Hallo,
ich hätte hier eine grundsätzliche Frage:
ich habe 2 gleiche Funktionsgeneratoren und ein 2-CH Oszilloskop und
würde mir gerne am Oszi auf beiden Kanälen 2 unterschiedliche Signale
anschaun. Wenn ich beide Funktionsgeneratoren per BNC Kabel mit je einem
CH des Oszi verbinde, bekomme ich nur ein Sinal mit dem Trigger so hin,
dass es am Bildschirm still steht (getriggert ist) - das andere nicht.
Ich kann entweder auf CH1 teriggern, dann läuft das Signal am CH2, oder
ich kann CH2 triggern, dann läuft das Signal am CH1.
Wenn ich jedoch einen BNC T-Verbinder an einem Funktionsgenerator nehme
und diess gleich SIgnale durch die Aufsplittung auf beide Kanäle vom
Oszi führe, funktioniert es und beide sind getriggert.
Warum ist das so?
Danke!
Hans27 schrieb:> Wenn ich jedoch einen BNC T-Verbinder an einem Funktionsgenerator nehme> und diess gleich SIgnale durch die Aufsplittung auf beide Kanäle vom> Oszi führe, funktioniert es und beide sind getriggert.
Das es das gleiche Signal ist sind die beiden auch syncron zueinander.
Im anderen Fall sind beide nicht syncron zueinander so das dir das nicht
getriggerte Signal durchlaufen muss. Also alles in Ordnung so.
Hans27 schrieb:> Aber gibt es denn irgendeine Möglichkeit, beide Signale stationär> darzustellen?
Wenn du ein Oszi mit 2 getrennten Zeitbasen hast, sonst nicht.
> 2 gleiche Funktionsgeneratoren
Einfach 2 gleiche Oszilloskope kaufen.
Dann hast du ganz einfach zwei stehende Bilder.
Was will man eigentlich mit
> 2 gleiche Funktionsgeneratoren
Chopped für langsamere Verläufe.
Alternate für höhere Frequenzen.
Haben beide Signale zu große Differenz, sieht man bloß ein "Band" bei
einem.
Die beiden Mess-Signale mit geringem Versatz zu beobachten, war doch die
Frage. Und das bekommt man als quasi stehendes Bild durchaus mit einiger
Übung hin.
Vor allem, wenn Trigger-Feineinstellung-Poti feinfühlig bedient wird.
ciao
gustav
Jochen F. schrieb:> Alternierende Triggerung funktioniert
... sofern das Oszi über dieses Feature verfügt.
Ansonsten kannst du auch die beiden Funktionsgeneratoren miteinander
synchronisieren.
... sofern die Funktionsgeneratoren über dieses Feature verfügen.
> Vor allem, wenn Trigger-Feineinstellung-Poti feinfühlig bedient wird.
Es triggert entweder, oder nicht.
An der Phasenbeziehung der beiden Signale aendert das nichts.
Hans27 schrieb:> Wenn ich beide Funktionsgeneratoren per BNC Kabel mit je einem> CH des Oszi verbinde, bekomme ich nur ein Sinal mit dem Trigger so hin,> dass es am Bildschirm still steht (getriggert ist) - das andere nicht.
Mach einen Single Shot. Dann stehen auch beide Signale.
Hans27 schrieb:> Warum ist das so?
Wegen Frequenzunterschieden
IQ-Pimper schrieb:> Wegen Phasen-synchronität
Was soll das sein?
Die Phasenverschiebung ist völlig egal, solange beide Signale die
gleiche Frequenz haben.
So lange keine zu große Differenz da ist, aber sonst ist bei continuous
nur das eine oder das andere Signal "klar".
Oben war die Phasenbeziehung zwischen beiden Eingangssignalen ja
konstant.
Es sollte nur der "Klirrfaktor" gesehen werden.
Anders ist das, wenn ich auf Kanal I z.B. die 455 kHz mit der
Amplitudenmodulation sehen will, auf Kanal II die demodulierte AM.
Dann sind die 455 kHz nicht als einzelne Wellenzüge zu erkennen,
triggere ich auf die NF.
Ziehe ich die Ablenkfrequenz hoch und triggere auf die 455 kHz, sehe ich
zwar 455 kHz als Sinus, aber verwaschen. Die NF nicht direkt sauber.
Beides geht nicht.
Kommt also drauf an, was ich genauer untersuchen will. Welche Signale
sich in Abhängigkeit zueinander wie verändern.
Und wenn es nicht anders geht, mit Wobbeln.
Oder nur Momentaufnahme-> Single shot.
ciao
gustav
Hans27 schrieb:> funktioniert es und beide sind getriggert.> Warum ist das so?
