Forum: Ausbildung, Studium & Beruf WEEE oder EAR kosten und verkauf von Kleinserien in der EU.


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von Waldemar S. (wsws)


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es wurde natürlich schon öfter diskutiert aber die letzten Beiträge ist 
einige Jahre her daher möchte ich dieses Thema nochmal ansprechen.
Folgende: ich habe einen Elektornikgerät entwickelt und möchte es in 
kleinserie selbst produzieren und verkaufen so circa.100-150 Stück im 
Monat.Nun wie man weiß braucht man in jedem EU Land eine WEEE 
Registrierung und das kostet zusammen ca.30 000! EUR dabei kann ich mir 
nicht leisten nicht mal in DE eine EAR Registrierung zu machen(mit knapp 
700,-EUR ein Angebot von take-e-way).
Jetzt eine Frage:kennt jemand vielleicht eine möglichkeit überhaupt in 
der EU Elektronik in kleinen serien zu verkaufen z.B. in dem 
Genossenschaften oder Verkaufplatformen die kosten für ein WEEE Nummer 
zusammenteilen?
Oder bleibt nur für solche wie ich nur die Möglichkeit bei den großen 
Elektronikhändler nur ein bloßer Lieferant zu sein? Oder "übers China" 
in der EU verkaufen?Oder meine Geräte nur auf export z.B.nach USA 
produzieren?

: Verschoben durch Admin
von W.P. K. (elektronik24)


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Tja, keine Chance!
Produzieren darfst Du natürlich ohne alle diese Vorgaben, aber nicht 
mehr in den Verkehr bringen (verkaufen, verschenken, verleihen). Das 
muss jemand anderes für Dich tun (unter seinem Markennamen). Wenn Du 
also etwas für Philips entwickelst und produzierst und die drucken dann 
"Philips" drauf, ist alles OK für Dich.
Unsere lieben Politiker haben sich von den Lobbyisten alles vorschreiben 
(im wahrsten Sinne des Wortes) lassen und diese Vorlagen quasi nur noch 
unterschrieben. Deswegen nützen diese Einschränkungen den großen 
Unternehmen (für die sind die genannten Kosten ein Klacks) und man hält 
innovative Kleinunternehmer vom Markt fern. Natürlich wird jeder 
bestreiten, dass das Absicht war.

: Bearbeitet durch User
von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Das Problem ist bekannt, betrifft aber alle, auch deinen Wettbewerb. Und 
wenn du im Monat 100...150 Stück absetzt, im Jahr also 1200...1800 
Stück, reden wir von 30...50ct je Produkt. Die Fertigung dürfte ein 
Mehrfaches kosten, und die musst du auch vorfinanzieren. Ab dem zweiten 
Jahr wird´s übrigens deutlich billiger.

Insofern: ja, das ist ärgerlich, aber kein Grund zum Selbstmitleid. Ich 
habe es auch durch. Ich bin bei Bitkom Service, die kosteten etwas 
weniger als take-e-way.


Das betrifft Deutschland. Für andere europäische Staaten hast du 
natürlich das Thema von vorne - und das ist tatsächlich bescheuert in 
Zeiten eines vereinten Europas.

: Bearbeitet durch User
von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Waldemar S. schrieb:

> Jetzt eine Frage:kennt jemand vielleicht eine möglichkeit überhaupt in
> der EU Elektronik in kleinen serien zu verkaufen
Ja - Prototypen und Kleinserien von Mikrounternehmen sind doch von 
vielenvielen dieser Regeln ausgenommen.
vgl. Small Business Act von 2014

http://ec.europa.eu/growth/smes/business-friendly-environment/sme-definition_de

> z.B. in dem
> Genossenschaften oder Verkaufplatformen die kosten für ein WEEE Nummer
> zusammenteilen?
und da willst du dann solidarisch für den "Sch..." der anderen Genossen 
haften?

> Oder bleibt nur für solche wie ich nur die Möglichkeit bei den großen
> Elektronikhändler nur ein bloßer Lieferant zu sein?
Du meinst Fertigung für einen Hersteller - klar kann man das. Will man 
das?

> Oder "übers China" in der EU verkaufen?
Klar kann man sich ausserhalb der EU jemanden finden der die 
Herstellerverantwortung übernimmt und dann auf den Markt bring. Nur wenn 
du das Importierst hast du Importeurverantwortung und steht auch in der 
Patsche.

> Oder meine Geräte nur auf export z.B.nach USA
> produzieren?
Andere Länder andere Regeln, die Regeln der USAner kenne ich nicht, 
vielleicht gibt es da mehr als 50 verschiedene.

von Phil P. (philli)


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1)ins Ausland vor allem in die USA(wegen fast 300 Mio.potenziellen 
Kunden) versenden ist im prinzip die einzige möglichkeit für EU 
Kleinunterhemer Kleinserien zu verkaufen ohne das man mit dem weee 
schwachsinn zu tun hat.Auf jedem Fall unter etwa 330 USD pro Paket fällt 
für den Käufer da nur relativ geringeren Einfuhrsteuer.
2)übers china verkaufen gehts auch aber eine (nur um einen Geschäftssitz 
ausserhab der EU- unerreichbar für Abmahnanwälte zu haben) Ltd.mit einem 
Virtuellem Office in Hongkong gründen kostet ca.2000 USD.
Also eine Ltd.dafür da das du an diese Ltd. elektronik "verkaufst"und 
diese Ltd.die dir gehört(aber das weisst niemand ausser dir weil es 
keine Abkommen zwischen ämter hier und in china gibt) beauftragt dich 
diese Geräte zu versenden.So wirst nur ein blosser Versanddienstleister 
aähnlich wie z.B.Am§§on.

von Trollfinder (Gast)


