Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Geräte mit Spezialschrauben öffnen - zeigt her Eure Tricks


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von Thorsten S. (whitejack)


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Hallo zusammen,

im Rahmen meiner letzen Operation an einer Gartensteckdose möchte ich 
diesen Infosammler eröffnen.

Nervt Euch auch die Zunehmende Zahl an Gehäusen und Verschlüssen welche 
kaum noch auf zu bekommen sind. Schreibt hier etwas über Eure Lösungen 
und Werkzeuge, Tips und Tricks.

Ich hatte hier:

Beitrag "Spezieller Schraubendreher gesucht"

mein letztes Objekt, eine Gartensteckdose von AS-Schwabe 
"ERDSPIESS-60684" öffnen. Versehen mit Ovalkopfschrauben.

Lösung:
Beitrag "Re: Spezieller Schraubendreher gesucht"

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (whitejack)


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Ich habe mir auch gleich heute mal das Thema Nieten oder Schrauben mit 
Nietkof angesehen:

Beitrag "Re: Spezieller Schraubendreher gesucht"

Und tatsaächlich, siehe BIlder, wir alle kennen diesen Mist, denke ich. 
Mich ärgert das zunehmend.

In diesem Fall: keine Niete, wie vermutet, sondern eine Schraube mit 
glattem Kopf. Kopf mit leichtem Oval 4,1 x 4,3 mm kaum zu erkennen. 
Lässt sich so mit dem gezeigten Schraubendreher herausdrehen.

Geht auch bei Garten Steckdose von Hornbach: "Gartensteckdose mit 
Erdspieß 4-fach IP44 1,5 m Kabel schwarz bis max. 3680 Watt", fast 
mühelos zu öffnen!

https://www.hornbach.de/p/gartensteckdose-mit-erdspiess-4-fach-ip44-1-5-m-kabel-schwarz-bis-max-3680-watt/10352338/

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Drei Stangen Dynamit und ein Feuerzeug. ;)

von Thorsten S. (whitejack)


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Dieses Toolset:

https://www.ebay.de/itm/314579198952

"VERGASER EINSTELLWERKZEUG SCHRAUBENDREHER,FÜR-WALBRO&ZAMA HUSQVARNA 
MOTORSÄGE"

beinhaltet ebenfalls hilfreiche Schraubendreher, unter anderem. den rot 
markierten

von Uli S. (uli12us)


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Das Problem sind immer wieder tiefsitzende Schrauben. Selbst wenn man 
einen passenden Bit hat, reicht der oft nicht so tief, dass man ihn 
benutzen kann.
Ich hab mir dafür bei nem Bitsatz den Sechskant mit der schmalen 
Flexscheibe eingeschnitten. Dann kann man einen normalen 
Schraubenzieher, so etwa 0,8*5
benutzen um die Schraube rauszudrehen. Manchmal muss man die Klinge 
aussen noch etwas freischleifen, dass sie in die tiefe Bohrung 
reinpasst.
Notfalls kann man, wenn diese seltsamen ovalen Schraubenköpfe auftauchen 
sich eine Schraube mit Torxkopf modifizieren, mit nem kräftigen Schlag 
auf den Schaft dürfte sich der soweit in den spezialschraubenkopf 
einkerben, dass die gelöst werden kann.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Sowas geht zumindest bei Metall-Bauteilen. Bei allem, was oben ein innen 
anliegendes Werkzeug hat (wie Inbus) kann man irgendwie einen minimal zu 
großen Vielzahn reinkloppen, ansonsten Loch bohren und dann Vielzahn 
reinkloppen. Bei Plastikgehäusen sind die dabei auftretenden Kräfte 
evtl. ein bißchen viel.

von Wf88 (wf88)


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Uli S. schrieb:
> Notfalls kann man, wenn diese seltsamen ovalen Schraubenköpfe auftauchen
> sich eine Schraube mit Torxkopf modifizieren, mit nem kräftigen Schlag
> auf den Schaft dürfte sich der soweit in den spezialschraubenkopf
> einkerben, dass die gelöst werden kann.

DANKE! Da wär ich selber vielleicht nie drauf gekommen!

von Peter N. (alv)


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Wenn ich der Schraube nicht mit einem passend zurechtgeschliffenen 
Schraubendreher Herr werde, versuche ich, ein Loch in die Schraube zu 
bohren und mit einem Ausdrehbit rauszuschauben.

Besonders gut würde sich dazu ein Linksbohrer eignen.

von Daniel F. (df311)


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Ben B. schrieb:
> Drei Stangen Dynamit und ein Feuerzeug. ;)

bringt genau gar nix außer Kopfweh und Ruß (und das nicht zu knapp)

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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>> Drei Stangen Dynamit und ein Feuerzeug. ;)
> bringt genau gar nix außer Kopfweh und Ruß (und das nicht zu knapp)
Hm. Gib mir das Dynamit, ich hätte eine Idee, wo ich es ausprobiere. ;)

> Besonders gut würde sich dazu ein Linksbohrer eignen.
Habe ich schon probiert... der geht genau so gut in die Schraube rein 
wie ein rechts drehender Bohrer, mehr passiert nicht und das Loch ist 
genauso rund, so daß man wieder irgendwas reinkloppen muss.

Wenns um Metallbau geht kann man auch probieren, eine Mutter auf den 
Kopf aufzuschweißen. Also die Mutter groß genug, daß der Schraubenkopf 
hineinpasst und dann das Loch innen zuschweißen.

von Peter N. (alv)


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Ben B. schrieb:
>> Besonders gut würde sich dazu ein Linksbohrer eignen.
> Habe ich schon probiert... der geht genau so gut in die Schraube rein
> wie ein rechts drehender Bohrer, mehr passiert nicht

Die Wahrscheinlichkeit, daß sich der Bohrer verhakt und dabei die 
Schraube rausdreht, ist nicht zu vernachlässogen.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Peter N. schrieb:
> Die Wahrscheinlichkeit, daß sich der Bohrer verhakt und dabei die
> Schraube rausdreht, ist nicht zu vernachlässigen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bohrer abrutscht und das Gehäuse neben 
der Schraube beschädigt, ist in diesem Fall, wo die Schraube keinen 
inneren Antrieb hat, leider auch nicht zu vernachlässigen.

von Wolf17 (wolf17)


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Rainer Z. schrieb:
> Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bohrer abrutscht und das Gehäuse neben
> der Schraube beschädigt, ist ... nicht zu vernachlässigen.
Deshalb bohrt man zuerst ein kleines Loch als Führung. Dann ist auch die 
Wahrscheinlichkeit größer, dass der Linksbohrer hakt und die Schraube 
gleich ausdreht.

von Harald W. (wilhelms)


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Thorsten S. schrieb:

> im Rahmen meiner letzen Operation an einer Gartensteckdose möchte ich
> diesen Infosammler eröffnen.

Eine Universallösung ist da m.E. das Ausbohren.
Dann ist zwar die Schraube zerstört, aber da
sollte man fast immer Ersatz finden

von Ralf X. (ralf0815)


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Harald W. schrieb:
> Thorsten S. schrieb:
>
>> im Rahmen meiner letzen Operation an einer Gartensteckdose möchte ich
>> diesen Infosammler eröffnen.
>
> Eine Universallösung ist da m.E. das Ausbohren.
> Dann ist zwar die Schraube zerstört, aber da
> sollte man fast immer Ersatz finden

Ausbohren ist für mich idR die allerletzte Möglichkeit, nachdem alle 
anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.

von Harald W. (wilhelms)


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Ralf X. schrieb:

>> Eine Universallösung ist da m.E. das Ausbohren.
>> Dann ist zwar die Schraube zerstört, aber da
>> sollte man fast immer Ersatz finden
>
> Ausbohren ist für mich idR die allerletzte Möglichkeit, nachdem *alle*
> anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.

Warum?

von J. T. (chaoskind)


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Wolf17 schrieb:
> Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Linksbohrer hakt
> und die Schraube gleich ausdreht.

Es gibt auch sogenannte Linksausdreher, sind einem konischen 
"Linksbohrer" nicht unähnlich. Bei diesen ist die Chance des Verhakens 
deutlich größer, der Konizität sei Dank.

von Ralf X. (ralf0815)


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Harald W. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>
>>> Eine Universallösung ist da m.E. das Ausbohren.
>>> Dann ist zwar die Schraube zerstört, aber da
>>> sollte man fast immer Ersatz finden
>>
>> Ausbohren ist für mich idR die allerletzte Möglichkeit, nachdem *alle*
>> anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.
>
> Warum?

