Moin Community,
gestern Abend habe ich im Fernsehen SternTV geschaut und war dort
äußerst erstaunt über den Beitrag: "Hauptschule - und dann?"... - hier
der Bericht zum nachschauen:
http://www.stern.de/tv/berufschancen-fuer-jugendliche--was-hauptschueler-nach-ihrem-abschluss-erwartet--4--6909592.html
Die Kernfrage, die dieser Bericht stellt, ist eigentlich: Sind die
Hauptschüler Schuld keinen Ausbildungsplatz zu bekommen oder stellen die
Betriebe eine zu hohe Anforderung an die Jugendlichen?
Die Frage würde ich gerne auch hier mal in den Raum werfen, da ich nach
diesem Beitrag verstehen kann, warum Betriebe keine Lust haben
Hauptschüler einzustellen...
Selbst wenn du als Betrieb dir ewig Zeit nimmst um den Lehrlingen etwas
beizubringen kannst du nur mangelhafte Ergebnisse erwarten... Wie soll
man denn auch mit solchen Leuten richtig Geld verdienen?
Auf der SternTV Facebook-Seite gehen die Meinungen jedoch ganz klar in
die Richtung, dass die Betriebe viel zu hohe Ansprüche haben. Seht ihr
das wirklich auch alle so?
Gruß!
sterntvzuschauer schrieb:> Betriebe viel zu hohe Ansprüche haben
Das hängt natürlich auch vom Beruf ab.
Ich kann nur für Elektroniker Betriebs-
oder Automatisierungstechnik sprechen.
Hauptschüler können wir nicht nehmen.
Sie falle schon durch den Eignungstest.
Stichworte:
Prozentrechnung, Bruchrechnen, Textverständnis,
Verständnis für einfache technische Systeme
wie Hebelgesetzte
sterntvzuschauer schrieb:> Die Kernfrage, die dieser Bericht stellt, ist eigentlich: Sind die> Hauptschüler Schuld keinen Ausbildungsplatz zu bekommen oder stellen die> Betriebe eine zu hohe Anforderung an die Jugendlichen?
Oder wieder anders gefragt, welcher Job entspricht dem Bildungsstand
eines Hauptschülers:
?Baggerfahrer
?Maurer
?Gerüstbauer
?Botenjunge
?Anstreicher
Offensichtlich kommen beim Stern noch die Hauptschüler unter.
Der Text liest sich, als hätte ihn ein Viertklässler zusammengestammelt.
"Fu ruft Uta."
"Uta ruft Fu."
"Fara fährt Fahrrad." würg
Hallo,
ich habe es selber feststellen dürfen (Ausbildung, Techniker,
Ausbilder), dass es nicht unbedingt nur auf die Schüler ankommt.
Beispiel:
Gesucht war für Bürokaufmann /-frau für Büromanagement.
Bedingung war ein Realschulabschluss mit mindestens 1,5 Durchschnitt
oder ein Abitur mit 2,0 Durchschnitt.
Da fragt man sich auch in welcher Welt die Personaler leben.
Dieser Lehrberuf ist laut IHK auf das Hauptschulniveau ausgelegt.
Ich kann da viele weitere Beipiele anführen.
Es wird ein Auszubildener "Elektroniker für Energie- und GEbäudetechnik"
(Elektriker) gesucht, der ein Abi von wenigstens 2,5 mitbringt.
Die, die ein gutes Abitur haben, sollen studieren gehen, denn dafür ist
das Abitur eigentlich ja auch gedacht.
Viele Firmen übertreiben es und stellen Anstellungsanforderungen für
ihre Ausbildungsberufe, die einem Studium gleichkommen.
Sie orientieren sich oftmals nur nach dem Prestige, der Wirkung nach
außen.
"Schaut her, unsere Azubis haben alle Abitur..."
Das Problem ist aber oftmals, dass Über- und Unterforderung nicht
beachtet werden.
Wenn ein 1,5 Abiturient eine Lehre zum Bürokaufmann für Büromanagement
lernt, wird dieser zwar in der Schule gute Noten kriegen, aber
vermutlich gnadenlos gelangweilt und unterfordert sein.
Genauso gibt es aber auch das Gegenteil.
Wenn ein schlechter Hauptschüler eine Lehr zum "Elektroniker für Geräte
und Systeme" anfängt (meine Empfehlung hierbei: ein guter
Realschulabschluss), dann läuft man Gefahr, dass er in der Schule nicht
hinterherkommt und die fehlende Theorie in der Praxis nicht anwenden
kann und somit im Feld zurückbleibt.
Das war mein Statement zu den Firmen.
Nun aber zu den Jugendlichen.
Die Jugendlichen / Schüler sind oftmals, aufgrund des Alters und
fehlender Reife, wenig motiviert, effizient eine Ausbildung mit
dazugehöriger Schule durchzuziehen.
Dementsprechend sehen oftmals die Ergebnisse erster Ausbildungsversuche
aus.
Bei mir selbst war es damals ähnlich.
In meiner Ausbildung habe ich soviel gemacht, wie ich musste.
Ich hatte meine Ausbildung dann ganz gut bestanden.
"Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss" :D
Allerdings bemerkte ich, dass mit voranschreitenden Alter und Reife der
Anspruch an die eigene Fachkompetenz und Bildung steigt.
Deshlab hatte ich ich dann später den Techniker nachgelegt und mit sehr
gutem Ergebnis abgeschlossen.
Das soll heißen, dass der Hauptschulabschluss in Verbindung mit den
heutigen Ausbildungsstellen eine schlechte Verbindung ist, da zwei
Probleme aufeinanderprallen.
Die geistige Unreife und generelle Unerfahrenheit der Jugendlichen
gepaart mit der Sturrheit der Firmen, sinnfreie Anstellungsanforderungen
der Ausbildungsstellen an ihre Bewerber zu stellen, führt zu dem
Problem, dass viele Jugendliche keine Ausbildungsstellen finden bzw.
viele Stellen auch unbesetzt bleiben.
Gruß
Migelchen
Gottlieb Samson schrieb:> sterntvzuschauer schrieb:>> Die Kernfrage, die dieser Bericht stellt, ist eigentlich: Sind die>> Hauptschüler Schuld keinen Ausbildungsplatz zu bekommen oder stellen die>> Betriebe eine zu hohe Anforderung an die Jugendlichen?>> Oder wieder anders gefragt, welcher Job entspricht dem Bildungsstand> eines Hauptschülers:> ?Baggerfahrer> ?Maurer> ?Gerüstbauer> ?Botenjunge> ?Anstreicher
Maurer und Maler finde ich schon fast wieder zu Anspruchsvoll, wenn die
breite Masse so ist wie die 3 aus dem Bericht. Der eine Bäckerlehrling
hat es noch nicht einmal im 2 Lehrjahr geschafft gleich viele Kirschen
auf den Keks zu drücken...
Gottlieb Samson schrieb:> Bildungsstand> eines Hauptschülers:
Bildung und Intelligenz sind nicht dasselbe. Nur weil ein Mensch in
einem Slum in Kalkutta nicht lesen und schreiben kann, weil er nie die
Chance zu Schulbesuch hatte ist er nicht weniger Intelligent, als jemand
der hier promoviert hat.
Im übrigen hängen in keinem Land der EU die Bildungschancen eines Kindes
so sehr von der Herkunft ab, wie in Deutschland. Das geht immer mal
wieder durch die Medien. Es hängt viel davon ab, wie viel Unterstützung
ein Schüler zu Hause bekommt.
Ich kann mich aus meiner Schulzeit an Leute erinnern, die das Gymnasium
problemlos zu Ende hätten machen können und aus denen etwas geworden
wäre, wenn sie in anderen Verhältnissen gelebt hätten (Mutter nicht
allein erziehend und langzeitarbeitslos oder Eltern keine Dorfassis).
Ich kann mich auch an Leute erinnern, die strohdoof und stinkfaul waren
und trotzdem durch die Schule gekommen sind, weil ihre gut verdienenden
Eltern viel Geld in Nachhilfe investiert haben (Apothekersohn,
Unternehmersohn, Arztsohn, später noch ins Med.-Studium reingeklagt).
Migelchen schrieb:> Die geistige Unreife und generelle Unerfahrenheit der Jugendlichen> gepaart mit der Sturrheit der Firmen, sinnfreie Anstellungsanforderungen> der Ausbildungsstellen an ihre Bewerber zu stellen, führt zu dem> Problem, dass viele Jugendliche keine Ausbildungsstellen finden bzw.> viele Stellen auch unbesetzt bleiben.
Das mit der "geistigen Unreife" ist ein guter Punkt. Ich formuliere das
für einen Elektroinstallateur so:
"Gesucht wird ein Schüler der ordentliche Arbeit liefert, die andere
nicht die Gefahr eines Stromschlags" aussetzt."
Da brauchts nicht unbedingt Prozentrechnung, aber leider ist es so das
der der keinen Bock hat Prozente zu lernen auch keinen Bock hat
ordentlich zu isolieren oder seinen gefärhdeten Dreck wegzuräumen.
Hauptsache mit geringsten Aufwand schnell fertig.
Das trifft nun leider die Hauptschüler zu unrecht die zwar Zugentlastung
nicht buchstabieren können aber trotzdem Grundverständniss und
entscheident Verantwortungsgefühl für die eigene Arbeit mitbringen und
somit Kabel haltbar und sicher befestigen. Insofern ist ein Aussortieren
nach Noten keine fehlerfreie Charaktereinschätzung.
noodle express schrieb:> Nur weil ein Mensch in> einem Slum in Kalkutta nicht lesen und schreiben kann,
Jetzt pauschalisierst du...
Kleiner Spaß. :)
Generell hast du Recht.
Eine pauschale Aussage über die Befähigung eines Menschen für eine
Tätigkeit zu treffen, ist nicht nur schwer, aufgrund von fehlenden
Informationen Kenntnisse über der Person, sondern auch verkehrt.
Allerdings hat man hierbei ein Problem.
Woran, an welchen Fakten oder Systemen sollen sich die Firmen
orientieren, um die Vorauswahl für ihre Auszubildenen zu treffen?
Dafür ist der Schulabschluss und die dazugehörigen Noten ja da.
Ein Hauptschüler mit sehr gutem Abschluss kann für mich genauso ein
geeigneter Anwärter sein, wie ein guter Realschüler.
Denn anhand der Noten kann man schon sehen, ob sich jemand bemüht hatte
oder nicht.
Eine wahre Auskunft gibt nachher sowieso erst die Anstellung mit
Probezeit.
MAn muss dazu sagen, wenn unter 100 Hauptschülern jemand dabei ist, der
schlechte Noten aufgrund von Unterforderung erzielt hat und deshalb
falsch in der Bewerbungsphase eingeschäötzt wird, ist statistisch eher
ein Ausreißer.
Das klingt nicht schön, aber im Laufe einer Schulezeit, zeigt sich
durchaus, ob jemand in dem jweiligen Schultyp richtig ist oder nicht.
Dennoch sollte man nicht so engstirnig sein und generell bei dem Wort
"Hauptschule" die Berwerbung gen Ablage P schieben.
In einer Ex-Firma hatte ich einen Kolegen, der ist Ingenieur.
Der war af der Hauptschule, war nach eigenen Angaben stinkefaul und bei
dem ist der Groschen (damals gab es den Euro noch nicht)erst so in der
9.Klasse gefallen.
Hat sich auf den Arsch gesetzt, nach der Hauptschule sein Fachabi
gemacht und anschließend Elektrotechnik studiert.
Migelchen schrieb:> Viele Firmen übertreiben es und stellen Anstellungsanforderungen für> ihre Ausbildungsberufe, die einem Studium gleichkommen.
Womöglich schon einen Studienabschluss haben, um eine Ausbildung zu
beginnen. :-)
zu einer möglichen geistigen Unreife kommt heutzutage auch noch die
physische hinzu. Wenn man mal sieht, was Kinder (und damit später auch
Jugendliche) heute nicht mehr können, weil man immer bewegungsfauler
wird...
Gottlieb Samson schrieb:> Insofern ist ein Aussortieren> nach Noten keine fehlerfreie Charaktereinschätzung.
Deinem Text kann ich in Gänze zustimmen.
Auch gefällt mir die Formulierung deines letzten Satzes.
... keine "fehlerfreie" Charaktereinschätzung.
Denn wie ich oben bereits nannte, ist es so, dass die Befähigung halt
erst nach der Einstellung festgestellt werden kann.
Die Schularten und Noten sind neben einiger Praktikumsnachweise leider
die einzigen Daten anhand sich die Firmen orientieren können.
Diese Art der Entscheidung ist zwar fehlerhaft, aber aktuell nicht
anders gegeben.
Mir fällt jedenfalls nicht viel ein...
Psst schrieb:> In einer Ex-Firma hatte ich einen Kolegen, der ist Ingenieur.> Der war af der Hauptschule, war nach eigenen Angaben stinkefaul und bei> dem ist der Groschen (damals gab es den Euro noch nicht)erst so in der> 9.Klasse gefallen.> Hat sich auf den Arsch gesetzt, nach der Hauptschule sein Fachabi> gemacht und anschließend Elektrotechnik studiert.
So jemanden kenne ich auch. Ist heute Trainee bei Siemens.
Wahrscheinlich gibt es beides. Wie oben angesprochen, ist Abitur als
Anforderung für einfach Ausbildungen wahrscheinlich überzogen, aber wenn
man dann andererseits sowas sieht wie
Aufgabe in der Hauptschulabschlussprüfung:
Ein Bäcker backt am ersten Tag vier, am zweiten Tag fünf und am dritten
Tag drei Brötchen. Wie viele Brötchen backt er durchschnittlich pro Tag
an den drei Tagen? [sinngemäß]
Reaktion des Schülers
"Äh, was? Wie soll das gehen? Keine Ahnung."
kann ich schon verstehen, dass Betriebe da kein Risiko eingehen wollen.
Dussel schrieb:> Wahrscheinlich gibt es beides. Wie oben angesprochen, ist Abitur als> Anforderung für einfach Ausbildungen wahrscheinlich überzogen, aber wenn> man dann andererseits sowas sieht wie
Wenn sich auf eine Lehrstelle Abiturienten bewerben, warum nicht die
nehmen, anstatt eines Hauptschülers mit mittelmäßigen Mathenoten?
Der Abiturient überbrück im Zweifel nur eine Wartezeit bis zum Studium.
Also doch lieber einen motivierten Hauptschüler, der haut nicht so
schnell ab.
Dussel schrieb:> Ein Bäcker backt am ersten Tag vier, am zweiten Tag fünf und am dritten> Tag drei Brötchen. Wie viele Brötchen backt er durchschnittlich pro Tag> an den drei Tagen?
Sechs?
Psst schrieb:> Womöglich schon einen Studienabschluss haben, um eine Ausbildung zu> beginnen. :-)
Das ist leider immer mehr die Regel als die Ausnahme.
Es gibt viele, teilweise sich selbst verstärkende, Ursachen.
Einmal ist es so, dass es auf der Hauptschule keine guten Schüler mehr
gibt. Wer auch nur ein wenig mehr kann, wechselt direkt. Damit fehlen in
diesen Klassenverbänden auch diejenigen, die andere mitziehen können.
Zweitens ist die Demotivation unter den Schülern auch entsprechend hoch,
wenn man genau das Obige sieht: selbst einfachste Stellen werden nicht
mehr für Hauptschulabschlüsse ausgeschrieben.
Woher soll jemand, der weiß, dass er, egal wie die Noten sind, praktisch
keine Chance hat, "seinen Job" später ausüben zu können, Motivation
hernehmen?
Sehr lobenswert finde ich da die Haltung des Unternehmens "Wirtgen"
(kennt vielleicht der eine oder andere: Straßenbaumaschinen aller Art)
hier ganz in der Nähe. Bei einer Unternehmensführung und späteren
Gesprächen sagte uns der Personalverantwortliche für den Hauptstandort
(der übrigens selbst "nur" einen Realschulabschluss hat), dass dort
jeder seine Chance bekommt.
"Die Zeugnisnoten sind uns erstmal egal. Fehlende Mathekenntnisse etc. -
das kriegen wir alles ruckzuck selbst hin. Wir brauchen motivierte
Leute, die ins Team passen. Ein Abiturient mit Traumnoten hilft uns
nicht, wenn der uns das Team sprengt. Es ist hier normal, dass sich
Abiturienten nachmittags mit den Hauptschülern zusammensetzen und ihnen
Mathe erklären, einfach, weil derjenige ganz selbstverständlich in das
Team gehört."
Prozentrechnung, Hebelgesetze etc. - das kann jemand nebenher innerhalb
von wenigen Monaten aufarbeiten. Entscheidend ist immer die Motivation.
Von daher sollten Unternehmen bei der Einstellung nicht so sehr auf die
Noten schauen.
Psst schrieb:> In einer Ex-Firma hatte ich einen Kolegen, der ist Ingenieur.
Ja, man brauch manchmal nur einen Trigger eine Motivation, die einem
dann den Schalter im Kopf umlegt.
Ich denke, jeder kennt da so ein zwei Beipiele. :)
J-A V. schrieb:> zu einer möglichen geistigen Unreife kommt heutzutage auch noch die> physische hinzu. Wenn man mal sieht, was Kinder (und damit später auch> Jugendliche) heute nicht mehr können, weil man immer bewegungsfauler> wird...
Auch wenn es jetzt etwas merkwürdig zu lesen ist / klingt.
"Physich unreif" gehe ich sofern mit, da bis zum 18 Labensjahr das
Gehirn auch noch nicht in Gänze entwickelt ist. Das ist biologisch
einfach so.
Somit sind logischerweise Hauptschüler, die natürlich noch viel früher
eine Ausbildung suchen, auf dem Arbeitsmarkt etwas im Nachteil.
Ich habe es auch schon gesehen, dass jemand mit 15 Jahren es bei mir
damals in der Elektronik es nicht geschafft hatte, mit einer Schere
sauber das Platinen-Layout aus der Folie zu schneiden (ein Rechteck aus
einem stück folie ausschneiden). Das war für ihn einfach nicht drin.
Dussel schrieb:> Reaktion des Schülers> "Äh, was? Wie soll das gehen? Keine Ahnung.">> kann ich schon verstehen, dass Betriebe da kein Risiko eingehen wollen.
Wie gesagt, es gibt natürlich Ausreißer in die eine als auch in die
andere Richtung.
Bei mir in den Vorstellungsgesprächen hatte ich zum Beispiel die
Bewerber immer gefragt, welches Volumen, sie denken, dieser
Besprechungsraum hat.
Wenn sie Schwierigkeiten mit dem Schätzen der Abmaße hatten, hatte ich
ihnen auch mal Werte vorgegeben, die man leicht im Kopf rechnen kann.
Aber wenn mir dann ein Bewerber wütend entgegenwirft, dass man 3m, 3m
und 5m nicht glatt teilen kann, muss selbst ich mir krampfhaft ein
Lächeln verkneifen.
Man muss halt auch beachten, dass so eine Bewerbungsphase für solch
jungen Leute purer Stress bedeuten kann. Deshalb muss man ebenso
geduldiger sein.
Natürlich bis zu einem gewissen Grade... :)
Migelchen schrieb:> Ich habe es auch schon gesehen, dass jemand mit 15 Jahren es bei mir> damals in der Elektronik es nicht geschafft hatte, mit einer Schere> sauber das Platinen-Layout aus der Folie zu schneiden (ein Rechteck aus> einem stück folie ausschneiden). Das war für ihn einfach nicht drin.
Das lag der Fehler aber ehr im Kindergarten und nicht in der Schule.
Psst schrieb:> Der Abiturient überbrück im Zweifel nur eine Wartezeit bis zum Studium.>> Also doch lieber einen motivierten Hauptschüler, der haut nicht so> schnell ab.
Das stimmt.
Gerade deise Jugendlichen, die nach einer langen Lehrstellensuche dann
endlich eine Lehrstelle finden, sind oftmals auch viel dankbarer und
engangierter bei der Arbeit als manch gelangweilter und unterfoderter
Abiturient.
Weil in diesem Fall die Person auf die Stelle passt.
Als ich meinen Ausbilderschein gemacht hatte, erzählöte uns ein alter
Ausbilder, dass er unter anderem auch einen E*e*a-Markt mit
Auszubildenen und Facharbeitern führe.
Sämtlich Azubis sind dort nicht nur Hauptschüler, sondern viele auch
schwerwiegender vorbestraft.
Die sind anfangs zwar immer etwas schwierig, da sie gewisse Dinge,
besonders im Zusammenhang mit Kunden, noch lernen müssen, aber alle
schaffen ihre Prüfungen, sind mit ihrer Arbeit mehr als ausgelastet und
haben es teilweise auch zum Filialleiter geschafft.
Man muss also wirklich schauen, welche Personen passen auch auf die
echten Anforderungen meines Ausbildungsberufes.
Karl schrieb:> Migelchen schrieb:>> Ich habe es auch schon gesehen, dass jemand mit 15 Jahren es bei mir>> damals in der Elektronik es nicht geschafft hatte, mit einer Schere>> sauber das Platinen-Layout aus der Folie zu schneiden (ein Rechteck aus>> einem stück folie ausschneiden). Das war für ihn einfach nicht drin.>> Das lag der Fehler aber ehr im Kindergarten und nicht in der Schule.
Wohl wahr.
Ich könnte bei dem speziellen Beispiel aber auch anbringen, dass er
große Probleme hatte, sich lange auf ein Thema zu konzentrieren.
Ein anderer Lehrling (16 Jahre) in der Mechanik-Abteilung, der hatte
einen Attest vom Arzt, dass er nicht schwer heben darf, da er noch im
Wachstum ist.
Ich weiß nicht, welcher Arzt so einen Schein ausstellt, aber ich hätte
diesen Wisch nie akzeptiert und wenigstens den Arzt angerufen, welcher
mir dann vermutlich nichts hätte erzählen dürfen. ^^
>> Ein Bäcker backt am ersten Tag vier, am zweiten Tag fünf und am dritten>> Tag drei Brötchen. Wie viele Brötchen backt er durchschnittlich pro Tag>> an den drei Tagen?noodle express schrieb:> Sechs?
Du kriegst das ja auch nicht gebacken...
MfG Paul
Was hier bisher nicht richtig angesprochen wurde, ist dass das
Schulsystem und die Abschlüsse sich in den letzten Jahrzehnten massiv
verändert hat. Aussagen wie, der Chef selbst war nur auf der Realschule,
sind daher nicht sehr aussagekräftig. Vor 30 Jahren hatte die
Hauptschule ihren Namen noch verdient, etwa die Hälfte eines Jahrgangs
ist auf selbige gegangen. Der Hauptschulabschluss war ein anerkannter
Schulabschluss, mit dem man Lehrstellen bekam. Die Prüfungen für den
Hauptschulabschluss waren damals tatsächlich deutlich schwerer als
heute. In Baden-Württembergischen Hauptschulen sind heute oft nur noch
ein oder zwei deutschstämmige Schüler in einer Hauptschulklasse (k.A. in
anderen Ländern). Die Schülerschaft setzt sich zusammen aus
Lernverweigerern, Lernbehinderten, "Problemkindern" (Opfer häuslicher
Gewalt etc.) und Kindern die kaum deutsch verstehen. Also handelt es
sich heute eher um eine Förderschule, das war selbst vor 10 Jahren noch
anders. In BW wird heute jeder, der den Hauptschulabschluss besteht zur
10ten Klasse Werkrealschule zugelassen, welche ein Großteil auch
besteht. Die Prüfung selbst unterscheidet sich zur
Realschulabschlussprüfung. D.h. es gibt nur noch einen verschwindend
geringen Anteil, welcher tatsächlich nur mit Hauptschulabschluss die
Schule beendet.
sterntvzuschauer schrieb:> Sind die> Hauptschüler Schuld keinen Ausbildungsplatz zu bekommen
nein!
alle Oberschulen sind Schuld, oder deren Finanzierung bzw. die
Polit.....
ab hier ist ja Ende vom Topic siehe Regeln.
Tommi schrieb:> Was hier bisher nicht richtig angesprochen wurde
Das kann man teilweise verstehen.
Bloß das erzähl mal den aktuellen Schülern, die gerade kurz vor der
Prüfung sind. Die sehen das so, dass sie die schwerste Prüfung aller
Zeiten vor sich liegen haben werden. Für jede Generation Schüler ist die
Schulabschlussprüfung die allererste. Etwas schwierigeres hatten sie nie
vorher gehabt (in den meisten Fällen). Wenn ihnen dann noch jemand sagt,
dass das doch total leicht ist und es früher viel schwerer war, macht
man es sogar noch viel schlimmer. Danach fühlen die sich noch
unqualifizierter.
Man muss da sogar noch genauer differenzieren.
Die Schule damals war zwar qualitativ auf die damaligen Ansprüche
wertvoller, allerdings ist auch der Stoff in vielen Fächern wesentlich
mehr geworden.
Was man heute lernen muss, hat damals nichtmal der Lehrer gewusst.
Beispiel: die ganzen technischen Fächer, das Spektrum an Lernmedien, die
verwendet werden.
Damals hattest du teilweise ein Buch und hast daraus gelernt.
Heute wendet sich jeder Lehrer an unzählige verschiedene Quellen. (wobei
ich kenne ein zwei Lehrer, die halten noch stark an gefühlter
Vorkriegsliteratur fest)
heute wird vorallem viel Selbststudium erwartet und das teilweise auch
schon in der Hauptschule.
Wenn dann die untalentierten Schüler sich über diese vielen Medien
einlesen sollen und für sich nicht einmal wissen, welcher Lerntyp sie
sind, dann sind Demotivation und schlechte Resultate halt
vorprogrammiert.
Mein Vater hat mich früher einen Haufen Kies schaufeln und ums Haus
herum fahren lassen.
Zu der Zeit war ich in der Schule ein Musterbeispiel
-an Faulheit ;)
Der Kommentar, dass ich im ganzen Leben so arbeiten müsste,
wenn ich mich nicht hinsetze, hat dann doch noch was gebracht.
Tommi schrieb:> Vor 30 Jahren hatte die Hauptschule ihren Namen noch verdient
und noch weiter früher (auch zu BRD-Zeiten) hiess es Volksschule.
Migelchen schrieb:> Woran, an welchen Fakten oder Systemen sollen sich die Firmen> orientieren, um die Vorauswahl für ihre Auszubildenen zu treffen?
