Forum: Offtopic Die fadenscheinigen Entschuldigungen es nicht "Richtig" zu machen


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von Gerhard O. (gerhard_)


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Hier ein langatmiger Aufsatz von mir...

Die fadenscheinigen Entschuldigungen es nicht "Richtig" zu machen

Hin und wieder muss man sich wundern. Man hört ja so viel dieser Tage 
vom Energieumschwung von fossilen Energiequellen zu Erneuerbaren. Ihr 
kennt ja die Semantik dieser Tage. Dass wir uns umstellen müssen, steht 
außer Frage.

Nur das "Wie" will mir nicht so recht gefallen. Berechtigterweise wird 
das private und kommerzielle Transportwesen angeprangert. In diesen 
Beitrag geht es mir aber um einen anderen Aspekt des systematischen 
Verschwendungsregimes dem wir alle mehr oder weniger ausgesetzt sind.

Dieses Verschwendungsdenken sabotiert die Wiederverwendung von leicht 
austauschbaren Komponenten. Nicht leicht austauschbare Energiespeicher 
aller Art verursachen bekanntlich einen nicht zu übersehenden Berg an 
unnötiger Verschwendung. Recycling ist ja gut und schön. 
Wiederverwendung und Wartung noch viel schöner, weil die Energie und 
Ressourcen zur Neuproduktion vermieden werden. Recycling steht in meinen 
Augen als "Greenwashing" für oberflächliche Gemüter da. Sicher, es ist 
nützlich und besser als der Abfallhaufen oder Müllverbrennung.

Wenn man den Wissenschaftlern und unserer kontroversen "Greta" Glauben 
schenken darf, dann steht uns das Wasser schon fast am Hals und 
Prokrastinieren ist gefährlich. Aber darum geht es mir momentan auch 
noch nicht.

Was mir kürzlich wieder mal unter die Augen gekommen ist, verleitet zum 
Kopfschütteln, denn hin und wieder besuche ich Zweitwarengeschäfte, die 
bei uns häufig zu finden sind. In den letzten paar Wochen kaufte ich für 
ein paar Dollar ein Power-Pack und eine Lipo gespeiste LED Campinglampe 
mit USB Lade-Ausgang, Entfernbare Taschenlampe und LED 
Frontscheinwerfer. Ein echt schönes, gut konstruiertes Gerät mit 
Kompartment für ein 12V KFZ Ladekabel. Kostet neu gut $70.

Beide Geräte haben nicht-austauschbare Speicher. Die LED-Lampe hat eine 
2.2Ah 18650 Zelle drin und das Power-Pack eine 20Ah SLB. Die Lipo hat 
noch volle Kapazität und alles funktioniert. Warum man das weggegeben 
hat ist mir unklar.

Beide Geräte werden in der Regel nach Ende der nutzbaren Zeitdauer 
entsorgt. Muss das wirklich sein? Man verkauft ja unzählige 18650 LED 
Taschenlampen mit leicht austauschbaren 18650er-Zellen. Warum dann nicht 
auch hier? Stattdessen wird das gesamte Gerät für den gewöhnlichen 
Kunden unbrauchbar und unnötig zur Entsorgung verdammt. Man hätte doch 
ein Batteriefach mit-konstruieren können und so die nutzbare Lebenszeit 
auf Jahrzehnte verlängern können. Tut man nicht, weil man ja vom 
häufigen Wiederverkauf leben will. Ist klar.

Nun zum Power-Pack. Ist zum Auto Starten geeignet, hat USB Ladeausgang, 
150VA Inverter, Ladekontrolle-Instrument und LED Scheinwerfer. Kostet um 
die $200.

Die meisten Leute, die sich so ein Gerät kaufen, werden in der Regel 
vergessen, die SLB regelmässig zu warten bzw. Nachzuladen und können 
vielfach nicht die zu erwartete SLB Lebensdauer ausnützen. Wiederum ist 
das gut gebaute Gerät zur unnötigen Entsorgung verdammt. Ein gut 
funktionierender Inverter, ein USB Step-Down, lED Scheinwerfer und viel 
Material wird "mitgehangen". Was für eine nicht-notwendige Zerstörung 
einwandfrei funktionierender Technik. Muss das sein?

Dem Eigentümer wird es in zweierlei Weise erschwert den schadhaften 
Teil, die SLB, auszuwechseln. Erstens sind die 
Schalen-Befestigungsschrauben für den Laien gut versteckt, weil sie 
unter der Beschriftungsfolie mit Schutzhinweisen versteckt sind und man 
Löcher durchstossen muß, um an die Schraubenköpfe zu kommen und Zweitens 
werden spezielle Schraubenköpfe verwendet um das Öffnen zu erschweren.

OK. Jetzt ist das Gerät offen und man kann sich daran machen die SLB 
auszuwechseln. Hoppla. Die SLB hat flache, massive Schraub-Fahnen und 
keine Steck-Kontakte wie sie bei ähnlichen USV Batterien üblich sind. Es 
stellte sich dann bei Nachfrage im Fachhandel heraus, dass diese Art von 
SLB eine proprietäre OEM Version ist und nicht beziehbar.

Auch ist die Originalbatterie etwas kleiner als ein vergleichbares USV 
Modell. Ich fand dann eine beziehbare Größe mit etwas kleinerer 
Kapazität, die noch installierbar war. Da sie aber USV-Anschlussfahnen 
hat, kann man zukünftiges KFZ-Starten vergessen.

Als nützliches portables Stromversorgungsgerät ist es auch so immer noch 
sehr brauchbar. Aber sind das nicht alles kuriose Umstände? Ein Schelm, 
wer jetzt Böses denkt. Irgendwie bekomme ich das Gefühl, dass der 
Hersteller mich vor Eigenhilfe "bewahren" will und mir mit diesen seinen 
Winken mit dem Zaunpfahl, nahelegt, mir doch besser ein Neues Gerät 
zuzulegen um mir die unbequemen Ungelegenheiten einer naheliegenden 
Reparatur zu "ersparen".

