Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Freelancer Hat das Zukunft?


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von Free&Lancer (Gast)


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Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite sehe ich die 
Freelancer die wir (mein Arbeitgeber) beschäftigen und die sich eine 
goldene Nase verdienen für schlechte bis grottenschlechte Arbeit. 
Zukünftige Aufträge werden trotzdem folgen und ich muss das ausbaden. 
Mein Arbeitgeber outsourced immer mehr an Freelancer, da sieht man einen 
steigenden Trend. Zudem ist mit einem Fachkräftemangel zu rechnen.
Auf der anderen Seite gibt es die Konkurrenz auf fiverr, freelance, 
upwork und co, welche immer größer wird und irgendwann spricht sich rum 
dass man alles auch für wenig Geld einfach im Ausland bekommen kann.

Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein? Chance oder 
Risiko?

von Da Baby (Gast)


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Chance. Den deutschen kannst du rechtlich belangen wenn etwas nicht 
läuft. Beim Inder nimmst du was du kriegst und hoffst, dass es nicht 
ganz fürn Arsch ist.

von Michael B. (laberkopp)


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Free&Lancer schrieb:
> Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein?

Schlecht. Sklaven gehen nur noch über Zuhälter aka Verleiher.

Man muss ein Produkt haben, und dann ist man kein Freelancer mehr 
sondern Firma.

von F. B. (finanzberater)


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Free&Lancer schrieb:
> Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite sehe ich die
> Freelancer die wir (mein Arbeitgeber) beschäftigen und die sich eine
> goldene Nase verdienen für schlechte bis grottenschlechte Arbeit.
> Zukünftige Aufträge werden trotzdem folgen und ich muss das ausbaden.

Ich erkenne hier ein Muster.


> Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein? Chance oder
> Risiko?

Bist du ein von dir selbst überzeugter narzisstischer Schwätzer und 
kannst dich gut verkaufen? Dann such dir eine Firma, wo der 
Geschäftsführer keine Ahnung hat, aber über die Einstellungen 
entscheidet. Dort kannst du dir auch eine goldene Nase verdienen. Du 
musst nur rechtzeitig den Absprung schaffen, bevor dein Pfusch entdeckt 
wird.

https://pbs.twimg.com/media/CEz-c1SW8AAum34.png

Beitrag #7293530 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7293546 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Freilandser (Gast)


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> wer hat schon Lust bei so einer Persönlichkeit wie Elon Musk zu arbeiten?

Das macht einem echten Freilandser ueberhaupt nichts aus.
Der hat im Umgang mit solchen Lamettatraegern naemlich Erfahrung.

> Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein?

Allerbestens. Mit einem Diplom einer deutschen Universitaet und
vielen Jahren Erfahrung stehen einem alle Tueren offen.

> Schlecht. Sklaven gehen nur noch über Zuhälter aka Verleiher.

Falsch. Wer wirklich etwas kann, wird immer ein Angebot bekommen
seine Vertraege direkt mit dem Kunden abzuschliessen.
Der zahlt an der "Verleiher" sogar die Abloese.
Ausnahme moegen starre Grosskonzerne sein.

Bei den "Verleihern" finden sich naemlich zunehmend "Fachkraefte".
die:
> schlechte bis grottenschlechte Arbeit
abliefern und ihre Projekte nicht gestemmt bekommen.
Das sind auch keine Freilandser, das sind "Ueberbleibsel"
aus ehemaligen und einseitig beendeten Arbeitsrechsverhaeltnissen.

Und im Ernst, kein Kunde laesst sich auf Dauer so verscheissern,
dass solche "Jungfachkraefte" als Senior verkauft werden.

von Bimbo. (Gast)


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Im Bereich Informatik oder Embedded sicherlich nicht.

von Max M. (prokrastinator)


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Free&Lancer schrieb:
> goldene Nase verdienen

Träumer!
Zahl DU mal deine ganzen Lohnnebenkosten, die Lohnfortzahlung im 
Krankheitsfall, Rente, finanziele Absicherung etc. pp selbst.
Wenn Du so der Bringer bist, dann hab doch den Mut dich Selbstständig zu 
machen statt alle Annehmlichkeiten des Angestellten zu nehmen aber dem 
Freelancer den Lohn zu neiden.

