OPV Signal von µV Bereich verstärken

(Firma: Keine Angabe) #6274637
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Hallo, ich muss ein Signal aus dem µV Bereich Verstärken damit es in dem 
Bereich von 0-10 Volt kommt. Wie stelle ich das an? Ich benötige da ja 
einnen nicht invertierenden OPV. Aber benötige ich da nur einen oder 
muss ich da mehrerer OPV's hintereinanderschalten? Und wenn ja wie sieht 
da so ein Schaltbild aus?

Ich kenne mich in ET eigentlich gar nicht aus aber ich müsste nur eine 
grobe Skizze ausarbeiten damit ich dies richtig verstehe :)

Benötige ich für so eine Verstärung von einem Faktor von 1.000.000 nur 
einen OPV? Sähe da eine Skizze da so wie das Bild im Anhang aus?

Danke und LG,
Jasmin
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Gast #6274651
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Oh, das ist eine harte Karte...
Du wirst das nicht mit einem OPV erreichen können, sondern mehrere 
Stufen
kaskadieren müssen. Es gibt extra sog. "Zero-Drift" OPV für solche 
Sachen, denn die Drift eines normalen OPV ist schon höher als Dein 
Meßsignal. Hier hat sich schon mal einer an einer ähnlichen Aufgabe 
verbraucht, da kannst Du Anregungen lesen:

Beitrag "Gesucht geeigneter OPV für Verstärkung von µV einer Thermosäule"
#6274660
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Jasmin N. schrieb:
> Hallo, ich muss ein Signal aus dem µV Bereich Verstärken damit es
> in dem
> Bereich von 0-10 Volt kommt. Wie stelle ich das an? Ich benötige da ja
> einnen nicht invertierenden OPV.

Na ja, 1 Mio ist eine Menge, welche Frequenz hat denn das Signal ?
Man setzt besser x1000 und x1000 hintereinander.
Aber letztlich kommt es auch die benötigte Messgenauigkeit an.

Mit der Leerlaufverstärkung (der Eingangsspannungsdifferenz des OpAmps) 
von 10 Mio wird aus z.B. 5uV am +In Eingang raufgeregelt bis der -In 
Eingang auf 4.55uV kommt, dann liegen 0.45uV zwischen beiden Eingängen, 
macht mit 10 Mio 4.55V am Ausgang, und das reicht, sind aber knapp 10% 
Abweichung vom Messwert.

Ausserdem liegen 10uV Vollausschlag in der Nähe der 
Eingangsfehlerspannung eines OpAmp, selbst die besten (TLC2652) 
erreichen nicht 1uV, so was wie ein LMP2021 hat schon 5uV, also 50% 
Fehler. Dein Signal ist also zu klein, um es sinnvoll verstärken zu 
können.

Bleiben die Zuleitungen der Bauteile, Kupfer mit Blei verlötet macht 
schon 13.5uV wenn eine Lötverbindung 'Hinleitung' nur 1 GradC wärmer ist 
als die
andere 'Rückleitung', und ruiniert dir deinen Messwert (Thermoelement).

Solche Spannung zu messen, womöglich noch mit einer Auflösung von 1/1000 
also 10nV, ist also eine hohe Kunst, bei deinem Kenntnisstand kannst du 
das einfach VERGESSEN.
Gast #6274682
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Jasmin N. schrieb:
> Benötige ich für so eine Verstärung von einem Faktor von 1.000.000 nur
> einen OPV?
Grundsätzlich nein. Viele haben zwar eine Leerlaufverstärkung von bis zu 
1e6, aber dann kann man nur ein paar Hz verstärken.

> Sähe da eine Skizze da so wie das Bild im Anhang aus?
ja, eine Stufe sieht prinzipiell so aus.

Jasmin N. schrieb:
> muss ich da mehrerer OPV's hintereinanderschalten? Und wenn ja wie sieht
> da so ein Schaltbild aus?

Du kannst mehrfach das oben gezeigte Schaltbild hintereinander hängen. 
Bei zweien mit je 1000 Verstärkung, bei dreien mit je 100 Verstärkung. 
Die Faktoren multiplizieren sich.