Weil dann beide das selbe Signal anzeigen.
> Ich kann entweder auf CH1 teriggern, dann läuft das Signal am CH2, oder> ich kann CH2 triggern, dann läuft das Signal am CH1.
Frequenzunterschied. Anhand der Zeit, die es braucht, bis das Signal
einmal "durchgelaufen" ist, kannst du die Frequenzabweichung bis auf
Bruchstücke eines Hz ausmessen.
Mein Tipp: spiel einfach noch ein wenig damit rum, irgendwann fällt der
Groschen.
Man könnte so ein Verfahren leicht dazu nutzen, zwei digitale
Generatoren zu vergleichen: beide auf 1,000kHz einstellen und dann die
Zeit messen, bis die Kurven wieder deckungsgleich übereinander liegen.
Passiert das nach 1s, dann ist die Abweichung zwischen den beiden
Geräten 1000 ppm, dauert es 100s zwischen 2 Deckungen, dann sind das nur
10 ppm.
Hans27 schrieb:> Warum ist das so?
Wenn du ein Signal aufsplittest auf 2, ist das ein synchrones Signal.
Auf Ch1 und Ch2 ist das Signal identisch.
Stammt das Signal von 2 Funktionsgeneratoren ist es asynchron.
Wenn Dein Oszi einen Alternate Trigger hat, schalte den mal ein,
dann sind beide asynchronen Signale getriggert.
Wenn du keinen Alternate Trigger hast, hast du ein Scope, das ein
Bachelor entworfen hat, dem Mutti morgens die Schuhe binden muss, weil
er selbst nicht soweit denken kann.
Siehe da
https://www.youtube.com/watch?v=mBWvClG1cZg
Jürgen schrieb:> Wenn du keinen Alternate Trigger hast
Ja, fand ich seltsam: Rigol DS1052 hatte ihn, DS1054Z und MSO5074 haben
ihn nicht mehr. Warum nur?
Gunnar F. schrieb:> Ja, fand ich seltsam: Rigol DS1052 hatte ihn, DS1054Z und MSO5074 haben> ihn nicht mehr. Warum nur?
Weil ein alternierender Trigger für 4 Kanäle deutlich komplexer ist als
für 2 und damit nicht mehr in den Preisrahmen der kleinen Rigol passen.
Gunnar F. schrieb:> Jürgen schrieb:>> Wenn du keinen Alternate Trigger hast>> Ja, fand ich seltsam: Rigol DS1052 hatte ihn, DS1054Z und MSO5074 haben> ihn nicht mehr. Warum nur?
Weil das niemand wirklich braucht.
Wenn zwei Signale nicht synchron zueinander sind, also keinen festen
Phasenbezug zueinander haben, müssen sie i.Allg. auch nicht übereinander
angezeigt werden können.
Falls man dies ausnahmsweise (bspw. zu Demozwecken) doch einmal tun
möchte, nimmt man die Signale einfach nacheinander auf und speichert das
erste davon als Waveform. Damit kann man beide Signale gleichzeitig und
stehend betrachten.
Da bei der alternierenden Triggerung der technische Aufwand den Nutzen
bei Weitem überwiegt, ist sie längst wieder aus der Mode gekommen.
Jürgen schrieb:> Siehe da> https://www.youtube.com/watch?v=mBWvClG1cZg
Ja, das Uralt-Hameg hat die Funktion, das wesentlich modernere und auch
teurere R&S nicht.
Yalu X. schrieb:> Wenn zwei Signale nicht synchron zueinander sind, also keinen festen> Phasenbezug zueinander haben, müssen sie i.Allg. auch nicht übereinander> angezeigt werden können.
Ja. Aber es gibt auch den Fall, daß sie es sind, wenn gleich mit einer
sehr langen Periode. Dann muss man Versuchen, eben auf diese zu
triggern. Wenn z.B. Zeit Signal im Verhältnis 10:1 stehen, muss man auf
das langsame triggern. Wenn es 314:313 sind auch, aber dann braucht man
einen Teiler, der auf die 314 Perioden runter teilt. Das können die
Oszis im Normalfall nicht, das muss extern geschehen.
Yalu X. schrieb:> Weil das niemand wirklich braucht.
... und höchstens eine Beziehung der beiden Signale vortäuscht, die
tatsächlich nicht vorhanden ist.
Michael M. schrieb:> Das Hameg HM 203-6 hatte diese Funktion
LOL! Probierst doch bitte mal wenigstens selber aus, bevor du so einen
Mist postest.
Das ist nicht der alternierende Trigger, sondern wählt einen der
beiden Kanäle als konstante Triggerquele im "Dual"-Betrieb aus.
