Hallo zusammen
Ich möchte gerene sehr geringe Spannungen (nV...uV) messen (AD Wandeln).
Ich habe gesehen, dass es einige 32bit ADCs gibt (?!?), und dazugehörige
china module mit einer Step Down spannungsversorgung für den ADC (!) :P.
Nun eigentlich bin ich auf der suche nach einem kleinen SPI Modul
welches sich diesem Problem vernünftig annimmt.
Mit oder ohne Vorverstärkung. Bevorzugt kleine Spannung gegenüber GND
(nicht zwingend +/- ebenfalls möglich), AA Filter. Offset kann
eingemessen und anschliessend digital kompensiert werden. Signal max
10kHz Bandbreite.
Kennt jemand eine passende Lösung?
FPGA schrieb im Beitrag #6598571:
> Ich möchte gerene sehr geringe Spannungen (nV...uV) messen (AD Wandeln).
Das ist VIEL zu allgemein formuliert. Bedenke einmal die Rauschspannung.
Wenn ich mich recht erinnere, dann rauscht jeder Widerstand bei
Raumtemperatur mit etwa -174dBm/Hz. Das ist eine Rausch-LEISTUNG und je
hochohmiger dein ganzer analoger Trakt ist, desto größer ist auch die
Rauschspannung. Dito auch je größer deine Bandbreite, desto mehr
Rauschen.
Bevor du also mit solchen Fragen kommst, setze dir mal deine
Randbedingungen:
1. wie groß ist der Innenwiderstand deiner Schaltung an der betreffenden
Stelle, wo du messen willst
2. wie groß ist deine Bandbreite?
W.S.
32 Bit ADC und Stromversorgung über Schaltwandler ist gelinde gesagt
eine fragwürdige Kombination.
Normale Bastler kommen mit 12 Bit so gerade eben noch klar. 16 Bit nutzt
schon so gut keiner mehr.
Aber wenn du es schaffst, von den 32 Bit mehr als die Hälfte wirklich zu
nutzen (nicht als Zufallsgenerator), dann zolle ich dir meinen Respeckt
indem ich dich zum Essen einlade (sobald Corona vorbei ist).
>es einige 32bit ADCs gibt
Da purzeln halt erstmal nur 32bit Datenworte raus.
Der ADS1262 bspw. packt bei kurzgeschlossenem Eingang und 2,5SPS, Sinc4
Filter angeblich 25 rauschfreie Bits.
Texas ADS1220 habe ich mal verwednet 24 bit mit interner Referenz.
Aber ich sehe grad ist nur 2 kSPS also Faktor 5 langsamer als dus
brauchst.
Ich glaube der hatte von 0 bis 2,048 V 23 bit, ich meine das waren 62 nV
pro bit, wobei das kommt mir etwas klein vor.
Der IC hat mit SPI funktioniert eigentlich ziemlich einfach.
Allerdings sind die 24 bit natürlich nur sauschwer zu realisieren, das
muss schon alles stimmen, wie schon erwähnt wurde ist Rauschen und
Crosstalk da ein Thema, also Leiterbahnenrouting und wie du schon
erwähntest alle Spannungsversorgung muss linear und Rauscharm ausgelegt
sein, sonst sieht du den Rippel ja irgendwie wieder auf deinen
Nanonvolt, oder ud siehst die Nanovolt vor lauter Rippel nicht mehr, so
war es meistens bei mir :D
Was soll's denn werden ?
Mit der Frequenz gegen Null bekommst du das Problem der Thermospannungen
und des Popcorn noise. Dann waehrend der Frequenzen im akustischen
Bereiches kommen Vibrationen, welche in Komponenten spannungen
induzieren.
Deswegen sollte man sich vergewaertigen was man genau machen moechte.