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Vergiss Export in die USA. Der Importeur dort muss die Haftung 
uebernehmen. Den muss man finden. Der besteht dann auch auf zu CE 
zusaetzlichen Pruefungen. zB UL. Das amerikanische (EMV-CE) heisst FCC. 
Bedeutet aber effektive Tests, und nicht einfach jaja-passt-schon. Dh 
bevor du in die USA exortieren kannst, wirst du hier in einem 
akkreditierten Testcenter testen lassen. Kanada desgleichen.

von Trollfinder (Gast)


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Das Einfachste ist ein Produkt ueber einen Distributor zu verkloppen. 
Der will dann 30-60% Marge. Dh er kloppt auf deinen Preis die Haelfte 
bis das Doppelte drauf. Und nimmt die Teile auf Kommission, sprich du 
lieferst jetzt und wirst aber erst bezahlt wenn die Teile bei ihm 
rausgehen. Heisst du bezahlst das Lager des Distributors. Wenn der 
Distributor ein Einfuehrungsangebot macht, zB mit 50% Nachlass, geht das 
auf deine Rechnung.

Zusaetzlich, falls du dir nicht ein Exklusivrecht hast abknoepfen 
lassen, kannst du direkt verkaufen. dH Probieren. Distributoren wollen 
ueblicherweise ein Exklusivrecht. Direkt verkaufen bedeutet Werbung 
schalten. zB auf Facebook, Google, Fachmagazinen. Dann einen Stand auf 
den relevanten Messen. Eine Webseite fuer das Produkt benoetigst du 
sowieso, in beiden Faellen.

Den Support machst du in beiden Faellen. Der Unterschied.. Kunden des 
Distributors haben signifikant mehr bezahlt und erwarten deshalb auch 
signifikant mehr. Haben teilweise auch seltsame Vorstellungen. Naja, was 
das Super-Wunder-Produkt denn alles koennen sollte. Wie es eben 
angepriesen wurde.

von Phil P. (philli)


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EMV EC FCC oder sonstiges bei lieferung an Endbenutzer in den USA 
braucht man das alles nicht.Die haben nähmlich das gleiche wie hier.Wenn 
man etwas NUR für sich bestellt zum Beispiel ein Toaster bei Aliexpress 
das schlimmste was passiert man musste es selber beim Zoll abholen und 
bei Waren unter 22Euro nicht mal die Zollgebühren bezahlen.Aber wenn ich 
die gleiche Toaster 100 Stück kaufe und dann wieder hier zu verkaufen 
dann muss ich schon auf alles beachten: CE, EMV, ROHS, WEEE. Die auf 
andere seite der Atlantik haben es genau sowieso.Nur weniger als 
5-6%(soweit ich mich erringern kann irgendwo habe die Statistik dafür 
gelesen) aller Pakete die in die USA kommen werden durch den Zoll 
bearbeitet.Also wer einfach auf dem Paket in die USA auf den 
Versandschein schreibt (auf english) "Musterware-nicht für den 
weiterverkauf"der hat mit den ganzen Vorschriften für Importeure nichts 
zu tun.

von Juergen P. (optronik)


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Die Frage ist doch was passiert wenn die Geräte einfach ohne passende 
Formalitäten verkauft werden? Keiner wird die Geräte vom Markt nehmen. 
Die Gefahr liegt also eher in Richtung Abmahnanwälte oder Mitbewerber. 
Hier geht es dann hauptsächlich um die Rückverfolgbarkeit zu jemandem 
der Verantwortlich gemacht werden kann. Eine Firmenanmeldung im Nicht-EU 
Ausland kann da schon wunder wirken, auch wenn Produktion und Versand 
von DE aus erfolgt. Man sollte dann bloß nicht den Fehler machen und als 
Rücksendeadresse beim Geräteversand seine korrekte Adresse in 
Deutschland angeben.

von Purzel H. (hacky)


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Quasi, du bringst die Gerate persoenlich vorbei. Gegen Cash. Die 
Webseite dazu ist in Irland/Tuerkei/Russland, der Support laeuft ueber 
irgendwo.

Ja, als Kunde wuerde ich darauf eingehen, wenn ich einen heftigen 
Abschlag erhielte. Aehnlich einem Kauf auf einem Flohmarkt. Gesehen und 
gekauft. Schwarzmarktware. Ohne Steuern, ohne Sozialversicherung, ohne 
Garantie.

: Bearbeitet durch User
von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Juergen P. schrieb:
> Die Frage ist doch was passiert wenn die Geräte einfach ohne passende
> Formalitäten verkauft werden? ...
Plaudert da jemand aus dem Nähkästchen "Waffenhandel übers Darknet"?

Selbst auf dem Flohmarkt gibt es eine Marktaufsicht - hier schlendert 
gerne mal die Polizei ganz offen in Uniform über den Markt, und zack ist 
das viele Handwerkzeug wieder im Karton.....

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Phil P. schrieb:
> Also wer einfach auf dem Paket in die USA auf den
> Versandschein schreibt (auf english) "Musterware-nicht für den
> weiterverkauf"der hat mit den ganzen Vorschriften für Importeure nichts
> zu tun.
Ich kenne die Gesetzgebung der USA nicht. In der EU ist schon das 
"Bereitstellen auf dem Markt" ausschlaggebend. Verschenken ist somit 
auch nicht zulässig. Das mit "Muster zur Ansicht" kann aber die 
Marktaufsicht beruhigen. Da kann man dann argumentieren:
"Danke dass Sie für mich Konsistenz der Qualität geprüft haben. Wenn ich 
das Ding gesehen hätte, wäre ich zur selbiger Entscheidung gekommen und 
hätte es destruiert"

von Lobbyistenfresser (Gast)


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Waldemar S. schrieb:
> Jetzt eine Frage:kennt jemand vielleicht eine möglichkeit überhaupt in
> der EU Elektronik in kleinen serien zu verkaufen z.B. in dem
> Genossenschaften oder Verkaufplatformen die kosten für ein WEEE Nummer
> zusammenteilen?