Muss das wirklich sein? Können wir uns als Menschheit solche neuzeitlich 
auferlegte systematische Reparatursabotage so vieler Elektronik und 
Material immer noch leisten? Was mich betrifft, finde ich diese 
Einstellung nicht länger tragbar und wir sollten anfangen den 
verantwortlichen Stellen unseren Unwillen über diese Art Handels 
kundzugeben und wenn es nicht anders geht mit dem Portmonee abzustimmen. 
Ja. Es wird so oft das Fahren angeprangert; aber ist die eigensinnige 
Verschwendung wertvoller Ressourcen als Regel noch vertretbar oder eine 
im Grunde genommen kriminelle Geschäftsmethode? Ja. In meinen Augen ist 
diese Einstellung schlicht kriminell.

Die Schadstoffproduktion ist proportional zum Güter Produktionsvolumen 
und weniger Produktion bedeutet in der Regel weniger Verschwendung. So 
einfach ist es. Wer weniger fährt, verursacht weniger Schadstoff. 
Weniger alles - besser für die Umwelt.

https://www.swavestudios.com/pylon-light

https://www.amazon.ca/Portable-Outdoors-Charging-Traveling-Emergency/dp/B08SGB4KLS

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Gerhard O. schrieb:
> Muss das wirklich sein?

Nein, das muss natürlich nicht sein. Und das wird sich in den nächsten 
Jahren auch zwangsläufig zum besseren ändern müssen. Es braucht eben 
viel Zeit, oder etwas weniger Zeit, falls uns das Wasser schon früher 
bis zum Hals stehen sollte.

Der deutsche Bundesbürger:innen benötigt pro Kopf und pro Tag etwa 85kWh 
Energie. Damit lebt er deutlich über seine Verhältnisse!

von Gerhard O. (gerhard_)


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Michael M. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Muss das wirklich sein?
>
> Nein, das muss natürlich nicht sein. Und das wird sich in den nächsten
> Jahren auch zwangsläufig zum besseren ändern müssen. Es braucht eben
> viel Zeit, oder etwas weniger Zeit, falls uns das Wasser schon früher
> bis zum Hals stehen sollte.
>
> Der deutsche Bundesbürger:innen benötigt pro Kopf und pro Tag etwa 85kWh
> Energie. Damit lebt er deutlich über seine Verhältnisse!

Ja. Ich hoffe auch, daß man die extremen Verschwendungsgewohnheiten bald 
aufgeben kann und Bessere Wege findet.

Übrigens, es kommt mir vor, dass Deine angegebenen 85kWh pro Tag nicht 
richtig sein können. Ich verbrauche zwischen 350-400kWh im Monat und 
bilde mir nicht ein, ein Energie "Musterknabe" zu sein, was 
Energieverbrauch betrifft, und finde Deine Angabe einfach viel zu hoch.

von Percy N. (vox_bovi)


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Gerhard O. schrieb:
> Übrigens, es kommt mir vor, dass Deine angegebenen 85kWh pro Tag nicht
> richtig sein können. Ich verbrauche zwischen 350-400kWh im Monat und
> bilde mir nicht ein, ein Energie "Musterknabe" zu sein, was
> Energieverbrauch betrifft, und finde Deine Angabe einfach viel zu hoch.

Dann betrachtest Du vermutlich Deinen abtrennbar individuellen 
Energieumsatz. Tatsächlich kommst Du aber nur deshalb mit so wenig 
Energie aus, weil andere Leute Energie aufwenden, um zB Lebensmittel zu 
erzeugen, aufzuarbeiten, zu vertreiben und dorthin zu schaffen, wo sie 
für Dich erreichbar sind. Möchtest Du gern frische Erdbeeren essen? Um 
diese Jahreszeit sind sie durchaus erschwinglich, wenn man bedenkt, dass 
sie aus Ägypten oder Israel importiert werden. Das gleiche gilt für 
andere Güter Deines potentiellen Bedarfs.
Irgend jemand beleuchtet die Straße vor Deinem Haus, ind die Ampel an 
der Kreuzung bdnltigt auch Strom.

Ich erinnere mich noch an den finalen Ausverkauf bei Max Bahr: die 
riesige Halle war dunkel, lediglich ein paar Notlichter zur Orientierung 
waren an; im Kassenbereich war es immerhin recht "gemütlich" beleuchtet, 
etwa wie "Fernsehzimmer mit Adventskranz". Das Licht reichte gerade, um 
Geld abzuzählen; nicht einmal die Tranportbänder waren in Betrieb.

So kann man auch wirtschaften. Man muss es allerdings wollen; und bis 
dahin kann es etwas dauern.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Percy N. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:

> ... So kann man auch wirtschaften. Man muss es allerdings wollen; und bis
> dahin kann es etwas dauern.

Danke für die Richtigstellung. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann 
beinhalten die von Michel erwähnten 85kWh den Energieumsatz aller 
Zulieferungen und Services. Ist das richtig? Da war ich offensichtlich 
nicht auf Draht:-)

...

von Alfred B. (alfred_b979)


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Gerhard O. schrieb:
> Wenn man den Wissenschaftlern und unserer kontroversen "Greta" Glauben
> schenken darf, dann steht uns das Wasser schon fast am Hals

Das stimmt schon. Aber niemand will es hören/wissen.
(Weder Gretas Dampfreden noch "zu langatmige" solche
von Wissenschaftlern.)

Vor einiger Zeit hatte ich mal etwas dazu geschrieben:

Beitrag "Re: Messung von Infraschall aus Windkraftanlagen"

Auch so einige weitere Posts dort sind aussagekräftig
(ja, tatsächlich sind Nadelwälder CO2-wirksamer, aber
das entkräftet nicht den bestehenden Weg nach unten).

Leider zeigt just der Folgepost wie wenig bis überhaupt
nicht verstanden wurde:

"Das können wir uns nicht leisten, das Geld brauchen
wir für den Umbau der Infrastruktur, wenn (1. SOBALD!)
die Erderwärmung kommt."

2. Sobald es mal ca. 20-30°C wärmer geworden ist, wird
um die restlichen bewohnbaren Gebiete sowie Ressourcen
gekämpft... und der redet über Geld für Infrastruktur.

:-/

Genug davon, war nur wegen des Wörtchens "Wenn..." und
Michaels gleich darauffolgenden "falls". :-)
(Weckte in mir den Wunsch, das als "ist so" zu klären.)

Daß Dir das klar ist, geht spätestens hervor aus:

Gerhard O. schrieb:
> Dass wir uns umstellen müssen, steht außer Frage.

