

Die Tricksereien zunächst mit der EU-Verfassung, die uns dann in Form 
des Lissabon-Vertrages ohne Abstimmungsmöglichkeit übergestülpt wurden, 
werden mit der "Fiskal-Union" fortgesetzt und haben kein geringeres 
Ziel, als sämtliche demokratische Verfassungen in Europa auf dem kalten 
Weg in den Papierkorb zu befördern.

> Alternative ist das 2-Hosen-Szenario:

An deinem Willen, ernsthaft zu diskutieren, kann man zuweilen 
zweifeln...

von (prx) A. K. (prx)


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g. c. schrieb:

> Auf einen Nenner gebracht und in einem Satz ausgedrückt: Nur ein Bündel
> von Maßnahmen wird helfen. Dazu gehören

Ziemlich d'accord. Mal sehen, was davon Realität wird. Ich fürchte 
bloss, dass eine Krise allein dafür nicht ausreichen wird.

von Uhu U. (uhu)


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g. c. schrieb:
> Nur stimmt irgendwas bei der Betrachtung nicht so ganz, nämlich die
> vereinfacht angenommenen Geldflüsse im Szenario.

???

> Die
> Außenhandelsüberschüsse Deutschlands sind leider nicht maßgeblich in die
> Kassen derer gewandert (der arbeitenden Bevölkerung in Form von
> Lohnsteigerungen) die jetzt für die Rettung der maroden Banken anderer
> Länder herangezogen werden.

Sag ich doch. Der Trick, den Merkel und ihre Hintermänner im Moment 
durchziehen, bedeutet, denen, auf deren Rücken die Überschüsse 
finanziert wurden, jetzt auch noch die Verluste aufzubrummen, die durch 
das Feststecken des Kreislaufes akut geworden sind und die eigentlichen 
Verursacher - die "kleine Oberschicht", die die "Guthaben hält", 
ungeschoren davon kommen zu lassen.

Ich hatte das oben als "zynische Variante des Verursacherprinzips" 
bezeichnet.

Man will einen neuen "Puffer" aufmachen - das Geld derer, die in diesem 
verkommenen System Steuern bezahlen müssen - damit das Scheißspiel noch 
eine Weile weitergehen kann. M.a.W.: Man kauft mal wieder Zeit mit dem 
Geld Anderer.

> * wobei wohl gerne vergessen wird, dass die Finanz- und Bankenkrise
> durch verbrieften Schrottimmobilienverkauf ausgelöst wurde.

Nein, das wird nicht vergessen.

ich schrieb: im Abschnitt
> Akkumulation auf einer Seite hat immer zur Folge, daß...

was für Folgen diese Umverteilung in kleine bis winzige 
Bevölkerungsgruppen bei gleichzeitiger Massenverelendung hat. Die 
Bankenkrise hat das System nur noch schneller an den Rand des 
Kreislaufkollapses gebracht - gekommen wäre er auch ohne die Bankenkrise 
irgendwann.

von Michael K. (charles_b)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Dein altes Problem.
>
> Ach, deine Hirnlosigkeit ist mein Problem. Interessant...

Nein, dein Lehrer-Trauma - DAS ist das Problem.

>> Vielleicht kauft er sich auch nen Porsche oder ein Boot oder teure
>> Klamotten oder sonst was.
>
> Und wieviele Porsches und Boote braucht er?

Ja, vielleicht stirbt er ja auch oder sonst etwas. Dann ist der 
Luxussarg das letzte was er finanziert.

> Akkumulation auf einer Seite hat immer zur Folge, daß das, was
> akkumuliert wird, dem Kreislauf entzogen wird.

Drum spricht man ja auch von der sozialen Verantwortung des Eigentums. 
Knete auf Seite legen wird dieser Verantwortung nicht gerecht.
Da gibt es auch schon die Geschichte aus dem Neuen Testament mit dem 
Herrn, der seien Leuten je 2 Talente gibt und dann auf reisen geht...

> Das geht so lange gut,
> wie entsprechende Puffer vorhanden sind, aus denen der Kreislauf noch
> eine Zeit lang unterhalten werden kann.

Im übrigen wird aktuell auch bei den kleinen Leuten massiv Geld aus dem 
Verkehr gezogen. Riesterbeiträge und alle kapitalbildenden 
Rentenkonstruktionen spülen Milliarden in die Kassen der 
Privatversicherungen, die das Geld am Kapitalmarkt vermehren wollen, 
aber nicht in der Realwirtschaft.


