Hallo
Ich bin bei der Suche nach einer günstigen Mikrowaage auf dieses Video
gestoßen.
https://youtu.be/u7ToB4gT1tk
Leider werde ich bisher nicht so recht schlau was die Schaltung angeht.
Es gibt zwar ein einen Hinweis zu einem ähnlichen Video nur spricht der
Autor davon, dass er die Schaltung aus dem anderen Video
(https://youtu.be/ta7nlkI5K5g) noch modifiziert hat.
Das Ergebnis finde ich beeindruckend und würde das gern nachbauen
wollen.
Danke für eure Unterstützung.
Michael
Dann mail doch dem Autor des Videos mal, ob er helfen will.
Hier kann man nur raten. Außerdem solltest du selbst drauf
kommen, wie es bewerkstelligt wird. Der Schaltplan im
verlinkten Video ist doch simpel und leicht nach zubauen.
Suche Dir ein Spannbandinstrument für gute Reproduzierbarkeit.
Professionelle Mikrowaagen nutzen auch dieses Prinzip.
Der OpV sorgt dafür, daß der Zeiger immer an der selben Stelle hängt.
Der Instrumentenstrom ist dem Gewicht proportional.
Ist das selbe Prinzip wie bei den elektromagnetischen Schwebekörpern.
Gruß - Werner
Ohne jetzt das Video gesehen zu haben.. Ein Standardansatz ist einen
Topfkern fuer die Kraft zu verwenden. Der darf natuerlich nicht
verkanten, braucht also noch etwas Mechanik. zB einen Wiegebalken. Die
Position des Topfkernbodens wird ber lichtschanke auf fixe position
geregelt. Dh der Luftspalt des Topfkernes ist immer kosntant. Und die
Kraft strikt proportional dem Strom.
Michael schrieb:> Das Ergebnis finde ich beeindruckend und würde das gern nachbauen> wollen.
Vergiß es!
Richtige Mikrowaagen bestehen immer noch aus Präzisionsmechanik und
sorgfältig ausgesuchten elektronischen und mechanischen Bauteilen.
Temperaturkonstanz (doppelte Gehäuse) ist sowohl in der Elektronik wie
im Wägeraum nötig.
Das alles schlägt sich leider auch im Preis nieder.
Vermutlich hast du noch nie versucht Präzisionsschaltunegn aufzubauen,
denn dann wüsstest du, das es mit eine Schaltplan allein nicht getan
ist.
Mit solch einem klapperigen Aufbau und einer primitiven Schaltung auf
einem Steckbrett ist jedenfalls kein Blumenpott zu gewinnen.
Schau mal, was professionelle Mikrowaagen heute leisten:
http://www.mt.com/de/de/home/products/Laboratory_Weighing_Solutions/Micro_Ultra_Balances.html
Überleg mal, wieviel stabile Bits das sind, und wieviele dein
Digitalvoltmeter liefert!
Hinzu kommt, dass du genaue Gewichte zum Kalibrieren brauchst, sonst
kannst du besser gleich einen Knobelbecher nehmen. In kommerziellen
Waagen sind solche Kalibriergewichte (oft Drahtringe aus Platin o.ä.)
meist eingebaut.
Wenn du allerdings eine richtige, wenngleich etwas ältere, Mikrowaage
brauchst, dann schreib mir mal deine Anforderungen und was du dafür
auszugeben bereit bist.
An Infrastruktur solltest du einen Wägetisch haben oder im Keller
messen. Nicht gerade, wenn nebenan LKWs oder Güterzüge vorbeifahren !
Michael schrieb:> Leider werde ich bisher nicht so recht schlau was die Schaltung angeht.
Was verstehst du daran nicht. Soooh kompliziert ist die doch nicht.
https://www.youtube.com/watch?v=ta7nlkI5K5g&t=75> ... nur spricht der Autor davon, dass er die Schaltung ... noch> modifiziert hat.
... und beschreibt die Änderung in der Antwort auf den Kommentar von
Amol Ghodke.
Was genau ist jetzt deine Frage?
Die im Video gezeigte Waage ist keine Mikrowaage, sondern eigentlich
eine Ultramikrowaage. Und die sind wieder einfach und durchaus
selbstbaufähig.
