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Forum: Projekte & Code Haustelefon (Anlage für 2 Teilnehmer)


Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Hier ist ein Projekt, das ich über die Feiertage gemacht habe: ein 
Haustelefon (Telefonanlage für 2 Telefone). Als ich ein Kind war, hat 
mein Vater zwei alte Telefone (W63) umgebaut für meine Schwester und 
mich. Später habe ich die den Nachbarkindern installiert, aber es ging 
mehr schlecht als recht. Deswegen habe ich jetzt diese 
Mini-Telefonanlage gebaut, an die man zwei stinknormale Analogtelefone 
anschließen kann.

Inspirieren lassen habe ich mich durch die Schaltung hier: 
http://www.norbertmoch.de/_elektronik/telefon/tele... 
- allerdings habe ich das Verhau von Diodenlogik und CMOS-Gattern durch 
einen µC ersetzt. Das macht den Rest der Schaltung deutlich einfacher 
und sorgt vor allem für ein normgerechtes 25Hz Rufsignal. Die Schaltung 
von Norbert Moch verwendet 50Hz, was viele alte Telefone nicht mögen.

Anbei alle Unterlagen für den Nachbau. Ich habe alles auf eine kleine 
Platine gequetscht, die in das Gehäuse KG28M von Donau electronic paßt 
(z.B.  Nr. 94-460291 bei Pollin). Zur Stromversorgung dient ein AC- 
Steckernetzteil 15.7V/185mA, das hier noch herumkullerte.

Die Telefone sind klassisch per Doppelader und TAE-Dosen angeschlossen. 
Für die Platine habe ich eine LSA-Klemmleiste aus einem Cat5-Verbinder 
ausgeschlachtet.

Wenn mir danach ist, werde ich später noch ein paar Details zu Schaltung 
und Programm in einem Artikel im hiesigen Wiki dokumentieren.

Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Der Artikel Haustelefon ist jetzt online.

Autor: Ach Du grüne Neune (Gast)
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Ja das ist doch mal ein vernünftiges Projekt, auch mechanisch gut 
umgesetzt. Zugentlastung mit Kabelbinder reicht in der Praxis auch 
völlig aus.

Autor: Michael R. (fisa)
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Coole Sache!

Wenn ich das damals (tm) gewusst hätte, wäre dieses mein Projekt 
Beitrag "Re: drei alte Telefone verbinden" etwas schneller 
fertiggeworden ;-)

Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Michael R. schrieb:

> Wenn ich das damals (tm) gewusst hätte, wäre dieses mein Projekt
> Beitrag "Re: drei alte Telefone verbinden" etwas schneller
> fertiggeworden ;-)

Dein Projekt gefällt mir! Mein Haustelefon geht ja wirklich nur strikt 
für zwei Telefone. Manchmal ist das zu wenig. Und ein paar Telefone 
hätte ich noch :)

Würdest du deine Quellen auch veröffentlichen? Im o.g. Thread finde ich 
nur den Schaltplan.

Autor: Michael R. (fisa)
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Axel S. schrieb:
> Würdest du deine Quellen auch veröffentlichen?

Ha! Subversion vergisst nichts!

Bitte um Gnade beim C-Source, das waren meine ersten AVR-Gehversuche ;-)

Übrigens ist die Mini-Anlage seit 2013 im Dauerbetrieb, wird mehrmals 
täglich genutzt, und ist noch nie abgestürzt... Meltdown- und 
Spectre-patches muss ich wohl auch keine einspielen ;-)

: Bearbeitet durch User
Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Michael R. schrieb:
>
> Bitte um Gnade beim C-Source, das waren meine ersten AVR-Gehversuche ;-)

Keine Sorge. Ich bin selber ganz froh, meine "Jugendsünden" weitgehend 
unter Verschluß halten zu können :)

> Übrigens ist die Mini-Anlage seit 2013 im Dauerbetrieb, wird mehrmals
> täglich genutzt, und ist noch nie abgestürzt...

Na bitte!

> Meltdown- und Spectre-patches muss ich wohl auch keine einspielen ;-)

LOL :-D

Autor: Markus (Gast)
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Ach Du grüne Neune schrieb:
> Ja das ist doch mal ein vernünftiges Projekt, auch mechanisch gut
> umgesetzt.

+1
Nette Beschreibung der FSM.

Autor: Conny G. (conny_g)
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Herrlich! Motiviert gleich sich so etwas zu installieren :-)

Autor: Karl B. (gustav)
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Hi @Axel,
erst einmal Gratulation zu dem gelungenen Projekt.
Habe aber noch eine Frage:
Da unter der Bezeichnung "Telefonapparat" schaltungstechnisch (stark) 
unterschiedliche Varianten im Umlauf sind, demhingegen im Internet sehr 
wenig bis überhaupt nichts über das Innenleben der Geräte "verraten" 
wird, möchte  ich diese Gelegenheit wahrnehmen, zwei gängige 
"Prototypen" von Fernsprechtischapparaten vorzustellen:

Der eine Apparat FG54_5137 b/d läuft nicht am Kabelmodem (Drehwähler! 
Allerdings Anrufe können entgegengenommen werden, deswegen geradezu 
prädestiniert für dieses Projekt hier.)

Der andere Apparat FeAP_01 (mit Wähltasten) funktioniert auch am 
Kabelmodem, ist also - mit aller Vorsicht formuliert - 
"digitaltauglich".
(Das nur zur Aktualität. Umprogrammierbar auf DTMF etc.)