> Indirekte Steuern nach Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen waren
> ein wesentliches Element der sozialen Marktwirtschaft.

Du meinst sicher DIREKTE Steuern wie Einkommens- und Lohnsteuer.

> Sie durch direkte

indirekte

> Steuern zu ersetzen, bedeutet nichts anderes, als das "sozial" über Bord
> zu werfen.

Warum? Die hohen direkten Steuern auf Arbeit sorgen ja gerade dafür, 
dass hier die Arbeitsplätze vernichtet werden. Zusammen mit den direkten 
Abgaben für Sozialkassen etc.  Wie kann man etwas wie Arbeit besteuern, 
ein Gut, welches hierzulande KNAPP ist?

Steuern kommt ja auch von "steuern/lenken" und durch Steuern versucht 
man, bestimmte Verhaltensweisen zu unterbinden (Tabaksteuer, 
Branntweinsteuer, Luxussteuer in andere Ländern etc.). Aber Arbeit 
unterbinden? Ich weiß nicht.

> Diese Entsolidarisierung

Wo wird da entsolidarisiert? Prozentual zahlen die Armen deutlich 
weniger Steuern als die Reichen.

> ist keine Lösung, sondern die
> Ursache des Problems und wird - geht es so weiter - den Resten von
> Demokratie hierzulande endgültig den Garaus machen.

Alternativ kann man betrachten, KEINE MwSt zu erheben sondern eine 
Einkommenssteuer, die für die armen geringer (vom Satz her) ausfällt als 
für die Reichen. Unter dem Strich entsteht in Sachen Kaufkraft kein 
Unterschied. Nur dass die Arbeitsplätze bei uns unbezahlbar wären bzw. 
werden. DAS nenne ich dann mal unsozial.

Einsammeln der Abgaben über die MwSt. bewirkt, dass auch importierte 
Güter, die unter fehlenden Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards 
(billiger) hergestellt wurden unter Preisdruck geraten. Weil die 
Gesundheitsstandards etc. bei uns dann nicht über die direkten 
Lohnsteuern bezahlt werden sondern über die MwSt.

Wer hier Arbeitsplätze will muss dafür sorgen, dass ausländische 
Produkte teurer werden und Arbeit hier billiger. Beides leistet eine 
höhere MwSt.

P.S. der bei der letzten massiven Erhöhung der Mwst von 16 auf 19 % 
prognostizierte Niedergang unseres Landes ist nicht eingetreten.

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Drum spricht man ja auch von der sozialen Verantwortung des Eigentums.

Wie soll das aussehen? Daß die 3 wohlhabenden Prozent "wohltätige Werke" 
tun - und damit bestimmen, wo es lang geht - und die restlichen 97 % in 
Dankbarkeit darben?

Du Scherzbold.

> Im übrigen wird aktuell auch bei den kleinen Leuten massiv Geld aus dem
> Verkehr gezogen. Riesterbeiträge und alle kapitalbildenden
> Rentenkonstruktionen spülen Milliarden in die Kassen der
> Privatversicherungen, die das Geld am Kapitalmarkt vermehren wollen,
> aber nicht in der Realwirtschaft.

Offenbar durchschaust du auch diesen Winkelzug sozialdemokratischer 
Wohlfahrtspolitik nicht:

Diese Riesterente wurde eingeführt, um "Kapitalstöcke" zu bilden - die 
lassen sich nämlich - im Gegensatz zu einer umlagefinanzierten Rente 
sehr leicht veruntreuen und das wurde auch exzessiv gemacht. Ich nenne 
nur AWG...

> Du meinst sicher DIREKTE Steuern wie Einkommens- und Lohnsteuer.

Ja.

> Warum? Die hohen direkten Steuern auf Arbeit sorgen ja gerade dafür,
> dass hier die Arbeitsplätze vernichtet werden. Zusammen mit den direkten
> Abgaben für Sozialkassen etc.  Wie kann man etwas wie Arbeit besteuern,
> ein Gut, welches hierzulande KNAPP ist?

Und wer sagt, daß Einkünfte aus Arbeit progressiv zu besteuern sind, 
Kapitaleinkünfte aber möglichst nicht?

