Reine Interessensfrage:
Ich habe meiner Mutter eine Soehnle Küchenwaage gekauft zum Backen in
der Weihnachtszeit.
Ich hatte sowas noch nie, aber diese Waage braucht beim Einschalten 3-4
Sekunden bevor sie bereit ist.
Das nervt sehr beim Ständigen abwiegen, das sie sich auch nach 30 Sek.
ausschaltet.
Die Körperwaage ist einmal draufsteigen sofort bereit.
Der Platinen Chip heißt CHIPSEA 18M88-SO 1834D1B
Der Display Chip TM1629A
Müssen Waagen jetzt auch schon booten oder wie, oder kann man hier von
einem Fehler ausgehen?
Umtauschen wegen dieser "Unannehmlichkeit" wird fast nicht möglich sein.
https://www.amazon.de/Soehnle-61506-Digitale-K%C3%BCchenwaage-Schwarz/dp/B07DQNXNZD
Ich dachte immer, dass es bei diesen Waagen daran läge, dass sie sich
erstmal Nullen müssen.
Personenwagen sind zum Beispiel meiner Erfahrung nach auch ziemlich
ungenau, wenn man sie hinlegte und direkt draufsteigt. Wenn sie erstmal
Zeit hatte, dass wird es besser.
jemand schrieb:> Ich dachte immer, dass es bei diesen Waagen daran läge, dass sie sich> erstmal Nullen müssen.
So ist es auch. Tara ist schon praktisch. Man stellt schon mal die
Schüssel auf die Waage und schaltet sie dann ein. Die Schüssel wird so
rausgerechnet.
Kenne ich auch so. Eine Küchenwaage geht davon aus, dass sie, bevor sie
benutzt wird, bewegt wurde. Darum ist es schon sinnvoll, nach dem
Einschalten eine Selbstkalibrierung, wenn man das so nennen möchte,
durchzuführen. Dafür ist es notwendig, dass die Waage einige Zeit nicht
verändert wird. Auch bei einer mechanischen Waage wartest du, bis sie
eingeschwungen ist.
So einer Küchenwaage nimmt man es auch übel, wenn sie z.B. 10g falsch
anzeigt. Das fällt bei der Personenwage gar nicht auf.
Die meisten dieser Dinger sind dazu noch schrecklich ungenau (oder hat
sich das in den letzten Jahren geändert?)
Die Bodenwaage ist sofort einsatzbereit, da diese sich laufend im
langsamen Rhythmus tariert. Lege da über Nacht mal einen Gegenstand
drauf, dann weißt Du, was ich meine. Wie schon die Vorredner sagten kann
man das bei einer Küchenwaage nicht machen, da vorher bewegt, belastet,
hochkant gelagert, etc.
Also keine Bootzeit
Mario schrieb:> Umtauschen wegen dieser "Unannehmlichkeit" wird fast nicht möglich sein.
Beim Buchhändler gekauft? Selbstverständlich möglich. Selbst im
zerlegten Zustand. Was mir da schon als neu geliefert wurde, schlägt den
Fass zeitweise den Boden aus.
Matthias S. schrieb:> Das fällt bei der Personenwage gar nicht auf.> Die meisten dieser Dinger sind dazu noch schrecklich ungenau (oder hat> sich das in den letzten Jahren geändert?)
Da wird sich nichts geändert haben.
Machen wir mal eine Fehlerrechnung auf: Sehr gute Handmultimeter haben
eine Abweichung von 0,25%, vergleichbar 80kg Gewicht wären das schon mal
0,2kg. Dazu hat man bei Digitalsystemen noch 2..3 digit, was bei
Personenwaagen die Nachkommastelle ist. Wenn die also weniger als 500g
daneben liegt, ist sie schon gut.
Was wäre realistisch machbar, wenn die Waage nicht hoch dreistellige
Euro kosten darf?
Mario schrieb:> Ich hatte sowas noch nie, aber diese Waage braucht beim Einschalten 3-4> Sekunden bevor sie bereit ist.> Das nervt sehr beim Ständigen abwiegen, das sie sich auch nach 30 Sek.> ausschaltet.