An dem Erscheinungsbild und minimierter Aussagekraft der Dokumente,
die die verlangen und die denen dann vorgelegt werden. Von Noten
ist nur selten in Stellenanzeigen die Rede. Bei Azubi-Stellenanzeigen
wird das ja manchmal gemacht, aber wenn es überzogen ist, dann müssen
sich Firmen nicht wundern, dass sie keine Bewerber bekommen, wobei
das sehr wahrscheinlich wieder nur vorgeschoben ist, um sich nicht
rechtfertigen zu müssen.
> Dafür ist der Schulabschluss und die dazugehörigen Noten ja da.
Eigentlich nicht, denn Noten beweisen nur, dass bestimmte
Ausbildungsziele erreicht wurden und die gehen eigentlich nur die
Bildungsstätte, den Schüler und im ungünstigsten Fall den Staat
etwas an, aber ganz gewiss nicht Firmen, die ja sowieso keine
plausible Verantwortung übernehmen.
> Ein Hauptschüler mit sehr gutem Abschluss kann für mich genauso ein> geeigneter Anwärter sein, wie ein guter Realschüler.
Oder beide nicht, wenn nur das Talent zum auswendig lernen genutzt
wurde und die Zusammenhänge nicht begriffen wurden.
> Denn anhand der Noten kann man schon sehen, ob sich jemand bemüht hatte> oder nicht.
Wenn du drei mal hintereinander versuchst den Führerschein zu machen,
sieht man nach Bestehen dir auch nicht an ob du Talent zum Autofahren
hast und dich anpassen kannst.
Chris D. schrieb:> Von daher sollten Unternehmen bei der Einstellung nicht so sehr auf die> Noten schauen.
Die dürften die Noten eigentlich gar nicht zu Gesicht bekommen, wenn die
nicht bereit sind ihre Ansprüche nachvollziehbar zu begründen.
Gleichbehandlung wird so nicht gelebt.
Migelchen schrieb:> Die geistige Unreife und generelle Unerfahrenheit der Jugendlichen
Was nicht neu ist und früher anders gelöst wurde. Man wusste dass man
einem unreifen Jugendlichen eben nicht alle Freiheiten geben kann und
darf. Da wurde selbstverständlich einiges für den Jugendlichen bestimmt.
Das nannte sich Erziehung. Ebenso wurden Mindeststandards und
Anweisungen nicht als unverbindliche Wünsche geäußert sondern
durchgesetzt.
> gepaart mit der Sturrheit der Firmen, sinnfreie Anstellungsanforderungen> der Ausbildungsstellen an ihre Bewerber zu stellen,
Die kommt nicht von ungefähr sondern von schlechten Erfahrungen. So
verdirbt jede Generation von Jugendlichen die Chancen für die nächste
Generation weiter.
Migelchen schrieb:> heute wird vorallem viel Selbststudium erwartet und das teilweise auch> schon in der Hauptschule.
Dank Internet ist das ja auch leichter geworden, aber alles kann man
hier nicht ergooglen wenn bestimmte Interessengruppen das unterbinden.
Beispiel: DIN-Dokumente.
> Wenn dann die untalentierten Schüler sich über diese vielen Medien> einlesen sollen und für sich nicht einmal wissen, welcher Lerntyp sie> sind, dann sind Demotivation und schlechte Resultate halt> vorprogrammiert.
Das muss aber nicht am Schüler, sondern kann auch am Lehrer oder anderen
Umständen, die wir ja nicht kennen, liegen.
Eine Verwandte, ca. 14 Jahre alt, ist z.Zt. auf dem Gymnasium mit
Notendurchschnitt: Ausreichend. Das mag für den Abschluss reichen,
kaum aber um zu studieren und auf dem Arbeitsmarkt werden solche Noten
bestenfalls gefühlt für einen Verkäuferjob reichen. Nachhilfe durch
die Eltern, die das vermutlich von der Bildung könnten, haben beruflich
nicht die Freiheit haben, da zu unterstützen. Also, was machen?
Nachhilfe? Absichtlich sitzen bleiben und ein Jahr wiederholen?
Von den Lehrern braucht man wohl nichts erwarten, weil die nur ihr
Pensum schaffen sollen. Da bleibt dann eine zielgerichtete Förderung
wohl auf der Strecke. In anderen Familien sieht das dann wohl anders
aus, weil man da auch die Mittel für eine Nachhilfe hat.
Inkognito schrieb:
...
Wenn die Noten für dich keine Aussagekraft für das Talent für irgendein
Fachgebiet hat und jeder Bewerber halbwegs optisch gute Unterlagen
verschicken würde, würde es mich mal interessieren, wieveile Bewerber du
zu Gesprächen einladen würdest.
Du brauchst mehr als ein zwei hübsche Bättchen mit korrekter
Rechtschreibung und Grammatik.
Selbstverständlich zählen die Noten mit rein.
Wenn ich nach deinem Schema 1000 Jugendliche einlade, weil die optisch
sehr gute Unterlagen hatten, bin ich nie fertig mit den Bewerbungen (Vom
Geld für die Gespräche für Personal, etc mal ganz abgesehen).
Deshalb differenziert man rein rational durchaus anhand des Abschlusses,
Noten und Praktikas.
Denn gerade im technischen Bereich weiß man es, dass die Stärken oftmals
woanders liegen als gerade im Ausdruck, etc...
Was bringt es mir, wenn ich 1,5h im Gespräch mit einem Bewerber sitze,
er den besten Ausdruck hat, aber eben nicht in der Lage ist einen
Widerstand anhand gegebenen Spannung und Strom zu erläutern?
Das hätte ich an seinen Noten vielleicht in Physik und Mathe womöglich
erahnen können.
Wenn man beipielsweise sieht, dass er in Kunst, Musik und Sport eine
eins hat und Mathe, Physik, Informatik sind mit 2 bis 3 belegt, dann
kann ich ihn vielleichgt einladen, aber sein primärer Fokus wird
vermutlich doch eher auf auf den anderen Gebieten liegen. So etgwas weiß
man dann schon mal, ohne großartig geredet haben zu müssen.
Die Wahrscheinlichkeit spricht da für einen.
Inkognito schrieb:> Eine Verwandte, ca. 14 Jahre alt...
Sitzen bleiben und wiederholen ist natürlich eine Möglichkeit...
Aber ich hätte in dem Fall vorgeschlagen, dass sie die Realschulprüfung
schreibt bzw. allgemein auf die Realschule wechselt. Mit 14 Jahren ist
das ja durchaus noch möglich.
Da würden die Noten vermutlich besser aussehen und sie könnte
gegebenfalls ihr Abi nachholen oder halt nach der Realschule eine
Ausbildung beginnen.
Aber das ist natürlich eine schwerere Entscheidung. :/
Inkognito schrieb:> Von Noten> ist nur selten in Stellenanzeigen die Rede. Bei Azubi-Stellenanzeigen> wird das ja manchmal gemacht, aber wenn es überzogen ist, dann müssen> sich Firmen nicht wundern, dass sie keine Bewerber bekommen, wobei> das sehr wahrscheinlich wieder nur vorgeschoben ist, um sich nicht> rechtfertigen zu müssen.
Ich habe mal schnell nach Ausbildungsplätzen hier in der Region
gegoogelt. Rund 1/4 der Stellenanzeigen für Ausbildungsplätze geben
mindestens eine Note in einem Fach vor, zwei sind nicht selten.
Auffällig war dass ich keine Notenwünsche gefunden habe wenn das Minimum
ein Hauptschulabschluss war. Notenwünsche gab es nur bei mittlerer Reife
oder Abitur. Bei Hauptschulabschlüssen wurde manchmal nach gutem oder
qualifiziertem Hauptschulabschluss gefragt.
Die Notenwünsche die ich gefunden habe fand ich nicht übertrieben. Eher
schon die Forderungen nach einem Führerschein.
Den Bericht habe ich auch durch Zufall gesehen.
Am besten fand ich die Beiträge vom Direktor einer Hauptschule zum Thema
"Hauptschulen habe einen schlechten Ruf". Da hat er erst auf alle
anderen Hauptschulen geschimpft, die sich Realschule Plus nennen und
zukünftig vielleicht "Gymnasium 2.0" (sarkastisch). Aber seine
Hauptschule arbeitet nach dem Limburger-Modell, dass ist natürlich was
ganz anderes. Da war er voll stolz drauf!
Ich war selbst auf einer Hauptschule. In vielen Fächern konnte man gar
nicht lernen, da einige Schüler den Unterricht derart störten, dass
selbst die Lehrer keine Lust mehr hatten zu unterrichten. Nur
durchsetzungsstarke könnten dies, leider waren das auf meiner Schule der
Geschichts- und Religionslehrer, das half mir im Leben nicht wirklich
weiter :(
Als ich dann auf eine weiterführende Schule ging, war das eine komplett
andere Welt! Alle Schüler/Lehrer in der Klasse waren motiviert und
hilfsbereit, das hatte ich bis dato noch nie erlebt.
Ich weiß sehr genau, woher der schlechte Ruf kommt. Es bringt nicht,
wenn man die Hauptschule umbenennt, es bleibt immer der gleiche Mist!
Gut, daß es nicht mehr so ein System wie früher gibt, in dem es im
ganzen Land gleiche Lehrpläne gab und in dem dadurch die Noten und
Leistungen vergleichbar waren.
Das war richtig schlimm. Da konnte eine Familie von Suhl nach Greifswald
ziehen und die Kinder konnten nahtlos im Unterricht anknüpfen.
Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen...
SCNR
Paul
Don R. Wetter schrieb:> In vielen Fächern konnte man gar> nicht lernen, da einige Schüler den Unterricht derart störten, dass> selbst die Lehrer keine Lust mehr hatten zu unterrichten.
mangelne Lust der Lehrer verstehe ich ja, wie lief das vor 45 Jahren....
S:"wann bekommen wir Sin & Cos?"
L:"Das braucht hier doch keiner, mache ich nicht"
S:"Doch ich brauch das gehört zum MSA"
L:"OK, komm in der großen Pause erklär ich dir das kurz"
immerhin konnte man die Lehrer motivieren, wahrscheinlich mit genügend
Energie der Schüler würden sich die Lehrer heute auch freuen wenn einer
Ihr Wissen schätzt und lernen will.
Es kommt ja auch auf den Ausbildungsbetrieb an...
Wenn man seine Ausbildung in einem Betrieb macht der die Hälfte der
Ausbildungszeit mit einem Meister oder sogar Prüfer in einer
Schulartigen Kulisse vorsieht wird so oder so durchgebracht, solange
der Auszubildende nicht gerade eine Lernschwäche hat.
Fragt sich nur Ob die Hauptschule heutzutage eine Mischung aus
Sonderschule und Hauptschule geworden ist.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/schulabschluss-in-berlin-lehrer-finden-mathe-pruefungen-pillepalle/13756836.html
"Konfrontiert mit den Berliner MSA-Aufgaben lobte der bayerische
Realschullehrerverband „das Bemühen um eine neue Aufgabenkultur und eine
Anwendbarkeit“. Allerdings sei in der Realschule in Bayern eine
derartige Abschlussprüfung „undenkbar“. Viele Aufgaben lägen auf dem
Niveau „maximal der siebten Klasse“. Wie der Tagesspiegel berichtete,
haben Gymnasiallehrer auch im diesjährigen Mathematik-Abitur eine
Tendenz zu leichteren Aufgaben beklagt. „Es gibt einen schleichenden
Prozess hin zu einem gesunkenen Anforderungsniveau bei zentralen
Prüfungen in Mathematik“"
10 Klasse aber auf dem Niveau der 7. so wie es sich die Politik wünscht,
damit die Zahlen auf dem Papier gut aussehen und sie im internationale
besser darstehen.
Aufgaben der "Prüfung":
http://www.tagesspiegel.de/downloads/13756932/1/mathematikaufgaben.pdf
Thomas1 schrieb:> Umstritten sind manche Prüfungen. Aktuell gibt es da auch was.
Die von mir genannte Aufgabe war aber so formuliert. Da war nichts mit
Textverständnis. Dass solche Aufgaben für einen Schulabschluss viel zu
einfach sind, ist klar, aber trotzdem schaffen es ja manche nicht.
Bei vielen dürfte es einfach mangelnder Druck sein: 'Warum lernen? Ich
krieg doch Hartz IV. Kann den ganzen Tag zu Hause bleiben. Voll geil.'
Es gibt aber auch einige, die zu Hause sich um Geschwister oder kranke
Verwandte kümmern müssen und einfach keine Kraft zum Lernen mehr haben.
Ich denke, über das Arbeitslosengeld könnte man daran schrauben. Ohne
Schulabschluss gibt es einfach deutlich weniger. Wenn jemand sieht, er
bekommt 250€ im Monat (was gut zum Leben reicht) und könnte mit einem
Abschluss 400€ bekommen, wäre das eine nicht zu verachtende Motivation,
den Abschluss zu machen. Das gesparte Geld könnte dann für die zur
Verfügung stehen, die es brauchen.
Das ist natürlich einfach gesagt, es gerecht zu machen ist dann die
Schwierigkeit.
sterntvzuschauer schrieb:
> Auf der SternTV Facebook-Seite gehen die Meinungen jedoch ganz klar in> die Richtung, dass die Betriebe viel zu hohe Ansprüche haben. Seht ihr> das wirklich auch alle so?
Es stimmt beides.
Die Betriebe benötigen solche Leute unbedingt, aber die Bevölkerung
bringt sie nicht hervor.
Umgekehrt: Das was die Bevölkerung hervorbringt, findet weder Ausbildung
noch Job.
Es ist halt die Todesspirale der Leistungsgesellschaft:
Es muss die Leistung gesteigert werden, um Konkurenzfähig gegenüber dem
Ausland zu bleiben
Dadurch fallen Leute weg, weil sie nicht Leistungsfähig genug sind.
Die Leistung muss von den verbliebenen alleine geschafft werden.
Zusätlich müssen über Staat und Sozialabgaben die schon ausgefallenen
finanziert werden, um politische Ruhe zu garantieren.
Wegen der höheren Leistungsanforderungen fallen noch mehr Leute Weg...
Und so dreht sich das ganze im Kreis.
Darum zerfällt jede Leistungsgesellschaft auf lange Sicht immer in eine
Gewinner- und eine Verlierergesellschaft. Die einzige sinnvolle
Gegenmassnahme, die ich mir vorstellen kann, ist halt ein wenig
zwischen den Gruppen zu Nivellieren. Geringere Standards würden dann
auch die Leute etwas entlasten und den Bedarf an Sozialstaat etwas
verringern.
Bedenke: Ein Drittel aller Arbeitswilligen findet schon keinen Job
mehr...die Gesellschaft hat einfach keinen Bedarf mehr an ihnen.
Nachtrag: Im Ausbildungsrahmenplan für Elektroniker steht so etwas wie
"soll englischsprachige Bedienungsanleitungen verstehen und umsetzten
können". Auch wenn es auf der Hauptschule mittlerweile Englisch gibt,
das Niveau ist zu niedrig. Und Realschüler und Gymnasiasten müssen sich
auch erst darin üben, weil der spezielle Wortschatz nicht im Unterricht
vorkommt.
Schüler sind die letzten Praktikanten die mir unter gekommen sind waren
auch ne Katastrophe. Kommen von Realschule oder Gymnasium und scheitern
daran mit 2 gegebenen Formeln was auszurechnen die taugen garnicht
schriftlich Division wird für die dank Taschenrechner schwierig.
Inkognito schrieb:> Eine Verwandte, ca. 14 Jahre alt, ist z.Zt. auf dem Gymnasium mit> Notendurchschnitt: Ausreichend. Das mag für den Abschluss reichen,> kaum aber um zu studieren und auf dem Arbeitsmarkt werden solche Noten> bestenfalls gefühlt für einen Verkäuferjob reichen.
Hmm, hängt vom Bundesland ab. Ein 4er Gymnasiast aus Bayern oder BaWü
wäre in anderen Bundesländern ein Überflieger. In der 10. Klasse bekamen
wir, Gesamtschule NRW 1980, einen solchen als neuen Mitschüler. Er
konnte sich bis zum Abitur zurücklehnen und ein 1er Abitur mitnehmen.
Generell ist die Jugend viel besser als ihr Ruf. Was ich an Praktikanten
hatte waren alles tolle Jungs, auch egal on sie nun Pascal oder Yilmaz
heißen. Ich bin bis Heute nicht so vernünftig.
Also 250€ reichen laut Dussel im Leben.. und mit Abschluss sollte man
dann 400€ bekommen. Ist klar. In China vielleicht (selbst da dürfte man
mittlerweile mehr bekommen).
Selbst in den ultrakapitalistischen USA gibt es in manchen Städten
mittlerweile einen Mindestlohn von $15 (~14€). Gut, dafür haben die halt
keine Sozialhilfe (ausser Essensmarken), aber hier in D bekommt man die
auch nur unter ganz bestimmten Umständen und sie wird schnell
gekürzt/gestrichen.
Am liebsten wäre es den Neoliberalen natürlich, man würde den
Mindestlohn abschaffen, alle Sozialleistungen streichen
(RV/KV/ALG1+2/Kindergeld/etc..), kostenlose Bildung für alle abschaffen
und dann zusehen, wie sich der Markt selbst reguliert. Deutschland gibt
jährlich etwa 20 Mrd. € für Hartz-4-Empfänger aus, die USA jährlich etwa
$300 Mrd. für das komplette Justizsystem, tendenz steigend. Es ist
natürlich sinnvoller, man zwingt die Menschen in die Kriminalität und
steckt sie dann ins Gefängnis als ein paar Peanuts (für den Staat ist
Hartz 4 ein Witz) Sozialhilfe zu bezahlen und sie ruhigzustellen.
Dussel schrieb:> Ich denke, über das Arbeitslosengeld könnte man daran schrauben. Ohne> Schulabschluss gibt es einfach deutlich weniger. Wenn jemand sieht, er> bekommt 250€ im Monat (was gut zum Leben reicht) und könnte mit einem> Abschluss 400€ bekommen, wäre das eine nicht zu verachtende Motivation,> den Abschluss zu machen. Das gesparte Geld könnte dann für die zur> Verfügung stehen, die es brauchen.> Das ist natürlich einfach gesagt, es gerecht zu machen ist dann die> Schwierigkeit.
1) Von 250€ im Monat Leben mag zwar gehen, aber dafür muss man dann auch
richtig was drauf haben. Leute ohne Schulabschluss können das nicht.
2) Du vermutest mangelnde Motivation. Das kann ich in meinem Umfeld
nicht beobachten. Dafür aber sehr viel Überforderung und Verzweiflung.
Mangelnde Motivation kann ich eigentlich selten erkennen. Ausnahme: Über
mangelnde Motivation bei anderen Leuten klagen meistens die wenigen
Leute, bei denen es selber an Fleiss mangelt, weil dass in ihrem
Selbstverständnis die einzig mögliche Begründung ist. ;O)
Ansgar K. schrieb:> schriftlich Division wird für die dank Taschenrechner schwierig.
Wenn sie schriftlich Dividieren, würdest Du ihnen vermutlich auch in den
Hintern treten, weil sie ihre Arbeitszeit mit schriftlich Dividieren
verplempern, statt schnell den Taschenrechner zu benutzen. ;O)
Du gehörst vermutlich zu der Sorte Cheff oder Ausbilder, denen man nie
was recht machen kann, weil es ihnen nicht in den Kram passt, dass
andere Leute auch ihre Fähigkeiten haben.
Migelchen schrieb:> Wenn die Noten für dich keine Aussagekraft für das Talent für irgendein> Fachgebiet hat und jeder Bewerber halbwegs optisch gute Unterlagen> verschicken würde, würde es mich mal interessieren, wieveile Bewerber du> zu Gesprächen einladen würdest.
Als Arbeitgeber würde ich mal meinen Anforderungskatalog so gestalten,
dass durch natürliche Auslese die Zahl der Bewerber überschaubar gring
bliebe. Die meisten Anzeigen sind doch so Fleischlos aussagekräftig
wie ein abgenagter Knochen.
> Du brauchst mehr als ein zwei hübsche Bättchen mit korrekter> Rechtschreibung und Grammatik.
Nein, nicht wirklich, weil Noten nur etwas über die Fähigkeit
aussagen, wie das Wissen wiederholt wurde. Verständnis, Affinität
und Leidenschaft wären damit nicht bewiesen.
> Selbstverständlich zählen die Noten mit rein.
Ja, weil das Kapital das so durchgesetzt hat. Das Kapital ist
aber nicht so weise, hier gerecht zu behandeln. Die handwerklichen
Fähigkeiten umzusetzen werden eher selten benotet.
> Wenn ich nach deinem Schema 1000 Jugendliche einlade, weil die optisch> sehr gute Unterlagen hatten, bin ich nie fertig mit den Bewerbungen (Vom> Geld für die Gespräche für Personal, etc mal ganz abgesehen).
Kannst du ja machen, aber wenn du 1000 Bewerbungen hast, dann bist
du selbst dran schuld, denn dann musst du den Müll auch entsorgen.
Besser wäre aber Müllvermeidung.
> Deshalb differenziert man rein rational durchaus anhand des Abschlusses,> Noten und Praktikas.
Was nichts anderes heißt, dass ungleich behandelt wird.
> Denn gerade im technischen Bereich weiß man es, dass die Stärken oftmals> woanders liegen als gerade im Ausdruck, etc...
Das Kapital entscheidet und weiß in der Regel gar nichts, weil der
Entscheidungsprozess falsch angesetzt ist.
> Was bringt es mir, wenn ich 1,5h im Gespräch mit einem Bewerber sitze,> er den besten Ausdruck hat, aber eben nicht in der Lage ist einen> Widerstand anhand gegebenen Spannung und Strom zu erläutern?
Du meinst wohl Eindruck. Ausdrucke macht der Drucker.
Wenn ein Abschluss in dieser Disziplin vorliegt, braucht man sich
darum keine Sorgen zu machen. Das Kapital ist auch nicht allwissend.
> Das hätte ich an seinen Noten vielleicht in Physik und Mathe womöglich> erahnen können.
Nur, dass man mit Ahnungen nicht weit kommt.
> Wenn man beipielsweise sieht, dass er in Kunst, Musik und Sport eine> eins hat und Mathe, Physik, Informatik sind mit 2 bis 3 belegt, dann> kann ich ihn vielleichgt einladen, aber sein primärer Fokus wird> vermutlich doch eher auf auf den anderen Gebieten liegen.
Wobei du mit vermutlich keine Gewissheit hast. Die bekommst du
erst nach einigen Monaten Probezeit. Wenn der Betrieb aber keine
funktionierenden Strukturen hat, wie willst du da glänzen?
> So etgwas weiß> man dann schon mal, ohne großartig geredet haben zu müssen.
Wohl Instinkt? Der sollte im Bereich der Mythen bleiben,
wo er hin gehört, wie bei Tieren.
> Die Wahrscheinlichkeit spricht da für einen.
Sehe ich nicht. Mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen müsste die
Mehrzahl der Lottospieler längst zu Millionären gemacht haben.
Emanon schrieb:> Es ist> natürlich sinnvoller, man zwingt die Menschen in die Kriminalität und> steckt sie dann ins Gefängnis als ein paar Peanuts (für den Staat ist> Hartz 4 ein Witz) Sozialhilfe zu bezahlen und sie ruhigzustellen.
Die USA sind dabei als Beispiel sehr interessant, weil dort das
Gefängniswesen in doppelem Sinne einen Markt darstellt.
1) Zum einen sind die Gefängnisse in den USA oft privatisiert, also
Firmen im weitesten Sinne.....es gibt also genug Leute, und damit auch
eine Lobby, die wirtschaftliches Interesse daran haben, das viele Leute
im Knast landen.
2) Gefängnisarbeit zu billigsten Preisen ist ebenfalls weit verbreitet
in den USA (hier in Deutschland haben Gefängnisse (genau wie
Behindertenwerkstätten) ein großes Problem, überhaupt Aufträge zu
bekommen).
Bei dem Umfange, wie in den USA die Gefängnisse belegt sind, ist
Gefängnisarbeit keine Ausnahme mehr, sondern ein Wirtschaftsfaktor.
Eigentlich verdeckte Sklavenarbeit oder Leibeigenschaft. Auch hier
ergibt sich also eine große Anzahl von Leuten, die wirtschaftliches
Interesse daran hat, dass die amerikanischen Gefängnisse gut gefüllt
sind.
Inkognito schrieb:> Nein, nicht wirklich, weil Noten nur etwas über die Fähigkeit> aussagen, wie das Wissen wiederholt wurde. Verständnis, Affinität> und Leidenschaft wären damit nicht bewiesen.
Affinität und Leidenschaft wird durch die Realität schnell gekillt.
Paul B. schrieb:> Gut, daß es nicht mehr so ein System wie früher gibt, in dem es im> ganzen Land gleiche Lehrpläne gab und in dem dadurch die Noten und> Leistungen vergleichbar waren.> Das war richtig schlimm. Da konnte eine Familie von Suhl nach Greifswald> ziehen und die Kinder konnten nahtlos im Unterricht anknüpfen.> Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen...>> SCNR> Paul
Das erspart mir das Schreiben. :-) Zu ergänzen habe ich nur noch, es gab
kein HartzIV o.ä. man musste sehen wo man bleibt und bis auf sehr wenige
Ausnahmen hat genau das funktioniert. Da hätte man bei der "Vereinigung"
besser auch ein paar Dinge aus der DDR übernehmen sollen.
Nein ich will nicht die DDR zurück und bin sehr froh über die Wende. Ich
kenne es halt nicht nur vom Erzählen sondern hab es erlebt mit allen
Vor- und Nachteilen.
POS (Polytechnische Oberschule) ist ja auch in dieser Art wieder im
Gespräch.
Migelchen schrieb:> Wenn man beipielsweise sieht, dass er in Kunst, Musik und Sport eine> eins hat und Mathe, Physik, Informatik sind mit 2 bis 3 belegt, dann> kann ich ihn vielleichgt einladen, aber sein primärer Fokus wird> vermutlich doch eher auf auf den anderen Gebieten liegen. So etgwas weiß> man dann schon mal, ohne großartig geredet haben zu müssen.> Die Wahrscheinlichkeit spricht da für einen.
Auch dass nicht. Ich hatte in Kunst eine 1, weil die Lehrerin mich
mochte. In Mathe hatte ich aber eine 3, weil ich mit dem Lehrer nicht
klar kam. In Physik Leistung aber wieder eine 1.
Du hast recht, es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, aber eine
eher vage....abgesehen davon hatte ich auch mal einen Cheff, der als
Entwickler nur Leute mit künstlerischer Ader wollte, weil sie kreativer
sind.