Im übrigen empfehle ich, dich mal mit dem Mechanismus der Mehrwertsteuer 
zu beschäftigen.

Tipp: MwSt bedeutet, daß der Letzte, der Konsument die gesamte Steuer zu 
bezahlen hat. Jemand, der viel verdient und wenig konsumiert, zahlt 
wenig Steuer - also genau die, die die Nutznießer des derzeitigen 
Systems sind.

> Alternativ kann man betrachten, KEINE MwSt zu erheben sondern eine
> Einkommenssteuer, die für die armen geringer (vom Satz her) ausfällt als
> für die Reichen.

Richtig. Und Kapitaleinkünfte dürfen nicht anders, als Einkünfte aus 
Arbeit behandelt werden; schon gar nicht bevorzugt.

> Unter dem Strich entsteht in Sachen Kaufkraft kein Unterschied.

Rein rechnerisch natürlich. Nur daß eben von kleinen Einkommen deutlich 
mehr für Konsum drauf geht, als von großen - womit die im Markt 
befindliche Kaufkraft sehr deutlich beeinflußt wird.

> Nur dass die Arbeitsplätze bei uns unbezahlbar wären bzw.
> werden. DAS nenne ich dann mal unsozial.

Auf die Idee, daß die Ungerechtigkeit in der fast ausschließlichen 
Besteuerung von ARBEIT liegt, kommst du aus eigenen Stücken wohl 
nicht...

> Prozentual zahlen die Armen deutlich weniger Steuern als die Reichen.

So?

Wenn man natürlich als "Reich" den bezeichnet, der eine Eigentumswohnung 
besitzt, dann mag das stimmen, nur das, was von Bettelarm bis zu dieser 
Schicht verdient wird, ist doch ein Nasenwässerchen gegen das, was die 
oberen 5% der Einkommenspyramide wegstecken - und die zahlen nun mal 
traditionell wenig, oder keine Steuern, nicht zuletzt, weil sie Mittel 
haben, die Ungerechtigkeiten des für sie maßgeschneiderten Steuersystems 
bis in den letzten Winkel ausnzunutzen.

Das ist Röslersche Demagogie, nichts weiter.

> Einsammeln der Abgaben über die MwSt. bewirkt, dass auch importierte
> Güter, die unter fehlenden Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards
> (billiger) hergestellt wurden unter Preisdruck geraten.

Bei Importgütern wird eine Einfuhrumsatzsteuer erhoben, die von Firmen 
wieder mit bezahlter Umsatzsteuer verrechnet wird - die zahlen also 
keine, sondern nur der Konsument.

Da die Einfuhrumsatzsteuer genau so hoch ist, wie die MwSt, verlieren 
Waren, "die unter fehlenden Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards 
(billiger) hergestellt" wurden, nichts an dem Wettbewerbsvorteil, der 
durch Einsparung der Kosten für inländische Standards entstanden ist.

Den kann man nur durch Einfuhrzölle abschöpfen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Haben wir einen Wirtschaftskrieg gegen GB? Doch wohl eher nicht.


Noch nicht aber ein Zuspitzung der Differenzen zwischen D. und dem UK
ist auch nicht auszuschließen.

Es war genau der Ansatz von Kohl D.(seine ware gechichtliche Leistung) 
in der EU so zu verankern, daß die Hauptkonkurenten nicht zu D. in 
Opposition gehen. Genau das unterminiert die Ackermanmarionette M. in 
einer Weise, welche durchaus neues Gefahrenpotential für D.  in sich 
trägt.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


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Winfried J. schrieb:
> Noch nicht aber ein Zuspitzung der Differenzen zwischen D. und dem UK
> ist auch nicht auszuschließen.

Mir schein eher, daß die sich jetzt erst mal intern kräftig bekriegen. 
Das Problem von GB ist, daß sie Europa mehr brauchen, als es ihnen lieb 
ist.

Camerons blödes Verhalten könnte sie immerhin auf den Teppich 
zurückholen, denn der Rest hat ihnen jetzt - endlich - klar gemacht, daß 
er nicht nach Londons Pfeife zu tanzen gedenkt.

> Es war genau der Ansatz von Kohl D.(seine ware gechichtliche Leistung)
> in der EU so zu verankern, daß die Hauptkonkurenten nicht zu D. in
> Opposition gehen.