Eine Waage für das Chemielabor, und dort ist der zahlenmäßig größte
Einsatzubereich, war früher ein meisterlich konstruiertes mechanisches
Präzisionsinstrument. Der Meßbereich ist für analytische Zwecke meist
200g mit einer Auflösung von <1 mg, also 6stellig und linear.
Für ganz kleine Proben unter 1 g mußte man alles mechanisch verkleinern,
was aber an Grenzen stieß. Abhilfe waren andere Prinzipien, z.B. die
Glasfadenwaage, bei der die Biegung eines Glasfadens mikroskopisch
gemessen wurde.
Für Laborwaagen setzte sich das Tauchspulprinzip durch, bei dem die
Kompensation des Gewichts über den Tauchspulstrom erfolgt, der präzise
gemessen und dann angezeigt wird. Damit sparte man den größten Teil der
teuren Präzisionsmechanik ein, weil hochauflösende AD-Wandler verfügbar
waren.
Ultramikrowaage:
Für den Meßbereich unter 1g kann man auf ein
SPANNBAND-Drehspulinstrument zurückgreifen, weil das Band diese Last
aushält. Mit einem einfachen Regelkreis (uber eien Lichtschranke) sorgt
man dafür, daß der Waagebalken (Zeiger) immer an der gleichen Stelle
"festgenagelt" ist. Bei Belastung erhöht sich der Strom, der gemessen
wird. Das war das Cahn-Patent.
Der Waagebalken war aus rautenförmige gebogenem Aluminiumdraht.
Klebestellen mit leitfähigem Kleber (Silberpulver-Zusatz) gegen die in
diesem Bereich schon störende elektrostatische Aufladung.
Die erste Cahnwaage arbeitete noch mit Röhren, die folgenden dann mit
den damals neu aufgekommenen OpV 709 und 741, im Regelkreis und
Auswertung. Die Anzeige erfolgte über Kompensationsschreiber (1 - 10 mV
Vollausschlag). Als die ersten hochauflösenden DVM mit 6 Stellen
verfügbar waren, entfiel der Schreiber.
Im Waagebalken-Regelkreis war noch ein NTC zur Temperaturkompensation,
der in den Regelkreis eingeschleift war. Hauptgrund dafür ist die
Abhängigkeit der magnetischen Feldstärke von der Temperatur.
(Bei guten alten Milliamperemetern ist zur Kompensation ein kleiner
Blechstreifen aus spezieller Legierung über dem Luftspalt verschiebbar
angeschraubt)
Bekannt ist mir die Perkin-Elmer Mikrowaage AD2 und die Thermowaage
TGS-2.
Die Elektronik mit den OpV ist auf einer kleinen Platine, die
Strommeß-Widerstände haben 0,01 % Toleranz (!), die Weiterverarbeitung
erfolgte in einem 6-stelligen DVM.
An Reparaturen waren nur Ersatz gerissener Hängebänder und bei
Spannbandriß durch Fehlbedienung des gesamten Wägesystems bötig, aber
nie der Regelkreis.
Diese Waagen sind ohne Fehlbehandlung sehr einfach und robust und
durchaus DIY-fähig. Ein normales DVM gibt immerhin schon 4-5-stellige
Ergebnisse, mit einem 24-bit ADC entsprechend mehr. Thermostatisierter
Betrieb ist dann aber nötig.
Hier noch ein Link zur Glasfadenwaage und der Kalibration:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=29076.msg216819#msg216819
Soviel erstmal - Werner
P.S.: @Michael:
Ohne Elektronikerfahrung ist Dein Wunsch hoffnungslos, da hilft auch ein
Schaltplan nichts!
Suche Dir einen Elektroniker, der Dir helfen kann
Michael schrieb:> Ich verstehe leider nichts von Schaltungstechnik und bräuchte einen> klaren Schaltplan.
Die genaue Auslegung der Schaltung ist ein regelungstechnisches Problem
und hängt von der Dämpfung des Zeigerwerks ab, wie auch im Video
erläutert.
Michael schrieb:> Ich verstehe leider nichts von Schaltungstechnik und bräuchte> einen klaren Schaltplan.