FPGA schrieb im Beitrag #6598571:
> Hallo zusammen> Ich möchte gerene sehr geringe Spannungen (nV...uV) messen (AD Wandeln).> Ich habe gesehen, dass es einige 32bit ADCs gibt (?!?), und dazugehörige> china module mit einer Step Down spannungsversorgung für den ADC (!) :P.
32 Bit sind 9.5 Stellen.
Bist Du Dir im Klaren darüber, was anderswo für "nur" 8.5 Stellen für
ein Aufwand getrieben wird?
https://www.datatec.de/keysight-3458a-dmm
Und selbst gebraucht und ohne Kalibrierung:
ebay #383968214401
Das wäre übrigens ein ganz passables Gerät für Dein Vorhaben.
fchk
Danke für die Antworten
Nun ja da alles passen muss am liebsten ein modul. Nun die chinesen
haben module auf ebay, aber eben china halt inkl schaltregler :P....
Nun die Auflösung muss in den tiefen bereich kommen. dies kann mittels
hovhauflösendem adc oder vorverstärker +nideriger auflösender adc
erfolgen.
Anyway irgendwie habe ich das bauchgefühl: mit rein passiver
vorschaltung und hochauflösend adc evtl intern amp kommts besser als mit
extern precision opamp...
Die quelle ist niederimpedant. Stromverbrauch egal. Bandbreite DC- 10kHZ
Wozu werden diese 32 Bit ADCs eigentlich gebaut? Mir fällt nicht
wirklich eine Anwendung ein bei der man die Auflösung benötigt, aber die
Hersteller werden sowas ja nicht umsonst entwickeln. In den Datenblätter
stehen meist Anwendungen wie "weigh scale, high resolution PLC, strain
gauge digitizers"
Der Begriff PLC sagt mir nichts und wozu man für eine Waage 32 Bit
Auflösung haben möchte wird mir auch nicht so wirklich klar. Kann mich
jemand erleuchten?
FPGA schrieb im Beitrag #6598660:
> Bandbreite DC- 10kHZ
ergibt bei 60 Ohm Quellimpedanz 100nV (Effektivwert) an Rauschen also
fast 1 uVpp. Und das ohne Vorverstärker und ohne ADC.
Gruß Anja
Der Klassiker für die Messung kleiner Spannungen stammt aus der Zeit vor
der Elektronik - das Elektrometer, speziell das Kapillarelektrometer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kapillarelektrometer
Vielleicht besorgst Du dir ein solches, um damit eine ADC-Lösung zu
vergleichen?
--
Mal ein Rechenbeispiel, wieviel Elementarladungen darf die Differenz
zwischen den Ladungen auf den Elektroden eines 1 nF Kondensators
höchstens betragen, um eine Spannung von nicht mehr als einem 1nV zu
erzeugen?
C = Q/U -> Q = U*C = 1nV*1nF = 10^-18 Coulomb, also etwas mehr als sechs
Elementarladungen.
Ein nV -Messgerät kommt also in den Bereich eines Elektronendetektors,
sehr anspruchsvoll. Gut möglich, das normale elektrostatische Aufladung
das Ergebnis signifikant verfälscht. Schaltungstipps könnte man sich aus
der Medizintechnik, speziell von der Elektroenzephalografie abschauen,
da misst man im Bereich von 5 bis 100 µV. Wäre zumindest ein Anfang,
wenn auch noch Größenordnungen von nV entfernt.
Anja schrieb:> FPGA schrieb:>>> Bandbreite DC- 10kHZ>> ergibt bei 60 Ohm Quellimpedanz 100nV (Effektivwert) an Rauschen also> fast 1 uVpp. Und das ohne Vorverstärker und ohne ADC.> Gruß Anja
quellimpedanz ist im mOhm bereich
FPGA schrieb im Beitrag #6598571:
> Kennt jemand eine passende Lösung?
Dir über die Sinnhaftigkeit deiner Anforderungen klar werden.
2uV also 2000nV ist schon die Thermospannung zwischen Zinn und Kupfer an
den Lötanschlüssen wenn die nur 1GradC Temperaturunterschied haben.