Das ist aber so nicht richtig, denn:
„ Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
dieses Modell schaltet bei der Anzeige von null im Display nach 60
Sekunden ab. Wird ein Gewicht angezeigt, also steht etwas auf der Waage,
schaltet sie nach 4 Minuten ab.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Soehnle-Team“
Mario schrieb:> aber diese Waage braucht beim Einschalten 3-4> Sekunden bevor sie bereit ist.
Gerade mal geschaut: Meine 2kg-Soehnle von 2005 braucht knapp 2
Sekunden, die habe ich noch nie als störend empfunden.
> Das nervt sehr beim Ständigen abwiegen, das sie sich auch nach 30 Sek.> ausschaltet.
Diese automatische Abschaltung ist ein Griff ins Klo, das Ding schaltet
mir oft genug aus, bevor ich fertig bin. Wenn die mitgedacht oder mal
die Hausfrau gefragt hätten, wäre die Zeit erheblich länger.
Meine wird mit einer CR2032 versorgt, bei Verwendung von China-Knöpfen
wandert nach kurzem Betrieb der Nullpunkt weg. Das war mir irgendwann zu
doof, ich habe vor gut 4 Jahren eine 600mAh LiIon samt MCP1702-3300
eingebaut.
Manfred schrieb:> Sehr gute Handmultimeter haben eine Abweichung von 0,25%,
Ein Multimeter mit 0,25% Abweichung ist eher schlecht, mit Sicherheit
aber nicht sehr gut.
Manfred schrieb:>> Das nervt sehr beim Ständigen abwiegen, das sie sich auch nach 30 Sek.>> ausschaltet.>> Diese automatische Abschaltung ist ein Griff ins Klo, das Ding schaltet> mir oft genug aus, bevor ich fertig bin. Wenn die mitgedacht oder mal> die Hausfrau gefragt hätten, wäre die Zeit erheblich länger.
Scheint modellabhängig zu sein. Ich habe die Soehnle Page Profi und die
bleibt sehr lange an. Auf der Webseite stehen leider keine Angaben aber
bei Amazon hat der Soehnle-Support entsprechende Kundenfragen mit 4 min
unbelastet und 8 min belastet beantwortet. Habe jetzt nicht nachgemessen
aber könnte hinkommen. Anschalten dauert ca 3 s.
Mario schrieb:> Der Platinen Chip heißt CHIPSEA 18M88-SO 1834D1Bhttps://www.chipsea.com/product/1432198795492245506/1432610029953810434
Automatische Übersetzung sagt:
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CSU18M88
CSU18M88 wird hauptsächlich in elektronischen Waagen, Präzisionsmess-
und Regelsystemen und anderen Szenen verwendet.
einführung in das produkt
Der CSU18M88-Chip ist eine 8-Bit-RISC-Architektur mit einem
leistungsstarken Mikrocontroller mit 24Bit hochpräzisen ADC- und
LCD-Anzeigemodulen. Intern integrierter 8k * 16Bits
MTP-Programmspeicher.
