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Forum: Offtopic Jugendarbeit AFU


Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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Also ich habe in letzter Zeit ziemlich oft gelesen das   Jugendarbeit in 
vielen OVs verhindert wurde bzw nicht gewünscht ist.
Ist da ein Scherz? (Ich hoffe es!)
Wenn nicht WARUM?

Ich meine es gibt doch eh schon Nachwuchsprobleme.
LG

: Verschoben durch Moderator
Autor: Baldrian (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Also ich habe in letzter Zeit ziemlich oft gelesen das   Jugendarbeit in
> vielen OVs verhindert wurde bzw nicht gewünscht ist.

Quellen? Links?

Autor: Jemand (Gast)
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Das würde mich nicht überraschen. Besitzstandwahrung und "Früher war 
alles besser" Mentalität herrscht generell in überalterten Vereinen. Sie 
sind sich selbst und ihrer Zukunft im Weg. Das gibt es 1000fach in den 
unterschiedlichsten Vereinen.

Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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Zitat:
Nein Für Packet haben sich die beiden Modulationsarten Afsk für 1k2 und 
niedriger und FSK für 9k6 und höher eingebürgert. Das war defakto der 
Standart. Ich habe noch 2 PR Transceiver 70cm 76K8 50 Watt 1 PR 
Transceiver 23cm 76K8 1 Watt und ein TNC31S abzugeben.
Wenn da noch Interesse besteht?
Was die Aktivität auf den UKW Bändern betrifft, ist es in Trier nicht 
anders. Das hat wohl was damit zu tun das man in den OVs vor 10 Jahren 
keine Jugendgruppen mehr wollte. So war es zumindest bei uns. Die 
Quittung bekommen die OVs jetzt. Sie sterben aus biologischen Gründen 
allmählich aus. Welcher Jugendlicher will schon in so einen alt Opa 
Verein beitreten?
Ralph Berres DF6WU

Autor: Schreiber (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Was die Aktivität auf den UKW Bändern betrifft, ist es in Trier nicht
> anders. Das hat wohl was damit zu tun das man in den OVs vor 10 Jahren
> keine Jugendgruppen mehr wollte.

Nicht nur das, auch einfach damit, dass die Nützlichkeit einfach 
nachgelassen hat.
Vor 20 Jahren war ein Handfunkgerät+Ortsrelais praktisch, weil man damit 
unterwegs kostengünstig und ohne Telefonzelle kommunizieren konnte.
Packet Radio war auch noch nützlich, als Postkarten- und Internetersatz 
(ersteres war langsam, letzteres teuer).
Heute hat man dafür ein Smartphon mit Whatsapp und eine 
Internetflatrate.

Hochseesegler haben das nicht, da kostet Telefonieren und langsame 
Datenübertragung (meist 1,2kbit/s) immer noch 1-2€/Minute. 
Dementsprechend besinnt man sich dort auf die Möglichkeiten des 
Amateurfunks für alles vom Wetterbericht über Kaffeeklatsch und 
Ersatzteilbestellung bis hin zum Liebesbrief.

Als Ergebniss muss man daher feststellen, dass der Speck, mit dem man 
früher Mäuse, äh den Ortsverbands-Nachwuchs, gefangen hat, heute einfach 
nicht mehr schmeckt.

Arno K. schrieb:
> Ich meine es gibt doch eh schon Nachwuchsprobleme.

Korrekt, aber Nachwuchsgewinnung kostet Geld und sehr, sehr viel Zeit.
Zudem wirkt es nur sehr langsam und langfristig. Man könnte natürlich 
Funk- und Elektronik-AGs (alles vom Morsefunkgerät bis zum 
Arduino-Programmieren) in den Schulen und 
Ferienbetreuung-mit-Elektronikbasteln (mein-erstes-Radio, 
Zimmeralarmanlage) anbieten, teilweise gibts dafür sogar kommunale 
Fördermittel. Diese Angebote werden (wenn gut gemacht) auch gut und 
gerne angenommen, nur benötigt man dafür enorm viel Zeit.
Bei Elektronikbastel-Veranstaltungen für Kinder benötigt man (eigene 
Erfahrung) für 10 Kinder 2-3 Betreuer. Das kostet...

Dazu kommt noch die Erfahrung der hierzu eingesetzten Personen, ein 
Betreuer für Fußball, Radtour oder Holzarbeiten-mit-Laubsäge findet man 
an fast jeder Straßenecke, einen für sowas exotisches wie Funk- und 
Elektronik nicht.

Autor: funkamateur (Gast)
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Vielleicht will man nicht unbedingt die Jugendarbeit verhindern, aber 
das durchaus verbreitete Ablehnen "moderner" Technologie in überalterten 
OVs zieht die jüngeren natürlich nicht gerade an.

So hält man beispielsweise immernoch vielerorts SDR-Technologie für 
neumodischen Unsinn, denn digital, Computer, Programmieren oder gar das 
Internet habe ja mit Amateurfunk überhaupt nichts zu tun. Anstattdessen 
veranstaltet man lieber einen Nostalgieabend zum Thema "Röhrenverstärker 
in der Weimarer Republik" und rühmt sich gleichzeitig der 
technologischen Erfindungen und Entdeckungen, die der Amateurfunk 
angeblich immer wieder hervorbringt.

Vor ein paar Tagen hat ein OM eine Google Maps Karte online gestellt, 
auf der alle Amateurfunkstationen eingetragen waren (natürlich nur die, 
die mit der Veröffentlichung ihrer Adresse einverstanden waren). Einen 
Tag nach Ankündigung auf darc.de musste die Karte offline gehen, weil es 
zuviele Beschwerden gab... Ähnliche Geschichten gibt es zuhauf von 
Online (Web-)SDRs.

Trotzdem, gerade im Bereich SDR hat sich in den letzten Jahren eine 
recht junge "Community" gebildet, wo viele Interessante Dinge gemacht 
werden. Es besteht also noch Hoffnung...

Autor: Schreiber (Gast)
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funkamateur schrieb:
> Vielleicht will man nicht unbedingt die Jugendarbeit verhindern,
> aber
> das durchaus verbreitete Ablehnen "moderner" Technologie in überalterten
> OVs zieht die jüngeren natürlich nicht gerade an.

mit moderner Technologie befasst man sich meist nur dann, wenn diese 
einem einen Vorteil bietet!

Mit anderen Worten: Wer mit normalem Funkgerät und dem, bereits 
vorhandenen, Röhren-Verstärker zufrieden ist, der benötigt weder SDR 
noch teure Mosfet-Verstärker.
Dementsprechend dann auch die Stammtisch-Themen. Beim 
Oldtimer-Stammtisch wird auch über den VW Käfer und nicht etwa über den 
Kartsport diskutiert.

funkamateur schrieb:
> Vor ein paar Tagen hat ein OM eine Google Maps Karte online gestellt,
> auf der alle Amateurfunkstationen eingetragen waren (natürlich nur die,
> die mit der Veröffentlichung ihrer Adresse einverstanden waren). Einen
> Tag nach Ankündigung auf darc.de musste die Karte offline gehen, weil es
> zuviele Beschwerden gab.

Es gibt genug Nachbarn mit Elektrosmog-Phobie, meist haben aber auch die 
ein Handy-am-Ohr. Aber Amateurfunk, Handy-Basisstationen und drahtlose 
Babyphone sind das Werk des Teufels. Verständlich, dass man denen nicht 
auf die Nase binden will, dass die Antenne auf dem Dach nicht zum 
Fernseh-Empfang dient.

Autor: Tim (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Also ich habe in letzter Zeit ziemlich oft gelesen das   Jugendarbeit in
> vielen OVs verhindert wurde bzw nicht gewünscht ist.

Das muss nicht immer so sein, es soll auch gute OVs geben.
Aber im Grunde war das vor 15 Jahren auch nicht besser. Es wurde schon 
immer erwartet, dass die Neulinge ihren Schwerpunkt im Hobby auf CW 
legen. Wer andere Interessen hatte, wie z.B. digitale Betriebsarten 
wurde schon damals als Nichtskönner, Leistungsverweigerer und 
schlimmeres beschimpft.
Es gibt noch heute viele, die außer ihrer Taste und ihren 
Röhrenverstärker nicht viel kennen und fast allers was irgendwie mit 
Digitaltchnik zu tun hat ablehnen. Der Anteil an ComputerDAUs ist unter 
Fumkamateuren auch heute noch auffallend hoch.

https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Komme...
Beitrag "Was kommt nach "Funkamateur"?"

Autor: funkamateur (Gast)
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Danke Schreiber.
Da habt ihr den Beweis und es hat noch nicht mal eine Stunde gedauert. 
;)

Autor: Tim (Gast)
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Schreiber schrieb:
> Vor 20 Jahren war ein Handfunkgerät+Ortsrelais praktisch, weil man damit
> unterwegs kostengünstig und ohne Telefonzelle kommunizieren konnte.
> Packet Radio war auch noch nützlich

Und welche Diskussionen es damals gab, Packet-Radio wäre angeblich der 
Untergang des Amateurfunks und nutzloser moderner Kram.

Autor: Mark S. (voltwide)
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funkamateur schrieb:
> Danke Schreiber.
> Da habt ihr den Beweis und es hat noch nicht mal eine Stunde gedauert.
> ;)
Also Jugendlicher war ich fasziniert von Funk, habe alte Röhrenradios 
auseinandergenommen oder repariert oder auch mal auf andere 
Frequenzbereiche getuned. Irgendwann hörte ich dann auch mal den 
Amateurfunk im 80m-Band ab und wollte Amateuerfunker werden. Damals war 
ich 16 Jahre alt, zu jung für eine Lizenz. Als ich denn mit 18 alt genug 
war, hatte sich das Thema inzwischen erledigt - denn die Etikette 
erlaubte nur technische Nachrichten in der Art : "Ich sende hier mit ner 
QQE3/80 mit 80W PEP über ne W3DZZ-Antenne und empfange Dich mit S3 bei 
mäßigem QRM" oder so ähnlich.
Das wurde dann irgendwann langweilig. So bin ich denn nie zum 
Amateurfunker geworden.

Autor: Tastfunker (Gast)
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>Jugendarbeit AFU

Macht doch nicht so einen Aufwand, laßt doch der Jugend ihren Lauf!

http://www.lieder-archiv.de/lasst_doch_der_jugend_...

Autor: Lutz H. (luhe)
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Der Kalte Krieg  und die Zeit der Telegramme ist vorbei. Funkexperimente 
im Langwellen, Mittelwellen, Kurzwellen und UKW- Bereich kann jeder 
machen, wenn es interessiert. Interessiert sich niemand mehr so richtig, 
nicht einmal die Energiesparlampen. Als Funkamateur ist dann aber noch 
die Frequenznutzungsgebür fällig. Einfach mit dem Computer über ein 
Relais  funken, bestimmt schwierig.

: Bearbeitet durch User
Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Ein AFU Kollege von mir in D arbeitet viel mit den Kids und wie mir 
berichtet wird, die Begeisterung für Funk ist durchaus noch vorhanden. 
Die bauen dort kleine Radios und alles mögliche Elektronische. Man muß 
den Kids nur eine Chance geben. Trotz Smartphone sind die Kids 
wahrscheinlich mehr als man denkt an Natur und Technik interessiert. 
Vorurteile lasen sich scheinbar nur schwer abbauen. Vielleicht brauchen 
die Kids nur Vorbilder und Engagierte der jüngeren Generation weil die 
älteren AFU Kollegen oft leider nur die  Welt verstehen mit der sie 
aufgewachsen sind und nun zu müde sind über den Tellerrand zu sehen.

Autor: Schreiber (Gast)
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Tim schrieb:
> Und welche Diskussionen es damals gab, Packet-Radio wäre angeblich der
> Untergang des Amateurfunks und nutzloser moderner Kram.

Die einen haben diskutiert, die anderen einfach gemacht. Irgendwann 
haben viele von den ersteren festgestellt, dass PacketRadio doch nicht 
immer unpraktisch ist.
Etwa wenn man den neuen Funwetterbericht lesen wollte oder man den 
Rundspruch nicht richtig verstanden hat...

Genau wie beim DX-Contest. Irgendwann hat einer seinen C64 nebst 
Schreibmaschine als Morsehelfer eingestellt und erstaunlich viele QSOs 
abgewickelt. Vollautomatische QSOs waren aber nicht möglich, die 
Morsedecoder waren damals noch zu schlechtt...

Autor: Schreiber (Gast)
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Gerhard O. schrieb:
> Ein AFU Kollege von mir in D arbeitet viel mit den Kids und wie mir
> berichtet wird, die Begeisterung für Funk ist durchaus noch vorhanden.
> Die bauen dort kleine Radios und alles mögliche Elektronische. Man muß
> den Kids nur eine Chance geben. Trotz Smartphone sind die Kids
> wahrscheinlich mehr als man denkt an Natur und Technik interessiert.

Entspricht auch meiner Erfahrung, Interesse ist bei den Kleinen 
definitiv da.
Nur der Zeitaufwand ist enorm und die Mittel sind begrenzt...

Dazu kommen noch die Berufsbedenkenträger, so ein Lötkolben ist heiß und 
im anfängerfreundlichen Lötzinn ist Blei...