Oft habe ich keine Infos zu dem unter dem Kopf liegende Gewinde wie 
Länge, Durchmesser, Art (Holz/Kunststoff, Metall: links/rechts, 
metrisch/zöllig, fein/grob/etc.) und damit auch keine Info, ob ich 
Ersatz vor Ort habe oder ob und wie schnell Ersatz lieferbar wäre.
Damit weiss ich vorher auch nichts über die innere Gewindeaufnahme und 
möglichen Folgeproblemen dort.
Das alles bedingt ein sehr vorsichtiges Ausbohren in ggf. vielen 
Schritten und damit dort schon hohen Zeitaufwand.

Oft ist nur ein Freihandbohren möglich und damit ein tatsächlich 
mittiges Loch auf Länge mehr oder weniger reine Glücksache.
Manche Deckelschrauben sind durch einen Hohlraum mit der 
tiefliegendenden Gewindeaufnahme verbinden, wobei das Gesamtteil 
überhaupt keine Späne im Inneren mag.
Manche Innengewinde erlauben gar keine Beschädigung und lassen sich 
nicht wieder aufbereiten..

Aber wie überall im Leben, ist es auch hier immer eine Abwägungssache 
und einzelfallabhängig.

von Peter N. (alv)


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J. T. schrieb:
> Es gibt auch sogenannte Linksausdreher, sind einem konischen
> "Linksbohrer" nicht unähnlich. Bei diesen ist die Chance des Verhakens
> deutlich größer, der Konizität sei Dank.

Trotzdem muß man vorher ein passendes Loch in die Schraube bohren...

Was das Gewinde der dann defekten Schaube angeht:
In Kunststoff drehe ich einfach ein M-Schraube passenden Durchmessers 
rein,
bei härteren Materialien schneide ich ein passendes Gewinde rein. Ich 
habe schon öfters UNC-Gewinde metrisch gemacht...

von Thomas R. (thomasr)


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Peter N. schrieb:

> Ich habe schon öfters UNC-Gewinde metrisch gemacht...

Na hoffentlich behälst du die Steigung bei? Wenn nicht, trägt das 
Resultat nur noch sehr wenig Last weil die Gewindeflächen zerstört 
sind....

von Andreas B. (bitverdreher)


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Harald W. schrieb:
> Dann ist zwar die Schraube zerstört,

Solchen Schrauben weint niemand auch nur eine Traene nach.

Harald W. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Ausbohren ist für mich idR die allerletzte Möglichkeit, nachdem *alle*
>> anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.
>
> Warum?

Eben, das frage ich mich auch. Wenn ich sowas sehe ist gleich die 
Bohrmaschine aus dem Schrank geholt.

von Ralf X. (ralf0815)


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Andreas B. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Ralf X. schrieb:
>>> Ausbohren ist für mich idR die allerletzte Möglichkeit, nachdem *alle*
>>> anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.
>>
>> Warum?
>
> Eben, das frage ich mich auch. Wenn ich sowas sehe ist gleich die
> Bohrmaschine aus dem Schrank geholt.

Warum beziehst Du Dich hier auf den speziellen Fall des TE aus seinem 
ersten Thread? Hast den hiesigen Titel nicht verstanden?
Und meinen hiesigen Text hast Du auch nicht bis zum Ende gelesen?

Ralf X. schrieb:
> Aber wie überall im Leben, ist es auch hier immer eine Abwägungssache
> und einzelfallabhängig.

Hätte ich diese Kunststoffgartensteckdose bei mir auf dem Tisch und 
wirklich einen Grund, da diese 24 Schrauben herauszuholen, ohne die 
spätere Wiederverwendung der Steckdose einzuschränken, hätte ich 
garantiert innerhalb weniger Minuten ein Ersatzwerkzeug gefunden oder 
angefertigt, und anschliessend die 24 Schrauben ratzfatz per 
Akkuschrauber sauber draussen.

Wie kommst Du da auf die Idee, statt ein wenig Grips direkt die 
Holzhammermethode zu wählen und völlig überflüssigen Aufwand für ein 
unbefriedigendes Ergebnis zu betreiben?

von Andreas B. (bitverdreher)


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Ralf X. schrieb:
> Wie kommst Du da auf die Idee, statt ein wenig Grips direkt die
> Holzhammermethode zu wählen und völlig überflüssigen Aufwand für ein
> unbefriedigendes Ergebnis zu betreiben?

In dieser Zeit wo hier diskutiert wird, waeren diese Schrauben mit 
ausbohren schon lange draussen. Das ist ja kein Hartmetall.
Da mir fuer jeden Schraubentyp eine spezielle Loesung auszudenken und 
mir das dazu benoetigte Werkzeug zu organisieren, waere mir zu viel 
Aufwand.
Und wenn das Ausbohren schon zuviel Arbeit ist, ist es das Geraet nicht 
wert -> Tonne.
Ich sehe das ziemlich pragmatisch. Ausserdem ist das Ergebnis 
ausserordentlich befriedigend. Anschliessend sind naemlich normale 
Schrauben drin.

von Ralf X. (ralf0815)


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Andreas B. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Wie kommst Du da auf die Idee, statt ein wenig Grips direkt die
>> Holzhammermethode zu wählen und völlig überflüssigen Aufwand für ein
>> unbefriedigendes Ergebnis zu betreiben?
>
> In dieser Zeit wo hier diskutiert wird, waeren diese Schrauben mit
> ausbohren schon lange draussen.

Was soll bitte so ein hohler Spruch?
Der Ursprungsthread liegt fast vier Tage zurück und der TE hatte die 
Schrauben "immerhin" nach 24 Stunden sauber draussen.😎
Bei mir auf dem Tisch hätte es wohl keine 10min gedauert...
Hier ist aber ein Thread, der hinterfragt, wie andere Probleme lösten, 
die nichts mehr mit dem Ursprungsthread zu tun haben, ausser dass es 
Schraubverbindung bei Fehlen des genau passenden Werkzeugs betrifft.

> Das ist ja kein Hartmetall.
> Da mir fuer jeden Schraubentyp eine spezielle Loesung auszudenken und
> mir das dazu benoetigte Werkzeug zu organisieren, waere mir zu viel
> Aufwand.

Naja, bei dem einen läuft der Denkapperat schneller, beim anderen etwas 
langsamer.
Und der eine hat mehr Werkzeuge und Material für eine Zweckentfremdung 
zur Verfügung, der andere weniger..
Der eine mehr Lebenserfahrung und mehr Problemlösungen begegnet, der 
andere weniger.
Phantasie, Materialkenntnisse und, und und....
Daher gibt es logischerweise schon da unterschiedliche sinnvolle 
Lösungsansätze.
Das gilt im Prinzip für jeden Lebensbereich.

> Und wenn das Ausbohren schon zuviel Arbeit ist, ist es das Geraet nicht
> wert -> Tonne.

Schon wieder ein hohler Spruch.
Wenn ich schreibe, dass das Ausbohren für mich idR. die letzte Wahl 
wäre, heisst das doch mit keinem Wort, dass mir die Arbeit zuviel wäre, 
sondern ich es lediglich gewohnt bin, eine optimierte Lösung 
auszuwählen.

> Ich sehe das ziemlich pragmatisch. Ausserdem ist das Ergebnis
> ausserordentlich befriedigend. Anschliessend sind naemlich normale
> Schrauben drin.

Ausserordentlich befriedigend?
Hättest Du bei der ersten Schraube des TEs vorgebohrt und wie hättest Du 
dann in wie vielen Schritten weiter gemacht?
Du hättes jede Bohrung zentrisch hinbekommen?
Hättest Du danach beim Zusammenbauen direkt Schrauben mit grösserem 
Durchmesser gewählt, um wieder eine ähnliche Belastbarkeit im 
vorgeschädigten Gewinde herzustellen?
Hättest Du alle 24 Deckellöcher erweitert, um mögliche Spannungen zu 
verhindern?
Pragmatisch sieht für mich anders aus.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Ralf X. schrieb im Beitra #7585022:
> Naja, bei dem einen läuft der Denkapperat schneller, beim anderen etwas
> langsamer.

