Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Elektronik Baukasten für Kinder


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von Christoph M. (mchris)


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von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Bei den Baukästen kommt jede Menge unnützes Zeug mit, was man 
mitbezahlen muss. Vor allem sind dies überdimensionale Kuststoffteile. 
Wenn die Kinder ernsthaft basteln wollen, würde ich ganz normale 
Bauteile in SMD (zum Anfang 1206 und bei den ICs 1.27er Raster) und THT 
und ein paar Lochrasterplatinen sowie Zinn, Fädeldraht und Lötstation 
mit Pinzettensatz besorgen, nebst Cutter und kleiner Absaugung. Damit 
kann man alles bauen, was das Herz begehrt und ist nicht auf teure 
Ersatzteile angewiesen. Zudem kann der Lernende seine Feinmotorik und 
Geduld ausbauen.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Knut B. schrieb:

> Wenn die Kinder ernsthaft basteln wollen, würde ich ganz normale
> Bauteile in SMD (zum Anfang 1206 und bei den ICs 1.27er Raster) und THT
> und ein paar Lochrasterplatinen sowie Zinn, Fädeldraht und Lötstation
> mit Pinzettensatz besorgen, nebst Cutter und kleiner Absaugung. Damit
> kann man alles bauen, was das Herz begehrt und ist nicht auf teure
> Ersatzteile angewiesen. Zudem kann der Lernende seine Feinmotorik und
> Geduld ausbauen.

So erstickt man aufkeimendes Interesse

> Bei den Baukästen kommt jede Menge unnützes Zeug mit, was man
> mitbezahlen muss. Vor allem sind dies überdimensionale Kuststoffteile.

Nee die kindsgerechten Teile sind nicht unnütz sondern der Kern des 
pädagogischen Konzeptes hinter diesen "Schulungsmaterial".
Interessant wie hier manche "Bausatz" und "Experimentierkasten" 
verwechseln, nur weil der Englische Barbar zu beidem 'Kit' sagt.

Da mal ein älteres Beispiel, das aus Kinder im elektrischen Sinne 
reifende Männer machte ;-) 
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Polytronik-Baukasten/PolyTronic.htm

von Uwe D. (monkye)


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Christoph M. schrieb:
> Auf Heise gibt es ein Sammlung von DIY Sachen für Kinder.
>
> 
https://www.techstage.de/ratgeber/schrauben-loeten-basteln-diy-elektronik-bausaetze-und-experimentierkaesten-ab-20-euro/z37wmqe?wt_mc=intern.red.techstage.newsticker.anrissliste.teaser.teaser
>
> Hat jemand schon den Buki France Elektronikbaukasten verwendet?

Nein, noch nicht. Von der Handhabung finde ich den echt gut. Die Frage 
ist, ob sich das Set erweitern lässt - muss ich mal suchen.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Christoph M. schrieb:
> Hat jemand schon den Buki France Elektronikbaukasten verwendet?

Das Verbindungssystem scheint dem Foto nach ähnlich dem des Cosmos (?) 
das ich mal vor Jahrzehnten kaufte, also Spiralfedern, zwischen deren 
Windungen man die abisolierten Drähte steckte.
Hat mich irgendwie nicht sonderlich überzeugt, dann lieber die 
Hohlnieten und Klemmkabelschuhe wie bei Polytronic.

von Dieter (Gast)


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Hier gäbe es auch einige Anregungen:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Experimentierk%C3%A4sten

Diese Teile wären auch interessant, aber es gibt noch kein 
Anleitungsbuch für kindgerechte Experimentierschaltungen:
https://de.elv.com/technik-fuer-elektronik-projekte/bausaetze/experimentierboards-prototypenadapter/prototypenadapter-module/

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> So erstickt man aufkeimendes Interesse

Tut man nicht. Am besten lernen Kinder, wenn man sie als selber 
Bastelnder mit dem Material vertraut macht. Das muss nicht bunt und rund 
sein, sondern einfach irgendwas bewirken.

Ich hatte damals mit einem Polytronik Baukasten angefangen. Nachdem die 
ersten Bauteile den magischen Rauch ´rausgelassen hatten und es in der 
DDR so gut wie keinen Ersatz gab, schon gar nicht auf dem Land, war das 
Interesse bald aufgebraucht. Einen Schub in die richtige Richtung 
brachte der erste Feinlötkolben und der Wille, etwas erreichen zu 
wollen. Nach der Wende gab es ja diesen ganzen tollen SMD-Kram und da 
konnte man auf einem kleinen Stück Lochraster schon halbe Wunder 
vollbringen. Und was soll ich sagen? Ich mach´s heute noch gern :-).

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Dieter schrieb:
> aber es gibt noch kein
> Anleitungsbuch für kindgerechte Experimentierschaltungen

Das ist die Aufgabe des Erziehungsberechtigten.

von Bernd (Gast)


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Hallo,

ich hoffe, nicht zu weit am Thema vorbei, aber für Kinder interessant: 
http://www.eschke.com/
ein kleiner Bastelmotor, hab ich selbst gebaut in meiner Stumpenzeit, 
man kann halt alles nachvollziehen was man tut während in der Elektronik 
sich alles in kleinen schwarzen Kästchen abspielt was dann eher der 
zweite Schritt wäre.
Gruß, Bernd

von Dieter (Gast)


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Knut B. schrieb:
> Dieter schrieb:
>> aber es gibt noch kein
>> Anleitungsbuch für kindgerechte Experimentierschaltungen
>
> Das ist die Aufgabe des Erziehungsberechtigten.