Ich hätte dazu noch eine Zusatzfrage:

Wie sieht es aus beim Verkauf von Bausätzen, oder halb fertigen Geräten 
?

Z.B. Angenommen ich verkaufe ein Gerät mit allen drum und dran
aber es fehlt das Arduino - Board, welches der Kunde dann getrennt 
bestellen kann und selber einsteckt. Wie sieht da die Lage aus ?

von Juergen P. (optronik)


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Sebastian L. schrieb:

> Plaudert da jemand aus dem Nähkästchen "Waffenhandel übers Darknet"?


Nein, einfach mal die Augen aufmachen wie es z.B. tausende Ebay-Händler 
machen.

von Horst (Gast)


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Phil P. schrieb:
> Wenn
> man etwas NUR für sich bestellt zum Beispiel ein Toaster bei Aliexpress
> das schlimmste was passiert man musste es selber beim Zoll abholen und
> bei Waren unter 22Euro nicht mal die Zollgebühren bezahlen.

Nö. Wenn der Zoll mitbekommst, daß da kein CE drauf ist oder es eine 
LED-Lampe ist, kannst Du nur noch entscheiden ob DU da gleich mit dem 
Hammer drauf haust oder ob der Zoll die Zersörung für Dich übernimmt, 
natürlich gegen Aufwandsentschädigung.
Bei Einfuhr von Geräten ohne CE ist es egal ob für Privat oder zum 
Verkaufen, die müssen draußen bleiben.

von Lobbyistenfresser (Gast)


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Horst schrieb:
> Bei Einfuhr von Geräten ohne CE ist es egal ob für Privat oder zum
> Verkaufen, die müssen draußen bleiben.

Das "CE" Pickerl ist heutzutage wohl das allerkleinste Problem :-))
Ich wette die "Fakerate" beim Chinesen liegt da bei 1 : 1000 
(mindestens)
(beim Aliexpress bestimmt noch höher ;-)

von Phil P. (philli)


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übrigens:ich habe vor kurzem ein LCR-T3 Tester bei ebay 
gekauft.Geliefert wurde innerhalb von 3 Tagen! ohne Rechnung!ohne CE 
Zeichen!ohne RoHS Zeichen!(wie ist das überhaupt durch den Zoll 
gekommen?)ohne WEEE-Nummer!Angeboten wurde Versand aus DE Lager in ganz 
Europa.Geschäftsadresse des Verkäufers? in shenzhen.

von Juergen P. (optronik)


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Phil P. schrieb:
> übrigens:ich habe vor kurzem ein LCR-T3 Tester bei ebay
> gekauft.Geliefert wurde innerhalb von 3 Tagen! ohne Rechnung!ohne CE
> Zeichen!ohne RoHS Zeichen!(wie ist das überhaupt durch den Zoll
> gekommen?)ohne WEEE-Nummer!Angeboten wurde Versand aus DE Lager in ganz
> Europa.Geschäftsadresse des Verkäufers? in shenzhen.

Meine Rede. Nur der deutsche Michel kümmert sich um Compliance mit 
diesen sinnlosen Vorgaben...

von Springender Punkt (Gast)


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Horst schrieb:
> Phil P. schrieb:
>> Wenn
>> man etwas NUR für sich bestellt zum Beispiel ein Toaster bei Aliexpress
>> das schlimmste was passiert man musste es selber beim Zoll abholen und
>> bei Waren unter 22Euro nicht mal die Zollgebühren bezahlen.
>
> Nö. Wenn der Zoll mitbekommst, daß da kein CE drauf ist oder es eine
> LED-Lampe ist, kannst Du nur noch entscheiden ob DU da gleich mit dem
> Hammer drauf haust oder ob der Zoll die Zersörung für Dich übernimmt,
> natürlich gegen Aufwandsentschädigung.
> Bei Einfuhr von Geräten ohne CE ist es egal ob für Privat oder zum
> Verkaufen, die müssen draußen bleiben.

Dann nimmt man eines der unzähligen CE-zertifikate, schreibt den 
Produktnamen drauf, druckt es drauf, und reibt es dem Zoller unter die 
Nase. Dann muss er ganz tief in seiner Mandarin-Kiste kramen um dann 
"Auto schrupp Pistole gemacht" zu übersetzen, und kleinbei zu geben.

Der Importeuer ist dafür verantwortlich, dass das Gerät die Normen 
erfüllt. Wenn der Hersteller ein Zertifikat ausstellt, dann reicht das 
aus. Ob das Produkt jemals geprüft wurde, ist vollkommen wurst, denn das 
kann NIEMAND nachprüfen.

Hinterher stellt sich schlimmstenfalls das Zertifikat Marke Eigenbau als 
Fälschung heraus... Und? Wer wars? Wer soll das je herausfinden?

So bekommt man alles durch den Zoll. CE-Aufkleber nicht vergessen. Die 
muss man dann aufkleben.

RoHS-konform ist nebenbei keine Vorschrift. Es muss nur ein 
entsprechendes Produkt sein (z.B. Medizintechnik oder Automotive). Da 
ist RoHS scheiß egal.

von TKIP (Gast)


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Hat jemand Interesse an einem Versand-Service aus Taiwan?

Wir haben dort auch ein Unternehmen worüber abgerechnet werden kann und 
Lagerfläche.
Wäre allemal besser als die Risiken mit WEEE in Europa einzugehen.

von TKIP (Gast)


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Wenn man diverse Kunden hat sollte man diese halt darauf hinweisen das 
die Firma in Deutschland die Geräte zurücknimmt.