Prof. Gerhards schreibt irgendwo in seinem Skript über
Konstruktionsmethodik (E-Technik) etwas ähnliches.
ich weiss ja nicht woran es liegt, früher(tm)
hatte man noch respekt vor den Lehrern.
zu meiner Schulzeit gabs nen Lehrer, alte Garde. schon zur NS-Zeit
Lehrer gewesen. ich glaub 1944 als Lehrer angefangen.
Jedenfalls hat man bei solchem Lehrer-Format noch was gelernt,
da hatte man noch Respekt. Da war das was der "gute" Mann sagte, Gesetz.
Noch richtig mit Aufstehen, wenn der Lehrer die Klasse betritt.
und nicht wie heute (man möge mir verzeihen)
>Frethe aldaaah figg disch ey.
Aber ich ahne bereits, dass hier wieder nur das Wort "NS-Zeit"
gelesen wird, es aber nicht verstanden wird, wie das nun wieder gemeint
war.
Ansgar K. schrieb:> Schüler sind die letzten Praktikanten die mir unter gekommen sind waren> auch ne Katastrophe. Kommen von Realschule oder Gymnasium und scheitern> daran mit 2 gegebenen Formeln was auszurechnen die taugen garnicht> schriftlich Division wird für die dank Taschenrechner schwierig.
Schon mal falscher Ansatz. Schüler und Praktikanten befinden sich
im Berufsfindungsprozess und nicht in der Eignungsfindung durch den
Arbeitgeber. Die Firmen müssen also Anreize schaffen und sollten keine
Schreckensszenarien durchziehen, denn damit schaden sie sich nur
selbst. Schon heute findet jeder dritte Betrieb keine Auszubildende
mehr.
Maurizio di Mauro schrieb:> Von 250€ im Monat Leben mag zwar gehen, aber dafür muss man dann auch> richtig was drauf haben.
Danke für das Kompliment :-)
Ich habe zwei Jahre von diesem Betrag gelebt, und zwar ohne besonders zu
sparen. Zwar konnte ich für Studentenpreise in der Mensa essen, musste
dafür aber von dem Geld zum Beispiel noch Strom bezahlen.
Wobei ich allerdings fairerweise dazu sagen muss, dass das ein paar
Jahre her ist. Heute wären es bei 2% Inflation etwa 290€.
J-A V. schrieb:> Aber ich ahne bereits, dass hier wieder nur das Wort "NS-Zeit"> gelesen wird, es aber nicht verstanden wird, wie das nun wieder gemeint> war.
Klar. ;O) Weil Du es ja auch genauso meinst. ;O)
Sonst würdest Du es konkreter Schildern.
Was Du als "Respekt" bezeichnest, ist hündiches "sich Einfügen" in
Machtstrukturen und das Anhimmeln von alpha Rüden.
Die wenigsten Menchen sind aber Hunde, die ein Rudel benötigen, um sich
wohlzufühelen, auch wenn es zu oft so verlangt wird.
ein Hartzer hat auch einen Job.
zumindest wenn man möglichst dabei bleiben will, bekommt es
Job-Charakter.
Sich mit allen Gesetzen und Regelungen auszukennen.
Was einem zusteht, was man darf was man nicht darf, wozu man
verpflichtet ist (oder werden kann), das ganze überhaupt zu verstehen
und vor allem zu behalten wenn man des Lesens nicht mächtig ist.
jaja da geht bestimmt so einiges an Zeit bei drauf ;)
Dussel schrieb:> Danke für das Kompliment :-)
Bitte. Ich übrigens auch. Über zehn Jahre. Alledings kein Harz IV oder
Vorgängeräquivalent, sondern das Geld, was mir meine Familie zum
Studieren gab.
> Ich habe zwei Jahre von diesem Betrag gelebt, und zwar ohne besonders zu> sparen. Zwar konnte ich für Studentenpreise in der Mensa essen, musste> dafür aber von dem Geld zum Beispiel noch Strom bezahlen.
Ich musste sparen. Nebenher zu arbeiten, habe ich Versucht, aber das
Studium litt zu sehr.
> Wobei ich allerdings fairerweise dazu sagen muss, dass das ein paar> Jahre her ist. Heute wären es bei 2% Inflation etwa 290€.
Bei mir war es so 1985 rum. Mit dem heutigen Umfeld und den heutigen
Anforderungen geht das nicht mehr.
J-A V. schrieb:> ich weiss ja nicht woran es liegt, früher(tm)> hatte man noch respekt vor den Lehrern.>> zu meiner Schulzeit gabs nen Lehrer, alte Garde. schon zur NS-Zeit> Lehrer gewesen. ich glaub 1944 als Lehrer angefangen.> Jedenfalls hat man bei solchem Lehrer-Format noch was gelernt,> da hatte man noch Respekt. Da war das was der "gute" Mann sagte, Gesetz.> Noch richtig mit Aufstehen, wenn der Lehrer die Klasse betritt.
Früher war alles besser, auch die Zukunft :=)
Heute hast du alle möglichen Schüler mit unterschiedlichen Kulturen in
der Klasse - Multikulti. Zum Beispiel wird im Islam die Frau nicht
besonders wertgeschätzt. Dies bringen einige islamische Eltern den
eigenen Kindern weiterhin bei. Jetzt könnt ihr euch bestimmt vorstellen,
mit was für Problemen eine Lehrerin zu kämpfen hat, und besonders auf
einer Hauptschule.
Das habe ich noch miterleben dürfen, wo eine Lehrerin immer wieder von
denselben Schülern als dumme Schl...mpe bezeichnet wurde. Früher(tm)
könnte man hier noch züchtigen, heute bekäme ein Lehrer/in für eine
Züchtigung eine Anzeige, Kündigung und unter Umständen ein Berufsverbot.
Maurizio di Mauro schrieb:> Ansgar K. schrieb:>> schriftlich Division wird für die dank Taschenrechner schwierig.>> Wenn sie schriftlich Dividieren, würdest Du ihnen vermutlich auch in den> Hintern treten, weil sie ihre Arbeitszeit mit schriftlich Dividieren> verplempern, statt schnell den Taschenrechner zu benutzen. ;O)>> Du gehörst vermutlich zu der Sorte Cheff oder Ausbilder, denen man nie> was recht machen kann, weil es ihnen nicht in den Kram passt, dass> andere Leute auch ihre Fähigkeiten haben.
Na wer von sich sagt er möcht was in Technik machen von dem erwarte ich
eigentlich das er mit etwas Überlegung die Formel P=U*I und U=I*R mir
den Widerstand eines 60W Leuchtmittela ermitteln kann und wenn das
nicht, doch zumindest U/I schriftlich rechnen kann und das sollte jeder
der Technik will ohne Taschenrechner.
Maurizio di Mauro schrieb:> Auch wenn es auf der Hauptschule mittlerweile Englisch gibt,> das Niveau ist zu niedrig. Und Realschüler und Gymnasiasten müssen sich> auch erst darin üben, weil der spezielle Wortschatz nicht im Unterricht> vorkommt.
Das sind dann aber genau diejenigen, die auf Amazon.de in ihren
Rezensionen angeben, dass die Serie XY nur im englischen Original
genießbar ist und die deutsche Synchronisation kaum erträglich den
englischen Wortwitz nicht gut genug abbildet.
Das Problem der Hauptschüler ist, dass sie keine Lobby haben und da nur
noch Leute rumhängen, die kein Deutsch können und die daher keiner will,
weil das Niveau unterirdisch ist.
Somit will niemand Hauptschüler sein und jeder Depp prozessiert sich in
die Realschule rein. Das die Realschule kein Niveau mehr hat, nehmen
Firmen ein Abiturienten. Daher kriegen Realschüler kaum noch einen Job
und Hauptschüler gar keinen mehr.
Wir brauchen wieder ein härteres Abi, dass nur 20% ein Abi haben
und dann eine vernüftige Realschule, damit 30% eine mittlere Reife haben
der Rest hat Hauptschule und kann wieder normal arbeiten und ein
Handwerk lernen.
Soweit die Theorie.
Die Praxis ist die, dass die Eltern umziehen, damit sie ihre Kinder in
eine gute Schule kriegen. Und eine "gute Schule" ist heute eine mit
harter Aufnahmeprüfung vor allem in Deutsch.
Ich als Sohn italienischer Einwanderer kann nur froh sein, daß ich der
Einzige Ausländer in der Klasse war und das Thema "Deutsch lernen" schon
in der Grundschule erledigt war.
Ich bin heute komplett Deutsch, habe eine deutsche Frau und Kinder, die
kaum noch italienisch können.
Aber: schon übermorgen ziehe ich mir mein blaues Trikot an und freue
mich, wenn wir erst die Spanier und später dann die deutschen wegfegen
:-)
Elektron schrieb:> Das sind dann aber genau diejenigen, die auf Amazon.de in ihren> Rezensionen angeben, dass die Serie XY nur im englischen Original> genießbar ist und die deutsche Synchronisation kaum erträglich den> englischen Wortwitz nicht gut genug abbildet.
In welcher Serie findest Du elektrotechnische Fachausdrücke, die auch
noch für das Verstehen der Handlung nötig sind?
Maurizio di Mauro schrieb:> In welcher Serie findest Du elektrotechnische Fachausdrücke, die auch> noch für das Verstehen der Handlung nötig sind?
IT Crowd :-D
sterntvzuschauer schrieb:> gestern Abend habe ich im Fernsehen SternTV geschaut und war dort
Warum regt sich einer der RTL kucken tut eigentlich über Hauptschüler
auf? Da schimpft der Blinde auf den Lahmen.
noodle express schrieb:> sterntvzuschauer schrieb:>> gestern Abend habe ich im Fernsehen SternTV geschaut und war dort>> Warum regt sich einer der RTL kucken tut eigentlich über Hauptschüler> auf? Da schimpft der Blinde auf den Lahmen.
kucken -> gucken, du Hauptschüler ;-)
sterntvzuschauer schrieb:> Moin Community,>> gestern Abend habe ich im Fernsehen SternTV geschaut und war dort> äußerst erstaunt über den Beitrag: "Hauptschule - und dann?"... - hier> der Bericht zum nachschauen:> http://www.stern.de/tv/berufschancen-fuer-jugendliche--was-hauptschueler-nach-ihrem-abschluss-erwartet--4--6909592.html>>> Die Kernfrage, die dieser Bericht stellt, ist eigentlich: Sind die> Hauptschüler Schuld keinen Ausbildungsplatz zu bekommen oder stellen die> Betriebe eine zu hohe Anforderung an die Jugendlichen?>> Die Frage würde ich gerne auch hier mal in den Raum werfen, da ich nach> diesem Beitrag verstehen kann, warum Betriebe keine Lust haben> Hauptschüler einzustellen...>> Selbst wenn du als Betrieb dir ewig Zeit nimmst um den Lehrlingen etwas> beizubringen kannst du nur mangelhafte Ergebnisse erwarten... Wie soll> man denn auch mit solchen Leuten richtig Geld verdienen?>> Auf der SternTV Facebook-Seite gehen die Meinungen jedoch ganz klar in> die Richtung, dass die Betriebe viel zu hohe Ansprüche haben. Seht ihr> das wirklich auch alle so?>> Gruß!
Knallharte Antwort:
Hauptschüler sind blöd und für jegliche Ausbildung ungeeignet.!
So, jetzt dürft ihr mich hauen. 20 Lehrlinge in knapp 40 Berufsjahren.
Mehrere Preisträger, auch bester Azubi Deutschlands.
Dies Jungs ( Mädels haben das halt nicht so mit Metallbauer ) hatten
aber meist schon Abi. Das ist heute die Regelschulbildung.
Azubis mit Hauptschulabschluss haben leider mittweilen ein
Niveau am untersten Level erreicht.
Ich hatte vor 30 Jahren Azubis, die nicht mal diesen Abschluss
erreicht haben, die haben eine Ausbildung bei mir gemacht, super
abgeschlossen und haben heute tolle Jobs.
Mittlerweilen ist das Niveau aber so gesunken, dass ein Azubi
mit Hauptschulabschluss nicht mit 1000,-€ Subvention/ Monat
infrage kommt. ( Geschenkt= zu teuer )
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Hauptschüler sind blöd und für jegliche Ausbildung ungeeignet.!
Nur wer macht dann bei dir die primitiven stumpfsinnigen Arbeiten?
Die High-Performer wohl eher nicht.
> So, jetzt dürft ihr mich hauen. 20 Lehrlinge in knapp 40 Berufsjahren.> Mehrere Preisträger, auch bester Azubi Deutschlands.
Und hattest du Abitur als du deine Meisterausbildung angingst?
Als Meister wurde dir das Fachabitur mittlerweile quasi geschenkt,
so das du studieren darfst.
> Dies Jungs ( Mädels haben das halt nicht so mit Metallbauer ) hatten> aber meist schon Abi. Das ist heute die Regelschulbildung.
Dafür gibts eben Berufe wo Männer eher ungeeignet sind, z.B.
Krankenschwester, Diplompflegekraft etc.
> Azubis mit Hauptschulabschluss haben leider mittweilen ein> Niveau am untersten Level erreicht.
Statt das für sich zu behalten, sollte die Wirtschaft das mal den
Schülern vermitteln, damit sie das Ruder noch mal herumreißen.
Wenn die Zielführung und Perspektive fehlen, warum sollen sich
Schüler der Willkür der Wirtschaft aussetzen?
> Ich hatte vor 30 Jahren Azubis, die nicht mal diesen Abschluss> erreicht haben, die haben eine Ausbildung bei mir gemacht, super> abgeschlossen und haben heute tolle Jobs.
Sofern die nicht bei dir tätig sind, kannst du das eigentlich
nur wissen, wenn sich künftige Arbeitgeber bei dir erkundigt haben.
Vom Datenschutz doch recht bedenklich. Wenn das Konzept vor 30 Jahren
erfolgreich war, warum es nicht beibehalten? Die Klugscheißer werden
einem das AG-Leben auch nicht leicht machen, wenn denen der Job zu
langweilig wird. Irgendjemand muss doch die Drecksjob machen.
> Mittlerweilen ist das Niveau aber so gesunken, dass ein Azubi> mit Hauptschulabschluss nicht mit 1000,-€ Subvention/ Monat> infrage kommt. ( Geschenkt= zu teuer )
Dann sollte man dir auch die Möglichkeit Gesellen nicht einstellen
zu dürfen, aber das wird wohl nicht passieren. Nehmen kann jeder,
geben dagegen geht leider langsam als Tugend verloren.
Bernd F. schrieb:> Ich hatte vor 30 Jahren Azubis, die nicht mal diesen Abschluss> erreicht haben, die haben eine Ausbildung bei mir gemacht, super> abgeschlossen und haben heute tolle Jobs.
Früher war halt alles besser.
Bernd F. schrieb:> Bernd
Ist ein Kunstschmied eigentlich sowas wie ein alternder Hippie, der im
Wohnwagen lebt und irgendwas aus Ton macht? (Ich hab mich jetzt mal ein
bischen an den Bildern von dir orientiert.)
Machst du auch Auftragsarbeiten für Bondage-Studios? Mittelalterlich
anmutenden Folterwerkzeuge und sowas.
Reinhard #. schrieb:> Hauptschüler können wir nicht nehmen.> Sie falle schon durch den Eignungstest.> Stichworte:> Prozentrechnung, Bruchrechnen, Textverständnis,> Verständnis für einfache technische Systeme> wie Hebelgesetzte
Hatte ich alles auch noch auf der Hauptschule bzw. auf dem BVJ. Dort
habe ich einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss
erworben, weil ich in der 7. Klasse von der Hauptschule geflogen bin
(Zwei mal sitzen geblieben, größtenteils wegen der Familiären
Situation).
Und ich musste es auch beherrschen, sonst hätte ich die Prüfung nicht
geschafft. Allerdings ist das bei mir jetzt schon 18 Jahre her.
Psst schrieb:> In einer Ex-Firma hatte ich einen Kolegen, der ist Ingenieur.> Der war af der Hauptschule, war nach eigenen Angaben stinkefaul und bei> dem ist der Groschen (damals gab es den Euro noch nicht)erst so in der> 9.Klasse gefallen.> Hat sich auf den Arsch gesetzt, nach der Hauptschule sein Fachabi> gemacht und anschließend Elektrotechnik studiert.
Das geht aber auch nur mit der nötigen finanziellen Unterstützung.
Ich war nach meinem BVJ Abschluss mit der Schulpflicht durch, eine
Ausbildung bekommt man aber mit so einem Abschluss nicht und da meine
allein erziehende Mutter von Sozialhilfe lebte, musste ich für meinen
Lebensunterhalt arbeiten gehen und auch für den meiner Mutter, war eben
eine Bedarfsgemeinschaft. So bin ich mit 17 bei einer Zeitarbeitsfirma
für 11DM/h gelandet.
Habe es dann recht schnell mit Abendschule versucht, die war aber
gemessen an meinem damaligen Einkommen recht teuer und als ich dann
Schicht arbeiten musste, hatte sich das auch erledigt.
So langsam wachen die Menschen auf und erkennen, dass das
Bildungssystem, nicht nur das deutsche, mit seiner Philosophie "prügel
möglichst viel Wissen, egal Welches, in möglichst kurzer Zeit in deinen
Kopf", absolut in die falsche Richtung geht.
Selbst recht konservative Menschen, wie zb. Harald Lesch, sind davon
überzeugt.
Arc N. schrieb:>> 10 Klasse aber auf dem Niveau der 7. so wie es sich die Politik wünscht,> damit die Zahlen auf dem Papier gut aussehen und sie im internationale> besser darstehen.>> Aufgaben der "Prüfung":> http://www.tagesspiegel.de/downloads/13756932/1/mathematikaufgaben.pdf
Ulkig, Aufgaben wie 2 a) und b) bearbeiten die Kloppis an der
Förderschule meiner Freundin in Klasse 7 auch.
Meine Meinung zu diesem Tema fußt auf zwei Säulen:
1. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Aussage: Wer für das
Studium ungeeignet ist, studiert Pädagogik, zutreffend ist. Bin
schon lange keinem Lehrer mehr begegnet, der diese Bezeichnung
wirklich verdient. Gelegentlich schlaue Leute, aber unfähig dies
weiterzugeben.
2. Die Hauptschule nicht in die heutige Zeit passt. Mit dem, was die
Schüler dort lernen kann man in der heutigen Zeit nichts aber auch
Garnichts anfangen. Selbst der Müllmann (Entschuldigung der
Abfallentsorgungsspezialist) muss heute mehr wissen.
Ob die Schule für das Ausbügeln von all den Fehlern, die im Elternhaus
gemacht wurden (oder deren Auslassungen), geeignet ist, steht auf einem
ganz anderen Blatt.
Hallo,
habe mir den Beitrag angeschaut.
Sind ja drei nicht unsympathische Menschen, die da vorgestellt werden
und ein bisschen Mühe scheinen sie sich ja auch zu geben.
Wirklich schade ist, dass es selbst bei dem jungen Mann, der seine
Ausbildung liebt nicht/kaum reicht.
Ich fürchte ein wenig, dass es für solche Menschen immer enger wird in
Deutschland. Für die Skills zahlt man einfach nicht Mindestlohn und
schlägt sich mit Kündigungsschutz, Gewerkschaften, Berufsgenossenschaft,
Sozialversicherungen, Elternzeit, Lohnfortzahlung etc. pp. rum.
Nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich finde alles gerade
aufgezählte sinnvoll und gut, aber damit sich die ganzen Dönekes +
Mindestlohn rechnen, muss halt schon deutlich was unter der Schädeldecke
passieren. Mit viel Ärger Schrott produzieren kriegt man auch in
Niedriglohnländern hin.
Mir fällt da keine Lösung ein, wirklich schade für die drei.
vlg
Timm
Morricone der Dritte schrieb:> Das Problem der Hauptschüler ist, dass sie keine Lobby haben und da nur> noch Leute rumhängen, die kein Deutsch können und die daher keiner will,> weil das Niveau unterirdisch ist.>> Somit will niemand Hauptschüler sein und jeder Depp prozessiert sich in> die Realschule rein. Das die Realschule kein Niveau mehr hat, nehmen> Firmen ein Abiturienten. Daher kriegen Realschüler kaum noch einen Job> und Hauptschüler gar keinen mehr.
JA- Genau das ist der Stand der Dinge...
Allerdings gab es für diese Entwicklung ja einen Auslöser. Schließlich
hat es vorher Jahrzehnte gut funktioniert. Bis dann so vor etwa 15
Jahren der Rapide Verfall des Niveaus der Schulen in der von dir
geschilderten Art begonnen hat. Wobei die Geschwindigkeit Örtlich und
von Schule zu Schule variierte.
HAbe ja selber in meiner Schullaufbahn auch eine Episode auf der
Hauptschule gehabt. (-Grundschule-> Gymnasium -> Hauptschule ->
Gymnasium)
Wobei die Auslöser der diese Spirale in Gang gesetzt hat wie so oft
schon "nur die besten Absichten waren"...
Zu der Zeit wo ich auf der Hauptschule war, da war das Lernen (Ablauf
und Klassenklima) dort praktisch nicht anders als auf dem Gymnasium.
(Hatte ja durch meine Zeit dort vorher und nachher den direkten
Vergleich.
Nur das Stoffniveau war etwas geringer, wobei -so lange man in den
E-Kursen war ist das Niveau da schon recht gleichauf mit der Realschule
gewesen)
Es gab z.b. ab der 6ten Klasse eine Elektronik-AG wo auch richtig
Elektronik gemacht wurde. Mit etwas Hintergrundwissen, Löten und
Platinenzeichen inkl. Ätzen im Säurebad (FeIIICL -UND JA- durch die
Schüler selbst... NICHT hinter drei Glasscheiben durch den Lehrer...)
Grundlagen der Fehlersuche, Arbeiten mit Messgeräten usw. alles dabei!
Ab der achten oder neunten Klasse gab es Informatik als eines von einer
Handvoll Wahlpflichtfächern. Und zwar RICHTIG mit Wissenserwerb über die
PC Funktion (Aufbau, Bits und Bites usw) und eigenständigem
Programmieren (in COMAL). In den Arbeiten musste man auch Programme
analysieren und schreiben! Logik, Dateifunktionen und Grafik (use Turtle
;-) )
Alles mitte der 90er!
Allerdings war Hauptschule zu der Zeit noch nicht die faktisch unterste
Stufe!
Die Schüler die für das Niveau oder den Lernablauf an einer Regelschule
nicht geeignet waren hat man zu dieser Zeit dann noch tatsächlich an
eine geeignetere Schulform (passende Sonderschule) weiter gereicht.
Hängen bleiben bei nichterreichen der Vorgaben war sowieso normal.
Und gerade der Wechsel auf die Sonderschule war für viele der
Betroffenen sicher nicht das Schlechteste. Denn sehr viele haben dort
dann die Kurve gekriegt und doch noch einen brauchbaren Abschluss
gemacht mit dem diese eine Lehrstelle bekommen haben oder den
Realschulabschluss gemacht haben! (In meinem Bekanntenkreis habe ich
einige ehemalige Sonderschüler die heute rückblickend sagen können das
es verdammt gut gelaufen ist...)
Dann kam irgendwann die Meinung auf, das in unserem Bildungssystem ja
niemand mehr abgehängt werden dürfe. Und ein Zwangswechsel auf die
Sonderschule ging ja schon mal gar nicht mehr. Da war man ja
Stigmatisiert.
Also wurde die Hauptschule mit einem mal von einer normalen Regelschule
zu dem Sammelbecken für die Problemfälle, aber ohne die personelle und
materielle Ausstattung diese ordentlich zu betreuen.
Von an den Fähigkeiten der jeweiligen Schüler angepassten Lehrplänen
ganz zu schweigen.
Mit dem Ergebnis das diejenigen mit erheblichen Sprach- oder
Lernschwierigkeiten einfach nicht mehr mitkamen dann die ganze Klasse
ausgebremst haben - nur um am Ende doch ohne JEGLICHEN Schulabschluss da
zu stehen. Zudem hat die Frustkomponente dann noch dafür gesorgt das
viele auch aktiv den Unterricht (für alle!) sabotiert haben.
Bei denen die von vorneherein eine Verhaltensauffälligkeit an den Tag
glegt haben waren die Störungen noch Schlimmer. Aber es gab ja keinen
Ausweg mehr.
In der Folge sind dann auch diejenigen die bezogen auf das angepeilte
Niveau LErnfähig und LErnwillig waren nicht mehr in den Genuss von
ordentlichen Unterricht gekommen.
Eigendlich hätte das reihenweise schlechteste Noten und nicht versetzte
Klassenzüge bedeuten müssen - Da aber ja keiner mehr zurückgelassen
werden darf wurden dann selbst die schlimmsten Fälle mitgeschleift und
das Niveau kontinuierlich abgesenkt. Was natürlich andere dazu bewogen
hat auch alles Schleifen zu lassen, denn man kommt ja auch ohne Mühe
weiter...
Im Ergebnis hatte man dann plötzlich Abschlussjahrgänge die zwar
Notenmäßig nicht schlechter waren als vorher - aber vom tatsächlichen
Niveau weit darunter lagen. Viel zu weit als das die in auch nur
einigermaßen ernsthaften Ausbildungsberufen eine Chance gehabt hätten.
Das haben viele Unternehmen dann bitter bemerkt und ihre
Einstellungspraxis geändert. -> Plötzlich war der Hauptschulabshcluss
selbst im Handwerk WERTLOS!
Damit wollte natürlich niemand der sich auch nur "etwas" Gedanken um
sein Kind macht dieses noch auf der Hauptschule wissen. Also wird Himmel
und Hölle in Bewegung gesetzt um das Kind auf die Realschule zu
schicken. Selbst wenn Absehbar ist das es das Niveau nicht packen wird.
Auf der Hauptschule bleibt wirklich nur ein allerletzter Rest am
untersten Leistungsspektrum.
Jetzt hat man eine gewisse Anzahl von Ungeeigneten Schülern in der
Realschulklasse. Da aber -politischer Wille- niemand mehr zurückgelassen
werden darf kann man die nicht einfach auf die Hauptschule (Denn das ist
ja jetzt mittlerweile die "Stigmaschule") überweisen oder sitzen bleiben
lassen.
Also zieht man die mit durch. Mit den negativen Folgen für alle anderen.
Das Niveau Sinkt, die Firmen (Die Früher Hauptschüler nach Klasse 10A
mit HAndkuss genommen haben) wundern sich und immer weniger stellen
selbst für eher körperliche Arbeiten kaum noch Realschüler ein.