Die Schaltung von stopperl:
1
+5V +5V +5V
2
| | |
3
470R 10k 10kPoti<-|+\
4
| | | | >------+--680R--100uAMeter-- GND
5
| +--470k--(--+--|-/ |
6
| | | | |
7
LED::|< | +------470k--+
8
| |E | |
9
GND GND GND +--200k--+-----1MPoti--+
10
| ^ |
11
+5V +--|+\ | |
12
| | >--+----+-- Messausgang
13
10kPoti<--|-/
14
|
15
GND
Aus Sicht eine E-Technikers eine Katastrophe. Mit dem Phototransistor in
der Lichtschranke nutzt er nicht den linear von der Beleuchtung
abhängigen Photostrom einer Photodiode sondern macht die Schaltung
hochgradig verstärkend, und zwar vor allem verstärkend für die
Temperatur des Transistors. Da redet er selbst von nur noch digtalem
an/aus der Schaltung, verstärkt die aber analog mit dem zweiten OpAmp.
Die Schaltung hat viele Probleme:
1. die Regelstrecke ist PD aber sein Regler hat keinen D-Anteil
2. die Vergleichsspannungen werden aus den 5V abgeleitet, und schwanken
daher mit den 5V die er aus einem instabilen 7805 zieht.
3. Ausserdem werden sie mit Potis abgeleitet, so was ist hochgradig
instabil, deren Widerstandswert schwankt mit der Luftfeuchte und
Temperatur.
4. Selbst die Helligkeit einer LED ist bei dem Strom aus den 5V nicht
konstant, weil bei steigender LED-Chip-Temnperatur und damit sinkendem
LED-Spannungsbedarf die Spannung an den 470 Ohm steigt und damit der
Strom durch die LED und damit deren Helligkeit, und zudem auch noch die
Umwandlungseffektivität von Strom in Licht -0.55%/K abnimmt. Die LED
Temperatur hat also einen Wäge-Einfluss von ca. 0.45% pro GradC.
Als Mess-Schaltung also völlig unbrauchbar, nur zur Demonstration.
Diese Schaltung macht einiges anders:
Sie versucht gar nicht erst die LED mit Konstantstrom zu betreiben oder
die LED Helligkeit konstant zu halten, sondern verwendet einfach 2
Photodioden, eine immer halb von der LED beleuchtet, die andere von dem
Alufolienschnipsel am Zeiger abgedeckt. So heben sich Strom- und
Lichtänderungen schon mal raus, es wird nur noch die Differenz auf 0
geregelt. Dann wird der Strom und damit die Helligkeit auf den
Photodioden mit 2 Transimpedanzverstärken in eine Spannung gewandelt,
die R und C parallel zu den OpAmps bestimmen die Verstärkung, der R ist
so zu wählen daß bei normaler (halber) Helligkeit auf den LEDs die
Spannung am OpAmp Ausgang bei ca. 2.5V liegt (also 1.25V über der
Eingangsspannung) und der C ist ein kleiner Kondensator der die
Kapazität der Photodiode bekämpft, 10pF reichen meist es sei denn die
Kabelzuleitungen zu den LEDs haben auch eine Kapazität. Wenn's schwingt,
war C zu klein, bei zu grossem C wird der Regler zu langsam.
Dann folgt ein Differenzverstärker mit eigentlich beliebigem
Verstärkungsfaktor, ich nahm 1, und ein Spannungs- und Strom Wandler der
das Messinstrument mit Strom betreibt, gemessen über den R rechts oben.
Dieser R rechts oben wirkt genau wie die Verstärkung des
Differenzverstärkers, macht man ihn grösser muss auch die Verstärkung
des Differenzverstärkers grösser gemacht werden, ist er aber zu klein,
kommt man in den Bereich der Offsetspannungen der OpAmps. Wähle den R
so, daß bei Messinstrument-Vollausschlag (100uA?) ca. 1V an ihm abfällt
(10k), an ihm wird auch die Spannung gemessen die als Ausgangssiognal
der Waage gilt (wenn das anzuschliessende Multiemeter lieber 0.2V misst,
dann nimm halt 2k und genauere OpAmps).
Der Kondensator von 1nF soll den D-Anteil des Regkers darstellen, er ist
an die Trägheit deines Instruments anzupassen.
Die 100nF parallel zur LED stabilisieren die LED Spannung, weil die auch
als Refernzspannung für den Rest der Verstärker (virtuelle Masse)
hergenommen wird, 1000 mal stabiler als die Versorgungsspannung.