Du brauchst eine Platine nur etwas zu biegen und die Anweichung wird
grösser als 1uV.
Nanovolt sind Rauschen, das Rauschen eines Stücks Kupferleiterbahn.
Wenn du nicht gerade Physiker am CERN bist, bist du von solchen
Messergebnissen so weit weg wie die Erde vom Mars.
FPGA schrieb im Beitrag #6598571:
> Nun eigentlich bin ich auf der suche nach einem kleinen SPI Modul> welches sich diesem Problem vernünftig annimmt.
Gelinde gesagt:
Vergiss es!
Ein "Modul" gibt es, in Form eines 3458A zwar mit GPIB statt SPI aber
was solls.
Und selbst damit, wenn man nicht genau weiß was man will bekommt man
selbst aus der Kiste nur 4-5 stelle heraus.
Man kann sich die schönste Schaltung/Messgerät sehr einfach mit dem
Aufbau versauen.
Die Rauschspanung ist sqrt(4*k*T*B*R)
k..Boltzmann
T..Raumtemperatur in K zB. 298
B..Bandbreite also 10kHz
R..Widerstand
@50R 90nV
@1M 12.83uV
Die Frage ist eher was genau du erreichen möchtest, es ist schon ein
Unterschied ob du Absolutwerte brauchst, oder ob eine statistische
Messung ausreicht.
Und natürlich auch, ob das ganze genau eine spezielle Messung, oder
gleich einen riesigen Dynamikbereich abdecken soll.
MilliNoise schrieb:> Wozu werden diese 32 Bit ADCs eigentlich gebaut?
Nun es gibt schon ein paar Anwendungen die hohe Auflösungen erfordern,
eben Seismographen oder Detektoren in Gaschromatographen oder
Analysewaagen usw.
In "The art of electronics" Ausgabe 3 wird das Frontend eines 34420A
besprochen.
Generell kann ich das Buch sehr empfehlen, vorallem da die zwei Autoren
selber aus dem "Instrumentierungs-Business" kommen :)
Ich bin mir aber durchaus sicher, dass man einiges erreichen kann wenn
man sorgfältig plant und sich etwas limitiert zB. in puncto Dynamik.
mfg
Rainer V. schrieb:> Und jetzt erzähl aber nicht, dass du über einem Shunt im> mOhm-Bereich eine Spannung im uV oder gar nV-Bereich messen möchtest...> Gruß Rainer
Doch sage ich nun shunt ist gar im uOhm bereich. Nun muss aber noch zum
adc verbunden werden.
MaWin schrieb:> FPGA schrieb:>>> Kennt jemand eine passende Lösung?>> Dir über die Sinnhaftigkeit deiner Anforderungen klar werden.> 2uV also 2000nV ist schon die Thermospannung zwischen Zinn und Kupfer an> den Lötanschlüssen wenn die nur 1GradC Temperaturunterschied haben.> Du brauchst eine Platine nur etwas zu biegen und die Anweichung wird> grösser als 1uV.> Nanovolt sind Rauschen, das Rauschen eines Stücks Kupferleiterbahn.> Wenn du nicht gerade Physiker am CERN bist, bist du von solchen> Messergebnissen so weit weg wie die Erde vom Mars.
offset kann digital kompensiert werden, thermisches gleichgewicht
vorganden
FPGA schrieb im Beitrag #6598735:
> Rainer V. schrieb:>> Und jetzt erzähl aber nicht, dass du über einem Shunt im>> mOhm-Bereich eine Spannung im uV oder gar nV-Bereich messen möchtest...>> Gruß Rainer>> Doch sage ich nun shunt ist gar im uOhm bereich. Nun muss aber noch zum> adc verbunden werden.
Was ist das für eine Anwendung?
Meistens, wenn man meint so etwas zu brauchen, liegt man falsch.