Das Denken nuetzt Dir nicht viel, wenn Du das Werkzeug nicht hast.

> Und der eine hat mehr Werkzeuge und Material für eine Zweckentfremdung
> zur Verfügung, der andere weniger..

Aha, da kommen wir der Sache schon naeher.
Wenn ich soviel Werkzeug habe, dann findet sich auch der besagte ovale 
Schraubendreher und das Problem ist gar keins. Und nun?

> Hättest Du bei der ersten Schraube des TEs vorgebohrt

Angebohrt mit kleinem Durchmesser, ja

> Hättest Du danach beim Zusammenbauen direkt Schrauben mit grösserem
> Durchmesser gewählt, um wieder eine ähnliche Belastbarkeit im
> vorgeschädigten Gewinde herzustellen?

Ich weiss ja nicht wie tief Du Schrauben ausbohrst. Ich mache das nur 
bis der Kopf weg ist. Der Rest wird dann mit der Zange rausgedreht (wir 
reden hier von Kunststoff, nicht von irgendwelchen 
Zylinderkopfschrauben)

Klar kann man immer irgendwelche anderen Loesungen finden. Das haengt 
aber immer vom konkreten Einzelfall ab. Wenn die Schrauebn rausstehen 
(was selten der Fall ist) kann man auch einen Schlitz mit dem Dremel uns 
Schleifscheibe reinmachen. Aber hier hast Du schon 2 Bedingungen, die 
erfuellt sein muessen (Dremel haben und Schraube steht raus).
Deswegen macht es keinen Sinn so etwas in diesem Thread zu diskutieren, 
wo es um die allgemeine Fragestellung fuer diese Art von Schrauben gibt. 
Ausbohren geht immer und geht auch schnell bei diesen Billigweichteilen.

von Michi S. (mista_s)


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Andreas B. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Ralf X. schrieb:
>>> Ausbohren ist für mich idR die allerletzte
>>> Möglichkeit, nachdem *alle*
>>> anderen Möglichkeiten ausgeschieden sind.
>>
>> Warum?
>
> Eben, das frage ich mich auch. Wenn ich sowas sehe ist
> gleich die Bohrmaschine aus dem Schrank geholt.

Damit bist Du zwar vielleicht schneller im Ausschließen aller anderen 
Möglichkeiten, es ändert aber auch nix daran daß Du dann - als letzte 
Option - zum Ausbohren übergehst. Das klappt dann, sofern das Gehäuse 
nicht zusätzlich noch verklebt ist, auch immer; ergo bleibt Ausbohren 
definitiv die allerletzte Möglichkeit, da das Teil dann garantiert offen 
ist.

von Harald W. (wilhelms)


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Michi S. schrieb:

> ergo bleibt Ausbohren definitiv die allerletzte Möglichkeit,
> da das Teil dann garantiert offen ist.

Und warum sollte ich vorher X andere Möglichkeiten ausprobieren,
wenn das Ausbohren in 90% aller Fälle ohne besonderes Spezial-
Werkzeug sofort hilft?

von Thomas R. (thomasr)


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Ich habe auch gerade ausbohren müssen. Das wichtigste Werkzeug ist dabei 
eine passende Bohrhülse um nicht vom Kopf abzurutschen und im Kunststoff 
zu landen. Ankörnen geht in der Tiefe schlecht ;-)

von Harald W. (wilhelms)


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Thomas R. schrieb:

> Ich habe auch gerade ausbohren müssen. Das wichtigste Werkzeug ist dabei
> eine passende Bohrhülse um nicht vom Kopf abzurutschen

Ich nehme da eher einen Körner.
Für fast alle Bohrungen.

von Thomas R. (thomasr)


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Harald W. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>
>> Ich habe auch gerade ausbohren müssen. Das wichtigste Werkzeug ist dabei
>> eine passende Bohrhülse um nicht vom Kopf abzurutschen
>
> Ich nehme da eher einen Körner.
> Für fast alle Bohrungen.

Keiner meiner Körner wäre lang bzw. dünn genug gewesen. Außerdem ist der 
Kunststoff so weich, daß der Schlag des Körners abgefedert wird und kaum 
Spuren auf dem Kopf hinterläßt. Daher die Idee der Führungshülse, das 
geht immer.

von Thomas R. (thomasr)


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Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese 
Schraube da hinein bekommen?

von Wf88 (wf88)


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Thomas R. schrieb:
> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die
> diese
> Schraube da hinein bekommen?

Eine halbierte, hohle, Kugel vorn auf den Schraubendreher. Innen mit 
Gummi ausgekleidet. Viel Druck.

von Ralf X. (ralf0815)


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Harald W. schrieb:
> Michi S. schrieb:
>
>> ergo bleibt Ausbohren definitiv die allerletzte Möglichkeit,
>> da das Teil dann garantiert offen ist.
>
> Und warum sollte ich vorher X andere Möglichkeiten ausprobieren,
> wenn das Ausbohren in 90% aller Fälle ohne besonderes Spezial-
> Werkzeug sofort hilft?

Bei einem strukturiertem Vorgehen probiert man vor der "letzten 
Möglichkeit" nicht allen und jeden denkbaren Quatsch aus, sondern die 
optimale für das angestrebte Ergebnis unter den jeweiligen 
Randbedingungen.
Die gescheiterte Anwendung der zweitoptimalsten Lösung kann die 
Anwendung optimalsten Lösung ggf. schon unmöglich machen.

Andreas B. schrieb:
> Ich weiss ja nicht wie tief Du Schrauben ausbohrst. Ich mache das nur
> bis der Kopf weg ist. Der Rest wird dann mit der Zange rausgedreht (wir
> reden hier von Kunststoff, nicht von irgendwelchen
> Zylinderkopfschrauben)

Warum ziehst Du Dich immer wieder auf das ursprüngliche Problem des TE 
aus dem anderen Threads zurück?
Um Recht zu bekommen?

Die Materialstärke der Steckdosen und der darunter liegenden 
Trägerplatte kenne ich nicht.
Ich weiss aber aus Lebenserfahrung, dass sich ein sehr kurzer Bolzen mit 
einem bis zum Rand konischer Bohrung oft sehr schwer oder gar nicht so 
kräftig greifen lässt, um damit noch Drehkraft übertragen zu können.
Da wäre es bis auf den Arbeitsraum wohl leichter gewesen, mit der Zange 
den Ovalkopf zu greifen und zu drehen.
Und bei einem Blechdeckel könnte man so ein Vorgehen sofort in der 
Pfeife rauchen.

von J. T. (chaoskind)


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Thomas R. schrieb:
> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese
> Schraube da hinein bekommen?

Abreißschrauben?

von Thomas R. (thomasr)


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J. T. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese
>> Schraube da hinein bekommen?
>
> Abreißschrauben?

Hm, die Oberfläche des Kopfes war ziemlich glatt (soweit man das in der 
Tiefe überhaupt erkennen konnte). Aber möglich. Wäre das nicht für 
Massenware zu teuer?

von Kilo S. (kilo_s)


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Erinnert mich an die Reparatur eines Gamecube. Die erhitze Rückseite 
eines fineliner Stift hat genau in die ziemlich Tiefen Löcher gepasst 
und der Kunststoff formte sich wunderbar stabil zum passenden 
"Schraubendreher".

Damals hatte ich noch keine so gut ausgestattete Werkstatt mit nahezu 
allen bits die einem begegnen könnten. Aber der Trick mit dem Stift wird 
vermutlich für viele Schrauben funktionieren.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Ist es nicht erstaunlich wie verbissen und konsequent die Hersteller uns 
Zugang zum Inneren ihrer Geräte erschweren wollen?

Man ist erstaunlich erfinderisch geworden; eine Industrie wurde aus dem 
Boden gestampft um immer besseren "Konsumentenschutz Halbzeug" zu 
erfinden.

Schämen sie sich vielleicht über ihre Machwerke? Sind ihre Konstruktion 
so grottig, daß man es um jeden Preis schützen will?

Trauen sie uns wirklich nicht zu Reparaturen zu "überleben", weil wir 
zahlenden Konsumenten mehr Geld wie Hirn haben sollen?

Sind Maßnahnen gegen Klimawechsel ernst gemeint oder nur vorgetäuscht 
bzw. Ablenkung? Jeder denkende Mensch, müsste eigentlich zustimmen, daß 
Wiederverwendung, Reparatur einer Entsorgung vorzuziehen wäre.