Das funktioniert aber nur, wenn ein Erziehungsberechtigter auch 
Elektronikbastler ist. Ansonsten nur noch, wenn Verwandschaft in 
greifbarer Nähe ist, die so etwas auch kann.
Was auch noch möglich wäre, das Elektronikbastler ein Wikibuch in einem 
Wikibook-Forum oder hier schreiben, obwohl der Schwerpunkt auf µC liegt.

von oszi40 (Gast)


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Man muß nicht unbedingt mit SMD das erste Interesse versuchen zu wecken. 
Es gibt auch andere schöne Bücher, die mir meine Eltern leider nie 
gegeben haben. z.B. ISBN 978-2-570-22046-7  9,95€  :-(

von Uwe D. (monkye)


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oszi40 schrieb:
> Man muß nicht unbedingt mit SMD das erste Interesse versuchen zu wecken.
> Es gibt auch andere schöne Bücher, die mir meine Eltern leider nie
> gegeben haben. z.B. ISBN 978-2-570-22046-7  9,95€  :-(

Genau - nicht überfordern, sondern regelmäßig Erfolg verschaffen und 
dazu neue Herausforderungen.
Als 12, 13 Jähriger habe ich mit besagten POLYTRONIC Sets angefangen und 
erst dann zum Lötkolben gegriffen, als es ein erstes „Projekt“ wurde. 
Erst Multivibrator, dann LW-Detektor usw. - es gab ja Erweiterungen zu 
kaufen.
Und bei mir konnte meine Mutter nicht helfen, sondern sie hat mich 
machen lassen und Wünsche erfüllt…

von Lothar J. (black-bird)


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Mit dem POLYTRONIC-Baukasten habe ich auch Anfang der '70er angefangen. 
Weil es soviel Spaß gemacht hat, habe ich ihn mit selbst gebauten 
Baugruppen und Bauelementeträgern erweitert - für noch mehr Spaß.

Die Anleitung waren sehr gut, das hat beim Verändern und beim 'tuning' 
sehr geholfen.

Hab heute noch zwei vollständige Kästen hier und benutze sie gemeinsam 
mit den Enkeln.

Blackbird

von Wendels B. (wendelsberg)


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Bernd schrieb:
> in meiner Stumpenzeit

Was ist das denn?

von Al. K. (alterknacker)


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Wendels B. schrieb:
> Was ist das denn?

Das kennst du nicht!

Stumpenzeit,


kenne ich auch nicht!

von Bernd (Gast)


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Wendels B. schrieb:
> Was ist das denn?

= Kindheit; h max < ca. 1300mm
Gruß, Bernd

von PittyJ (Gast)


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Knut B. schrieb:
> Bei den Baukästen kommt jede Menge unnützes Zeug mit, was man
> mitbezahlen muss. Vor allem sind dies überdimensionale Kuststoffteile.
> Wenn die Kinder ernsthaft basteln wollen, würde ich ganz normale
> Bauteile in SMD (zum Anfang 1206 und bei den ICs 1.27er Raster) und THT
> und ein paar Lochrasterplatinen sowie Zinn, Fädeldraht und Lötstation
> mit Pinzettensatz besorgen, nebst Cutter und kleiner Absaugung. Damit
> kann man alles bauen, was das Herz begehrt und ist nicht auf teure
> Ersatzteile angewiesen. Zudem kann der Lernende seine Feinmotorik und
> Geduld ausbauen.

Ich sehe das genau anders herum. Ich hatte in den 70ern einen Kosmos 
Kasten mit viel Kunststoff. Und die Bauteile wurden nur in Metallklemmen 
gesteckt und nichts gelötet.
Ich fand das Konzept toll, und habe viel gelernt. Man konnte immer 
wieder von 0 anfangen, und alles nach einem Aufbau wieder rücksetzen.
Auch das Ersetzen von Widerständen durch andere Größen war einfach, und 
man konnte so experimentieren. Einfach mal 470 durch 1K ersetzen, und 30 
Sekunden später wieder zurück.

Löten geht auch nicht im Kinderzimmer, das Stecken schon.

von Roland E. (roland0815)


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Lothar J. schrieb:
> Mit dem POLYTRONIC-Baukasten habe ich auch Anfang der '70er angefangen.
> Weil es soviel Spaß gemacht hat, habe ich ihn mit selbst gebauten
> Baugruppen und Bauelementeträgern erweitert - für noch mehr Spaß.
>
> Die Anleitung waren sehr gut, das hat beim Verändern und beim 'tuning'
> sehr geholfen.
>
> Hab heute noch zwei vollständige Kästen hier und benutze sie gemeinsam
> mit den Enkeln.
>
> Blackbird

Ja, die Polytronic waren große Klasse. Meiner ist leider im Keller 
abgesoffen...

Richtig große Klasse waren dann die drei Elektroniksets (A,B,C), die 
erst '89..90 in den Technikerstationen auftauchten...

von Lothar J. (black-bird)


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Roland E. schrieb:
> Richtig große Klasse waren dann die drei Elektroniksets (A,B,C), die
> erst '89..90 in den Technikerstationen auftauchten...

Die sind in der Zeitschrift 'Funkamateur' schon lange vorher ausführlich 
beschrieben worden, von einem Pädagogen, der sein Handwerk UND die 
Elektronik verstand.
Leider gab es diese Kästen nur in wenigen Berufsschulen.

Auch diese waren so einfach konzipiert, dass man vieles von den 
Baugruppen selber nachbauen konnte. Die Anleitungen zum Experimentieren 
dazu gibt es irgendwo noch im Netz.

Blackbird

von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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Knut B. schrieb:
> Ich hatte damals mit einem Polytronik Baukasten angefangen. Nachdem die
> ersten Bauteile den magischen Rauch ´rausgelassen hatten

Kenn ich. Mir sind auch mal ein sc206 (oder sc236?) kaputtgegangen. Also 
auf das Rad, in die Kreisstadt und Bastlerbeutel 6 geholt, den defekten 
Transistor rausgeknipst und neuen reingelötet.
Wenn so Etwas öfters passiert ist, konnte man auch über eine Fassung 
nachdenken.

von Lothar J. (black-bird)


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Bei der Vielzahl der angebotenen Experimentierkästen und -Geräte sollte 
man bedenken, ob man bei einem Kind bei Null anfängt.

Dann wären so einfache Sachen wie ein Stromkreis, Batterie, Schalter, 
Glühlämpchen, Elektromagnete, Klingeldraht, einfache Meßgeräte 
(vielleicht auch Dioden) und deren vielfältige 
Verschaltungsmöglichkeiten eventuell richtig.

Danach vielleicht der Aufbau eines einfachen Bausatzes mit THT. Da kann 
das Kind dann die Widerstände an Hand der Farbring-Tabelle bestimmen und 
selber nachmessen. Und staunen, dass die Werte fast nie stimmen. Da ist 
dann der Erwachsene gefordert :)
Löten geht auch bei THT besser.
Transistoren und ICs sind erst mal Black Box.

