Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik PNP turn-off Transistor als FET-Treiber wird heiß


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von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo allerseits,

Ich habe mir zum Experimentieren mit Power-LEDs diese Schaltung hier


https://www.mikrocontroller.net/attachment/101136/MC34063_step-up_11_6-13_6_auf_42_Volt_out_final_II.gif

von hier

MC34063 step-up 42V out mit externem Mosfet
Beitrag "MC34063 step-up 42V out mit externem Mosfet"

mit der Abwandlung als Konstantstromquelle für 0,7 A aufgebaut.
Ich dachte, das sei eine einfache Sache, die sogleich funktioniert, da 
bereits eine erprobte Schaltung vorliegt und ich seit einiger Zeit viel
Erfahrung mit kleinen Schaltreglern, meist STEPUP oder invertierend für 
Displays mit oder ohne externem Transistor mit dem MC34063 sammeln 
konnte.
Bis 9V am Eingang funktioniert alles erwartungsgemäß gut. Ab ca 4,8 V 
leuchtet die Power-LED.
Der Autor der Schaltung aus dem Link konnte anscheinend problemlos 12V 
anlegen, ohne daß da der PNP-Transisitor warm wird. Eine Erwärmung hätte 
ich auch nicht erwartet. In etwa 12 V möchte ich auch als 
Eingangsspannung haben.
In meiner Schaltung jedoch wird ab ca 10 Volt Eingangsspannung der 
BC327B extrem heiß, so daß man abschalten muß. Überlebt hat er aber. 
Dabei beginnt der Regler zu schwingen, jedenfalls zappelt auf dem 
Oszilloskop das Bild extrem stark. Gibt man noch mehr Spannung, geht die 
Power-LED ganz aus. Mit dem 2SB744 läuft die Schaltung bis 16 Volt. Der 
PNP bleibt völlig kalt. Nur kann es sein, daß je nach 
Spannungs/Spuleneinstellung eine Regelschwingung erscheint, jedoch 
leuchtet die Power-LED immer stark. Das bekomme ich aber noch 
anderweitig in den Griff.

Falls nun die 0,6 WAtt Verlsutleistung des BC327B zu gering gewesen 
wäre, habe ich die Konfiguration mit Diode und PNP zwei mal aufgebaut 
und über 10 Ohm-Widerstände parallel geschaltet. Ergebnis: beide BC327B 
werden wieder ganz heiß ab ca 10V am Eingang.


Details in meinem Aufbau:
In meiner Schaltung beträgt der 1 k widerstand von Pin2 zu GND nur 120 
Ohm mit einem 500 Ohm Poti in Reihe.
Für minimale Werte erscheint die beste (eckigste, steilflankigste) 
Kurvenform an Drain und die LED leuchtet am hellsten.
Die ZD12 am Gate habe ich weg gelassen. Bis 16 V Eingangsspannung ist 
nie am FET etwas passiert.
CT = 330 pF.
Spule auf Schalenkern habe ich mittels Luftspalt auf maximale Helligkeit 
eingestellt. Ca 19,5 Watt Eingangsleistung, 16,8 Watt Ausgangsleisung.
FET ist ein BUZ73, bleibt fast völlig kühl auf nennenswertem Kühler.
MC34063 bleibt immer völlig kühl.

<<<<---->>>>
Nun zur konkreten Frage:
Warum wird der BC327B sowohl als einzelner wie auch in doppelter 
Anordnung ab ca 10 V Betriebsspannung heiß und der 2SB744 bleibt völlig 
kalt?


http://www.syntax.com.tw/upload/pdf/TR-2SB744.pdf
Kurzdaten 2SB744:  (von diesem hatte ich zufällig welche da, auch sehr 
gut im Wandler für negative Ausgangsspannung)
45V, 3 A, 10 W, fT = 45 MHz, hFE = 60 ...320, typ 100  im TO126 Gehäuse

https://www.onsemi.com/pub/Collateral/BC327-D.PDF
Kurzdaten BC327B:
25V, 0,8 A, P = 0,6 W, fT = 100 MHz, hFE= 100 ... 630 in drei Gruppen, 
TO92-Gehäuse

Kennt sich jemand mit den Spezialitäten dieser Transistoren in dieser 
Anwendung aus und kann mir bitte erklären, welchen verborgenen Vorgänge 
sich da abspielen? Als turn-off-Transistor wäre ein 3A-Typ doch völlig 
überdimensieroniert !?

mit freundlichem Gruß

von lrep (Gast)


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Christian S. schrieb:
> Details in meinem Aufbau:
> In meiner Schaltung beträgt der 1 k widerstand.....