Held der Scheine schrieb:> LOL! Probierst doch bitte mal wenigstens selber aus, bevor du so einen> Mist postest.
Alles klar! Ich werde es dir beweisen. Sogar mit Foto!
Ich muss jetzt aber eben schnell runter zum Essen.
Falk B. schrieb:> Aber es gibt auch den Fall, daß sie es sind, wenn gleich mit einer> sehr langen Periode. Dann muss man Versuchen, eben auf diese zu> triggern. Wenn z.B. Zeit Signal im Verhältnis 10:1 stehen, muss man auf> das langsame triggern. Wenn es 314:313 sind auch, aber dann braucht man> einen Teiler, der auf die 314 Perioden runter teilt. Das können die> Oszis im Normalfall nicht, das muss extern geschehen.
Erschlägt man heutzutage (seit ca. 1972) mit dem "trigger holdoff".
Funktion muss ich aber jetzt nicht erklären, oder?
Ein "holfoff" ist auch ganz nützlich, wenn man z.B. RS-232 sich
anschauen und z.B. auf das Startbit triggern will. Alternativ kann man
auch der VAR-Knopf an der Zeitbasis einsetzen ...
Karl B. schrieb:> beim alten 312-er Hameg habe ich es mit linker Taste "Dual"> gemacht.Michael M. schrieb:> Das Hameg HM 203-6 hatte diese Funktion.
Hab gerade mal in den Handbüchern nachgeschaut:
Das HM 312-8 und das HM 203-6 haben keine alternierende Triggerung, das
HM 407-2 (im oben verlinkten Video) hingegen schon.
Alternierende Triggerung (alternate triggering) sollte nicht mit der
Betriebsart "alternate" (ALT) verwechselt werden, über die jedes
Mehrkanaloszi verfügt. Im ALT-Modus wird bei der Anzeige zwar zwischen
den Kanälen gewechselt, die Triggerung erfolgt dabei aber immer durch
denselben Kanal. Beim HM 312-8 und HM 203-6 kann für die Triggerung
zwischen Kanal 1 und 2 ausgewählt werden, beim HM 407-2 können auch
beide Kanäle gleichzeitig ausgewählt werden, womit die alternierende
Triggerung aktiviert wird.
Yalu X. schrieb:> Alternierende Triggerung (alternate triggering) sollte nicht mit der> Betriebsart "alternate" (ALT) verwechselt werden, über die jedes> Mehrkanaloszi verfügt.
Die Aussage ist nicht ganz richtig. Dies trifft nur zu, wenn die
Bildröhre des Oszi nur ein System besitzt. Es gab auch Bildröhren mit
zwei System, die auf einen Bildschirm arbeiteten. Damit gebaute
Oszillografen brauchten die Strahlumschaltung deshalb nicht.
Rentner Ost schrieb:> Die Aussage ist nicht ganz richtig. Dies trifft nur zu, wenn die> Bildröhre des Oszi nur ein System besitzt. Es gab auch Bildröhren mit> zwei System, die auf einen Bildschirm arbeiteten. Damit gebaute> Oszillografen brauchten die Strahlumschaltung deshalb nicht.
Wenn diese Bildröhre dann auch noch zwei Paar Horizontal-Ablenkplatten
hat, dann kann man auch auf beide Signale gleichzeitig triggern ;-)
Hans27 schrieb:> Aber gibt es denn irgendeine Möglichkeit, beide Signale stationär> darzustellen?
Nein, denn das Oszi hat nur eine Zeitbasis. Nur wenn beide Signale mit
ihrer Frequenz in einem ganzzahligen Verhältnis stehen, lassen sich
beide Signale stationär abbilden.
Gerald K. schrieb:> Nein, denn das Oszi hat nur eine Zeitbasis. Nur wenn beide Signale mit> ihrer Frequenz in einem ganzzahligen Verhältnis stehen, lassen sich> beide Signale stationär abbilden.
Nö, es gehen auch gebrochenrationale Verhältnisse, z.B. 2/3 oder 2,5.
Das Zauberwort heißt kleinste, gemeinsame Periode, oder ggT.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%B6%C3%9Fter_gemeinsamer_Teiler
Soul E. schrieb:> Wenn diese Bildröhre dann auch noch zwei Paar Horizontal-Ablenkplatten> hat
was ich schrieb
Joachim B. schrieb:> mit einem alten analog Oszi mit 2 Zeitbasen
Helmut L. schrieb:> Michael M. schrieb:>> Sogar mit Foto!>> Stehen auf einem Foto nicht immer alle Signale still?