Da auch ein simpler robuster Transistor nie ohne halbwegs angepasste 
Widerstände richtig arbeitet, sind hier dann die einfachen 
Experimentierkästen mit Anleitung richtig.
Denn selber ist wohl kaum jemand von uns in der Lage, das Wissen 
kindgerecht, pädagogisch und fachlich richtig zu vermitteln.

Der nächste Schritt könnte dann die Algebra und danach die digitalen ICs 
sein - passend zum Schul-Lehrstoff.

Meine persönliche Meinung und Erfahrung.

Blackbird

PS: Man denkt zwar immer, die eigenen Kinder sind die Überflieger, 
genauso wir ja selber die Überflieger sind - ist aber leider meistens 
eine Fehleinschätzung.

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> Da mal ein älteres Beispiel, das aus Kinder im elektrischen Sinne
> reifende Männer machte ;-)
> 
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Polytronik-Baukasten/PolyTronic.htm

Es war schon recht mühsam, die Verbindungskabel anzufertigen. Mein Vater 
war dabei überhaupt keine Hilfe.

Es gab dann noch die Pikotron Baukästen. Da waren die Bauteile in 
Würfeln, die man zusammen stecken konnte. Verbunden wurde dann direkt 
mit Drahtstücken.

von Boss S. (boss_s)


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Ich habe  1979 mit dem Philips EE2003 angefangen Nunja   Philips und 
Schuko Produktzieren keine  Baukästen mehr  aber Kosmos  noch  sie gibt 
es  trotz Computer und  I-Net  im Fachhandel  und ich habe mir  das 
durch Büchern wie Amateur Elektronik von Josty  Kit bis zu den Büchern 
vom Franzis Verlag  durch gelesen und  auch über Bausatz aufbau  das 
nötige Rüstzeug angeeignet
 Grüße  aus  Lauterbach  in Hessen

von Powermeter (Gast)


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Ich habe mit Fischertechnik gelernt. Die Elektronik Baukästen gibt es 
nicht mehr. Aber ELV hat was interessantes aufgelegt: 
https://de.elv.com/technik-fuer-elektronik-projekte/bausaetze/experimentierboards-prototypenadapter/
Speziell die Serie mit dem Make Heft ist für Anfänger sicherlich 
interessant.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Peter D. schrieb:
> DIY - Todesstrahl schrieb:
>> Da mal ein älteres Beispiel, das aus Kinder im elektrischen Sinne
>> reifende Männer machte ;-)
>>
> 
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Polytronik-Baukasten/PolyTronic.htm
>
> Es war schon recht mühsam, die Verbindungskabel anzufertigen.

IMHO was das Hauptproblem fehlendes Werkzeug und Kraft.

> Mein Vater
> war dabei überhaupt keine Hilfe.

Also bei meinem konnte ich mir etliche Tricks abschauen:
Während ich jeden Draht eizeln abmessen wollte, hat er einfach ein Stück 
Pappe rechteckig auf halbe Länge geschnitten, Kabel darum gewickelt und 
an einer Stelle die Kabel mit einer richtigen Schere (Omas 
Schneiderschere) durchgeschnitten: alle auf einmal fertig zugeschnitten.

Anschliessend den Drahte durch zwei Plastehülse frimmeln, dann 
abisolieren (ohne Zange hat man wohl die Zähne benutzt), durch das Loch 
der Klemme gefädelt, in die Tülle gedrückt. (siehe Anhang 1)

Für kleine Kinderhände war das schon anstrengend, Vatern hatte mit 
seiner Kombizange wohl etwas mehr Glück.

> Die sind in der Zeitschrift 'Funkamateur' schon lange vorher ausführlich
> beschrieben worden, von einem Pädagogen, der sein Handwerk UND die
> Elektronik verstand.

> Die Anleitungen zum Experimentieren
> dazu gibt es irgendwo noch im Netz.

Eben die pädagogisch bewährte Struktur 
Aufbau-Durchführung-Ergebnis-Auswertung. Siehe schnelle Kopie im Anhang 
2.

von Florian (Gast)


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Kein Kind will lernen - es will spielen
Und das sollte im Vordergrund stehen. Erzählt mir doch nicht, ihr habt 
mit irgendeinem Experimentierkasten was gelernt. Ihr hattet Spaß, das 
hat Interesse geweckt und später habt ihr gemerkt, daß da früher mal was 
gewesen ist, was euch ein etwas besseres Verständnis jetzt bringt.

Kauf einen 3€-China-LES-Tannenbaum o. ä. und löte den zusammen oder den 
Blink-Makey https://shop.heise.de/makey-lotbausatz
Wenn wirklich was gelernt werden soll, kaufe ein Buch zum Thema 
Elektronik für Kinder oder was zum Roboter bauen.
Und für 32€ kann man mit dem 7160 Elektronik-Experte oder für schlappe 
25€ mit dem 7162 Junior Elektronik (für den heise keinen Affilitate-Link 
vorgesehen hat, weil das eben kein Test ist) nun auch nichts falsch 
machen. Was soll die Frage daher?

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Florian schrieb:
> Kein Kind will lernen - es will spielen

Frag die Kinder. Es gibt auch welche, die lernen wollen. Sie nennen es 
vielleicht nicht so, aber mit jedem Ding, was sie begreifen und 
erfahren, lernen sie auch und können damit schon in naher Zukunft etwas 
anfangen. Erfolg beflügelt das Lernen. Und wie toll fühlt sich ein Kind, 
wenn es mal mehr weiß als die Erwachsenen oder anderen Kindern etwas 
zeigen oder erzählen kann. Letztlich geht es um anwendbares Wissen.

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Florian schrieb:
> Kauf einen 3€-China-LES-Tannenbaum

Lehre Dein Kind Nachhaltigkeit und baue zuerst mit altem Kram, der 
eigentlich in fast jedem Haushalt anfällt. Es muss nicht alles neu sein. 
Gerade am Anfang nicht. Baukästen kann man auch gebraucht oder als nicht 
mehr ganz zeitgemäß per Kleinanzeige kaufen. Dort gibt es auch immer mal 
"Nachlass-Elektronik". Gibt es auch hier im Forum :-).

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Knut B. schrieb:
> DIY - Todesstrahl schrieb:
>> So erstickt man aufkeimendes Interesse
>
> Tut man nicht. Am besten lernen Kinder, wenn man sie als selber
> Bastelnder mit dem Material vertraut macht. Das muss nicht bunt und rund
> sein, sondern einfach irgendwas bewirken.