Wie genau kann man werden ? Die Schaltung hängt nur von der Stabilität
und relativen Genauigkeit der Widerstände und Eingangsoffsetspannugen
der OpAmps im Vergleich zu den ca. 1V Signalamplitude ab, und der
Temperaturabhängigkeit der Umwandlung von Strom in Kraft vom
Messinstrument (welches mit NTC ausgeglichen werden sollte).
Michael schrieb:> Ich verstehe leider nichts von Schaltungstechnik und bräuchte einen> klaren Schaltplan.
Ne, einen hinter die Ohren, weil du nicht richtig liest.
Das ganze ist ein ein Kombination aus Feinmechanik und
Feinelektronik, also nix für Amateurbastler.
Du bist nur zu geizig dir ein fertiges Gerät zu kaufen.
Mehr steckt nämlich nicht dahinter. Du hast hier mehr Output
bekommen als du verdient hast. Mach was draus oder lass es.
Die Community hilft hier gern, bei Einzelproblemen, aber nicht
bei ganzen Projekten, denn dafür ist das Forum nicht da.
Werner H. schrieb:> Eine Waage für das Chemielabor, und dort ist der zahlenmäßig größte> Einsatzubereich, war früher ein meisterlich konstruiertes mechanisches> Präzisionsinstrument. Der Meßbereich ist für analytische Zwecke meist> 200g mit einer Auflösung von <1 mg, also 6stellig und linear.
Aber das ist eben längst noch keine Mikrowaage.
So ein Teil (Sartorius 3705) benutze ich hier als Briefwaage. Meßbereich
160g, Auflösung 1mg.
Man kann mit dieser oberschaligen Waage noch ganz gut ohne Windschutz
arbeiten, aber die elekrostatischen Kräfte mancher Kleidungsstücke
können nerven.
Es wäre möglich, daß ich aus dunklen Quellen sogar den Schaltplan dafür
habe, aber mach dir nichts vor: Einen Selbstbau schaffst du nicht!
Werner H. schrieb:> Ein normales DVM gibt immerhin schon 4-5-stellige> Ergebnisse, mit einem 24-bit ADC entsprechend mehr.
Schön wärs!
Die letzten Bits dieser Wandler bestehen hauptsächlich aus Rauschen und
wenn man nicht außerordentlich sorgfältig vorgeht, ist bei 18 stabilen
Bits Schicht.
Das entspräche dann etwa der Leistung des uralten ADC obiger Waage, aber
da waren Künstler am Werk!
Erstaunlicher Weise kommt deren Elektronik nämlich mit überwiegend
hausbackenen Teilen aus: Ein paar 741 und überwiegend 4000er CMOS-ICs.
Das teuerste daran dürfte die auf Tk0 ausgesuchte 1N829 (Zenerdiode)
sein.
Kunst kommt von Können!
Es geht hier aber nicht um Tauchspulwaagen samt deren Mechanik, sondern
um Waagen nach dem Drehspulprinzip.
Und das ist viel einfacher, weil nur 1 Lagerung und 1 Regelkreis nötig
sind.
Übrigens wurde statt der 1N829 schon lange der LM399 verwendet.
Gruß - Werner
Die Auslegung der Regelschaltung hängt recht stark vom Messwerk und der
Lichtschranke ab. Von daher wird man einiges probieren / abgleichen
müssen bis der Zeiger stabil ist. Im Video ist die Fahne am Zeiger schon
recht schwer - wenig Masse wäre da gut.
Für die Demonstration kann die einfache Schaltung ausreichen - besonders
stabil wird die aber ggf. nicht sein. Immerhin sind die Temperaturdrift
von LED und Phototransistor gegenläufig. Die Drift sollte vor allem den
Nullpunkt betreffen, nicht so sehr den Skalenfaktor.
Werner H. schrieb:> Es geht hier aber nicht um Tauchspulwaagen samt deren Mechanik, sondern> um Waagen nach dem Drehspulprinzip.> Und das ist viel einfacher, weil nur 1 Lagerung und 1 Regelkreis nötig> sind.
Ich weiß, aber dennoch steckt auch da der Teufel im Detail.
Bei der Spannbandaufhängung (und sogar bei den alten Apothekerwaagen)
ändert sich nämlich bei Belastung die Geometrie bzw. die Lage des
Schwerpunkts.
Wenn dadurch Fehler im Promillebereich entstehen, nützt dir auch ein
24-Bit ADC und ein LTZ1000 nichts mehr.