Poste mal deinen tatsächlichen Schaltplan.
Das liest sich schneller als die ganzen Details zu einer irgendwie 
geänderten Schaltung, die man auch erst suchen muss.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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...Das liest sich schneller ...

bin sehr gespannt :-)

von lrep (Gast)


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Ist die 1N4148 drin, und richtigrum?
Sonst wird evtl. die zulässige BE-Sperrspannung beim Einschalten des 
MOSFET überschritten.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ja, die 1N4148 ist bei allen drei Transistoren richtig herum direkt am 
Transisitor dran gelötet. An die Sperrspannung dachte ich auch schon.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ich hätte noch die Idee anzubieten, daß der BC327B bei höherer 
Betriebsspannung in die Sättigung gerät und dadurch langsamer wird.

von lrep (Gast)


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Leistung ist Spannung * Strom.
Ein Scope sollte Auskunft geben wann und warum beides gleichzeitig an 
dem Transistor auftritt. Normalerweise, bis auf die Flanken, nur 
abwechselnd und in den Flanken sehr kurz.

Allerdings wird der MOSFET hier ja auch unnütz hoch angesteuert, bis auf 
über 10V am Gate.
Wenn der BC327 dann leitet, möchte ein Spitzenstrom von über 1A 
auftreten, und dann hat der Transistor eine Verstärkung von unter 100.
Ausserdem ist der zur Ansteuerung zur Verfügung stehende Basisstrom 
während der meisten Zeit (Miller-Effekt) auf etwa 2,8V / (150 + Trimmer) 
begrenzt. Das werden also lediglich knapp 10mA sein.
Dementsprechend tritt viel der Verlustleistung, die normalerweise auf 
dem Gatewiderstand verheizt würde, nun am Transistor auf.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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"Allerdings wird der MOSFET hier ja auch unnütz hoch angesteuert, bis 
auf über 10V am Gate."

Schonmal danke für die Ausführungen. Klingt ja alles recht plausibel.

Ich dachte, eine hohe Gate-Spannung sei gut, damit der FET einen 
niedrigen on-Widerstand hat. Irgendwoher muß der PNP ja seine 
Verlustleistung bekommen.

Woher kommen die 2,8V in Deiner Berechnung?

Jedenfalls hätte ich eine neue Idee beim Experimentieren, indem ich die 
Aussteuerung des Gate auf z.B. 9V begrenze, z.B. indem der interne 
Transistor an Pin1 = C auf z.B. 9V festgeklemmt wird. Laut Dantenblatt 
sind es schon mehr als 13A bei UGS = 7V.

Nur erklärt sich damit nicht die als einwandfrei angenommene Funktion 
der Schaltung aus dem Link sowie der beobachtete Effekt mit dem 2SB744. 
Wie sehr er an der Sache beteiligt ist (Basistrom), können wieder um nur 
Beobachtungen der Kurvenform zeigen. Ich werde die drei Varianten mal 
umschaltbar aufbauen.

Demnächst...

Falls etwas brauchbares dabei heraus kommt, lasse ich es Euch wissen.

mit freundlichem Gruß

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Nun habe ich ein 100 Ohm-Poti zwischen C des BC327B und GND eingebaut 
und die Kurvenform UDS betrachtet, da diese die meiste Aussagekraft 
bezüglich des schnellen Aus-Schaltens bietet.

Mit Poti-Einstellungen > 33 Ohm erfolgt keine Erwärmung mehr des BC327B. 
Mit dem Poti läßt sich der Einsatz der Erwämung feinfühlig einstellen.