LEISTUNGSSTARKE RISC-CPU:
8-BIT-MIKROCONTROLLER-MCU
INTEGRIERTER 8K-× PROGRAMMIERBARER 16-BIT-MTP-SPEICHER (1000
BRENNELEMENTE)
896 BYTE DATENSPEICHER (SRAM)
es gibt nur 43 ein-wort-anweisungen
level-8-speicher-stack
simulationsfunktionen:
24-bit-auflösung
intern integrierter programmierbarer verstärkungsverstärker
Die Ausgangsrate des ADC beträgt 10Hz bis 5KHz
die innere ladepumpe
der interne regler wird mit sensoren und modulatoren geliefert
merkmale von dedizierten mikrocontrollern:
EINSCHALT-RESET (POR)
verzögerungstimer für das zurücksetzen des einschaltens (39 ms)
NIEDERSPANNUNGS-RESET (LVR)
Zeitschaltuhr
8-bit-zeitzähler für programmierbare 8-bit-vorteilungsfrequenzen
ERWEITERTER WATCHDOG-TIMER (WDT)
programmierbarer zeitbereich
periphere funktionen:
BIDIREKTIONALER 37-BIT-E/A-PORT
INTEGRIERTER 10-BIT-SAR-ADC
4× 20/6x18 LCD-Laufwerk
ES STEHEN ZWEI VERSCHIEDENE LCD-ANTRIEBSWELLENFORMEN ZUR VERFÜGUNG
verschiedene vorspannungserzeugungsmethoden können ausgewählt werden
2 externe interrupts
INTEGRIERTE 8 SINGLE-ENDED-EINGÄNGE MIT 10-BIT-ADC, PT1.0, PT1.1, PT2.0
BIS PT2.3, PT2.6, PT2.7
MIT DER RTC-FUNKTION KÖNNEN SIE JAHRE, MONATE, TAGE, WOCHEN, STUNDEN,
MINUTEN, SEKUNDEN ANZEIGEN
Zwei Uarts
1 WEG I2C, 1 WEG SPI
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Datenblatt gibt es auch auf der Seite. 160 Seiten in Chinesisch.
> Der Display Chip TM1629A
Ziemlich gängiger LED-Controller.Offensichtlich hat deine Wage eine
LED-Anzeige und das LCD-Interface des µC wird nicht genutzt.
> Müssen Waagen jetzt auch schon booten oder wie, oder kann man hier von> einem Fehler ausgehen?
Also ja, deine Küchenwage bootet wirklich, aber die Zeit dürfte trotzdem
für die Selbstkalibrierung, nicht für das Booten des µC, drauf gehen.
Neben der Selbstkalibrierung machen unsere Küchenwagen einen
Anzeigetest. Die mit LCD schalten kurz alle Segmente an. Die mit LED
lässt einmal eine 8 als Lauflicht über die Anzeige wandern.
Warum keine "gute alte" mechanische Wage? Aufbewahrung. Die digitalen
Wagen sind viel bequemer zu verstauen.
Mario schrieb:> Müssen Waagen jetzt auch schon booten
Sicher nicht alle, aber es ist durchaus denkbar. Computer mit
klassischem Betriebssystem stecken ja teilweise schon in Radios und
Kochtöpfen.
Es könnte aber auch einfach Teil der Initialisierungsroutine sein. Meine
Küchenwaage schaltet sich auf Knopfdruck sofort ein, braucht aber auch
etwa 4 Sekunden bevor ich sie benutzen kann.
> Die Körperwaage ist einmal draufsteigen sofort bereit.
Die muss auch nicht auf 10 Gramm genau anzeigen.
Mario schrieb:> Ich hatte sowas noch nie, aber diese Waage braucht beim Einschalten 3-4> Sekunden bevor sie bereit ist.> Das nervt sehr beim Ständigen abwiegen, das sie sich auch nach 30 Sek.> ausschaltet.> Müssen Waagen jetzt auch schon booten oder wie, oder kann man hier von> einem Fehler ausgehen?
Du bist halt der typische Softwareheini, der im
Physik/Technik-unterricht, wenn er diesen nicht sogar abgewählt hat, nur
geschlafen hat.
Vor der Messung muss auch eine Waage in den Betriebszustand gebracht und
kalibriert werden. Das kann Aufheizen bedeuten, das kann bedeuten, das
erst mal ne Ladungspumpe die Knopfzellspannung 'hochtransformieren' muß
und das erst mal ne Nullmessung gemacht wird. Bei amtlichen Waagen muss
noch der Alibi-speicher gecheckt werden, und ne Referenmessung
durchgeführt werden.
Auch der Opa damals in seinen Krämerladen, hat seine Waage zu Beginn des
Tages erst mal gebootet, aka kalibriert. Also die Libelle gecheckt, ob
alles waagerecht steht, die Waagesperre gelöst, Null gecheckt,
Eichgewicht draufgetan, gecheckt ob das Skalenende stimmt ... ja so ein
Händler weiss das ihm unnötig Geld kostet und was nicht.