Als einfacher Mensch kommt mir sofort in den Sinn, daß man alles, 
insofern nützlich, reparieren sollte, anstatt zu entsorgen und riesige 
Energien und noch mehr Materialien als Ersatz aufwenden zu müssen.

Ist es nicht Zeit, den Verantwortlichen endlich die Zähne zu zeigen und 
mit der Faust auf den Tisch schlagen, daß der Status Quo nicht mehr 
akzeptabel ist und aufschiebende bzw. Verzögerungstaktiken Politik 
unerwünscht sei? Daß wir nicht länger nur verbrauchende Konsumenten sein 
wollen, sondern Betreiber einer zirkularen Wirtschaft sein wollen.

Wer hat die Courage den Machern klar zu machen, daß wir nicht länger die 
obszöne Nacktheit ihres Kaisertums akzeptieren und greifende Änderungen 
in Richtung vernünftiger Güter Verwendung fordern?

Wenn wir das nicht in den Griff kriegen, lügen wir uns lediglich selber 
an und gehen früher oder später notgedrungen vor die Hunde. Der Erde 
kümmert Menschen betriebene Politik und Selbsttäuschung nicht und folgt 
nur den Gesetzen der Natur. Wie lange wollen wir noch 
selbstverherrlichende gleichgültige Politiker mästen, denen es in vielen 
Fällen nur um narzisstische Ausnützung fremder Werte geht und sich die 
Beutel mit öffentlichem Gut füllen und die Verlängerung ihrer 
vermeintlichen egoistischen Herrschaft anzustreben. Es hat sich seit der 
Fronherrschaft wenig geändert. Anstatt von Baronen in Schlössern  frönen 
die multinationalen Musks und Zuckerberg dieser Welt dieser Stellung.

Wie können wir nur solcher Selbstdelusion erliegen, Umweltverschmutzung 
im eigenen Land reduziert zu haben, wenn in den Herstellungsländern 
obszönerweise die Fabriksschlote nur um so mehr rauchen und Gift und 
erstickende Gase auf die Erde blasen? Sieht denn keiner den Balken im 
eigenen Auge, bevor wir den Splitter beim Anderen herausziehen wollen?

Man will grün sein und begreift nicht, daß die "grüne" Ersatz Kapazität 
vollkommen unzureichend ist. Man schaltet und wrackt alles noch 
Funktionierende ab und ist dann erstaunt, daß es plötzlich nicht mehr 
weitergeht. Man wundert sich, daß diejenigen an solche Märchen 
festhalten. Wie kann ein vorher so technisch kompetentes Land so tief 
fallen? Wacht auf!

Das römische Reich ging an der Dekadenz des Endstadiums zugrunde. Zu 
einer Zeit wo man maßlos ausschweifte und perverse Strömungen 
adoptierte. Wo man sich ausufernden Perversionen, genauso wie heute, 
hingab und sogar wie heute legalisierte und und lebte. Anstatt 
praktische Kebensdisplin, ausschweifende Exzesse jeglicher Art und eine 
narzistische Lebensphilosophie.

Es lag nicht am Wissen, sondern weil sie den Kompass der Zielstrebigkeit 
und Vernunft nicht mehr richtig interpretieren konnten und mit 
gebrochenen Steuer ziellos im nebligen Meer vergammelten, während sich 
die Würmer an der Hülle ihres Boots labten, bis es dann unausbleiblich 
wie die Titanik mit Mann und Maus unterging.

Wir leben in einen ähnlichen Stadium der Entwicklung und sollten den 
Niedergang des römischen Reiches als vorbeugende und eindringliche 
Warnung verstehen. Wollen wir dem betrunkenen Steuermann des 
Narrenschiffs glauben oder lieber dem Navigator, der seine Sache 
versteht?

Wenn wir nicht aufpassen, werden die noch "Hungrigen" Länder dominant 
werden. Unter "Hungrig" meine ich natürlich nicht den Magen. Unter 
"Hungrig" verstehe ich den Durst nach Lernen, nationaler Stolz, einer 
Verbesserung des allgemeinen Wohlstands, Dominanz relativ zu unser 
niedergehenden westlichen Kultur und Region. Sind wir im Westen wirklich 
noch hungrig? Wollen wir wirklich lernen gescheiter zu werden und das 
Neugelernte auch anwenden zu wollen?


Indien, China, Afrika und vielleicht Südamerika werden sich mit aller 
Wahrscheinlichkeit baldigst dominieren wollen und machen sich gescheit. 
Und was tun wir? Wir schauen täglich blöd in die Röhre, leben dumm und 
zufrieden in den Tag, haben den Antrieb zum Lernen verloren, denken nur 
noch an Luxus und sind glücklich ein passiv verbrauchender Konsumer bis 
zum Ende unserer Tage sein zu dürfen. Wie erbärmlich das doch für ein 
Zivilisation ist, die sich fortgeschritten dünkt, aber zu 99%+ keine 
Ahnung hat, was und wer ihre Fortgeschrittenheit überhaupt ermöglicht.

Nur noch einige Wenige haben die innerliche Berufung und Drang, Neues zu 
lernen und die Frontiers des Erreichbaren zu berühren. Viele High-Tech 
wird schon längst nicht mehr im eigenen Land erfunden. Das ist unser Los 
in den meisten Teilen der westlichen Welt, denen das Feuer schon vor 
einigen zehn Jahren unterm Hintern ausgegangen ist. Wollen wir uns denn 
wie der tote Mars als Zombies verhalten, oder wollen wir die ungestüme 
Energie einer hier und da feuerspeienden Erde erleben? Einfach zu 
erleben, am Leben zu sein.

Es wäre besser den Lösungen von Ingenieuren und Wissenschaftlern zu 
vertrauen, anstatt den üblichen Möchtegern Vogel Strauss Taktiken zu 
verfallen und viel ausgestossene heisse Luft um sich abgelassen zu 
sehen.

Wacht auf. Dekadenz ist gemeinhin Totmachend. Der Westen ist dekadent! 
Wählt weise!

von Kilo S. (kilo_s)


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Gerhard O. schrieb:
> Wählt weise!

Man kann sich nur das "geringere" übel aussuchen, das man wählt.
Zumindest das vermeintlich geringere übel.

Gerhard O. schrieb:
> Jeder denkende Mensch, müsste eigentlich zustimmen, daß
> Wiederverwendung, Reparatur einer Entsorgung vorzuziehen wäre.

Das schlimme daran das du recht hast, ist die Ignoranz derer die nicht 
hören wollen.

Da wird ein Smartphone das für 50€ Repariert (originaldisplay, die 
chinesischen nachbauen gibt's ab 30€) werden könnte und neu einen Wert 
von 150€ hat einfach gegen ein 100€ Smartphone getauscht das laut tests 
sogar langsamer ist als das gerade mal zwei Jahre alte vorgängermodell.

Obwohl ich die Reparatur selbst sogar GRATIS innerhalb der Familie 
mache.
Ist das logisch? Nein!

von Carsten S. (dg3ycs)


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Gerhard O. schrieb:
> Ist es nicht erstaunlich wie verbissen und konsequent die Hersteller uns
> Zugang zum Inneren ihrer Geräte erschweren wollen?
>
> Man ist erstaunlich erfinderisch geworden; eine Industrie wurde aus dem
> Boden gestampft um immer besseren "Konsumentenschutz Halbzeug" zu
> erfinden.
>
> Schämen sie sich vielleicht über ihre Machwerke? Sind ihre Konstruktion
> so grottig, daß man es um jeden Preis schützen will

Es gibt sicherlich auch eine Menge Fälle wo solche Spezialschrauben 
gewählt werden weil der Hersteller aus eigenem Antrieb (ohne das reale 
oder geglaubte äussere Zwänge vorliegen) ein Interesse daran hat das die 
Kunden da nicht hineinschauen oder einfach Manipulieren können.

Aber in vielen Fällen ist es gar nicht irgendeine kundenfeindliche 
Absicht der "bösen" Industrie die liebend gerne die in Kombination 
"Einkauf+Montage+Werkzeug+Alternativquelle" günstigste Variante nehmen 
würde was Spezialschrauben oft gerade nicht sind.