-> Plötzlich ist der Realschulabschluss selbst im Handwerk fast WERTLOS!
(Im Moment hat er hier in der Region schon sehr deutlich an Ansehen
verloren. "Wertlos" ist er noch nicht, aber die Entwicklung geht in die
Richtung. Und das wo die Realschule vor gar nicht langer Zeit mal ein
wirklich guter Schulabschluss war)
Sehe das z.B. bei meinem Azubi (Realschule):
Ist ein helles Köpfchen, aber an den einfachsten Regeln in Algebra
scheitert(e) er! Formeln umstellen, Dreisatz aufstellen - die ganze
herangehensweise fehlt(e).
Hat erst einmal für ordentlich Kopfzerbrechen gesorgt bis wir
dahintergekommen sind WARUM er in den Mathelastigen Lernfeldern so
schlechte Noten bekommt.
Vor der Zwischenprüfung haben wir es dann mit biegen und brechen
geschafft ihm das notwendigste Rüstzeug mitzugeben. Aber dazu haben ich
und einer der Geschäftsführer (Dr. Physik) ettliche Tage
Intensivnachhilfe geben müssen. Das darf man gar nicht ausrechnen wenn
man das nach Stundensatz abrechnen müsste.
Wobei ich wiederhole: Es ging dabei nicht um die Elektrotechnischen
Grundlagen. Die hatte er Verstanden. Er scheiterte immer nur an den
einfachsten mathematischen Regeln die in meinem Mathebuch HS- Klasse8
bereits erklärt sind. Habe es extra noch einmal nachgesehen!
(Habe meine alten Schulbücher ab Kl.5 alle noch...)
Habe das alles erst für "Laberrei und Ausflüchte" gehalten. Mittlerweile
aber von diversen anderen Schülern dieser Schule -verschiedene
Jahrgänge- bestätigt bekommen das seine Angaben zum Niveau sehr wohl
stimmen würden.
Und das ist nur eine Schule von vielen.
Also bringen die Eltern Ihre Kinder wo es nur irgendwie geht mit hängen
und würgen aufs Gymnasium. Das Niveau ist zwar eigendlich zu hoch, aber
wir dürfen ja niemanden mehr zurücklassen...
Im Ergebnis haben wir halt eine auf Schulformen übertragene Form der
Euphemismustretmüle.
>> Wir brauchen wieder ein härteres Abi, dass nur 20% ein Abi haben> und dann eine vernüftige Realschule, damit 30% eine mittlere Reife haben> der Rest hat Hauptschule und kann wieder normal arbeiten und ein> Handwerk lernen.
Der Grundgedanke ist richtig, nur mit "Der Rest hat Hauptschule" das
wird nicht funktionieren. Es ist leider so, das wenn man eine untere
Grenze definiert niemand freiwilig an der unteren Grenze sein will.
Zudem ist es so das sich Schulniveau an einer Schule immer in einem
Bereich um den untersten gemeinsamen Nenner an dieser Schulform
orientieren wird.
Wenn du also verlangst das der "ganze Rest" zur Hauptschule gehen soll,
dann wird das auch eine "Restschule" bleiben.
Das kann man SO also nicht alleine Lösen.
Man müste also diese untere Grenze wieder aufheben und wieder dahin
zurückkehren das man Schüler die für eine Regelschule auf Grund ihres
Bildungs-/Sprachniveaus oder Sozialverhaltens nicht geeignet sind wieder
regelmäßig an entsprechende Förderschulen abgibt.
Was ja nicht mal zu deren Schlechtesten wäre, denn dort würden die dann
wie damals dank der besseren Ausstattung und Betreeung auch viel stärker
Gefördert was einem nicht kleinen Teil dann mit einem Schulabschluss
dieser Schule (Gleichbedeutend HS Klasse 9) doch wieder eine Rückkehr in
die normale Bildungslaufbahn ermöglicht. Gerade denjenigen die bei einem
Verbleib an der Regelschule diese dann ganz ohne Abschluss verlassen
würden.
Aber es würde auch bedeuten das man einen "kleinen Teil" von Schülern
hätte die definitiv am Ende zu den "Verlierern" zählen werden. Als
Sonderschüler Stigmatisiert und dann da nicht einmal die Kurve gekriegt.
Da man das nicht will nimmt man stattdessen in Kauf das eine ganze Menge
mehr Schüler, die unter anderem Umständen eine für die meisten
Ausbildungen abolut brauchbare Schullaufbahn hinter sich gebracht
hätten, unweigerlich mit in den Abgrund gerissen werden weil das Papier
was die sich teilweise hart erarbeitet haben durch die falsche
Rücksichtnahme faktisch entwertet wird. Aber das ist ja nicht nicht so
schlimm, sind ja viele und nicht nur ein paar arme "Aussätzige". ISt
dann ja nicht so schlimm für das Selbstbewustsein wenn es viele andere
auch trifft.
Gruß
Carsten
P.S.: Das was wirklich truarig ist an der Sache, das ist die Tatsache
das man auch heute noch eine Reihe von Schülern an der HAuptschule hat
die in einem "besseren" Umfeld problemlos die Kurve kriegen würden und
dann definitiv auch für anspruchsvolle Ausbildungsberufe geeignet wären.
Ein ganz kleiner Teil hätte sicher sogar noch das Zeug ein gutes Abi zu
machen und zu studieren.
Aber nur aus Gründen der "Political Corectness" sind die in einem
Schulsystem gefangen das sich zwangsweise an der untersten
Leistungsgrenze ausrichtet. Und wenn deshalb das absolute
Grundlagenwissen für einfachste Zusammenhänge fehlt, dann sind die für
eine Ausbildung nicht zu gebrauchen. Obwohl die geistigen Fähigkeiten
absolut ausreichend sind und sie persöhnlich da auch überhaupt nichts
für können, ja sich sogar aktiv bemüht haben wirklich was zu Lernen!
Carsten S. schrieb:> Man müste also diese untere Grenze wieder aufheben und wieder dahin> zurückkehren das man Schüler die für eine Regelschule auf Grund ihres> Bildungs-/Sprachniveaus oder Sozialverhaltens nicht geeignet sind wieder> regelmäßig an entsprechende Förderschulen abgibt.> Was ja nicht mal zu deren Schlechtesten wäre, denn dort würden die dann> wie damals dank der besseren Ausstattung und Betreeung auch viel stärker> Gefördert was einem nicht kleinen Teil dann mit einem Schulabschluss> dieser Schule (Gleichbedeutend HS Klasse 9) doch wieder eine Rückkehr in> die normale Bildungslaufbahn ermöglicht. Gerade denjenigen die bei einem> Verbleib an der Regelschule diese dann ganz ohne Abschluss verlassen> würden.
Du liegst an vielen Stellen richtig, aber hier muss ich dich
korrigieren: Keine Ahnung, wie das in anderen Bundesländern aussieht,
aber in Sachsen gibt es noch Förderschulen und die Ausstattung/Betreuung
ist deutlich schlechter als an Oberschulen. Das geht soweit, dass in
einigen Bezirken Sachsens der Bereich Vertretungsstunden an
Förderschulen bereits mit 0 % (!) geplant wird, an Oberschulen versucht
man immerhin noch 50 % zu erreichen. Die Finanztöpfe für die materielle
Ausstattung sind ähnlich.
Thomas1 schrieb:> Umstritten sind manche Prüfungen. Aktuell gibt es da auch was.>> http://www.spiegel.de/schulspiegel/umstrittene-mathe-pruefung-in-berlin-zentrale-tests-werden-keinem-gerecht-a-1098940.html
Wie sich die Zeiten in Neufünfland geändert haben! :-O
Ein Schiff S wird von zwei Punkten A und B einer horizontalen Standlinie
angepeilt. Gemessen werden:
AB = 438 m
Winkel SAB = 68° [kann leider nicht das Winkelsymbol nicht machen]
Winkel SBA = 74°
Wie weit ist das Schiff von der Standlinie entfernt?
Überprüfen Sie das Ergebnis graphisch und durch eine zweite Rechnung!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, sprachliche Zweige, DDR 1954)
Es liegt eine arithmetische Zahlenfolge vor. Ihr drittes Glied und ihr
achtes Glied geben zusammen 67,5; ihr fünftes und ihr zehntes Glied
geben zusamnmen 53,5.
Wie heißt das fünfzehnte Glied der Folge?
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig,
DDR 1954)
Lösen Sie die Gleichung 2 sinφ cos 2φ = 0 rechnerisch! Der Winkel φ ist
auf 2 Dezimalstellen genau zu berechnen! Machen Sie die Probe!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig,
DDR 1954)
Eine Drehbank kann mit vier Drehzahlen laufen, die beiden mittleren sind
45 und 58 U/min. Diese Drehzahlen hat man dadurch erhalten, daß die
Glieder einer geometrischen Zahlenfolge auf ganze Zahlen gerundet
wurden.
Berechnen Sie die beiden fehlenden Drehzahlen!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, sprachliche Zweige, DDR 1954)
Die Grundfläche (Traufenviereck) eines Walmdaches ist ein Rechteck mit
den Seiten a = 20 m und b = 10 m. Der Dachfirst liegt 5 m über der
Grundfläche und ist 12 m lang.
a) Zeichnen Sie das Dach in Grund- und Aufriß!
b) Stellen Sie von den Dachflächen je ein Trapez und ein Dreieck in
wahrer Größe dar (Maßstab 1:200)!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1955)
Eine quadratische Pyramide hat gleiche Grund- und Seitenkanten.
a = s = 5 cm.
a) Zeichnen Sie ihren Grund- und Aufriß!
b) Unter welchem Winkel sind die Seitenflächen gegen die Grundfläche
geneigt?
c) Zeichnen Sie das axonometrische Bild der Pyramide!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1956)
Lösen Sie die folgende Gleichung!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1957)
Bestimmen Sie x und y aus dem Gleichungssystem
x + y = s
x - y = t
Machen Sie die Probe!
Setzen Sie t = 6! Für welche Werte von s hat dieses Gleichungssystem
dann ganzzahlige Lösungen?
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1965)
Gegeben ist ein rechtwinkliges Dreieck ABC mit dem rechten Winkel bei A.
Auf der Seite a liege zwischen B und C der Punkt D.
__
a) Fällen Sie von D das Lot auf AB, und bezeichnen Sie den Fußpunkt des
Lotes mit E!
b) Beweisen Sie, daß das Dreieck ABC dem Dreieck EBD ähnlich ist!
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1967)
Da können die Schüler in Brandenburg aufatmen, daß sich die
Anforderungen seit 1991 drastisch geändert haben. Und die Schüler in den
gebrauchten Bundesländern können dem Tutzinger Maturitätskatalog dankbar
sein und sich freuen, in den "minderwertigen" MNT-Fächern nie auf solche
Weise strapaziert worden zu sein.
Zum Schluß eine der extrem seltenen politisch angehauchten Aufgaben im
mitteldeutschen Matheunterricht :D
"Unwiederbringlich hat der Imperialismus die Herrschaft über den großen
Teil der Völker verloren."
(N. S. Chruschtschow auf dem XXII. Parteitag)
Vervollständigen Sie folgende Übersicht!
Bevölkerung
in Mill. %
Welt insgesamt 3020
Sozialistische Welt 1070
Imperialistische Großmächte 18
Übrige Welt 1410
(Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1963)
Arc N. schrieb:> "Konfrontiert mit den Berliner MSA-Aufgaben lobte der bayerische> Realschullehrerverband „das Bemühen um eine neue Aufgabenkultur und eine> Anwendbarkeit“. Allerdings sei in der Realschule in Bayern eine> derartige Abschlussprüfung „undenkbar“. Viele Aufgaben lägen auf dem> Niveau „maximal der siebten Klasse“.
Daß das natürlich der typische süddeutsche Schwachsinn ist, läßt sich
leicht beim Blick in die bayrischen Aufgaben sehen.
Man sollte unbedingt das Folgende bedenken: Bayrische Matheprüfungen
sind seit Jahrzehnten, ich wiederhole, seit Jahrzehnten Schema F. Immer
dieselbe Aufgabe an derselben Stelle nach demselben Kochrezept. Bei der
Prüfung der 10. Klasse mag noch ein Rest Abwechslung zu finden sein, die
angeblich ach so schweren Reifeprüfungen sind aber ausschließlich Schema
F. Jetzt muß man noch bedenken, daß bis vor kurzem Bayern den
Schauspielunterricht der 13. Klasse hatte, und wo in der "gymasialen
Oberstufe" (Ostdeutsch "Abiturstufe") seit den 70ern ein ganzes
Schuljahr de facto nur wiederholt und auf die Prüfung vorbereitet wurde,
und man versteht, warum jeder Dämlak in Bayern das Abitur in Mathe
absolut problemlos besteht und auch Schüler mit relativ guten Noten
nichts außerhalb des Schemas F können. Es wird gepaukt ohne Ende. Joa
mei, die Funktion, die in Aufgabe 1 einer "Kurvendiskussion" zu
unterziehen ist, fällt immer leicht anders, der Rest ist total stur
mittels Auswendiglernen anzugehen. Nichtmal ein läppischer Parameter
wird im Leistungskurs zum Problem. Man rattert den Müll einfach
routiniert runter ohne einen Funken nachzudenken, und kommt garantiert
auf eine 2-3. Darüber hinaus werden ganz dezidiert die Punkte für jeden
Teilschritt rechts danebengeschrieben und es werden ständig und überall
Zwischenlösungen gegeben, damit ja keiner über die Idiotie der Aufgabe
stolpert! Und die Punkte sorgen dafür, daß die pawlowsch konditionierten
Bayernschüler sofort wissen, was "wichtig" und was "unwichtig" ist.
Statt Problemlösen und sich mit der Aufgabe auseinanderzusetzen stupides
Punktesammeln, um schnell in den Bereich Note 5- oder 01 Notenpunkte
(bzw. 4/ 05 Notenpunkte) zu kommen, damit ja keiner sitzenbleibt und
damit ja die Statistiken schön aussehen.
Diese Prüfungen verdienen den Namen nicht, denn sie sind im Gegensatz
z.B. zu den absolut gefürchteten DDR-Matheprüfungen keine
Herausforderung, keine Überraschung und sollen letztlich gar nicht
ernsthaft prüfen (also auch nicht ggf. rausprüfen).
Für sowas hatten wir früher(TM) ein Wort: Potjomkinsches Dorf. :-P
J-A V. schrieb:> zu meiner Schulzeit gabs nen Lehrer, alte Garde. schon zur NS-Zeit> Lehrer gewesen. ich glaub 1944 als Lehrer angefangen.> Jedenfalls hat man bei solchem Lehrer-Format noch was gelernt,
Richtig, z.B. wie man über 700000 Juden in weniger als 6 Monaten in
Treblinka vergast? (ein ewiger Menschheitsrekord by the way)
> da hatte man noch Respekt. Da war das was der "gute" Mann sagte, Gesetz.https://youtu.be/9N2K4gI21Bs?t=4m49s
SCNR
Wenn man schon mit Disziplin argumentiert, dann bitte mit Preußen und
nicht mit dem brutalen Nazigeschmeiß.
Hallo
ich bin positiv überrascht wie besonnen und intelligent der Großteil der
Beiträge hier ist und das bei so einen brisanten Thema.
Daumen hoch :-)
Und das komische ist ich kann den meisten Aussagen auch irgendwie
zustimmen obwohl diese teilweise ganz verschiedener Meinung sind.
Das zeigt meiner Meinung nach das es Zeit wäre ganz anders und neu an
den Umgang mit Noten, Abschlüssen, Wettbewerb und Leistungserwartung
heran zu gehen.
Aber wie?
Das ist die große Frage die ich auch nicht beantworten kann.
Aber auf jeden Fall aber ->nicht<- indem wir uns ein Beispiel an China,
Indien, Japan und anderen Ländern mit einen derart pervertierten
Leistungs- und Prüfungsdruck nehmen - jedes Bildungssystem (und die
dahinterstehenden Arbeitgeber, weiterbildenen Schulen,
"Eliteuniversitäten", Kultusministerien...) was auch nur eine(n)
einzige(n) Schülerin / Schüler in den Selbstmord treibt hat total
versagt und gehört umgehen abgewatscht und nicht noch von bestimmten
Kreisen in unseren Land als Vorbild hervorgehoben.
Als kleinen Anteil was meiner Meinung nach wirklich zu einen besseren
und anderen Bildungssystem gehören müsste wäre das einfach nur noch:
"... hat folgenden Abschluss erfolgreich ereicht:...."
ohne jegliche Angaben der Noten und ohne Angabe der Schulform und des
Namens der Schule an dem der Abschluss erreicht wurde bzw. die Bildung
erfolgte.
Dem Prüfling werden natürlich die Noten mitgeteilt, aber jeden
Ausbildungsbetrieb oder weiterbidenden Insutition ist es bei hohen
Strafen verboten sich darüber (insesondere via "Vitamin B")zu
Informieren und / oder neue und umfangreiche Vorprüfungen zum aussieben
zu nutzen
Also eventuell sowas wie eine Zentralprüfung die von einer einzigen
unabhängigen Stelle deutschlandweit (oder als feuchter Traum sogar
Europaweit) durchgeführt wird und "neutral" bestätigt wird.
Dazu gehören natürlich noch viele andere und ergänzende Änderungen und
Voraussetzungen. Wie diese aussehen müssten ist natürlich alles andere
als einfach fest zu legen - ganz bestimmt nicht von uns Laien, aber auch
nicht alleine von der Wirtschaft und den reinen Theoretikern.
Jemand
sterntvzuschauer schrieb:> Die Frage würde ich gerne auch hier mal in den Raum werfen, da ich nach> diesem Beitrag verstehen kann, warum Betriebe keine Lust haben> Hauptschüler einzustellen...
Lust?
Warum ausbilden, wenn man die Leute (Fachkräfte&Helfer aus Ost- und
Südeuropäer) vom Markler direkt vom Lastwagen runter haben kann.
Don R. Wetter schrieb:> Dies bringen einige islamische Eltern den> eigenen Kindern weiterhin bei.
das bringen schon gewisse rituelle Schnippeleien mit sich.
Inkognito schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Hauptschüler sind blöd und für jegliche Ausbildung ungeeignet.!>> Nur wer macht dann bei dir die primitiven stumpfsinnigen Arbeiten?> Die High-Performer wohl eher nicht.
Vielleicht gibt es solche Primitiv-arbeiten in der Metall/Elektrobranche
nicht mehr. Oder nicht als 40h/Woche, das macht die einmal die Woche
Reinigungsfachkraft nebenher.
Don R. Wetter schrieb:> Dies bringen einige islamische Eltern den> eigenen Kindern weiterhin bei.
das bringen schon gewisse rituelle Schnippeleien mit sich.
Dipl.- G. schrieb:>wie man über 700000 Juden in weniger als 6 Monaten in>Treblinka vergast?> Wenn man schon mit Disziplin argumentiert, dann bitte mit Preußen und> nicht mit dem brutalen Nazigeschmeiß.
Japp, ich hab gewusst, dass das mindestens einer verzerrt.
Für einen Preußen-Lehrer kam ich zu spät zur Schule.
Eine andere Erfahrung kann ich nicht anbringen,
daher muss ich so argumentieren.
Die Lehrer in Preußen waren übrigens nicht minder brutal.
hättest Du statt Juden Menschen geschrieben,
hätte ich Dir Deinen Aufreger auch noch abgenommen.
Warum ist dann die Sowjetunion sowie die DDR zerfallen, wenn die
Mathe-Aufgaben so schwierig waren?
Vielleicht, weil die Komplexität von Mathematikaufgaben in
Schulabschlussprüfungen nicht mit dem (wirtschaftlichen) Erfolg eines
Landes zusammenhängt? Wie viele Menschen brauchen diese "höhere"
Mathematik denn in ihrem späteren Leben? Die wenigsten. Und die paar
Leute, die Mathematik in ihrem Beruf brauchen (Ingenieure,
Naturwissenschaftler) werden das dann schon beherrschen. Aber eine
Friseurin, Putzfrau oder ein Bauarbeiter muss sicher nicht wissen, wie
man irgendwelche Gleichungen, Ableitungen, Integrale, Winkelfunktionen
oder sonstwas lösen kann.
Dazu noch: Wenn man etwas braucht, kann man es ohnehin im Internet
nachlesen. Es reicht halt, wenn ein paar wenige das können, aber nicht
jeder muss das können. Und für die Gehälter, die man im Handwerk bekommt
(knapp über dem Mindestlohn, wenn überhaupt), braucht man auch nicht
erwarten, dass ich dafür jemanden bekomme, der sich anstrengt oder bis 3
zählen kann. "If you only pay peanuts...". Wären die Gehälter im
Handwerk vernünftig bei, sagen wir mal, 20€/h brutto FÜR den
Arbeitnehmer!! (nicht für den Arbeitgeber), dann würde man hier auch
wieder bessere Leute bekommen, aber für 11-12€/h kann man eben nichts
erwarten.
Emanon schrieb:> Warum ist dann die Sowjetunion sowie die DDR zerfallen, wenn die> Mathe-Aufgaben so schwierig waren?>> Vielleicht, weil die Komplexität von Mathematikaufgaben in> Schulabschlussprüfungen nicht mit dem (wirtschaftlichen) Erfolg eines> Landes zusammenhängt? Wie viele Menschen brauchen diese "höhere"> Mathematik denn in ihrem späteren Leben?
Doch gute Ausbildung hilft schon bei der Wirtschaftskarriere. Allerdings
gab's es eben diese nicht in der DDR. Oder stand in keinem Verhältniss
zum Aufwand. Deshalb sind insbesonders die gut ausgebildeten
ausgewandert um ihren IQ in persönlichen Erfolg umzusetzen. Oder sind
als ausgebildete Ingenieure erstmal in Körperliche fordernde Berufe
gewechselt weil die besser bezahlt wurden als eine Ingenieurstelle nach
x-Jahren Ausbildung. Beispiel Winfried aus der Langzeit-Doku "Die Kinder
von Golzow", https://www.youtube.com/watch?v=YTcSIdfyugg ab 0:29:00
Mein Lebenslauf:
Hauptschule
Ausbildung im Handwerk inkl Realschulabschluss
Arbeiten
Ziwi
Arbeiten
Fachabitur
Arbeiten
Selbstständigkeit, ok war auch Arbeit...
Bachelor an der FH
Master an der Uni
Alles in 17 Jahren
J-A V. schrieb:> Mein Vater hat mich früher einen Haufen Kies schaufeln und ums Haus> herum fahren lassen.> Zu der Zeit war ich in der Schule ein Musterbeispiel>> -an Faulheit ;)>> Der Kommentar, dass ich im ganzen Leben so arbeiten müsste,> wenn ich mich nicht hinsetze, hat dann doch noch was gebracht.
Und was wäre so schlimm daran gewesen? ;-) Körperliche Ertüchtigung und
körperliche Arbeit hat noch niemanden geschadet.
Und im übrigen, im Bauhauptgewerbe verdient man gar nicht mal so
schlecht. Ich arbeite als Maschinist im Straßenbau und komme im
Jahresnetto auch so immer auf meine ~40.000€ - für mich völlig
ausreichend um ein schönes Leben zu führen. Dann darf man auch die
ganzen anderen Vorteile gegenüber einem Bürojob nicht vergessen:
- Ich habe über die Wintermonate zwei bis drei Monate frei, bezahlt.
- Ich hatte in den letzten fünf Jahren nicht eine Erkältung.
- Mein Körper dankt es mir mit einem nicht vorhanden Fettbauch, auch
ohne Fitnessstudio
- Ich habe ein Betriebsfahrzeug
- Wenn meine Frau fragt ob wir nen neuen Grillplatz haben wollen, dann
bau ich den - weil ichs kann.
- Ich kann voller Stolz behaupten: "Ich habe mein Haus mit meinen
eigenen Händen gebaut!"
- usw. usw.
Und im übrigen, gibt es bei uns sehr viele Bauleiter die für einfache
Additionsaufgaben nen Taschenrechner vorholen müssen um ne einfache
Flächenberechnung durchzuführen. Das machen selbst unsere Erdbauer im
Kopf.
Und die alten Sprüche unserer Lehrer, kann ich auch nicht bestätigen:
"Du wirst später nicht bezahlt um aus dem Fenster zu gucken!" - Doch...
sie lagen falsch, natürlich, ich schaue den kompletten Tag ausm Fenster
und bekomme auch noch Geld dafür.
Draco schrieb:> Und im übrigen, gibt es bei uns sehr viele Bauleiter die für einfache> Additionsaufgaben nen Taschenrechner vorholen müssen um ne einfache> Flächenberechnung durchzuführen. Das machen selbst unsere Erdbauer im> Kopf.
Ist natürlich eine Multiplikation ;-)
Emanon schrieb:> dann würde man hier auch> wieder bessere Leute bekommen, aber für 11-12€/h kann man eben nichts> erwarten.
Naja, wer sich im Bau in der Lohngruppe 1 einstellen läßt ist selbst
schuld, ich kenne im übrigen auch keine Firma die überhaupt noch
Mitarbeiter bekommt welche einer Lohngruppe 1 zustimmen. Dürfen sie auch
wirklich nur Arbeitern auszahlen welche absolut keine Ausbildung haben.
In der Lohngruppe 2 gehts ja dann mit 14,48€/h losgeht. Und das wird im
Baugewerbe als Mindestlohn angesehen. Sobald du eine Maschine bewegst,
und sei es bloß ein Radlader, bist du dann auch gleich auf 16,62€ und so
weiter...
Draco schrieb:>> Der Kommentar, dass ich im ganzen Leben so arbeiten müsste,>> wenn ich mich nicht hinsetze, hat dann doch noch was gebracht.>> Und was wäre so schlimm daran gewesen? ;-) Körperliche Ertüchtigung und> körperliche Arbeit hat noch niemanden geschadet.
schlimm ist daran die wesentlich schnellere körperliche Alterung,
Frag mal einen, der mit 50 noch im Bau arbeitet.
J-A V. schrieb:> schlimm ist daran die wesentlich schnellere körperliche Alterung,> Frag mal einen, der mit 50 noch im Bau arbeitet.
Die habe ich den gesamten Tag um mich rum?! Gut, es gibt Berufe im Bau,
da spreche ich explizit von den Pflasterern, welche eine enorme
körperliche Belastung darstellen - im speziellen die Muskoläre und
Knochenbedingte Alterungserscheinungen. Das sind aber eher die Ausnahme
als die Regel im Baugewerbe, keine Angst, kaputt macht sich da niemand -
eher im Gegenteil. Da der Körper eine höhere Belastung hat. Ich bin nun
42 und habe keinerlei körperliche Gebrechen. Wenn ich nicht jedes Jahr
zum BG Arzt müsste für die allgemeine Kontrolle, wüsste ich nichtmal
mehr wie ein Arztzimmer von innen aus sieht.