Eingangsspannungen bis 16 V sind kein Problem.
Poti-Einstellungen 22 ... 33 Ohm sind diejenigen mit der steilsten 
Ausschalt-Flanke. Kann man schön einstellen. Da ist der interessante 
Bereich.
Der Bereich 22 bis 50 Ohm dürfte der günstigste für den BC327B sein.
Schaltet man den 2SB744 dazu, wird die Kurvenform noch eckiger, egal was 
man am Poti von Pin2 zu 120 Ohm GND einstellt. Der 2SB744 ist also der 
Alleskönner.

Begrenzung der UGS-Spannung auf ca 9 V steht noch aus.

mfG

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Christian S. schrieb:
> Nun habe ich ein 100 Ohm-Poti zwischen C des BC327B und GND eingebaut
> und die Kurvenform UDS betrachtet, da diese die meiste Aussagekraft
> bezüglich des schnellen Aus-Schaltens bietet.
>
> Mit Poti-Einstellungen > 33 Ohm erfolgt keine Erwärmung mehr des BC327B.
> Mit dem Poti läßt sich der Einsatz der Erwämung feinfühlig einstellen.

Der Widerstand ist Unsinn. Generell ist der Transistor da unnütz, wenn 
du den MC34063 auf einen so kleinen Arbeitswiderstand (120R + 500R Poti 
auf Minimum) arbeiten läßt. Einen Transistor setzt man dahin, damit man 
diesen Widerstand größer machen kann. Was wiederum den Wirkungsgrad 
erhöht, denn der Strom durch den Widerstand ist zu 100% Verlust.

Warum nun dein Transistor bei höherer Eingangsspannung warm wird und die 
Schaltung generell nicht wunderprächtig funktioniert, liegt ganz einfach 
daran, daß du wohl Emitter und Kollektor vertauscht hast. Dann liegt bei 
eingeschaltetem MOSFET die Betriebsspannung (abzüglich der Verluste im 
MC34063) in Sperrichtung an der BE-Strecke des Transistors (sollte 
igentlich die BC-Strecke sein). Und weil die bei ca. 7V durchbricht, 
sorgt der dann fließende Strom für die Erwärmung des Transistors.

Den Transistor kannst du wegwerfen, der hat durch den Betrieb im 
Durchbruch der BE-Strecke gelitten. Er geht vielleicht noch ein bischen, 
aber zumindest die Stromverstärkung dürfte im Eimer sein. Nimm einen 
neuen. Laß die 100R weg. Vergrößere den 120R Widerstand auf ca. 1K bis 
10K. Laß das 500R Poti weg. Laß auch den 10R Widerstand am Gate des 
MOSFET weg.

Letztendlich würde man aber den ganzen MOSFET weglassen. Der Transistor 
im MC34063 kann bis 1.5A schalten. Der schafft das also ganz alleine.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Danke für die Hinweise.

> daß du wohl Emitter und Kollektor vertauscht hast.
werde ich nochmals überprüfen


> Laß die 100R weg. Vergrößere den 120R Widerstand auf ca. 1K bis
> 10K. Laß das 500R Poti weg.
probiere ich im nächsten Schritt mal aus.


mfG

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo

Die Varianten ohne PNP-Transistor und mit Widerstand 1k ...10 k an Pin2 
habe ich ausprobiert. Die LED wird zwar noch fast so hell wie bisher, 
jedoch wird der FET deutlich wärmer. Auf den Fotos kann man erkennen, 
daß da schon ein ordentlicher Kühler dran ist (man kann ihn noch fest 
halten). Mit PNP kann man den losen FET in den Fingern für >20 Sekunden 
lang nach dem Einschalten halten. Naja, es gibt präzisere Angaben, aber 
eine starke Erwärmung ist das nicht.

So, entgegen der gut gemeinten Ratschläge, komme ich nun an die 
vorläufig endgültige Version für meine wenigen Einzelstücke, die ich 
benötige.