Ob der Dicke das so gewollt hat, da habe ich meine Zweifel - er wurde 
dazu gezwungen. Das Ganze war von Anfang an ein Kompromißgebilde, das so 
nur begrenzte Zeit funktionieren konnte. Eine gemeinsame Währung ohne 
gemeinsame Wirtschaftspolitik und einem Sack voll Regierungen, die 
munter machen, was sie wollen und sich noch nichtmal untereiander auch 
nur ansatzweise einig sind, kann einfach nicht funktionieren.

Und nicht zu vergessen die USA, die immer wieder Befehle erteilten, 
welcher Wackelkandidat als nächstes aufzunehmen ist - so haben sie sich 
Verhältnisse geschaffen, unter denen sie den lachenden Dritten spielen 
konnten - mit den entsprechenden Profitmöglichkeiten.

von Christoph H. (mc-entwickler)


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Hier eine Begründung für die gute Krisenbewältigung Deutschlands mit 
Tabelle für die "Arbeitssamen" unter uns:
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36031/1.html

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Hier steht es schon in der Presse was ich weiter oben beschrieben habe:

http://www.mmnews.de/index.php/politik/9063-regierung-heuert-enteignungs-experten

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Was sind Arbeitssamen?

von Uhu U. (uhu)


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Das sind die Samen, aus denen Arbeit sprießt, wenn man sie gut gießt ;-)

von Michael K. (charles_b)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Drum spricht man ja auch von der sozialen Verantwortung des Eigentums.
>
> Wie soll das aussehen? Daß die 3 wohlhabenden Prozent "wohltätige Werke"
> tun - und damit bestimmen, wo es lang geht - und die restlichen 97 % in
> Dankbarkeit darben?
>
> Du Scherzbold.

Dass sollte so aussehen, dass die Reichen das Geld zeitnah wieder in die 
Wirtschaft reinvestieren. Es gibt ja "Geld"-Reiche, die einfach nur 
gespart haben und die Kohle auf dem Konto liegen haben. Und dann gibt es 
welche, die ihr Geld mehr oder weniger wieder in neue Projekte 
investieren, wie z. B. dieser Branson, der in Raumfahrt-Flugzeuge oder 
ne neue Airline investiert.

Klar haben die noch die eine oder andere Million auf dem Konto, doch der 
Großteil "arbeitet".

>> Im übrigen wird aktuell auch bei den kleinen Leuten massiv Geld aus dem
>> Verkehr gezogen. Riesterbeiträge und alle kapitalbildenden
>> Rentenkonstruktionen spülen Milliarden in die Kassen der
>> Privatversicherungen, die das Geld am Kapitalmarkt vermehren wollen,
>> aber nicht in der Realwirtschaft.
>
> Offenbar durchschaust du auch diesen Winkelzug sozialdemokratischer
> Wohlfahrtspolitik nicht:
>
> Diese Riesterente wurde eingeführt, um "Kapitalstöcke" zu bilden - die
> lassen sich nämlich - im Gegensatz zu einer umlagefinanzierten Rente
> sehr leicht veruntreuen und das wurde auch exzessiv gemacht. Ich nenne
> nur AWG...

sorry, ist aber doch das was ich schon angedeutet habe. Riester zieht 
das Geld erst mal aus dem Verkehr und dass die Vermehrung am 
Kapitalmarkt ihre Grenzen hat ist traurige Wahrheit.

Dass die Rente per Umlage per se die sicherste ist, darüber sind wir uns 
einig.


> Und wer sagt, daß Einkünfte aus Arbeit progressiv zu besteuern sind,
> Kapitaleinkünfte aber möglichst nicht?

Wenn wirs auf die MwSt packen, kommt im Augenblick des Geldausgebens der 
Moment, wo der Elefant das Wasser lässt: ein riesiger MwSt-Betrag wird 
fällt. So werden die Kapitaleinkünfte besteuert.

> Im übrigen empfehle ich, dich mal mit dem Mechanismus der Mehrwertsteuer
> zu beschäftigen.
>
> Tipp: MwSt bedeutet, daß der Letzte, der Konsument die gesamte Steuer zu
> bezahlen hat. Jemand, der viel verdient und wenig konsumiert, zahlt
> wenig Steuer - also genau die, die die Nutznießer des derzeitigen
> Systems sind.