Eben. Gleich mit normalen Teilen arbeiten lassen.
So wie man Kleinkindern auch gleich die richtigen Begriffe beibringen 
kann.
Ein Hund muss nicht erst ein "WauWau" sein.

von Florian (Gast)


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Knut B. schrieb:
> Florian schrieb:
>> Kauf einen 3€-China-LES-Tannenbaum
>
> Lehre Dein Kind Nachhaltigkeit und baue zuerst mit altem Kram, der
> eigentlich in fast jedem Haushalt anfällt. Es muss nicht alles neu sein.
> Gerade am Anfang nicht. Baukästen kann man auch gebraucht oder als nicht
> mehr ganz zeitgemäß per Kleinanzeige kaufen. Dort gibt es auch immer mal
> "Nachlass-Elektronik". Gibt es auch hier im Forum :-).

Und du glaubst, du rettest die Welt dadurch? Oder machst sie auch nur 
ein bißchen besser?
Aber jedem seinen Gott zu dem er beten kann und andere missionieren.

Und was gibt es spannenderes für Kinder, als einen Haufen 
Elektronik-Müll anzustarren, den keiner wirklich gebrauchen kann, als 
etwas lustiges und effektvolles zu bauen, bei dem alles dabei ist?

von DenkenMachtSpaß (Gast)


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Boss S. schrieb:
> Ich habe  1979 mit dem Philips EE2003 angefangen

Ich mit dem Philips Elektronik Erstkontakt (EE2040). Habe ich damals von 
meinem Onkel zu Weihnachten bekommen. Das war mein Schlüsselerlebnis. 
Seitdem hat mich die Elektronik in ihren Bann gezogen.

Ich fand die Lösung mit Federn auf dem blauen Lochbrett sehr gut! Im 
Vergleich zu anderen Systemen konnte man die Bauteile so anordnen, dass 
man auch noch die Funktion erkennen konnte. Wenn man lauter "Blöcke" mit 
Strippen verbindet, wie bei anderen Systemen, geht doch schnell die 
Übersicht verloren.

Schade, dass die Philips/Schuco-Kästen nicht mehr hergestellt werden.

just my 2 cents.

Gruß

Marcus

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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●DesIntegrator ●. schrieb:

> So wie man Kleinkindern auch gleich die richtigen Begriffe beibringen
> kann.
> Ein Hund muss nicht erst ein "WauWau" sein.

Genau.
Und das Kind selbst ist nicht beim "Liebe machen" entstanden, sondern
verdankt seine Existenz allein einem geplatzten Condom. Weihnachtsmann 
ist auch nicht der richtige Begriff sondern "Laiendarsteller vom 
Arbeitsamt vermittelt". etc.pp.

Na dann, glückliche Kindheit!

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Florian schrieb:
> Kein Kind will lernen - es will spielen

Also ich habe mir so etwa ab 12 Jahren ein Elektronik Lehrbuch nach dem 
anderen rein gezogen und das gelernte anhand von Experimenten 
nachvollzogen.

von Soul E. (soul_eye)


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DenkenMachtSpaß schrieb:

> Ich fand die Lösung mit Federn auf dem blauen Lochbrett sehr gut! Im
> Vergleich zu anderen Systemen konnte man die Bauteile so anordnen, dass
> man auch noch die Funktion erkennen konnte. Wenn man lauter "Blöcke" mit
> Strippen verbindet, wie bei anderen Systemen, geht doch schnell die
> Übersicht verloren.

Vor allem konnte man normale Bauteile einsetzen, die man z.B. aus alten 
Fernsehern vom Sperrmüll ausgebaut hatte. Außer einer gewissen 
Mindestlänge der Anschlußdrähte gab es keine Anforderungen. Insbesondere 
mussten die Bauteile nicht erst in irgendwelche Plastikbausteine 
eingebaut werden.

von Uwe D. (monkye)


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Florian schrieb:
> Kein Kind will lernen - es will spielen
> Und das sollte im Vordergrund stehen. Erzählt mir doch nicht, ihr habt
> mit irgendeinem Experimentierkasten was gelernt. Ihr hattet Spaß, das

Falsch, Spielen ist Lernen.
Und ja - ich habe dadurch gelernt. Und das betraf nicht nur die 
Elektronik, sondern auch die Chemie und Astronomie.

●DesIntegrator ●. schrieb:
> Knut B. schrieb:
>> DIY - Todesstrahl schrieb:
>>> So erstickt man aufkeimendes Interesse
> Eben. Gleich mit normalen Teilen arbeiten lassen.

SMD überfordert und es gibt keinen Grund, die Einstiegshürden unnötig 
hoch zu legen.

> So wie man Kleinkindern auch gleich die richtigen Begriffe beibringen
> kann. Ein Hund muss nicht erst ein "WauWau" sein.
Nein, aber Du bestrafst Dein Kind (hoffentlich) nicht, weil es einen 
Golden Retriever und einen Labrador nicht auseinander halten kann. Ganz 
in Deinem Sinn: Wenn, dann richtig… (so ein Quark)

Florian schrieb:
> Knut B. schrieb:
>> Florian schrieb:
>>> Kauf einen 3€-China-LES-Tannenbaum
>> Lehre Dein Kind Nachhaltigkeit und baue zuerst mit altem Kram, der
> Und du glaubst, du rettest die Welt dadurch? Oder machst sie auch nur
> ein bißchen besser?

Die Welt wird dann besser, wenn jeder bei sich selbst anfängt. Aber he, 
was weiß ich schon.

von Stefan F. (stefanus)


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Ich habe gerade das bei Amazon gesehen

https://www.amazon.de/Sntieecr-Elektrische-Grundlegende-Elektrizit%C3%A4t-Elektromagnetismus/dp/B087TGZ5ZM

Dazu noch eine deutsche Anleitung wäre sicher nicht schlecht.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Uwe D. schrieb:
> ●DesIntegrator ●. schrieb:
>> Knut B. schrieb:
>>> DIY - Todesstrahl schrieb:
>>>> So erstickt man aufkeimendes Interesse
>> Eben. Gleich mit normalen Teilen arbeiten lassen.
>
> SMD überfordert und es gibt keinen Grund, die Einstiegshürden unnötig
> hoch zu legen.