Emanon schrieb:> Dazu noch: Wenn man etwas braucht, kann man es ohnehin im Internet> nachlesen.
Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Das reden sich vielleicht
Hipster ein und vielleicht schon ein paar Generationen von Schülern
denen man das so beigebracht hat und die daher nichts dafür können.
Vieles, sei es in Mathematik oder anderen Gebieten, findet man gar nicht
im Internet. Was man im Internet findet ist oft unvollständig, teilweise
falsch und wenn es mal richtig ist, dann wird es nicht in einer Form
präsentiert mit der Lieschen Müller etwas anfangen kann.
Das widerspricht natürliche der Fast-Food Informations-Häppchen
Ideologie ala Wikipedia und wird daher gerne geleugnet mit dem falschen
Umkehrschluss "Was ich im Internet nicht finden kann gibt es nicht oder
ist nicht wichtig".
> dann würde man hier auch> wieder bessere Leute bekommen, aber für 11-12€/h kann man eben nichts> erwarten.
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Würdest du jemandem 2000 Euro/Monat
zahlen der nicht in der Lage ist die gleiche Anzahl von Kirschen auf
Gebäck zu platzieren? Der nach zwei Jahren Ausbildung immer noch
Ausschuss produziert den du wegwerfen kannst?
Hallo Draco,
deine Schilderungen über die guten Verdienstmöglichkeiten auf dem Bau
und den vielen positiven Seiten kommen mir arg geschönt vor. Ich kenne
da ganz andere Geschichten, vor allem mit schlechter Bezahlung. Die
körperliche Anstrengung ersetzt übrigens nicht das Fitnesstudio, im
Gegenteil. Meistens ist die physische Belastung im Beruf so einseitig,
dass gerade dadurch Schäden entstehen.
Ich schätze mich jeden Tag glücklich, dass ich im Büro arbeite und mich
nicht körperlich anstrengen muss. Wenn ich das tue, jedenfalls so wie
ich es will und nicht beruflich. :-)
Draco schrieb:> Das sind aber eher die Ausnahme> als die Regel im Baugewerbe, keine Angst, kaputt macht sich da niemand -> eher im Gegenteil. Da der Körper eine höhere Belastung hat. Ich bin nun> 42 und habe keinerlei körperliche Gebrechen.
Das ist auch noch nicht das Alter, wo es im Gebälk knackt :-)
Ich bin 45 und habe ebenfalls gar nix. Vorsorgeuntersuchungen und das
war's. Trotz überwiegendem Bürojob und praktisch keiner körperlichen
Arbeit.
> Wenn ich nicht jedes Jahr> zum BG Arzt müsste für die allgemeine Kontrolle, wüsste ich nichtmal> mehr wie ein Arztzimmer von innen aus sieht.
Das ist hier genau so - daher sagt das nicht viel über die Vorteile
einer körperlichen Beschäftigung aus.
Es sagt nur aus, dass wir beide recht gute Gene geerbt haben :-)
Die Leute sind nicht mehr in der Lage, vernünftige Prüfungsaufgaben zu
formulieren. Eine Aufgabe sollte Einem zu denken geben, denke ich:
Ein LKW vom Typ W50 kann 5 Tonnen laden und fährt 80km/h. Die Entfernung
zwischen Cottbus und Dresden beträgt 105km. Wie alt ist die Frau des
Beifahrers?
MfG Paul
Draco schrieb:> Wenn ich nicht jedes Jahr> zum BG Arzt müsste für die allgemeine Kontrolle, wüsste ich nichtmal> mehr wie ein Arztzimmer von innen aus sieht.Chris D. schrieb:> Das ist hier genau so
So sei es Euch gegönnt.
Es gibt nur viele Fälle die eben doch anders aussehen.
In ähnlicher Weise "hängen" sich Raucher an Leute wie Helmut Schmidt,
die bis ins hohe Alter ohne allzu viele Komplikationen geraucht haben.
Jay schrieb:> Emanon schrieb:>> Dazu noch: Wenn man etwas braucht, kann man es ohnehin im Internet>> nachlesen.>> Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr.>> Vieles, sei es in Mathematik oder anderen Gebieten, findet man gar nicht> im Internet.
Also Volksschulinhalte und anderes mindestens 100 Jahre altes Wissen
findet man schon.
> Was man im Internet findet ist oft unvollständig, teilweise> falsch und wenn es mal richtig ist, dann wird es nicht in einer Form> präsentiert mit der Lieschen Müller etwas anfangen kann.
Man Vergleiche:
http://www.delamar.de/faq/klirrfaktor-31992/ und
https://de.wikipedia.org/wiki/Klirrfaktor
Viele Elektro-artikel in der WP werden von Doktoren der theoretischen
Physik überarbeitet. Das erklärt die völlige Nutzlosigkeit solcher
Artikel in der Alltagspraxis.
"Wissen" findet man ohnehin nie im Internet, sondern Informationen.
Damit daraus praktisch anwendbares Wissen wird, muss es verstehen, sich
das Wissen aus den Informationen erarbeiten. Da genügt es oft nicht das
Gefundene kurz zu überfliegen oder gar auszudrucken.
J-A V. schrieb:> Draco schrieb:>> Wenn ich nicht jedes Jahr>> zum BG Arzt müsste für die allgemeine Kontrolle, wüsste ich nichtmal>> mehr wie ein Arztzimmer von innen aus sieht.>> Chris D. schrieb:>> Das ist hier genau so>> So sei es Euch gegönnt.
Ich bin auch sehr froh und dankbar, dass ich gesund bin.
> Es gibt nur viele Fälle die eben doch anders aussehen.
Genau das meinte ich.
> In ähnlicher Weise "hängen" sich Raucher an Leute wie Helmut Schmidt,> die bis ins hohe Alter ohne allzu viele Komplikationen geraucht haben.
Richtig. Das war ja meine Aussage (oder sollte es zumindest sein).
Dass Draco auf dem Bau arbeitet kann man eben nicht einfach als
ursächlich für seine offenbar gute Gesundheit ansehen.
Wobei Gesundheit immer auch viel mit innerer Einstellung zu tun hat
(halb volles vs. halb leeres Glas). Wenig bis kein Stress hilft da sehr
:-)
Inkognito schrieb:>> Was bringt es mir, wenn ich 1,5h im Gespräch mit einem Bewerber sitze,>> er den besten Ausdruck hat, aber eben nicht in der Lage ist einen>> Widerstand anhand gegebenen Spannung und Strom zu erläutern?>> Du meinst wohl Eindruck. Ausdrucke macht der Drucker.> Wenn ein Abschluss in dieser Disziplin vorliegt, braucht man sich> darum keine Sorgen zu machen. Das Kapital ist auch nicht allwissend.
Nein, Ausdruck war schon richtig.
Damit meine ich den verbalen Ausdruck.
Ich hätte auch Artikulationsfähigkeit schreiben können, bloß das Wort
ist so lang. ;)
Wir haben in gewissen Dingen eine andere Ansicht, was ja nicht schlecht
ist, aber du gibst mir keine Alternative zu den Noten, Praktikas und
normalen Bewerbungsgesprächen.
Wie oder woran würdest du die Auswahl festmachen ?
Damit meine ich von der Vorauswahl, Gespräche, bis zur Einstellung.
Welche Fakten würdest du bei verschiedenen Bewerbern gegenüberstellen,
um eine Auswahl zu treffen, wer von den potentiellen Auszubildenen der
geeignete ist ?
Gruß
Migelchen
Chris D. schrieb:> Trotz überwiegendem Bürojob und praktisch keiner körperlichen> Arbeit.
Klingt nach viel Handarbeit. Wenn das mit 45 noch geht. Viele haben ja
schon Probleme zu Hause mal hochzukommen und auf der Arbeit hängen die
dann erst recht schlaff durch.
noodle express schrieb:> Chris D. schrieb:>>> Trotz überwiegendem Bürojob und praktisch keiner körperlichen>> Arbeit.>> Klingt nach viel Handarbeit. Wenn das mit 45 noch geht.
Sehr gut sogar - wenig Stress ist eine Grundvoraussetzung für ein
gesundes und langes Leben.
> Viele haben ja> schon Probleme zu Hause mal hochzukommen und auf der Arbeit hängen die> dann erst recht schlaff durch.
"Selbst schuld" sag ich da nur. Das passiert nicht, wenn man das, was
man macht, gerne tut.
Dipl.- G. schrieb:> Wie sich die Zeiten in Neufünfland geändert haben! :-O> [...]> (Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1963)
Ja, ja im Osten war alles besser. Dass du das glaubst wissen wir ja.
Würde mich mal interessieren, ob die besagten Aufgaben auch wirklich von
den Schülern gelöst werden mussten oder man ihnen die Lösungen schon
vorher gesagt hat. Schließlich will man im internationalen Kampf der
Systeme ja mit guten Schülern dastehen. Dass in der Zone gerne auf
staatliche Anordnung beschissen wurde, wissen wir ja nicht erst durch
das systematische (Zwangs-)Doping der Sportler.
noodle express schrieb:> Viele haben ja> schon Probleme zu Hause mal hochzukommen und auf der Arbeit hängen die> dann erst recht schlaff durch.
Was ist gegen schlaff durchhängen zu sagen? Was hast du gegen
gemütliches Arbeiten, wo man sich auf dem Bürostuhl räkelt?
Dipl.- G. schrieb:> Daß das natürlich der typische süddeutsche Schwachsinn ist, läßt sich> leicht beim Blick in die bayrischen Aufgaben sehen.> Diese Prüfungen verdienen den Namen nicht, denn sie sind im Gegensatz> z.B. zu den absolut gefürchteten DDR-Matheprüfungen keine> Herausforderung, keine Überraschung und sollen letztlich gar nicht> ernsthaft prüfen
An bayerischen Unis bemängelte man nach dem Mauerfall generell bei
Ost-Abiturienten ein geringes Abitur-Niveau mit massiven Bildungslücken.
Eine nach westlichen Massstäben erforderliche Studierfähigkeit war
sehr häufig nicht gegeben:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499353.html
> Dipl.- G. schrieb:>> [...]>> (Prüfungsaufgabe 10. Klasse, DDR 1963)> Ja, ja im Osten war alles besser.
Das Pikante im Falle des Herrn "Dipl.-Gott" ist übrigens der Umstand,
dass er die (signifikant persönlichkeitsprägenden) Jahre vor der Reife-
prüfung gar nicht zu DDR-Zeiten durchlebte. Nein, diese Schuljahre und
sein nachfolgendes Studium fielen bereits in die Nachwendezeit. ;-)
Chris D. schrieb:> Ich bin auch sehr froh und dankbar, dass ich gesund bin.
Nur, weil du dich wohl fühlst und dein alle zwei Jahre fälliger
oberflächlicher Gesundheitscheck keine große Aussagekraft hat,
heißt das nicht, dass du mit 45 gesund bist. Manche Tests werden
da auch einfach nicht gemacht. Krankenhäuser sind da gründlicher.
Wirklich Gesund ist eigentlich niemand, weil viele Krankheiten,
was man so darunter versteht, latent sind, also keine Beschwerden
hervorrufen.
In fünf Jahren wird dir dein Arzt sehr wahrscheinlich für
den Rest deines Lebens blutdrucksenkende Pillen verschreiben.
Inkognito schrieb:> Chris D. schrieb:>> Ich bin auch sehr froh und dankbar, dass ich gesund bin.>> Nur, weil du dich wohl fühlst und dein alle zwei Jahre fälliger> oberflächlicher Gesundheitscheck keine große Aussagekraft hat,> heißt das nicht, dass du mit 45 gesund bist.
100% Sicherheit gibt es im Leben sowieso nur an einem Punkt - beim Tod.
> Manche Tests werden> da auch einfach nicht gemacht. Krankenhäuser sind da gründlicher.> Wirklich Gesund ist eigentlich niemand, weil viele Krankheiten,> was man so darunter versteht, latent sind, also keine Beschwerden> hervorrufen.
Genau das meine ich: Gesundheit ist auch eine Sache der Einstellung.
Man kann sich natürlich in ein Leiden/einen Tiefschlag immer weiter
hineinsteigern oder sehen, dass man aus dem Rest das Beste macht: der
Stehaufmänncheneffekt, neudeutsch auch Resilienz.
> In fünf Jahren wird dir dein Arzt sehr wahrscheinlich für> den Rest deines Lebens blutdrucksenkende Pillen verschreiben.
Das glaube ich kaum. Letzte Woche erst zur Blutspende gewesen: 75 zu
120, 17er Hb, 60er Puls trotz schwülwarmen Wetters. Radfahren zahlt sich
halt aus :-)
Wie gesagt: Gesundheit ist ein Geschenk, das man sich nicht aussuchen
kann.
Aber man kann seinem Körper durchaus helfen, gesund zu bleiben: Gesunde
Ernährung, Idealgewicht, Freizeitsport (hier viel radfahren), und ganz
wichtig: keinen Stress, Blut spenden (dabei wird übrigens auch immer das
wesentliche Blutbild geprüft, und das alle zwei Monate :-)
Gottlieb Samson schrieb im Beitrag #4625828:
> Vielleich Baujahr 1974?, dann wäre er leicht über 40 aber 0% eigene> Erfahrung von DDR-Hochschulssystem.
Nein, der Güdsde ist jetzt gerade mal knapp über 30!
> Vielleicht hat er schon in der> Jugend altklug dahergeschwafelt - das erklärt das er jetzt klingt wie> beinah 50.
Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf.
Übringens immer wieder amüsant, wenn er argumentiert, was in der guten
alten DDR doch viel besser war als im Westen (u.a. natürlich das
Bildungswesen!), aber selber ist er in die ultra-kapitalistische USA
ausgewandert. Das langt aber immer noch, um massiv gegen die BRD
(Westdeutschland) zu wettern.
noodle express schrieb:
> Das würde ja bedeuten, dass Mr.-"Isch höb Üni-Diplöm" selber nur knapp> am Bachelor/Master-System vorbeigeschrammt ist.
Nein. In Dresden, wo unser Gott studiert hat, wird auch heute noch ein
Diplom-Studiengang angeboten!
@ Paul Baumann (paul_baumann)
>Die Leute sind nicht mehr in der Lage, vernünftige Prüfungsaufgaben zu>formulieren. Eine Aufgabe sollte Einem zu denken geben, denke ich:
In der Tat!
>Ein LKW vom Typ W50 kann 5 Tonnen laden und fährt 80km/h. Die Entfernung>zwischen Cottbus und Dresden beträgt 105km. Wie alt ist die Frau des>Beifahrers?
Hoffentlich deutlich weniger als 5 Tonnen ;-)
Aber das Grundporblem ist hier richig erkannt. Weltfremde Spinner und
Elfenbeintumakademiker verbingen ihre Zeit mit der Formulierung
möglichst zweideutiger Fangfragen. Das sieht man leider nur allzuoft!
Falk B. schrieb:> Weltfremde Spinner und> Elfenbeintumakademiker verbingen ihre Zeit mit der Formulierung> möglichst zweideutiger Fangfragen. Das sieht man leider nur allzuoft!
Genau da wollte ich hin. Es werden Fragen zu Problemen formuliert, die
in Natura überhaupt nicht auftreten können.
MfG Paul
@Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
>> Womöglich schon einen Studienabschluss haben, um eine Ausbildung zu>> beginnen. :-)>Das ist leider immer mehr die Regel als die Ausnahme.
Es ist ein simples Pronzip. Die Sahne abschöpfen. Warum soll ich einen
Hauptschüler nehmen, wenn der Markt genausoviele Realschüler und
Abiturienten bietet?
>Es gibt viele, teilweise sich selbst verstärkende, Ursachen.
In der Tat.
>Zweitens ist die Demotivation unter den Schülern auch entsprechend hoch,>wenn man genau das Obige sieht: selbst einfachste Stellen werden nicht>mehr für Hauptschulabschlüsse ausgeschrieben.
Welche Sinn hat die Hauptschule dann noch, außer der Halbtagsbetreuung
und dem Selbstbetrug der Gesellschaft? Gleiches gilt für viele Klassen
der Berufsschule. Was DORT teilweise abgeht, ist einfach nur Irrsin!!
>Woher soll jemand, der weiß, dass er, egal wie die Noten sind, praktisch>keine Chance hat, "seinen Job" später ausüben zu können, Motivation>hernehmen?
Und vor allem, wenn man sowieso einfach abharzen kann.
>Sehr lobenswert finde ich da die Haltung des Unternehmens "Wirtgen">(kennt vielleicht der eine oder andere: Straßenbaumaschinen aller Art)>hier ganz in der Nähe. Bei einer Unternehmensführung und späteren>Gesprächen sagte uns der Personalverantwortliche für den Hauptstandort>(der übrigens selbst "nur" einen Realschulabschluss hat), dass dort>jeder seine Chance bekommt.
Lobenswert, aber nicht wirklich zielführend. Damit machst du aus der
Masse an verwarlosten Menschen keine brauchbaren Mitarbeiter. Schon gar
nicht mit Qualifikation. Einem kleinen Teil wird es helfen, und dafür
sollten alle dankbar sein. Die Masse wird aber auf der Strecke bleiben.
>"Die Zeugnisnoten sind uns erstmal egal. Fehlende Mathekenntnisse etc. ->das kriegen wir alles ruckzuck selbst hin.
Unfug.
>Wir brauchen motivierte>Leute, die ins Team passen. Ein Abiturient mit Traumnoten hilft uns>nicht, wenn der uns das Team sprengt. Es ist hier normal, dass sich>Abiturienten nachmittags mit den Hauptschülern zusammensetzen und ihnen>Mathe erklären, einfach, weil derjenige ganz selbstverständlich in das>Team gehört."
Und warum geht das nicht an der Schule, wo das hingehört?
>Prozentrechnung, Hebelgesetze etc. - das kann jemand nebenher innerhalb>von wenigen Monaten aufarbeiten.
Oh Chris, hier zeigt sich mal wieder deine schier grenzlose Naivität und
Optimismus. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das gilt
zumindest statistisch, Ausnahmen bestätigen die Regel. Man kann nicht
den Lern- und Reifeprozess von vielen Jahren einfach mal so in eine paar
Monaten nachholen. Das werden wir auch bei der Integration unserer neuen
"Mitbürger" erleben.
> Entscheidend ist immer die Motivation.
Sie ist wichtig, elementar wichtig. Aber das allein reicht nicht. Siehe
oben.
>Von daher sollten Unternehmen bei der Einstellung nicht so sehr auf die>Noten schauen.
Wenn Noten keine Aussagekraft mehr haben, kann man sie auch gleich
abschaffen. Oder dafür sorgen, daß sie wieder als Indikatoren was
taugen!
Wenn gleich sie NIE ein perfektes Abbild liefern werden.
@Paul Baumann (paul_baumann)
>> Weltfremde Spinner und>> Elfenbeintumakademiker verbingen ihre Zeit mit der Formulierung>> möglichst zweideutiger Fangfragen. Das sieht man leider nur allzuoft!>Genau da wollte ich hin. Es werden Fragen zu Problemen formuliert, die>in Natura überhaupt nicht auftreten können.
Naja, bei fortschreitender Bürokratisierung möglicherweise doch. Da
werden dann Juristen unser Leben in jeder Faser bestimmen (grusel).
Die nächste Seuche sind Multiple Choice Test. Die schreien förmlich nach
Fangfragen! Der einzige Vorteil dieser Test ist die extrem leichte,
interpretationsfreie Auswertbarkeit. Die Liste der Nachteile ist lang.
Falk B. schrieb:> Die schreien förmlich nach> Fangfragen!
Guten Morgen/Tag/Abend (Nichtzutreffendes ankreuzen)
Sind Sie verheiratet? Wenn ja, warum nicht? Haben Sie Kinder? Wenn
nicht, wie machen Sie das?
Gut nun, Gudrun...
:-)
MfG Paul
Hallo,
als Berufskolleglehrer im NRW Ballungsgebiet sitze ich leider in der
ersten Reihe. Bei uns erscheinen die Haupt-, Real- und Gesamtschüler
dann nach der neunten oder zehnten Klasse.
Fazit:
Das Niveau sinkt seit Jahren kontinuierlich ab, das gilt für alle
Schulformen. Das ist die Folge der politischen Vorgabe "Wir lassen kein
Kind zurück", auf Deutsch: "Wir verschenken unsere Schulabschlüsse".
Macht sich in der Statistik gut, ansonsten aber eine einzige
Katastrophe!
Ein Großteil der Hauptschüler (aus Ballungsgebieten) ist vom
"Bildungsniveau" und vom Sozialverhalten her völlig unbrauchbar für
nahezu jede Art von beruflicher Tätigkeit.
Wer versucht den Bildungszerfall aufzuhalten, darf sich auf unangenehme
Konsequenzen gefasst machen. Deswegen herrscht unter der Lehrerschaft
inzwischen die Auffassung vor, dass Widerstand zwecklos ist.
Wo heute auf einem Zeugnis eine vier steht, stand vor 10 Jahren noch
eine fünf.
Und sonst? Mein Sohn geht vor Ort (40.000 Einwohner) auf das städtische
Gymnasium. Es gibt hier dieses Jahr keinen Physik-Leistungskurs, da sich
nur 7 (!) von 140 Schülern dafür interessieren. Aber ein Pädagogik- und
zwei Sozial"wissen"schaften-LK, die kommen zustande.
Der Absturz dieses Landes wird beispiellos sein.
Gruß
Ein zunehmen fassungsloser Lehrer
Lehrer schrieb:> Und sonst? Mein Sohn geht vor Ort (40.000 Einwohner) auf das städtische> Gymnasium. Es gibt hier dieses Jahr keinen Physik-Leistungskurs, da sich> nur 7 (!) von 140 Schülern dafür interessieren. Aber ein Pädagogik- und> zwei Sozial"wissen"schaften-LK, die kommen zustande.
Beim Rest deines frustrierten Beitrags kann ich dir nur zustimmen, aber
eine Quote von 5% an Schülern, die sich für einen Physik LK
interessieren, finde ich ganz normal. Warum sollten sich Schüler - außer
ein paar Streber, die es immer gibt - auch freiwillig besonders schwere
Fächer als Leistungskurse aussuchen und damit ihren Abiturschnitt
verschlechtern? Habe ich damals auch nicht gemacht.
Lehrer schrieb:> Der Absturz dieses Landes
mal ehrlich:
So ganz wirklich sind wir doch kein richtiges Land.
ich mein'...
Wer immer mal wieder am liebsten seinen Nationalfeiertag abschaffen
oder zumindest immer so legen will, dass der auf einen Sonntag fällt...
Das spricht doch nun wirklich Bände.
Dann die religiöse Spaltung, schlulpolitische Flickenteppich-Knüpferei.
dafür BTW bräuchte man auch kein Bundes -Bildungsministerium.
man ist ja sogar im selben Bundesland auf unterschiedlichen Ständen.
In der einen Schule hat man die %-Rechnung noch nicht gehabt,
in der anderen ist man damit schon durch.
Glückwunsch für alle Kinder die entsprechend umziehen.
Lehrer schrieb:> Und sonst? Mein Sohn geht vor Ort (40.000 Einwohner) auf das städtische> Gymnasium. Es gibt hier dieses Jahr keinen Physik-Leistungskurs, da sich> nur 7 (!) von 140 Schülern dafür interessieren. Aber ein Pädagogik- und> zwei Sozial"wissen"schaften-LK, die kommen zustande.
Ich würde dir nahelegen, dich am Schultor anzuketten. Dann wissen auch
die Mitschüler deines Sohnes wenigsten über wen ihre Eltern meinten,
wenn sie augenrollend darüber geredet haben, dass mal wieder derselbe
Typ bei der Elternpflegschaftsversammlung unangenehm aufgefallen ist.
> Der Absturz dieses Landes wird beispiellos sein.
Ja, ja, sinkende Löhne, kaum bezahlbarer Wohnraum in Großstädten,
marodes Gesundheitssystem, Flüchtlingskrise, Brexit und jetzt auch noch
kein Physik-LK am Dorfgymnasium...
J-A V. schrieb:> religiöse Spaltung
Was? Werden an staatliche Schulen heute noch Klassen nach katholisch und
evangelisch getrennt, wie hier im Rheinland in den 50ern? Die religiöse
Spaltung ist in Deutschland nach Jahrhunderten der Konkurrenz und der
Kriege zwischen Protestanten und Katholiken Größtenteils verschwunden.
Der Unterschied wird auch belangloser, weil immer mehr Leute aus der
Kirche austreten.
Ist doch genauso wie bei Ingenieuren. Mit einem durchschnittlichen
Studienabschluss bekommt man als Absolvent keinen Job. Dazu braucht man
mindestens sehr gute Beziehung und die genau passende Spezialisierung in
der Abschlussarbeit. Nur irgendwelche Überflieger können hinterher unter
mehreren Zusagen auswählen. Die Anforderungen der Arbeitgeber sind halt
überzogen. Man erwartet dass die Bewerber Top Noten haben, das Studium
in Rekordzeit absolviert haben und die genau passende Spezialisierung
haben. Einen Absolvent einzuarbeiten braucht sich eine Firma heutzutage
nicht mehr leisten weil die Bewerber Schlange stehen. Einer, der zu über
95% past ist sicher dabei und wenn nicht, dann lässt man die Stelle
unbesetzt und jammert wegen Fachkräftemengel.
das sah aber in Bayern lange Zeit ganz anders aus.
Hängen dort immer noch Kruzifixe in den Klassenzimmern?
Wie auch immer:
trotzdem kannst Du diese Spaltung nicht leugnen!
J-A V. schrieb:> Wie auch immer:> trotzdem kannst Du diese Spaltung nicht leugnen!
In Städten weniger bis gar nicht, auf dem Land schon mehr.
Im Osten gar nicht in Bayern sieht das anders aus.
Es kommt auch immer auf die Region an. Ein Hauptschüler aus einer keinen
bayerischen Stadt oder Dorf ist nicht mit einem aus einer Stadt wie
Berlin oder München vergleichbar. Das Problem ist, dass alle Abitur
machen wollen.
Man kann mit Hauptschulabschluss durchaus Elektriker werden und die
Meisterprüfung machen.