Es stellte sich heraus, daß die "eckigste" Kurvenform am Gate sich bei 
etwa 220 Ohm an Pin2 ergibt. Der BD138 macht das jedenfalls hervorragend 
ohne überhaupt warm zu werden. OK, der 220 Ohm wird warm. Nur stören 
mich die Verluste nicht. Die Schaltung braucht ca 3 Watt, um die UF4004 
(uiui ist die heiß!) und den FET zu heizen, sowie die Kupferverluste in 
der Spule zu versorgen und den R an Pin2 zu wärmen. Das genügt mir an 
Wirkungsgrad, denn die 20Watt LED macht so viel Licht, wie eine >100 
Watt-Birne und ist dabei weißer als weiß. Immerhin braucht das Teil noch 
eine Versorgung aus dem Netz, was wiederum ungünstiger ist als eine 
direkte netzgespeiste Lösung.


Für diejenigen, die sich an einem eigenen Aufbau versuchen wollen, habe 
ich die Fotos angehängt, denn mir fiel beim Lesen anderer Beiträge auf, 
daß das Thema Spule arg arg im Dunkeln liegt bei vielen Leuten. Was 
meine Experimente angeht, konnte ich nur aufgrund meines umfangreichen 
Fundus und der langen Suche nach der passenden Spule zu einen passablen 
Ergebnis gelangen. Also mit so einem Schalenkern geht es schon ganz gut. 
Besser geht das sicher noch, auch mein verwendeter doppelter 
Telefondraht ist eher zum abgewöhnen, aber eben immer zur Hand. Besser 
nimmt man z.B. vier CUL-Drähte, je dicker, desto besser, parallel für 
die Spule, eben nicht mehr als der Kern fassen kann.

Ebenso ungünstig ist der ausgedehnte Aufbau. Er ist hier nur so, weil es 
die Experimentierschaltung ist. Das fertige Exemplar wird kurze 
Verbindungen, minimalen Bauteileabstand und 1,5mm-Drähte von der 
Elektroinstallation für GND und +12V haben. Ebenso sind die Litzen zum 
FET eine Parallelschaltung aus mehreren Drähten, falls man dickere nicht 
im Spender da hat. Homebrew.

Letztendlich war die Schaltung für eine Reihenschaltung aus zweien 
dieser LEDs gedacht, die bei ca 35V/ 0,7A leuchten. Deshalb der BUZ73. 
Hierfür würde ebenfalls ein 100V-Typ mit dem Vorteil eines niedrigeren 
R-DS-on reichen.

mit freundlichem Gruß

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Und die Elkos auf den Fotos sind alle high-ESR-Typen. Geht trotzdem. Die 
Baugröße war mir egal und so lange sie sich nicht erwärmen ist das OK.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Den benötigten Luftspalt erhält der Kern durch ein Stück Tesafilm in der 
Mitte des Kerns. Durch Probieren findet man die Windungszahl, die die 
größte Helligkeit ergibt. Ohne Luftspalt geht es nicht.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Christian S. schrieb:

> Die Varianten ohne PNP-Transistor und mit Widerstand 1k ...10 k an Pin2
> habe ich ausprobiert. Die LED wird zwar noch fast so hell wie bisher,
> jedoch wird der FET deutlich wärmer.

Hat du meinen Post überhaupt gelesen?

Man nimmt entweder einen großen Widerstand mit Transistor oder einen 
kleinen Widerstand ohne Transistor. Großer Widerstand ohne Transistor 
ist natürlich genauso dämlich wie kleiner Widerstand mit Transistor.

Aber gut. Dann hast du jetzt 2 der 4 möglichen Varianten probiert. 
Allerdings gerade die beiden schlechteren.

Christian S. schrieb:
> Den benötigten Luftspalt erhält der Kern durch ein Stück Tesafilm in der
> Mitte des Kerns. Durch Probieren findet man die Windungszahl, die die
> größte Helligkeit ergibt. Ohne Luftspalt geht es nicht.