Es geht viel mehr schlicht und einfach um eine (manchmal überzogene) 
Interpretation von "Laienzugänglich" bzw. der Forderung das gewisse 
Dinge nicht Laienzugänglich sein dürfen.
Eine durch diesen Begriff etwas schwammige Forderung die sich aus 
Gesetzlichen und Normativen Bestimmungen ergibt und deren Auswirkungen 
letzlich im Rahmen der Risikoanalyse von jedem Hersteller für sich 
selbst festgelegt werden. Im Rahmen der Risikoanalyse kommen dann so 
Dinge wie Risiko durch vorhersehbaren Missbrauch und Anwenderzielgruppe 
ins Spiel.
Aber auch so dinge wie Zumutbarkeit.
Alles unter Beachtung der Tatsache das am Ende irgendein Richter oder 
gar Laienjury, in irgendeinem der Staaten in denen man Wirtschaftlich 
aktiv ist, entscheiden könnte ob man alles richtig gemacht hat wovon die 
wirtschaftliche Existenz und in einigen Fällen auch die Freiheit der 
verantwortlichen Personen abhängt.

Bei einem Produkt mit Herstellungskosten von ein paar Cent das für ein 
paar Euros jeden Tag zigtausendfach verkauft wird und sich in jedem 
Haushalt mehrfach findet ist es dann halt vielfach schwerer zu 
argumentieren warum man dieses nicht "Unöffnenbar" konstruiert hat damit 
ein Kind oder einfach nur sehr dummer Anwender dies nicht aufschrauben 
konnte als bei einem hochpreisigen Produkt wie einem Fenrseher wo 
evtl.noch im Rahmen der Produktion oder Gewährleistung mit sinnvollen 
Reparaturen gerechnet werden sollte.
Mal von der Hemmschwelle des Öffnen beim teuren Gerät und der viel 
geringeren wahrscheinlichkeit das ein (Klein-)Kind da unbeobachtet das 
ganze Gerät auseinandernimmt abgesehen.

Auch hilft es nicht in einem solchen Fall darauf zu verweisen das ja 
auch jede Wandsteckdose einfach herausschraubbar ist oder ein sogar Kind 
einfach
  den Schraubendreher ins Loch stecken kann und in Lebensgefahr ist, da 
ja immer für den Eigenen Fall gilt.
Und da es bei einer Wandsteckdose zur Anwendung gehört das diese mit 
gängigem Werkzeug Montier- und Demontierbar sein muss ist die verwendung 
normaler Schrauben halt argumentierbar. Bei der Billigverlängerung die 
als Komplettteil verkauft wird halt nicht.

Wenn nun die Verantwortlichen eines Herstellers der Meinung sind das sie 
mit der Wahl von Sicherheitsschrauben solchen Risiken komplett aus dem 
Weg gehen, dann wird das halt so gemacht.

Ich finde es leider gerade nicht wieder, aber irgendwo habe ich noch 
einen Fachbeitrag dazu der (basierend auf einem Urteil?) darlegte warum 
z.B. nach dem derzeitigen (bzw. zur Zeit der Veröffentlichung) Stand der 
Technik mit Kreuz- und Schlitzschrauben gesicherte Gehäuse als 
Laienzugänglich betrachtet werden könnten, Torx- und Ähnliches aber NOCH 
als hinreichend gelten, was sich aber irgendwann ändern könnte wenn 
entsprechendes Werkzeug vielleicht auch einmal in jeder 
Haushalts-Werkzeugkiste auch von technisch uninteressierten liegt.


Weitere Erwägungen wie Imageschaden wenn aus einem durch einen Anwender 
manipulierten Gerät ein Schaden entsteht kommen unter Umständen noch 
dazu.

Gruß
Carsten

von Peter N. (alv)


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Gerhard O. schrieb:
> Man ist erstaunlich erfinderisch geworden; eine Industrie wurde aus dem
> Boden gestampft um immer besseren "Konsumentenschutz Halbzeug" zu
> erfinden.

Dabei ist es doch so einfach, das Geräteinnere wirkungsvoll unzugänglich 
zu machen: Einfach vergießen.
Glücklicherweise wird das (noch?) selten angewandt.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Harald W. schrieb:
> Michi S. schrieb:
>
>> ergo bleibt Ausbohren definitiv die allerletzte Möglichkeit,
>> da das Teil dann garantiert offen ist.
>
> Und warum sollte ich vorher X andere Möglichkeiten ausprobieren,
> wenn das Ausbohren in 90% aller Fälle ohne besonderes Spezial-
> Werkzeug sofort hilft?

Weil es verschiedene Umstände gibt?
Also:
* Weil manchmal Schrauben im Sichtbereich eines sehr teuren 
Gerätes/Gegenstandes liegen können und einmal Abrutschen beim Aufbohren 
dieses ruiniert oder aufwändige Reparaturen nötig machen?

* Weil nicht jeder dieselbe handwerkliche Begabung hat?

* Weil nicht jeder dieselbe Werkzeugausstattung (z.B. Bohrständer) hat?

* Weil es verschiedenste Ausführungen von Verschraubungen gibt, einen 
Kopf  einer "rundgedrehten" Inbusschraube bekommt man auch mit zwei 
linken Händen  und handgeführten Akkuschrauber halbwegs angebohrt.
Einen ähnlich wie im Bild oben gezeigten Ovalkopf einer möglicherweise 
sogar gehärteten Schraube aber keinesfalls.

* Weil es durchaus für den einen weniger Aufwand ist wie oben von KiloS 
genannt einen Fineliner am Ende zu erwärmen und damit dann x Schrauben 
einfach ausdrehen zu können als in den Keller zu gehen, das Werkzeug 
herauszuholen und dann erst einmal die X Schrauben anzubohren und dann 
mit Ausdreher oder Spitzzange herauszuoperieren.

* Weil es Leute gibt die dank ihrer Erfahrung und Intelligenz gerade 
nicht ewig und drei Tage nachdenken und Probieren müssen um sich etwas 
einfallen zu lassen sondern mit Improvisation das mit viel weniger 
Aufwand hinbekommen als es ein Aufbohren erfordern würde.

* Weil man weiß oder damit rechnet das einem diese Spezialschrauben 
öfter unterkommen werden und die Anfertigung des Werkzeuges nur einmal 
Mehraufwand bedeutet, das Aufbohren aber jedes mal auf ein neues für 
jede einzelne Schraube.

* Weil es noch tausend andere Gründe gibt die das Ausbohren 
problematisch machen könnten. Beispielsweise (als eines von vielen) das 
Dichtflächen für höhere Drücke im Spiel sind die auf Kratzer nicht so 
gut reagieren sind.

Und das ganze dann möglicherweise sogar noch in verschiedenen 
Kombinationen.
Klar, wer nur einen Hammer kennt für den sieht jede Schraube wie ein 
Nagel aus.

Deshalb  informieren sich "schlaue" Leute (vorher) über verschiedene 
Sichtweisen und den damit verbundenen Aufwand und entscheiden dann im 
jeweiligen Fall je nach Situation was unter den gegebenen Umständen das 
beste ist.

Warum fällt es eigentlich so schwer zu akzeptieren das die eigene 
Lösung, unabhängig ob sie für die eigene Situation vielleicht sogar die 
beste Lösung ist, für andere Personen oder andere Sitautionen eben nicht 
den besten Lösungsweg darstellt.
Selbst bei exakt dem selben Problem kann die beste Lösung bei jemanden 
mit voll ausgestatteter Mechanikwerkstatt anders aussehen als bei 
jemanden der mit Akkuschrauber am Küchentisch arbeiten muss.

Davon unabhängig gilt zudem das was auch weiter oben schon von anderen 
Geschrieben wurde: Hat man versucht aufzubohren sind alle anderen Wege 
versperrt. Dann gibt es nur noch Erfolg oder verschrotten.
Daher ist Aufbohren per Definition schon IMMER die letzte Möglichkeit.

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Carsten S. schrieb:
> Torx- und Ähnliches aber NOCH als hinreichend gelten,

Muss ein sehr ungebildeter Mensch (Richter? "Sachverständiger"?) gewesen 
sein der einen persönlichen Bediensteten zum Einkauf nur in die edelsten 
Läden schickt.