Siehe die Rechnung oben. Jemand, der wie du sagst und wenig konsumiert, 
wird immer noch MEHR konsumieren als ein H4-ler, der 90% des Geldes für 
MwSt-befreite Lebensmittel ausgibt.

Die einzige Möglichkeit zum Nutznießen wäre das Sparen. Wenn sich also 
ein Bankvorstand bei Kik die Kleider kauft und noch die leeren Flaschen 
aus dem Abfall rauskrammt um sie in den Laden zu bringen.

Eine skuzessive Anhebung der MwSt würde aber die großen Sparer ganz 
schön ärgern, weil sie mehr und mehr MwSt-Anteil zahlen müssten. Wenn 
wir den Ärger auf die Spitze treiben wollen und dem Staat zeitnah die 
Früchte des Reichtumg zugänglich machen wollen, könnte man natürlich 
vorschlagen, dass von Bar-Einlagen bei Banken (Geld also, welches nicht 
"arbeitet") 25% von Staat einkassiert werden und der Betroffene 
entsprechende MwSt-Gutscheine bekommt. Gut, es sind dann nur noch 75% 
übrig, die Zinsen tragen, aber wenn die MwSt. jedes Jahr steigt, dann 
steigt auch der Wert der MwSt-Gutscheine.


> Richtig. Und Kapitaleinkünfte dürfen nicht anders, als Einkünfte aus
> Arbeit behandelt werden; schon gar nicht bevorzugt.

Wenn die Einkünfte aus Arbeit NICHT besteuert werden, dann wäre eine 
Besteuerung von Kapitaleinkünften schon mal keine Bevorzugung. Will man 
Gleichbehandlung, hätte man gar keine Steuern auf die Kapitaleinkünfte.
Kauft aber einer Gold und bekommt dann keine Zinsen drauf, zahlt er auch 
keine Steuern auf die "Einkünfte". Oder es pflanzt sich einer einen 
Apfelbaum. Die Äpfel darf der als steuerfreie Rendite essen, die Zinsen 
aus dem Kaufpreis des Baumes muss er hingegen versteuern.... auch nicht 
so das Gelbe vom Ei.



> Rein rechnerisch natürlich. Nur daß eben von kleinen Einkommen deutlich
> mehr für Konsum drauf geht

vorwiegends fürs Essen, was ja MwSt-frei sein soll
> als von großen - womit die im Markt
> befindliche Kaufkraft sehr deutlich beeinflußt wird.

Andererseits gilt aber auch auf dem Gehaltzettel: Brutto = Netto! Das 
muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.
>
>> Nur dass die Arbeitsplätze bei uns unbezahlbar wären bzw.
>> werden. DAS nenne ich dann mal unsozial.
>
> Auf die Idee, daß die Ungerechtigkeit in der fast ausschließlichen
> Besteuerung von ARBEIT liegt, kommst du aus eigenen Stücken wohl
> nicht...

>> Prozentual zahlen die Armen deutlich weniger Steuern als die Reichen.
>
> So?

Ja, es gibt die Freibeträge und dann fängt es mit ein paar % Steurern 
an. Reiche zahlen den (zu niedrigen) Spitzensteuernsatz von 42%.

Dass in der Summe die Beiträge der Reichen (weil es eben nicht so viele 
Reiche gibt) geringer ist als die Beiträge der Mittelschicht ist einfach 
ein Mengenphänomen.

> Wenn man natürlich als "Reich" den bezeichnet, der eine Eigentumswohnung
> besitzt, dann mag das stimmen, nur das, was von Bettelarm bis zu dieser
> Schicht verdient wird, ist doch ein Nasenwässerchen gegen das, was die
> oberen 5% der Einkommenspyramide wegstecken - und die zahlen nun mal
> traditionell wenig, oder keine Steuern, nicht zuletzt, weil sie Mittel
> haben, die Ungerechtigkeiten des für sie maßgeschneiderten Steuersystems
> bis in den letzten Winkel ausnzunutzen.

Ja, das Steuersystem ist hochgradig ungerecht. Warum wirkt sich bei mir 
der Kauf einer Aktentasche für 100 Euro so aus, dass ich 18 Euro per 
Steuerklärung wiederbekomme, ein Reicher von den 100 Euro jedoch 30 oder 
40 Euro wieder herausholt.