Es gibt auch heute noch THT-Bauteile.
oh... und dafür geeignete Leiterplatten.
Man mags kaum glauben

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Stefan F. schrieb:
> Dazu noch eine deutsche Anleitung wäre sicher nicht schlecht.

Echt jetzt?! Da steht schreibt man Magnet/Magnetics mit 'e' . Ne 
wechselstromquelle für Trafoexperimente vermisst man auch ...
Also das grenzt für mich schon härt an Scherzartikel. Zumindest was man 
auf dem Foto erahnen kann.

von Stefan F. (stefanus)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Es gibt auch heute noch THT-Bauteile.
> oh... und dafür geeignete Leiterplatten.

Gut dass du sagst. Hätte sonst niemand gewusst.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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> Ich habe gerade das bei Amazon gesehen

Von einer Website mit dem sntieecr Zeugs: ( 
https://kleine-macher.de/spielzeug/lernspielzeug/forscher/elektrobaukaesten-kinder/ 
)

"Hinweis: Es wird empfohlen, dass die Spannung 1,5 V bis 3 V beträgt. 
Wenn die Spannung 3 V beträgt, sollte die Nutzungszeit nicht zu lang 
sein und die Zeit sollte innerhalb von 3 Minuten kontrolliert werden. 
Nach 5-10 Minuten erzeugt der Stromkreis Wärme und einen Kurzschluss."

Also trotz der 96,5% positiv Bewertung bin ich sehr skeptisch. Da 
braucht es schon viel Anleitung von Erfahrenen um da bleibende 
Lerneffekte hinsichtlich Elektromagnetismus herauszuziehen. Ob da nicht 
mehr über Technische Nutzung Elektromagnetismus lernt wenn man alte 
Elektromotoren/Fahrraddynamos knackt?! Und mit Elektronik scheint dieser 
Magnetismuskram nicht viel zu tun zu haben.

++++++

DenkenMachtSpaß schrieb:
> Ich mit dem Philips Elektronik Erstkontakt (EE2040). Das war mein 
Schlüsselerlebnis.
> Seitdem hat mich die Elektronik in ihren Bann gezogen.
>
> Ich fand die Lösung mit Federn auf dem blauen Lochbrett sehr gut!

Du meinst dieses "Spiral-Klemm-feder auf Lochbrett" System?:
http://sites.prenninger.com/elektronik/_/rsrc/1512980758306/philips/2016-12-16%2018_16_10-Experimentier-%20und%20Lehrsystem%20f%C3%BCr%20die%20Jugendarbeit.jpg

Das scheint sehr interessant aus, da man Bauteile nach Belieben 
plazieren kann, was IMHO den ersten Aufbau nach Schaltplan sehr 
erleichtert.

Ich bin nach meiner Erfahrung mit anderen Klemmfedersystem aber 
skeptisch wie "fummelig es ist, mehrere Drahtenden in eine Spiral.Feder 
zu frimmeln.

von Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Es gibt auch heute noch THT-Bauteile.

Komisch, das erste Foto des im Eröffnungspostings genannten Artikels 
lässt mich anderes vermuten: Hier wird doch tatsächlich versucht, eine 
THT-LED von oben anzulöten...

So wie die angeschmurgelte Platine es aussehen lässt, hat der "Täter" 
das auch schon vorher mit allen Widerständen so gemacht.

: Bearbeitet durch Moderator
von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Frank M. schrieb:
> So wie die angeschmurgelte Platine es aussehen lässt, hat der "Täter"
> das auch schon vorher mit allen Widerständen so gemacht.

Könnt aber auch mit Welle gelötet sein und das Lot ist von unten 
aufgestiegen.
Aber wahrscheinlich hat es dem Fotografen nicht gefallen wie ein Foto 
vom korrekten Löten ausgesehen hätte, also macht er liebe schön 
anzusehende aber falsche Fotos.

Der Schraubstock sieht auch mehr nach Improvisation statt nach 
ordentlichen Löten (Bestückrahmen) aus.

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> Aber wahrscheinlich hat es dem Fotografen nicht gefallen wie ein Foto
> vom korrekten Löten ausgesehen hätte, also macht er liebe schön
> anzusehende aber falsche Fotos.

Man soll ja auch nicht alles glauben, was man so im Internet sieht ;-).

von Thomas F. (tf1973)


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Die Polytronic Kästen sind glaube ich für viele hier die Einstiegsdroge 
gewesen :D
Auch wie es didaktisch aufgebaut war, vom Erfolgserlebnis "Lampe 
leuchtet" über den Detektorempfänger bis zu einem komplexeren System mit 
mehreren Bauteilen. Dazu das Handbuch mit Erklärungen.
Interessant an der Geschichte war, dass es im ESP Unterricht 
"kompatible" Systeme gab.
Schade das es das heute nicht mehr gibt.

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Ja, leider. ESP war schön, wir hatten einen guten Lehrer! R.I.P. Manne.

Heute heißt es Praktikum,
meist hängt man da auch nur ´rum...

Oder kocht Kaffee für die Stamm-Belegschaft.

: Bearbeitet durch User
von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Thomas F. schrieb:
> Die Polytronic Kästen sind glaube ich für viele hier die Einstiegsdroge
> gewesen :D

Vielleicht nicht der Einstieg (das war wohl eher das Ausschlachten von 
Altgeräten und Bau von Diskoelektronik (Lichtschlauch, Flackerlicht, 
Verstärker) aber mindestens eine stark Brücke von "Kabel knoten" zur 
Elektronik.

> Auch wie es didaktisch aufgebaut war, vom Erfolgserlebnis "Lampe
> leuchtet" über den Detektorempfänger bis zu einem komplexeren System mit
> mehreren Bauteilen. Dazu das Handbuch mit Erklärungen.


Es war halt als "Lehrmittel" und nicht als "Spielzeug" konzipiert. Und 
gehörig an der Verbreitung wird wohl die mangelnde Konkurrenz im 
staatlichen Einzelhandel beigetragen haben. Alternativ dazu war wohl nur 
der "fliegende Aufbau".

> Interessant an der Geschichte war, dass es im ESP Unterricht
> "kompatible" Systeme gab.

Ja ähnliche Lehrmittel gab es im "Technik-Unterricht" aber deren Einfluß 
schätze ich eher als gering ein. Regulär wurden diese lehrmittel erst 
später in der Lehre (zum BMSR-Techniker, wer kennt noch die Abkürzung?!) 
verwandt.