Und natürlich sowieso Deiner Grundeinstellung zu allem.
Deiner Verurteilung jenes Dummfugs schließe ich mich an.

LG, Fred

: Bearbeitet durch User
von Percy N. (vox_bovi)


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Gerhard O. schrieb:
> Wenn ich Dich richtig verstehe, dann beinhalten die von Michel erwähnten
> 85kWh den Energieumsatz aller Zulieferungen und Services. Ist das
> richtig?

Das weiß ich nicht, aber es ist sicherlich nicht sinnvoll, lediglich auf 
die Rechningen Deiner Energieversorger zu schauen, um Deinen Footprint 
zu ermitteln.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Gerhard O. schrieb:
> die von Michel erwähnten 85kWh den Energieumsatz aller
> Zulieferungen und Services. Ist das richtig?

Pirimärenergieverbrauch Deutschland 2021 war 12.193 Petajoule, bzw. 3387 
TWh.

3387 TWh : 83 Mio Einwohner : 365 Tage = 112 kWh pro Einwohner und Tag.

Anmerkung:
Der Primärenergiebedarf des Menschen nördlich der Alpen war auch schon 
in der Steinzeit über doppelt so hoch, wie in den südlicheren Ländern.

von Old (old_newcomer)


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Dieter D. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> die von Michel erwähnten 85kWh den Energieumsatz aller
>> Zulieferungen und Services. Ist das richtig?
>
> Pirimärenergieverbrauch Deutschland 2021 war 12.193 Petajoule, bzw. 3387
> TWh.
>
> 3387 TWh : 83 Mio Einwohner : 365 Tage = 112 kWh pro Einwohner und Tag.
>

Die täglichen 112kWh enthalten aber dann auch den Energieverbrauch für 
exportierte Güter, die der einzelne Bundesbürger gar nicht braucht.

von Roland E. (roland0815)


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Old schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Gerhard O. schrieb:
>>> die von Michel erwähnten 85kWh den Energieumsatz aller
>>> Zulieferungen und Services. Ist das richtig?
>>
>> Pirimärenergieverbrauch Deutschland 2021 war 12.193 Petajoule, bzw. 3387
>> TWh.
>>
>> 3387 TWh : 83 Mio Einwohner : 365 Tage = 112 kWh pro Einwohner und Tag.
>>
>
> Die täglichen 112kWh enthalten aber dann auch den Energieverbrauch für
> exportierte Güter, die der einzelne Bundesbürger gar nicht braucht.

Da diese Güter aber auch den Sozialstaat stützen, wäre es falsch sie 
raus zu rechnen...

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Gerhard O. schrieb:
> Muss das sein?

Muss es wirklich nicht. Die EU will es ändern, aber die Mühlen in 
Brüssel arbeiten so schrecklich langsam... Das ist leider ein 
vollbürokratischer Wasserkopf.

Beispiele sind vereinheitlichte Ladegeräte für Kleingeräte (Handys u.a.) 
sowie die leichte Austauschbarkeit der Akkus.

https://www.wuv.de/Themen/Performance-Analytics/EU-Pflicht-fuer-austauschbare-Akkus-geplant#:~:text=Ab%20Dezember%202024%20d%C3%BCrfen%20in,Stichtag%20ist%20gerade%20bekannt%20geworden.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/neue-eu-regeln-jeder-soll-handy-akkus-tauschen-koennen-a-06ae1024-8fbf-44c5-a420-70be35c1a401

Beim Recht auf Reparatur (leichtere Beschaffbarkeit und Verpflichtung 
zum Vorhalten von Ersatzteilen über 10 und mehr Jahre, 
Zurverfügungstellung von Unterlagen etc.) kommt die EU auch nicht 
wirklich voran.

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/recht-auf-reparatur-101.html

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Old schrieb:
> Die täglichen 112kWh enthalten aber dann auch den Energieverbrauch für
> exportierte Güter
Was wäre wohl, wenn wir den Energiebedarf für den Export weglassen und 
deshalb nichts mehr für den Export produzieren würden? So mancher 
arbeitet in einer Firma, die 75% Exportanteil hat. Die Firma müsste dann 
also schlagartig dreiviertel der Leute entlassen.

Gerhard O. schrieb:
> Können wir uns als Menschheit solche neuzeitlich auferlegte systematische
> Reparatursabotage so vieler Elektronik und Material immer noch leisten?
Nach meiner Erfahrung ist es vielen ganz recht, wenn ihr Gerät nach ein 
paar Jahren "kaputt" ist. Sie wollen dann auch gar nicht hören, wenn man 
sagt, dass man das alte noch mal für wenig Geld reparieren könnte. Sie 
wollen einfach nur etwas Neues kaufen.

> Können wir uns als Menschheit solche neuzeitlich auferlegte systematische
> Reparatursabotage so vieler Elektronik und Material immer noch leisten?
"Wir als Menschheit" haben "die Hersteller" (die ja wiederum aus "uns 
als Menschheit" bestehen) durch unser Konsumverhalten dazu gebracht, uns 
selbst billiges, unreparables Zeug zu produzieren. Wir müssen also nicht 
"die Hersteller" dazu zwingen, uns reparierbare Geräte zu bauen, sondern 
wir müssen einfach nur solche Geräte kaufen (wollen), die reparierbar 
sind und die wir deshalb lange verwenden können und eben auch lange 
verwenden müssen(!!).

Kurz: man muss in der Küche dann eben nicht laufend den neuesten 
Kochautomaten aufrüsten, solange es der Rührer von Oma noch tut.

Oder: man muss nicht deshalb ein neues Auto kaufen, weil die Farbe und 
das eingebaute Spielzeug zeigt, dass das Fahrzeug inzwischen gute 10 
Jahre alt ist.

Rainer Z. schrieb:
> Die EU will es ändern, aber die Mühlen in Brüssel arbeiten so
> schrecklich langsam...
Schön, dass man mit "den Herstellern" und "den Entscheidungsträgern" und 
"den Behörden" schon wieder andere Schuldige für die Misere gefunden 
hat. Und dabei vergisst, dass die Nase, die man zuallererst anpacken 
muss, im eigenen Gesicht beginnt.