PS: auch dafür gibt es eine DIN, es schadet nicht, die mal zu lesen,
wenn man nicht dumm sterben will. Oder in die Forumsartikel zum DMS -
Dehnmessstreifen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alibispeicherhttps://www.mikrocontroller.net/attachment/279645/HBM.pdfBeitrag "Kraftsensor(?) gesucht"Beitrag "Messgenauigkeit nach Einbau einer Kraftmessdose ermitteln?"Beitrag "Kraftmessdose mit Arduino im Gramm Bereich messen"
Matthias S. schrieb:> Die meisten dieser Dinger sind dazu noch schrecklich ungenau (oder hat> sich das in den letzten Jahren geändert?)
Ich habe hier ebenfalls eine Soehnle-Küchenwaage im Gebrauch.
Die wiegt recht genau. Zum Überprüfen verwende ich Euro-Münzen,
deren Masse auf 10mg bekannt ist.
Wolle G. schrieb:> Fpgakuechle K. schrieb:>>.....Null gecheckt, Eichgewicht draufgetan, gecheckt ob das Skalenende>> stimmt ...> Nur mal so: Eichen darf nur das Eichamt!
Für das Wägen im Geschäftsverkehr dürfen nur geeichte Waagen verwendet
werden und für die Funktionsüberprüfung eben auch nur geeichte
Prüfgewichte. Die Häufigkeit dieser Prüfung und die genaue
Vorgehensweise sind sicherlich in der Bedienungsanleitung einer
eichfähigen Waage genau beschrieben.
Das hat aber nur wenig mit der Eichung durch das Eichamt, eine zur
Durchführung von Eichuungen akkreditierte Stelle oder die PTB zu tun.
Wolle G. schrieb:> Fpgakuechle K. schrieb:>>.....Null gecheckt, Eichgewicht draufgetan, gecheckt ob das Skalenende>> stimmt ...> Nur mal so: Eichen darf nur das Eichamt!
Haben sie ja auch, das Gewicht das der Opa auf seine Waage stellt. Das
darf Opa auch. So wie der Wirt, der Gläser mit Eichmarke füllt. Nur
selber 'eichmarken' darf Opa nicht. Dass darf nur der Beamte vom
Eichamt. Wie heist der eigentlich? Amtseichel? ;-)
Und so sehen Eichmarken auf nen Gewicht aus:
http://www.schatzsucher.de/Foren/attachment.php?s=a9e48d529aa30c4956ce56fc9b2f4786&attachmentid=105716&d=1211184366
Jörg R. schrieb:>> Sehr gute Handmultimeter haben eine Abweichung von 0,25%,>> Ein Multimeter mit 0,25% Abweichung ist eher schlecht, mit Sicherheit> aber nicht sehr gut.
Na gut, ich ziehe das "sehr" zurück. Für mein UT-61D lese ich 0,5%, für
ein altes Fluke83 oder 77 0,3% +1 bei DC-Spannung. Das 8060A will 0,05%
+2 können, das 85 0,1% +1. Zu meinen 3,50€ Chinesen habe ich keine
Daten.
Egal wie, eine Waage wird immer um mindestens +/-1 digit wackeln, eher
mehr.
Kuno schrieb:> So eine 1,2 V Ladeschaltung führt dazu, dass man keinen wandernden> Nullpunkt mit 3 V Batterien mehr hat?
Wo steht etwas von 1,2V und Ladeschaltung?
> Super!! Erklär das doch mal bitte genauer!
Das kannst Du Dir selbst erklären, wenn Du nachschaust, was ein MCP1702
ist. Ich habe mich vertan, einen 3,0V-Typ verbaut.
Man braucht neben Referenzgewichten noch etwas Batterie-Know-How.
In diesem Zusammenhang kann man sich auch gleich umschauen, wo man
brauchbar bzw. genau bzw. wie genau Wasser abmessen kann.
Die Bootzeiten sind wohl auch ein wenig Intelligenz- oder
Featureabhängig. Eine Supermarkt-Obstwaage hatte vor 6-7 Jahre
typischerweise 15 - 25 Minuten Bootzeit gebraucht.