Das Prinzip des Schaltungs-Lesens und Experimentierschaltungsaufbau 
wurde auch im Physik-unterricht vermittelt. "Kompatibel" dabei weniger 
das Ding "Polytronic-Kasten" als die allgemeinen Prinzipien:
-stabile Platzierung der Bauteile auf einer Grundplatte
-Verkabelung von der Spannungsquelle aus beginnend
-Überprüfung/Abnahme der Schaltung
-Spannung zu schalten und bei Fehlfunktion sofort Spannung wieder weg 
und erneut überprüfen (lassen).

> Schade das es das heute nicht mehr gibt.

Wenn es Nachfrage gibt, dann gibt es auch ein Angebot. Bedauernswert ist 
aber, das oft das billigste Angebot gewinnt, eben China-Scheiss ohne 
Erfüllung des pädagogischen Anspruchs an Lehrmittel. Das muss dann der 
Papa tun, der aber selten ein perfekter Lehrer in solchen Dingen ist.

von Maxe (Gast)


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> Knut B. schrieb:
>
>> Wenn die Kinder ernsthaft basteln wollen, würde ich ganz normale
>> Bauteile [...]

> Nee die kindsgerechten Teile sind nicht unnütz sondern der Kern des
> pädagogischen Konzeptes hinter diesen "Schulungsmaterial".

M.E. ist ein gewisses Problem heutzutage, dass man die Kinder zu früh 
mit so anspruchsvollen Themen beaufschlagt. "Ein Dreijähriger findet 
sich mit dem Tablet ja schon auf Youtube zurecht, warum sollte er dann 
nicht auch mit 5 schon das Programmieren anfangen." So ähnliche 
Denkweisen gibt es. Und dann braucht es eben so Baukästen, die auch für 
die Grobmotorik von kleinen Kinderhänden geeignet ist. Das Kind ist dann 
inhaltlich total überfordert und es fehlt weiteres Interesse.

Für einen 8- bis 12-jährigen halte ich das Experimentieren mit 
Elektrizität für angemessen, für Elektronik ist das aber zu früh. Man 
sollte nach dem Einstieg m.E. schon relativ schnell dazu in der Lage 
sein, sich selber Informationen zu besorgen und Datenblätter lesen 
können, sonst schläft das ganze schnell ein. Und dann braucht es 
tatsächlich keine 'verschlucksicheren' kindgerechten Teile. Trotzdem 
sollte das Stecken einfach gehen und alle Verbindungen offen sichtbar 
sein. Das ist ein Problem der (günstigen) Steckbretter.

von Müllermax (Gast)


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Maxe schrieb:
> Und dann braucht es eben so Baukästen, die auch für
> die Grobmotorik von kleinen Kinderhänden geeignet ist.
Angeblich ist es so, dass Kinder überhaupt erst abstrahierende 
Intelligenz entwickeln (können) wenn sie Ding "begreifen", d.h. 
tatsächlich in die Hand nehmen. Hinzu kommt dass erst durch das 
oftmalige Stecken und Ziehen von Passstücken, sowie das Drehen von 
Schraubverschlüssen die Feinmotorik richtig geschult wird.

von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Ich hab mit 10 angefangen, das ist m.E. das richtige Alter, da kann man 
schon recht kleine Sachen halten und bewegen. Und man kann schon 
einfache Zusammenhänge von Strom und Spannung verstehen.

von Bert (Gast)


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Ich hatte so einen Cosmos Bauskasten. Da waren normale bedrahtete 
Bauteile dabei. Es gab so eine Steckfeder-System ähnlich eines 
Breadbords, nur noch übersichtlicher. Eine Google-Suche konnte mir 
leider keine Bilder dafür geben. Natürlich habe ich die LEDs direkt mit 
der 9V Batterie vernichtet, aber ich konnte leicht Ersatz bekommen.

Wenn ich nach sowas suchen würde, würde ich auf jeden Fall auf ein 
Stecksystem mit leicht zu beschaffenen Ersatzteilen achten. Ein 
Transistor hat z.B. bei Anfängern auch kein leichtes Leben.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Bert schrieb:
> Ich hatte so einen Cosmos Bauskasten. Da waren normale bedrahtete
> Bauteile dabei. Es gab so eine Steckfeder-System ähnlich eines
> Breadbords, nur noch übersichtlicher. Eine Google-Suche konnte mir
> leider keine Bilder dafür geben.

Wohl Federn ähnlich diesem 
https://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/1881421661/1.5343932/width610x580/ein-telefonzeichengeber-mit.jpg

###
> Und dann braucht es eben so Baukästen, die auch für
> die Grobmotorik von kleinen Kinderhänden geeignet ist. Das Kind ist dann
> inhaltlich total überfordert und es fehlt weiteres Interesse.

Ich stimme zu, hier gibt es zwei Grenzen. Allerdings kann man nur die 
eine am Alter festmachen.
Zum einen muss der Nutzer in der Lage sein, die Einzelteile 
zusamenzustecken o.ö. das nenne ich mal die "Spielzeug-Grenze" und die 
könnte mit 8 Jahren erreicht sein.

> Für einen 8- bis 12-jährigen halte ich das Experimentieren mit
> Elektrizität für angemessen, für Elektronik ist das aber zu früh.

Das wäre dann die "Grenze für Lehrmittel Elektronik", die eben nicht 
alle mit einem gewissen Alter zwangsläufig erreichen. Ich hab schon 
manchen Erwachsenen vergeblich versucht, einfache Transitorschaltungen 
beizubringen. Das ist halt nicht für jeden begreifbar. Als Richtlinie 
kann man ja schauen, wann Transitor im Lehrplan steht. Das ist in Bayern 
10 Klasse Gymnasium für den Technik-Leistungskurs. Also könnte man späte 
Schuljahre, (Alter:14-16 Jahre) ansetzen.

>Man
>sollte nach dem Einstieg m.E. schon relativ schnell dazu in der Lage
>sein, sich selber Informationen zu besorgen und Datenblätter lesen
>können, sonst schläft das ganze schnell ein.