<seufz>

Man könnte natürlich auch einfach mal die benötigte Induktivität 
ausrechnen und dann auf einen geeigneten Kern wickeln. Ein RM-Kern aus 
dem Ramsch (Pollin?) aus unbekanntem Ferritmaterial ohne Luftspalt ist 
das sicher nicht. Pollin hat da z.B. einen hübschen blauen Ringkern aus 
Hi-Flux Material (Pollin Nr. 250005, Daten bei www.arnoldmagnetics.com). 
Der würde sich sicher eignen. Oder halt eine fertige Drossel auf einem 
Eisenpulver-Ringkern.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo,

klar habe ich Deinen Post gelesen  -- und sogar darüber nachgedacht. 
Mache ich jetzt schon wieder. Ich wollte keinen Verschleiß provozieren. 
Ähm ich genieße sozusagen die Freiheiten des Unwissenden.


Danke für den Tipp bezüglich des Kerns. Das war ja ursprünglich das 
Mega-Problem. Welchen geeigneten Kern habe ich da oder welchen aus dem 
immensen Angebot soll ich bestellen, ohne jemanden Fragen zu können?
Bis zur Profi-Lösung wird es noch einige Lernzyklen erfordern.

Der Kern auf dem Foto kommt aus dem hochgeschätzten Container der 
Hochschule (im letzten Jahrtausend). Da gab es immer wieder tolle 
Sachen, Trafos von Bogenlampen wie auch einen Leonhard-Umformer, die die 
geneigten Assistenten achtlos wegwarfen. Von den vielen in hohem Bogen 
aus 1,70m Höhe über die Kante geworfenen Kernen haben wegen schlechtem 
Füllgrad des Containers ca 30 überlebt, von denen die bisher unverbauten 
auf ihre Aufgaben warten. Der Kern ist auch gut für Schwingkreise im 
NF-Hörbereich.

Bei den käuflichen Kernen soll es welche geben die den "Luftspalt" 
innerhalb der Masse zwischen den Eisenpulverteilchen ausbilden.

Aha, da gibt`s ja schon eine Diskussion dazu, die aber nicht viel her 
gibt:
Beitrag "Empfehlung Ringkerne von Pollin"
Seit 2012 verkauft Pollin die? Haben die tausende davon?


mit freundlichem Gruß

von Bernd K. (bmk)


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Mal am Rande:
Der Kern, den  Alea Saccari verwendet hat, war ein MPP von Magnetics

http://www.spulen.com/eisenpulverringkern-24mm-mpp-al105.html?___store=english&___from_store=default

selbst bewickelt mit 34 Wdg 0,85 CuL
MPP Material ist bekannt für eine sehr hohe Effizienz.
Das war ausschlaggebend für den hohen Wirkungsgrad.

Leider kann man bei MML schon länger nicht mehr bestellen.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo,

danke für den Tipp, der Kern sieht auf dem Foto ja zum anbeißen aus!

"Availability: In stock
Delivery Time: 2-3 Tage"
wenn man nur Deutsch und Englisch gleich gut versteht...

Ja, und warum kann man dort nichts bestellen, wie ich freundlicherweise 
verstehen soll?

"Derzeit sind leider keine Bestellungen möglich! Wir bitten um Ihr 
Verständnis."

Soll das nur als Appetit-Happen dienen?
Also Ausprobieren würde ich so einen Kern doch schon mal gerne. Immer 
wieder diese Beschaffungsprobleme, wo doch in jeder 
Automobilisten-Audio-Endstufe, Flach- und Rundfernsehern sowie allen 
Arten von Computern solche Kerne verbaut sind.

Außerdem wäre es eine Frage der Optimiertung, ob es sich lohnt, Kerne 
für 3€+ zu bestellen oder die vorhandenen Kistenlieger zu verwenden, 
wenn doch die Schaltung aus dem Netz mit Energie aus chinesischer Kohle 
gespeist wird, und nicht wie bei Alea aus einem vornehmen Solar-Akku. 
Interessant wäre die Speisung aus Thermo-Elementen.


für die Gourmets:
"We calculate and wind the toroid on demand. Please solicit a 
quotation."
kein Deutsch dabei?