Ich halte nichts von WEEE2, in einem normalen System MÜSSTE dem 
Hersteller die Möglichkeit eingeräumt werden die Geräte selber zu 
entsorgen bzw. defekte Geräte rückrufen zu können - ohne den 
öffentlichen Entsorgern beitreten zu müssen.

Das ist ja so wie mit dem Plastik, man darf in Deutschland "Entsorger" 
bezahlen welche sich damit eine goldene Nase verdienen und den Müll 
einfach nach China transportieren (kein Mehrwert in Deutschland).

Bei Kleinmengen wird in der Umwelt durch ungezieltes entsorgen mehr 
Schaden angerichtet als überhaupt notwendig ist.
Wenn ich FPGAs verbaue die etwas teurer sind .. gut dann würde ich eher 
versuchen diese zu recyclen als ein allgemeiner Entsorger der nur 
schreddert oder deponiert. Zudem viele Waren bei teureren Kleinmengen 
auch einfach nur repariert werden können.

von Juergen P. (optronik)


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TKIP schrieb:
> Hat jemand Interesse an einem Versand-Service aus Taiwan?
>

Bitte um weitere Details (PM).

von TKIP (Gast)


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Juergen P. schrieb:
> TKIP schrieb:
>> Hat jemand Interesse an einem Versand-Service aus Taiwan?
>>
>
> Bitte um weitere Details (PM).

werde mich morgen mal melden, hab derzeit noch viel zu tun... bin auch 
bald wieder auf'n Sprung nach TW.

von Mathias H. (mathias)


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TKIP schrieb:
> Hat jemand Interesse an einem Versand-Service aus Taiwan?
>
Bitte auch um weitere Details (PM).
Danke

von Lars R. (lrs)


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Mathias H. schrieb:
> TKIP schrieb:
>> Hat jemand Interesse an einem Versand-Service aus Taiwan?

Darum bitte ich ebenfalls. Gern auch erst mal allgemein.
Danke.

von O. H. (Gast)


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Hab euch ne Nachricht geschickt, läuft über den Mailaccount meiner Frau 
(die spricht nur englisch / chinesisch).

Es gibt auch die Option Geräte dort herstellen zu lassen, 
Produktpiraterie ist 100% ausgeschlossen.

Wie in der Nachricht geschrieben, sofern es kleine Produkte sind 
eingeschriebener Versand (Maxibrief, 26x17x5cm ca 300-500 Gramm) kostet 
ca 5 EUR (also mit Sendungsnummer) die übliche Laufzeit ist ca 1 Woche. 
Nicht eingeschrieben natürlich etwas billiger. Für andere Dinge müssten 
wir nachfragen.

Die Post in Taiwan spielt zudem keine Tricks wie z.B die österreichische 
Post die  im Ausland teilweise mit Hermes weiterarbeitet und die 
Sendungen an zum Teil auch etwas liegen lässt. Die Post in TW will das 
Lager klein halten und sie schicken sofort raus.

Es kann quasi das komplette Fulfillment dort übernommen werden. 
Abrechnen kann man via PayPal, Stripe (Kreditkarten), oder wie 
gewünscht.

von O. H. (Gast)


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https://www.post.gov.tw/post/internet/U_english/index.jsp?ID=24020804

"International Air Small Packets" & Registration (Mit 
Sendungsverfolgung).
1 EUR ca. 36 NTD

Dort kann das Post Porto ausgerechnet werden (wobei es um die WEEE 
geht).

Maxibriefe (Tarife aus Ländern die mir bekannt sind, Versand aus X in 
die Welt, Post Porto muss Endkunden aber mit zzgl. 19% Umsatzsteuer 
berechnet werden, angegebene Preise sind Nettopreise):
Deutschland:
ca. 6.20 EUR (international, eingeschrieben) - 500g

Österreich (Post Porto muss mit zzgl. 20% Umsatzsteuer berechnet 
werden):
ca. 9 EUR (international, eingeschrieben) - 2kg jedoch nur 3cm hoch
ca. 14 EUR (international, eingeschrieben) - 2kg bis 5 cm
geht aber auch bis 24 EUR bis nach Amerika

Taiwan (wobei die hier mit den Abmessungen flexibler sind und keine 
Umsatzsteuer anfällt da es sich um einen Export handelt):

Grundpreis (ca): 1.8 EUR und für 100g jeweils 0.014 EUR
X=1.8+0.014*1.4

ca 3.2 EUR (international, eingeschrieben) - 100g
ca 4.6 EUR (international, eingeschrieben) - 200g
ca 6.0 EUR (international, eingeschrieben) - 300g
ca 7.4 EUR (international, eingeschrieben) - 400g
ca 8.8 EUR (international, eingeschrieben) - 500g
ca 22 EUR  (international, eingeschrieben) - 2kg

Einfuhrumsatzsteuer fällt ab 25-30 EUR an (inklusive Versand, der Zoll 
ist löchrig wie n schweizer Käse das wissen die meisten wohl ohnehin)
Wichtig ist das bei der Einfuhr Versandkosten PLUS etwaiger Warenwert 
angegeben wird wenn's plausibel ist gehen die Sendungen sofort durch zum 
Endkunden.

Zwischen 20-150 EUR sind die Waren Zollfrei (sprich kein Strafzoll, aber 
Einfuhrumsatzsteuer muss bezahlt werden - wäre dann die jeweilige 
Umsatzsteuer des Landes).

Rückgaberecht und Gewährleistung kann selber geregelt werden -> da kein 
europäisches Recht vorliegt. CE raufpappen und fertig. Also defekte 
Waren könnten aus den EU Ländern nach Deutschland geschickt werden zur 
Reparatur oder Entsorgung (ich denke jeder will zufriedene Kunden).

von René F. (therfd)


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Mich würde die Geschichte mit Taiwan auch interessieren, verstehe ich 
das richtig, das die Baugruppen erst nach Taiwan geschickt werden nur um 
sie zu reimportieren und den ganzen WEEE Mist zu umgehen?