Hm, also früher ohne Datenblätter zum Download hat es doch auch 
funktioniert? Und vielleicht war es gar nicht so schlecht, mit den nicht 
ganz richtigen Büchern weiterzumachen. Also Transistor-Bastelkasten vom 
Weihnachtsmann und Röhren Radiobastelbuch vom Opa? OK, ab und zu stand 
was in den Zeitschriften. Wichtiger ist in dieser Lernphase der direkte 
Informationsaustausch, also mit irgendeinem sprechen, der sich mit sowas 
auskennt. (Fernsehfritze, Funker, Telefon-postler, ...)

###
BTW, das Thema ist ein Dauerbrenner, das würde hier schon vor über 10 
Jahre diskutiert: Beitrag "Welcher Elektronikbaukasten für 10 Jährigen". Leider 
funktionieren viele Links von damals nicht mehr.

von Roland E. (roland0815)


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Transistor hatten wir in der 8. oder 9. Klasse Regelschule. Naja, war 
vom Lehrplan wohl die Reste des POS-Lehrplanes.

Oweia...

Die Polytronik Elektrokästen (Heizdraht, Motor, Lampe) am Netzgerät 
hatten wir im Werkunterricht noch in der Grundstufe in den Fingern.

Der Elektronikkasten kam später, aber eben nur über Beziehung in den 
Privathaushalt.

4xR20 als Versorgung. Da schreien die Kinderschützer heute Zeter und 
Mordio...

: Bearbeitet durch User
von Knut B. (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite


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Roland E. schrieb:
> 4xR20 als Versorgung. Da schreien die Kinderschützer heute Zeter und
> Mordio...

Ja, da war schon ganz schön Bumms drin. Wenn die noch frisch waren, ist 
eine falsch angeschlossene Leitung schon mal verdampft ;-). Aber das 
schult ungemein.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Roland E. schrieb:
> Transistor hatten wir in der 8. oder 9. Klasse Regelschule. Naja, war
> vom Lehrplan wohl die Reste des POS-Lehrplanes.

Wäre interessant, was da vom Transistor und seinen 
schaltungen/Anwendungen gelehrt wurde. Sicher nicht mehr als Beinchen 
zählen, von npn und pnp-Dotierungen fabulieren und Schaltzeichen 
hinkrakeln.

Grundschaltung wie Basis-/Emitterschaltung oder Differenzschaltung waren 
wenn überhaupt erst Thema in Klassen 11/12. War halt nicht viel Zeit 
neben Russisch, Geschichte und Gesellschaftskundeunterricht und den 
Essentials alle Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik, Mathe) 
und Deutsch.

von Roland E. (roland0815)


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Der Aufbau und seine Funktion als regelbares Stromventil. Kurz nach der 
Diode als Sperrbauteil.
Halt aus Sicht der Halbleiterphysik. Nicht im Rahmen einer praktischen 
Anwendung.

von Uwe D. (monkye)


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Transistor hatten wir in der 8. oder 9. Klasse Regelschule. Naja, war
>> vom Lehrplan wohl die Reste des POS-Lehrplanes.
>
> Wäre interessant, was da vom Transistor und seinen
> schaltungen/Anwendungen gelehrt wurde. Sicher nicht mehr als Beinchen

Also ich kann nur von mir berichten. Es wurde sehr anschaulich erklärt, 
wie ein Transistor funktioniert und erwähnt, dass es verschiedene Typen 
gibt. Wer dieses Grundprinzip nicht gerafft hat, dem brauche ich doch 
nix über Impedanzen oder Basis-/Emitter-/Kollektorschaltung erzählen…

> Grundschaltung wie Basis-/Emitterschaltung oder Differenzschaltung waren
> wenn überhaupt erst Thema in Klassen 11/12.
Richtig - ein Thema in der Berufsausbildung oder beim Abi.

> neben Russisch, Geschichte und Gesellschaftskundeunterricht und den
> Essentials alle Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik, Mathe)
> und Deutsch.

Das hing vom Lehrkörper ab. Bei mir auf dem Dorf mit riesigen Klassen 
(in meinem Jahrgang 3 Klassen mit 32-36 Schülern) gab es trotzdem 
Schülerklubs für Astronomie, Chemie, Physik, Elektronik, Literatur, …

von Al. K. (alterknacker)


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von Thomas F. (tf1973)


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DIY - Todesstrahl schrieb:

>
> Ja ähnliche Lehrmittel gab es im "Technik-Unterricht" aber deren Einfluß
> schätze ich eher als gering ein. Regulär wurden diese lehrmittel erst
> später in der Lehre (zum BMSR-Techniker, wer kennt noch die Abkürzung?!)
> verwandt.
>
Oh, BMSR Techniker (Betriebsmess-, Steuer- und Regeltechnik), sehr 
begehrt und bei mir ganz oben auf der Berufs-Wunschliste! War immer 
fasziniert beim PA Unterricht im einheimischen Kombinat, wie die Leute 
dort sozusagen den Basteltrieb hochoffiziell ausleben konnten :D
Leider keine Berufsausbildung mit Abitur und somit habe ich mich dem 
elterlichen Willen gebeugt und verworfen...

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Al. K. schrieb:

> Meine Zeit
So einen ähnlichen Holzkasten, eventuell der Vorläufer bevor die Firma 
zu Volkseigentm 'gemacht' wurde, kenne ich vom "Elterlichen Dachboden". 
In einem Fach war auch ein Spartrafo eingebaut, heutzutage ein 
Höllenteil. Gut für Elektromechanik einstieg, Elektronik aus Halbleitern 
kam aber 1954 noch nicht vor.

###
>> Wäre interessant, was da vom Transistor und seinen
>> schaltungen/Anwendungen gelehrt wurde. Sicher nicht mehr als Beinchen

A schrieb
>Der Aufbau und seine Funktion als regelbares Stromventil. Kurz nach der
>Diode als Sperrbauteil.
>Halt aus Sicht der Halbleiterphysik.

B schrieb
>Es wurde sehr anschaulich erklärt,
>wie ein Transistor funktioniert und erwähnt, dass es verschiedene Typen
>gibt. Wer dieses Grundprinzip nicht gerafft hat, dem brauche ich doch
>nix über Impedanzen oder Basis-/Emitter-/Kollektorschaltung erzählen…

Hm, da stellt sich schon die Frage welches "Transistor-Wissen", auch mit 
Blick auf eigene Schaltungsversuche, notwendig ist. Das Wissen, das der 
Transistor aus dotierten Halbleiter aufgebaut ist, finde ich für 
Elektronikbastler verzichtbar. Ja, Halbleiter und Mikroelektronik war 
damals (1970-89) ein ganz großes Thema und im Studium hat man mit 
Boltzmann und Bändermodell alles mögliche berechnet, aber konkret hat es 
herzlich wenig interessiert, wie das regelbare Stromventil im Inneren 
aufgebaut ist.