>> Einsammeln der Abgaben über die MwSt. bewirkt, dass auch importierte
>> Güter, die unter fehlenden Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards
>> (billiger) hergestellt wurden unter Preisdruck geraten.
>
> Bei Importgütern wird eine Einfuhrumsatzsteuer erhoben, die von Firmen
> wieder mit bezahlter Umsatzsteuer verrechnet wird - die zahlen also
> keine, sondern nur der Konsument.

Ist bei innerdeutschen Transaktionen genauso.

> Da die Einfuhrumsatzsteuer genau so hoch ist, wie die MwSt, verlieren
> Waren, "die unter fehlenden Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards
> (billiger) hergestellt" wurden, nichts an dem Wettbewerbsvorteil, der
> durch Einsparung der Kosten für inländische Standards entstanden ist.

Klar, die Chinaware wird nach wie vor zum gleichen Preis eingeführt. Und 
der Preis ist so niedrig, weil in Chinas keine Standars gelten (grob 
gesprochen) und somit der Nettopreis daher so niedrig ist.

Rechenbeispiel für das China-Produkt:
80 Euro netto plus 19& MwSt macht 95,20 für den Verbraucher.

Die deutsche Firma muss also auf einen Nettopreis von 80 Euro kommen, 
wenn sie wettbewerbsfähig sein will. Aufgrund der Lohn- und Sozialkosten 
kommt sie aber nur auf einen Nettopreis von 90 Euro.

Schaffen wir Lohnsteuer und Sozialabgaben ab und packens auf die MwSt., 
so verschiebt sich diese Aufteilung. Die deutsche Firma kommt nun auf 
einen Nettopreis von 70 Euro (als Beispiel), dafür kommen dann 36% MwSt 
drauf, was dann wieder zu einem Bruttopreis von 95,20 Euro führt.
Die Firma zahlt also nicht 20 Euro an den AN, der diese als Abgaben 
abführt sondern der AN hat 20 Euro mehr in der Tasche, muss aber an der 
Kasse dafür mehr MwSt. zahlen.

Nur der Chinese, der dachte mit 80 Euro sei er der King, schaut jetzt 
dumm aus der Wäsche, weil sein Nettopreis ja immer noch bei 80 Euro 
liegt und sein Bruttopreis bei 108,8 Euro liegt (wg. der 36% NwSt).

>
> Den kann man nur durch Einfuhrzölle abschöpfen.

Ja, eine hohe MwSt wirkt wie ein Einfuhrzoll, nur dass sich keiner wg. 
Protektionismus etc. aufregen kann.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Ich habe noch nie Geld arbeiten gesehen, nur Leut mit oder ohne 
maschninelle Unterstützung.

Allerdings habe ich auch schon einige Leute faul rumsitzen gesehen.
Einige von den lagen faul auf auf einem Haufen der o.g. Schnipsel 
materialisierten Vertrauens.

Andere investierten in die Arbeit erstgenannter Leut und leiteten daraus 
das Recht für ab, den Mehrwert welcher durch deren Arbeit geschaffen 
wurde für sich in Anspruch zu nehmen. Dummerweise ließen sich die Leut 
ihre Arbeiskraft zum Schnäpchenpreis abkaufen, statt Arbeit und Geschäft 
selbst zu verrichten.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> sorry, ist aber doch das was ich schon angedeutet habe. Riester zieht
> das Geld erst mal aus dem Verkehr und dass die Vermehrung am
> Kapitalmarkt ihre Grenzen hat ist traurige Wahrheit.

Wieso denn das? Das legt sich doch nicht der Rieser unters Kopfkissen, 
sondern das, was nicht gleich von Maschmeyer und seiner Gaunertuppe in 
die Tasche gesteckt wurde zum guten Teil dazu benutzt, das 
Börsenfeuerwerk zu beheizen.

M.a.W.: es wurde dazu benutzt, das anzurichten, was jetzt offensichtlich 
geworden ist.

> Wenn wirs auf die MwSt packen, kommt im Augenblick des Geldausgebens der
> Moment, wo der Elefant das Wasser lässt: ein riesiger MwSt-Betrag wird
> fällt. So werden die Kapitaleinkünfte besteuert.

Eben gerade nicht, denn die Kapitaleigner verrechnen die zu entrichtende 
MwSt mit der eingenommenen.