Dein Chef lagert gerne an Frelancer aus, weil die härter arbeiten, 
weniger meckern und sich neue Aufträge durch die Qualität ihrer Arbeit 
sichern und nicht durch die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft und einen 
Arbeitsrechtschutz.
Die machen nicht auf gelben Schein blau, wenn denen was nicht passt, 
richten Ihren Urlaub am Bedarf des Auftraggebers aus, kloppn Stunden 
wenns benötigt wird und sind bei Flaute ganz leicht loszuwerden.

Beitrag #7293970 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Schleimfasten (Gast)


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Free&Lancer schrieb:
> Zukünftige Aufträge werden trotzdem folgen und ich muss das ausbaden.
Denk mal darüber nach warum du der Putzlappen der Freelancer bist und 
nicht andersrum.

von F. B. (finanzberater)


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Schleimfasten schrieb:
> Denk mal darüber nach warum du der Putzlappen der Freelancer bist und
> nicht andersrum.

Andere Firma suchen, die jetzige wird sowieso pleite gehen. Ich spreche 
aus Erfahrung, in meiner Ex-Pleiteklitsche lief es genau so.

von Angestellter Facharbeiter (Gast)


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Hallo

Max M. schrieb:
> ahl DU mal deine ganzen Lohnnebenkosten, die Lohnfortzahlung im
> Krankheitsfall, Rente, finanziele Absicherung etc. pp selbst.
> Wenn Du so der Bringer bist, dann hab doch den Mut dich Selbstständig zu
> machen statt alle Annehmlichkeiten des Angestellten zu nehmen aber dem
> Freelancer den Lohn zu neiden.

Das würde ich als über 25 Jahren  im (zwar nicht streng rechtlich aber 
praktisch schon) im "Öffentlichen Dienst"  angestellter Facharbeiter 
auch als sehr wichtiges, wenn nicht sogar alles entschiedenes Argument 
bringen.

Aber das mag an meiner "Sozialisation" das ich "nur" Facharbeiter 
bin,mittlerweile meinen alter und nicht zuletzt meinen Berufsumfeld 
liegen (da geht eigentlich nur abhängig fest angestellt oder 
Selbständigkeit).

Und nochmal "Aber":

Schon vor einigen Jahren habe ich einen seriösen Beitrag im TV gesehen 
bei den es um doch recht junge Leute in der Softwarebranche ging 
(Spanien - wird aber  in Deutschland  von der  Grundeinstellung auch 
nicht viel anders sein) wo lustiges "herum springen" zwischen einzelnen 
Auftraggebern üblich und sogar von den "Softwerkern" und 
"Spielentwicklern" beliebt und 100% so gewollt ist bzw. als Vorteil und 
"Es ist einfach so" empfunden wird.

Der von die Max M. gebrachte Hinweis wurde auch vom jeweiligen 
Interviewpartner gegenüber den verschiedenen "Softwerkern" und 
Spielentwicklern gebracht und alle haben darauf eigentlich keinen Wert 
gelegt, das nicht als Problem gesehen, bzw. als weit in der ferne 
liegende Sache abgehandelt und sind wohl unausgesprochen davon 
ausgegangen das sich sowieso in 30 Jahren (und mehr) grundsätzlich am 
ganzen System "Arbeit" und "Soziale Absicherung" ändern wird.

Mhhh... das ist halt auch eine Einstellung, die mir aber zu unsicher und 
spekulativ wäre.

Aber diese ganze Branche (und verstärkt die jungen Leute dort - wobei es 
an der "Front" wo die tatsächliche Coding und Kreativarbeit gemacht wird 
scheinbar sowieso niemand über 40 gibt?) scheinen ganz anders zu ticken 
und haben eine ganz andere Grundeinstellung - was ja nicht falsch sein 
muss sofern (und das ist der Knackpunkt) sie im Falle eines Falles die 
Konsequenzen  vollständig selbst tragen nicht  "Der Gesellschaft" und 
ihren "Eltern" zur Last fallen oder in 40 Jahren dann einen auf 
"Revolution" und Umverteilung machen bzw. kriminell werden bzw. einen am 
Bahnhof, ein der Einkaufstraße oder gar am Urlaubsort anbetteln...

von Pleitegeier (Gast)


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Zw. 20 - 40 kann man sich ruhig mal austoben, alle 3 - 5 Jahre den AG 
wechseln und Erfahrungen sammeln. Natürlich muss man dann schauen, wo 
man bleibt.