Es gibt auch Schüler, die nur so lange in die Schule gehen, wie es für
den Wunschberuf nötig ist. Nicht jeder will studieren. Es muss auch gute
Handwerker geben und da ist ein Abitur verschwendete Zeit.
Ich hab auch nur einen Hauptschulabschluss gemacht, weil ich genau
wusste, dass ich Elektriker werden will. Ich war zwar immer unterfordert
und Klassenbester, aber ich hab keine Zeit verschwendet und war sogar
immer besser als die Realschüler.
Programmieren, Mathe und Englisch hab ich mir selber beigebracht und
wenn ich etwas nicht weiß, weiß ich wo ich nachschauen muss und kann es
lernen.
Ein Schulabschluss sagt nichts über die Intelligenz eines Menschen aus,
sondern nur wie lange er in die Schule gegangen ist.
Hauptschüler schrieb:> Programmieren, Mathe und Englisch hab ich mir selber beigebracht und> wenn ich etwas nicht weiß, weiß ich wo ich nachschauen muss und kann es> lernen.>> Ein Schulabschluss sagt nichts über die Intelligenz eines Menschen aus,> sondern nur wie lange er in die Schule gegangen ist.
Stimmt!
Nur hast Du dann noch weitergemacht - Techniker, Meister?
Hauptschüler schrieb:> Programmieren, Mathe und Englisch
Damit erreicht man aber nur etwas, was Viele andere auch können. Das
Level ist viel zu gering, um damit wirklich Geld zu verdienen.
Wie weit gehen denn Deine Mathekenntnisse?
Psst schrieb:> Stimmt!>> Nur hast Du dann noch weitergemacht - Techniker, Meister?
Nein, weil ich nicht vor habe mich selbstständig zu machen und bei der
Meisterprüfung lernt man eh nur BWL Dinge. Fachlich muss ich als Geselle
genau so viel können wie ein Meister. Beim Kunden oder auf der Baustelle
muss ich entscheiden und nicht mein Chef/Meister.
Außerdem arbeite ich in einem kleinen Betrieb mit 5 Angestellten. Da ist
kein Platz für einen zweiten Meister neben dem Chef.
Ich bin mit meinem Beruf zufrieden, das Geld reicht und ich hab viel
Freizeit.
Hauptschüler schrieb:> Ich hab auch nur einen Hauptschulabschluss gemacht
Damit meine ich natürlich Quali.
Programmierer schrieb:> Damit erreicht man aber nur etwas, was Viele andere auch können. Das> Level ist viel zu gering, um damit wirklich Geld zu verdienen.>> Wie weit gehen denn Deine Mathekenntnisse?
Das dient nur meinem Hobby. Ich habs gelernt, weil ich es können wollte.
Beruflich brauch ich es nicht wirklich.
Bei Mathe hab ich mich einfach mal durch die Vorbereitungskurse fürs
Studium gearbeitet.
Englisch hab ich erlernt, weil ich Serien und Filme schauen wollte und
weil man auf englischen Seiten meist mehr Infos findet.
Psst schrieb:> Hauptschüler schrieb:> Ich bin mit meinem Beruf zufrieden, das Geld reicht und ich hab viel> Freizeit.>> OK, ich hoffe das bleibt auch so!
Ich bin auch nicht übertrieben ehrgeizig aber freiwillig so weit unter
seinen Möglichkeiten zu bleiben, würde bei mir dann doch zu
Unzufriedenheit führen. Ich hoffe, Hauptschüler ist sich sicher, dass er
in 10 Jahren auch noch so denkt, denn dann ist der Zug für eine
akademische Karriere definitiv abgefahren.
Ing schrieb:>> religiöse Spaltung>> Religion ist Privatsache und hat in den Schulen überhaupt nichts zu> suchen!
nur warum hat man dann Religionsunterricht?
Ingenieur schrieb:> Ich bin auch nicht übertrieben ehrgeizig aber freiwillig so weit unter> seinen Möglichkeiten zu bleiben, würde bei mir dann doch zu> Unzufriedenheit führen. Ich hoffe, Hauptschüler ist sich sicher, dass er> in 10 Jahren auch noch so denkt, denn dann ist der Zug für eine> akademische Karriere definitiv abgefahren.
Ich arbeite jetzt 15 Jahre in meinem Beruf und ich denke, ich kann das
ganz gut abschätzen. Außerdem knüpft man in der Zeit sehr viele Kontakte
zu anderen Firmen und Chefs. Als guter Handwerker kann man nicht
arbeitslos werden.
Ich hab auch schon einige Angebote von Firmen/Kunden bekommen, ob ich
nicht für sie arbeiten will.
Etwas akademisches würde für mich nicht in Frage kommen. Ich brauch die
körperliche Arbeit als Abwechslung für meine geistigen Hobbies.
Das ist das Gleiche, wie Ingenieure, Doktoren oder Professoren, die mit
Heimwerken anfangen - nur anders rum.
Hauptschüler schrieb:> als Abwechslung für meine geistigen Hobbies.
OK, wenn du den Ausgleich in deinen Hobbies findest.
Hauptschüler schrieb:> Als guter Handwerker kann man nicht arbeitslos werden.
Sag das nicht zu laut!
Denke an den Spruch auch, wenn du auf die 50 zugehst und noch ca. 15-20
Jahre arbeiten musst!
Dass die Art der Schulform überhaupt nichts über die Intelligenz eines
Menschen aussagt ist nicht unbedingt richtig. Natürlich gibt es
Vollidioten mit Abitur/Hochschulabschluss und intelligente Menschen mit
Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss, es gibt aber Tendenzen.
Und, dass es keine arbeitslosen Handwerker gibt, ist auch nicht die
Wahrheit. Noch bis vor kurzem (vor 2015) durften die Handwerker mit
Billiglöhnern aus dem EU-Ostblock konkurrieren, die für 3-4€/h
gearbeitet haben. Inzwischen gibt es zwar den Mindestlohn und auch
Tariflöhne für Handwerker, aber als Maurer den Tariflohn von 15€/h zu
bekommen ist mindestens so utopisch wie das IGM-Disneyland, wo man für
ne 35h-Woche 60k bekommt.
Na klar, es gibt immer Ausnahmen, aber Handwerk ist eine der
schlechtbezahltesten Branchen in Deutschland, leider. Wenn man jetzt
allerdings schwarz für 12€/h im Handwerk arbeitet, kann man mehr
verdienen, als so mancher Ingenieur.
Um Deutschland ist es so oder so nicht gut bestellt. Enorme Steuer- und
Abgabenlast, niedrige Löhne, utopische Mieten, katastrophale Bürokratie,
keine Meinungsfreiheit, eine Regierung die gegen das Volk regiert und
Deutschland am liebsten untergehen sehen will.. Da kommen die wenigsten
auf einen grünen Zweig, egal ob Arzt, Handwerker, Ingenieur, Anwalt oder
sonstwas. Den Politikern gehts am besten.
Hauptschüler schrieb:> Als guter Handwerker kann man nicht> arbeitslos werden.
Man kann und wie man kann. Dafür sorgen schon die Firmen.
> Ich hab auch schon einige Angebote von Firmen/Kunden bekommen, ob ich> nicht für sie arbeiten will.
Hab ich mal von Freunden, die Heizungs- und Sanitäranlagenbauer
sind, gehört. Ich selbst habs noch nicht erlebt.
Hängt wohl auch von der Region und Marktlage einer Branche ab.
Wenn alle in die Städte strömen und auf dem Land Mangel herrscht,
dann ist es glaubhaft nachvollziehbar.
Emanon schrieb:> Na klar, es gibt immer Ausnahmen, aber Handwerk ist eine der> schlechtbezahltesten Branchen in Deutschland, leider. Wenn man jetzt> allerdings schwarz für 12€/h im Handwerk arbeitet, kann man mehr> verdienen, als so mancher Ingenieur.
Auch wenn für mich Schwarzarbeit schon aus Zeitgründen nicht in Frage
kommt, liegen die Preise hier in der Region bei 20-30€/h.
Anders als in der Industrie lässt sich das Handwerk nicht
automatisieren.
Jeder Fall ist ein individuelles Problem bei dem man oft auch
improvisieren muss. Dadurch zählt auch Berufserfahrung.
Das Elektrohandwerk besteht nicht nur aus Kabel verlegen und Sachen
anklemmen.
Man muss sich auch mit EIB, SPS, Telefonanlagen und Netzwerktechnik
auskennen.
Die Kunden die ich so kenne, würden keinen Handwerker akzeptieren, der
kein richtiges Deutsch spricht und sich nicht auskennt.
Das kann aber auch an der Region liegen - ländliches Bayern.
Hauptschüler schrieb:> Die Kunden die ich so kenne, würden keinen Handwerker akzeptieren, der> kein richtiges Deutsch spricht und sich nicht auskennt.> Das kann aber auch an der Region liegen - ländliches Bayern
Danke! Ich hab schon weiter oben geschrieben, dass die Blödheit in
anderen Gegenden Deutschlands viel häufiger anzutreffen ist - und das
unabhängig vom Schulabschluss!
Servus,
Servus
Handwerk kann man sehr wohl automatisieren. Sicher nicht zu einem so
hohen Grad wie in einer Fabrik und auch nicht so einfach, aber es geht
schon. Es dauert halt noch ein paar Jahr(zehnt)e..
Ingenieur schrieb:> Ich bin auch nicht übertrieben ehrgeizig aber freiwillig so weit unter> seinen Möglichkeiten zu bleiben, würde bei mir dann doch zu> Unzufriedenheit führen. Ich hoffe, Hauptschüler ist sich sicher, dass er> in 10 Jahren auch noch so denkt, denn dann ist der Zug für eine> akademische Karriere definitiv abgefahren.
Auf dem Land kann man häufig Leute beobachten, die sich gut mit dem
Handwerker/Industriearbeiter-Lebensstandard eingerichtet haben.
Sie richten ihren Lebensstil an ihren Möglichkeiten aus und nicht an der
Werbung, schaffen schon früh stattliche Eigenheime mit viel
Eigenleistung, Freundeshilfe und Unterstützung der Eltern (die sich auch
mit niedrigen Einkommen die Ersparnisse erwirtschaftet haben).
Sie beteiligen sich intensiv am öffentlichen Leben, übernehmen
Verantwortung in Vereinen, jammern nicht rum und protzen auch nicht.
Deshalb genießen sie in ihrem Umfeld einen hohen sozialen Status.
Das alles muss man als Akademiker in einer Großstadt erst mal erreichen.
Spitze, arbeiten umsonst, geminnützig in der Öffentlichkeit und in
Vereinen und geniessen deshalb einen hohen sozialen Status. Geld haben
sie aber trotzdem keins.. aber was solls.
Emanon schrieb:> Geld haben sie aber trotzdem keins.. aber was solls.
Geld ist relativ!
Für das Geld, für das man in der Großstadt eine Eigentumswohnung
bekommst, kannst Du Dir in Bayern Land ein schönes Häuschen leisten,
dank Eigenleistung und der Hilfe Deine Freunde, Bekannten, ... .
Als Akademiker, fern ab, Karriere machend, sieht das schwieriger aus.
Und wo willst du auf dem Land das Geld für das Häuschen herbekommen?
Arbeit gibts dort nämlich keine, oder nur sehr schlecht bezahlt. Und
wenn man sich dann mal nen Fernseher, Smartphone, PC, Konsole, Auto,
Urlaub, Klamotten, oder sonst irgendetwas kaufen will, siehts auch
schlecht aus. Denn das kann man sich mit Sicherheit NICHT mal eben
selber bauen.
Falk B. schrieb:>>"Die Zeugnisnoten sind uns erstmal egal. Fehlende Mathekenntnisse etc. ->>das kriegen wir alles ruckzuck selbst hin.>> Unfug.
Komisch, dass die Theoretiker hier immer zu wissen meinen, was in der
Praxis so alles (nicht) funktioniert :-)
Dieses Modell ist seit vielen Jahren gelebte und offenbar erfolgreiche
Praxis bei Wirtgen.
>>Wir brauchen motivierte>>Leute, die ins Team passen. Ein Abiturient mit Traumnoten hilft uns>>nicht, wenn der uns das Team sprengt. Es ist hier normal, dass sich>>Abiturienten nachmittags mit den Hauptschülern zusammensetzen und ihnen>>Mathe erklären, einfach, weil derjenige ganz selbstverständlich in das>>Team gehört.">> Und warum geht das nicht an der Schule, wo das hingehört?
Zum Teil hab ich ja die Gründe genannt. Hauptsächlich wohl Demotivation.
>>Prozentrechnung, Hebelgesetze etc. - das kann jemand nebenher innerhalb>>von wenigen Monaten aufarbeiten.>> Oh Chris, hier zeigt sich mal wieder deine schier grenzlose Naivität und> Optimismus.
Kaum. Denn ich habe selbst jahrelang Nachhilfe gegeben.
Glaub mir: es besteht ein eklatanter Unterschied zwischen einem Schüler,
der motiviert ist und dem üblichen Unmotivierten.
> Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Ein netter Spruch, aber komplett falsch.
> Man kann nicht> den Lern- und Reifeprozess von vielen Jahren einfach mal so in eine paar> Monaten nachholen.
Reife nicht, aber reines Lernen durchaus - insbesondere wenn es um die
Hauptschulmathematik geht. Ich weiss nicht, ob Du Dir mal angeschaut
hast, was dort an Mathe gemacht wird.
Die Hauptschulmathematik kann jemand, der motiviert ist und entsprechend
unterstützt wird, problemlos in wenigen Monaten erlernen.
Das wird bei Wirtgen offenbar mit Erfolg durchgeführt. Und die, die dort
eine Ausbildung beginnen, sind ja üblicherweise 15 Jahre alt, also auch
durchaus in der Phase, in der Lernen recht leicht fällt.
>>Von daher sollten Unternehmen bei der Einstellung nicht so sehr auf die>>Noten schauen.>> Wenn Noten keine Aussagekraft mehr haben, kann man sie auch gleich> abschaffen.
"Nicht so sehr" != "keine Aussagekraft"
> Oder dafür sorgen, daß sie wieder als Indikatoren was> taugen!> Wenn gleich sie NIE ein perfektes Abbild liefern werden.
So isses. Zumal ja Note nicht gleich Note ist.
Ich bin ein Freund der Probezeit.
Emanon schrieb:> Um Deutschland ist es so oder so nicht gut bestellt. Enorme Steuer- und> Abgabenlast, niedrige Löhne, utopische Mieten, katastrophale Bürokratie,> keine Meinungsfreiheit, eine Regierung die gegen das Volk regiert und> Deutschland am liebsten untergehen sehen will.. Da kommen die wenigsten> auf einen grünen Zweig, egal ob Arzt, Handwerker, Ingenieur, Anwalt oder> sonstwas. Den Politikern gehts am besten.
Ist das dein Ernst? Ich denke, Deutschland geht es insgesamt gut.
> Enorme Steuer- und Abgabenlast
Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.
> niedrige Löhne
Kann ich nicht behaupten, fühle mich eher wie im Disneyland.
> utopische Mieten
Bei mir nicht, die Miete ist günstig, wohne allerdings auch nicht in der
Stadt.
> katastrophale Bürokratie
Finde ich nicht, hatte noch nie Probleme damit. Ich habe gehört, dass
die Bürokratie in anderen europäischen Ländern viel schlimmer sein soll
als in der BRD.
> keine Meinungsfreiheit
Ach was, schau mal nach Russland oder China.
> eine Regierung die gegen das Volk regiert und> Deutschland am liebsten untergehen sehen will..
Du bist ein Schwarzmaler, oder? (AfD-Wähler?)
Ich bin sehr wohl der Meinung, dass man als Ingenieur in Deutschland auf
einen grünen Zweig kommt.
Emanon schrieb:> wenn man sich dann mal nen Fernseher, Smartphone, PC, Konsole, Auto,> Urlaub, Klamotten, oder sonst irgendetwas kaufen will, siehts auch> schlecht aus. Denn das kann man sich mit Sicherheit NICHT mal eben> selber bauen.
wie groß und wie neu muss der Fernseher sein? Wie aktuell muss mein
Smartphone, PC sein, wie lange und wie weit muss man in Urlaub fahren,
um nicht unglücklich zu sein?
Ingenieur schrieb:> Emanon schrieb:>> Um Deutschland ist es so oder so nicht gut bestellt. Enorme Steuer- und>> Abgabenlast, niedrige Löhne, utopische Mieten, katastrophale Bürokratie,>> keine Meinungsfreiheit, eine Regierung die gegen das Volk regiert und>> Deutschland am liebsten untergehen sehen will.. Da kommen die wenigsten>> auf einen grünen Zweig, egal ob Arzt, Handwerker, Ingenieur, Anwalt oder>> sonstwas. Den Politikern gehts am besten.>> Ist das dein Ernst? Ich denke, Deutschland geht es insgesamt gut.
Das denke ich aber auch - insbesondere den oben genannten Sparten.
Und auch wir, die ingenieurmäßige Leistungen erbringen, nähren uns
redlich :-}
>> Enorme Steuer- und Abgabenlast> Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.
Ist sie auch nicht. Dafür erhält man außerdem auch einen entsprechenden
"Komfort".
>> katastrophale Bürokratie> Finde ich nicht, hatte noch nie Probleme damit. Ich habe gehört, dass> die Bürokratie in anderen europäischen Ländern viel schlimmer sein soll> als in der BRD.
So ist es. Die Leute haben offenbar keine Ahnung davon, wie sich
Bürokratie in anderen Ländern darstellt.
Eine funktionierende Bürokratie ist ein ganz wichtiges Rückgrat eines
gesunden Staates. Und unsere funktioniert sehr ordentlich - gerade auch
in Unternehmensfragen.
>> keine Meinungsfreiheit> Ach was, schau mal nach Russland oder China.
Ja, das war wohl auch eher als schlechter Scherz gemeint <:-}
Carsten S. schrieb:> ... die in meinem Mathebuch HS- Klasse8> bereits erklärt sind. Habe es extra noch einmal nachgesehen!> (Habe meine alten Schulbücher ab Kl.5 alle noch...)
Ich habe vor so drei Jahren mal einen Blick in aktuelle Mathebücher
Realschule Baden-Württemberg werfen können. In diesen Büchern wird
nichts mehr erklärt, dafür sind am Rande irgendwelche Comic-Figuren.
Als ich vor 20 Jahren selbst auf der Realschule war, konnte man sich mit
genügend Motivation noch wirklich sich den Stoff selbst aus den
Schulbüchern beibringen.
Noch eine kleine Anekdote aus der Technikerschule. Ich habe einen
Fernlehrgang als Chemietechniker gemacht und wir waren da zur
Prüfungsvorbereitung als Externe an einer größeren Schuleinrichtung in
NRW, da wurden auch angehende Chemielehrer ausgebildet.
Im Pausenhof habe ich da mal ein Gespräch mithören müssen, wo sich die
eine angehende Lehrerin bei der anderen beklagt hat: "Sie hat über die
grossen Ferien die Hausaufgaben nicht erledigen können, weil Sie sich
einfach nicht motivieren konnte".
Herzlichen Glückwunsch, wenn das die zukünftigen Lehrkräfte sein sollen.
Ingenieur schrieb:>> keine Meinungsfreiheit> Ach was, schau mal nach Russland oder China.
Fisch gefällig? Die Chinesen sagen wohl auch 'Ach was, schau mal nach
Nordkorea'...
Chris D. schrieb:>>> Enorme Steuer- und Abgabenlast>> Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.>> Ist sie auch nicht. Dafür erhält man außerdem auch einen entsprechenden> "Komfort".
Das Problem ist garnicht so sehr die Infrastruktur die heute existiert.
Das Problem ist, dass zu wenig in neue investiert wird. Und wenn dann
doch mal investiert wird, dann so, dass nur die Firmen davon
profitieren.
Neue Straßen werden chronisch zu klein gebaut, beim Internet wird
ohnehin gespart und aufgeschoben, Mobilfunk ist übertrieben teuer (die
Frequenz-Lizenzen), alles wird privatisiert.
In Bildung und co. wird ebenfalls nichts investiert, aber anderwo hält
man schön die Hand auf.
Dazu nur Folgendes: Die GEZ hat letztes Jahr ca 8Mrd Euro eingenommen.
Dabei befinden sich über 10% der Beitragskonten in der Mahn-Phase, ein
signifikanter Teil der Menschen in Deutschland ist also nicht mit der
Pauschale einverstanden. Andererseits wurden im gleichen Zeitraum nur
120Mrd Euro, also ca das 15 Fache, in Bildung investiert. Mit anderen
Worten, würde man die GEZ Einnahmen an das Bildungssystem weitergeben
hätte jede Schule und jede Uni 7% mehr Budget. Das ist doch
lächerlich...
Schwerin (dpa). Die Union will mehr leistungsschwachen Schülern den
Hauptschulabschluss ermöglichen. Er gilt als Mindestvoraussetzung für
die Aufnahme einer Berufsausbildung. Die bildungspolitischen Sprecher
von CDU und CSU in Bund und Ländern sprachen sich bei einer Konferenz in
Schwerin für die Einführung eines «differenzierten
Hauptschulabschlusses» an Förder- und Sonderschulen aus. Nach Angaben
der Unions-Bildungspolitiker verlassen noch immer jährlich mehr als 46
000 Jugendliche die Schulen, ohne mindestens den Hauptschulabschluss
erreicht zu haben.
Guest schrieb:> Dabei befinden sich über 10% der Beitragskonten in der Mahn-Phase, ein> signifikanter Teil der Menschen in Deutschland ist also nicht mit der> Pauschale einverstanden.
Heiss!! Das kommt hier ganz schlecht an. Habe ich gestern erst erlebt.
:-(
MfG Paul
Chris D. schrieb:> Ingenieur schrieb:>> Emanon schrieb:>>> Enorme Steuer- und Abgabenlast>> Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.>> Ist sie auch nicht. Dafür erhält man außerdem auch einen entsprechenden> "Komfort".
Nicht ernsthaft oder? Oder meinst du die Aquedukte ;o)
Steuern und Abgaben sind viel zu hoch für die kargen Leistungen, die man
mal im Fall der Fälle erwarten darf. Über das was die sogenannte
Schulbildung wert ist, wird ja hier gerade diskutiert.
Das könnte man privat zu einem Bruchteil der Kosten organisieren.
Guest schrieb:> Die GEZ...
...heißt es aber schon eine Weile nicht mehr,
sondern ARD/ZDF Rundfunkbeitrag. Ist natürlich mehr Mühe zu schreiben.
Chris D. schrieb:> Ich bin ein Freund der Probezeit.
Stellst ja doch keinen ein, also hast du auch nichts davon.
Chris D. schrieb:> Die Hauptschulmathematik kann jemand, der motiviert ist und entsprechend> unterstützt wird, problemlos in wenigen Monaten erlernen.
Davon träumst du, denn motiviert ist nur der, der auch
eine Perspektive sieht und das ist das Problem.
Klaus I. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Ingenieur schrieb:>>> Emanon schrieb:>>>> Enorme Steuer- und Abgabenlast>>> Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.>>>> Ist sie auch nicht. Dafür erhält man außerdem auch einen entsprechenden>> "Komfort".>> Nicht ernsthaft oder? Oder meinst du die Aquedukte ;o)>> Steuern und Abgaben sind viel zu hoch für die kargen Leistungen, die man> mal im Fall der Fälle erwarten darf. Über das was die sogenannte> Schulbildung wert ist, wird ja hier gerade diskutiert.>
Schreibt jemand, der die Uni vom Staat bezahlt bekommen hat.
Wie schnell doch manche Dinge für selbstverständlich erachtet werden.
Gruss
Axel
Klaus I. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Ingenieur schrieb:>>> Emanon schrieb:>>>> Enorme Steuer- und Abgabenlast>>> Ich zahle gerne Steuern und Abgaben, finde sie nicht zu hoch.>>>> Ist sie auch nicht. Dafür erhält man außerdem auch einen entsprechenden>> "Komfort".>> Nicht ernsthaft oder? Oder meinst du die Aquedukte ;o)>> Steuern und Abgaben sind viel zu hoch für die kargen Leistungen, die man> mal im Fall der Fälle erwarten darf. Über das was die sogenannte> Schulbildung wert ist, wird ja hier gerade diskutiert.>> Das könnte man privat zu einem Bruchteil der Kosten organisieren.
Ja klaro, Polizei, Uni, Krankenkasse, Büchereien, Schwimmbäder, Straßen,
Feuerwehr usw.
Mag sein das Du das alles privat organisieren kannst, was ich aber
bezweifle, viele können das aber nicht, weil sie zu wenig verdienen. Und
wenn du irgendwann weniger verdienen wirst, kannst du auch davon
profitieren. Oder als student, da hast du bestimmt nicht so viele
verdient. Und hast du daran gedacht, das der Markt alles regelt, aber
die frage ist zu wessen vortei. Auch die Aquedukte ;o) sind mal hier und
dort privatisiert worden, die Preise zogen danach erheblich an, weil im
markt es leute gibt, die viel in die eigene Tasche als profit einsacken
wollen. Die Leistng ist dann übrigens auch schlechter zu viel höheren
preise. So will es halt der Markt. Siehe bahn in UK. Oder USA. da will
der markt, das die Leute mit kaputten zähnen herumlaufen, weil sie sich
keine versicherung und Zahnersatz leisten können. Aber egal, hauptsache
freier markt. Dafür gibt es die Holliwood zAhnkliniken.
@Chris D. (myfairtux)
>>>"Die Zeugnisnoten sind uns erstmal egal. Fehlende Mathekenntnisse etc. ->>>das kriegen wir alles ruckzuck selbst hin.>>>> Unfug.>Komisch, dass die Theoretiker hier immer zu wissen meinen, was in der>Praxis so alles (nicht) funktioniert :-)
Reiß dich mal am Riemen, man kann mir viel vorwerfen, ein (weltremder)
Theoretiker bin ich mal GANZ sicher nicht!
>Dieses Modell ist seit vielen Jahren gelebte und offenbar erfolgreiche>Praxis bei Wirtgen.
Jaja, die Schmalspurausbildung zum Fachidioten. Gibts auch bei Siemens &
Co. Tellerrand, was ist das? Selbst wenn es bei denen halbwegs
funktionieren sollte, das Gesamtproblem kratzen sie nicht mal
ansatztweise an!
>> Und warum geht das nicht an der Schule, wo das hingehört?>Zum Teil hab ich ja die Gründe genannt. Hauptsächlich wohl Demotivation.
So einfach ist die Begründung nicht! Die sozialen/gesellschaftlichen
Zustände sind komplizierter.