Zur Zeit habe ich die Schaltung an einem altmodischen Schaltnetzteil 
dran, das 12V/2A und 5V, 3 A kann. Es wird sekundärseitig an den 
Kühlblechen  deutlich wärmer als meine Schaltung. Bemerkenswert ist die 
Erwärmung der Elkos am Ausgang. Ob das lange gut geht? Low-ESR kannten 
die damals noch nicht. Naja, das Netzteil wurde aus der Altersruhe 
unsanft geweckt und lief sofort.


mit freundlichem Gruß

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Wieviel Leistung kann man mit einer aus diesem Kern entstandenen Spule 
übertragen? Kann man das so pauschal ungefähr abschätzen?

Oder welchen müßte man z.B. für eine 50W LED verwenden?

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Sehr gefährlich dieses 43-Watt-Netzteil aus Zeiten des IBM 5170. So groß 
wie ein PC-Netzteil aber nur ein Viertel der Leistung eines ebensolchen.

von lrep (Gast)


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Christian S. schrieb:
> Ich dachte, eine hohe Gate-Spannung sei gut, damit der FET einen
> niedrigen on-Widerstand hat.

Ja, aber du betreibst den BUZ73 (brauchst du dessen 200V 
Spannungsfestigkeit ? - das bringt nur hohen R_on) mit allenfalls 5A 
Spitzenstrom.
Ich habe gerade in die Kennlinien geschaut, wussste aber auch schon 
vorher, dass sich da ab 8V nicht mehr viel tut.
Was mehr ist, bedeutet nur einen höheren Steuerleistungsbedarf, der 
quadratisch mit der Spannung steigt.

Christian S. schrieb:
> Woher kommen die 2,8V in Deiner Berechnung?

Weil sich der Drainstrom bei derartigen Transistoren meist in der Gegend 
von U_GS etwa 3,5V wirklich ändert.
Das ist etwas praxisnäher als die in den Datenblättern genannte 
Schwelle, die bei 1mA gemessen wird.
Das bedeutet, dass beim Schalten auf Grund der Miller-Kapazität die 
Gatespannung eine zeitlang auf ungefähr diesem Wert festgehalten wird.
Diese 3,5V (oder wegen des Gatewiderstands sogar weniger) sind also die 
Emitterspannung des BC327 und da die Basis etwa 0,7V negativer ist, 
ergeben sich die genannten 2,8V.

Christian S. schrieb:
> Der 2SB744 ist also der
> Alleskönner.

Nö, der hat nur mehr Verstärkung bei höheren Strömen.

von lrep (Gast)


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P.S.:

Christian S. schrieb:
> Der Kern auf dem Foto kommt aus dem hochgeschätzten Container der
> Hochschule (im letzten Jahrtausend)


Das dürfte das Datenblatt zu deinem Kern sein: 
http://www.farnell.com/datasheets/1571239.pdf
oL steht für "ohne Luftspalt".
Musst wegen der Grösse evtl. mal nachmessen.

Die magnetischen Daten des Kernmaterials N41 findest du z.B. hier: 
http://en.tdk.eu/blob/528876/download/4/pdf-n41.pdf

von (prx) A. K. (prx)


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Christian S. schrieb:
> Ja, und warum kann man dort nichts bestellen, wie ich freundlicherweise
> verstehen soll?

Beitrag "spulen.com insolvent"

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Bernd K. schrieb:
> Mal am Rande:
> Der Kern, den  Alea Saccari verwendet hat, war ein MPP von Magnetics
> 
http://www.spulen.com/eisenpulverringkern-24mm-mpp-al105.html?___store=english&___from_store=default
>
> selbst bewickelt mit 34 Wdg 0,85 CuL
> MPP Material ist bekannt für eine sehr hohe Effizienz.
> Das war ausschlaggebend für den hohen Wirkungsgrad.

Der von mir vorgeschlagene Pollin-Kern ist aus Hi-Flux Material. Das ist 
im Prinzip ganz ähnlich zu MPP. Der Materialmix ist etwas anders, die 
maximale Flußdichte etwas höher als bei MPP. Aber der Materialmix (auch 
für MPP) unterscheidet sich ohnehin von Hersteller zu Hersteller.