Norma, Aldi, Lidl und Co. werfen einem komplette "Handyreparatur" 
werkzeugsets mit allen bits die auch "spezialschrauben" aus 
Haushaltsgeräten öffnen können für 10-15€ hinterher, und die normalen 
bitsets von Parkside bekommst du sogar in allen möglichen längen, seit 
Jahren mit "Spezialbits".

Bei Amazon (billig aber bei mir seit drei Jahren anstandslos im Einsatz) 
gab es ein Set für 8€, da ist bis auf die ovalkopf bits alles bei!
Aktuell kostet es 15€:
https://www.amazon.de/dp/B088D6PXM7

Also an der "verfügbarkeit" des Werkzeug kann es eigentlich nicht 
liegen. Das ist so spottbillig geworden. Und wenn man in der Auslage bei 
den Discountern schaut ist das auch relativ fix ausverkauft.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Kilo S. schrieb:
> Also an der "verfügbarkeit" des Werkzeug kann es eigentlich nicht
> liegen. Das ist so spottbillig geworden. Und wenn man in der Auslage bei
> den Discountern schaut ist das auch relativ fix ausverkauft.

Es ging bei der Einschätzung ja auch nicht um die Verfügbarkeit sondern 
um das "immer da haben". Also das es ein Werkzeug ist das üblicherweise 
bei jedem schnell zur Hand ist weil es so gut wie sicher in jeder 
Wohnung liegt. Auch bei der alleinstehenden 75j alten "Katzentante" ohne 
jeden Anflug von Handwerklicher Begabung oder Interesse.

Das hängt mit der Auslegung des Begriffes "besonderes" ab. Da etwas was 
sich ohne "besonderes" Werkzeug öffnen lässt als Laienzugänglich 
definiert wird.
Die Argumentation war das ein Werkzeug was wirklich jeder hat nicht mehr 
besonders ist.
Bei einem Schlitz oder Kreuzschraubendreher in üblicher Größe kann man 
davon ausgehen das jeder was passendes in der Wohnung hat.
Bei Torx "noch" lange nicht. Vielleicht aber irgendwann doch.

Natürlich kann man auch anders Argumentieren und darlegen das damit 
einfach gemeint ist das es nicht ohne (irgendein) geeignetes Werkzeug 
geöffnet werden kann.
Nur wenn es um den eigenen Arsch geht: Welche Interpretation würdest du 
als Verantwortlicher wählen? Die mit mehr oder die mit weniger Risiken 
für die Firma und besonders dich persöhnlich?
(Und das ist auch der Grund warum TORX schon vielen nicht mehr exotisch 
genug ist weil die sich nicht mehr sicher sind das das "noch" wirklich 
in allen Zielländern bei allen Richtern gilt...)

Das vermutlich in den meisten Fällen,trotz allem, auch eine normale 
Kreuzschlitzverschraubung reicht um vor den meisten Gerichten NICHT 
wegen unzureichendem Schutz zu verlieren, davon ist allerdings immer 
noch auszugehen. Vor allem wenn es um Erwachsene geht.
Aber "meiste Fälle" ist vielen halt nicht sicher genug.
Vor allem wenn man auch in den USA wirtschaftlich aktiv ist und seine 
Produktion (egal ob genau dieses Modell oder ein anderes) darauf 
angepasst hat.

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von Peter M. (barrelshifter)


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Sicher gibt es viele Schraubendrehersets, die in Kombination, dann 
(fast) alle Kopfformen enthalten.
Der "normale" Konsument kommt überwiegend nicht in die Lage über eine 
Reparatur überhaupt nachzudeken. Und die "professionellen" Werkstätten, 
die ein Gerät reparieren könnten, sind am aussterben. Bzw. wird die 
Instandsetzung so teuer für den Kunden, dass er davon absieht.
Der Industrie geht es darum, dass der Kunde, aus deren Sicht, kein Recht 
haben soll, selbst zu reparieren. Dieses Thema wurde und wird 
anschaulich im YT Kanal von Louis Rossmann aufgezeigt.
So gesehen unterstüzt die Industrie brav die Ziele der Agenda 2030: Du 
wirst nichts besitzen...

von Rainer S. (enevile) Benutzerseite


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Der Schlitz passt in sehr vielen Löchern rein. Torx, Dreieck, Dreistern, 
usw.

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Carsten S. schrieb:
> Welche Interpretation würdest du als Verantwortlicher wählen?

Käme drauf an. Bei allem was einen festen Netzstecker hat würde ich wohl 
auch eher auf Nummer sicher gehen. Aber Batterie/Akkugeräte wie 
Smartphones oder einen Gameboy würde ich nicht mit Triwing verschrauben.

von Hans W. (Firma: Wilhelm.Consulting) (hans-)


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Kilo S. schrieb:
> Aber Batterie/Akkugeräte wie Smartphones oder einen Gameboy würde ich
> nicht mit Triwing verschrauben.

Lustigerweise sind dort die Anforderungen zu "foreseeable misuse" 
besonders hoch...

Außerdem: Wenn man sich den Image Schaden durch das Galaxy Note ansieht, 
versteht man auch warum man nicht haben will, dass der Kunde einfach 
irgend einen Akku einbaut. Vor allem, wenn er von irgendeiner 
schrott-verteilseite a-la AliExpress kommt.

Originalteile (oder zu mindest qualitativ ähnliche) werden von den 
wenigsten zur Reparatur verwendet.

Ärgerlich ist es trotzdem... Auch wenn ich es mittlerweile auch 
verstehen kann.

73

von Alexander (alecxs)


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Gerhard O. schrieb:
> Ist es nicht Zeit, den Verantwortlichen endlich die Zähne zu zeigen und
> mit der Faust auf den Tisch schlagen,

Und wer sind "die Verantwortlichen"? Immer die anderen, und das ist das 
Problem. Engagiere Dich, geh in die Politik, verändere was.

von Peter O. (peter_o)


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Thomas R. schrieb:
> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese
> Schraube da hinein bekommen?

Hallo, Ich kenne "Einmal-Schrauben". Die haben einen Schraubenkopf, der 
über eine Sollbruchstelle verfügt. Wenn da entsprechend Drehmoment 
aufgebracht wird, dann bricht der Kopf ab, die Schraube ist nahezu 
unlösbar fest angezogen. Das ist dann echt fies.
Wenn der Schraubenkopf nicht tief eingelassen ist, schleife ich mit 
einem Dremel mit Trennscheibe einen Schlitz in den Kopf. Dann komme ich 
mit nem normalen Schlitzschraubendreher ran.

von J. T. (chaoskind)


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Peter O. schrieb:
> Hallo, Ich kenne "Einmal-Schrauben". Die haben einen Schraubenkopf, der
> über eine Sollbruchstelle verfügt.

Abbreißschrauben wurden schon genannt.

von Alexander (alecxs)


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Für manche Überfallscharniere machen solche Schrauben ja durchaus Sinn. 
Ich befürchte nur dass Abreißschrauben in Holz nicht funktionieren, also 
bleiben die Türscharniere der Gartenlaube wohl mit Sicherheits-Torx 
verschraubt.

von Harald K. (kirnbichler)


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Alexander schrieb:
> also
> bleiben die Türscharniere der Gartenlaube wohl mit Sicherheits-Torx
> verschraubt.

Alternative: Normales Torx verwenden, und passende Stahlkugeln 
einschlagen.

Allerdings sollte man Türscharniere auch so montieren können, daß bei 
geschlossener Tür die Schrauben von außen nicht sichtbar sind.

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (mmaddin)


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Peter O. schrieb:
> Ich kenne "Einmal-Schrauben"

Peter O. schrieb:
> nahezu
> unlösbar fest angezogen

Peter O. schrieb:
> Wenn da entsprechend Drehmoment

Peter O. schrieb:
> dann bricht der Kopf ab

Also eine "Linksdrehsollbruchstelle" ... sehr geschickt.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Thomas R. schrieb:
> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese
> Schraube da hinein bekommen?

Industriell mittels Spreizfutter.
Ausschrauben klappt oft mittels leicht konisch geschliffenem Torx- 
oder Vielzahndreher/Bit, ggf. mit etwas Einhämmern und Druck.

von Martin S. (mmaddin)


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Alexander schrieb:
> Türscharniere der Gartenlaube

Warum nicht einfach eine Schlossschraube DIN 603 nutzen?

https://www.hornbach.de/p/schlossschraube-m-mutter-din-603-m5x45-mm-galv-verzinkt-200-stueck/4655986/

von Kilo S. (kilo_s)


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Hans W. schrieb:
> Originalteile (oder zu mindest qualitativ ähnliche) werden von den
> wenigsten zur Reparatur verwendet.