Danke für die ganzen Inputs nur hat es nichts mit Geiz zu tun.
Professionelle Waagen sind für privat einfach viel zu teuer. Ich habe
eine Waage die bis ca. 10mg-Bereich messen kann. Ich war auf der Suche
nach einer kostengünstigen Messmöglichkeit für den Sub-mg Bereich
(0,05-10mg).
Ich bin durchaus in der Lage eine Schaltung aus bestehendem Schaltplan
nachzubauen. Nur tue ich mich mit der Auslegung von Regelkreisen schwer,
da ich damit zu selten Berührung habe.
Michael Bertrandt erwähnt ja auch zahlreiche Fallstricke an die man
denken muss. Ich denke sein Ansatz ist gut, bedarf aber weiterer
praktischer Erprobung.
Das ganze sollte auch zur Anregung dienen, da es sicher auch andere
Interessenten für so etwas gibt. Da ja keine exotischen Bauelemente
verwendet werden, ist Projekt auch kostenseitig interessant.
Einen schönen Sonntag euch.
Michael
Ich habe mich erbarmt, die Kisten auf dem Dachboden durchsucht und noch
Unterlagen gefunden.
Eine Ansicht, Prinzip und Daten sowie ein zweiteiliger Schaltplan einer
Ultramikrowaage nach dem Drehspulprinzip im Anhang. Das war die zweite
Generation. Das DVM war das größte Teil im Gehäuse, dann ein kleiner
Trafo und kleine Platinen. Alles sehr übersichtlich und robust, keine
Ausfälle.
Die originale, röhrenbestückte Cahn-Waage erster Generation hatte die
Abmessungen einer längs halbierten Waschmaschine.
Damals, 1974, war eine fünfstellige Anzeige schon echter Luxus (üblich
waren dreieinhalbstellige (2000 Counts). Für eine Ultramikrowaage reicht
das aber völlig aus. Alle Mikroanalysengeräte liefern sowieso nur 3
gültige Stellen, das ist auch heute noch so (bestenfalls 4).
Gruß - Werner
Michael H. schrieb:> Professionelle Waagen sind für privat einfach viel zu teuer.
Dann sag doch mal, wieviel du ausgeben kannst und was deine
Vorstellungen von Meßbereich und Auflösung sind.
Vielleicht kenne ich jemanden, der etwas Passendes hat....
Na, ja, wenn es in gute Hände kommt, gäbe es dafür z.B. so etwas:
https://www.mt.com/dam/mt_ext_files/Editorial/Generic/1/AE240_BA_0x000010083f817d8940009f1e_files/ae240-ba-e-702499.pdf
Da sie schon ein paar Jahre im Schrank steht, müssen wir in einer
stillen Stunde aber erst ausprobieren, ob sie noch funktioniert.
Kannst du sie selbst abholen, etwa zwischen Bonn und Koblenz?
Wenn du mal ein bischen plauderst, was du damit anfängst, könnte ich mir
vorstellen, dass du alternativ auch eine Ultramikrowaage mit 0,1µg
Auflösung haben könntest ;-)
Cerberus schrieb:> Die Community hilft hier gern, bei Einzelproblemen, aber nicht> bei ganzen Projekten, denn dafür ist das Forum nicht da.
Was Du so denkst... Ich finde den Thread hochinteressant.
Hallo nachtmix,
Ja die Waage wäre schon das was ich suche, Ultramikro wär dann der
Hammer, wenn es ginge.
Leider ist die geografische Lage so garnicht mein Einzugsgebiet. Da
müsste ich mal schauen, ob das mit der Abholung irgendwie möglich wäre.
Der Verwendungszweck ist recht schnell erklärt. Ich habe noch ein
Ourdoorhobby. Ich gehe gelegentlich Gold waschen und möchte die Funde
gern nach Größe und Aussehen klassifizieren. Damit lässt sich einiges
zum Ursprung herleiten. Dazu suche ich verschiedene Gegenden auf, auch
wenn da niemand erwas vermutet. Manchmal auch mit Hilfe alter
geologischer Karten mit Hiweisen, die natürlich geprüft werden müssen.
Nun ist es ja so dass Funde größer 100mg in D schon eher die Ausnahme
sind und das meiste doch sehr viel kleiner. Auch der "Beifang" ist
manchmal überraschend und lohnt sich festzuhalten. Um die statistische
Aufarbeitung anzugehen, braucht es die Waage.