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das auf Dauer wirklich 
lukrativer ist als der von der EU angedachte Weg.


Klar ist es Mist das man in einen Pool geworfen wird und die Entsorgung 
anderer Elektronik mitfinanzieren muss, aber als Hersteller kann man 
nicht wirklich dahinter sein das jedes eigene Produkt wieder zum 
Entsorgen zurückkommt.

von O. H. (Gast)


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René F. schrieb:
> Mich würde die Geschichte mit Taiwan auch interessieren, verstehe ich
> das richtig, das die Baugruppen erst nach Taiwan geschickt werden nur um
> sie zu reimportieren und den ganzen WEEE Mist zu umgehen?
>

Ja, es gibt aber auch die Möglichkeit dort direkt herstellen zu lassen.
Geräte könnten dort getestet, verpackt und verschickt werden.
Diverse Laborgeräte können wir entweder von der Universität benutzen 
bzw. haben auch so einige Geräte zuhause.

Versandmaterial usw. kann alles von dort bezogen werden (da entfällt 
dann auch das Verpackungsgesetz).
Da es unter meiner Kontrolle abläuft ist Piraterie ausgeschlossen sollte 
daher durchaus auch attraktiv sein (bin auch ca 4 Monate/Jahr - 
üblicherweise im Sommer in Deutschland).

> Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das auf Dauer wirklich
> lukrativer ist als der von der EU angedachte Weg.
>

Nur der Versand lohnt sich sicherlich bei kleinen Mengen.
Bei größeren Mengen lohnt es sich wiederum sicherlich auch wenn dort 
hergestellt wird. Tests können z.B protokolliert werden. Mittels QR 
Code/Seriennummer könnte jedes Gerät registriert und die Testresultate 
online nachvollziehbar gemacht werden.

Ob es sich rechnet muss natürlich jeder selber entscheiden.

von Michael B. (laberkopp)


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Lobbyistenfresser schrieb:
> Das "CE" Pickerl ist heutzutage wohl das allerkleinste Problem :-))
> Ich wette die "Fakerate" beim Chinesen liegt da bei 1 : 1000
> (mindestens)
> (beim Aliexpress bestimmt noch höher ;-)

Macht nix, ist bei deutschen Hersteller nicht besser:

Beitrag "EMV - Betrug, Illegalität und Vertuschung"

von Max Herr (Gast)


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kommen wir mal wieder zurück zu EAR/WEEE für Kleinstmengen bei 
Kleinstunternehmen...wer ist denn bei Take-away und was zahlt man da? 
Und bitte keine "Rufe doch an und frage nach " oder "google 
doch"...ERFAHRUNGSWERTE sind gefragt ;) Bitkome-Service? Da gibt es aber 
noch versteckte Kosten, EAR-Gebühren etc. Wie sind da eure Kosten? 
Vielen Dank

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Was ist denn daran so schlimm, anzurufen oder ein Angebot anzufordern? 
Dort sitzen Menschen, die man fragen kann und die sogar antworten.

Als Hausnummer kann dienen (Bitkom): Eintrittskarte ca. 500 EUR, 
anschließend um die 200 EUR im Jahr (für ein Produkt, 
ear+Dienstleister). Mehr Produkte kosten mehr, aber das müsste ich jetzt 
selbst anfragen.

: Bearbeitet durch User
von Max Herr (Gast)


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Was daran so schlimm ist, kann ich dir sagen: sie wollen was verkaufen. 
Und jeder der was verkaufen will, will was verkaufen...

Mit anderen Worten: du weißt es auch nicht genau, denn du schreibst 
keine genauen Zahlen. 200 + ear etc ist keine genaue Erfahrung. Nicht 
umsonst steht bei ihnen: Plus die Kosten von EAR...prima...

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Willst du was verkaufen oder willst stänkern? Entweder höre auf zu 
jammern und kümmere dich um dein Produkt, oder geh zum Friseur und 
jammere den voll.

Der Dienstleister hat auf den Gebührenkatalog und die Entscheidungen der 
ear keinen Einfluss. Er kann dir maximal sagen, was voraussichtlich auf 
dich zukommt.
Und wenn die o.g. Beträge den Markteintritt verhindern, dann wird die 
Nachfrage nach dem Produkt so überschaubar sein, dass die Welt darauf 
auch verzichten kann.

von Max Herr (Gast)


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Und der nächste Stänker, der sich trotz mangelnder Substanz sich berufen 
fühlt, von oben herab am Thema vorbei "Ratschläge" zu geben...ist dein 
Ego so schwer getroffen, daß du mit Parolen versuchst dich als tollen 
Hecht hin zustellen? Punkte mit Leistung und nicht Polemik. Es ging um 
reale Kosten für Weee und nicht um dich und deine Meinung zum Thema 
"Wirtschaftlichkeit"...also? Hälst dich dran oder trollst du weiter rum?

von Phil P. (philli)


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mir ist auch so eine Idee eingefallen:wie wärs wenn man keine EAR 
Registrierung macht ABER!!! in der Artikelbeschreibung von dem 
Elektrogeräten die man verkaufen möchte schreibt man ein Hinweis:Verkauf 
nur an Wiederverkäufer!Nebenbei bietet man ein Vorgefetigtes Formular in 
dem der Käufer versichert dass er eine Absicht hat das Gekaufte Gerät 
wiederzuverkaufen.
Der Verkauf erfolgt nur gegen dieses unterschriebenes Formular.
Ich sehe nur dass das ElektroG eine, denke ich, Gesetzeslücke hat, dass 
man nämlich diejenige zur WEEE Registrierung verpflichtet sind die an 
den ENDVERBRAUCHER verkaufen.Dabei ist man nicht verpflichtet zu prüfen 
(und ich weiss garnichts wie das gehen sollte)ob der Käufer ein 
Enverbraucher ist oder er eine Absicht hat es anderweitig zu 
nutzen(wiederverkauf,weiterverarbeitung,export, auf jedem Fall 
gewerblich).