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Schreiber schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ein AFU Kollege von mir in D arbeitet viel mit den Kids und wie mir
>> berichtet wird, die Begeisterung für Funk ist durchaus noch vorhanden.
>> Die bauen dort kleine Radios und alles mögliche Elektronische. Man muß
>> den Kids nur eine Chance geben. Trotz Smartphone sind die Kids
>> wahrscheinlich mehr als man denkt an Natur und Technik interessiert.
>
> Entspricht auch meiner Erfahrung, Interesse ist bei den Kleinen
> definitiv da.
> Nur der Zeitaufwand ist enorm und die Mittel sind begrenzt...
>
> Dazu kommen noch die Berufsbedenkenträger, so ein Lötkolben ist heiß und
> im anfängerfreundlichen Lötzinn ist Blei...

Ich hatte es noch einfacher. Ich hatte schon im Alter von 12 Jahren 
einen Ersa30 im Besitz und damals wurde eigentlich nur darauf bestanden 
sich nach dem Arbeiten mit dem Lötkolben eben gut die Hände vor dem 
Essen zu waschen.

Auch hatte ich das große Privileg, freundliche AFU Leute im Ortskreis zu 
kennen die mir damals schon viele Werkstatt Sachen beibrachten. Einer 
nahm sich sogar die Zeit mit mir einen kompletten MW/80M 0V2 zu bauen. 
Die ganze Mechanik war dabei. Löcher für Röhrenfassungen mußten aus dem 
Chassis mit der Laubsäge herausgeschnitten werden. Bei diesen Projekt 
lernte ich eine ganze Menge. Viele Teile wie die Spulen wurden selber 
gewickelt oder gemacht. Ich wünsche jedem Kid noch solche ältere 
erfahrene Erwachsene im Umfeld zu haben.

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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Interessanter Thread!

Ob man sich in Amateurfunkverbänden gegen Jugendarbeit sträubt oder 
nicht kann ich nicht beurteilen. Wenn man sich allerdings Bilder von 
verschiedenen Vereinen anschaut, dann sieht man immer recht viele Leute 
über 50.

Im Prinzip wären ja Rentner als Jugendbetreuer perfekt, diese haben Zeit 
und viel Erfahrung.

In wieweit man sich in den Verbänden gegen neues wehrt kann ich auch 
nicht beurteilen.

Grundsätzlich scheint es aber in der modernen Gesellschaft viel öfter so 
zu sein, das bei vielen Leuten der Beruf nur ein Beruf und weniger 
Berufung ist.
Natürich gibt es nach wie vor Leute bei denen man die Leidenschaft 
sieht.

Ein weiterer Punkt ist, das es in der heutigen Zeit scheinbar hektischer 
zugeht, als früher, da ist zum Teil so viel Stress im Alltag, das man 
sich seine Freizeit ungern mit einer ehrenamtlichen und (für viele noch 
wichtiger) unbezahlten Tätigkeit verbringt.

Auf der anderen Seite ist es aber auch schwierig, Jugendliche zu finden 
die sich motivieren lassen und nicht gleich beim kleinsten Problem 
aufgeben. Ich weiß solche jungen Leute gibt es, jedoch recht selten.

Wenn man teilweise sieht, was so als Azubi rumläuft, wo man für's lernen 
und Interesse zeigen noch Geld bekommt und trotzdem mit den Händen in 
der Tasche, anteilslos rumsteht und nicht muh und nicht mäh sagt...

Beitrag #5023950 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Lutz H. schrieb:
> Der Kalte Krieg  und die Zeit der Telegramme ist vorbei.
> Funkexperimente
> im Langwellen, Mittelwellen, Kurzwellen und UKW- Bereich kann jeder
> machen, wenn es interessiert. Interessiert sich niemand mehr so richtig,
> nicht einmal die Energiesparlampen. Als Funkamateur ist dann aber noch
> die Frequenznutzungsgebür fällig. Einfach mit dem Computer über ein
> Relais  funken, bestimmt schwierig.

Irgendwie ist es traurig die Wahrheit hören zu müssen. Obwohl digitale 
Übertragungstechniken, mit OOK Datenradios bis zu High Speed WLAN, SDR, 
3G-5G Zellular und alles was es noch dazwischen gibt, die Belange der 
modernen Welt mehr oder weniger gut erfüllen, hat man aber als lebender 
Mensch nicht mehr das Gefühl Natur zu erleben. Ich bin mir bewußt wie 
sentimental das der jüngeren Generation vorkommen muß.

Das Radio lebt, kann nur derjenige begreifen der sich mit der HF Technik 
von Grund auf befaßt hat und mit eigenen Ohren den "Äther", um einen 
total altmodischen Ausdruck zu gebrauchen, erlebt hat. Jeder der mit 
einem guten Empfänger die Kurzwellen abgegrast hat, kann bestätigen wie 
sehr diese analoge HF Umwelt lebt. Die Statik, Fading und Multipath, 
normalerweise ein unangenehmes Characteristikum der KW HF Übertragung 
trägt dem analogen, lebenden Character der Wellen bei. Auch die 
Demodulation analoger Sendewellen, von CW, AM, SSB und alle analogen 
Sondermodulationsarten demonstriert eindrucksvoll die analoge Natur 
dieses Mediums.

Vergleich mal das mit den Entwicklungsmethoden und Meßgeräteparks des 
digitalen Entwicklers heutzutage wo meßtechnisch nur noch extrem teure 
und komplizierte Spezialgeräte einsetzbar sind und Ohren total nutzlos 
sind.

Deshalb stimmt es mich wehmütig, daß wir als fortschrittliche Menschheit 
diesen Preis bezahlen müssen. Sicherlich, analoge Radios wird es 
wahrscheinlich immer geben. Aber die Masse der Menschheit wird analog 
Radio nur noch aus geschichtlichen Quellen kennen, da die Entsorgung von 
analog Radio Service zugunsten digitaler Betriebsarten konsequent 
durchgeführt wird und schon vielfach realisiert wurde. DAB DVB und ihre 
neuersten Inkarnationen beweisen deutlich die veränderte Situation. Der 
drahtlose digitale Transport digitaler Daten ist leider all zu oft an 
strenge Marketung Modelle gebunden da man meint man müßte alles 
monetisch auf die Spitze treiben. Dieser Trend ist natürlich für die 
Hörer die öffentlichen Rundfunk schätzen, ein hoher Preis der zu 
bezahlen ist.

Die Frage, ob man sich auch heutzutage auch mit analogen Radio befassen 
sollte, ist wahrscheinlich zu bejahen. Nur mit analog Radio hat man die 
Möglichkeit Radiowellen so wie die Natur sie uns geschenkt hat, zu 
erleben.

Auch wenn heutzutage auf die CW Betriebsart oft herablassend gelächelt 
wird, laßt doch den Liebhabern ihre Freude. Ich habe früher auch mal 
eine Zeitlang mit CW Funkbetrieb gemacht. Es ist auf alle Fälle 
faszinierend unter schwierigen Bedingungen die eingestellte CW Zeichen 
im Kopf heraus zu isolieren und dekodieren.
Irgendwie ist es ein erhebendes Gefühl unter schwierigen Funkbedingungen 
Nachrichten über große Entfernungen austauschen zu können.

Auch ist es faszinierend auf den Mikrowellen über hunderte km von hohen 
Berggipfeln Funkbetrieb zu machen oder über den Mond als Reflektor. Auch 
Packet Funk hat seinen Reiz.

Andrerseits finde ich es schwierig etwas Positives im digitalen Funk als 
Ersatz der F3 Modulationsart zu sehen. Da funkt man mit importierten 
Proprietären digital-mode Funkgeräten und nennt das Amateurfunk. Wenn 
die AFU Techniker und Ingenieure selber digitale Funkgeräte und 
Standards als open source generieren würden, dann verdient natürlich 
auch diese Betriebsart die Bezeichnung AFU. Wenn open source genügend 
vorhanden wäre, dann würde auch Digital Funk Selbstbau noch mehr 
Beachtung finden.

Man braucht nur alte DL-QTC Zeitschriften aus den Nachkriegsjahren 
durchzustöbern um einen Eindruck zu bekommen wie viel anders damals AFU 
noch fuktionierte. Speziell auf UKW/UHF tat sich sehr viel und war 
technisch sehr interessant. Fantastische Entfernungen wurden mit den 
damals nicht übermäßig empfindlichen Empfängern überbrückt.

Die Perfektion und komplizierte Natur der modernen Geräte machte später 
den Selbstbau schwierig und blieb nur noch entsprechend ausgerüsteten 
AFU Spezialisten aus der Industrie vorbehalten.

Naja, genug des ganzen, wahrscheinlich hole ich mir mit meinem Beitrag 
sowieso nur einen Feuersturm. Für mich bleibt aber Radio für immer 
analog.

Digital Radio ist für mich nur ein Verbindungskabelersatz zum Transport 
digitaler Symbole wo Drahtverbindungen nicht möglich sind. Nicht mehr 
und nicht weniger. Das gilt auch für alle anderen Benutzer digitaler 
Funkübertragung. Diese Einstellung bekommt man deutlich zu spüren, wenn 
digitale Datenübertragungsgeräte nicht so funktionieren wie sie sollen. 
Da ist man dann gleich sehr schnell verzweifelt und verärgert weil die 
wenigsten "Gebraucher" wirklich die Probleme und Eigenheiten der 
Funkübertragung verstehen.


Schönes Wochenende noch.

Autor: Carsten S. (dg3ycs)
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Hi,

Arno K. schrieb:
> Das hat wohl was damit zu tun das man in den OVs vor 10 Jahren
> keine Jugendgruppen mehr wollte. So war es zumindest bei uns. Die
> Quittung bekommen die OVs jetzt. Sie sterben aus biologischen Gründen
> allmählich aus. Welcher Jugendlicher will schon in so einen alt Opa
> Verein beitreten?

Naja, man müsste Ralph mal direkt fragen, aber das "nicht mehr wollte" 
kann man zwar so auffassen das dies aktiv unterbunden wurde, aber man 
kann es auch so verstehen das sich einfach nicht genug Personen gefunden 
haben die SOWOHL das interesse an der Arbeit mit Jugendlichen ALS AUCH 
die notwendige Zeit für eine REGELMÄ?IGE UND ZUVERLÄSSIGE Betreuung 
hatte.

Meine Erfahrung sowohl zu meinen Jugendzeiten wie auch heute ist das es 
eigendlich immer noch genug Personen mit dem Hobby (und/oder Beruf) im 
Bereich der Elektronik gibt die nicht nur enormes Grundlagenwissen haben 
sondern dieses auch gerne teilen/weitergeben.
Aber für REGELMÄßIGE, quasi verpflichtende, Aktionen fehlt denen dann 
oft die Zeit (Neben Beruf, Familie anderen Hobbys und nicht zu vergessen 
die nicht ganz unwichtige Freizeit für sich alleine). Hinter den Gruppen 
die ich noch so kenne (AG ausserhalb der Schule usw.) stehen dann meist 
pensionierte Lehrer als treibende Kraft die dann noch von anderen nach 
Möglichkeit unterstützt werden.

Davon abgesehen kann man speziell zu den DARC-OV sagen das es dort die 
ganze Bandbreite, von absolut vorbildlich über lächerlich bis hin zu 
total abstossend, gibt. Sowohl im Bezug auf die Jugendarbeit als auch im 
Hinblick auf viele andere Dinge. Und da können schon Welten zwischen 
zwei direkt benachbarten OV liegen. (Es ist daher auch nicht 
verwunderlich das von den DARC Mitgliedern eine gewisse Anzahl in einem 
anderen OV sind als demjenigen der eigentlich zu deren Wohnort gehört)

Bei größeren Ortsverbänden gibt es (sofern dort das Klima stimmt) 
übrigens oft Untergruppen für bestimmte Bereiche, die dann mehr oder 
weniger Überschneidungen haben und die in ihrem Bereich oft deutlich 
aktiver sind als nur alle drei Wochen mal zum OV abend zu kommen.
Oft gibt es die "Peiler" die in erster Linie an den Fuchsjagten und 
vielleicht auch noch etwas an der dazugehörigen Technik (Peiler und 
Sender) interessiert sind. Oft auch eine Contestgruppe die an den 
Funkwettbewerben teilnimmt und dann je nach örtlichen Gegebenheiten noch 
Gruppen für die Relaisbetreuung oder speziellen Interessen wie 
Digitalfunk, PR oder ATV.
Im Idealfall halt auch eine Jugendgruppe.
Wobei einige durchaus in mehreren Interessensgruppen aktiv sein können 
und man sich allgemein kennt und bei Bedarf unterstützt.


Mark S. schrieb:
> funkamateur schrieb:
>> Danke Schreiber.
>> Da habt ihr den Beweis und es hat noch nicht mal eine Stunde gedauert.
>> ;)
> Also Jugendlicher war ich fasziniert von Funk, habe alte Röhrenradios
> auseinandergenommen oder repariert oder auch mal auf andere
> Frequenzbereiche getuned. Irgendwann hörte ich dann auch mal den
> Amateurfunk im 80m-Band ab und wollte Amateuerfunker werden. Damals war
> ich 16 Jahre alt, zu jung für eine Lizenz.