: Bearbeitet durch Moderator
von Crazy H. (crazy_h)


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Was mich nervt sind Updates. Ja es mag sicherheitsrelevante Updates 
geben und gegen diese hab ich auch nichts, aber der Hauptgrund dürfte 
doch sind, ein aktuell schnelles und brauchbares Gerät langsam und 
unbrauchbar zu machen. Schliesslich wollen die Firmen doch neue Hardware 
und die IOS/Android/Sonstwas-Programmierer neue Betriebssysteme 
verkaufen.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Lothar M. schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Die EU will es ändern, aber die Mühlen in Brüssel arbeiten so
>> schrecklich langsam...
> Schön, dass man mit "den Herstellern" und "den Entscheidungsträgern" und
> "den Behörden" schon wieder andere Schuldige für die Misere gefunden
> hat. Und dabei vergisst, dass die Nase, die man zuallererst anpacken
> muss, im eigenen Gesicht beginnt.

Deinen Aspekt, dass der Verbraucher sein Verhalten ändern sollte, 
übersehe ich nicht. In meinem letzten Beitrag wollte ich noch anfügen, 
dass Vorschriften zu leichter Reparierbarkeit und zum einfachen 
Akkutausch obsolet sind, wenn ohnehin alle zwei Jahre ein neues 
Smartphone gekauft wird.

Allerdings leisten die Hersteller diesem Verhalten Vorschub, wenn sie 
Reparaturen und selbst den einfachen Akkutausch erschweren. So haben 
nämlich auch nachhaltig denkende Verbraucher keine Wahl. Und darum geht 
es.

von Icke ®. (49636b65)


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Gerhard O. schrieb:
> Wenn man den Wissenschaftlern und unserer kontroversen "Greta" Glauben
> schenken darf, dann steht uns das Wasser schon fast am Hals und
> Prokrastinieren ist gefährlich.

Nehmen wir mal an, es wäre so. Und wir tun alles, um die CO2-Emission in 
Deutschland auf Null zu senken. Die Greta-Frage lautet, wie geht es 
danach weiter? Also was ist mit den restlichen 98%? Wie bekommen wir 
bspw. China, Indien u.a. dazu, nicht ein Vielfaches der bei uns 
stillgelegten Kohlekraftwerke neu zu bauen? Ein Comedian hat sich dazu 
ganz unkomisch ernste Gedanken gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=JKIOSnKX96E&t=203s

von Andrew T. (marsufant)


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Icke ®. schrieb:
> Wie bekommen wir
> bspw. China, Indien u.a. dazu, nicht ein Vielfaches der bei uns
> stillgelegten Kohlekraftwerke neu zu bauen? Ein Comedian hat sich ..

Ein Ernst Ulrich von Weizäcker hat sich dazu wesentlich intelligenter 
Gedanke n gemacht: Indem es für diese Länder attraktiv wird, 
umzustellen.

https://www.ardmediathek.de/video/das/das-mit-umweltwissenschaftler-ernst-ulrich-von-weizsaecker/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM0MTcxM19nYW56ZVNlbmR1bmc

von Thomas U. (charley10)


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Dieter D. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> die von Michel erwähnten 85kWh den Energieumsatz aller
>> Zulieferungen und Services. Ist das richtig?
>
> Pirimärenergieverbrauch Deutschland 2021 war 12.193 Petajoule, bzw. 3387
> TWh.
>
> 3387 TWh : 83 Mio Einwohner : 365 Tage = 112 kWh pro Einwohner und Tag.
>
> Anmerkung:
> Der Primärenergiebedarf des Menschen nördlich der Alpen war auch schon
> in der Steinzeit über doppelt so hoch, wie in den südlicheren Ländern.

Also gab es dazumal schon Umweltsch...., die sich erdreisteten, in 
kühleren Regionen zu heizen? Na sowas aber auch!
Weshalb hat sich das bislang nicht geändert?

von Thomas U. (charley10)


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Rainer Z. schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> Rainer Z. schrieb:
>>> Die EU will es ändern, aber die Mühlen in Brüssel arbeiten so
>>> schrecklich langsam...
>> Schön, dass man mit "den Herstellern" und "den Entscheidungsträgern" und
>> "den Behörden" schon wieder andere Schuldige für die Misere gefunden
>> hat. Und dabei vergisst, dass die Nase, die man zuallererst anpacken
>> muss, im eigenen Gesicht beginnt.
>
> Deinen Aspekt, dass der Verbraucher sein Verhalten ändern sollte,
> übersehe ich nicht. In meinem letzten Beitrag wollte ich noch anfügen,
> dass Vorschriften zu leichter Reparierbarkeit und zum einfachen
> Akkutausch obsolet sind, wenn ohnehin alle zwei Jahre ein neues
> Smartphone gekauft wird.
>
> Allerdings leisten die Hersteller diesem Verhalten Vorschub, wenn sie
> Reparaturen und selbst den einfachen Akkutausch erschweren. So haben
> nämlich auch nachhaltig denkende Verbraucher keine Wahl. Und darum geht
> es.

Offensichtlich ist die Anzahl derer, die mit "mein Haus, mein Auto, mein 
neuestes xyz, ..." durchs Leben gehen noch ausreichend groß. Denen geht 
eine Reparierbarkeit am Arsch vorbei.
Zunehmend wächst ein weiteres Klientel heran, die durch ihre 
'Laberfachausbildung' beim Kauf eines Gerätes nicht erkennen können, ob 
es durch Reparierbarkeit die Forderung nach Nachhaltigkeit erfüllt.
Wie weiter? Den Einen müsste man das Protzspielzeug wahrscheinlich 
wegnehmen und den Anderen das tiefere Interesse für die  Technik 
'einprügeln'....
Was davon ist gewünscht und realisierbar?

von Christian M. (likeme)


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Gerhard O. schrieb:
> Nicht leicht austauschbare Energiespeicher
> aller Art verursachen bekanntlich einen nicht zu übersehenden Berg an
> unnötiger Verschwendung. Recycling ist ja gut und schön.

Stell dir vor wie hoch die Berge bei defekten Fahrbatterien werden. 
Aktuell bin ich davon zurückgewichen, mir einen 3jährigen E-Smart für 
17000 Euro zu kaufen, nachdem im Netz eine Situation geschildert wurde, 
wo ein Besitzer für eine Reparatur des Akkus 15000 Euro hin rotzen 
sollte. Das Auto ging zum Schrott!