Nach meinen gemischten Erfahrungen bezüglich billiger displays (bei 
Akkus gehen die mittelpreisigen Verhältnissmäsig gut) verwenden ich wenn 
möglich nur noch originalteile.

Es macht einen Unterschied.

von Uli S. (uli12us)


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von Peter M. (barrelshifter) 21.01.2024 22:49; Es gibt aber schon seit 
so ungefähr 1 1/2 Jahren ein von der EU (bzw weil die von sich aus 
weniger wie nix können von Hersteller Lobbygruppen zusammengebasteltes) 
Recht auf Reparatur, was aber im Prinzip weniger ist, wie das, was 
vorher war.
Da heissts zwar, dass Ersatzteile eine bestimmte Zeit nach 
Produkteinführung verfügbar sein müssen, mit der Einschränkung, dass sie 
nur an vom Hersteller lizensierte Reparaturbetriebe abgegeben werden 
müssen. Man kann nur hoffen, dass sich diejenigen, die ihre Ersatzteile 
bisher auch an den Normalsterblichen verkauft haben, das nicht so genau 
durchlesen und bei ihrer Ersatzteilpolitik bleiben.

von Kilo S. (kilo_s)


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Uli S. schrieb:
> Man kann nur hoffen, dass sich diejenigen, die ihre Ersatzteile bisher
> auch an den Normalsterblichen verkauft haben, das nicht so genau
> durchlesen und bei ihrer Ersatzteilpolitik bleiben.

Es gab bereits kurz nach der Einführung des ersten IPhone Ersatzteile 
dafür die jeder kaufen konnte.
So habe ich beispielsweise bereits ende 2007 Akkus mit höherer Kapazität 
für Apple anbieten können.

Du wirst immer irgendwo Ersatzteile bekommen. Die Frage ist zu welchem 
Preis!

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Thomas R. schrieb:
> Der Kopf ist 5mm KREISRUND, keine Einkerbungen etc. Wie haben die diese
> Schraube da hinein bekommen?

Ich weiss wie ich solche Schrauben heraus bekomme:

Mit nem alten "Egal-Schraubendreher",
den man sich passend scharf/spitz schleift.
Mit genügend Kraft wird die klinge dann in den Kopf rein gedrückt und 
gedreht.
Wenn das Ding in Plastik sitzt, wird der Schraubkopf erwärmt,
sollte es der selbst geschliffene Dreher noch nicht tun

von Christian M. (likeme)


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Die fiesesten Schrauben sind immer noch die am Auspuff eines >10 Jahre 
alten, gut gesalzenem, Autos.

von Ralf X. (ralf0815)


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Christian M. schrieb:
> Die fiesesten Schrauben sind immer noch die am Auspuff eines >10 Jahre
> alten, gut gesalzenem, Autos.

Da ist idR. doch direkt das abreissen, meisseln, flexen oder 
Schweissbrenner mit anschliessender Verwendung neuer Schellen angesagt.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Christian M. schrieb:
> Die fiesesten Schrauben sind immer noch die am Auspuff eines >10 Jahre
> alten, gut gesalzenem, Autos.

Du musst die Karre nur langstreckenmässig warm fahren.
Mein Fahrautomat ist 15 Jahre alt
und hat immer noch die erste Ausstattung dran.
Von Krümmern bis Pott.

von Lu O. (oszi45)


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Christian M. schrieb:
> Die fiesesten Schrauben sind immer noch die am Auspuff eines >10 Jahre
> alten, gut gesalzenem, Autos.

Da sind wir wieder bei dem üblichen Problem: Das RICHTIGE Material am 
rechten Fleck! Wenn es richtig wäre, würde es ewig halten! Mein 
Mazda-Auspuff hat z.B. 15 Jahre bis zum bitteren Ende gehalten.  Was 
lange hält, bringt jedoch kein Geld.
Spezialschrauben sind dort wichtig, wo es um Sicherheit oder Festigkeit 
geht. Der Rest sollte verboten werden.

von Mark S. (voltwide)


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Gerhard O. schrieb:
> Ist es nicht erstaunlich wie verbissen und konsequent die Hersteller uns
> Zugang zum Inneren ihrer Geräte erschweren wollen?

Die Geräte gehören dann aber mir, und nicht dem Hersteller.
Ein kleiner Unterschied, den viele Hersteller allerdings anders sehen, 
Stichwort Abo-Modell.
Jedes Öffnen eines "Ihrer" Geräte kommt demnach einem Einbruchsversuch 
auf das ureigene Firmengelände gleich und muß also verhindert werden.

von Thomas R. (thomasr)


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Naja, manchmal ist die Absicht dahinter schon ganz ehrenwert/gut. Ich 
öffne prinzipiell alle "meine" Tischsteckdosen um die internen 
Verbindungen nachzulöten. In der Firma fallen die Dinger nämlich nach 
wenigen Jahren wegen "PE hochohmig" aus. Das liegt fast immer an der 
Stanz/Niettechnik der PE Struktur.

Nachgelötete halten "ewig".

Und dann wird auch gleich die Kindersicherung entfernt.

All das will der Hersteller natürlich verhindern.

von Joachim B. (jar)


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Kilo S. schrieb:
> in Set für 8€, da ist bis auf die ovalkopf bits alles bei!

und umso mehr wird verkauft
Es ist doch irre, es werden Spezialschrauben erfunden, dann kommen die 
Sets bis die irgendwann jeder hat und prompt werden neue Gemeinheiten 
erfunden.
Ein ewiges Spiel an dem gut verdient wird!

von Lu O. (oszi45)


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Thomas R. schrieb:
> Naja, manchmal ist die Absicht dahinter

Damit nie das Elend ans Tageslicht kommt? Wenn alle Schuko-Teile zu 
öffnen oder durchsichtig wären, hätte ich bestimmt schon 50% repariert 
oder weggeworfen wegen grober Mängel.

von Kilo S. (kilo_s)


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Joachim B. schrieb:
> und umso mehr wird verkauft
> Es ist doch irre, es werden Spezialschrauben erfunden, dann kommen die
> Sets bis die irgendwann jeder hat und prompt werden neue Gemeinheiten
> erfunden.
> Ein ewiges Spiel an dem gut verdient wird!

Werkzeug das benutzt wird unterliegt aber auch Verschleiß, selbst wenn 
es keine neuen "Spezialschrauben" gäbe. Ab und an darfs gerne auch ein 
neuer bit sein.

Lu O. schrieb:
> hätte ich bestimmt schon 50% repariert oder weggeworfen wegen grober
> Mängel.

Dito!

von Joachim B. (jar)


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Kilo S. schrieb:
> Werkzeug das benutzt wird unterliegt aber auch Verschleiß,

so viele Geräte mit Torx-Schrauben mit Mittelstift und Schlitzschrauben 
mit Hügel in der Mitte sind mir nicht begegnet so das sich Verschleiß 
einstellen könnte sind mir nicht untergekommen, die letzte Schraube war 
eine mit Dreieck.

Erste beiden Werkzeuge werde ich wohl kaum noch brauchen, vielleicht die 
Torx fürs Klingelbrett. Die Dreieckschraube wurde mit einem scharfen 
Schlitzschraubendreher besiegt.

von Kilo S. (kilo_s)


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Joachim B. schrieb:
> so viele Geräte mit Torx-Schrauben mit Mittelstift und Schlitzschrauben
> mit Hügel in der Mitte sind mir nicht begegnet so das sich Verschleiß
> einstellen könnte sind mir nicht untergekommen

Dann schraubst du zu wenig. ;-)

Gerade Torx mit pin begegnen mir öfter.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Mit am schwierigsten finde ich immer noch diese einmal-rein-Schraube.