A. K. schrieb:> FPGA schrieb:>>> Rainer V. schrieb:>>> Und jetzt erzähl aber nicht, dass du über einem Shunt im>>> mOhm-Bereich eine Spannung im uV oder gar nV-Bereich messen möchtest...>>> Gruß Rainer>>>> Doch sage ich nun shunt ist gar im uOhm bereich. Nun muss aber noch zum>> adc verbunden werden.>> Was ist das für eine Anwendung?> Meistens, wenn man meint so etwas zu brauchen, liegt man falsch.
Nun den tipp dass es mit einem grösseren shunt einfacher gehen würde
benötige ich nicht, das weis ich selbst auch. Anwendungsbedingt ist es
aber nicht möglich einen grösseren shunt einzusetzen. Hal sensor etc
wäre eine alternative aber eigentlich ebenfalls nicht bevorzugt.
Dir frage ist wie kann ein 32bit adc sinnvoll sein? sinnvoll eingesetzt
werden? und was ist möglich?
FPGA schrieb im Beitrag #6598735:
> Doch sage ich nun shunt ist gar im uOhm bereich. Nun muss aber noch zum> adc verbunden werden.
Das will jemand Strommessen, oder?
Bitte solche Sachen im Eingangspost angeben, denn da gibt es schon
Lösungen.
Dafür gibt Verstärker-IC, z.B. bei Analog Devices. Die können das Signal
so aufbereiten, dass man in einen normalen ADC hineinkann.
Alternativ hat Analog auch 24-Bit-Signa-Delta-Wandler für genau solche
Zwecke, z.B. für Smartmeter die auf Shunts basieren.
Das hat seine eigenen Probleme, aber erleichtert die Sache ungemein,
insbesonderes weil in den Datenblättern auch Hinweise zur Auslegung
gegeben werden. Falls eine Strommessung gefragt ist: Bitte Eckdaten, da
kann man etwas weiterhelfen.
Den hab ich schon mal benutzt:
https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ade7912_7913.pdf
Der Stromkanal hat 24Bit and +-25mV, was THEORETISCH eine Auflösung von
1,49nV ist.
Allerdings erreicht man das natürlich nicht, und das IC hat diverse
Eigenschaften wie einen gruseligen DC-Offset (der für Messungen am
Stromnetz natürlich irrelevant ist), und die geforderte Bandbreite wird
auch nicht erreicht.
-->Hängt also extrem davon ab, was das Ziel ist.
FPGA schrieb im Beitrag #6598765:
> Nun den tipp dass es mit einem grösseren shunt einfacher gehen würde> benötige ich nicht, das weis ich selbst auch. Anwendungsbedingt ist es> aber nicht möglich einen grösseren shunt einzusetzen. Hal sensor etc> wäre eine alternative aber eigentlich ebenfalls nicht bevorzugt.
Troll.
Du hsst nicht den Hauch einer Ahnung.
Deine 'Anforderungen' sind Prinzessinnenwünsche.
FPGA schrieb im Beitrag #6598765:
> Dir frage ist wie kann ein 32bit adc sinnvoll sein? sinnvoll eingesetzt> werden? und was ist möglich?
Vielleicht sieht ja einer einen Sinn dahinter dass man statt, "der
Rauschanteil durch den Aufbau liegt bei +/- 1%" nach Wechsel auf einen
32bit ADC sagen kann "der Rauschanteil durch den Aufbau liegt bei +/-
1,00001%".
>> Dir frage ist wie kann ein 32bit adc sinnvoll sein? sinnvoll eingesetzt>> werden?>Gar nicht. Punkt.
Auflösung != Genauigkeit. Im Audiobereich interessiert die Genauigkeit
z.B. gar nicht groß, sondern da zählt nur Auflösung (Dynamik). Ob da
jetzt 32 bit von 24 bit von 16 bit unterscheiden kannst (gleiche
Bandbreite vorrausgesetzt). Who knows...
Stefan ⛄ F. schrieb:> Gar nicht. Punkt.