Ich habe mit kleinen MPP-Kernen von Arnold ebenfalls sehr gute 
Erfahrungen gemacht. Insbesondere habe ich mal eine Riege Kerne die ich 
von alten PC-Mainboards geborgen habe, in einem einfachen Stepdown- 
Wandler auf den erreichbaren Wirkungsgrad untersucht. MPP war dabei 
deutlich besser als Amidon Material 26 oder 52. Den HF Kern hatte ich 
damals noch nicht. Evtl. wiederhole ich die Messung mal mit dem.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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bin dem Link gefolgt...


"Leider kann man vieles von dem was die anboten nicht so einfach 
irgendwo anders kaufen. Wer weiss wo man E25 Spulenkörper liegend mit 2 
Kammern bekommt?
"


Ausgerechnend jetzt, wenn ich im Liegen zur Beleuchtung meiner Kammern 
ein paar Spulenkerne bestellen möchte, sind die Leute seit 2 Jahren 
bereits insolvent und betreiben die Webseite immer noch. Hätte man doch 
früher bereits für mehr Umsatz gesorgt.



"Wirklich schade daß die Insolvent sind. Hab da öfters mal bestellt weil
die auch Sachen hatten, die sonst nur schwer in kleinen Stückzahlen zu
bekommen sind."


Und genau deshalb benutze ich meine Kerne aus der Tonne, weil ich nur 
diese habe. Der Tonne sei Dank!


Wegen ausgefallener Lieferungen während Insolvenz:
Praktiker wollte ja dann in der Insolvenz das Pfand für die alte 
Autobatterie auch nicht mehr zurück erstatten. Keinerlei Hinweis auf den 
Insolvenzverwalter. Das muß man dann selber heraus finden.

______

wegen dem empfohlenen Kern aus Hi-Flux Material:
Davon sollte ich mir doch eine satte Kiste voll bestellen. Wer will 
schon low-flux verbauen?
Man erkennt allerdings leicht, daß gerade der Kern der Spule, nicht des 
Pudels, die meiste Mühe bei Auswahl und Beschaffung macht. Die paar 
Windungen aus mehr oder weniger edlem Draht/Litze/HF-Litze sind dann 
eher die leichtere Übung.
Man sollte ein Gesetz erlassen, nach dem die geneigten Fachkräfte auf 
Wertstoffhöfen jegliche Kerne aus den hochentwickelten 
Konsum-Gerätschaften persönlich handsigniert und frei von Beschädigungen 
zu entfernen und einzulagern haben, damit einzelne und geringe 
Stückzahlen vom fachkundigen Neu-Verbraucher mit Limit 0,50 € erworben 
werden können.
Die sitzen drauf und machen nichts damit.

mit freundlichem Gruß

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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lrep schrieb:

> einen höheren Steuerleistungsbedarf, der
> quadratisch mit der Spannung steigt.

Uuups, das würde erklären, warum der BC327 dann so plötzlich heiß wurde, 
ohne daß man das am Labornetzgerät fein einstellen gekonnt hätte.
Ist ja wie beim Luftwiderstand.
Wieder etwas gelernt durch die Praxis...

Der BUZ73 war billig zu bekommen und ich dachte nicht, daß das erste 
Exemplar so lange, eigentlich immer noch ständig, meine ersten 
Experimente mit der 25 Watt-LED überleben würde. Desweiteten solle auch 
mal eine Spannungsquelle bis über 100V hinaus entstehen für 
Experimentierzwecke.

Letztendlich, wenn sich das Konzept als "GUT" erweist, kann für eine LED 
auch ein 50V-Typ antreten oder für zwei ein 100V-Typ.

lrep schrieb:
> mit allenfalls 5A Spitzenstrom.
Das ist noch ein Ansatzpunkt zur Verbesserung. Schaltet man zwei der 
0,13 Ohm Widerstände parallel, meldet sich der Kern lautstark. Da müßte 
ich nochmals eine neue Runde experimentieren... BUZ73 möchte mit gutem 
Willen bis 28A können.