Das ist der Trick der MwSt: sie wird ausschließlich vom Konsumenten 
bezahlt. Für die Produzenten jeder Veredelungsstufe ist sie ein 
durchlaufender Posten.

> Siehe die Rechnung oben. Jemand, der wie du sagst und wenig konsumiert,
> wird immer noch MEHR konsumieren als ein H4-ler, der 90% des Geldes für
> MwSt-befreite Lebensmittel ausgibt.

Das ist nicht der Punkt. Ackermann verdient 10 Mio/Jahr. Das ist grob 
gepeilt soviel, wie 500 H4-ler. Meinst du wirklich, der konsumiert für 
500?

Sicher nicht.

Dazu kommt, daß der Herr selbstverständlich alle legalen 
Steuersparmodelle nutzt und sein Geld zumindest zum nicht unerheblichen 
Teil in Gütern anlegt, die nicht Mehrwertsteuerpflichtig sind, z.B. 
Aktien und Immobilien.

> Reiche zahlen den (zu niedrigen) Spitzensteuernsatz von 42%.

Den zahlt Ackermann bestimmt nicht. Schon allein, weil Finanzgeschäfte 
nur mit 25% besteuert werden.

> Ja, eine hohe MwSt wirkt wie ein Einfuhrzoll

Eben nicht, weil sie inländische Güter genauso besteuert und damit 
ändert sich an den Verhältnissen überhaupt nichts.

von Michael K. (charles_b)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> sorry, ist aber doch das was ich schon angedeutet habe. Riester zieht
>> das Geld erst mal aus dem Verkehr und dass die Vermehrung am
>> Kapitalmarkt ihre Grenzen hat ist traurige Wahrheit.
>
> Wieso denn das? Das legt sich doch nicht der Rieser unters Kopfkissen,
> sondern das, was nicht gleich von Maschmeyer und seiner Gaunertuppe in
> die Tasche gesteckt wurde zum guten Teil dazu benutzt, das
> Börsenfeuerwerk zu beheizen.
>
> M.a.W.: es wurde dazu benutzt, das anzurichten, was jetzt offensichtlich
> geworden ist.

Du bestätigst, was ich geschrieben habe, versuchst aber, es wie einen 
Widerspruch aussehen zu lassen. Wir sind uns doch einig, dass die 
Riesterkohle sauer abgeknüpftes und großzügig verpulvertes Geld ist, 
oder?

>> Wenn wirs auf die MwSt packen, kommt im Augenblick des Geldausgebens der
>> Moment, wo der Elefant das Wasser lässt: ein riesiger MwSt-Betrag wird
>> fällt. So werden die Kapitaleinkünfte besteuert.
>
> Eben gerade nicht, denn die Kapitaleigner verrechnen die zu entrichtende
> MwSt mit der eingenommenen.

Wir hatten vom Sparer gesprochen, der sich nun den Porsche kauft. Der 
zahlt die MwSt. Bitte nicht immer die Pferde während des Rennens 
wechseln.

> Das ist der Trick der MwSt: sie wird ausschließlich vom Konsumenten
> bezahlt. Für die Produzenten jeder Veredelungsstufe ist sie ein
> durchlaufender Posten.

Alles wird von den Konsumenten bezahlt. Abgeführte Sozialabgaben oder 
die wegen der Steuerbelastung höheren Löhne werden auch komplett auf die 
Preise umgelegt. Das ist keinen Deut sozialer.

> Das ist nicht der Punkt. Ackermann verdient 10 Mio/Jahr. Das ist grob
> gepeilt soviel, wie 500 H4-ler. Meinst du wirklich, der konsumiert für
> 500?
> Sicher nicht.
> Dazu kommt, daß der Herr selbstverständlich alle legalen
> Steuersparmodelle nutzt und sein Geld zumindest zum nicht unerheblichen
> Teil in Gütern anlegt, die nicht Mehrwertsteuerpflichtig sind, z.B.
> Aktien und Immobilien.
>
>> Reiche zahlen den (zu niedrigen) Spitzensteuernsatz von 42%.
>
> Den zahlt Ackermann bestimmt nicht. Schon allein, weil Finanzgeschäfte
> nur mit 25% besteuert werden.

Dass das aktuelle Steuersystem die Reichen schont hatten wir schon.

Und: Leute wie Ackermann gibt es zum Glück zur sehr wenige.