Auf diese Aussage hat die Welt gewartet, haben diesen Deppen von TI
tatsächlich Millionen falsch investiert, hätten wohl vorher dich fragen
sollen.
"Strong opinion" ist in den USA übrigens eher nicht gern gesehen.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Gar nicht. Punkt.
Ach, sieh es von der heiteren Seite.
Viele Themeneröffner machen es so, daß sie sich etwas Generelles
ausdenken und dabei die Probleme der realen Welt dadurch beseitigen,
indem sie diese einfach weg-abstrahieren. Und siehe da: schon ist das
Problem auf dem papier gelöst. Wenn es ein 32 Bit ADC nicht schafft,
nehmen wir eben einen 64 Bit ADC oder besser noch den 128 Bit ADC.
Fertig ist die Laube.
Du kennst sicherlich die Lösung des Problems: "wie fängt man einen Löwen
in der Wüste?"
Ganz einfach: man teilt die Wüste in 2 Teile. Den Teil, wo der Löwe
nicht drin ist, läßt man weg. Dann wiederholt man das Ganze so oft, bis
der Löwe nur noch Platz für seine 4 Pfoten hat und sich nicht mehr
rühren kann. Siehste?
W.S.
FPGA schrieb im Beitrag #6598735:
> Doch sage ich nun shunt ist gar im uOhm bereich. Nun muss aber noch zum> adc verbunden werden.
Junge junge, da bin ich jetzt aber erleichtert! Und zum ADC reichen in
der Regel 2 Leitungen, das wirste schaffen :-)
Gruß Rainer
Kastanie mit Arsenglasur schrieb:> "Strong opinion" ist in den USA übrigens eher nicht gern gesehen.
Hmmm, genau! So erklärt sich auch das Ergebnis der Präsidentschaftswahl
von 2016.
W.S. schrieb:> Du kennst sicherlich die Lösung des Problems: "wie fängt man einen Löwen> in der Wüste?"
Kannte ich noch nicht, nur den:
Wie rettet man sich vor dem Löwen? Indem man mit jemandem läuft, der
noch langsamer ist als ich. Den wird sich der Löwe schnappen.
W.S. schrieb:> Ganz einfach: man teilt die Wüste in 2 Teile. Den Teil, wo der Löwe> nicht drin ist, läßt man weg. Dann wiederholt man das Ganze so oft, bis> der Löwe nur noch Platz für seine 4 Pfoten hat und sich nicht mehr> rühren kann. Siehste?
Es ist aber schon bekannt, dass die Fragestellung in der Form recht
häufig auftritt?
Nämlich beispielsweise bei den erwähnten Smartmetern und dort konkret
bei der Strommessung (wie vom TE gewünscht). Dort muss die LED-Lampe mit
2W ebenso korrekt erfasst werden wie das E-Auto mit 22kW.
Und das verlangt eben einen hohen Dynamikbereich. Darum sind Auflösungen
von 24Bit durchaus gängig, und spezialisierte ADC mit Lösungen für
Shunts sind vorhanden (ich habe oben einen genannt).
Der ist mitnichten teure Spezialtechnik, sondern kostet unter 10€.
Man kann nicht real existierende und in jedem Haushalt vorkommende
Bauteile einfach als "technischen Unsinn" klassifizieren.
>Der ist mitnichten teure Spezialtechnik, sondern kostet unter 10€.
Dann dürfte es ja ein leichtes sein, dem TO mal einen konkreten
Bauvorschlag zu machen.
MilliNoise schrieb:> wozu man für eine Waage 32 Bit Auflösung haben möchte wird mir> auch nicht so wirklich klar. Kann mich jemand erleuchten?
Naja, ich möchte beim Schlachter eben auch nicht einen einzigen
µCent zuviel bezahlen. :-)
Ach Leute echt jetzt? Danke an alle die was konstruktives geschrieben
haben. Kommentare bez us presidentenwahl etc. gehören leider nicht dazu.