Diese Faszination für Funk hatte ich auch. Und zwar schon "SEHR FRÜH".
Es war etwas besonderes. Zu meiner Kinderzeit (4-7J, also etwa 83 bis 
86) wohnten ein paar Häuser weiter eine "Amateurfunker"* mit großer 
Richtantenne auf einem MAst und eindrucksvoller Anlage der mit "vielen 
fremden Ländern" sprechen konnte und den man auch manchmal zur "freude" 
meiner Eltern im Küchenradio hören konnte. (*Habe erst sehr sehr viel 
später, nach meiner eigenen Lizenzprüfung, herausgefunden das dieser 
"Amateurfunker" niemals eine Lizenz hatte, also Schwarzfunker war)

Dann gab es in den 70ern & 80ern viele US Filme und Serien die man dann 
irgendwann auch sehen durfte wo Funk (meist CB funk natürlich) immer mal 
wieder eine Rolle spielte. Seien Es "Ein Colt für alle Fälle" oder "das 
A-Team" oder so Filme im Stil von "Das Ausgekochte Schlitzohr". Oder 
halt echte Amateurfunker in Katastrophenfilmen usw. Verstärkt wurde die 
Faszination im KINDERALTER dann noch dadurch das in solchen Filmen 
natürlich immer alle mit allen reden konnten... Egal ob Trucker, Polizei 
oder Militär... In den frühen "drei Fragezeichen" Büchern wurde es als 
besonderheit hervorgehoben das die sogar eigene Walkie-Talkie hatten 
weil der "Erste" defekte ergattert hatte und die reparieren konnte...
Dann gab es noch eine Hörspielserie wo CB funk eine Zentrale Rolle 
spielste
("FunkFüchse", allerdings gehörte die nicht zu meinen Favoriten)
Funk war in dieser ZEit halt etwas ganz besonderes

Später, so ab 8-10 JAhren hat sich dann die Faszination für das Medium 
Funk mit meinem da auch schon länger bestehendem Interesse für TEchnik- 
und Elektronik gepaart und erste Empfänger wurden gebaut. Das erste mal 
einen Radiosender im selbst gebauten Radio empfangen... Das war etwas!
(Und das obwohl nur als Steckbausatz mit einem Kosmos X1000 war...)
Dann kamen die ersten kompletten Eigenbauten (Empfänger). Die Zeit wo 
man sich defekte Geräte besorgte und die Reparierte. Schließlich die 
Zeit wo man Radios gar Modifizierte (Erst nur Frequenzband nach unten 
verschoben, später dann auch nach oben mit entsprechender "Verstimmung" 
das AM hörbar wurde, schließlich zwecks besserem Empfang noch 
veränderung der ZF und Einbau einer Rausschperre (mittels AGC Spannung). 
Alles nur mit etwas Basiswissen, einem Schraubendreher und viel Versuch 
und Irrtum rein nach Gehör. Vor allem zu Anfang hat es natürlich auch 
ettliche Radios gehimmelt, aber bei den örtlichen Fachhändler gab es in 
der Schrottkiste NAchschub an leicht defekten oder nur veralteten 
Geräten in großen Massen.
Dann mit etwa 14/15 im Tausch gegen ein so "umgebautes" Radio das erste 
"echte" CB Funkgerät wo man doch vorher nur das CH19 Kinder-WalkiTalki 
hatte und damit höchstens mal ein paar fremde Gesprächsfetzen 
aufschnappen konnte.

Im CB bereich war damals noch einiges los, und neben vielen 
"Durchgeknallten" aber auch eine Reihe "normaler" Jugendlicher die nur 
wenige Jahre älter waren und CB funk in erster Linie als 
Kommunikationsmittel in der Clique bei Autofahrten mit mehreren Autos 
nutzte... Durch mein Technikinteresse dann auch schnell herausgefunden 
wie man so manches CB Funkgerät modifizieren kann (Beschaltung des PLL 
Baustein verändern um auf "private" Kanäle zu kommen) oder halt nach den 
typischen CB-Funker Tuning (Regler nach Rechts macht alles Lauter, nach 
Links wird es leiser - Also Kiste auf und alle Potis auf 
Rechtsanschlag!) viele Kisten wieder zum Leben erweckt und mir so einen 
gewissen "Namen" gemacht...

Da damals die "Post" noch recht aktiv war und in meinem Bekanntenkreis 
einigermaßen regelmäßig der eine oder andere eine kostenlose 
"Aufräumaktion" mit "Altgeräteentsorgung" spendiert bekam habe ich dann 
recht schnell beschlossen meinen schon Jahre vorher gefassten Beschluss 
die Prüfung zu machen möglichst schnell in die Tat umzusetzen.

Ich war da gerade 16 geworden und `95 war es zwar noch so das das 
"Regelalter" mind. 18 Jahre war, man laut Verordnung aber auf Antrag bei 
bestimmten Vorraussetzungen doch ab 14 die Prüfung machen und ab 16 
eigene Geräte besitzen durfte. Ab 16 machte es also auch Sinn. Erkundigt 
und erfahren das es mit dem "Sonderantrag" mittlerweile eher locker 
gehandhabt wird. Einfach Anmelden und das Einverständnis der Eltern 
mitschicken. Die Prüfung war billig (40 Mark für die Erstprüfung, 20 
hätte die Wiederholung gekostet, Jahresgebühr war IMHO irgendwas 
deutlich unter 20DM, bin aber nicht mehr sicher) so das ich es einfach 
riskiert und mich für die nächste Prüfung angemeldet habe. Ohne Kurs und 
mit ein wenig Lernen aus Büchern (gerade mal ~10 Tage!) und dem 
Vertrauen auf meine Elektronikkentnisse.

Aber es hat für die beantragte C im ersten Versuch gereicht, den A Bonus 
in TEchnik so knapp verpasst das man mir die direkte mündliche 
Nachprüfung angeboten hat wenn ich direkt den A Morseversuch hätte 
machen wollen.
(Ein anderer Prüfungsteilnehmer ist mit Anmeldung für C gekommen und mit 
Kl. B nach Hause gegangen. War halt zu der zeit noch sehr 
"Unbürokratisch". REchtlich ein an Ort und stelle bewilligter 
Änderungsantrag -oder so-. Ich aber konnte und kann bis heute nicht 
ausreichend gut Morsen)

Meinen ersten Kontakt mit einem DARC OV und überhaupt Lizensierten AFU 
(von der Prüfung abgesehen) hatte ich erst einige Wochen danach als ich 
mit meinem AFU Call auf CB-PR aktiv war und mich ein anderer Teilnehmer 
angeschrieben hatte um mich zu Fragen ob ich mir bewusst sei das dies 
ein  AFU-Call sei (das nach seiner Liste jemand ganz anders zugeteilt 
war...) NAch Aufklärung kam dann das Angebot mal seine Technik für echte 
AFU Frequenzen zu verwenden und mich auch mal OV mitzunehmen...
Später war dann noch das erste AHA-Erlebnis wo ich mit eigenem 2m Gerät 
mit AFU-PR das erste Mal mit Leute aus aller Welt, vornehmlich USA, 
locker vom heimischen PC (oder bei vielen noch C64!) schreiben konnte. 
KW Funk durfte ich ja noch nicht wg. C Lizenz.

Naja - jetzt bin ich vielleicht etwas zu weit in die Richtung "Alte 
Männer erzählen vom Krieg" abgeschweift. Aber ich denke bei vielen, 
zumindest der Technikinteressierten, Funkamateure dürfte der Weg zum 
Hobby zumindest in einigen Teilen ähnlich verlaufen sein. Auch wenn sich 
die Details natürlich unterscheiden.
Und wenn ich mir die Situation heute anschaue wie sich das auf meinen 
Werdegang auswirken würde:
Erreichbarkeit bzw. Kommunikation immer und überall ist heute absolut 
nichts besonderes mehr. Das ist selbst für Kinder im Vorschulalter 
normalität, ab dem Grundschulalter haben viele dann sogar ihr eigenes 
Digitales Mehrband-Duplex Funkgerät ohne überhaupt zu ahnen das es was 
mit "Funk" zu tun hat.
Wenn die etwas mit Funk verbinden dann alte, teilweise umständlich zu 
bedienende, klobige Kisten mit recht mieser SPrachqualität und 
beschränkter Reichweite. Halt aus den selben Filmen und Serien wie wir 
damals. (Nur das die sonstige Entwicklung weiter gegangen ist)

Mit Leuten aus anderen Ländern zu sprechen oder zu schreiben zu können 
ist ab einem gewissen Alter Normalität. Braucht nicht mal mehr den 
heimischen PC, geht vom Smartphone. Entweder als normaler Telefonanruf 
oder billiger mittels Whatsapp & Skype...Von Foren, Usergruppen, 
Facebook usw. ganz zu schweigen.
Rein mit dem Betrieb lockt man also praktisch niemanden mehr hinter dem 
Ofen hervor. Vom Ergebnis geht das heute auf anderem Weg leichter und 
qualitativ hochwertiger mit dem was man eh in der Tasche hat.
Und dafür dann eine Prüfung machen?

Wenn, dann geht das nur über die Technikfaszination an sich.
Aber auch da wird es schwerer da schon die Erstkontakte schwieriger 
werden!
Die Alltagselektronik und die Elektronik die ein 12j Einsteiger 
verstehen, nachbauen oder modifizieren kann haben sich einfach viel 
weiter voneinander entfernt! Selbst um die (tatsächliche)Schaltung eines 
Popeligen Radios zu verstehen muss man dank der Miniaturisierung und 
Digitalisierung viel mehr Grundkenntnisse mitbringen. Sonst sieht man 
nur ein paar IC mit etwas Fliegenschiss drumherum.
Und auch der Erstkontakt über den Selbstbau von Radios der bei 
unzähligen Bastlern der letzten vier bis fünf Generationen das Interesse 
geweckt oder zumindest gefestigt hat wird bald kpl. GEschichte sein!
Einfach und Nachbausicher ist für Anfänger immer nur der AM Empfang 
gewesen. Im einfachsten Fall ein Langer Draht, Ohrstecker und Diode. 
Schon konnte man etwas hören!
Dann konnte man Schaltungsteil für Schaltungsteil hinzubauen oder 
modifizieren. Einen Schwingkreis um Selektiv zu werden statt nur 
Mischmasch zu hören. Ein NF Verstärker um auch aus dem Lautsprecher was 
zu hören. Eine Rückkopplung um den Empfang zu verbessern (und für erste 
eigene Sendeversuche). Um noch Empfindlicher zu werden dann der erste HF 
Verstärker, zu guter letzt als Königsdisziplin dann der Bau eines 
Superhetempfängers.
War dies gemeistert ist der UKW FM Empfänger dann auch kein Hexenwerk 
für einen mehr gewesen.
Auch wenn fast jedes 5,95 Euro  Radio einen besseren Empfang als solche 
"zu Lernzwecken" durch Einsteiger aufgebaute Radios hat, so hat es bis 
Anfangs dieses Jahrzents immer wieder Jugendliche aufs neue Fasziniert 
soetwas aus einfachen Bauteilen selbst gebaut zu haben.

Heute gibt es an realistisch aus diskreten Bauteilen aufbaubaren 
Empfängern nur noch die Möglichkeit des UKW -FM Empfangs. Durch die 
"hohe" Frequenz an sich, die dichte Belegung des Bandes und vor allem 
auch durch die Modulationsart ist ein UKW-FM Radio aber ungleich 
komplexer als ein einfacher MW Direktempfänger. Selbst die 
allereinfachste Variante als Geradeausempfänger mit Direktmischer zur 
Demodulation erfordert viel Sorgfalt, einen soliden Aufbau und 
hochwertige Bauteile um einigermaßen zuverlässig zu funktionieren. Ohne 
besondere Messtechnik gilt bei der Fehlersuche für alle HF-Stufen bis 
hin zur Demodulation "alles oder nichts". Einzig ob der Fehler im HF 
oder NF Teil liegt kann man mit Einsteigermitteln noch eingrenzen.  Also 
alles andere als Anfängerfreundlich.

Und selbst diese letzte Möglichkeit wird wohl nur noch einige wenige 
Jahre bestehen.


Mark S. schrieb:
> Als ich denn mit 18 alt genug
> war, hatte sich das Thema inzwischen erledigt - denn die Etikette
> erlaubte nur technische Nachrichten in der Art : "Ich sende hier mit ner
> QQE3/80 mit 80W PEP über ne W3DZZ-Antenne und empfange Dich mit S3 bei
> mäßigem QRM" oder so ähnlich.
> Das wurde dann irgendwann langweilig. So bin ich denn nie zum
> Amateurfunker geworden.

Naja,
ganz so schlimm ist -und war- es dann ja doch nicht.
Generell sind -und waren- alle Arten von NAchrichten zulässig deren 
Relevanz zu gering ist um eine gezielte Mitteilung via Telefon, 
Telegramm o.ä. zu rechtfertigen. Ausgenommen politische und möglichst 
auch religiöse Themen. Schließlich sollte der Amateurfunk auch ganz 
offiziell zur Völkerverständigung beitragen. Kommerzielle Übermittlungen 
und Rundfunkähnliche Aussendungen waren ganz explizit verboten.