Falls man also auf so eine Weise verkauft und man bekommt eine Abmahnung 
wegen fehlendem WEEE Nummer hat man dann eine einfache Erklärung-ich 
habe nur an Wiederverkäüfer verkauft! Und hier ein Beweis in Form von 
einem Hofen unterschriebene Formulare.

Ich präzisiere die Gedanke:
a)darf man ohne WEEE Nummer die Elektorgeräte NUR AN DIE WIEDERVERKÄÜFER 
verkaufen? und
b)ist man dann verpflichtet zu prüfen ob der Käufer die Geräte 
Wiederverkauft?

: Bearbeitet durch User
von Schreiber (Gast)


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Phil P. schrieb:
> a)darf man ohne WEEE Nummer die Elektorgeräte NUR AN DIE WIEDERVERKÄÜFER
> verkaufen? und

Ja. Zumindest wenn die Geräte in den Export gehen oder vom 
Wiederverkäufer unter dessen Eigenmarke verkauft werden

Phil P. schrieb:
> b)ist man dann verpflichtet zu prüfen ob der Käufer die Geräte
> Wiederverkauft?

Es sollte schon nicht völlig unglaubwürdig sein.
Wenn der Gewerbebetrieb "Hotel zur Hintertupfinger Post" eine 
Waschmaschine kauft, dann kann man sich schon die Frage stellen, ob die 
jetzt wirklich für den Export bestimmt ist...

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Phil P. schrieb:
> Falls man also auf so eine Weise verkauft und man bekommt eine Abmahnung
> wegen fehlendem WEEE Nummer hat man dann eine einfache Erklärung-ich
> habe nur an Wiederverkäüfer verkauft!

Das hilft dir nichts. Entscheidend ist das Inverkehrbringen. Das tust du 
als Hersteller oder Importeur. Ob du das dann an Wiederverkäufer oder 
Endverbraucher oder sonstwen verkaufst oder verleihst oder verschenkst, 
ist völlig egal. Genaugenommen ist nicht mal ein geschlossener Betatest 
zulässig, ohne das Gerät bei der Stiftung zu registrieren.

von MaWin (Gast)


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Max G. schrieb:
> Das hilft dir nichts.

Blödsinn.

> Entscheidend ist das Inverkehrbringen. Das tust du
> als Hersteller

Blödsinn.

> oder Importeur.
> Genaugenommen ist nicht mal ein geschlossener Betatest
> zulässig, ohne das Gerät bei der Stiftung zu registrieren.

Blödsinn.

Siehe OEM.

Lieferungen an nicht-Gewerbetreibende ohne Umsatzsteuernummer fällt 
damit aber aus.

von WEEE-Frager (Gast)


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MaWin, kannst du nach deinen markigen Sprüchen auch irgendwie diese 
substanziell belegen?

von MaWin (Gast)


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Wie schon geschrieben: OEM.
Ein Hersteller, der nur an weiterverarbeitende Hersteller liefert, hat 
weder EAR noch CE am Hals.

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Das ist das Tolle am Forum. Man trägt mit Wissen und Erfahrung bei und 
darf sich dafür substanzlos beleidigen lassen. Von Leuten, die anonym 
ohne Anmeldung völligen Mist absondern.
Wenn ich wenigstens wüsste, welcher der diversen MaWins hier erkennbar 
ohne konkrete Erfahrung schreibt, dann würde ich mir die Mühe machen, 
bei der Stiftung ear mal zu suchen. Zu dae-Zeiten war ein Manfred 
Winterhoff mal ein im Ton zwar häufig unangenehmer, inhaltlich aber 
kompetenter Diskussionspartner. Ob das hier nun aber nun nur ein 
Trittbrettfahrer ist oder nicht, lässt sich objektiv nicht beurteilen. 
Und auf Trolle füttern habe ich keine Lust.

EoD. Wer noch was wissen will, schicke mit eine PN.

von Max Herr (Gast)


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ich würde jetzt gerne wissen wollen, ob das mit OEM nun stimmt..wobei 
ich eher glaube, daß die "Inverkehrbringung" halt alles "erschlägt"...

von Chester (Gast)


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Hi,
ist ja voll grausam mit der EAR/WEEE. Da will man ja keine 
Elektronikartikel verkaufen. Gilt das für alle Artikel die nur ein mini 
LED Licht haben auch schon?
Gruß Chester

von Schreiber (Gast)


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Chester schrieb:
> Gilt das für alle Artikel die nur ein mini
> LED Licht haben auch schon?

Wenn das LED-Lich für eine wesentliche Funktion erforderlich ist, dann 
ja.

Beispiel:
Turnschuhe, die beim gehen blinken: keine Registrierung

Taschenlampe: Registrierung erforderlich

Begründung: Die Turnschuhe funktionieren auch noch wenn das Licht kaputt 
ist, die Taschenlampe nicht mehr!

von Karl (Gast)


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Schreiber schrieb:
> Chester schrieb:
>> Gilt das für alle Artikel die nur ein mini
>> LED Licht haben auch schon?
>
> Wenn das LED-Lich für eine wesentliche Funktion erforderlich ist, dann
> ja.
>
> Beispiel:
> Turnschuhe, die beim gehen blinken: keine Registrierung
>
> Taschenlampe: Registrierung erforderlich
>
> Begründung: Die Turnschuhe funktionieren auch noch wenn das Licht kaputt
> ist, die Taschenlampe nicht mehr!

Geilo!!! Dann mach ich jetzt Briefbeschwerer mit Zusatzfunktion! Briefe 
beschweren kann der immer noch wenn der Rest kaputt ist!