Welche Spannung kann dann noch aufgelöst werden? 10uV, 1uV oder gar
darunter?
Das TI einen Sinnlosen 32Bit adc entwickelt finde ich auch fragwürdig.
FPGA schrieb im Beitrag #6599833:
> Welche Spannung kann dann noch aufgelöst werden? 10uV, 1uV oder gar> darunter?
Kommmt auf den Schaltungsaufwand an. Schau dir die technische
Beschreibung der oben genannten Messgeräte an, die so viel wie ein
Kleinwagen kosten. Das ist in etwas das Ende der Fahnenstange, hinter
der es absurd wird.
FPGA schrieb im Beitrag #6599833:
> Das TI einen Sinnlosen 32Bit adc entwickelt finde ich auch fragwürdig.
Na dann schauen wir halt mal konkret hin. Auf der TI-Seite finde ich als
32Bit-ADC den ADS1262/ADS1263:
https://www.ti.com/lit/ds/symlink/ads1263.pdf?ts=1614191587948&ref_url=https%253A%252F%252Fwww.ti.com%252Fdata-converters%252Fadc-circuit%252Fproducts.html
Die liefern nominell 32 Bit. Aber eine entscheidende Frage ist, wie
viele dieser Bits tatsächlich Information beinhalten und wie viele
einfach nur rauschen.
Ein Maß dafür ist die effektive Auflösung (ENOB). Die hängt von den
konkreten Einstellungen der Umsetzung ab. Im allerbesten Fall erreicht
sie bei den ADS126x zwischen 26-27 Bit. Das ist ein extrem guter Wert.
Aber es bedeutet eben auch, dass selbst im besten Fall die unteren 5-6
Bit nur Rauschen beinhalten. (und bei weniger optimalen Einstellung
gehen die ENOB bis auf 14 runter - mehr als die Hälfte der nominellen
Bits zeigen dann nur Rauschen an).
Die Zahl von 32 Bit kommt wohl aus der Breite der Register im digitalen
Filter dieses ADCs. Da sind die niederwertigsten Bits wichtig, damit
sich Rundungsfehler nicht zu stark aufaddieren. Bei der Ausgabe des
digitalisierten Werts könnten sie aber auch ohne Informationsverlust
weggelassen werden. Dann wären wir bei einem bestenfalls 26Bit ADC, und
in dieser Gegend (um 24 Bit) gibt es tatsächlich einige ADC-Kandidaten
für ernsthafte Anwendungen.
Die 26-27 effektiven Bits erreicht der TI-ADC übrigens nur bei minimaler
Signalverstärkung (ungünstig für deine kleinen Signale) und einer
Sample-Rate unter 10 Samples/s (ungünstig für deine gewünschte
Bandbreite). Weil der digitale Filter eben über sehr viele
Überabtastungen mitteln muss um diese extreme Auflösung zu erreichen.
Für deine gewünschte Bandbreite von 10kHz erreicht auch dieser 32Bit ADC
effektiv nur noch 15 Bit Auflösung. (falls deine Schaltung optimal ist
und nicht weitere Bits kostet). Das gibt dir vielleicht ein Gefühl
dafür, was technisch tatsächlich möglich ist.
Danke Achim
24bit+ ohne vorverstärkung sind bereits ca 100-200nV, sehr gut, für
meine anwendung mit wenigen S/s zu langsam.
Meine frage noch:
mit einigen kHz bandbreite bin ists grob vergleichbar zum Audiobereich.
Existiert diesbezüglich etwas das evtl ca 1uV effektiv auflösen
(20+bit) könnte.
Oder wie würdest du es angehen wenn du ca 1uV Auflösung mit 10ksps
abtasten möchtest? (evtl inkl. vorverstärkung).
Oder bleibt bei allen ADC/vorverstärkungslösungen ca 15 bit das limit,
und ist somit die spezifikation nicht mit vernünftigem Aufwand
erreichbar?