Wer aber in jungen Jahren schon vor dem Berufsleben zittert, der sollte 
am besten direkt in den ÖD - da sind ängstliche Bürokraten am besten 
aufgehoben. Alternative #2 sollte dann ein Leben als Legehenne äh 
Konzernsbeamter angestrebt werden.

von Claude Cliché (Gast)


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Free&Lancer schrieb:
> und irgendwann spricht sich rum
> dass man alles auch für wenig Geld einfach im Ausland bekommen kann.

Naja (Reaktions-)zeit und betreuungsaufwand ist das Entscheidende, nicht 
das Geld.

Eh man so einem Auslands-Freiberufler erklärt hast, was der machen soll, 
ist der Muttersprachliche freiberufler längst fertig.

Der Muttersprachler ist auch in 1h vor Ort um was anzupassen, während 
der Inder noch in der Fahrradrikscha zur Warteschlange am Konsulat 
zwecks Visaantrag unterwegs ist.

von Claude Cliché (Gast)


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Free&Lancer schrieb:
> Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein? Chance oder
> Risiko?

Du hast doch selbst die Antwort "Klar, lohnt sich" in das Szenario 
konstruiert, du lässt nur die beiden optionen "Freelance im Inland" und 
"Freelance im Ausland" zu.

Also, wenn die freelance-projekt-abarbeitung ins Ausland verlagert wird, 
dann geht der Freelancer eben auch ins Ausland - digitaler Nomade eben, 
in Indien ist das Wetter sowieso besser.

von Max M. (prokrastinator)


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Free&Lancer schrieb:
> Chance oder
> Risiko?
Die Frage ist ja schon falsch.
EIne Chance ist IMMER auch die Chance das es nicht klappt, was gemeinhin 
als Risiko bezeichnet wird.
Chance und Risiko sind also zwei Seiten der gleichen Medaille.

von Da Baby (Gast)


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Claude Cliché schrieb:
> Free&Lancer schrieb:
>> Wie schätzt ihr die Zukunft als deutscher Freelancer ein? Chance oder
>> Risiko?
>
> Du hast doch selbst die Antwort "Klar, lohnt sich" in das Szenario
> konstruiert, du lässt nur die beiden optionen "Freelance im Inland" und
> "Freelance im Ausland" zu.
>
> Also, wenn die freelance-projekt-abarbeitung ins Ausland verlagert wird,
> dann geht der Freelancer eben auch ins Ausland - digitaler Nomade eben,
> in Indien ist das Wetter sowieso besser.

Jap. Wenns remote geht würde ich mir hier ein Netzwerk aufbauen und dann 
ins billigere Ausland. In Indien will glaube ich kein westlicher leben. 
Das ist ne Kloake

von Angestellter Facharbeite (Gast)


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Hallo

Die zu werten so mancher (meist eher junger) aber arg Blauäugig und zu 
sehr von "hier und jetzt" angeht.
Wobei selbst als 30ig jähriger die Rente sehr weit hin ist, die größte 
Investition (Immobilie) noch etwas hin bzw. unvorstellbar (oder aktuell 
nicht mal ansatzweise erwünscht)  ist und die Gesundheit (die Kosten 
einer Privaten Versicherung oder gar der Verzicht auf eine Versicherung 
und volle Bezahlung aus eigener Tasche) meist noch sehr gut ist und so 
gut wie nichts anfällt (noch...).

Alles nachvollziehbar und wohl auch abhängig von der in der Wiege 
gelegten Grundeinstellung - nur muß man bereit sein wenn es nicht klappt 
die Konsequenzen vollständig selbst zu tragen bzw. sich vorher 
abzusichern.

Aber auch der Öffentlicher Dienst "Wunsch" , die 
Konzertbeamteneinstellung oder gar der Wunsch ein echter Beamter zu 
werden hat seine Berechtigung und sollte nicht belächelt werden, solche 
Leute sind wichtig und sichern sehr wichtige Dinge (denkt zurück an die 
zwei Lockdowns...) die sonst keiner machen würde bzw. unbezahlbar wären 
- die "Bezahlung" des Einzelnen erfolgt halt dort auch zu einen Gutteil 
auf andere Weise - und warum denn auch nicht?