Aber glücklich wirst du damit nicht. 1µV Offset am Eingang liefern dir 
1V Offset am Ausgang. Wenn du AC-Signale (welche Frequenz?) verstärken 
willst, kann man das leicht mit Koppel-Cs reduzieren, bei DC wird dein 
Ausgangssignal quasi ein Zufallsgenerator.
Und wenn du nicht perfekt aufbaust, dann werden eingekoppelte 
Störsignale um ein vielfaches größer sein als dein Nutzsignal.
Abgesehen davon musst du erst mal einen OPA finden, bei dem weit 
unterhalb vom Nutzsignal das eigene Rauschsignal liegt und der praktisch 
Null Offset produziert.
(Firma: Keine Angabe) #6275290
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Ich habe mir eine kleine Skizze angefertigt. Könnte in so etwa die 
Schaltung aussehen? Mir geht es nicht darum dass alles perfekt 
abgestimmt und berücksichtigt sein muss. Ich möchte nur ein besseres 
Verständnis für solche Schaltungen bekommen. Ich habe angenommen dass 
das Signal von 25µV auf einen Bereich von 0-10 Volt verstärkt werden 
soll.

Wäre froh über eine kurze Rückinfo.

LG,
Jasmin89
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Gast #6275347
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Udo S. schrieb:

> Na ja, wenn du die ganzen Details wie Thermospannungen, Offset,
> Bandbreite oder Drift nicht berücksichtigen willst, dann stimmt das so
> in etwa.


Och nö.

Er nun wieder...

Daß die Formel für die Berechnung der Verstärkung eines 
nichtinvertierenden OPV falsch ist, das stört Dich gar nicht?

@Jasmin

V= 1+(R2/R1)

Wobei R2 der Kollege vom Ausgang zum nichtinvertierenden Eingang ist.
Du kannst auch einen der beiden Widerstände mit einem geraden Wert 
vorgeben und erhältst dann nur beim 2. so schräge Werte, bei denen Du 
stückeln mußt.
Gast #6275354
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Bei den kleinen Spannung und dann Rauschquellen in Form von 990k 
Widerständen: du wirst dein Signal im Rauschen nicht finden können ....

Udo S. schrieb:
> Bandbreite
Bei einer geplanten Verstärkung von max. 100 pro Stufe wird sie noch 
immer einige zig kHz sein - über die erforderliche Bandbreite stand noch 
nichts in den Anforderungen von Jasmin.
Gast #6275433
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Jasmin N. schrieb:
> Mir geht es nicht darum dass alles perfekt
> abgestimmt und berücksichtigt sein muss

Das wird aber nötig sein. Denn der erste OPA wird seinen eigenen 
Eingangs-Offset bereits um Faktor 100 verstärkern. Mal angenommen, das 
wären handelsübliche 5mV, dann sind es an dessen Ausgang schon 500mV. 
Der zweite Verstärker bräuchte dann schon eine Versorgungsspannung über 
50V damit dieser Offset ihn nicht in die Sättigung treibt. Und der 
dritte OPA hat eh keine Chance mehr, seinen Zweck zu erfüllen.
#6275443
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Jasmin N. schrieb:

> Mir geht es nicht darum dass alles perfekt
> abgestimmt und berücksichtigt sein muss.

Wenn Du wirklich Spannungen im µV-Bereich verstärken willst,
muss schon "alles perfekt abgestimmt" sein. Die Schaltung ist
da eher unwichtig. Viel wichtiger ist die Auswahl geeigneter
Bauelemente und der richtige Aufbau. Ich hab das Buch zwar
nicht selbst gelesen, aber bei "The Art of Electronics" von
Horowitz/Hill findet man da wohl einige wichtige Hinweise.
Gast #6275469
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Ach Du grüne Neune schrieb:
> Drifting away from Arbeitspunkt schrieb:
>> V= 1+(R2/R1)
>
> Das ist doch die gleiche Formel die Jasmin auch verwendet hat, nur eben
> in einer anderen Schreibweise. Es kommt in beiden Fällen das gleiche
> Ergebnis raus (Die Schrift kann ich nur nicht so gut entziffern).
>
> V= (R2 + R1)/R1

Ist doch normal das sich hier Leute rumtreiben die nicht verstehen was 
sie machen. Die Formel von Wikipedia zu nutzen ist das eine sie zu 
verstehen ist was gang anderes. Außerdem ist Formeln umstellen doch eine 
hohe Wissenschaft wie kannst du verlangen das das jemand kann....
Gast #6276652
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1. Stufe, Verstärkung um Faktor 2, Zero-Drift, etc.
2. Stufe, Verstärkung um Faktor 5
3. Stufe, Verstärkung um Faktor 10
4. Stufe, Verstärkung um Faktor 100
5. Stufe, Verstärkung um Faktor 100

Die ersten beiden Stufen müssen recht gute OPVs sein, präzise im 
uV-Bereich. Wenn Du im mV-Bereich bist, ist die Qualität der verwendeten 
OPVs nicht mehr so tragisch.