>> Oh Chris, hier zeigt sich mal wieder deine schier grenzlose Naivität und>> Optimismus.>Kaum. Denn ich habe selbst jahrelang Nachhilfe gegeben.
Jaja, dein Optimismus macht aus aus Vorzeige-Optimas einen
Allgemeinfall. Wie ist eigentlich deine Praxiserfahrung mit den
Neubürgern aus dem mittleren Osten/Afrika? Da warst/bist da ja auch sehr
optimistisch gestimmt. Welche Erfahrungen/Ergebnisse kannst du uns
mitteilen? Werden wir bald 1 Million Fachkräfte unser eigen nennen, wie
es die Propaganda schon lange herausposaunt?
>Glaub mir: es besteht ein eklatanter Unterschied zwischen einem Schüler,>der motiviert ist und dem üblichen Unmotivierten.
Habe ich das bezweifelt? Aber mit diesem Statement wirst du die
Bildungsmisere der Unterschicht nicht auflösen!
>> Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.>Ein netter Spruch, aber komplett falsch.
Ich danke dir abermals für deine substantiellen Argumente!
>> Man kann nicht>> den Lern- und Reifeprozess von vielen Jahren einfach mal so in eine paar>> Monaten nachholen.>Reife nicht, aber reines Lernen durchaus - insbesondere wenn es um die>Hauptschulmathematik geht. Ich weiss nicht, ob Du Dir mal angeschaut>hast, was dort an Mathe gemacht wird.
Hab ich nicht, aber es wird nicht soo hoch sein. Umso schlimmer ist es,
daß sooo viele junge Leute das nicht packen (wollen)! Aber immer auf dem
neuesten Smartphone rumspielen. TOP!!!
>Die Hauptschulmathematik kann jemand, der motiviert ist und entsprechend>unterstützt wird, problemlos in wenigen Monaten erlernen.
Aha. Und die Deppen von Lehrern mühen sich jahrelang vergeblich in der
Schule.
Emanon schrieb:> Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss, es gibt aber Tendenzen.
Unsinn. Es gibt solide Studien, die zeigen, daß eine Beschulung im Sinne
von Einheitsschule oder Gemeinschaftsschule das Gesamtniveau signifikant
anheben kann. Dies gelingt vor allem mittels Leistungssteigerung des
schwachen und durchschnittlichen Leistungsdrittels, während das obere
Leistungsdrittel lediglich nicht gehemmt wird. Das dreigliedrige
Schulsystem ist das falscheste, das man haben kann; selbst Preußen
rückte davon spätestens nach dem 1. Weltkrieg Schritt für Schritt selber
ab -- weswegen es eine gar köstliche Ironie ist, daß ausgerechnet die
"Saupreiß!"-Bayern dieses norddeutsche Auslaufmodell bis aufs Blut
verteidigen und keinerlei Reformen dulden.
Aber zurück zur Leistungsheterogenität; was man messen konnte ist, daß
der Lernfortschritt des schwachen und durchschnittlichen
Leistungsdrittels deutlich größer und langfristiger ausfällt, wenn
Klassen nicht in homogene Gruppen getrennt werden. Hingegen kann man
regelrecht vom Versacken sprechen, wenn bspw. "Hauptschüler" zu
"Hauptschülern" gesteckt werden und jeder unter sich bleibt.
Gleichzeitig gewinnt das obere Leistungsdrittel durch Homogenität quasi
dazu, sofern man sich auf die ersten 8-10 Schuljahre beschränkt und die
oberen 5-8% in der Gesamtbetrachtung ignoriert -- und diese Schuljahre
sind ja die entscheidende Phase der Schulkarriere, wo früher(TM) die
Mehrheit der Menschen ihre Allgemeinbildung erhielten.
Natürlich gelten diese Messungen unter Annahme von ordentlichen
Rahmenbedingungen; qualifizierte Lehrer, wenig Stundenausfall usw.
Mit anderen Worten: Das dreigliedrige Schulsystem ist in weiten Teilen
einer selbsterfüllende Prophezeihung. Hauptschüler sind Hauptschüler,
weil sie zu Hauptschülern gemacht werden.
> Noch bis vor kurzem (vor 2015) durften die Handwerker mit> Billiglöhnern aus dem EU-Ostblock konkurrieren, die für 3-4€/h> gearbeitet haben. Inzwischen gibt es zwar den Mindestlohn und auch> Tariflöhne für Handwerker, aber als Maurer den Tariflohn von 15€/h zu> bekommen ist mindestens so utopisch
Das ist großer Quatsch. Dieses Problem liegt alleine an der fehlenden
Bauaufsicht in Deutschland. Maurer, Dachdecker usw. haben schon seit
langer Zeit einen Tariflohn, der sogar deutlich über den 8,50 € liegt.
Dachdeckergehilfen (ungelernte Arbeitnehmer!) bekommen z.B. seit
1.1.2016 11,05 € pro Stunde im Osten und 11,25 € pro Stunde im Westen.
Das ist der aktuell gültige Tarif.
Wenn das Firmen in der Vergangenheit nicht bezahlt haben oder es
gegenwärtig nicht tun, vor allem in Ostdeutschland, dann ist das illegal
gewesen und wäre bei jeder ordentlichen Betriebsüberprüfung aufgefallen.
Es handelt sich also um ein Problemfeld, das mit Hauptschule erstmal
nichts zu tun hat, sondern mit politischer Kontrolle.
> Enorme Steuer- und Abgabenlast
Im Vergleich zu wem? Die Staatsquote der BRD ist zahm und müßte
eigentlich im Erfinderland des Sozialstaates höher sein; und es müßten
mehr Leistungen an die Bürger zurückfließen.
> utopische Mieten
Im Vergleich zu wem? In den USA sind die Mieten z.B. spürbar höher.
> katastrophale Bürokratie
Im Vergleich zu wem? Schonmal als in den USA lebender Mexikaner ein
Visum in Mexico beantragt? Schonmal versucht, nach Kanada einzuwandern?
Schonmal versucht, in Japan den Führerschein zu machen?
Die Bürokratie ist nicht katastrophal, sondern bestimmte exekutive Teile
innerhalb des Apparates. SED- bzw. CDU-Seilschaften in Sachsen. Das
mafiahafte und autoritäre Beamtentum in Bayern etc. etc.
Am schlimmsten ist jedoch die mangelhafte Modernisierung. In den USA
kann ich Führerschein (4 Jahre), Versicherung (halbjährlich),
Kfz-Zulassung (jährlich), selbst meine Greencard (10 Jahre) etc. etc.
pp. online erneuern. Ich kann die obligatorischen Steuererklärungen
(local, state, federal/IRS) online machen. Ich kann für die Mautstraßen
den Barcode bzw. Funksender online beantragen, einrichten und bezahlen.
Ja, CIA und NSA haben da wahrscheinlich dicke ihre Finger drinne.
Dennoch ist das Grundprinzip, die Verwaltung "paperless" und vom
persönlichen Amtsbesuch unabhängig zu machen mal total cool. Der
obrigkeitsstaatliche autoritäre Papierkrieg in Deutschland ist
lächerlich. Man könnte das alles online machen, ohne daß der
übergenauen, nervigen Bürokratie Schaden entstehen würde. Aus der
deutschen Geschichte wissen wir, daß die Bürokratie immer Mittel und
Wege finden wird, um die Bürger zu malträtieren.
> keine Meinungsfreiheit
Solange Du keinen Nazimüll von Dir gibst, kann Du in Deutschland alles
sagen.
> eine Regierung die gegen das Volk regiert
Wer wählt diese Regierung denn?
Ich zitiere die Weiße Rose (Widerstandsbewegung gegen die Nazis, sollte
hoffentlich bekannt sein): "Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige
Regierung verdient, die es erträgt!" [Geschwister Scholl]
> Den Politikern gehts am besten.
Nö. Den Reichen und sonstigen Asozialen geht es am besten, d.h. denen,
die kräftig vom Sozialstaat abgreifen, indem Infrastruktur, Verwaltung,
Frieden usw. in Anspruch genommen werden, währenddessen jede kleinste
Möglichkeit zur Steuerhinterziehung und Beeinflussung von Politik
rücksichts-, anstands- und gewissenlos ausgenutzt wird.
Wir sprechen von Ärzten, Anwälten, Funktionären, Managern,
Geschäftsführern, Firmeninhabern u.ä.
Alleine die Sache der fehlenden allgemeine Bürgerversicherung, die keine
Ausnahmen und keine Beitragsbemessungsgrenzen kennt, ist ein
schwerwiegender Konstruktionsfehler der Sozialversicherung.
Erbschaftssteuer, Kapitalertragssteuer, Bevorzugung von Kapitalerträgen
über Lohnarbeit, Börsensteuer -- die Politiker sind hier nur Bauern auf
dem Schachbrett, die Korrupten; die, die wenig davon profitieren. Die
Reichen dagegen kriegen unfaßbare Renditen aus ihrer politischen
Einflußnahme, nämlich obige absichtliche Fehlkonstruktionen des Systems.
In den USA ist das sogar noch schlimmer, andererseits gibt es hier
härteste Strafverfolgung und demokratische Aufdeckung, wenn ein Skandal
erstmal am Rollen ist. Ganz im Gegensatz dazu der Bundestag: Das
Wahlrecht ist aktuell verfassungswidrig, und bis heute wurden keinerlei
Antikorruptionsgesetze verabschiedet und die entsprechende UN-Konvention
wurde nicht ratifiziert. Das politische System der BRD hat das Primat
über die Wirtschaft längst verloren und befindet sich in einer
dritte-Welt-mäßigen Phase spätrömischer Dekadenz (Gott sei Dank ist
Guido inzwischen Geschichte!).
Emanon schrieb im Beitrag #4627047:
> Warum gab es kein Referendum zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums
Warum sollte das achtjährige Gymnasium [welches bspw. in Sachsen und
Thüringen seit 1946 prima funktioniert] zur Abstimmung gestellt werden?
Die Mitbürger im Beitrittsgebiet durften nach 1990 auch nicht abstimmen,
ob die Einheitsschule bestehen bleiben sollte oder nicht. G8 wurde so
bestellt und wird jetzt so gegessen. Strafe muß sein.
> Gleichzeitig gewinnt das obere Leistungsdrittel durch> Homogenität quasi dazu, sofern man sich auf die> ersten 8-10 Schuljahre beschränkt und die oberen 5-8%> in der Gesamtbetrachtung ignoriert
Das kann ich im positiven Sinne bestätigen. In der Grundschule war das
Leistungsniveau wirklich schlecht, weil zu viele dumme und
verhaltensgestörte Kinder dieses massiv heruntergezogen haben. Erst ab
der 5. Klasse auf dem Gymnasium gab es ein richtiges Lernklima, da nun
die leistungsschwachen Störenfriede aussortiert waren. Dies empfand ich
als sehr angenehm und es war auch gut für meine Noten.
@Ingenieur (Gast)
>> Gleichzeitig gewinnt das obere Leistungsdrittel durch>> Homogenität quasi dazu, sofern man sich auf die>> ersten 8-10 Schuljahre beschränkt und die oberen 5-8%>> in der Gesamtbetrachtung ignoriert>Das kann ich im positiven Sinne bestätigen. In der Grundschule war das>Leistungsniveau wirklich schlecht, weil zu viele dumme und>verhaltensgestörte Kinder dieses massiv heruntergezogen haben. Erst ab>der 5. Klasse auf dem Gymnasium gab es ein richtiges Lernklima, da nun>die leistungsschwachen Störenfriede aussortiert waren. Dies empfand ich>als sehr angenehm und es war auch gut für meine Noten.
Die Frage ist, wieviel Leistungsdifferenz kann eine Klasse vertragen,
ohne daran zu scheitern? Wieviel Homogenisierungsleistung kann sie
erbringen, wo wird sie überfordert?
Die Kette aus Kindergarten/Schule/Universität kann nur dann halbwegs
funktionieren, wenn jede Stufe auf eine gewisse Mindestqualität der
Vorstufe aufbauen kann. Das fängt in der Schule an, wenn dort Kinder mit
arg mangelhaften Deutschkenntnissen und anderen Verhaltensdefiziten
gehäuft auftreten. Dann kann man das ab einer bestimmten Menge und
Schwere der Defizite NICHT mehr kompensieren. Gleiches gilt für die Uni,
die flächendeckende Versäumnisse im mathematisch-naturwissenschaftlichen
Bereich des Gymnasiums nur schlecht kompensieren kann. Das geht immer zu
Lasten des Gesamtergebisses bzw. derer, die diese Defizite nicht haben.
Fakt ist, die Teilung der Menschen in Gewinner und Verlierer ist heute
DEUTLICH größer als zu sozialistischen Zeiten! Trotzdem ist der real
existierende Sozialismus gescheitert, wenn gleich aus anderen Gründen.
Das Gejammer der Chancenungleichheit in der BRD ist nichts als
Propaganda! In Wirklichkeit wollen die meisten, daß ihnen die gebratenen
Tauben in den Mund fliegen! Daß man für Erfolg sowohl motiviert und
diszipliniert arbeiten muss als auch zu einem gewissen Maße Talent
braucht, wird immer wieder ignoriert. Es KANN nicht jeder studieren,
denn weder ist der Akademikerbedarf so hoch noch ist das geistige
Potential in der Gesamtbevölkerung dermaßen breit verteilt. Das muss es
auch gar nicht, denn Akademiker sind trotz formal höherer Ausbildung
weder bessere Menschen noch zwangsläufig im Leben erfolgreicher.
Man googele Mal zum Thema "Überakademisierung".
Emanon schrieb im Beitrag #4627047:
> Warum gab es kein Referendum zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums
Ich musste auch auf ein paar Elternabende. Und immer wieder jammerten
andere herum, das G8 sei so "straff". Mein Standpunkt war dann: der
G8-Stoff würde auch locker im G7 zu schaffen sein, wenn nicht laufend
Stunden entfallen würden, und die Sommerferien (in Form von
Lehrerfortbildungen und Ausflügen) nicht schon an Pfingsten begännen.
Ing schrieb:> Religion ist Privatsache
Ja, diese Ansicht ist leider grundlegend komplett falsch. Denn gerade
Religionen haben ganze Länder unterschiedlich geprägt. Insofern hat das
mit "privat" am allerwenigsten zu tun.
Wer was von Chancenungleichheit erzählt, sollte sich mal in die
Bibliothek der nächsten Großstadt begeben und die Migranten mit zumeist
armen Eltern zählen. Ich habe selbst einen Kumpel dessen Eltern im
Heimatland nach der vierten Klasse aufhören mussten, um zu arbeiten. Der
Junge musste natürlich nach der Grundschule wegen den Jobs der Eltern
auf die Hauptschule, hat aber danach noch Realschule sowie Abi
nachgeholt und vor kurzem den Master an einer Uni der TU9 abgeschlossen.
In DE kann jeder Lappen mit 6 monatiger Meisterweiterbildung oder
Techniker studieren.
@Lothar: Du kannst die Ferien auch komplett streichen und die 1-2
Stunden täglich dranhängen. Dann geht vielleicht auch G5. Das Ziel ist
jedoch nicht die Kinder nahe dem Burnout zu bringen. 1 Stunde
unterrichten ist anstrengender als 1 Stunde "normale" Arbeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberakademisierung#Deutschland
"Während in Deutschland im Jahr 2014 knapp die Hälfte der Angehörigen
eines Jahrgangs (2005: erst 36 Prozent) studierten, waren es im
OECD-Schnitt gut 60 Prozent.[12]"
50%? Ist das wirklich so? Das wäre ja irre! Und wieso liegt der OECD
Duchschnitt bei 60%? Da müssten ja einige Länder mit DEUTLICH über 50%
Studentenanteil dabei sein? Welche sind das und wie kommt das zustande?
Ist dort jeder Frisör ein Studierter?
Speziell für Chris:
"Gerade kleine Unternehmen - so die Kritiker - könnten keine
Traineeprogramme organisieren, um die Praxisferne des Studiums
systematisch zu kompensieren."
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/debatte-ueber-akademisierung-muessen-bald-alle-menschen-studieren-12813692-p2.html
"Problematisch finden manche, dass ein großer Anteil der Geistes-,
Kultur- oder Sprachwissenschaftler, zunehmend auch der Juristen, nach
dem Abschluss nur Stellen finden, für die formal und inhaltlich kein
Studium nötig gewesen wäre. Das zeigen etwa die Zahlen des
Forschungsinstituts DZHW. Handwerksmeister erzielen teils deutlich
höhere Einkommen. Handwerksverbände wie der ZDH klagen immer lauter, sie
fänden kaum talentierte Auszubildene. Zehntausende Lehrstellen seien
unbesetzt."
"Wenn Studiengänge der wissenschaftlichen Mode entsprechen, schießen im
ganzen Land neue Lehrstühle aus dem Boden. Nach Angaben der Berliner
Humboldt Universität gab es etwa 2012 an deutschsprachigen Hochschulen
schon mehr als 190 Professuren für Geschlechterforschung und Gender
Studies."
Na genau DIE brauchen wir ganz dringend!!!!
(Dieses Land schwimmt im Geld, was aber nicht zwangsweise gut ist . . .)
"Der fundamentale Irrtum ist zu glauben, dass das was heute mit Masse
stattfindet ein Studium ist und dass die Absolventen dieser Ausbildung
Akademiker sind. Die meisten dieser "Studiengänge" sind, Bologna sei
dank, nichts anderes, als eine etwas höherwertige Berufsausbildung. Mit
einem klassischen akademischen Studium hat das was da stattfindet in
etwa so viel zu tun, wie ein Schwein mit Aerodynamik."
Falk B. schrieb:> Nach Angaben der Berliner> Humboldt Universität gab es etwa 2012 an deutschsprachigen Hochschulen> schon mehr als 190 Professuren für Geschlechterforschung und Gender> Studies.
Ich geb jetzt einfach mal ehrlich zu, dass 3 Credits meines Masters
einer solchen Gender-Vorlesung an einem Gender-Lehrstuhl entstammen
(freiwillig!). Notwendig war das nicht, aber sehr unterhaltsam^^ War
aber eine kleine Vorlesung mit wenig Studierenden ääh.. Studenten. (In
meinen Texten wurde stets der "Student" angestrichen und zum
"Studierenden" gemacht, so langsam wirds jetzt aber wieder....)
Falk B. schrieb:> "Der fundamentale Irrtum ist zu glauben, dass das was heute mit Masse> stattfindet ein Studium ist und dass die Absolventen dieser Ausbildung> Akademiker sind. Die meisten dieser "Studiengänge" sind, Bologna sei> dank, nichts anderes, als eine etwas höherwertige Berufsausbildung. Mit> einem klassischen akademischen Studium hat das was da stattfindet in> etwa so viel zu tun, wie ein Schwein mit Aerodynamik."
DAS sage ich schon seit JAHREN. Aus der Uni kommen vor allem
"Gebrauchsingenieure" raus. Also Leute mit guter(?) Ausbildung aber
wenig Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten, auf das die Universität
ja vorbereiten soll.
Da setzen sich die Leute in die VLs rein und jammern, dass es ja alles
so theoretisch sei, so schwierig sei und man brauche das nie mehr etc.
etc. Das mag auch für über 90% der Leute zutreffen. Denn diese sind hier
falsch! Eigentlich sollten diese Leute auf FHs gehen (nicht abwertend
gemeint! Der Schwerpunkt aufs Praktische ist hier besser!) oder eine
GUTE Berufsausbildung machen. Ja, wir sollten das Niveau und die
Qualität der Berufsausbildung erhöhen, denn was ich so mitbekomme ist
erschreckend.
Ich rede da nicht nur "so dahin". Ich habe selbst einige Tutorübungen
gehalten und Studenten betreut. Den allergrößten Teil kann man
vergessen. Es gibt in jeder Gruppe nur eine Hand von Studenten, die
wirklich voll bei der Sache sind, sich dafür interessieren, nachfragen,
diskutieren. DAS sind die ECHTEN Universitäts-Studenten! Die sind hier
richtig! Sie haben danach auch wirklich etwas gelernt und die Inhalte
verinnerlicht.
Der Rest schwimmt nur mit. Da gehts darum, die Prüfung zu bestehen, aber
nicht zwingend die Inhalte zu verstehen.
Ich habe da etwas sehr schönes erlebt: Nach dem Ende einer meiner
Tutorübungen standen alle auf, waren gerade am rausgehen und dann kam
jemand nach vorne und fragte etwas bezüglich der Prüfung nach. Ich
antwortete und als ich das Wort "Prüfung" gesagt hatte, herrschte sofort
Stille im Raum, JEDER blieb auf seiner aktuellen Position stehen und
richtete die Ohren in meine Richtung. Mittagessen? Vorlesung? Nein! Der
hat "Prüfung" gesagt! (Die eigentliche Sache war eh für die Masse
unerheblich. Aber die Studenten sind darauf konditioniert, sich total
auf die Prüfung zu fixieren). Ein Trick der auch gerne von Profs
verwendet wird, wenn es zu laut wird. "So etwas könnte man auch in der
Prüfung fragen". Und sofort wirds still!
Falk B. schrieb:> Handwerksverbände wie der ZDH klagen immer lauter, sie> fänden kaum talentierte Auszubildene.
Wundert mich nicht. Ich kenne übrigens auch Handwerker die nach der
Ausbildung als Geselle erst einmal Mindestlohn bekommen haben. Für
kreative+halbwegs anstrengende Tätigkeiten. In Bayern. In einer größeren
Stadt...
@ Johannes O. (jojo_2)
>Ich geb jetzt einfach mal ehrlich zu, dass 3 Credits meines Masters>einer solchen Gender-Vorlesung an einem Gender-Lehrstuhl entstammen>(freiwillig!). Notwendig war das nicht, aber sehr unterhaltsam^^
Dafür gibt es ja eigentlich das Kabarett!!!
>DAS sage ich schon seit JAHREN. Aus der Uni kommen vor allem>"Gebrauchsingenieure" raus. Also Leute mit guter(?) Ausbildung aber>wenig Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten, auf das die Universität>ja vorbereiten soll.
Dann musst du aber den Gedankengang KONSEQUENT zu Ende denken. Wenn die
UNIVERSITÄT "nur" auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereiten soll,
muss man fast alle Ingenieurs- und Wirtschaftsstudiengänge dort
rausschmeißen und die Unis auf weniger als 10% zusammstreichen. Und die
reine Ingenieursausbildung den FHs überlassen. Denn der Bedarf an echten
Wissenschaftlern ist um Größenordungen geringer als an
"Gebrauchsingenieuren".
>Da setzen sich die Leute in die VLs rein und jammern, dass es ja alles>so theoretisch sei, so schwierig sei und man brauche das nie mehr etc.>etc. Das mag auch für über 90% der Leute zutreffen. Denn diese sind hier>falsch! Eigentlich sollten diese Leute auf FHs gehen (nicht abwertend>gemeint! Der Schwerpunkt aufs Praktische ist hier besser!)
Stimmt. Dort war ich auch, eben aus diesem Grund ;-) Theorie ist ja
schön und gut und wichtig, aber in Maxwells Fußstapfen wollen die
wenigsten treten ;-)
oder eine
GUTE Berufsausbildung machen. Ja, wir sollten das Niveau und die
Qualität der Berufsausbildung erhöhen, denn was ich so mitbekomme ist
erschreckend.
Eben!
>unerheblich. Aber die Studenten sind darauf konditioniert, sich total>auf die Prüfung zu fixieren).
Ja, leider! Was aber die Bildung in ALLEN Stufen mehr und mehr ad
absurdum führt! Wir lernen für die Prüfung, nicht für's Leben! Hab ich
praktisch in den Fächern, die mich interesessiert haben nie getan. Bei
Sachen wie Geschichte und Geographie war das bisweilen anders ;-)
Es wird ja oft gesagt, dass auch früher die Jugend nicht zu gebrauchen
gewesen und über sie genörgelt worden wäre.+
Aber dieses mal ist die Sache wirklich prekär. Die Jugend in Europa ist
zu 50% arbeitslos und angeblich gut qualifiziert.
Was ist das für eine Qualifikation, die sie trotzdem arbeitslos werden
lässt!?
Sie müssten bei diesem historisch geringen Anteil von jungen Leuten in
der Bevölkerung eigentlich geradezu die Wirtschaft tragen und sehr gute
Posten kriegen.
Sie müssten reihenweise innovative Unternehmen gründen und sich
gegenseitig Arbeit verschaffen.
Aber um die bittere Wahrheit zu sagen, sind das sozialistisch erzogene
Dumm-Hipster, die nur darauf bedacht sind, dass Gesichts- und Haupthaar
akkurat gestaltet ist und die Klamotten auch wirklich hip sind.
Sie sind Spezialisten für sozial(istische) Netzwerke und Protest
(Shitstorm) in diesen, aber können sonst nichts, was wirtschaftlich
profitabel wäre.
Sie erwarten das bedingungslose Grundeinkommen vom Staat, um ihrem
hedonistischen Leben zu frönen und schimpfen auf den "neoliberalen"
Kapitalismus, der diesen finanzieren soll.
Sie wollen Geld vom Staat, weil sie "Aktivisten", "Künstler" oder
linkspolitisch tätig sind und ihre Sippe auch immer vom Staat als Beamte
gelebt haben.
Das ist die Erklärung für Europas Jugendarbeitslosigkeit. Die sind
Arbeitslos, weil sie die Fähigkeit zum Arbeiten und sich selbst
versorgen nicht beigebracht bekommen haben in ihrem linken Disneyland.
Nachdem ich gelesen habe, dass das Studieren das Risiko für einen
Gehirn- Tumor deutlich erhöht
(http://www.heise.de/tp/artikel/48/48617/1.html),
bin ich doch froh, nur einen Hauptschulabschluß gemacht zu haben!
Falk B. schrieb:>>Komisch, dass die Theoretiker hier immer zu wissen meinen, was in der>>Praxis so alles (nicht) funktioniert :-)>> Reiß dich mal am Riemen, man kann mir viel vorwerfen, ein (weltremder)> Theoretiker bin ich mal GANZ sicher nicht!
Warum ignorierst Du dann die Tatsache, dass das Modell offenbar bei
Wirtgen seit Jahren funktioniert. Kann nicht funktionieren, also gibt es
das nicht?
Schon mal jemanden eingestellt?
>>Dieses Modell ist seit vielen Jahren gelebte und offenbar erfolgreiche>>Praxis bei Wirtgen.>> Jaja, die Schmalspurausbildung zum Fachidioten. Gibts auch bei Siemens &> Co. Tellerrand, was ist das? Selbst wenn es bei denen halbwegs> funktionieren sollte, das Gesamtproblem kratzen sie nicht mal> ansatztweise an!