Auf den gesamten Funkbetrieb bezogen sollte der Schwerpunkt natürlich 
schon beim Amateurfunk liegen.
Ein "wenig" Smalltalk war auch damals -wo alles noch etwas strenger 
gehandhabt wurde- also durchaus erlaubt.
Andernfalls wäre der tatsächliche Betrieb für mich auch absolut 
uninteressant gewesen. Ich habe die Lizenz zwar tatsächlich in erster 
Linie für das legale HF-Basteln gemacht, aber etwas Spass am Betrieb war 
schon da. Für das Sammeln von Locatoren oder LAndeskennern mit einem 
schnellen kurzen Austausch von FIVE-NINE hatte ich hingegen niemals 
etwas übrig.

Die OV Conteste fand ich zwar lustig, aber nicht wegen des Betriebs 
sondern weil die zu der ZEit wo ich auch regelmäßig daran teilgenommen 
habe immer eher nur ein Vorwand für einen "gemütlichen" Abend mit 
"zwangsweiser" Übernachtung am Clubheim waren. Nachts dann zwei am Funk 
und 10 am Grill bzw. Lagerfeuer mit Anfangs noch gut gefülltem 
Kühlschrank in Griffweite ;-) Ja, es gab damals auch Phasen wo man sogar 
Problemlos auch mal seine überhaupt nicht technikinteressierte Freundin 
als Fahrerrin mitbringen konnte weil genug andere gleichaltige da waren 
die es ebenfalls taten und die Mädels sich so auch die Zeit vertreiben 
konnten wärend wir die wirklich wichtigen Dinge diskutiert haben (Wie: 
Zum Steak besser Pils oder Weizen?)
Zu der ZEit wo ich in den OV gekommen bin gab es gerade einen Kurs durch 
Leute aus dem OV an einer Schule wodurch es etwas nachwuchs in meinem 
Alter gab. Die haben dann ein paar Monate später auch die Prüfung 
gemacht.
Wir jüngeren haben dann später auch noch einige Aktivitäten wie 
Wochenendausflüge zusammen (inkl. Partnerinnen soweit vorhanden) 
zusammen gemacht. Leider war dies aber wohl der letzte größere 
Nachwuchsschub, der sich durch Studium und Job in alle Richtungen 
verteilt hat. (Es sei denn in den letzten drei Jahren hat sich was 
getan, da bin ich nicht mehr auf dem laufenden)

Aber jedem das seine. Das war -und ist- ja eine der schönen Seiten 
dieses Hobbys. Es ist nur ein Oberbegriff für viele teilweise ganz 
unterschiedliche Methoden dies auszuüben. Der eine bastelt am liebsten 
ganz für sich im stillen Kämmerlein. Der andere bastelt genauso gerne, 
pflegt aber dazu regen Austausch von Informationen und Material mit 
anderen AFUs oder auch nur HF-Interessierten. Beides gibt es sowohl auf 
Einsteigerniveau wie auch auf tatsächlich derart hohen Niveau das die 
Ergebnisse auch aus einem Labor bzw. einer Entwicklungsabteilung stammen 
könnten ;-)

Dann gibt es diejenigen die nur am Funkbetrieb interessiert sind, mal 
als jemand der einen Plausch mit AFUs aus USA & Co. jederzeit einem 
reinen FIVE-NINE aus der Antarktis vorzieht. Mal als Diplom und 
Contestfan dem nur die absolute Zahl seiner Verbindungen mit möglichst 
ausgefallenen Stationen interessiert.
Zum Schluss dar man natürlich nicht die Fuchsjäger zu vergessen die in 
allen Variationen vom "Sonntagsspaziergang" bis hin zum "Quasi 
Leistungssport" ihrem Hobby nachgehen.
Und natürlich den verschiedensten Mischformen aus den oben genannten...


Gruß
Carsten

Autor: Max (Gast)
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Kann man eigentlich mit der Klasse e cw betrieb durchführen und damit 
andere Länder, Kontinente erreichen oder reicht hierfür die Leistung 
nicht bzw falsche Frequenzbänder. Ohne Relais meine ich

Autor: Ohja (Gast)
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Ohje was hier einige welche Romane schreiben. Was glaubt ihr, wer das 
alles lesen will? Ich habe jetzt natürlich nicht alles gelesen. Aber was 
ich so gelesen habe verdeutlicht schon ganz gut warum der 
Altersdurchschnitt der Funkamateure immer höher wird und die 
Betonköpfigkeit zunimmt. Ich finde es traurig. Sicher gibt es auch 
einige wenige gute OVs. Ich finde die Technik faszinierend. Ich kann 
mich für Analogtechnik genauso begeistern wie für Digitaltecnik. Beides 
gehört heute in unsere Welt, auch wenn das manche nicht wollen. Bin 
selber Anfang 40, selber seit über 20 Jahren OM, habe den Einstieg in 
den Afu über das Internet gefunden und war und bin immer offen 
lernbegierig für Neues und glaube nicht pauschal dass früher alles 
besser war und dass ein altes Radio "lebt". Genausowenig glaube ich dass 
alles Neue besser ist.
Aber leider scheinen viele den Amateurfunk als Nostalgiefunk zu 
verstehen wo man Angst haben muss, mal eine neue Technik einzusetzen. 
Klar sollte jeder sich auf das spezialisieren dürfen worauf er will. 
Aber dann sollten die Alten mal eingestehen, dass CW trotz all seiner 
Vorteile, nicht das Maß aller Dinge ist und nicht jeder blöde oder 
lernfaul ist, nur weil er diese Betriebsart nicht beherrscht. Und dass 
sich die Welt in den letzten 60 Jahren weiter entwickelt hat und man 
heute vieles anders machen kann und anders machen darf indem man den 
Fortschritt der Technik nutzt. Es wäre doch toll, wenn Alt und Jung 
voneinander lernen würde. Aber leider funktioniert das nur in der 
Richtung dass Jung von Alt lernt und selbst das lässt zu wünschen übrig 
weil es auch immer weniger Alte gibt, die überhaupt wissen was sie tun.

Autor: Ohja (Gast)
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Max schrieb:
> Kann man eigentlich mit der Klasse e cw betrieb durchführen und damit
> andere Länder, Kontinente erreichen oder reicht hierfür die Leistung
> nicht bzw falsche Frequenzbänder. Ohne Relais meine ich

Natürlich geht das.

Autor: Wolfgang (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Nein Für Packet haben sich die beiden Modulationsarten Afsk für 1k2 und
> niedriger und FSK für 9k6 und höher eingebürgert.

Ob nun AFSK oder FSK ist hochfrequenzmäßig kein Unterschied.

Auf KW wird auch 300 Bd verwendet.
http://www.symek.com/g/pacmod.html

Autor: Ohmar (Gast)
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>Ohje was hier einige welche Romane schreiben
ja - das ist Carsten Sch. wie wir ihn kennen. Andere Funker sind genauso 
auf dem örtlichen Relais unterwegs.

Autor: Volk der Dichter (Gast)
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Ohja schrieb:
> Ohje was hier einige welche Romane schreiben.

Ist das mit Google-Translator aus Kisuaheli übersetzt?

Autor: Hannes J. (pnuebergang)
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Gerhard O. schrieb:
> Das Radio lebt, kann nur derjenige begreifen der sich mit der HF Technik
> von Grund auf befaßt hat und mit eigenen Ohren den "Äther", um einen
> total altmodischen Ausdruck zu gebrauchen, erlebt hat. Jeder der mit
> einem guten Empfänger die Kurzwellen abgegrast hat, kann bestätigen wie
> sehr diese analoge HF Umwelt lebt. Die Statik, Fading und Multipath,
> normalerweise ein unangenehmes Characteristikum der KW HF Übertragung
> trägt dem analogen, lebenden Character der Wellen bei. Auch die
> Demodulation analoger Sendewellen, von CW, AM, SSB und alle analogen
> Sondermodulationsarten demonstriert eindrucksvoll die analoge Natur
> dieses Mediums.
>
> Vergleich mal das mit den Entwicklungsmethoden und Meßgeräteparks des
> digitalen Entwicklers heutzutage wo meßtechnisch nur noch extrem teure
> und komplizierte Spezialgeräte einsetzbar sind und Ohren total nutzlos
> sind.

Ja, ja, was waren das für Zeiten vorne auf dem Bock der Pferdekutsche. 
Da bekam man noch jeden Pferde-Furz lebendig direkt ins Gesicht geblasen 
und saß im Regen. Nicht wie heute, wo man vorm Wetter geschützt ist und 
man sich keinen Stallburschen zum Pferdescheiße-Schaufeln leisten muss.

> Die Frage, ob man sich auch heutzutage auch mit analogen Radio befassen
> sollte, ist wahrscheinlich zu bejahen. Nur mit analog Radio hat man die
> Möglichkeit Radiowellen so wie die Natur sie uns geschenkt hat, zu
> erleben.

Ha, ha, ha. "Digital ist unnatürlich", ich lach mich schlapp. Und sonst? 
Nur Naturheilmittel, weil nur die "frei von Chemie" sind?

Ehrlich, abgesehen davon, dass unsere Kinder aus dem Alter raus sind, 
Leuten, für die Digital unnatürlich ist, hätten wir sie im Leben nicht 
anvertraut.

Wir haben sie auch nie dem DARC anvertraut. Hätten sie Interesse gehabt 
hätte ich das wegen meiner persönliche Erfahrung mit Amateurfunkern 
verhindert.

Autor: Denis N. (denis_n)
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Meine Eindrücke als "neuer" OM (2016) im Distrikt Oscar (NRW), nur damit 
ihr eine Vorstellung von den Zahlen bekommt...

In meinem aktuellen Ortsverband liegt der Altersdurchschnitt bei ~60 
Jahren. Unser OV hat einen Ausbildungsbeauftragten, der regelmäßig 
Afu-Kurse für die Allgemeinheit anbietet (Studenten, Feuerwehrleute, 
CB-Funker, Interessierte), wobei das Alter der Teilnehmer stark variiert 
(Anfang 20 bis Mitte 50).

Pro Jahr werden etwa 2-6 Amateurfunkprüfungen erfolgreich bestanden und 
daraus resultieren ca. 1-3 Rufzeichenzuteilungen. Die neuen Funkamateure 
verteilen sich auf verschiedene OVs und ihr könnt euch denken, dass die 
lokalen Zuwächse nicht besonders hoch sind. Pro Jahr sieht man in der 
Regel 1-2 neue Gesichter. Die Mitgliederzahlen sind zurzeit eher 
konstant bis leicht rückläufig.

Die Jugendarbeit ist so eine Sache. Prinzipiell ist die Jugendarbeit 
sehr erwünscht, aber es fehlt meistens an Personal, Geld und Willen und 
nicht an Zeit. Wenn der Wille da wäre, müsste man die alten Strukturen 
etwas auflockern bzw. Reformationen durchführen - was leider nicht 
überall möglich ist. Beispiel: Funkamateure streiten sich bereits, wenn 
es um triviale Sachen geht wie die Festlegung, zur welchen Uhrzeit der 
OV-Abend beginnt!

Damit ich keinen Roman schreiben muss, versuche ich ein Paar 
PROs/CONTRAs aufzuführen

PRO
+ Das Vereinsleben ist intakt und ich habe mich immer auf die OV-Abende 
gefreut
+ Einige Mitglieder kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit und 
engagieren sich im Bereich der Jugendausbildung (z. B. Schüler-Labore, 
Stratosphären-Ballonaufstiege)
+ Man wird auch als Neuling dazu ermuntert, sich aktiv mit dem 
Amateurfunk zu beschäftigen (Nutzung der Clubstation, Nutzung des 
Relais, ...)
+ Wenn man Fragen oder Probleme hat, wird einem geholfen
+ Es werden diverse Veranstaltungen organisiert (Field Days, 
Flohmärkte), an denen man sich austauschen und austoben kann
+ Die Jugendarbeit wird bewusst durchgeführt, selbst wenn am Ende der 
Ausbildung kein neues OV-Mitglied resultiert

CONTRA
- Die meisten OMs sind sehr alt, haben schon viel erlebt und teilweise 
skeptisch eingestellt gegenüber neueren Betriebsarten, welche oft 
schlecht geredet werden
- Preise für 30++ Jahre alte Funkgeräte liegen im Bereich eines 
Neugeräts (400 - 1000 EUR) und gelegentlich versuchen die OMs den 
jüngeren Funkamateuren ein überteuertes Gerät anzudrehen
- Der Altersunterschied kann eine Barriere für die Jüngeren sein, muss 
aber nicht. Hier bedarf es einer etwas "jüngeren" Ansprechperson, die 
als eine Art Vermittler zwischen Jung und Alt fungiert und sich um die 
Jüngeren kümmert
- Die heutige Afu-Ausbildung wird als "schlecht" oder "qualitativ 
minderwertig" angesehen und neue Funkamateure werden gelegentlich mit 
Vorurteilen konfrontiert

Naja, meine persönliche Einschätzung ist, dass der Amateurfunk als Hobby 
lebt und momentan einen Wandel durchlebt. Die Opas versuchen nun ihre 
Enkel für das Hobby zu begeistern, da sie es bei ihren Kindern versäumt 
haben.