Soviel zum Thema Nachhaltigkeit. Mein Akkuschrauber ist nachhaltig, Akku 
defekt, neuer dran, fertig!

von Thomas U. (charley10)


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Christian M. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Nicht leicht austauschbare Energiespeicher
>> aller Art verursachen bekanntlich einen nicht zu übersehenden Berg an
>> unnötiger Verschwendung. Recycling ist ja gut und schön.
>
> Stell dir vor wie hoch die Berge bei defekten Fahrbatterien werden.
> Aktuell bin ich davon zurückgewichen, mir einen 3jährigen E-Smart für
> 17000 Euro zu kaufen, nachdem im Netz eine Situation geschildert wurde,
> wo ein Besitzer für eine Reparatur des Akkus 15000 Euro hin rotzen
> sollte. Das Auto ging zum Schrott!
>
> Soviel zum Thema Nachhaltigkeit. Mein Akkuschrauber ist nachhaltig, Akku
> defekt, neuer dran, fertig!

"neuer dran" - wie verbindet sich das mit der Forderung nach 
Reparierbarkeit?

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Dieter D. schrieb:
> 3387 TWh : 83 Mio Einwohner : 365 Tage = 112 kWh pro Einwohner und Tag.

Genau. Harald Lesch hat die 85kWh pro Kopf und pro Tag beim Kölner Treff 
in den Mund genommen:


https://www.ardmediathek.de/video/koelner-treff/talk-mit-designerin-barbara-becker-und-schauspieler-kida-ramadan/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTI4MTQyYmE2LWYzZDEtNGM3NS04ZTBlLWYyMzk2NzhmODJiMg

Ab Minute 34:15

Zum Energieverbrauch pro Kopf werden natürlich die Energieverbräuche 
aller Konsumgüter und Verpackungen mit dazu gerechnet.

: Bearbeitet durch User
von Dieter P. (low_pow)


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Es wird eine Frage des Standpunktes sein.Als richtig ist gemeint,
alles was Einzelnen viel Geld in die Kasse spülen kann.Wenn das 
Geschäftsmodel
bekannt wird oder zu viele Nachahmer findet, und nicht vorausschauend 
per Gesetz
gesichert wird, dann funktioniert es nicht mehr.
Falsch ist sogesehen alles was auch nur den Verdacht erregt ein 
lukratives
Geschäftsmodel anzugreifen.
Schwierig wirds dann, wenn dadurch Monopole entstehen, Corona.. , 
Klimawandel, Microsoft, Kohlekraftwerke ?, Kriege...
Weiteres erspar ich mir dazu.

An anderer Stelle hier im Forum gibt es auch das Thema
"Obsoleszenz und Reparaturen" unter

Beitrag "Obsoleszenz und Reparaturen"

Dort wird auch auf ein Buch / PDF verwiesen, wo einiges was so
global läuft aufgelistet wird.

Titel:"Kulturen-des-Reparierens"   Volltext(PDF) auswählen

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3860-8/kulturen-des-reparierens/

Es wird auch sehr viel Literatur dort aufgelistet.
Auch eine Zweite-Hand-Verwertung erfüllt nicht unbedingt in erster
Linie einen sozialen Zweck.

Das Beispiel Tansania, Seite 304 etwa.

OT
Ironie oder Sarkasmus:"Hoch lebe der Elektronikschrott und der 
Energieverbrauch".
Heute erst gelesen, Windows 10 soll ab Ende des Monats nicht mehr
verkauft werden, für Windows 11 dann bitte neue Hardware kaufen.
Mag ja sein das dies vom Marketing so gewünscht ist.

https://www.inside-digital.de/news/windows-vor-dem-aus-microsoft-schaltet-beliebtes-betriebssystem-ab

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Inside-digital.de ist eine reine Angstmacherseite. Auch diese Meldung 
gehört dazu:

https://www.inside-digital.de/news/elektroautos-verboten-sofortige-verbannung-wegen-brandgefahr

von Thorsten M. (pappkamerad)


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Gerhard O. schrieb:
> Hier ein langatmiger Aufsatz von mir...
>
> Die fadenscheinigen Entschuldigungen es nicht "Richtig" zu machen
> [...]
> Dass wir uns umstellen müssen, steht
> außer Frage.
> [...]
> Dieses Verschwendungsdenken sabotiert die Wiederverwendung von leicht
> austauschbaren Komponenten.
>
> Muss das wirklich sein? Können wir uns als Menschheit solche neuzeitlich
> auferlegte systematische Reparatursabotage so vieler Elektronik und
> Material immer noch leisten?

Das wären doch nur Mikrooptimierungen. Am Problem an sich ändert das 
nichts. Ob man ein Smartphone nach 2 oder 4 Jahren "wegwirft" ändert 
doch nichts an der Tatsache, dass beides die Lebensbedingungen auf der 
Erde für immer verändert. Natürlich heißt das nicht, dass es dann 
sowieso egal ist, wie manche Zeitgenossen argumentieren.

> Die Schadstoffproduktion ist proportional zum Güter Produktionsvolumen
> und weniger Produktion bedeutet in der Regel weniger Verschwendung. So
> einfach ist es. Wer weniger fährt, verursacht weniger Schadstoff.

Ja, aber mit deinem Einkommen bist du auch zufrieden. Und damit gehst du 
zum klimaneutralen Friseur, der alle 3 Jahre seine komplette 
Ladeneinrichtung tauscht. Natürlich ist er in bester Innenstadtlage und 
nicht wohnortnah, wo man ihn auch zu Fuß erreichen könnte. und er wohnt 
auch nicht vor Ort, weil da die Mieten viel zu teuer sind und er mag es 
auch lieber ländlich. Dann gehst du zu einem anderen Friseur, der alte 
"schäbige" Einrichtung hat, zahlst aber den gleichen Preis für den 
Haarschnitt. Wo geht das Geld dann hin? Vielleicht zahlt er mehr Steuer 
wegen mehr Erlös. Damit wird dann eine tolle Kita im Grünen gebaut weil 
die vor 15 Jahren gebaute nicht mehr den Anforderungen genügt. Oder der 
Friseur nimmt weniger für den Haarschnitt. Wo legst du dann dein Geld 
an? Vielleicht gibts du es deinen Kindern/Enkeln, die damit Fernreisen 
finanzieren. Über Weihnachten in die Karibik, da gehen dann gleich mal 
500L Kerosin pro Passagier drauf.