Interessant, dass Du weisst, wofür und wie bei diesem Unternehmen
ausgebildet wird :-}
Und doch, sie kratzen sehr aktiv am Gesamtproblem, indem sie diese
jungen Leute in Brot und Arbeit bringen, sie einen geregelten
Tagesablauf haben und sie dann ihren Kindern wiederum sagen können: Hey,
es lohnt sich, sich reinzuhängen! Wenn Du auf das gesamte Problem
abzielst: es ist doch genau das Problem, dass jetzt Eltern Kinder
erziehen, die selbst nie Arbeit hatten. Natürlich prägt dieses Bild die
Kinder. Umso wichtiger ist es, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
>>> Und warum geht das nicht an der Schule, wo das hingehört?>>>Zum Teil hab ich ja die Gründe genannt. Hauptsächlich wohl Demotivation.>> So einfach ist die Begründung nicht! Die sozialen/gesellschaftlichen> Zustände sind komplizierter.
Ja, aber sie führen letztendlich genau dazu: Demotivation.
>>> Oh Chris, hier zeigt sich mal wieder deine schier grenzlose Naivität und>>> Optimismus.>>>Kaum. Denn ich habe selbst jahrelang Nachhilfe gegeben.>> Jaja, dein Optimismus macht aus aus Vorzeige-Optimas einen> Allgemeinfall. Wie ist eigentlich deine Praxiserfahrung mit den> Neubürgern aus dem mittleren Osten/Afrika? Da warst/bist da ja auch sehr> optimistisch gestimmt. Welche Erfahrungen/Ergebnisse kannst du uns> mitteilen? Werden wir bald 1 Million Fachkräfte unser eigen nennen, wie> es die Propaganda schon lange herausposaunt?
Ähm - es ging hier nur darum, jemandem von der Hauptschule, dessen Noten
nicht so dolle sind, eine Perspektive zu geben.
>>> Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.>>>Ein netter Spruch, aber komplett falsch.>> Ich danke dir abermals für deine substantiellen Argumente!
Ein ziemlich abgenutztes Sprichwort einzuwerfen, ist noch viel weniger
eines :-) Und ich sehe bei mir selbst und in meinem Bekanntenkreis, dass
der Satz einfach falsch ist. Der dient wohl oft eher als Selbstausrede.
> Hab ich nicht, aber es wird nicht soo hoch sein. Umso schlimmer ist es,> daß sooo viele junge Leute das nicht packen (wollen)! Aber immer auf dem> neuesten Smartphone rumspielen. TOP!!!
Sorry Falk, aber das sind Altmännersprüche. Das ist ähnlich substantiell
wie die Aussage, dass die Flüchtlinge ja alle Smartphones haben.
genauso sieht man ABiturienten udn Studenten mit ihrem Smartphone,
trotzdem kommen da pfiffige Köpfe raus.
Wir hatten halt den C64 und haben gedaddelt und die Hausaufgaben morgens
abgeschrieben - und aus uns wurde auch etwas :-)
>>Die Hauptschulmathematik kann jemand, der motiviert ist und entsprechend>>unterstützt wird, problemlos in wenigen Monaten erlernen.>> Aha. Und die Deppen von Lehrern mühen sich jahrelang vergeblich in der> Schule.
Die haben schon genug damit zu tun, die Jungs und Mädels überhaupt ruhig
zu halten. Warum soll man auch als jemand, der keine Chance hat,
aufpassen?
Wenn Du dann noch in einer "Null-Bock-Klasse" bist, hast Du kaum eine
Chance. Auch das ist während der Ausbildung dort komplett anders.
Zähl mal zusammen, wieviele Stunden Mathematik ein Hauptschüler bis zu
seinem Abschluss überhaupt nur hat - und da fallen dann noch einige
wegen Krankheit, Redundanz etc. weg.
Und dann hast Du einen, der plötzlich eine Perspektive hat, der
plötzlich direkt vor Ort erfährt, wofür er überhaupt lernt. Wo Leute,
die es eigentlich nicht müssten, sagen: pass auf, wir sind jetzt ein
Team, ich helfe Dir. Wo dann das Lerntempo und die Lerninhalte genau auf
ihn zugeschnitten sind, ohne den Leerlauf, den er in der Hauptschule
hatte, weil er irgendwann nicht mehr mitkam und innerlich abgeschaltet
hat.
Dann benötigst Du für die Hauptschulmathematik wirklich nur Monate.
Schließt doch einfach den Thread, dann müsst ihr die euch nicht passende
Meinung immer wieder löschen. Ist doch auch viel zu viel Arbeit aufn
Sonntach, wa!
Migelchen schrieb:> Viele Firmen übertreiben es und stellen Anstellungsanforderungen für> ihre Ausbildungsberufe, die einem Studium gleichkommen.
Na ja, es sind ja nicht nur die Firmen, sondern auch der
Ausbildungsplan.
Das ein Maler noch die Teilmengen zum verdünnen von Farbe wissen muss,
das ist in Ordnung, aber muss er dafür gleich noch die chemische
Zusammensetzung vom Lack wissen? Er muss ordentlich anstreichen können
und den Umgang mit den Gefahrenstoffen wissen.
Es wird so viel Zeug gelehrt, was du später nie wieder brauchst, nicht
mal zum Verständnis.
Ich musste als Fluggerätemechaniker ganz viel über Aerodynamik lernen.
Wofür muss ich das Tragflächenprofil berechen? Dürfte ich jemals selbst
ein Flugzeug konstruieren und würde das zugelassen? Wohl kaum. Aber
lernen musste ich den ganzen Sch**ß.
F. F. schrieb:> Ich musste als Fluggerätemechaniker ganz viel über Aerodynamik lernen.
Damit Du die Ohren anlegen kannst, wenn Du rausfliegst?
;-)
MfG Paul
F. F. schrieb:> Ich musste als Fluggerätemechaniker ganz viel über Aerodynamik lernen.
Als Radio+TV Techniker einen Drehkondensator bauen.
Selbst nochmal 10 Jahre vohrher hätte den Zeitaufwand niemand bezahlt,
sondern Maschinenprodukte gekauft.
Eben, genau das meine ich.
Früher (sehr viel früher) wurde der Meister eingeführt, um einen
Standard zu schaffen. Das ist heute der Geselle.
Sollen doch auf der Meisterschule Drehkondensatoren gebaut werden.
Ich habe Alles mitgenommen, was ich an Ausbildung kriegen konnte. Nicht,
weil ich fetzen wollte, sondern: Was ich selbst kann, darum muß ich
niemand Anderen bitten.
MfG Paul
@F. Fo (foldi)
>Das ein Maler noch die Teilmengen zum verdünnen von Farbe wissen muss,>das ist in Ordnung, aber muss er dafür gleich noch die chemische>Zusammensetzung vom Lack wissen? Er muss ordentlich anstreichen können>und den Umgang mit den Gefahrenstoffen wissen.
Das nennt man breites Wissensfundament. Du rufst nach dem Fachidioten,
der nur haarscharf das weiß, was er unmittelbar jeden Tag anwenden kann.
>Es wird so viel Zeug gelehrt, was du später nie wieder brauchst, nicht>mal zum Verständnis.
Jain. Ein breites Wissensfundament schadet nie. Außerdem kommt man damit
immer ein Stückchen weiter, wenn man von verschiedenen Dingen schon mal
was gehört hat. Als Fachidiot mit extrem begrenztem Wissen wirst du das
nie.
>Ich musste als Fluggerätemechaniker ganz viel über Aerodynamik lernen.>Wofür muss ich das Tragflächenprofil berechen?
Wofür lernen Kinder das 1x1 wenn es Taschenrechner und Computer gibt?
Wozu gehen Formel-1 Fahrer ins Fitnesstudion, wo sie doch nur im Auto
sitzen und lenken?
>Dürfte ich jemals selbst>ein Flugzeug konstruieren und würde das zugelassen? Wohl kaum. Aber>lernen musste ich den ganzen Sch**ß.
Warum hast du die Lehre dann gemacht? Hättest doch auch als Ungelernter
ans Fließband gehen können, dort wurde und wird immer noch gutes Geld
verdient, auch und vor allem ohne großartige Qualifikation.
@Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
>> Reiß dich mal am Riemen, man kann mir viel vorwerfen, ein (weltremder)>> Theoretiker bin ich mal GANZ sicher nicht!>Warum ignorierst Du dann die Tatsache, dass das Modell offenbar bei>Wirtgen seit Jahren funktioniert. Kann nicht funktionieren, also gibt es>das nicht?
Was erzählst du denn schon wieder? Wo habe ich das behauptet? Bitte mal
lesen UND verstehen!
"Einem kleinen Teil wird es helfen, und dafür sollten alle dankbar sein.
Die Masse wird aber auf der Strecke bleiben."
>Schon mal jemanden eingestellt?
Nein. Aber auch ich bewege mich im öffentlichen Raum, und was ich da
manchmal sehe und erlebe, ist nicht sonderlich schön. Und da rede ich
nicht von sozialen Brennpunkten und Problemvierteln, denn dort treibe
ich mich seltenst rum.
>Ähm - es ging hier nur darum, jemandem von der Hauptschule, dessen Noten>nicht so dolle sind, eine Perspektive zu geben.
Ja, aber du hast auch behauptet, daß man große Defizite, die das
Versäumnis von JAHREN darstellen, in ein paar Monaten ausbügeln kann.
Dem widerspreche ich.
>Ein ziemlich abgenutztes Sprichwort einzuwerfen, ist noch viel weniger>eines :-) Und ich sehe bei mir selbst und in meinem Bekanntenkreis, dass>der Satz einfach falsch ist. Der dient wohl oft eher als Selbstausrede.
Ach Chris, du bist schon wieder naiv! Es geht hier nicht um die überaus
schönen Positivbeispiele sondern um die große Menge an
Negativbeispielen!!!
Und dort steckt so viel verkorkstes Menschenmaterial drin, da reißt du
nicht viel.
>> Hab ich nicht, aber es wird nicht soo hoch sein. Umso schlimmer ist es,>> daß sooo viele junge Leute das nicht packen (wollen)! Aber immer auf dem>> neuesten Smartphone rumspielen. TOP!!!>Sorry Falk, aber das sind Altmännersprüche.
Nö, Beobachtung!
> Das ist ähnlich substantiell>wie die Aussage, dass die Flüchtlinge ja alle Smartphones haben.>genauso sieht man ABiturienten udn Studenten mit ihrem Smartphone,>trotzdem kommen da pfiffige Köpfe raus.
Ein paar!!! Die Masse sind bestenfalls mittelmäßige Mitläufer!!!
Du verwechselst schon wieder die wenigen Positivbeispiele mit der
statistisch relevanten Masse!
>Wir hatten halt den C64 und haben gedaddelt und die Hausaufgaben morgens>abgeschrieben - und aus uns wurde auch etwas :-)
Schon wieder . . .
Daß dein Optimismus schier grenzenlos ist gibt dir zwar als Mensch und
Unternehmer viel Aufwind, ein guter Analytiker bist du dadurch aber
nicht.
Der darf nämlich KEINE rosarote Brille haben.
>> Aha. Und die Deppen von Lehrern mühen sich jahrelang vergeblich in der>> Schule.>Die haben schon genug damit zu tun, die Jungs und Mädels überhaupt ruhig>zu halten. Warum soll man auch als jemand, der keine Chance hat,>aufpassen?
Warum "unterrichtet" man dann noch? Kann man doch gleich alle nach Hause
schicken. Ich hätte das längt getan. Anwesenheitspflicht ist sinnlos.
DIE wollen was lernen! Wer das nicht will, soll gehen oder still sein.
>Wenn Du dann noch in einer "Null-Bock-Klasse" bist, hast Du kaum eine>Chance.
Logisch.
>Und dann hast Du einen, der plötzlich eine Perspektive hat, der>plötzlich direkt vor Ort erfährt, wofür er überhaupt lernt.
Richtig, EINEN!! Eine kleine Gruppe, die noch einen Rest an Potential
haben. Die große MAsse hat das aber nicht, weil sie sozial und
intellektuell jahrelang verwahrlost ist!
>Dann benötigst Du für die Hauptschulmathematik wirklich nur Monate.
Das mag im Einzelfall so sein, aber eine verkorkste, intellektuelle
Entwicklung, vielleicht gepaart mit sehr wenig Talent/guten Genen/etc.
wirst du nicht gerade biegen.
noodle express schrieb:> J-A V. schrieb:>>> Als Radio+TV Techniker>> Sowas gibt es heute noch?
Nun ich habs früher gelernt, ja.
is' schon mehr als ein viertel Jahrhundert her.
Ingenieur schrieb:>> Gleichzeitig gewinnt das obere Leistungsdrittel durch>> Homogenität quasi ***nicht*** dazu, sofern man sich auf die>> ersten 8-10 Schuljahre beschränkt und die oberen 5-8%>> in der Gesamtbetrachtung ignoriert>> Das kann ich im positiven Sinne bestätigen. In der Grundschule war das> Leistungsniveau wirklich schlecht, weil zu viele dumme und> verhaltensgestörte Kinder dieses massiv heruntergezogen haben.
Da fehlte ein "nicht". Hab es vergessen zu tippen.
Vor allem eine lang angelegte große US-amerikanische Studie konnte
messen, daß´im allgemeinen Homogenität nur der absoluten Leistungsspitze
hilft. Das sind wenige Prozent. Ein solcher Grad an Restriktion wäre in
Deutschland politisch unhaltbar und ist höchstens vergleichbar zu
DDR-Zeiten, wo am Ende der Sekundarbildung 2-3% auf die Spezialschulen
durften (Talent- und Begabtenförderung), 6-11% die EOS besuchten, und
weitere 5% nach der 10. Klasse die Berufsausbildung mit Abitur
absolvierten. Demzufolge wundert es nicht, daß kurz nach der
Wiedervereinigung die Minderheit der ganzen konservativen Eltern den
freien Zugang zur EOS forderten und damit gegen den Willen der Mehrheit
und gegen den Beschluß des Runden Tisches zur Zerstörung der
Einheitsschule beitrugen. Das ist wie heute; welche Eltern, die sich als
etwas Besseres fühlen, können es denn wirklich ertragen, wenn der
Sprößling nicht auf das Gymnasium darf?
Die Grundschule ist im Übrigen ein fürchterlicher Ort, nicht wegen
irgendwelcher störender Kinder, sondern weil es strukturell und
konzeptionell keine gute Schule ist. "Kindergarten für bis 10jährige"
trifft es besser. Statt die Kinder zu fordern, werden sie systematisch
verblödet. Und der zu frühe Übergang nach der 4. Klasse versetzt dem
ganzen natürlich den Todesstoß.
In Deutschland sollten sich in den Ländern (Schule = Ländersache)
die Regierenden mit der Opposition zusammensetzen und für eine
dauerhafte also verlässliche Gleichmäßigjekeit im Schulsystem sorgen.
's kann nicht sein, dass man sich nach jedem Regierungswechsel am
Schulsystem neu profilieren will, indem man jedes mal neu daran
herumbastelt.
Lehrer schrieb:> Und sonst? Mein Sohn geht vor Ort (40.000 Einwohner) auf das städtische> Gymnasium. Es gibt hier dieses Jahr keinen Physik-Leistungskurs, da sich> nur 7 (!) von 140 Schülern dafür interessieren. Aber ein Pädagogik- und> zwei Sozial"wissen"schaften-LK, die kommen zustande.
Aha...? Also doch Fachkräftemangel in Zukunft...? :-) scnr
Falk B. schrieb:> Das Gejammer der Chancenungleichheit in der BRD ist nichts als> Propaganda! In Wirklichkeit wollen die meisten, daß ihnen die gebratenen> Tauben in den Mund fliegen! Daß man für Erfolg sowohl motiviert und> diszipliniert arbeiten muss als auch zu einem gewissen Maße Talent> braucht, wird immer wieder ignoriert. Es KANN nicht jeder studieren,> denn weder ist der Akademikerbedarf so hoch noch ist das geistige> Potential in der Gesamtbevölkerung dermaßen breit verteilt. Das muss es> auch gar nicht, denn Akademiker sind trotz formal höherer Ausbildung> weder bessere Menschen noch zwangsläufig im Leben erfolgreicher.
Chancenungleichheit bedeutet doch nicht, dass jeder studiert?
Chancenungleicheit steht doch dafür, dass jeder dieselbe Chance auf ein
Studium hat, egal ob er aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie oder
Sohn von der alleinerziehenden Kassiererin ist (und das kannst du in der
BRD unter Ulk verbuchen). Hast du Kinder?
@Tom S. (kastenhq2010)
>> Das Gejammer der Chancenungleichheit in der BRD ist nichts als>> Propaganda! In Wirklichkeit wollen die meisten, daß ihnen die gebratenen>> Tauben in den Mund fliegen! Daß man für Erfolg sowohl motiviert und>Chancenungleichheit bedeutet doch nicht, dass jeder studiert?
So wird es aber oft dargestellt.
>Chancenungleicheit steht doch dafür, dass jeder dieselbe Chance auf ein>Studium hat, egal ob er aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie oder>Sohn von der alleinerziehenden Kassiererin ist
Und das ist auch so! Bafög!!!
>(und das kannst du in der BRD unter Ulk verbuchen).
Jaja. Warum?
> Hast du Kinder?
Nein.
Falk B. schrieb:> @Tom S. (kastenhq2010)>>>> Das Gejammer der Chancenungleichheit in der BRD ist nichts als>>> Propaganda! In Wirklichkeit wollen die meisten, daß ihnen die gebratenen>>> Tauben in den Mund fliegen! Daß man für Erfolg sowohl motiviert und>>>Chancenungleichheit bedeutet doch nicht, dass jeder studiert?>> So wird es aber oft dargestellt.>>>Chancenungleicheit steht doch dafür, dass jeder dieselbe Chance auf ein>>Studium hat, egal ob er aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie oder>>Sohn von der alleinerziehenden Kassiererin ist>> Und das ist auch so! Bafög!!!>
Nochmal: Chancenungleicheit bedeutet doch nicht, dass jeder studieren
kann. Bafög gibt jedem Menschen die finanzielle Möglichkeit ein Studium
aufzunehmen, aber der Weg dorthin ist doch der Knackpunkt in der BRD und
auf diesem hilft dir kein Bafög.
>>(und das kannst du in der BRD unter Ulk verbuchen).>> Jaja. Warum?>
Siehe oben: das Studium ist nur ein kleiner Teil der gesamten Ausbildung
eines Menschen. Viel früher werden die Weichen gestellt. Das geht los
bei der Kleinkindbetreuung und setzt sich über das mehrgleisige
Schulsystem fort und benachteiligt sozial und finanziell schwache
Familien.
>> Hast du Kinder?>> Nein.
Ich kann nur für mich sprechen, aber erst seit der Geburt meines Kindes
ist mir klar geworden, wie eklatant die Chancenungleicheit in diesem
Land wirklich ist.
@Tom S. (kastenhq2010)
>> Und das ist auch so! Bafög!!!>Nochmal: Chancenungleicheit bedeutet doch nicht, dass jeder studieren>kann. Bafög gibt jedem Menschen die finanzielle Möglichkeit ein Studium>aufzunehmen, aber der Weg dorthin ist doch der Knackpunkt in der BRD und>auf diesem hilft dir kein Bafög.
Werd mal KONKRET!
>> Jaja. Warum?>Siehe oben: das Studium ist nur ein kleiner Teil der gesamten Ausbildung>eines Menschen. Viel früher werden die Weichen gestellt. Das geht los>bei der Kleinkindbetreuung
Die ja angeblich sooo böse und sozialistisch ist . .
>und setzt sich über das mehrgleisige>Schulsystem fort und benachteiligt sozial und finanziell schwache>Familien.
Was heißt das KONKRET???
Hat man keine AufstiegsCHANCE, wenn Mutti einen nicht mit dem SUV zur
Schule und nachmittags zum Flötenunterricht fährt? Wird man durch den
Mangel an Markenklatotten und Luxusgegenständen dümmer?
>Ich kann nur für mich sprechen, aber erst seit der Geburt meines Kindes>ist mir klar geworden, wie eklatant die Chancenungleicheit in diesem>Land wirklich ist.
Die du immer noch nicht EINE Sekunde sachlich begründet hast!
Glückwunsch!
Über Chancenungleichheit jammern doch meist nur Versager, die lieber dem
System die Schuld geben als sich ihre eigene Faulheit oder Unfähigkeit
einzugestehen.
Ich finde, Deutschland tut bereits genug dafür mit BAFöG usw., so dass
es im Prinzip jeder zu einem Hochschulabschluss schaffen kann, wenn er
begabt ist und es auch wirklich will. Oft mangelt es allerdings an einem
der letzten beiden Punkte, aber dafür kann der Staat nun wirklich
nichts.
Und wenn Hochschulabschlüsse noch etwas Wert sein sollen, dann dürfen
sie auch nicht verschenkt werden. Der Bachelor ist zum Beispiel im
Vergleich zum guten alten Diplom-Ingenieur als akademischer Grad nur
noch so wertvoll wie ein kleines Steak.
Ingenieur schrieb:> Der Bachelor ist zum Beispiel im> Vergleich zum guten alten Diplom-Ingenieur als akademischer Grad nur> noch so wertvoll wie ein kleines Steak.
Der Bachelor darf sich dann Fruchtzwerg nennen?
aus der Praxis: mindestens 70% der Azubi-Bewerber die ich im kfm.
Bereich kennenlerne würde ich nicht einstellen. Dabei geht es nicht im
Noten, sondern eher um Verhalten, Interesse, Auffassungsgabe. Lassen wir
Fleiss, Pünktlichkeit, Ordnung mal aussen vor. Einfach katastrophal.
Wenn dann dazu noch mangelhafte Kenntnisse in der deutschen Sprache und
in den Grundrechenarten hinzukommen... was soll man mit den Jugendlichen
machen? Bei den eingestellten Azubis insbesondere im gewerbl. Bereich
frag ich mich: Gabs keine besseren oder ne Prämie wenn wir die nehmen?
Natürlich ist es schwierig sich mit Azubis zu beschäftigen und das kann
auch nicht jeder. Vor 10Jahren hätte ich übrigens meine Aussage auf 50%
gesetzt. Und ja, ich habe selber Kinder und weiss das Erziehung nicht
von alleine geht, auch nicht von nur in die Schule schicken.
sterntvzuschauer schrieb:> Selbst wenn du als Betrieb dir ewig Zeit nimmst um den Lehrlingen etwas> beizubringen kannst du nur mangelhafte Ergebnisse erwarten... Wie soll> man denn auch mit solchen Leuten richtig Geld verdienen?
Dass sehe ich anders, entscheident ist die Motivation die der
Auszubildende mitbringt. Will er dass lernen, interessiert es ihn, hat
er Spaß daran und eine positive Einstellung zur Arbeit. Dann wird er
stets sein bestes geben und schnell viel dazulernen.
Probleme können jedoch in z.B. fehlenden Grundlagen bestehen. Wie z.B.
in der Elektrinoker-Ausbildung in der Mathematik. So wird es einem
Hauptschüler selbst wenn er gut in Mathe (war) erstmal schwerfallen eine
Widerstands-Parallelschaltung zu berechnen und die Formel umzustellen.
Dies muss man ihm unter Umständen aufwendig beibringen.
Zusätzlich werden Funkitonen wie Sinus und Cosinus in der Hauptschule
nicht behandelt. Obwohl sie doch vielerorts benötigt werden.
Zusätzlich muss der Hauptschüler in nicht seltenen Fällen erstmal auf
seinem Wissens und Sachverstand abgeholt werden, da er nicht aus einem
Klassischen Ingenieurs haushalt kommt.
Ich Persönlich ehemals Hauptschüler, der einen Realschulabschluss sowie
ein Abitur nachgeholt hat, eine gewünschte Ausbildungsstelle bekommen
hat und gerade an der Bachelorarbeit schreibt, sehe den Unterschied.
So hat mein Vater weder einen Schulabschluss, noch eine Ausbildung. Die
Eltern meiner Hauptschul-Mitschüler hatten diese wohl zum aller größten
Teil. Bereits bei den Hauptschulabschlussprüfungen konnten mir meine
Eltern nicht selten nicht mehr weiter helfen. Entscheident war meine
eigene Motivation ihnen durch dass heimbringen von gerade ab der 6.
Klasse stetig besseren Noten stets höhere Freude zu bereiten.
Ab meiner Abiturklasse wie auch jetzt im Studium bemerke ich, dass
viele, die mich umgeben aus einer höheren Schicht kommen, nicht wenige
von ihnen haben Ing, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer als Eltern.
Für sie ist es normal mit, für mich, erstaunlichen Möglichkeiten und
wissen dass ihre Eltern ihnen von klein auf vermittelten ausgestattet zu
sein.
sterntvzuschauer schrieb:>Wie soll man denn auch mit solchen Leuten richtig Geld verdienen?
Warum sollte man mit ihnen nicht richtig Geld verdienen können?
Die Firma in der ich meine Ausbildung machte, hatte keine Ingenieure
sondern nur Techniker und Ausgebildete Fachkräfte. Unsere Erfahrenen und
durch eigene Motivation umfassend in Zeiten geringer Auslastung
weitergebildeten Techniker meinten stets dass sie Ingenieurstätigkeiten
bewältigen.
Heute kann ich sagen, sie haben recht, und kann dies durch Erfahrungen
aus 3 anderen Firmen bestätigen.
Dass besondere ist jedoch dass auch alle Mitarbeiter und Azubis stehts
selbstständig alle Tätigkeiten die innerhalb ihrer selbst gesteckten und
stetig erweiterten Grenzen ausübten. So bewältigten Azubis im 3. Jahr
aufgaben die in anderen Firmen von Technikern übernommen werden.
Durch diese stetige Weiterentwicklung, welche auf selbstständigem
Lernen, einem gemeinsamen sammeln von Erfahrung und einem Höchstmaß an
Kollegialität aller beruht, macht die Firma Hochleistungsfähig.
Somit kann richtig viel Geld verdient werden.
Ich weiss man wird mich insbesondere hier wieder
für solche Gedankengänge schelten, aber:
Wie bekommt man denn Leute in Lohn und Brot?
Besonders die Lernresistenten?
statt z.B. 2 Bagger, 'ner Planierraupe und 7 LKW
evtl 300 Leute mit Hacke und Schaufel
für grössere Bauprojekte einsetzen.
vor allem: nicht 21 Jahre lang planen, sondern MACHEN!