Seitens der Ortsverbände wird in die Jugend investiert, allerdings ist 
die Investition regional stark unterschiedlich. Ich vermute, dass es die 
ländlichen Regionen schwerer haben werden, die Mitgliederzahlen zu 
halten. Der DARC versucht momentan Synergien im Bereich der Maker-Szene 
sowie an FHs/Unis mit technischen Studiengängen auszunutzen und somit 
für Nachwuchs zu sorgen.

Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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>
> Ehrlich, abgesehen davon, dass unsere Kinder aus dem Alter raus sind,
> Leuten, für die Digital unnatürlich ist, hätten wir sie im Leben nicht
> anvertraut.
> Wir haben sie auch nie dem DARC anvertraut. Hätten sie Interesse gehabt
> hätte ich das wegen meiner persönliche Erfahrung mit Amateurfunkern
> verhindert.

Dein Ernst?
 Verhindert?
Als ob oder?!?!!

Autor: Ohja (Gast)
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@ Denis N.

Das hört sich doch alles ziemlich gut an. Da bist du an einen 
überdurchschnittlich guten OV geraten.

Autor: Ohja (Gast)
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Hannes J. schrieb:
> Ja, ja, was waren das für Zeiten vorne auf dem Bock der Pferdekutsche.
> Da bekam man noch jeden Pferde-Furz lebendig direkt ins Gesicht geblasen
> und saß im Regen. Nicht wie heute, wo man vorm Wetter geschützt ist und
> man sich keinen Stallburschen zum Pferdescheiße-Schaufeln leisten muss.

Sehr passend formuliert. Das bringt es gut auf den Punkt. Ich habe 
herzhaft gelacht.

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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Aber das ist doch in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens so.
Fällt dem Supermarkt die Internetverbindung aus, kann ich meine Einkäufe 
nicht zahlen, wenn ich nur meine Plastekarte dabei habe.

Solange alless funktoniert max. Komfort, wenn etwas ausfällt Steinzeit.

Ist ja bei den BOS genauso, alles Digitalfunk, den Datenschützer freut 
es, aber wenn das Netz zusammenbricht, Pech gehabt.

Bei Analogfunkt irgendwo zwei Fahrzeuge auf den Berg gestellt und als 
Relais verwendet.

Wahrscheinlich machts die Mischung!

Autor: Volk der Dichter (Gast)
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Ohja schrieb:
> Hannes J. schrieb:
>> Ja, ja, was waren das für Zeiten vorne auf dem Bock der Pferdekutsche.
>> Da bekam man noch jeden Pferde-Furz lebendig direkt ins Gesicht geblasen
>> und saß im Regen. Nicht wie heute, wo man vorm Wetter geschützt ist und
>> man sich keinen Stallburschen zum Pferdescheiße-Schaufeln leisten muss.
>
> Sehr passend formuliert. Das bringt es gut auf den Punkt. Ich habe
> herzhaft gelacht.

Nach dem Lesen dieser  rückwärtsgerichteten skurrilen "Extrakte" ist mir 
vollkommen klar, warum sich junge Leute nicht für Amateurfunk 
begeistern.

Gottseidank geht es auch anders wie viele OV es zeigen. Ohne Pferdefurz.

Autor: Schreiber (Gast)
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Sven L. schrieb:
> Ist ja bei den BOS genauso, alles Digitalfunk, den Datenschützer freut
> es, aber wenn das Netz zusammenbricht, Pech gehabt.
>
> Bei Analogfunkt irgendwo zwei Fahrzeuge auf den Berg gestellt und als
> Relais verwendet.

Theoretisch sollte das auch bei Digitalfunk gehen, allerdings braucht 
man dafür nur ein Fahrzeug. Ich gehe davon aus, dass diese Funktion auch 
bestellt wurde. Walkie-Talkie-Mode ohne Basisstation können die 
Handfunkgeräte auch noch.

Nur dürfte der Otto-Normal-Bulle mit der Nutzung dieser Funktionen 
hoffnungslos überfordert sein. Die letzte Weiterbildung war vor 10 
Jahren und man braucht diese Funktionen ja nie...

Autor: Martin K. (maart)
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Immer wenn ich vom AFU was lese, packt es mich und ich schmeiße google 
an und lese dann wieder zig Beiträge. EME Verbindungen, Meteorscatter 
und so, ließt sich alles erst mal sehr spannend. Dann wird so eine 
QSO-Verbindung dargestellt. Ab diesem Punkt denke ich mir, gähn, ist das 
lamgweilig.
Ich versuche jetzt mal, ob ich auch aus 5m in die Schüssel pinkeln kann.

Beitrag #5024368 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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Gerhard O. schrieb im Beitrag #5024368:
> Jedenfalls wars dann von mir. Ich respektiere Eure Ansichten,
> respektiert aber auch meine. Für mich sind die damaligen Radio und AFU
> Erlebnisse noch eine schöne Erinnerung aus einer anderen Zeit. Und die,
> könnt ihr mir nicht nehmen.

Nehmen will dir das glaube ich niemand. Aber es hatte ABSOLUT überhaupt 
nichts mit dem Thema zu tun.
Und da hat sich auch gezeigt, was eines der Probleme vieler AFUs ist - 
der Drang zur Selbstinszenierung. Wie oft ich schon genau die gleiche 
Geschichte gehört habe. Vom Geradeausempfänger bis zum Klasse A Schein 
und 500 Watt PA. Obwohl man eigentlich nur wissen wollte, ob derjenige 
noch einen dringend benötigten Quarz in seiner Bastelkiste hat.
Und wenn man höflich bemerkt, dass es einfach nichts mit der Frage zu 
tun hat, so wird das als persönlicher Angriff gewertet.

Ich erinnere mich vor ein paar Jahren habe ich dann und wann mal die 
DARC-Homepage verfolgt und dort gab es auch eine Art ToDo Liste. Es trat 
satte 4 Mal der Punkt "Jugendarbeit" in ein und derselben Liste auf. 
Aber es wurde auch in einem Zusammenhang mit einem OV das "jüngste 
Mitglied" (altersmäßig gemeint) vorgestellt - Alter war 60 Jahre.
Viele OVs haben sich über die Jahre isoliert und versäumt Nachwuchs zu 
rekrutieren und viele Mitglieder haben sich so in "ihre Welt" verbissen, 
dass sie schlicht den Kontakt zur Jugend bzw allgemein der "Außenwelt" 
verloren haben.
Ich war auch ein paar Mal bei einem monatlichen Treffen bei einem 
örtlichen OV dabei.
Es ging dabei vielen nicht darum, mich als potentiellen Nachwuchs zu 
begeistern sondern von früher zu erzählen, wie toll alles war in ihrer 
Jugend und heute ja alles doof sei und sich niemand mehr für den 
"lebenden Äther" interessiere. Und dann kam je nach Gusto noch ein 
Gemecker über heutige Technik im Allgemeinen dazu, die man gar nicht 
mehr mit einem ungeregelten 20 Watt Brateisen reparieren kann.

Das hat mich doch deutlich abgeschreckt. Aber es ist schön zu lesen, 
dass es auch andere OVs bzw andere OMs gibt.

Autor: Martin K. (maart)
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Woher kommt denn die Bezeichnung "OM"? :-)
YM hat sich wohl nicht durchgesetzt.

Autor: OM/YM/YL (Gast)
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Dieser ganze Afu-Sprech a la "OM" macht es nicht einfacher, unbeteiligte 
einzufangen. Daher sollten sich die Funkamateure so einen Unsinn am 
besten gleich abgewöhnen.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass es in den Ortsverbänden schon 
großes Interesse an Nachwuchsgewinnung gibt, aber dieses Thema oft nicht 
besonders geschickt angegangen wird. Offen feindselige Haltung gegenüber 
Interssenten habe ich noch nicht erlebt.

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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OM/YM/YL schrieb:
> Offen feindselige Haltung gegenüber Interssenten habe ich noch nicht
> erlebt

Ich persönlich habe auch keine direkt feindselige Stimmung gemerkt - 
aber viele scheinen sich dort zu sehr über dieses Hobby bzw. die 
Vergangenheit zu definieren.
Aber es wurde persönlich genommen, dass ich nicht wirklich "Opas 
Geschichten aus dem Krieg" hören wollte - die mir eben UNGEFRAGT erzählt 
wurden.

Autor: Ohmar (Gast)
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>Dieser ganze Afu-Sprech a la "OM" macht es nicht einfacher, unbeteiligte
>einzufangen.
Kommt halt aus CW (Telegrafie)-Zeiten wo man jeden Buchstaben sparen 
wollte.
Aber Du hast Recht. Solche Abkürzungen sind Quatsch. Die Jugend von 
heute spricht man damit nicht mehr an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Abk%C3%BCr...

Autor: René H. (Firma: Herr) (hb9frh)
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Stefan S. schrieb:
> rde persönlich genommen, dass ich nicht wirklich "Opas Geschichten aus
> dem Krieg" hören wollte - die mir eben UNGEFRAGT erzählt wurden.

Vielleicht solltest Du das mal tun. Erweitert den Horizont ungemein. ;)

Grüsse,
René

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Auch wenn Ihr es mir nicht glaubt, habe ich damals die OV Vereinigungen 
und Abende genau so empfunden und bin dann auch praktisch nie mehr 
hingegangen weil es mir ähnlich ging wie Euch. Da wurde auch nur von dem 
alten Zeiten geredet was mich damals auch wenig interessierte. Aber mit 
dem Alter sieht man gewisse Dinge anders.

Ich bin der Meinung daß sich AFU schon vor langer Zeit ausgelebt hat und 
die ursprünglichen Voraussetzungen nicht mehr stimmen. Gerätetechnisch 
ist da wenig Motivation mitzumachen. Obwohl ich mir zutraue auch moderne 
Sachen auf die Beine zu stellen, sehe ich wenig Grund meine kostbare 
Zeit mit umfangreichen Entwicklungsarbeiten aufzubrauchen um dann später 
in der Regel geistlose QSOs zu tätigen. Als zwanzigjähriger hat man noch 
mehr Idealismus viel Zeit in Geräteentwicklung reinzustecken. Heute sehe 
ich das anders.

Digital Funk als Ersatz für Nah Analog UKW Funk ist m.A.n. 
Zeitvergeudung weil erstens praktisch alle kommerziellen digital 
Modulationsart AFU closed source sind - nicht einmal die pertinenten 
Standards freigeben die ohnes großes Hacking kaum Raum für Eigenbau 
Lösungen erlauben. Die Archillesferse digitaler Modulationsarten und 
Protokolle ist die zwingende Einhaltung der Standards. Die geringste 
Abweichung oder Nichtkompatibilität führt zum Nicht-funktionieren.

Erschwerend kommt noch dazu, daß man sich entscheiden muß ob man 
experimentelle Weitfunkverbindungen tätigen will oder mit digitalen 
Modulationsarten über Entfernungen zu kommunizieren die auch für analog 
Funkgeräte kein Thema sind. Außer hochgezüchteten professionellen 
High-Tech High Performance Spread-Spectrum Geräten wie GPS erreichen 
normale digitale Radios nicht einmal annähernd die Empfindlichkeiten 
über die man von Analog Funk gewöhnt ist und man auch unter schwierigen 
Bedingungen noch einwandfrei funken kann. Digital Funk degradiert nicht 
allmählich wie Analog sondern fällt plötzlich ohne Warnung aus.

AFU hat nur noch in eng eingegrenzten Sachgebieten eine 
Lebensberechtigung. Für alles anderes funktioniert das Internet und 
Handyfunk besser. Digital Modulation Funkgeräte für den Nahverkehr zu 
verwenden ist im Geiste des ursprünglichen AFU einfach lachhaft.

AFU als wissenschaftliche Betätigung um neue Erkenntnisse zu suchen kann 
ich noch verstehen und respektieren. AFU als Enterntainment ist einfach 
nur lächerlich und bizarres Abbild was einmal war. Der ganze 
kommerzielle AFU Vertrieb hat erschreckende Ausmaße angenommen. Wenn ich 
die Billig Einfuhrgeräte sehe, kommt mir fast das Kotzen.

Man sollte sich mal wirklich fragen, was der AFU mit ausschließlich 
kommerziell hergestellten Funkgeräten und Standards wirklich noch soll? 
Jedenfalls gibt es neben AFU noch viel interessantere Themen. Für mich 
ist das Thema AFU nur noch ein abgeschlossener Abschnitt aus einer 
anderen Ära mit dem sich zu beschäftigen es sich nur noch in speziellen 
interessanten Ausnahmefällen lohnt.

Autor: herbert (Gast)
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Ich kann euch versichern, dass die Jugendarbeit in den OV´s gepflegt 
wird und großen Anklang findet. Mehr will ich in einem Thread, der im 
Prinzip nur  den Amateurfunk in den Dreck ziehen will nicht schreiben. 
Solche hatten wir doch schon genug bis zum abkotzen...