32bit und 10kHz machen m.E. wenig Sinn; dabei gehen zu viele Bits im
Rauschen unter.
Ich schlage daher (maximal) 24bit Auflösung vor; die Bandbreite sollte
auf das unbedingt notwendige (vielleicht reichen ja 2kHz oder 5kHz
auch?) begrenzt werden, weil - wie bereits von anderen
Diskussionsteilnehmern erwähnt - das Rauschen zwangsläufig mit der
Bandbreite zunimmt. Die Bandbreite kann allerdings auch digital (durch
eine Mittelwertbildung) begrenzt werden (dies wird von vielen ADCs
bereits intern durchgeführt), wobei das Rauschen entsprechend abnimmt.
Spontan schlage ich den ADC LTC2380-24
(https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/238024fa.pdf)
von Linear Technology vor; dieser ADC hat eine Auflösung von 24bit bei
2MSps (bzw. einer Bandbreite von 1MHz) und verfügt über eine integrierte
digitale Mittelwertbildung über N = 1-65536 Meßwerte sowie ein
SPI-kompatibles Interface. Die sonstigen Daten (z.B. Linearität,
Dynamikbereich etc.) sind erstklassig.
Mit einer Referenzspannung von 5V entspricht 1LSB einer Spannung von 298
nV. Bei N = 1024 (Bandbreite 1kHz) wird das typische Rauschen mit 1,75
LSBrms, entsprechend 522nVrms, spezifiziert; bei N = 256 (Bandbreite
4kHz) ergibt sich rechnerich der doppelte Wert, also 3,5 LSBrms bzw.
1,043µVrms. Der Offset wird mit maximal 10ppm, entsprechend 50µV
spezifiziert; die Offsetdrift beträgt typischerweise +/-7ppb/K bzw.
+/-35nV/K.
Um bei gegebener Bandbreite kleinere als die genannten Spannungen messen
zu können, ist ein rauscharmer Vorverstärker, z.B. auf Basis des
Operationsverstärker LT1028A, erforderlich. Bei einem typischen
Spannungsrauschen von 0,85nV/sqrt(Hz) ergibt sich bei einer Bandbreite
von 10kHz rechnerisch (d.h. ohne die Beiträge der passiven Komponenten)
ein Gesamtrauschen von 85nVrms; nachteilig ist dabei die größere
Offsetdrift des OPV von typisch +/-200nV/K.
Falls keine Gleichspannungen gemessen werden müssen (also Bandbreite
z.B. 50Hz-10kHz), kann anstelle des Vorverstärkers eventuell ein
Übertrager (Breitband-Transformator) verwendet werden.
P.S.: Zum Messen von hohen Strömen (größer als etwa 100A) ist ein
Stromwandler mit Hall-Sensor vermutlich die bessere Lösung.
Sind das periodische Signale, die Du unterabtasten könntest?
Dein Problem ist ja das Rauschen, und das bekommst Du nur runter, wenn
Du mit der Bandbreite und damit der Abtastrate runtergehst.
Ansonsten wird Dein Projekt eher ein Wunsch bleiben.
fchk
FPGA schrieb im Beitrag #6600037:
> Oder wie würdest du es angehen wenn du ca 1uV Auflösung mit 10ksps> abtasten möchtest? (evtl inkl. vorverstärkung).
Wenn du dich UNBEDINGT 3mm außerhalb dessen bewegen musst, was für
gängige Anwendungen wie Smartmeter von der Stange verfügbar ist ist, ist
das möglich. Analog hat eine ganze Latte von passenden ADC, wie andere
Hersteller auch. Hier gibts eine Liste:
https://www.analog.com/en/parametricsearch/11007#/p7=24|32
Beispiel:
https://www.analog.com/en/products/ad7765.html
Das wäre ein Sigma-Delta-Wandler mit 24Bit >100kSPS, Kostenpunkt 11€.