Ne, im Ernst:

Sebastian L. schrieb:
> Ja - Prototypen und Kleinserien von Mikrounternehmen sind doch von
> vielenvielen dieser Regeln ausgenommen.
> vgl. Small Business Act von 2014

Sebastian, Du bist schon mehrmals positiv aufgefallen, weil Du Dich mit 
dem Themenkomplex anscheinend gut auskennst. Den Small Business Act habe 
ich halbwegs durch, aber ich hab nichts konkretes gefunden, von welchen 
Regelungen man als Mikrounternehmen nun befreit ist. Nur eher allgemeine 
Formuliernungen, dass das Unternehmertum gefördert werden soll.

Kennst Du eine Quelle wo es konkreter wird?

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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von Schreiber (Gast)


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Max G. schrieb:
> Turnschuhe sind jetzt auch mit dabei.

noch nicht, das gilt erst ab dem 15. August!

Karl schrieb:
> Geilo!!! Dann mach ich jetzt Briefbeschwerer mit Zusatzfunktion! Briefe
> beschweren kann der immer noch wenn der Rest kaputt ist!

Empfehle einen guten Winkeladvokaten für die Streiterei zu der Frage, ob 
es sich jetzt um einen "Briefbeschwerer mit elektronischer 
Zusatzfunkion" (nicht registrierungspflichtig) oder um ein 
"elektronisches Gerät mit Zusatzfunktion Briefbeschwerer" 
(registrierungspflichtig) handelt.
Vorab zur Warnung der Hinweis, dass die Stiftung EAR extrem klagefreudig 
ist...

von Karl (Gast)


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Schreiber schrieb:
> Vorab zur Warnung der Hinweis, dass die Stiftung EAR extrem klagefreudig
> ist...

Danke für die Warnung. Das Beispiel sollte nur die Absurdität der 
Regelung verdeutlichen. Wenn ich im Jahr 10 kg an Prototypen und 
Kleinserien verkaufe bin ich dran. Wenn ich tonnenweise in Plastik 
vergossene Batterien und Led verkaufe die sicher nicht im e-müll landen 
ist es okay...

von Nop (Gast)


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Karl schrieb:
> Wenn ich tonnenweise in Plastik
> vergossene Batterien und Led verkaufe die sicher nicht im e-müll landen
> ist es okay...

Ja natürlich, denn damit trittst Du nicht in Konkurrenz zu den 
Elektrokonzernen, deren Lobbyisten die deutsche Umsetzung abnickfertig 
geschrieben haben.

von tkip (Gast)


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Nop schrieb:
> Karl schrieb:
>> Wenn ich tonnenweise in Plastik
>> vergossene Batterien und Led verkaufe die sicher nicht im e-müll landen
>> ist es okay...
>
> Ja natürlich, denn damit trittst Du nicht in Konkurrenz zu den
> Elektrokonzernen, deren Lobbyisten die deutsche Umsetzung abnickfertig
> geschrieben haben.

Welche grossen Unternehmen waeren das?

Conrad? nein der verschickt nicht ueberall hin.
Reichelt? Bezweifle ich
Mediamarkt? Wie viele Firmen gibt's die wirklich europaeischen Handel 
mit Elektronik betreiben.

Ich vermute dass die EU Heinis das Thema so durchgeboxt haben wie die 
deutschen Politiker damals das Melderecht waehrend der Fussballsaison - 
keinen hat's gekuemmert und es wurde einfach abgenickt.

von 123GT (Gast)


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Hallo,

ich hatte mal etwas gelesen, dass KFZ Zubehör, dass für die feste 
Installationen vorgesehen ist (z.B. ein Radio) von der WEEE 
auageschlossen ist, das es zusammen mit dem Fahrzeug auf dem 
Schrottplatz entsort wird.
Ist das richtig?

Gruß René

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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123GT schrieb:
> ich hatte mal etwas gelesen, dass KFZ Zubehör, dass für die feste
> Installationen vorgesehen ist (z.B. ein Radio) von der WEEE
> auageschlossen ist, das es zusammen mit dem Fahrzeug auf dem
> Schrottplatz entsort wird.
> Ist das richtig?

Ja, für Autoradios gilt das nach §2, Abs.2 ElektroG:

"Geräte, die
a) als Teil eines anderen Gerätes, das vom Geltungsbereich dieses 
Gesetzes ausgenommen ist oder nicht in den Geltungsbereich dieses 
Gesetzes fällt, in dieses eingebaut sind und
b) ihre Funktion nur speziell als Teil dieses anderen Gerätes erfüllen 
können,"

Fahrzeuge mit Typgenehmigung (üblicherweise fast alle im Straßenverkehr) 
fallen nicht unter das ElektroG, damit auch deren (fest eingebaute und 
nur dort ihre Funktion erfüllende) Elektronik.

Irgendwo auf der EAR-Seite gab es auch mal unter Beispielen explizit 
einen Hinweis zu Autoradios.

von Kai (Gast)


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wie ist das mit Rückfahr/Dashcam oder Digital-Anzeigen oder Alarmanlagen 
in Autos? Gilt das da auch?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Bei Dashcams kommt es sicher darauf an, ob sie fest eingebaut sind.

Fest installierte Alarmanlagen würde ich aber zu den Dingen zählen, die 
"ihre Funktion nur speziell als Teil dieses anderen Gerätes (=Auto) 
erfüllen können".

von Max (Gast)


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Hallo, ich hole noch einmal hoch...gibt es da was neues? 
Erfahrungsberichte?

von Trool (Gast)


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Viele kleine Firmen verkaufen ohne jegliche Registrierung in's gesamte 
EU Ausland, so sieht die Realität aus. Viele sind aber mittlerweile 
zumindest in Deutschland registriert (vor allem deutsche Anbieter, da 
die Anbieter sich hier gegenseitig verklagen könnten und der 
wirtschaftliche Druck in Deutschland auch höher ist).