Das ist das ganze Dilemma, steigender Wohlstand bedeutet steigender 
Ressourcenverbrauch. Man versucht das jetzt durch Regenerative etwas zu 
entkoppeln, funktioniert aber nur leidlich. Also funktioniert es im 
Großen betrachtet überhaupt nicht, der jährliche Verbrauch fossiler 
Energien ist auf einem historischen Höchststand, wahscheinlich auch in 
deinem Land. Und auch nichtenergetische fossile Ressoucen werden massiv 
ausgebeutet.

Wie gesagt, das ist keine Ausrede, nichts zu tun.

Aber ohne Reduktion des Lebensstandards wird es nicht gehen. Und dafür 
ist wirklich kaum jemand bereit. Was macht man dann in der Demokratie, 
entscheidet die 98%-Mehrheit oder greift der Minderheitenschutz?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Ein lokales Entsorgungsunternehmen bekommt nicht mehr
den Zuschlag zur Leerung der gelben Tonnen.

Den Zuschlag bekommt einer mit Sitz ca 400Km entfernt.
Was auch zur Folge hat,
dass im Kreis ALLE Tonnen getauscht werden müssen.

OH NEIN

Wir haben keine Ressourcenprobleme.
Und der Fachkräftemangel spielt dabei dann auch plötzlich keine Rolle

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thorsten M. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Hier ein langatmiger Aufsatz von mir...
>>
>> Die fadenscheinigen Entschuldigungen es nicht "Richtig" zu machen
>> [...]
>> Dass wir uns umstellen müssen, steht
>> außer Frage.
>> [...]
>> Dieses Verschwendungsdenken sabotiert die Wiederverwendung von leicht
>> austauschbaren Komponenten.
>>
>> Muss das wirklich sein? Können wir uns als Menschheit solche neuzeitlich
>> auferlegte systematische Reparatursabotage so vieler Elektronik und
>> Material immer noch leisten?
>
> Das wären doch nur Mikrooptimierungen. Am Problem an sich ändert das
> nichts. Ob man ein Smartphone nach 2 oder 4 Jahren "wegwirft" ändert
> doch nichts an der Tatsache, dass beides die Lebensbedingungen auf der
> Erde für immer verändert. Natürlich heißt das nicht, dass es dann
> sowieso egal ist, wie manche Zeitgenossen argumentieren.
Ich habe beim Smartphone (4S) einmal die Batterie gewechselt und einen 
Schalter ersetzt und verwendete es 8 Jahre, bis der Netzwerkbetreiber 
die Technik modernisiert hat und das Gerät dadurch unbenutzbar wurde. Da 
kann ich nichts dafür. Ich war vollkommen zufrieden mit dem 4S. Es tat 
alles was ich wollte. Batteriewechsel beim 4s ging mit zwei Schrauben um 
das Gerät zu öffnen und zwei Steckerschrauben. Fünf Minuten Zeitaufwand. 
Jetzt habe ich ein i8 mit verklebter Frontplatte. Das i8 kaufte ich als 
(neues) Demogeraet vom Teleanbieter für 20% des Neupreises.
>
>> Die Schadstoffproduktion ist proportional zum Güter Produktionsvolumen
>> und weniger Produktion bedeutet in der Regel weniger Verschwendung. So
>> einfach ist es. Wer weniger fährt, verursacht weniger Schadstoff.
>
> Ja, aber mit deinem Einkommen bist du auch zufrieden. Und damit gehst du
> zum klimaneutralen Friseur, der alle 3 Jahre seine komplette
> Ladeneinrichtung tauscht. Natürlich ist er in bester Innenstadtlage und
> nicht wohnortnah, wo man ihn auch zu Fuß erreichen könnte. und er wohnt
> auch nicht vor Ort, weil da die Mieten viel zu teuer sind und er mag es
> auch lieber ländlich. Dann gehst du zu einem anderen Friseur, der alte
> "schäbige" Einrichtung hat, zahlst aber den gleichen Preis für den
> Haarschnitt. Wo geht das Geld dann hin? Vielleicht zahlt er mehr Steuer
> wegen mehr Erlös. Damit wird dann eine tolle Kita im Grünen gebaut weil
> die vor 15 Jahren gebaute nicht mehr den Anforderungen genügt. Oder der
> Friseur nimmt weniger für den Haarschnitt. Wo legst du dann dein Geld
> an? Vielleicht gibts du es deinen Kindern/Enkeln, die damit Fernreisen
> finanzieren. Über Weihnachten in die Karibik, da gehen dann gleich mal
> 500L Kerosin pro Passagier drauf.
Überseereisen mache ich aeusserst selten und dann fast nie zum 
Vergnügen. Zum Friseur brauche ich auch nur alle drei Monate gehen;-)
Ich kann auch nur meinen kleinen Teil beitragen. Mein i7 PC ist 9 Jahre 
alt und ich plane ihn so lange wie möglich zu verwenden. Mein 9 Jahre 
alter iPad wurde durch Apple obsolet, weil sie keine BS- und 
Sicherheitsupdates mehr bereitstellen. Ferner wurden die Ansprüche der 
Webbetreiber immer verrückter, so, dass Surfen bei den meisten modernen 
Webseiten einfach unerträglich wurde. Never mind, dass der iPad noch 
schön funktioniert und sogar die Batterie noch recht lange hält. Dann 
kaufte ich vor zwei Jahren einen 64-bit iPad und die Unterschiede sind 
gewaltig in der Leistung. Aber es ist schade, dass durch den Fortschritt 
noch gut funktionierende Geräte ausgesondert werden, weil die 
IT-Leistung nicht mehr ausreicht. Die Batterie Laufzeit des neueren 
iPads ist um 50% schlechter.
>
> Das ist das ganze Dilemma, steigender Wohlstand bedeutet steigender
> Ressourcenverbrauch. Man versucht das jetzt durch Regenerative etwas zu
> entkoppeln, funktioniert aber nur leidlich. Also funktioniert es im
> Großen betrachtet überhaupt nicht, der jährliche Verbrauch fossiler
> Energien ist auf einem historischen Höchststand, wahscheinlich auch in
> deinem Land. Und auch nichtenergetische fossile Ressoucen werden massiv
> ausgebeutet.
Ich versuche nach Möglichkeit gebraucht zu kaufen. Manchmal findet man 
da sogar bessere Qualität. Gute Kleidung wird vom Schneider repariert 
und ich vermeide nach Möglichkeit minderwertige Waren und wenig 
nützliche Gadgets.
>
> Wie gesagt, das ist keine Ausrede, nichts zu tun.
>
> Aber ohne Reduktion des Lebensstandards wird es nicht gehen. Und dafür
> ist wirklich kaum jemand bereit. Was macht man dann in der Demokratie,
> entscheidet die 98%-Mehrheit oder greift der Minderheitenschutz?
Sehe ich genauso. Man kann durchaus bescheiden sein Leben genießen.
Auch versuche ich das Wegwerfen von Lebensmitteln nach Möglichkeit zu 
vermeiden. Baue im eigenen Garten an. Meine Gartenäpfel reichen den 
ganzen Winter und es ist genug für drei Nachbarn da. Ich plane meine 
Autofahrten um unnötiges Fahren zu vermeiden oder gehe zu Fuß oder mit 
dem Fahrrad. Exotisch, eingeführtes Essen kaufe ich nicht nach 
Möglichkeit oder nur sehr selten.