Autor: René H. (Firma: Herr) (hb9frh)
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herbert schrieb:
> Ich kann euch versichern, dass die Jugendarbeit in den OV´s gepflegt
> wird und großen Anklang findet. Mehr will ich in einem Thread, der im

Full Ack. In unserem OV (HB9LU) wird sehr viel gemacht. Es wird dafür 
auch immer Geld gesammelt, keiner der OMs geizt.

Desweiteren betreiben wir im Verkehrsmuseum Luzern zwei Stationen um zu 
informieren.

Grüsse,
René

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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Ein sehr guter Beitrag Gerhard! Diese Einschätzung teile ich voll und 
ganz. Und genau DA liegt das Problem mit der Jugendarbeit. Die Jugend 
ist nicht lernfaul oder desinteressiert - sie sehen einfach keinen 
wirklichen Sinn mehr darin, außer die Sache um der Sache willen zu 
betreiben.

Dass die Maker-Szene floriert zeigt, dass das, was man "entwickelt" auch 
einen Sinn außerhalb des Selbstzwecks haben soll (mehr oder weniger 
zumindest).
Damals hat man eben gebastelt und gefunkt, weil es eben keine Handys 
gab. Es hatte also einen wirklichen Zweck - der ist eben verloren 
gegangen. Und das macht es AUCH so schwierig, neue Mitglieder zu werben.

Autor: Lutz H. (luhe)
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Ohmar schrieb:
> Aber Du hast Recht. Solche Abkürzungen sind Quatsch. Die Jugend von
> heute spricht man damit nicht mehr an.

LOL

Autor: herbert (Gast)
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Stefan S. schrieb:
> Damals hat man eben gebastelt und gefunkt, weil es eben keine Handys
> gab. Es hatte also einen wirklichen Zweck - der ist eben verloren
> gegangen. Und das macht es AUCH so schwierig, neue Mitglieder zu werben.

Man muß den Jungs und Mädels mal erklären ,dass man mit der Leistung des 
Smartphones gerade mal mit zum nächsten Repeater in 3 Kilometer 
Entfernung kommt und man mit der gleichen Leistung zb.direkt in CW bis 
Boston oder Newyork kommunizieren kann und ...das auch mit 
selbstgebautem Sender und Empfänger.
So nebenbei erlernt man dabei noch Fähigkeiten die in einem späteren 
Berufsweg entscheidend und wichtig sein können.

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Nachtrag:

Ich möchte jetzt hier nicht den falschen Eindruck erwecken. Aber 
vielleicht ist es hilfreich meine Einstellung zum AFU besser zu 
verstehen.

Ich baute mir schon seit frühester Zeit meine AFU Geräte selber. Es fing 
mit FM SE und portablen Geräten an, in 1973 baute ich mir noch in D mein 
eigenes 2-m SSB/FM portable Funkgerät für den BBT.

Später baute ich mir hier in VE ein 25W Avionics Grade PLL 2-m FM 
Funkgerät mit 95H90 Dual Modulus Vorteiler und Mutterquarz als alle 
herkömmlichen kommerziellen AFU Geräte noch einfache Kanal Quarzgeräte 
waren. Das Gerät funktioniert auch heute noch.

In 1981 baute ich mir ein PLL gesteuertes Handfunksprechgerät mit 2 
durchgehend abstimmbaren VFOs und 32 Speicherkanälen und Kanal 
Interpolator. Der RX hatte einen PLL Demodulator. Mit BF991 in der 
Vorstufe war das Gerät sehr empfindlich. Dieses Gerät funktioniert noch 
heute einwandfrei und ist noch in Betrieb. Das ganze funktionierte ohne 
uC. Die Architektur stützte sich auf einen 4-bit Bus mit 
festprogrammierter Ablaufsteuerung. Ein 7217 mit HP Led Display war für 
die Anzeige verantwortlich.

Ich baute in den 80er Jahren auch eigenen 10Ghz Funkgeräte 
Zusatzbaugruppen und Antennen und wir hatten viel Freude damit. So etwas 
muß man erlebt haben um zu begreifen wie das ist.

Funkbaken u.v.a.

Das war für mich damals AFU der mich interessierte. Alle meine Geräte 
entsprachen dem damaligen Stand der Technik mit modernen Teilen und 
Konzepten. Wie die damalage Literatur wie z.B. UKW Berichte bezeugt, 
waren damals viele meiner AFU Kollegen mit interessanter Selbstbau 
Technik aktiv.

Dass ich schon lange nichts mehr auf dem Gebiet des AFU liegt einfach 
daran, daß ich beruflich sehr engagiert bin und sich meine Interessen 
mit der Zeit wandelten.

BTW - es gab schon seit eher die Bezeichnung " YL ";-)

: Bearbeitet durch User
Autor: Ohmar (Gast)
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Ja. Und heute ist Stand der Technik eben Arduino + ESP8266. Die 
Jugendlichen, mit denen ich zusammenarbeite sind immer noch 
technikbegeistert. Sind oft nur andere andere Projekte, die die 
interessieren.

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Ohmar schrieb:
> Ja. Und heute ist Stand der Technik eben Arduino + ESP8266. Die
> Jugendlichen, mit denen ich zusammenarbeite sind immer noch
> technikbegeistert. Sind oft nur andere andere Projekte, die die
> interessieren.

Du triffst den Nagel auf dem Kopf. Mir ginge es unter ähnlichen 
Umständen auch nicht anders. Ich hätte damals viel gegeben Zugang zur 
heutigen Technik zu haben.

In der Hinsicht besteht doch kein Unterschied. Nur der Stand der Technik 
und wissenschaftlichen Erkenntnissen wandelt sich mit der Zeit. Ich war 
damals genauso aufgeschlossen und am Neuen interessiert wie Du von den 
heutigen Jugendlichen sprichst.

In 40-50 Jahren wird es Dir nicht viel anders gehen wie mir;-) dann bist 
auch Du technisch gesehen "Altes Eisen"; das ist eben so.

Autor: Schreiber (Gast)
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Ohmar schrieb:
> Ja. Und heute ist Stand der Technik eben Arduino + ESP8266.

Korrekt, und dafür braucht man eben keinen Afu-Schein. Dementsprechend 
kommt der Nachwuchs dann auch nicht zum OV-Stammtisch sondern zum 
Hackerspace. Ein geschickter OV wird sich dementsprechend in diese 
Richtung bewegen.
Irgendwann kommt dann doch der Wunsch nach "mehr Reichweite" beim Funk 
auf, und dann kann man für den AFU-Schein werben.

Das Internet macht vieles wesentlich einfacher, früher musste man sich 
seine Informationen zusammensuchen und benötigte meist Tipps und eine 
gute Bibliothek, heute hat man sie spätestens nach 15 Minuten googlen. 
Also geht es auch ohne OV.

Der EME-QSO wird heute meist online vereinbart, gibt Foren dazu und noch 
Online-Tools, die berechnen, ob dieser zum Wunschzeitpunkte überhaupt 
möglich ist. Abhängig von Standort, Antenne, Sendeleistung...

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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Schreiber schrieb:
> Das Internet macht vieles wesentlich einfacher, früher musste man sich
> seine Informationen zusammensuchen und benötigte meist Tipps und eine
> gute Bibliothek, heute hat man sie spätestens nach 15 Minuten googlen.



Und ich glaube DA liegt auch mit ein weiteres Problem - "neue Technik" 
wie "das Internet" oder "Jutub" nehmen - aus Sicht mancher alt 
Eingesessenen denen die Mitglieder weg. Daher resultiert wohl auch ein 
Teil der Ablehnung.

Ansonsten stimme ich vollkommen zu, es wäre hilfreich, wenn sich die OVs 
in Richtung der Hackerspaces bewegen würden (nicht selbst zu einem 
Hackerspace werden!), dann würden sich für beide Seiten viele Vorteile 
erzielen lassen, denke ich.

Autor: Tastfunker (Gast)
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Die GST fehlt an allen Ecken und Enden!

Youtube-Video "GST Nachrichtensport 1961"

Autor: Berufsrevolutionär (Gast)
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Ohmar schrieb:
> Ja. Und heute ist Stand der Technik eben Arduino + ESP8266. Die
> Jugendlichen, mit denen ich zusammenarbeite sind immer noch
> technikbegeistert. Sind oft nur andere andere Projekte, die die
> interessieren.

Es gibt da aber shcn deutliche Unterschiede wie und welche Technik die 
Jugend und die Alten begesteirt.

Ich behaupte mal ketzerisch, die Jungen sind weiter vom Handwerk (Löten, 
Kalibrieren, Schaltung ausmessen, Platine machen, field days ,IOTA, 
SOTA, ...) weg als die Alten. Das kann schon manchen Alten wurmen, das 
der Junge nix vom Spulen wickeln etc. wissen wollen, weil, "da hol ich 
mir ein Arduino-Shield aus China". Klar das man sich dann als "Altes 
Eisen fühlt. Vielleicht ist ja auch etwas Neid bei den Alten, das es die 
jungen Schnösel heute so einfach haben.

Es ist halt nicht "Stand der Technik" sonder die "Bequemlichkeit des 
Zeitgeistes". Arduino zusammenflashen und Platine selber machen sind 
zwei verschiedene Welten, nicht zwei Seiten der selben Münze.

<ende Ketzermodus>

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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> Ich behaupte mal ketzerisch, die Jungen sind weiter vom Handwerk (Löten,
> Kalibrieren, Schaltung ausmessen, Platine machen, field days ,IOTA,
> SOTA, ...) weg als die Alten. Das kann schon manchen Alten wurmen, das
> der Junge nix vom Spulen wickeln etc. wissen wollen, weil, "da hol ich
> mir ein Arduino-Shield aus China". Klar das man sich dann als "Altes
> Eisen fühlt. Vielleicht ist ja auch etwas Neid bei den Alten, das es die
> jungen Schnösel heute so einfach haben.
>
> Es ist halt nicht "Stand der Technik" sonder die "Bequemlichkeit des
> Zeitgeistes". Arduino zusammenflashen und Platine selber machen sind
> zwei verschiedene Welten, nicht zwei Seiten der selben Münze.
>
> <ende Ketzermodus>

Arduino Pro/Contra-Prügelei in 3...2...1...
duck und weg

Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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Hilfe!
Arduino Streiterei incoming!




Liebe Mods bitte löscht den Thread sollte denn eine solche Diskussion 
ausbrechen....

Autor: Tastfunker (Gast)
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Stefan S. schrieb:
> Arduino Pro/Contra-Prügelei in 3...2...1...
> duck und weg

..und Schluß!

RSC.

(Referee stops the contest)

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Berufsrevolutionär schrieb:
>
> Ich behaupte mal ketzerisch, die Jungen sind weiter vom Handwerk (Löten,
> Kalibrieren, Schaltung ausmessen, Platine machen, field days ,IOTA,
> SOTA, ...) weg als die Alten. Das kann schon manchen Alten wurmen, das
> der Junge nix vom Spulen wickeln etc. wissen wollen, weil, "da hol ich
> mir ein Arduino-Shield aus China". Klar das man sich dann als "Altes
> Eisen fühlt. Vielleicht ist ja auch etwas Neid bei den Alten, das es die
> jungen Schnösel heute so einfach haben.
>
> Es ist halt nicht "Stand der Technik" sonder die "Bequemlichkeit des
> Zeitgeistes". Arduino zusammenflashen und Platine selber machen sind
> zwei verschiedene Welten, nicht zwei Seiten der selben Münze.
>
> <ende Ketzermodus>

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß dem nicht unbedingt so 
ist. In der Arbeit habe ich einen jüngeren Kollegen in der Abteilung der 
gerne mit Arduino Projekte durchzieht. Er macht da allerhand 
interessante Sachen. Für ihn bin ich nicht zu alt, ihm hier und da 
hilfreiche Ratschläge zu geben oder ihm mal zu helfen wenn es mal nicht 
weiter geht. Ich glaube nicht, daß ich für das Thema seiner Interessen 
zu alt bin und nebenbei doch einige Erfahrungen auf dem Buckel und 
Tricks in der Kiste habe, die ab und zu die Situation retten. Also, als 
Altes Eisen fühle ich mich eigentlich nicht. Wenn man für die Interessen 
der jüngeren Generation ehrliches Interesse demonstriert klappt die 
Zusammenarbeit immer vorzüglich. Wenigstens, sind das im Allgemeinen 
meine Erfahrungen. BTW, das Spulenwickeln und einfache 
Antennenberechnung habe ich ihm auch schon beigebracht;-)

.

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Arno K. schrieb:
> Hilfe!
> Arduino Streiterei incoming!
>
> Liebe Mods bitte löscht den Thread sollte denn eine solche Diskussion
> ausbrechen....

Keine Panik! We have everthing under control...

Autor: Bratwurst (Gast)
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Ok dann ists ja gut..
Ich finde ein gutes Beispiel dafür das die Jugend serwohl an Technik 
interresiert ist in diesem Video:
Youtube-Video "Mini Maker Faire Salzburg 2017"
 Min 4:14

Lg

Autor: Arno K. (Firma: OE2AKT) (radiosonde)
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Ok der heisst genauso wie ich....?
Lustiger Zufall

Autor: Berufsrevolutionär (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Hilfe!
> Arduino Streiterei incoming!