Aber da wirst du wohl einen Verstärker dranbauen müssen, denn der nimmt
+-2,5V. Auch das ist kein Hexenwerk, Analog hat eine ganze Liste an
differentiellen Verstärkern für sowas.
Ich würde keinen Audio-Wandler verwenden, weil die keinen Eingang für
eine Referenz haben. Die wird man zum Strommessen aber brauchen.
Und ich an deiner Stelle würde erst noch mal suchen. Der genannte ADC
kann die Anforderungen erfüllen, aber ideal ist er vielleicht nicht.
Eventuell hat ein anderer Hersteller einen spzialisierten Strommess-ADC
mit den nötigen Daten und integriertem Analog-Frontend für Shunts...
Das mit den Modulen wird nix mit 24Bit, aber das hat man dir ja deutlich
gesagt.
FPGA schrieb im Beitrag #6600037:
> Oder bleibt bei allen ADC/vorverstärkungslösungen ca 15 bit das limit,> und ist somit die spezifikation nicht mit vernünftigem Aufwand> erreichbar?
ich kenne zumindest keinen ADC der das von sich aus (ohne entsprechende
Vorkonditionierung der Signal) schafft. Der auch genannte AD7765 läge
nach meiner überschlägigen Rechnung bei einem Effektivwert des Rauschens
von ca. 20µV. Ob sich durch den eingebauten Diffamp die Situation
merklich verbessern ließe, sehe ich dem Datenblatt auf die Schnelle
nicht an. Da ist Fleißarbeit gefragt, ebenso bei der Recherche nach
besseren Lösungen.
FPGA schrieb im Beitrag #6600037:
> Oder wie würdest du es angehen wenn du ca 1uV Auflösung mit 10ksps> abtasten möchtest? (evtl inkl. vorverstärkung).
Ich würde zuallererst mal meine Anforderungen in Frage stellen und
klären, was wirklich nötig ist. Ich hoffe du hast Verständnis dafür,
dass es nicht gut ankommt, wenn schwer oder gar nicht erreichbare
Ansprüche gestellt werden, aber nicht begründet wird, wodurch diese
zustande kommen sollen. Es wirkt wie die Wünsche von jemanden, der von
der Materie nicht zu viel Ahnung hat, und halt einfach mal was fordert,
von dem er nicht weiß, was es wirklich bedeutet. Oben fiel mal das
Stichwort "Prinzessinnenwünsche", das passt imho ganz gut.
Also, was von deinen Anforderungen sind wirklich Anforderungen und was
nur unreflektierte Wünschträume? Brauchst du wirklich 10kHz Bandbreite?
Oder musst du bei 10kHz messen, könntest aber auch mit einer geringeren
Bandbreite messen? Wäre evtl. ein Lock-In Prinzip anwendbar (ein
Standard-Weg, wenn man noch Signal aus dem Rauschen rausfischen will)?
Wie groß muss die Dynamik deiner Messung sein? Welchen Wert hat das
maximale Signale, bei dem du noch 1µV auflösen willst?
Muss die Messung DC-genau sein oder kannst du evtl. AC-koppeln? Dann
könntest du auf diesem Weg das 1/f-Rauschen vieler Komponenten
vermeiden. Und der oben schon mal vorgeschlagene Breitband-Transformator
zur Signalaufbereitung wäre ggf. eine Option. (Deine Quelle ist ja sehr
niederohmig, dein ADC-Eingang eher hochohmig, da lässt sich mit
entsprechendem Übersetzungsverhältnis was gewinnen).
Am zielführendsten wäre wie so oft, du würdest deine eigentliche
Messaufgabe schildern statt den von dir vermuteten Lösungsansatz.
>Welche Spannung kann dann noch aufgelöst werden? 10uV, 1uV oder gar
darunter?
Aufloesung ist nicht gleich Genauigkeit. Und dann gibt's noch
Technologien, um das Signal aus dem Rauschen zu holen.