Moin,
benötige einen Praxistip. ;-)
Soll ich auch für vermeintlich ganz einfache Projekte einen Schaltplan
zeichnen? Als Beispiel sei hier die Motorsteuerung über einen FU genannt
Beitrag "Re: Arduino - Eingänge entstören?"
Die Platine habe ich "frei Schnauze" aufgebaut, daher ist die Anordnung
der Bauteile auch nicht ganz optimal. Für einzelne Baugruppen, z.B. die
Relais mit Transistoransteuerung, habe ich Teilschaltpläne.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich dieses Projekt noch einmal baue.
Es könnte höchstens eine Reparatur zu erwarten sein.
Auf der anderen Seite kostet mich das Zeichnen und ordentlich
beschriften bestimmt auch ein paar Stunden.
Was meint Ihr, Schaltplan ja oder nein?
svensson schrieb:> Soll ich auch für vermeintlich ganz einfache Projekte einen Schaltplan> zeichnen?
Ja immer. Wenn du mal ein altes Gerät reparieren musst, wirst du es
verstehen.
Ich zeichne immer einen Schaltplan, gerne auch mit Bleistift. Und wenn
schon kein Layout gezeichnet wurde, mache ich wenigstens aussagekräftige
Fotos von allen Seiten.
svensson schrieb:> Soll ich auch für vermeintlich ganz einfache Projekte einen Schaltplan> zeichnen?
Ja, nach 3 Jahren Betrieb vergisst du vielleicht was im einzelnen
etwaige Design-Entscheidungen waren.
svensson schrieb:> Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich dieses Projekt noch einmal baue.
Vielleicht jemand anderes? Dann kannst du die Lösung weitergeben.
svensson schrieb:> Es könnte höchstens eine Reparatur zu erwarten sein.> Auf der anderen Seite kostet mich das Zeichnen und ordentlich> beschriften bestimmt auch ein paar Stunden.
Bei Reparatur kostet das Reverse-Engineering und erschwerte Fehlersuche
auch genau diese Paar Stunden.
mfg mf
svensson schrieb:> Moin,>> benötige einen Praxistip. ;-)> Soll ich auch für vermeintlich ganz einfache Projekte einen Schaltplan> zeichnen?
JA!
> Als Beispiel sei hier die Motorsteuerung über einen FU genannt> Beitrag "Re: Arduino - Eingänge entstören?">> Die Platine habe ich "frei Schnauze" aufgebaut, daher ist die Anordnung> der Bauteile auch nicht ganz optimal.
Eben das kann man mit einem CAD-Programm VORHER optimieren, bevor man
überhaupt ein Bauteil real anfaßt. Sei es nun Sprint-Layout, Lochmaster
oder ein echtes Layputprogramm ala Eagle, KiCad & Co.
> Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich dieses Projekt noch einmal baue.
Das ist egal.
> Es könnte höchstens eine Reparatur zu erwarten sein.> Auf der anderen Seite kostet mich das Zeichnen und ordentlich> beschriften bestimmt auch ein paar Stunden.
Dann machst du was falsch. Natürlich kostet die Einarbeitung in ein
Programm erstmal Zeit, aber die ist SEHR gut investiert.
> Was meint Ihr, Schaltplan ja oder nein?
Definitiv JA!
Ich benutze seit Jahrzehnten immer den gleichen Zeichenblock, um
wenigstens von den merkwürdigsten Projekten ein wenig Dokumentation zu
haben.
In den letzten Jahren gesellen sich dazu dann die Projekte in Eagle als
Daten dazu - und natürlich evtl. Listings, die als Einleitung auch
nochmal eine Beschreibung der Hardware haben und was der Kram denn nun
machen soll.
minifloat schrieb:> Bei Reparatur kostet das Reverse-Engineering und erschwerte Fehlersuche> auch genau diese Paar Stunden.
Kostet sogar wesentlich mehr Zeit - meistens.
....
>> Bei Reparatur kostet das Reverse-Engineering und erschwerte Fehlersuche> auch genau diese Paar Stunden.>> mfg mf
Nur das die Stundenlöhne immer teuer werden.
Das ging aber flott!
Da der Trend recht eindeutig scheint, werde ich wohl zeichnen müssen.
Der Tip mit der Bleistiftzeichnung gefällt mir übrigens auch, muß ja
nicht immer alles CAD sein.
Fotos mache ich ohnehin.
> das kann man mit einem CAD-Programm VORHER optimieren
Ja, aber auch das kostet (viel) Zeit. Zudem fällt meinen Kollegen fast
täglich noch etwas ein. Mein erstes Projekt habe ich so sechs Mal
umgezeichnet (mit Sprint Layout). Dann bekam ich hier den Tip mit dem
CuL, weshalb ich jetzt querfeldein verdrahten kann.