Einen schönen Abend noch.
Michael
Hi
Wie transportiert man so eine Waage?
Könnte mir vorstellen, daß Die auf dem Beifahrersitz - angeschnallt -
irgendwie nicht korrekt transportiert wird.
Zwischen 'Nähe Koblenz' und Siegen könnte ich als Zwischenstop fungieren
- wäre mir aber recht, wenn die Waage die Fahrt auch überlebt :/
MfG
PS: interessantes Hobby
Hübsch.
Ich habe auch mal versucht Gold zu waschen, im Regen.
Die Körnchen waren auch etwa so groß, aber entpuppten sich dann
lediglich als Pyrit )-:
Michael H. schrieb:> Auch der "Beifang" ist> manchmal überraschend und lohnt sich festzuhalten. Um die statistische> Aufarbeitung anzugehen, braucht es die Waage.
Bei solchen Präzisionsinstrumenten schmeisst man aber den Dreck nicht
einfach auf die Waagschale, sondern man verwendet ein Gefäß, z.B. ein
aus Alufolie gefaltetes Schiffchen oder ein Wägegläschen.
Papier funktioniert nicht, weil das durch Feuchtigkeitsaufnahme oder
-abgabe ständig sein Gewicht verändert.
Weil die Tara also oft viel schwerer ist als das eigentliche Wägegut,
wärest du mit einem umgemodelten Zeigerinstrument oder soetwas
> Als Messbereich wäre es schön von 0.1mg bis> 10mg mit einer Auflösung von 0.01mg(0.02mg)
wohl nicht weit gekommen.
Selbstabholung wäre aber schon von Vorteil.
Zwar haben Waagen selbstverständlich eine Transportsicherung, die man so
oder so aktivieren muß, aber eine sichere Verpackung herzustellen ist
schon ein etwas mühsames und zeitraubendes Unterfangen, das der Besitzer
gerne vermeiden würde.
Wo solls denn hingehen?
Die Mikrowaagen sind robust und einfach zu transportieren, das
Wägesystem hat sehr wenig träge Masse, keine Schneiden und man kann die
Waage im Kofferraum transportieren.
Die Verkäufer hatten immer eine im Auto.
Die von mir gezeigte Waage hatte keine Transportsicherung und überstand
sogar einen Schütteltest problemlos:
Ein Eichgewicht wurde in die Waagschale gelegt und gewogen. Daraufhin
wurden die Waagschalen entfernt, die Waage ausgeschaltet und das
separate Wägesystem geschüttelt (natürlich nicht zu brutal). Nach
Wiedereinschalten und Nachwägen wurde der vorherige Gewichtswert wieder
angezeigt. Das überzeugte jeden Kunden von der Robustheit und
Stabilität.
Als Gehänge war ein dünnes Platinbändchen mit leitfähigem Kleber an den
Aluwaagebalken angeklebt. Am unteren Ende zu einer Schlaufe
punktgeschweißt. Dort wurde der Schälchenhalter eingehängt. Der Halter
bestand aus ein einem dünnen Drahtring aus einer harten Platinlegierung
mit einem seitlich angepunkteten Bügel mit Haken zum Einhängen in die
Schlaufe. Der Ring mit etwa 8 mm Durchmesser nahm hutförmig aus Alufolie
geprägte Wägeschälchen auf.
Das Problem aller Ultramikrowaagen ist die elektrostatische Aufladung,
die Kräfte liegen im Wägebereich. Als Abhilfe konnte man eine schwach
radioaktive Folie zukaufen, die ins Waagegehäuse gelegt wurde und darin
die Luft ionisierte. Damit waren die Probleme beseitigt, bis die EU
diese Folien per Erlaß verbot, sie durften offiziell nicht mehr verkauft
werden. Aber in England waren sie noch erhältlich.
Kunden, die keine Verbindung nach England hatten oder keine Dienstreise
dorthin genehmigt bekamen, mußten improvisieren: Eigenbau eines Uran-
oder Thoriumpräparates (Verbindungen beider waren erhältlich). Uranoxid
wurde in verdünntem Zaponlack aufgeschlämmt und in ein Metall- oder
Glasschälchen geschüttet und getrocknet.
Heute ist das warscheinlich auch verboten, aber es hilft am besten und
wird immer noch gemacht.
Gruß - Werner