> Liebe Mods bitte löscht den Thread sollte denn eine solche Diskussion
> ausbrechen....

Quatsch, man wird jawohl noch Jehova sagen dürfen ;-)
Youtube-Video "Das Leben des Brian Steinigung"

Und selbst bei Eskalation wäre Sperrung der gescheitere Umgang mit dem 
bisher gesagten.

Bleibt doch bei der Sache, ich finde gemeinsamer "Stand der Technik" ist 
doch oft nur ne Worthülse. Amateurfunk bringt weitgehend seine eigen 
Technik und Umgang mit dieser mit, da gibt es nur eine kleine 
Schnittmenge mit den Computerhackern von heute.
Man mag sich vielleicht bei der Makerfair um gemeinsame Problemchen wie 
Beschaffung von billigstbauteilen austauschen, aber schon dabei 
interessiert es nur den Funker wo man polnische Senderöhren und 
russische Abstimmdrekos herbekommt. Auf der anderen Seite sind dem 
Funker die neuesten ARM-Boards nicht so wichtig wie dem Maker-Subspezies 
Programmierer. Und das über gemeinsame Probleme gemeinsames Interesse 
entsteht ist auch oft nur Wunschtraum. Das war schon beim Computer 
Homebrew Club so, Hardwerker bleibt Hardwerker und Softwerker bleibt 
Softwerker. Warum soll man das nicht mal aussprechen?

Autor: ML (Gast)
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Schreiber schrieb:
> Nicht nur das, auch einfach damit, dass die Nützlichkeit einfach
> nachgelassen hat.
> Vor 20 Jahren war ein Handfunkgerät+Ortsrelais praktisch, weil man damit
> unterwegs kostengünstig und ohne Telefonzelle kommunizieren konnte.
> Heute hat man dafür ein Smartphon mit Whatsapp und eine
> Internetflatrate.

Was für eine dümmliche Polemik, die sich auf unterstem intellktuellen
Niveau bewegt! Wenn Menschen eine Sache um ihrer selbst willen
betreiben, dann nennt sich dies Steckenpferd aka Hobby. Meist steht
dahinter reine Liebhaberei, die sich kaum an Aspekten wie Nützlichkeit
orientiert.

Autor: ML (Gast)
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Schreiber schrieb:
>> Bei Analogfunk irgendwo zwei Fahrzeuge auf den Berg gestellt und als
>> Relais verwendet.

Man benötigt dazu keine zwei Fahrzeuge und auch keine zwei Geräte
oder Antennen. So lässt sich etwa das BOS-Standardgerät FuG 8c
mit einer einfachen Betätigung des Betriebsartenschalters als Relais-
funkstelle nutzen. Das Gerät muss dabei nicht zwangsläufig in einem
Fahrzeug eingebaut sein, sondern kann auch tragbar mit einem externen
Batteriesatz betrieben werden.


> Theoretisch sollte das auch bei Digitalfunk gehen, allerdings braucht
> man dafür nur ein Fahrzeug. Ich gehe davon aus, dass diese Funktion auch
> bestellt wurde. Walkie-Talkie-Mode ohne Basisstation können die
> Handfunkgeräte auch noch.


So ein Schwachsinn! Auch hier wird nicht zwingend ein Fahrzeug 
gebraucht.
Handfunkgeräte für den Digitalfunk TETRA können heutzutage problemlos
als Repeater eingesetzt werden:

http://www.eurobos.de/pages/de/produkte/bos-digita...

btw 
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ahnungsl...

Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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ML schrieb:
> Man benötigt dazu keine zwei Fahrzeuge und auch keine zwei Geräte
> oder Antennen.

Doch, wir sind in Deutschland. Da muss sich wirklich ALLES ums Auto 
drehen.

Autor: Schreiber (Gast)
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ML schrieb:
> Handfunkgeräte für den Digitalfunk TETRA können heutzutage problemlos
> als Repeater eingesetzt werden:

Theorethisch ja, praktisch nicht sinnvoll. Miese Antenne, kleine Akkus, 
suboptimale Kühlung der Endstufe, und dazu noch eine geringe 
Sendeleistung das macht keinen Spaß! Die Funkgeräte für Auto-Festeinbau 
sind hier wesentlich besser.

ML schrieb:
> Schreiber schrieb:
>> Nicht nur das, auch einfach damit, dass die Nützlichkeit einfach
>> nachgelassen hat.
>> Vor 20 Jahren war ein Handfunkgerät+Ortsrelais praktisch, weil man damit
>> unterwegs kostengünstig und ohne Telefonzelle kommunizieren konnte.
>> Heute hat man dafür ein Smartphon mit Whatsapp und eine
>> Internetflatrate.
>
> Was für eine dümmliche Polemik, die sich auf unterstem intellktuellen
> Niveau bewegt! Wenn Menschen eine Sache um ihrer selbst willen
> betreiben, dann nennt sich dies Steckenpferd aka Hobby. Meist steht
> dahinter reine Liebhaberei, die sich kaum an Aspekten wie Nützlichkeit
> orientiert.

Keineswegs, bei einem Hobby-Steckenpferd konkuriert das mit anderen 
Hobbys hinsichtlich Zeit und Geld.
Wenn dagegen noch ein praktischer Nutzen dazukommt, dann wirkt sich das 
auf die Aufteilung des Hobby-Budgets aus. Etwa auf die Frage ob ich das 
Hobbybudget für ein Wochenende Skifahren oder doch besser für ein neues 
Funkgerät aufgebe. Oder ob der nächste Urlaub eine DX-Expedition oder 
ein Tauchurlaub wird...

Autor: herbert (Gast)
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Jemand schrieb:
> Das würde mich nicht überraschen. Besitzstandwahrung und "Früher war
> alles besser" Mentalität herrscht generell in überalterten Vereinen. Sie
> sind sich selbst und ihrer Zukunft im Weg. Das gibt es 1000fach in den
> unterschiedlichsten Vereinen.

Früher war alles besser! Frag mal einen Taxifahrer nach "Mercedes",mach 
mal ein chinesisches Fungerät auf,versuche mal deinen kaputtgegangenen 
Fernseher reparieren zu lassen wenn er nach drei Jahren nicht mehr 
will.Diese Liste lässt sich noch beliebig erweitern. Die Jungen sind 
gewöhnt mit Schrott zu arbeiten weil sie nur auf den Preis sehen und ihr 
Equipment wegen fehlender Wertschätzung sowie nach zwei Jahren entsorgen 
um unter Freunden nicht modellmäßig ins Hintertreffen zu geraten. Den 
Herstellern ist es so recht.
Die sogenannten "alten" hatten eine andere Beziehung  zum Equipment. War 
saugut und teuer und man war auch stolz drauf und verliebt. Außerdem 
mußte man lange dafür sparen. Neulich im Elektronik Markt suchte ich ein 
Smartphone wo ich noch den Akku selber tauschen kann. Verkäufer sagt: 
Die Hersteller bauen das kaum mehr weil nach zwei Jahren sowieso immer 
ein neues gekauft wird. Ok, ein Teil für sechs oder 800 Euro für zwei 
Jahre? Nein sagte ich ,so lasse ich mich nicht "melken". Da kann man 
schon sehen was sich verändert hat über die Jahrzehnte ...aber nicht zum 
Vorteil für diesen Planeten.

Autor: Ohmar (Gast)
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Und man stelle sich einen Jungen oder ein Mädchen vor, dessen Interesse 
an Elektronik geweckt wurde und zum ersten Mal beim OV-Abend dabei ist, 
weil es heute um ein Projekt Jugendarbeit geht - klingt alles so 
spannend.

Und dann hört er oder sie den ganzen Abend von den alten Herren genau 
das was "herbert" gerade geschrieben hat.

Kein Wunder, dass die dann wieder davon rennen ....

Autor: Ordner (Gast)
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herbert schrieb:
> Neulich im Elektronik Markt suchte ich ein
> Smartphone wo ich noch den Akku selber tauschen kann. Verkäufer sagt:
> Die Hersteller bauen das kaum mehr weil nach zwei Jahren sowieso immer
> ein neues gekauft wird. Ok, ein Teil für sechs oder 800 Euro für zwei
> Jahre? Nein sagte ich ,so lasse ich mich nicht "melken". Da kann man
> schon sehen was sich verändert hat über die Jahrzehnte ...aber nicht zum
> Vorteil für diesen Planeten.

Naja auf Umweltverschmutzung und Kunden melken schimpfen und dann im 
Kaufhaus nach einem funkelnagelneuen Smartphone fragen - das sind mir 
die rechten Welt-verbesserer.

Kauf Dir gebraucht ein älteres smartphone bspw. Galaxy 3er Reihe und 
einen neuen Akku und damit schonst du wirklich die Umwelt und schonst 
Deinen Geldbeutel. Oder frag dich, ob du wirklich so ein 
WischiWaschiBunti brauchst oder es vielleicht doch ein klassisches Handy 
für 30€ macht. Sowas wird immer noch hergestellt und belastet schon in 
der Herstellung den Planeten weniger.

Autor: Ordner (Gast)
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Ohmar schrieb:
> Und man stelle sich einen Jungen oder ein Mädchen vor, dessen Interesse
> an Elektronik geweckt wurde und zum ersten Mal beim OV-Abend dabei ist,
> weil es heute um ein Projekt Jugendarbeit geht - klingt alles so
> spannend.
>
> Und dann hört er oder sie den ganzen Abend von den alten Herren genau
> das was "herbert" gerade geschrieben hat.
>
> Kein Wunder, dass die dann wieder davon rennen ....

Zurecht, weils bei den Funkern hauptsächlich ums Funken geht und nicht 
um Elektronikschulung für unbedarfte. Das war früher auch nicht anders, 
da hat Papa die ersten Elektroniktipps geben und zumindest einen 
Elektronikbastelkasten geschenkt und nicht der OV.
Also lass die Jungen und Mädchen mal zu ihren Erziehungsberechtigten 
rennen, der ist in der Pflicht die Interessen seines Sproß zu fördern 
und nicht der OV.

Autor: Max (Gast)
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Haha großartig, ja da braucht man sich nicht wundern wenn so ein 
altherrenverein keine jungen Mitglieder bekommt. Und sich dann noch 
Ordner nennen. Willkommen in Deutschland

Autor: herbert (Gast)
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Ordner schrieb:
> Zurecht, weils bei den Funkern hauptsächlich ums Funken geht und nicht
> um Elektronikschulung für unbedarfte. Das war früher auch nicht anders,
> da hat Papa die ersten Elektroniktipps geben und zumindest einen
> Elektronikbastelkasten geschenkt und nicht der OV.
> Also lass die Jungen und Mädchen mal zu ihren Erziehungsberechtigten
> rennen, der ist in der Pflicht die Interessen seines Sproß zu fördern
> und nicht der OV.

Es finden das ganze Jahr Veranstaltungen für Kindern statt mit 
Bastelprojekten,Lötschulungen etc.statt und die Kids können oft eine 
Wiederholung kaum erwarten.Auch Fuchsjagden eignen sich gut und machen 
Spass. Mein Interesse an Elektronik und Funk ist von ganz alleine 
gekommen als ich in der Stadtbücherei ein Buch von "Sepp"Reithofer 
gefunden hatte der den BBT stark mit seinen Eigenbauten geprägt hat. 
Mein Vater war Feinmechaniker und hatte davon keine 
Ahnung.Ballonprojekte in Schulen seien auch noch erwähnt Also es 
passiert schon was...

Autor: Andreas H. (ahz)
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Berufsrevolutionär schrieb:
> Hardwerker bleibt Hardwerker und Softwerker bleibt
> Softwerker. Warum soll man das nicht mal aussprechen?

Weil es nicht stimmt?

Viele Entwickler im Bekanntenkreis (ok, zugegeben meist Profies) können 
sowohl HW als auch SW zumindest in "hobbyverträglichem Umfang" 
realisieren.

Das ist keine "Rocket science", wie sich anscheinend Viele einbilden.

Gerade der AFU Bereich hat sich ja Jahrzehnte ohne High-Tech Equip 
weiterentwickelt, weil weder die Geräte, noch das notwendige gewesene 
Kapital dafür, verfügbar waren.
Und schon ewig gab es auch HAM-SW (z.B. CW Decoder, RTTY mit PC usw.). 
Anscheinend können also auch HAMs programmieren.

Und genau DAS macht ja den Reiz aus. Neue Sachen machen, die man nicht 
von der Stange kaufen kann und nur noch zusammenstecken muss.

Appropos Jugendförderung:
Ein 1mW AM Sender, einen kleinen AM Empfänder dafür und dann vom Sender 
aus eine LED an-/ausschalten.
Da siehst Du ganz schnell leuchtende Augen.

Und die Technik kann man auch noch erklären, die Kids können das 
ausbauen und auch zum Laufen bringen.

Erkläre (!) aber mal einer 12 jährigen den Bootprozess eines CM4.

Das ist ja (zum Teil) das Lustige an der Maker-Szene.
Wenn die nicht die vorgefertigte HW und passende SW hingeworfen kriegen, 
dann ist da ganz schnell End-of-Project.
Dann siehst Du schnell, welche Leute da wirklich einsteigen und es 
"hinbasteln", was auch wieder oft HW- & SW betrifft.