Und dann verstehe ich nicht so wirklich, warum das dickste der
Schraubendreherklinge nicht der Teil sein kann,
der auch wirklich in den Schraubkopf fasst.
Warum muss das so 15mm darüber dicker sein?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Kilo S. schrieb:
> Joachim B. schrieb:
>> so viele Geräte mit Torx-Schrauben mit Mittelstift und Schlitzschrauben
>> mit Hügel in der Mitte sind mir nicht begegnet so das sich Verschleiß
>> einstellen könnte sind mir nicht untergekommen
>
> Dann schraubst du zu wenig. ;-)
>
> Gerade Torx mit pin begegnen mir öfter.

nennt sich Torx-TR (Tamper-Resistant)

von Kilo S. (kilo_s)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> nennt sich Torx-TR (Tamper-Resistant)

Manipulationssicher, da muss ich lachen.

Den pin schert man locker lässig weg wenn man nur normale Torx Bits hat. 
Mit einem kleinen Schlitz Schraubendreher und einem beherzten schlag, 
hat sich das Problem erledigt.

von Harald K. (kirnbichler)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Warum muss das so 15mm darüber dicker sein?

Liegt an der Art der Herstellung. Es geht auch anders.

von Thomas R. (thomasr)


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Mir fehlt hier der Hinweis für das Ausbohren besser HSS-E Bohrer zu 
verwenden. Die meisten Schrauben sind recht hart und der "normale" HSS 
wird schnell stumpf.

Die Arschlochschrauben die mir bisher am meisten begegnet sind waren 2,9 
x 20/30mm. Und deren Schraubkanäle im Kunststoff dann etwa 5mm.

Dafür habe ich mir eine Führungshülse gebaut damit man sicher nicht vom 
Kopf abrutschen kann auch wenn der nicht angekörnt ist.

Funktioniert schnell und sauber.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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tcha, solche Schrauben für "Draussen-Gehäuse"
sind ja auch gerne aus Edelstahl.

von Thomas R. (thomasr)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> tcha, solche Schrauben für "Draussen-Gehäuse"
> sind ja auch gerne aus Edelstahl.

Der als V2A (1.4301) butterweich ist. Mit 1.4404 wird es erst 
spannend....

von Joachim B. (jar)


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Thomas R. schrieb:
> Der als V2A (1.4301) butterweich ist.

Das sich sowas Schraube nennen darf verwundert mich, dieses Weichzeugs 
lernte ich erst im Aussenbereich kennen und war verwundert das es sich 
Stahl nennt.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Thomas R. schrieb:
> ●DesIntegrator ●. schrieb:
>> tcha, solche Schrauben für "Draussen-Gehäuse"
>> sind ja auch gerne aus Edelstahl.
>
> Der als V2A (1.4301) butterweich ist. Mit 1.4404 wird es erst
> spannend....

Du meinst spanend?
:-]

von Martin S. (mmaddin)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Mit am schwierigsten finde ich immer noch diese einmal-rein-Schraube.

https://www.mikrocontroller.net/attachment/622530/20240126_111942.jpg

Hatte ich auch gerade auf dem Tisch - was für ein Scheiß ist das denn?

Mit viel Druck und einem etwas zu großen Schlitzschraubendreher mit Mühe 
und Not und viel Nerverei ging es so lala...

: Bearbeitet durch User
von HaJo (hajohausb)


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Erstmal nen etwas tieferen Schlitz reindremeln, dann geht das 
schweißfrei.

von Ralf X. (ralf0815)


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HaJo schrieb:
> Erstmal nen etwas tieferen Schlitz reindremeln, dann geht das
> schweißfrei.

IdR sitzen solche Schrauben doch in mehr oder wenigen Löchern.
Wer dort einen Schlitz in die Schraube "dremelt", kann ebenso die ganze 
Rückseite wegdremeln..

von Martin S. (mmaddin)


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Wie man in eine tief sitzende Schraube einen Schlitz bekommt, wäre noch 
mal ein cooler Tip, sofern hier jemand zaubern kann...

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Ich hab diese einmal-rein-Schrauben auch nur mit einem frisch 
angeschärften
Schlitzschraubendreher raus bekommen. Das ganze natürlich gleich 
mehrfach.
Genau dafür sind solche "Gnaggelwerkzeuge" Gold wert

von HaJo (hajohausb)


Angehängte Dateien:

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Die Furche muß ja nur tiefer. Der rausgezogene für große Schrauben, der 
ganz unten für kleine.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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ja wenn man denn erkennen kann, wie man schleift,
wenn die Schraube etliche cm tief sitzt...?

von Thorsten S. (whitejack)


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Gelöst mit diesem Set:

https://www.ebay.de/itm/145142151112

Würde aber wohl auch mit einem Schlitzschraubendreher gehen, aber so 
gehts besser...

von Thorsten S. (whitejack)


Angehängte Dateien:

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Geht auch dafür sehr gut...(siehe Bild)

von Thorsten S. (whitejack)


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Das ist wirklich eine echte Arschlochschraube, wie weiter oben schon 
erwähnt wurde. Mit viel Druck und einem Schlitzschraubendreher dennoch 
nur mit Mühe und viel Generve raus zu bekommen...

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Thorsten S. schrieb:
> Geht auch dafür sehr gut...(siehe Bild)

Da mir solche Schrauben öfters begegnet sind, habe ich einen 
Schlitz-Schraubendreher entsprechend angesägt. Der hat mir schon oft 
gute Dienste geleistet.

Der Begriff "Arschlochschraube" gefällt mir. Gehört in den Duden.

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (whitejack)


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Steve van de Grens schrieb:
> habe ich einen
> Schlitz-Schraubendreher entsprechend angesägt

Ja, das geht auch gut. In dem Set ist nur auch so einer schon dabei und 
die anderen lassen sich nicht mal eben so leicht herstellen. Für knapp 
9€ echt ein guter Helfer an der Werkbank.

Steve van de Grens schrieb:
> gefällt mir

Ja gefiel mir auch, kam ursprünglich nicht von mir. :-)

von Uli S. (uli12us)


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Es ist glaube ich 2 Wochen her, da gabs beim Aldi nen Satz Spezialbits. 
Da sind zumindest die mit Schlitz für die Klingelschilder drin. Leider 
aber keine 3eck. Die gabs dagegen bei der Norma aber in 4mm statt 1/4" 
Aber man könnte sich ja eine Inbus zurechtschleifen, also jede zweite 
Kante abschleifen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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> Schlitz-Schraubendreher entsprechend angesägt.

von Michael O. (michael_o)


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Die gibt es auch käuflich zu erwerben in mindestens drei größen, sind 
aber nicht für die Trapetzschrauben zu gebrauchen.

Mfg
Michael

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (whitejack)


Angehängte Dateien:

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Sind mir aber noch lange nicht alle begegnet...

Den unterbrochenen Schlitz gibt es auch noch mal als Dreieck und als 
Kreuz...

von Uli S. (uli12us)


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Für diesen vorletzten könnte man eventuell eine Kreuzschlitzschraube, 
bzw natürlich deren Kopf missbrauchen.

von Uli S. (uli12us)


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Für diesen vorletzten könnte man eventuell eine Kreuzschlitzschraube, 
bzw natürlich deren Kopf missbrauchen. Und der letzte sollte sich 
eigentlich mit nem Dremel mit dem man einen abgebrochenen Bohrer oder so 
zuschneidet knacken lassen. Bei nem einmaligen Einsatz sollte sogar eine 
Schlüsselfeile bei nem weichen Stück Stahl reichen, vielleicht nen 
abgeschnittenen Schraubenschaft.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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oh die inner cross und new three points hatte ich noch nicht.

Inner Cross könnte auch
mit dem U-Shape (auch Spanner genannt) gehen.

Aber die gezeigten Dreher werden für die erste Schraube,
die man damit drehen will, viel zu kurz sein.

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (whitejack)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> die man damit drehen will, viel zu kurz sein.

Ich habe nun schon einige davon genutzt, mit der Länge hatte ich noch 
nicht das Problem. Auch weil die Stile nicht gummiert sind, das ist ganz 
hilfreich... in diesem Fall. Klar sind das Billig Teile, aber für 
Billigschrauben reicht das genau aus...

Ich hätte nun nur noch was für "gegen" diese modifizierten 
Schlitz-Arschlochschrauben:

https://www.mikrocontroller.net/attachment/622530/20240126_111942.jpg

Beitrag "Re: Geräte mit Spezialschrauben öffnen - zeigt her Eure Tricks"


das ist doch echt die allerletzte Erfindung... danach kommt direkt die 
Niete ohne Gewinde mit Riffeln und mit Halbrundkopf glatt...

: Bearbeitet durch User
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