>> Ja, eine hohe MwSt wirkt wie ein Einfuhrzoll
>
> Eben nicht, weil sie inländische Güter genauso besteuert und damit
> ändert sich an den Verhältnissen überhaupt nichts.

Eben doch, da die inländischen Güter BILLIGER werden (rein netto!), weil 
in den Preisen für die inländischen Gütern dann keinerlei Lohnsteuern 
und Sozialabgaben enthalten sind. Das ganze wirkt sich natürlich nur bei 
Gütern aus, in denen ein gewisser Lohnkostenanteil enthalten ist.

Die hohe MwSt. (von der die Sozialabgaben dann finanziert werden) sorgt 
für einen Preisdruck auf ausländische Waren - DAS meinte ich mit 
"Einfuhrzoll".

von Uhu U. (uhu)


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Michael K-punkt schrieb:
> Wir hatten vom Sparer gesprochen, der sich nun den Porsche kauft. Der
> zahlt die MwSt. Bitte nicht immer die Pferde während des Rennens
> wechseln.

Nein, das hatten wir nicht.

Du hattest eine Mehrwertsteuer, statt der Einkommensteuer als sozial und 
gerecht propagiert und ich habe versucht, dir klar zumachen, daß das 
gerade nicht sozial und gerecht ist und um deine Ideologie nicht 
aufgeben zu müssen, wirbelst du jetzt Staub auf und wirfst mir vor, ich 
würde die Pferde während des Rennens wechseln.

So billig kommst du da nicht raus...

> Abgeführte Sozialabgaben oder die wegen der Steuerbelastung höheren Löhne
> werden auch komplett auf die Preise umgelegt. Das ist keinen Deut
> sozialer.

Ich versuche dir die ganze Zeit klar zu machen, daß es ungerecht ist, 
nur die Arbeit voll zu besteuern, während Kapitalerträge - also Erträge 
fürs Nichtstun - nur wenig, bis gar nicht herangezogen werden. Nun 
versuch dich nicht wieder auf diese billige Tour davonzustehlen.

> Eben doch, da die inländischen Güter BILLIGER werden (rein netto!), weil
> in den Preisen für die inländischen Gütern dann keinerlei Lohnsteuern
> und Sozialabgaben enthalten sind.

Wenn die Einkommensteuer zugunsten einer höheren Mehrwertsteuer 
abgeschafft wird, dann trifft das vor allem die Billiglöhner, denn die 
zahlen wenig, oder keine Einkommen-/Lohnsteuer, während die MwSt sie in 
voller Höhe trifft, woraus folgt, daß die Arbeit eben nicht billiger 
wird, wenn die Leute von dem leben sollen, was sie "verdienen".

Für die große Masse gibt es also nur Nachteile, während die 
Vielverdiener, wenn sie das Geld, das sie nicht verkonsumieren, in 
mehrwertsteuerfreien Gütern anlegen, unbesteuert davon kommen.

Damit würden nur die bestehenden Ungerechtigkeiten verschärft.

Statt gestaffelte Mehrwersteuersätze sollte man die MwSt abschaffen, 
oder stark reduzieren und wieder zu einer progressiven Einkommensteuer 
ohne Extrawürste für Couponschneider zurückkehren.

> DAS meinte ich mit "Einfuhrzoll".

Einfuhrzölle sind Sondersteuern auf bestimmte Einfuhrgüter - das hat mit 
der Einfuhrumsatzsteuer nicht die Bohne zu tun.

von Uhu U. (uhu)


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Nochmal zum Gegensatz Mehrwertsteuer / Einkommensteuer

Erstere wird ohne Ansehen des Steuerpflichtigen erhoben. 
Steuergerechtigkeit für ein weites Spektrum von Steuerpflichtigen ist 
damit nicht zu erreichen und Versuche, eine soziale Komponente 
einzubauen, etwa durch verschiedene Tarife für verschiedene Warengruppen 
kann nur zu der Art von Absurditäten führen, von denen das heutige 
Umsatzsteuerrecht nur so strotzt.

Letztere wird individuell gemäß Leistungsfähigkeit progressiv erhoben 
und ist auf den Einzelfall abgestimmt und damit schon per Konstruktion 
viel gerechter, als letztere. Extrawürste für Sondergruppen von 
Einkünften darf es dabei natürlich nicht geben.

Das ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen, oder?

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