Was ist an Sicherheit und meist übersichtlichen Leistungsdruck zum Preis 
einer nicht so guten monetären Bezahlung falsch?
Sein wir doch froh das wir nicht die harte Angloamerikanische Denkweise 
hier haben und (fast) jeder der sich ein wenig anpasst und legal sich 
hier aufhält seinen Weg wenigsten Grob wählen kann (Sicherheit vs. den 
eventuell großen Geld und den Abenteuer)

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Angestellter Facharbeite schrieb:
> Was ist an Sicherheit und meist übersichtlichen Leistungsdruck zum Preis
> einer nicht so guten monetären Bezahlung falsch?

Nichts. Der öffentliche Dienst ist ideal für Menschen, die 
wirtschaftsuntauglich sind.

Die Leute können durchaus begabt und leistungsfähig sein, aber eben oft 
schwierig zu führen. Da werden wichtige Dinge für das liegen gelassen, 
was Spaß macht.

ÖD neigt auch zu völligem Chaos. Das liegt hauptsächlich, aber nicht 
nur, daran, dass es sehr viele Constraints gibt. Ein 
Wirtschaftsunternehmen ist nach außen hin keiner Rechenschaft schuldig. 
Es darf im Rahmen der Gesetze eigentlich frei verfügen, bis das Geld 
alle ist. Marktwirtschaft regelt das von selbst. Dieser Mechanismus kann 
und soll bei einer Behörde bewusst nicht greifen. Da muss zwangsläufig 
ein anderer Weg gefunden werden, richtiges und falsches Handeln zu 
unterscheiden. Das passiert dann mit allerlei Richtlinien, viel 
Bürokratie und Formalismus. Das Konstrukt wird sehr schnell sehr komplex 
und für die Beteiligten schwer zu durchschauen.

Wer mit komplexen Regeln gut klarkommt, Kundenorientierung und 
Wettbewerb ablehnt, wird sich im ÖD wohlfühlen.

von Gregor (Gast)


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Zum Thema *Freelancer Hat das Zukunft?* passt das hier:

Beitrag "Freelancer gehalter"
Beitrag "Kunde kürzt willkürlich die letzte Rechnung mit 4000EUR"

Da sollte einem der Appetit vergehen.

Angestellter Facharbeite schrieb:
> die größte Investition (Immobilie) noch etwas hin bzw.
> unvorstellbar
Selber machen!

Ich habe im Alter von 16 Jahren zusammen begonnen ein Haus zu bauen. Du 
brauchtest nur die DM 75.000 für den Bauplatz und weitere 35.000 für 
Architekt und Bauingenieur sowie die Gemeindesesselpupser. Dann kaufst 
du peu a peu die Steinchen im Fachhandel und baust den Rohbau mit 2 
Mauermeistern auf. Das sind insgesamt 5 Jahresgehälter netto der Eltern 
gewesen. Kein Urlaub, keine Playstation, kein garnichts. Nur Haus! Dann 
den Innenausbau mit Unterstützung des Elekrikers und Gas-Installateurs 
wegen GAS-Heizung.

Du kannst fast alles selber machen, wenn du lernfähig bist.

Bis ins Studium hinein haben wir an dem Haus gebaut. Es ist lange 
fertig, abbezahlt und wir wohnen drin. Die faule und dumme 
Verwandtschaft schmiert es uns jedes Weihnachten aufs Butterbrot, dass 
wir 2 Häuser haben. Sind halt in den Urlaub gefahren. Ich lehne mich nun 
locker zurück und sehe zu, wie bei den anderen die Mieten steigen.

von MasterOhneMeister (Gast)


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Gregor schrieb:
> Zum Thema Freelancer Hat das Zukunft? passt das hier:
> Beitrag "Freelancer gehalter"
> Beitrag "Kunde kürzt willkürlich die letzte Rechnung mit 4000EUR"
> Da sollte einem der Appetit vergehen.
> Angestellter Facharbeite schrieb:
>> die größte Investition (Immobilie) noch etwas hin bzw.
>> unvorstellbar
>
> Selber machen!
> Ich habe im Alter von 16 Jahren zusammen begonnen ein Haus zu bauen. Du
> brauchtest nur die DM 75.000 für den Bauplatz und weitere 35.000 für
> Architekt und Bauingenieur sowie die Gemeindesesselpupser. Dann kaufst
> du peu a peu die Steinchen im Fachhandel und baust den Rohbau mit 2
> Mauermeistern auf. Das sind insgesamt 5 Jahresgehälter netto der Eltern
> gewesen. Kein Urlaub, keine Playstation, kein garnichts.