Danke für die Links zum Kern N41 und wegen der Erklärung zu den 2,8V.


mfG

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Korrektur:

Der 10k-Widerstand von Pin5 zu +UB ist falsch angegeben und sollte 68k 
betragen.

Fehler meines technischen Zeichners, Sorry.

mfG

von Christian S. (roehrenvorheizer)



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Hallo.

Anbei noch ein paar Fotos der neu angekommennen Kerne und der 
realisierten Schaltungen.

Die beiden aufgebauten Exemplare zum Betrieb der beiden 
20..25Watt-COB-LEDs sind in den anderen Fotos abgebildet. Der weggebaute 
FET (BUZ73) auf dem kleinen kühler wird selbst im Sommer kaum warm. Die 
high-ESR-Elkos werden absolut nicht warm, höchstens die Diode überträgt 
durch Wärmeleitung etwas Wärme in die beiden linken Elkos. Die UF4004 
wird ORDENTLICH warm! Der Kern 250005 samt Spule mit 45 Wdg 0,6 mm CUL 
erwärmt sich nach langer Zeit etwas, falls volle Helligkeit angesagt 
ist. Der 0,13 Ohm-Widerstand wird geringfügig warm. Darauf befindet sich 
noch ein 7805, der BD138, ein AT90S2313, der aus dem Altbestand genommen 
hier die besondere Aufgabe erhält, die LED zu dimmen per PWM und 
gesteuert durch RC5-Signale. Als Hilfe bei der Programmierung ist noch 
ein 2x40-LCD aufgesteckt. Dimmen in 100er, 10er oder 1er Schritten sowie 
erneutes hoch Dimmen oder aus/ein sind die wesentlilchen Funktionen der 
Fernbedienung. Die Schaltung ist jedenfalls über Stunden 
Dauer-Betriebsfest (bis jetzt) und im Zimmer ist es echt hell zumal zwei 
Exemplare zur Verfügung stehen. Der LED-Kühler profitiert von einen 
kleinen langsam fast unhörbar laufenden 12V-Lüfter, der über 66 Ohm 
angeschlossen ist. Das 4-Euro-Stecker-Netzteil wird um so wärmer, je 
mehr Leistung entnommen wird, klar. Bei voller Helligkeit wird es etwas 
mehr als Handwarm, dort wo innen der Trafo zu sein scheint. Die dicke 
5A-Diode soll vor Schaden durch verpolte Betriebsspannung schützen. GND 
realisiert ein 1,5 mm²-Installationsleiter.

Interessant ist hierbei, daß keine Störung durch das 20 
Watt-Stecker-Schaltnetzteil, durch das die Schaltung gespeist wird oder 
durch den Wandler, erfolgt. Ein C-R-C fiter bringt etwas Filterung nach 
dem Spannungsregler. Es ist ja bekannt, daß die AT90S-µCs einen 
empfindlichen Oszillator haben, der bei Störungen auf der 
Betriebsspannung nicht richtig läuft. Das fällt beispielsweise beim 
Betrieb mit einer RGB-LED und Software-PWM auf. Die RGB-LED-Schaltung 
läuft nur im Batteriebetreib richtig, bei Speisung aus einem 
Stecker-Schaltnetzteil findet kein Farbwechsel mehr statt.

mfG

von Simon K. (simon) Benutzerseite


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Also wenn die alten Dinger Low-ESR Caps sind, dann fresse ich einen 
Besen.

EDIT: Du scheinst das auch mittlerweile zu "high-ESR" geändert zu haben 
;-)

: Bearbeitet durch User
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo,

um genau so eine Verwirrung anzustiften, habe ich von vorn herein 
"high-ESR" geschrieben. So steht es auch in der Vorlage-Datei, von der 
aus ich den Text dann hier ins Fenster rein kopiert habe. Die 
22µF/70V-Typen sind von 7-1976 und machen ihre Aufgabe trotzdem gut, 
kurz vor dem 40sten Herstellungsjahrestag. Wer ESR liest, denkt 
vermutlich automatisch an "low". Der Besen kann da bleiben.


mit freundlichem Gruß

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