Guter Einwand. Deshalb ist zu fordern: Langzeitaufnahme von mehreren
Sekunden (wir werden uns die Exif-Daten des Bildes anschauen!).
;)
M.A. S. schrieb:> Langzeitaufnahme von mehreren Sekunden (wir werden uns die Exif-Daten> des Bildes anschauen!).
Dauert aber noch einem Moment. Ich sitze hier gerade wieder gemütlich
bei Kaffee und Kuchen ;)
Walter T. schrieb:> Wie sähe es eigentlich aus, wenn ich 2 Signalgeneratoren an einer> gemeinsamen 10-MHz-Basis betreibe? Wären die Signale dann phasenstarr?
Nur, wenn die Frequenzen ein gebrochenrationales Vielfaches haben. Oder
man nimmt gleich einen Zweikanalgenerator wie den FY6900, da gilt
aber das Gleiche.
Yalu X. schrieb:> wo er bei seinem HM 203-6> den nicht vorhandenen Knopf suchen muss :)
Genau diesen Knopf habe ich gesucht.
Held der Scheine schrieb:> Probierst doch bitte mal wenigstens selber aus.
Das war ein guter Tipp von dir. Es funktioniert nämlich bei meinem HM
203-6 tatsächlich nicht. Gut dass ich es selbst ausprobiert habe, sonst
würde ich bis heute treu glauben, dass es beim HM 203-6 funktioniert.
Ich habe alle erdenklichen Schalterstellungskombinationen
durchexerziert, nichts davon hat geklappt.
Auf dem Beweisfoto sieht man ein 1kHz Rechtecksignal und darunter ein
1,333kHz Sinussignal. Das Rechtecksignal ist getriggert und das
Sinussignal schwebt langsam in der Z-Achse davon. Die langsame Schwebung
ist auf dem Foto natürlich nicht zu erkennen, aber deswegen schreibe ich
es ja jetzt gerade dazu.
Yalu X. schrieb:> Weil das niemand wirklich braucht.> Wenn zwei Signale nicht synchron zueinander sind, also keinen festen> Phasenbezug zueinander haben, müssen sie i.Allg. auch nicht übereinander> angezeigt werden können.>> Falls man dies ausnahmsweise (bspw. zu Demozwecken) doch einmal tun> möchte, nimmt man die Signale einfach nacheinander auf und speichert das> erste davon als Waveform. Damit kann man beide Signale gleichzeitig und> stehend betrachten.>> Da bei der alternierenden Triggerung der technische Aufwand den Nutzen> bei Weitem überwiegt, ist sie längst wieder aus der Mode gekommen.
Deine Vorschriften, was andere zu messen haben, ist das Einzige, was
wirklich niemand braucht.
Bei meinen Messungen macht der Alternate Trigger vielleicht einen Anteil
von 10% aus, für Vergleichsmessungen finde ich das trotzdem
unverzichtbar.
Ich habe 7 Funktionsgeneratoren und wenn ich einen neuen ergattere,
vergleiche ich die. Ein FG wartet auf Reparatur, dafür brauche ich das
auch.
Bild stoppen kannst du gleich vergessen. Das mach mir mal vor, wie du
ein Wobbelsignal stoppst.
Die alternierende Trigger ist technisch kein großer Aufwand, mit µC
heute sowieso nicht.
Zonentrigger kann man bei manchen Oszis als Alternate Ersatz verwenden,
wenn er unabhängig von der restlichen Triggerung funktioniert.
Das R&S-Fail-Thema ist schon zig mal durchgekaut worden
Beitrag "Rohde Schwarz RTM3004 - merken, wollen oder können die das nicht?"
Von UNI-T gibt es Scopes, die können jeden Kanal einzeln triggern,
klasse Sache. Für synchrone Messungen kann man das wegschalten.
Bei den ersten Rigol Digi-Oszis konnte man bei Alternate Trigger die
Zeitbasis für jeden Kanal ändern, auch sehr schön.
HildeK schrieb:> ... und höchstens eine Beziehung der beiden Signale vortäuscht, die> tatsächlich nicht vorhanden ist.
Da wird gar nichts vorgetäuscht, weil man den Alternate Trigger extra
dazuschalten muss. Wenn man das aus lauter Senilität vergisst, lässt man
besser die Finger vom Strom.
Michael M. schrieb:> Alles klar! Ich werde es dir beweisen. Sogar mit Foto!
Ich hatte da wohl was verwechselt. Auf dem neuen Foto ist jetzt das HM
203-7 mit der Taste für alternierende Triggerung zu sehen und nur damit
kann der zweite Kanal unabhängig vom ersten Kanal getriggert werden.