Ich sehe mich absolut als nicht besser wie meine Mitmenschen. In 
gewissen Bereichen tue ich meinen Teil. Das ist alles. Aber gefallen tut 
es mir nicht, dass speziell im IT-Bereich die Betreiber das Zepter in 
der Hand haben und uns diktieren wie lange die gekauften Gerätschaften 
funktionieren dürfen. Wir verloren darüber die Kontrolle. Mit den neuen 
Autos ist es nicht viel anders. Das ist der Fluch unserer modernen 
IT-Welt. Der Käufer ist nur noch geduldeter Gebraucher.

...

von Jörg S. (joerg-s)


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Gerhard O. schrieb:
> Beide Geräte werden in der Regel nach Ende der nutzbaren Zeitdauer
> entsorgt. Muss das wirklich sein? Man verkauft ja unzählige 18650 LED
> Taschenlampen mit leicht austauschbaren 18650er-Zellen. Warum dann nicht
> auch hier? Stattdessen wird das gesamte Gerät für den gewöhnlichen
> Kunden unbrauchbar und unnötig zur Entsorgung verdammt.
Dann informiere dich lieber nicht über Einweg E-Zigaretten. Dort ist das 
wegwerfen des Akkus, nach einmaligen gebrauch, Teil des Systems:
https://www.pcwelt.de/article/1206725/einweg-e-zigaretten-der-duemmste-trend-seit-langem-so-schaedlich-sind-wegwerf-vapes.html

von Percy N. (vox_bovi)


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Lothar M. schrieb:
> Was wäre wohl, wenn wir den Energiebedarf für den Export weglassen und
> deshalb nichts mehr für den Export produzieren würden? So mancher
> arbeitet in einer Firma, die 75% Exportanteil hat. Die Firma müsste dann
> also schlagartig dreiviertel der Leute entlassen.

Das ist nicht der Punkt. Unsere Exporte dienen auch dazu, die Importe 
von Gütern zu finanzieren, die hier nur weniger günstig hergestellt 
werden könnten.

Lothar M. schrieb:
> Nach meiner Erfahrung ist es vielen ganz recht, wenn ihr Gerät nach ein
> paar Jahren "kaputt" ist. Sie wollen dann auch gar nicht hören, wenn man
> sagt, dass man das alte noch mal für wenig Geld reparieren könnte. Sie
> wollen einfach nur etwas Neues kaufen.

Dafür benötigen die meisten Marktteilnehmer noch nicht einmal einen 
Defekt als Rechtfertigung des eigenen Konsumwunsches. Der Defekt 
hingegen lässt dem Verbraucher wenig Wahl.

Lothar M. schrieb:
> "Wir als Menschheit" haben "die Hersteller" (die ja wiederum aus "uns
> als Menschheit" bestehen) durch unser Konsumverhalten dazu gebracht, uns
> selbst billiges, unreparables Zeug zu produzieren.
Nun, in Einzelfällen mag der Verbraucher tatsächlich darum gebettelt 
haben, doch bitte endlich sein sauer verduentes Geld 
öffentlichkeitswirksam auf den Kopf hauen zu dürfen. Man sollte das 
allerdings nicht verallgemeinern.
> Wir müssen also nicht
> "die Hersteller" dazu zwingen, uns reparierbare Geräte zu bauen, sondern
> wir müssen einfach nur solche Geräte kaufen (wollen), die reparierbar
> sind und die wir deshalb lange verwenden können und eben auch lange
> verwenden müssen(!!).
Prima. Es ist mein fester Wille, als nächstes Smartphone ein Samsung S4 
mini zu erwerben, da es alles kann, was ich brauche, ubd der Akku 
entnehmbar ist, was mir wichtig ist. Als mein letztes vor ein paar 
Jahren den Geist aufgegeben hat, war es nicht mehr verfügbar, obwohl ich 
ganz doll feste gewollt habe.

Lothar M. schrieb:
> Kurz: man muss in der Küche dann eben nicht laufend den neuesten
> Kochautomaten aufrüsten, solange es der Rührer von Oma noch tut.

Omas unkaputtbarer Rühree mag es dauerhaft tun, auch ihr (ineffizienter) 
Staubsauger, solange es noch ggf erforderliche Beutel zu kaufen gibt 
(Mein geerbter Sauger hat einen Textilfilter; ich habe bei der 
Anschaffung durch meine Eltern vor über 50 Jahren so lange Terror 
gemacht, bis meine Eltern überzeugt waren, sie hätten etwas Tolles 
entdeckt). Leider kann ich weder meine ISDN-Anlage noch meinen NEC P7+ 
heute noch sinnvoll einsetzen, von eher luxusorientierten Gerätschaften 
wie diverse Fotoapparate nebst Zubehör und Labor einmal abgesehen (gut, 
die Funktion "Luxus" wird besser denn je erfüllt!).

Die Konsequenz aus dem Ganzen wäre dann abet, die Wirtschaft zwangsweise 
auf das "objektiv zwingend Notwendige" zu begrenzen, also ungefähr wie 
1942 abzüglich Rüstung; Letzteres könnte derzeit allerdings etwas 
dauern.