> Listings
Meine Programme sind fast immer kommentiert.
svensson schrieb:> Soll ich auch für vermeintlich ganz einfache Projekte einen Schaltplan> zeichnen?
Ja.
Ich lege für jedes Projekt eine Mappe an in die sämtliche Doku kommt,
also Bedienungsanleitung und Datenblätter der verwendeten Bauteile,
Programm im uC, und eben Schaltplan. Nicht unbedingt schön aber
vollständig, selbst Schmierpapier kommt da mit rein und Aufkleber von
Bestellungen.
Damit man nachgucken kann, wenn mal was is.
svensson schrieb:> Da der Trend recht eindeutig scheint, werde ich wohl zeichnen müssen.
Du Ärmster . . .
> Der Tip mit der Bleistiftzeichnung gefällt mir übrigens auch, muß ja
Naja, das mag hin und wieder OK sein, aber CAD ist heute meist eher das
Mittel der Wahl. Man kann eine CAD-Zeichnung DEUTLICH schneller und
einfacher umzeichnen als eine Bleistiftskizze.
>> das kann man mit einem CAD-Programm VORHER optimieren> Ja, aber auch das kostet (viel) Zeit.
Ach so? Und du glaubt, das on the fly einfacher, schneller und besser
hinzubekommen? Dream on.
"Die schnellste und PREISWERTESTE Art etwas zu tun, ist es gleich
richtig zu tun."
Autor unbekannt
> Zudem fällt meinen Kollegen fast> täglich noch etwas ein.
Ja und? Das kann man im CAD leichter einarbeiten als in einem
ungeplanten Drahtverhau.
> Mein erstes Projekt habe ich so sechs Mal> umgezeichnet (mit Sprint Layout). Dann bekam ich hier den Tip mit dem> CuL, weshalb ich jetzt querfeldein verdrahten kann.
Das macht es nicht besser, der Chaos-Faktor steigt exponentiell.
Falk B. schrieb:>> Der Tip mit der Bleistiftzeichnung gefällt mir übrigens auch, muß ja> Naja, das mag hin und wieder OK sein, aber CAD ist heute meist eher das> Mittel der Wahl.
Beim Brot backen verwenden die Profis heutzutage auch Knet-Maschinen,
ich mache es trotzdem recht erfolgreich mit der Hand. Ich schneide auch
meine Pommes selber - jede einzeln. Why not?
Stefanus F. schrieb:> Falk B. schrieb:>>> Der Tip mit der Bleistiftzeichnung gefällt mir übrigens auch, muß ja>>> Naja, das mag hin und wieder OK sein, aber CAD ist heute meist eher das>> Mittel der Wahl.>> Beim Brot backen verwenden die Profis heutzutage auch Knet-Maschinen,> ich mache es trotzdem recht erfolgreich mit der Hand. Ich schneide auch> meine Pommes selber - jede einzeln. Why not?
Wenn man auf Zen-Pommes steht . . .
https://de.wikipedia.org/wiki/Zen
"„Ich würde gerne irgend etwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen
haben wir überhaupt nichts.“ "
> Ja und? Das kann man im CAD leichter einarbeiten als in einem> ungeplanten Drahtverhau.
Einzeichnen vielleicht, aber in die bereits halbfertige Schaltung muß es
dann doch hineinimprovisiert werden.
svensson schrieb:>> Ja und? Das kann man im CAD leichter einarbeiten als in einem>> ungeplanten Drahtverhau.> Einzeichnen vielleicht, aber in die bereits halbfertige Schaltung muß es> dann doch hineinimprovisiert werden.
Mach nur weiter mit deinen Argumenten. Der Rest der Welt ist total
dämlich und rückständig mit dem Schaltplanzeichnen. Deine Ex und Hopp
Methode macht das alles deutlich besser . . .
Man sollte immer einen Schaltplan von seinen Projekten machen, denn nach
relativ kurzer Zeit weis man meist nicht mehr, warum man es so und nicht
anders gemacht.
Ob man den Schaltplan mit einem Layoutprogramm oder mit dem Bleistift
und Papier macht ist erst mal egal.
Ich mache mittlerweile ähnlich wie MichaelB. Ich lege für jedes Projekt
einen Ordner mit diversen Unterordnern an. Dort werden dann die
Schaltpläne, Bordlayouts, Fotos vom Werdegang des Projektes, sämtliche
Dokumentation die bei der Erstellungen des Projektes benutzt wurde,
Quellcode für nötige Software, eigene Dokumentation (z.B.
Abgleichanleitung) etc. etc.. Je mehr man Unterlagen hat, um so
einfacher läßt sich bei späteren Reparaturen oder Erweiterungen
rekapitulieren, was man bei der Herstellung des Projektes gemacht hat.