Ist eine super Idee das so zu machen, aber heutzutage nicht mehr leicht 
mit einem Gehalt zu machen. Gemeinden geben einen Bauzwang vor, welcher 
es erfordert das der Bau in Max 3 Jahren fertig ist und bewohnt wird, 
sonst geht das Grundstück zurück an die Gemeinde. DM gibt es nicht mehr 
und Grundstücke Kosten inzwischen etwas mehr. Das heißt man braucht 
Grundstück 80-300.000€, Nebenkosten 10-30.000€ und Minimum 300.000€ für 
das Material. Und um das Netto als Angestellter zu finanzieren braucht 
man Minimum 15 Jahre. Habe mit viel Eigenleistung in 2020 gebaut.

von Freilandser (Gast)


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> Das heißt man braucht ...

Nach den vielen schlechten Nachrichten:
Man kann oertliche Erschliessung und Fundamentarbeiten ausgenommen,
heute ein Haus in 14 Tagen bezugsfertig bauen.

> zu finanzieren braucht man Minimum 15 Jahre

Das ging auch nur zu "optimalen" Zeiten und duerfte heute
ganz ueberwiegend illusorisch sein.

von Bester elitäre Berater des Universums (Gast)


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Free&Lancer schrieb:
> Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite sehe ich die
> Freelancer die wir (mein Arbeitgeber) beschäftigen und die sich eine
> goldene Nase verdienen für schlechte bis grottenschlechte Arbeit.

Ich bin als Berater für meinen Arbeitgeber tätig.
Mit meinem satten Honorar helfe ich dabei, dass der CEO den Laden mit 
Doppelwums gegen die Wand fährt.
Dadurch bekommt auch er eine satte Abfindung.


Win Win also.

#Freelancer lohnt

von CEO Dr. Scholaf Olz (Gast)


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Bester elitäre Berater des Universums schrieb:
> Free&Lancer schrieb:
>> Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite sehe ich die
>> Freelancer die wir (mein Arbeitgeber) beschäftigen und die sich eine
>> goldene Nase verdienen für schlechte bis grottenschlechte Arbeit.
>
> Ich bin als Berater für meinen Arbeitgeber tätig.
> Mit meinem satten Honorar helfe ich dabei, dass der CEO den Laden mit
> Doppelwums gegen die Wand fährt.
> Dadurch bekommt auch er eine satte Abfindung.
> Win Win also.
> #Freelancer lohnt

Kann man dich irgendwo kontaktieren? Habe Interesse..

von öDler (Gast)


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Stefan H. schrieb:
> Der öffentliche Dienst ist ideal für Menschen, die wirtschaftsuntauglich
> sind.

Vergiss nicht dies zu erwähnen, wenn du das nächste mal den Notruf 
wählst.

von Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)


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Jawoll, Michael B.!

> Sklaven gehen nur noch über Zuhälter aka Verleiher.

Selbst die nach vielen Träumen abgehalfterte "Dienerin ambulanter 
Nächstenliebe" ist eine Art Freelancerin. Ehemalige Stammkunden sagen 
nur leise "Hallo", ist ist nun eher für solche Freier, die von der 
langen Schiffsreise kommen und bei denen die Vernunft hoffnungslos 
untergeht gegen die Not.

Ich habe Handwerker und Selbständige mit hohen Gewinnen kennengelernt, 
auch solche, denen ich nie einen Auftrag vermitteln würde - und auch 
manchen Trick im Rahmen der "Auftragsmehrung", mit dem sich 
"Erfolgreiche" ähnlich unentbehrlich machen wie ein Bandwurm.
Der beste dieser Art war ein Erfinder, der mehrere Lizenzen verkauft 
hatte und seine Erfindung in die Umstände einpasste. Er war so gut, weil 
er seine Erfindung weiter verkaufen wollte und deshalb auch den 
langfristigen Erfolg seiner Arbeit.