Lothar M. schrieb:
> Schön, dass man mit "den Herstellern" und "den Entscheidungsträgern" und
> "den Behörden" schon wieder andere Schuldige für die Misere gefunden
> hat. Und dabei vergisst, dass die Nase, die man zuallererst anpacken
> muss, im eigenen Gesicht beginnt.

Interessant, wie es doch immer wieder gelingt, die Hersteller 
technischer Geräte aus jeglicher Verantwortung für die 
geselkschaftlichen Folgen ihres Handelns zu entbinden, indem eifrigst 
eine nicht existente Nachfragemacht des Verbrauchers postuliert wird.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Jörg S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Beide Geräte werden in der Regel nach Ende der nutzbaren Zeitdauer
>> entsorgt. Muss das wirklich sein? Man verkauft ja unzählige 18650 LED
>> Taschenlampen mit leicht austauschbaren 18650er-Zellen. Warum dann nicht
>> auch hier? Stattdessen wird das gesamte Gerät für den gewöhnlichen
>> Kunden unbrauchbar und unnötig zur Entsorgung verdammt.
> Dann informiere dich lieber nicht über Einweg E-Zigaretten. Dort ist das
> wegwerfen des Akkus, nach einmaligen gebrauch, Teil des Systems:
> 
https://www.pcwelt.de/article/1206725/einweg-e-zigaretten-der-duemmste-trend-seit-langem-so-schaedlich-sind-wegwerf-vapes.html

Was mich betrifft, finde ich diesen Trend und Tatsache erbärmlich und 
bin schockiert. Mir war das nicht bekannt, weil ich mich noch nie dafür 
interessiert habe. Solche verschwenderischen Produkte sollten schlicht 
verboten werden. Sind das 18650 Lipos die so einfach weggeschmissen 
werden? Falls das tatsächlich unter der Nase des Staates passiert, 
scheinen da jede Menge Verantwortliche in der EU-Führung zu schlafen;-) 
Aber die haben zur Zeit andere Sorgen, fürchte ich...

Aber auch der Kunde ist nicht frei von Verantwortung, weil er scheinbar 
erstens nicht mitkriegt, dass er sein Einkommen auf diese Weise unnötig 
verschleudert und mit seiner Gleichgültigkeit die schon Reichen noch 
reicher macht und zweitens, mit dieser Kaufentscheidung notwendige 
Rohstoffe verprasst. Ein gesunder Menschenverstand sollte doch mit alle 
Alarmglocken läuten lassen. Aber das Gleiche könnte man vom Rauchen im 
Allgemeinen und übermäßigen Alkoholverbrauch behaupten. Ich glaube, es 
ist besser dieses Thema alleine zu lassen;-)

Naja, wir hausen alle mehr oder weniger in der Glasbude und man soll 
dort nicht mit Steinen werfen. Aber trotzdem...

von Thomas U. (charley10)


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Thorsten M. schrieb:
..
...
>
> Aber ohne Reduktion des Lebensstandards wird es nicht gehen. Und dafür
> ist wirklich kaum jemand bereit. Was macht man dann in der Demokratie,
> entscheidet die 98%-Mehrheit oder greift der Minderheitenschutz?

Das deutet sich gegenwärtig schon an. Diese 2% sehr, sehr laute 
Minderheit wird entscheiden.

von Gunnar F. (gufi36)


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Gerhard O. schrieb:
> Aber das Gleiche könnte man vom Rauchen im Allgemeinen und übermäßigen
> Alkoholverbrauch behaupten.

Und? Noch nie geraucht oder getrunken, aber nen Q7 fahren. Ist das dann 
vernünftiger?

Beitrag #7325915 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7325935 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7326073 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Christoph Z. (christophz)


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Gerhard O. schrieb:
> In diesen
> Beitrag geht es mir aber um einen anderen Aspekt des systematischen
> Verschwendungsregimes dem wir alle mehr oder weniger ausgesetzt sind.

Full ACK.

Alle paar Wochen stolpert man wieder über ein neues Thema, das 
bestätigt, dass es noch viel viel viel zu tun gibt (oder einem für einen 
Moment glauben lässt, das komplett alles hoffnungslos Kaputt ist).

Z. B. einmal Operationsbesteck.

Wenn ihr jemals wieder eine Schere, Pinzette oder so braucht, geht zum 
nächsten Arztz oder Spital anstatt etwas zu kaufen. Die werfen unmengen 
davon jedes Jahr weg und das zu 90% nicht mal ins passende Recycling:

"dass allein in Deutschland pro Jahr rund 22 Millionen Einwegartikel aus 
Stahl anfallen – vor allem Pinzetten und Scheren, die zum großen Teil 
auf Station und im Pflegebereich eingesetzt werden: Das sind rund 8800 
t."

https://medizin-und-technik.industrie.de/technik/entwicklung/wiederaufbereitung-von-medizinprodukten-was-geht-und-erlaubt-ist/

Neuerdings ist das in der Schweiz billiger, weil die Krankenkassen das 
Sterilisieren von Mehrweg nicht mehr bezahlen... (Leider keine Quelle 
gefunden, aber so von einer Praxisassistentin bestätigt bei einem Artzt 
der sich lange gegen den einmal Trend gewehrt hatte)

von Alfred B. (alfred_b979)


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Christoph Z. schrieb:
> Wenn ihr jemals wieder eine Schere, Pinzette oder so braucht, geht zum
> nächsten Arztz oder Spital anstatt etwas zu kaufen. Die werfen unmengen
> davon jedes Jahr weg und das zu 90% nicht mal ins passende Recycling

Interessant, so ein Zeugs braucht man ja doch auch. Noch
dazu käme ich regelmäßig ins nächstgelegene Krankenhaus,
alle paar Wochen.

Aber an wen genau sollte man sich dazu denn wenden? ;-)
An Chefärzte wohl eher nicht... aber vermutlich gäben es
auch Schwestern/Pfleger nicht raus - aus Hygienegründen.

Hausmeister bestechen?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Alfred B. schrieb:
> Aber an wen genau sollte man sich dazu denn wenden? ;-)
> An Chefärzte wohl eher nicht... aber vermutlich gäben es
> auch Schwestern/Pfleger nicht raus - aus Hygienegründen.
>
> Hausmeister bestechen?

wenn zugänglich die Müllcontainer durchforsten.

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