Bin mir jetzt nicht sicher, ob dieser FeAp_01 mit der Schaltung im 
Projekt funktioniert oder eventuell sogar Schaden nehmen könnte. Da 
dessen Innenleben ja etwas komplizierter aufgebaut ist. Die 
Stromversorgung der ICs etc. wird ja aus dem "Telefondraht" gezogen.
Durch Umstellung der Telekom auf IP funktioniert dieses Gerät nicht mehr 
direkt an der Zweidrahtleitung, sondern, wenn überhaupt, nur noch über 
entsprechendes Modem, das auch die Versorgungsspannung bereitstellt. 
Insofern könnte jemand auf die Idee kommen, dieses Modell ebenfalls ins 
Museum stellen zu wollen, womit es wieder für dieses Projekt in Frage 
käme.

Habe noch nicht abgecheckt, in welchem Spannungsbereich der Apparat 
funktioniert bzw. wieviel und wann, wie lange "Strom" gezogen wird.
Es soll ja - soweit ich das Projekt verstanden habe - nicht "gewählt" 
werden,  sondern nur Rufen und Rufe quittieren bei der Gegenstation 
durch Abheben des Hörers.
Man könnte evtl. die "Brücken" beim FeAp_01 entsprechend setzen.

ciao
gustav

Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Karl B. schrieb:

> Der eine Apparat FG54_5137 b/d läuft nicht am Kabelmodem (Drehwähler!
> Allerdings Anrufe können entgegengenommen werden, deswegen geradezu
> prädestiniert für dieses Projekt hier.)

Das heißt Impulswahlverfahren (IWV) und in der Tat können viele moderne 
Telefonumsetzer (DSL/ISDN/IP auf a/b) kein IWV mehr am a/b Anschluß. 
Ältere Geräte wie z.B. meine erst kürzlich ausgemusterte Fritzbox 7170 
können das aber durchaus noch.

Der "Drehwähler" heißt korrekt Nummernschalter und ist ein kleines 
Wunderwerk der Mechanik.

> Der andere Apparat FeAP_01 (mit Wähltasten) funktioniert auch am
> Kabelmodem, ist also - mit aller Vorsicht formuliert -
> "digitaltauglich".

Das wäre dann das Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV). Man findet im Netz 
Bauanleitungen für IWV-zu-MFV Konverter. Damit kann man beide Arten 
Telefone an modernen Anschlußboxen betreiben.

> Habe aber noch eine Frage:

> Bin mir jetzt nicht sicher, ob dieser FeAp_01 mit der Schaltung im
> Projekt funktioniert oder eventuell sogar Schaden nehmen könnte.

Schaden nehmen definitiv nein. Funktionieren ist eine andere Sache. Die 
18V für beide Telefone sind außerhalb der Spezifikation. Normalerweise 
kriegt ein Telefon 60V Gleichspannung von der Vermittlung, der 
Toleranzbereich ist aber sehr groß und geht runter bis 20V. Das ist 
notwendig wegen der tendentiell langen Leitung zwischen Vermittlung und 
Apparat.

Ich habe derzeit zwei Telefone "Variant" angeschlossen. Die tun ohne 
Probleme. Ein testweise angeschlossenes "Apart" (Tastentelefon, IWV) 
klingelte recht leise und vor allem kurz. Das wurde besser mit 1s 
Klingelzeit. Hintergrund: diese Art Gerät richtet die Rufwechselspannung 
gleich und betreibt mit der derart gewonnenen Energie einen kleinen 
(Piezo)Lautsprecher (bei deinem Telefon oben macht das der SAA1094). In 
nur 0.4s Rufzeit und mit der Spannung am unteren Ende des Toleranzbandes 
kommt da einfach zu wenig Energie an. Elektromechanische Wecker hingegen 
sind deutlich toleranter, was die Anregungsenergie betrifft. Ist halt 
ein resonantes System.

Ein ebenfalls testweise angeschlossenes modernes Tastentelefon (Pollin 
94-546398 - nicht lachen, das Zielpublikum ist ein kleines Mädchen ;) 
verhielt sich praktisch identisch. Die Sprechverbindung funktionierte 
jedenfalls mit allen getesteten Kombinationen.

Mein Haustelefon oben läßt sich noch ein bißchen tunen, um mit 
Problem-Apparaten besser zu harmonieren. Durch Wahl einer höheren 
Spannung für ZD1 kann man die Sprechspannung erhöhen. Zumindest so weit, 
wie es die Brummspannung vor T1 erlaubt. Eventuell C4 vergrößern.

Auch die Rufspannung kann man noch vergrößern. Derzeit sind da nur 3 
Dioden und Kondensatoren in der Kaskade. Mit der 4. Diode und dem 
zugehörigen Kondensator (besser: ein 160V Typ gegen GND) kriegt man 
diese Spannung noch knackiger. Die angegebenen 90V sind nur der 
Mittelwert. Real sind das ~75V Gleichspannung mit überlagerten 50Hz 
Pulsen bis über 100V. Wenn man diese Modifikation macht, sollte man aber 
R6 vergrößern (verdoppeln, evtl. sogar noch größer). Die Transistoren 
und Dioden sind bis 160V gut.

Ich habe übrigens mangels 1N4002 überall 1N4148 verbaut. Geht auch.

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