Bei Widerstand, Kondensator, Schalter, Spule kann man das durch 
neugierige Zerstörungswut (Ja, als Kind/Jugendlicgher musste alles 
zerlegt werden ;-)) den inneren Aufbau verstehen und bei Bedarf selber 
Bauteile nachbauen, (oder verstehen wo die unerwartet als "Parasiten" 
auftauchen) aber bei Halbleitern scheitert das weitgehend.

von Roland E. (roland0815)


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Uwe D. schrieb:
> DIY - Todesstrahl schrieb:
>> Roland E. schrieb:
>>> Transistor hatten wir in der 8. oder 9. Klasse Regelschule. Naja, war
>>> vom Lehrplan wohl die Reste des POS-Lehrplanes.
>>
>> Wäre interessant, was da vom Transistor und seinen
>> schaltungen/Anwendungen gelehrt wurde. Sicher nicht mehr als Beinchen
>
> Also ich kann nur von mir berichten. Es wurde sehr anschaulich erklärt,
> wie ein Transistor funktioniert und erwähnt, dass es verschiedene Typen
> gibt. Wer dieses Grundprinzip nicht gerafft hat, dem brauche ich doch
> nix über Impedanzen oder Basis-/Emitter-/Kollektorschaltung erzählen…
>




>> Grundschaltung wie Basis-/Emitterschaltung oder Differenzschaltung waren
>> wenn überhaupt erst Thema in Klassen 11/12.
> Richtig - ein Thema in der Berufsausbildung oder beim Abi.
>

Für die Interressierten unterhalb Klasse 11 gab es noch AGs und 
Technikerstationen.

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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Roland E. schrieb:

> Für die Interressierten unterhalb Klasse 11 gab es noch AGs und
> Technikerstationen.

Ja, das hieß für mich in der achten Klasse zum Elektronikkurs 18 km per 
Bus zur Kreisstadt ins "Haus der Pioniere" zu fahren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pionierhaus

Dann hat man doch besser die Eltern bedrängt, das sie sich eine 
Polytronic-Experimentierkasten 'zurück legen ließen' und dann auf den 
Gebursttagsgeschenketisch schoben.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Einzelschicksale ...

von DIY - Todesstrahl (Gast)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Einzelschicksale ...

und jeder Menge davon.
Von den Elektroni-baukästen gabs so viele, das es dem B. Kainka für ein 
ganzes Buch gereicht hat:
https://www.b-kainka.de/Baukaesten.htm

Aber wegen der eher mauen Bewertungen hab ich mir das nie zugelegt.

von Peter D. (peda)


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DIY - Todesstrahl schrieb:
> Bei Widerstand, Kondensator, Schalter, Spule kann man das durch
> neugierige Zerstörungswut (Ja, als Kind/Jugendlicgher musste alles
> zerlegt werden ;-)) den inneren Aufbau verstehen

Als Kind habe ich auch alle Bauteile zerkloppt oder aufgesägt, um das 
Innenleben zu sehen. MP-Kondensatoren und Elkos habe ich abgewickelt 
usw.

Ich habe auch mal OC72 aus dem Westen geschenkt bekommen. Wenn man die 
Blechkappe vorsichtig aufsägte, war darunter ein Glastransistor und dann 
wußte ich, warum die Basis Basis heißt.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Peter D. schrieb:
> Als Kind habe ich auch alle Bauteile zerkloppt oder aufgesägt,
> um das Innenleben zu sehen

Dito. Die Anker von kleinen DC Motoren eignen sich prima als Kreisel, 
besser als "richtiges" Spielzeug aus dem laden.

von Lothar J. (black-bird)


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Den Polytronik-Baukasten bekam ich geschenkt, mein jüngerer Bruder den 
Piko-Elektromechnik-Baukasten 
(https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/elektro-baukasten-piko-ddr-zeiten/2339478867-249-7965).
Nach den ersten Alleingängen haben wir dann kombiniert, was das Zeug 
hält!

War für uns beide sehr lehrreich.
Das hat nicht nur unsere Hobbies, es hat auch unser Berufsleben in diese 
Richtungen gelenkt.

Keine Ahnung, was sich unsere Eltern damals gedacht hatten ;))

Blackbird

Beitrag #7336059 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Andrew T. (marsufant)


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DIY - Todesstrahl schrieb:

> und jeder Menge davon.
> Von den Elektroni-baukästen gabs so viele, das es dem B. Kainka für ein
> ganzes Buch gereicht hat:
> https://www.b-kainka.de/Baukaesten.htm
>
> Aber wegen der eher mauen Bewertungen hab ich mir das nie zugelegt.


Kann man sehr gut hier in allen Details, Hersteller-Varianten und mit 
vielen Bildern nach erleben:

https://www.experimentierkasten-board.de/

von DIY - Todesstrahl (Gast)


Angehängte Dateien:

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Peter D. schrieb:
> Als Kind habe ich auch alle Bauteile zerkloppt oder aufgesägt, um das
> Innenleben zu sehen.

Ja! Vielleicht hätte ein transparentes Gehäuse wie bei angehangen 
Spindeltrimmer das Überleben des Bauteils in Kinderhänden sicher können 
;-)
Auch ein (Luft-)Drekhondensator oder ein Relais konnte man durch eigene 
"Anschauung" unzerkloppt verstehen.

Andrew T. schrieb:
> Kann man sehr gut hier in allen Details, Hersteller-Varianten und mit
> vielen Bildern nach erleben:
>
> https://www.experimentierkasten-board.de/

Sehr Interessant und detailreich. Konnte aber auch die Frage nicht 
beantworten ab wann es den Polytronic gab. Ich kann mich nur grob an 
"(erste?) Hälfte Achtziger" erinnern. Man könnte die Frage mit einem 
Heftarchiv der "Jugend+Technik" beantworten. Da war meines Wissens zur 
Narkteinführung ein Artikel über die Kasten.

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