Ich bin in einer Firma groß geworden, die im Wir dieser glich:
„Wenn die Leute nicht immer per wir in Geschäftsangelegenheiten 
sprechen, nicht Gelegenheit haben, sich bei Ehren und Sorgen des 
Geschäfts beteiligt zu fühlen, so kann man kein treues Festhalten, auch 
in trüberen Zeiten, verlangen und erwarten.“ (Werner von Siemens, 
1816-1892, Pionier der Elektrotechnik. (Langsam könnte ja such in dies 
Forum jemand geraten, dem dieer kein Begriff mehr ist.)
Das ist mein Ideal von Teamarbeit, ich lasse mich aber gern von einem 
noch besseren überzeugen.

Ciao
Wolfgang

: Bearbeitet durch User
von Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)


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Hi, Stefan H.,

> Nichts. Der öffentliche Dienst ist ideal für Menschen, die
> wirtschaftsuntauglich sind.
Das ist zu überheblich. Ich war mal Beamter auf Zeit und war es gern.
Ärzte sollen nicht wirtschaftstauglich sein, sondern Leben retten und 
heilen.
Polizisten brauchen auch nicht wirtschaftstauglich sein, sondern die 
öffentliche Sicherheit unauffällig aufrecht erhalten.
Ich wünsche mir, in der Wirtschaft selbst gäbe es mehr Personen, die 
ihre Wirtschaftstauglichkeit nicht nur sich selbst einbilden, sondern 
wirklich haben.

Ciao
Wolfgang Horn

von Freelancer (Gast)


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Free&Lancer schrieb:
> Ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite sehe ich die
> Freelancer die wir (mein Arbeitgeber) beschäftigen und die sich eine
> goldene Nase verdienen für schlechte bis grottenschlechte Arbeit.

Jaja, schon klar: Dein Chef beschäftigt nur unfähige Leute und du hast 
den Durchblick, das zu analysieren. Tipp:

a) werde selber Chef und mache es besser, wenn du glaubst, dass dein 
Chef die Falschen beauftragt
b) frage dich, ob du nicht auch eine überschätze Lusche bist, die dein 
Chef beauftragt
c) frage dich ob du es besser kannst als der freelancer, wenn er in 
einem solchen Chaos andocken muss, das ihr fabriziert
d) werde selber freelancer

von Freelancer (Gast)


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Claude Cliché schrieb:
> Also, wenn die freelance-projekt-abarbeitung ins Ausland verlagert wird,
> dann geht der Freelancer eben auch ins Ausland - digitaler Nomade eben,

So ist es und man profitiert vom Steuermischsystem:

Man ist Angestellter in Österreich und hat noch eine Selbständigkeit in 
DE.
In DE rechnet man das Büro, die Mieten und Fahrten sowie den 
Geschäftswagen ab und schaut zu, dass die Einnahmen klein bleiben, sodaß 
gerade etwas bei über bleibt und das FA nicht meckern kann. Der Gewinn 
wird in DE versteuert.

Das Einkommen in AT wird dort versteuert, weil man ja "nachweisen" kann, 
dass man dort arbeitet. Braucht halt noch einen Verwandten dort, der 
einem die Wohnung "vermietet" sodass man in AT eine Wohnadresse hat, an 
der man sich zu etwa 2/3 "aufhält", was auch die geringen Einnahmen in 
DE plausibel macht.

So kann man dem Kunden zwei verschiedene Modelle anbieten und sich 
rechtlich und wirtschafltich das Beste raussuchen:

Die gewaltigen "Fahrtkosten", die man zwischen Würzburg und Leoben dann 
hat, sparen in DE 2000,- Steuern, der Geschäftswagen wird voll 
abgesetzt, für die Privatfahrten nutzt man offiziell in AT ein Fahrrad, 
weil die Firma, für die man "arbeitet" gerade 2 km entfernt ist.

Dann kassiert man in AT noch 500,- fürs Kind und hat eine saubere 
Ferienwohnung fürs Wochenende und die preiswertere und bessere 
Krankenversicherung.