Auf Ebay hat's keine Minute gedauert bis ich den ersten Händler gefunden 
habe bei dem es so ist, ich schätze dort sind hunderte solcher Händler 
unterwegs (zzgl. den nicht EU Anbietern die auch in die EU versenden).

Mittlerweile ist es ausreichend einfach nur im EU Ausland etwas 
anzubieten um rechtlich angreifbar zu sein, aber da so ziemlich alle 
kleinen Anbieter angreifbar sind prügeln sie sich halt nicht gegenseitig 
(ist bei den EU Ausländern auch nicht anders). Beim Schach wär's eine 
Patt Situation.

von Max (Gast)


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interessant.
Und wie ist es mit den Erfahrungen bei Registrierung und Bezahlungen? 
Also wenn man es legal machen will? Wie hoch sind die Kosten und Hürden 
dazu?

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Ich kann nur auf zwei alte Beiträge verweisen:
Beitrag "Re: Wenn ihr so tolle Sachen baut, warum verkauft ihr sie nicht?"
Beitrag "Re: WEEE oder EAR kosten und verkauf von Kleinserien in der EU."

Daran wird sich nichts grundlegend geändert haben.

von bernte (Gast)


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vertick doch einfach alles über ebay kleinanzeigen als privat, ohne 
gewährleistung bla blub

ein bekannter von mir macht das schon jahre so, kümmert eh keinen

weder Mitbewerber, noch zuständige Kammer, noch Finanzamt
haben alle zu wenig Lust die Graumarkt mal aufzuräumen

ja finds selber zum kotzen ist eben so

btw der  Umsatz von den besagten Bekannten geht in Richtung 100K pro 
Jahr, der Gewinn so Richtung 40-45K steurfrei

von Cornelius P. (Gast)


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MaWin schrieb:
> Wie schon geschrieben: OEM.
> Ein Hersteller, der nur an weiterverarbeitende Hersteller liefert, hat
> weder EAR noch CE am Hals.

Was ist wenn ich z.B. eine Fütterungs-Automatik nur an Bauern oder nur 
an Elektriker verkaufe?
Der Bauer würde es in seiner Produktion nutzen und der Elektriker würde 
das Gerät einbauen.

von MaWin (Gast)


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Cornelius P. schrieb:
> Was ist wenn ich z.B. eine Fütterungs-Automatik nur an Bauern oder nur
> an Elektriker verkaufe?
> Der Bauer würde es in seiner Produktion nutzen und der Elektriker würde
> das Gerät einbauen.

Da weder der Bauer noch der Elektriker seinen Firmennamen als 
Produktnamen draufschreibt"Bauer Hansens Fressplatz" um es dann weiter 
zu verkaufen "Elektrikers Drahtlümmel  Konstruktion", bist du 
Hersteller.

Immerhin geht es um B2B, also musst du nur die Rücknahme zusichern, bei 
EAR dich nur als B2B registrieren, keine Containerlotterie, keine 
insolvenzsichere Garantie.

Aber: Fütterungsautomat ist eine Maschine, also Maschinenrichtlinie, 
darf nichts und niemanden einklemmen und er arbeitet im Staub jahrelang 
autonom, Staubexplosion ist Produktsicherheitsrelevant.

von 100Ω W. (tr0ll) Benutzerseite


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Darf man sein Produkt als Briefbeschwerer mit XY-Funktion verkaufen, um 
die WEEE/EAR zu umgehen, wenn die Elektronik im Eimer ist kann das Teil 
ja weiter hin Briefe beschweren?

Edit: Ja, ich weiß, dass der Thread schon älter ist.

: Bearbeitet durch User
von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Das ist so sinnvoll, wie im Auto den Tacho abzuklemmen und sich dann 
blitzen zu lassen. Du kannst eher versuchen, einfach unter dem Radar zu 
fliegen; bei Kleinmengen könnte das gehen. Garantieren wird es dir 
niemand.
Und wie schon geschrieben: die Kosten sind ziemlich überschaubar. Wenn 
dir das zu teuer ist, solltest du überlegen, ob du das Gerät überhaupt 
verkaufen oder anderweitig in Verkehr bringen willst.

: Bearbeitet durch User
von MaWin (Gast)


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100Ω W. schrieb:
> Darf man sein Produkt als Briefbeschwerer mit XY-Funktion verkaufen, um
> die WEEE/EAR zu umgehen, wenn die Elektronik im Eimer ist kann das Teil
> ja weiter hin Briefe beschweren?

Auch Briefbeschwerer mit Elektronik drin fallen unter WEEE, so wie 
Kinderspielzeug oder blinkende Turnschuhe.

von Darky (Gast)


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Waldemar S. schrieb:
> Jetzt eine Frage:kennt jemand vielleicht eine möglichkeit überhaupt in
> der EU Elektronik in kleinen serien zu verkaufen z.B. in

Falsche Frage, die ganzen Typen halten die Hand auf, bieten dir nichts 
und werden sich weitere sinnlose Verpflichtungen ausdenken um noch mehr 
Schmarotzer zu mästen. Das ganze ist dann in diverse Stiftungen und 
Institute ausgelagert damit der Staat seiner Verantwortung nicht 
nachkommen muss.

Zur Unternehmensgröße:
Die Mafia kümmert sich auch erst um Schutzgeld wenn sich der Aufwand 
lohnt.

Wenn du dich anmeldest kommst du auf ein Liste und jeder kann sehen was 
du machst, es sind ja nicht nur die EAR Abzocker. In diesem Feudalstaat 
halten noch ganz andere ihre "sauberen Hände" auf.

Für die richtigen Fragen bist du hier aber eh falsch.

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