Ich sagte es ja schon, man muß es nicht digital machen, mit Papier und
Stift geht das auch. So haben wir das früher gemacht, als noch keiner
von Layoutprogrammen im Privatbereich gesprochen hat.
Ohne mich jetzt aufdrängen zu wollen möchte ich berichten wie ich es
mache.
Ich dokumentiere alles so ziemlich im PC heutzutage und Schaltbilder
mache ich mit ECAD oder mit der Hand auf Papier +Photo oder Scan.
Mechanische Skizzen genauso. MCAD tue ich mir allerdings nicht an. Für
mich reicht da saubere gescannte Handskizzen. ECAD funktioniert für mich
sehr schnell weil ich eine sehr große Bibliothek habe so daß ich nicht
oft neue Symbole erstellen muß.
Die Projekte verwalte ich mit einem Ordner Template konsistent wie hier
gezeigt:
Beitrag "Re: Zeigt her eure Kunstwerke (2015)"
Wenn ich ein neues Projekt anfange oder Informationen sammle, kopiere
ich dieses Template einfach und ändere den Namen.
Das hat sich seit 1998 so bewährt. Projekte numeriere ich mit
Jahresprefix und fortlaufender Nummer. Z.B. 19nnn.
19002_UV_Exposer
Schaltbilder und LP haben auch ein System. Ein Schaltbild fängt mit 4415
an und fortlaufender Nummerierung. Z.B. 4415-0036, die dazugehörige LP
5500-0036. das alles verwalte ich in einem Excel Spreadsheet.
Mechanische Zeichnungen haben auch ein Nummersystem.
Zur erfolgreichen Projektdokumentation gehört auch die griffbereite
digitale Kamera oder das Smartphone.
Für mich reicht das einfache Konzept. Man soll sich das Leben nicht
unnötig komplizieren.
Moin,
gerade habe ich den Schaltplan von der FU-Ansteuerung begonnen.
Und siehe da: Schon hatte ich vergessen, welchen Wert die Widerstände
hatten und an welchen Pin die Tasten angeschlossen waren.
Scheint also doch nicht völlig sinnlos zu sein, so ein Schaltplan. ;-))
svensson schrieb:> Erstlingswerk
Wenn Du den Transistoren Basisvorwiderstände spendierst, leben sie
länger. ;)
PS: Ich kenne mich in der Arduino-Welt nicht so gut aus, vielleicht sind
die Kurzschlussströme der Ports klein genug, dass die Transistoren
überleben und wenn die Port kurzschlussfest sind, überleben auch diese.
Trotzdem macht man das eigentlich so nicht...
Stefanus F. schrieb:> Beim Brot backen verwenden die Profis heutzutage auch Knet-Maschinen,> ich mache es trotzdem recht erfolgreich mit der Hand. Ich schneide auch> meine Pommes selber - jede einzeln. Why not?
JA, mit den händen das ist noch richtiges handwerk mit guten werkzeug!
auch kaffee mache ich schon lange wieder mit mühle und handaufgiesen.
M.A. S. schrieb:> Wenn Du den Transistoren Basisvorwiderstände spendierst, leben sie> länger. ;)
Ups, glatt vergessen einzuzeichnen. Da sind natürlich noch 1k
Basiswiderstände.
@ Falk, Stefanus & all die Anderen
Danke, daß Ihr so heharrlich auf mich eingewirkt habt!
Inzwischen habe ich mich schon etwas in das KiCad eingefummelt und bin
angetan. Die Bedienung ist an manchen Punkten gewöhnungsbedürftig,
insbesondere, daß gleiche Symbole im oberen und rechten Menü
unterschiedliche Aktionen hervorrufen. Der Bauteileditor und der
Footprinteditor erschliessen sich einem auch nicht sofort. Dafür ist die
Möglichkeit, ein Platinenlayout mit dem Schaltplan zu koppeln, schon
sehr praktisch. Für meine Prototypen ist auch das Raytracing in 3D
genial, weil man so eine sehr gute Voransicht bekommt, wie die fertige
Platine einmal aussehen könnte und wie die Bauteile plaziert werden
müssen.
Ob du es glaubst oder nicht: Ich benutze KiCad seit 5 Jahren, aber nur
zum Zeichnen von Schaltplänen. Bei Platinen bin ich in der Welt der
Lochraster-Karten hängen geblieben.
Na, ich mache doch auch Lochraster. Aber auch da ist es praktisch, sich
die Anordnung der Bauteile zu überlegen, damit möglichst wenige (und
gerade) Verbindungen erforderlich sind. Und die verschiedenen Farben
(der Layer) erleichtern das Verbinden mit CuL auch ganz erheblich.
Für den Zusammenbau ist dann ein 3D-Vorschaubild auch ein nicht zu
unterschätzender Vorteil, jedenfalls wenn man das so selten macht wie
ich - Profis können sich das vermutlich im Kopf vorstellen.