Ein Bekannter macht es noch besser: Der hat in Niederösterreich eine 
Eigentumswohnung in einer Siedlung, in der er für das deutsche FA 
gemeldet ist, welche er aber komplett privat vermietet.

von Da Baby (Gast)


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Wer heute noch viel Steuern zahlt und den linken Clownszirkus finanziert 
hat die Kontrolle verloren

von Philipp Klaus K. (pkk)


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Freelancer schrieb:
> Claude Cliché schrieb:
>> Also, wenn die freelance-projekt-abarbeitung ins Ausland verlagert wird,
>> dann geht der Freelancer eben auch ins Ausland - digitaler Nomade eben,
>
> So ist es und man profitiert vom Steuermischsystem:
>
> […]

Und welchen Vorteil hat das im Vergleich dazu, einfach ganz nach 
Österreich zu ziehen?

von Freelancer (Gast)


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Philipp Klaus K. schrieb:
> Und welchen Vorteil hat das im Vergleich dazu, einfach ganz nach
> Österreich zu ziehen?

In Österreich gibt es verschiedene Vorteile des freelancings nicht, 
außerdem steht dir dann nur 1 Steuermodel zur Verfügung. Konkret wohnt 
man ja auch offiziell in AT, nur hat man eben mehr Kunden in DE.

Man kann also DE-Stundensätze nehmen, Kosten für Reisen von AT nach DE 
als Reisekosten verbuchen (die es in dem Umfang nicht gibt).

Auf diese Weise kann man durch die Nutzung der richtigen Kosten im 
richtigen Land die Steuern minimieren. Ich gehe von rund 3000,- aus, pro 
Jahr. Zudem lassen sich durch verschleierte Nichtkosten teils legal 
teils weniger legal auch nochmal Steuern sparen. Den Anteil schätze ich 
auf rund 2.000.  Und man hat die faktische Ferienwohnung, die offiziell 
(wenn man an einen anderen Ort in AT wohnt) auch noch als Dienstwohnung 
abgesetzt werden könnte, oder in DE als doppelte Haushaltsführung.

Geht natürlich so richtig sinnvoll nur für jeweilige Auffenthalte von 
unter 4 Wochen, wegen der Dienstreisebestimmungen und damit es nicht 
auffällt.

In meinem Fall kommt hinzu, dass die Freundin nicht in der Nähe wohnt 
und ich ohnehin Privatfahrten in Massen hätte, die ich niemals irgendwo 
absetzen könnte. Hat man aber Projekte, in ähnlicher Distanz, geht das 
super prima mit dem Tanken und Absetzen. Der Vorteil ist bei mir so rund 
500,- + gespaarte Zeit.

Musst halt 4x Steuer machen: Einnahmen aus der Selbständigkeit (EÜR) und 
Einkünfte aus Angestelltentätigkeit, also EKST-Erklärung und beides für 
AT und DE. Wobei die Gewerbe in AT kurz ist und die EKST DE leer.

Ein Kollege, den ich in AT kennengelernt habe, ist an die Grenze zur 
Schweiz gezogen und hat dort die Familie teuer untergebracht und sein 
Haus in AT vermietet. Offiziell wohnt er noch in Tirol, residiert aber 
in Bregenz. Die Arbeit ist in der Schweiz. Das brummt richtig.

von Udo K. (udok)


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Freelancer schrieb:
> In Österreich gibt es verschiedene Vorteile des freelancings nicht,
> außerdem steht dir dann nur 1 Steuermodel zur Verfügung. Konkret wohnt
> man ja auch offiziell in AT, nur hat man eben mehr Kunden in DE.
>
> Man kann also DE-Stundensätze nehmen, Kosten für Reisen von AT nach DE
> als Reisekosten verbuchen (die es in dem Umfang nicht gibt).

Der öst. (und auch der deutsche) Gesetzgeber hat dazu eine sehr klare 
Meinung.  In dem Moment, wo du in Ö einen Schlüssel für eine Wohnung 
oder auch nur eine Beziehung hast, hast du den Lebensmittelpunkt da. 
Und dann bist du in Ö. 100% steuerpflichtig.
Mit dem was du hier erzählst bist du bereits mit einem Fuss im Knast.
Manche finden es prickelnd, als Krimineller zu leben, die meisten ziehen 
aber ein gemütliches und stressfreies Dasein vor.  Die Finanz kann dich 
auch noch nach Jahren erwischen, siehe das prominente Beispiel Boris 
Becker, oder aktuelles Beispiel US-Rapper Snoop Dog oder Uli Hoeneß.

Und generell ist zum Freelancertum zu sagen, dass die Anzahl der 
beschissenen Projekte grösser sein dürfte als die der interessanten.  Es 
hat schon einen Grund, warum die Firmen keine internen Leute findest, 
die die Arbeit machen wollen...

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