Du kannst die Schaltung mit einem Einfach-OPV (Low-Offset) und einem 
Vierfach-OPV (Low-Drift) aufbauen. Oder exemplarisch von Analog Devices: 
ADA4523-1 für die ersten beiden Stufen, kostet unter 1 Euro. Ist ein 
superneuer OPV. Im Nachgang dann weiter verstärken mit ADA4522-4.

Generell gibt es die besseren OPVs nicht so sehr in 
vierfach-Kombinationen, meistens als einzelnen oder Doppel-OPV. Wirst 
also mehrere ICs brauchen.

Meine praktischen Erfahrungen gehen hinunter bis auf 10uV. Das war schon 
recht schwierig.
Gast #6276671
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Ach Du grüne Neune schrieb:
> Das ist doch die gleiche Formel die Jasmin auch verwendet hat, nur eben
> in einer anderen Schreibweise. Es kommt in beiden Fällen das gleiche
> Ergebnis raus (Die Schrift kann ich nur nicht so gut entziffern).
>
> V= (R2 + R1)/R1

Das stimmt schon, nur in ihrem Schaltplan hat sie die Widerstände falsch 
eingetragen - R1 und R2 sind jeweils vertauscht. So machen die Stufen 
nur ein klein wenig mehr als v=1.
Gast #6276813
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Harald W. schrieb:
> Wenn Du wirklich Spannungen im µV-Bereich verstärken willst,
> muss schon "alles perfekt abgestimmt" sein. Die Schaltung ist
> da eher unwichtig. Viel wichtiger ist die Auswahl geeigneter
> Bauelemente und der richtige Aufbau.

Besser wäre, ein Konzept zu wählen, bei dem man nicht schon aus Prinzip 
mit Problemen zu kämpfen hat und sich nicht auch noch Gedanken um den 
Temperaturausgleich zwischen den Anschlussstellen machen muss.

Jeder Radioempfänger mach einem vor, wie man Spannungen im µV-Bereich 
relativ komplikationslos verstärken kann. Das Geheimnis ist eine von 0 
verschiedene Trägerfrequenz.

Was ist das für ein Signal, dass da verstärkt werden muss?
#6276860
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Der müde Joe schrieb:
> 1. Stufe, Verstärkung um Faktor 2, Zero-Drift, etc.
> 2. Stufe, Verstärkung um Faktor 5

Und warum das? Warum nicht eine einzelne Stufe mit Verstärkung 10?

> 3. Stufe, Verstärkung um Faktor 10

Oder gleich die ersten 3 Stufen zusammenfassen zu einer mit V=100?

> 4. Stufe, Verstärkung um Faktor 100
> 5. Stufe, Verstärkung um Faktor 100

Hier siehst du es ja auch als machbar an.

> Die ersten beiden Stufen müssen recht gute OPVs sein, präzise im
> uV-Bereich.

Eine etwas schwammige Aussage. Wichtig ist, daß der erste OPV eine 
geringe Offsetspannung hat und vor allem eine geringe Offsetdrift. Ein 
Zero-Drift OPV ist IMHO Pflicht. Der hat dann auch gleich eine geringe 
absolute Offsetspannung.
Gast #6276926
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Axel S. schrieb:
> Wichtig ist, daß der erste OPV

Wichtig ist auch, dass der erste OPA eher viel verstärkt, denn nur dann 
kannst du den Rauschbeitrag der aktiven Elemente gering halten. Es mag 
sein, dass man beim ersten dann etwas zurückhaltend ist, wenn hohe 
Verstärkung auch große Widerstände (Widerstandsrauschen) bedeutet. Da 
gibt es sicher ein Optimum.
Aber v=2 für die erste Stufe erscheint mir auch viel zu wenig, da sollte 
'der müde Joe' noch den Grund nennen, wie er zu dem Vorschlag kommt ...
Gast #6276950
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Jens G. schrieb:
> Hat denn die TO-In eigentlich schon mal erwähnt, was für ein Signal das
> überhaupt ist?

Wozu. Jasmin hat ihr Zeug so in ihre Ausaurbeitung geschrieben, und die 
chinesischen Elektroniker die jetzt das Pflichtenheft der deutschen 
Mutterfirma umsetzen sollen, schütteln wieder verzweifelt den Kopf ob 
der Inkompetenz und weltfremden Ahnungslosigkeit der Leute, die in 
Deutschland leben und arbeiten, und wissen, dass sie wieder selbst die 
Kuh vom Eis holen müssen.

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