/regards

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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Wenn ich Ordner und herbert so lese dann fällt mir nur noch ein: Quod 
erat demomstrandum.

Und was sollen die Kinder machen, deren Eltern nichts bzw. nicht viel 
von Elektronik verstehen? Die haben wohl Pech gehabt?! Klassisches 
Beispiel von Arroganz und Überheblichkeit, weil sich zu stark über das 
Hobby AFU definiert wird.
Wenn sich jemand für das Hobby interessiert würde ich mich freuen und 
ihm versuchen, den Einstieg so einfach wie möglich bzw. so spannend wie 
möglich zu machen um das Interesse zu wecken und zu fördern.
Aber ja, solche Leute habe ich leider auch genug unter den AFUs erlebt. 
Traurig.

Autor: Ralph B. (rberres)
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Carsten S. schrieb:
> Arno K. schrieb:
>> Das hat wohl was damit zu tun das man in den OVs vor 10 Jahren
>> keine Jugendgruppen mehr wollte. So war es zumindest bei uns. Die
>> Quittung bekommen die OVs jetzt. Sie sterben aus biologischen Gründen
>> allmählich aus. Welcher Jugendlicher will schon in so einen alt Opa
>> Verein beitreten?
>
> Naja, man müsste Ralph mal direkt fragen, aber das "nicht mehr wollte"
> kann man zwar so auffassen das dies aktiv unterbunden wurde,

Genau so war es damals. Man wollte keine Jugendgruppe. so eine Art 
Verein im Verein. Zitat des damaligen Ortsverbandsvorsitzenden  Die 
machen ja nur alles kaputt, stellen unverschämte Forderungen und 
überstimmen den Rest des OVs.

Mittlerweile ( fast 30 Jahre später ) hat sich die Meinung  bei einigen 
wenigen etwas geändert. Aber jetzt ist es zu spät.

Es gibt auch keine Clubstationen mehr ( damals 3 Stück DL0TR,DL0BBS 
DF0FH ). Versuche in Schulen Interessenten für ein Afunkkurs zu gewinnen 
sind gescheitert. ( Auch an der mittlerweile Engstirnigkeit der Schulen. 
Kurse sind wenn überhaupt möglich nur während der Öffnungszeiten der 
Schulen, dann aber auch nur wenn einer der Leherer den Untericht hält ).

Der Mitgliederschwund im OV K10 ist entsprechend. Von ehemals 120 
Mitglieder sind vielleicht noch 50 übrig, von denen vielleicht maximal 
20 mehr oder regelmäßig zum OV Abend erscheinen.

Für einen Afunkkurs würden sich vermutlich maximal 2 Leute finden. Das 
ist einfach zu wenig.

Ralph Berres

Autor: Le X. (lex_91)
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Gefühlt haben sowohl die Anzahl an Projekten, aber auch deren 
Komplexität enorm zugenommen.

Wenn ich mich so im Netz umsehe dann muss ich feststellen dass die 
Technikbegeisterung von Jugendlichen (und Erwachsenen) wohl nie größer 
war als jetzt, und das weltweit.

Technikaffine Menschen haben wohl nie in interessanteren Zeiten gelebt.

Autor: Lutz H. (luhe)
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Stefan S. schrieb:
> Und was sollen die Kinder machen, deren Eltern nichts bzw. nicht viel
> von Elektronik verstehen


1.)

https://www.mikrocontroller.net/articles/Hauptseite

2.)
https://www.mikrocontroller.net/topic/new

3)
https://www.darc.de/home/

4)
http://www.funkamateur.de/

Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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herbert schrieb:
> versuche mal deinen kaputtgegangenen Fernseher reparieren zu lassen
> wenn er nach drei Jahren nicht mehr will.

Gegenfrage:
Versuche DU doch einmal, einen drei Jahre alten Fernseher gezielt zu 
reparieren! Die Zeiten, in denen ein vollständiger Schaltplan mit 
Abgleichanleitung usw. beigelegt wurden, sind schon lange vorbei. 
Außerdem würde der auch nur bei ein paar trivialen Fehlern die Reparatur 
ermöglichen. Daher bleiben selbst einem Elektronikexperten kaum 
Möglichkeiten, außer einer Sichtkontrolle auf offensichtliche 
Wackelkontakte, usw.. Für einen Radio- und Fernsehhändler, der wie in 
der Vergangenheit Reparaturleistungen anböte, ergibt sich da auch kein 
sinnvolles Geschäftsmodell, da die Wahrscheinlichkeit zu hoch wäre, den 
Fehler nicht zu finden oder einen gefundenen Fehler nicht reparieren zu 
können.

Und das liegt nicht etwa an bösem Willen der Gerätehersteller, sondern 
die Gehäusebauformen der Bauteile sind aus technischen Gründen so klein 
geworden. Und auch die Leiterplatten sind hochkomplexe Bauelemente mit 
impedanzkontrollierter Leiterbahnführung und Entwärmung usw. geworden, 
dass man nicht mehr viel früher abgebrannte Leiterbahnen mit Draht und 
viel Lot reparieren könnte.

Und die Nahezu-Unmöglichkeit der Reparaturen ist keine reine 
Alterssache! Natürlich finde ich es manchmal ziemlich ärgerlich, an 
heutiger Elektronik nicht mehr einfach so herummessen und herumbasteln 
zu können, ohne unter dem Mikroskop feinste Drähte haargenau anbringen 
zu müssen, aber die Miniaturisierung ist nun mal kein Zeichen eines 
technischen Rückschritts, sondern des Fortschritts. Wenn Du nicht in der 
Lage sein solltest, dies genau so zu erkennen, hast Du mehrere 
Jahrzehnte an wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse 
unreflektiert an Dir vorbeiziehen lassen und damit Deine 
Urteilsfähigkeit verwirkt.

> Diese Liste lässt sich noch beliebig erweitern. Die Jungen sind
> gewöhnt mit Schrott zu arbeiten weil sie nur auf den Preis sehen

Früher gingen Fernsehgeräte häufiger kaputt als heute, meist mit 
irgendwelchen Defekten rund um den Zeilentrafo. Und die Bildqualität war 
extrem bescheiden.

Und wie lange würde ein robust gebautes altes Telefon halten, wenn man 
es rund um die Uhr herumtragen würde, so wie es bei Mobiltelefonen 
üblich ist? In der Tat muss man manchmal Abstriche bei der mechanischen 
Verarbeitung machen, weil es natürlich auch auf die Baugröße und das 
Gewicht ankommt. Wenn ich aber halbwegs moderne elektronische Geräte im 
Detail anschaue und zerlege, bin ich teilweise schwer beeindruckt von 
der Maßhaltigkeit der mechanischen Komponenten und der Präzision, mit 
der alles zusammengebaut ist. Da können die meisten alten Geräte nicht 
ansatzweise mithalten.

> und ihr Equipment wegen fehlender Wertschätzung sowie nach zwei Jahren
> entsorgen um unter Freunden nicht modellmäßig ins Hintertreffen zu
> geraten. Den Herstellern ist es so recht.

Genau. Ein Mobiltelefon kostet je nach Einkommen und Modell den 
Gegenwert von ein paar Stunden oder Tagen Arbeit. Eine Musiktruhe oder 
ein Fernsehgerät kostete früher hingegen ein oder mehrere 
Monatsgehälter! Es gibt keinen Grund, dies als "die guten alten Zeiten" 
zu betrauern.

> Die sogenannten "alten" hatten eine andere Beziehung  zum Equipment. War
> saugut und teuer und man war auch stolz drauf und verliebt. Außerdem
> mußte man lange dafür sparen.

Siehe oben. Die verzerrte Qualitätsvermutung entstammt zum einen 
natürlich der Tatsache, dass es keine qualitativ besseren Produkten gab, 
und zum anderen der Auflösung einer kognitiven Dissonanz. Wer mehrere 
Monatsgehälter für ein Konsumgut ausgegeben hat, wird es zumindest 
anfangs niemals als Schrott ansehen, sondern hochloben, denn ansonsten 
würde er ja den Gegenwert und damit auch die Qualität der eigenen 
Arbeitsleistung infragestellen.

Ähnliche Investitionsgüter wären heute ein neues Kraftfahrzeug oder eine 
eigengenutzte Immobilie, die ja bei vielen Menschen immer noch als 
Statussymbole gelten.

> Neulich im Elektronik Markt suchte ich ein
> Smartphone wo ich noch den Akku selber tauschen kann. Verkäufer sagt:
> Die Hersteller bauen das kaum mehr weil nach zwei Jahren sowieso immer
> ein neues gekauft wird. Ok, ein Teil für sechs oder 800 Euro für zwei
> Jahre? Nein sagte ich ,so lasse ich mich nicht "melken".

Und der damalige Fernseher für ein halbes Jahreseinkommen hielt aber 
auch nur zehn bis fünfzehn Jahre und musste zwischendurch zweimal 
repariert werden. Und nun setze mal dessen monatliche oder jährliche 
Kosten in Relation zu den Kosten heutiger Smartphones und Einkommen. Und 
plötzlich wirst Du feststellen, dass ein zweijähriger Wechsel des 
Smartphones in Relation zu früher spottbillig ist.

> Da kann man schon sehen was sich verändert hat über die Jahrzehnte
> ...aber nicht zum Vorteil für diesen Planeten.

Die Müllberge sind in der Tat ein gewaltiges Problem, welches durch die 
Verwendung "umweltfreundlicher" Materialien nur minimal reduziert wird: 
Stichwort "Greenwashing".

Welche Menschengenerationen haben aber die entsprechenden logistischen 
Voraussetzungen für dem heutigen gigantischen Welthandel geschaffen? Ich 
gebe Dir einen kleinen Tipp: es waren nicht die heutigen jungen Leute!

Vielmehr war es genau DEINE Generation, die die Grundlagen der 
heutigen Industrialisierung und Verschwendung gelegt hat! Die "heutige 
Jugend" nutzt diese Errungenschaften einfach nur.

: Bearbeitet durch User
Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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EDIT: Es geht mir hier um den Beitrag vom User luhe, der lieblos seine 
Links als "Jugendarbeit" präsentiert hat.

Genau DAS ist das Problem! Endlich tun sich die vielen angesprochen 
Abgründe im Bezug zur Jugendarbeit auf.

Natürlich kann man googlen. Oder die Bücherei fragen.

Aber ich finde solch arrogantes Verhalten schreckt mehr ab. Es macht 
vielen die INTERESSIERT sind wenig Spaß sich erstmal alleine irgendwo 
ins stille Kämmerlein zu setzen und die Grundlagen zu pauken, weil die 
Leute sich zu fein sind, einem das geduldig zu erklären und eventuell 
aufkommende Fragen zu beantworten.
Klar, Grundlagen sind wichtig. Aber in einer Gemeinschaft lernt es sich 
viel angenehmer als alleine.
Wenn der Punkt erreicht ist, an denen das Interesse wirklich geweckt 
ist, dann geht das Lernen auch alleine sehr gut, weil der eigene Antrieb 
da ist. Aber um den zu wecken muss erstmal ein Anreiz gezeigt werden.

Wenn jemand überhaupt noch nicht weiß, ob das Hobby wirklich was für ihn 
ist, so sollte es eigentlich im Interesse der AFUs sein, die Person 
vorsichtig aber interessant heranzuführen. Und eben auch damit leben 
können, wenn sich jemand dagegen entscheiden sollte.

Deswegen sind auch die Hackerspaces mit so beliebt. Da gibt es 
Messgeräte, die man leihweise nutzen kann und hilfsbereite Leute, die 
einem gerne helfen.

: Bearbeitet durch User
Autor: T.M .. (max)
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Als ich au der letzten Makerfair in Hannover war, gab es ua auch einen 
Stand eines örtlichen Funkvereins. Das war ne sehr traurige 
Präsentation. Da standen maanchmal ein paar Leute und haben gestaucht, 
aber denkste da wär auch nur ein mal einer von den Personen des OV 
hergekommen und hätte was gezeigt...
Überall anders wurde ausprobiert und vorgeführt, man wurde angesprochen, 
kam ins Gespräch etc
Dafür hatte der Funkverein einen Rollator mit angebauten Antennen. Das 
im zusammenhang mit dem Thread hier ist ja schon Ironie

https://www.myheimat.de/hannover-zoo/freizeit/funk...

: Bearbeitet durch User
Autor: Andreas H. (ahz)
Datum:

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Ralph B. schrieb:
> Für einen Afunkkurs würden sich vermutlich maximal 2 Leute finden. Das
> ist einfach zu wenig.

Warum?

Bei uns waren das damals (~1980 ?) auch nur 4 Leute, von denen nur einer 
die Prüfung gemacht hat (war ja eine Sondergenehmigung fällig).

Angekurbelt hatte das Ben, DL7KC. Eigentlich war er Fachbereichsleiter 
Religionslehre.

Liegt vielleicht doch an der Motivation der Leute die es unterrichten 
könnten?
Eine Ausrede muss man sich nur einmal ausdenken. Die Kids wollen jede 
Woche bespasst werden.

/regards

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