Forum: HF, Funk und Felder TinySA_ULTRA Flugfunk mit standardantenne


von Eric (ericeric)


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Hi

Ich habe einen neuen TinySA. Zum Spass wollte ich mit der mitgelieferten 
Antenne mal den Flugfunk anschauen/abhören.

Der TinySA Ultra funktionier soweit. UKW sender sind klar erkenntlich 
und kann diese auch anhören.

Aber im gesamten Beriech 118MHz -  130MHz aber nur noise floor.
Auch wenn ich direkt auf die Towefrequenz des nächsten Flughafen (ca 
30km) -> nur Rauschen mit 200Hz Bandbreite. LNA mit 20dB auch Rauschen.

Also Optisch noise floor. Akustisch rauschen.

Mache ich was falsch oder sind die Signale so schwach dass der TinySA 
Ultra da nix empfangen kann?

Auch soll man mit dem TiniSA ultra und der mitgelieferten Antenne die 
48MHz CPU + harmonischen sehen: Bei mir auch nur noise floor!

von Al (almond)


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Eric schrieb:
> Aber im gesamten Beriech 118MHz -  130MHz aber nur noise floor.
> Auch wenn ich direkt auf die Towefrequenz des nächsten Flughafen (ca
> 30km)

Tower Frequenzen sind am wenigsten für deinen Test geeignet, denn auf 
denen wird mit minimaler Leistung gesendet. Tower Freuqenzen dienen 
ausschließlich zur Abdeckung des Luftraumes des unmittelbaren Abflug- 
und des Endanflug Bereiches eines Flugplatzes und sollen absichtlich am 
Boden nicht weit reichen, damit sie wegen der Frequenzknappheit 
anderenorts wieder vergeben werden können. In einigen Kilometern Distanz 
sind allenfalls die Sendungen des Flugzeuges in der Luft gut zu 
empfangen, der Tower meist nur noch schwach.

Spektrum Analyzer sind per se keine empfindlichen Empfänger, ihr 
Rauschflur liegt beträchtlich höher als der eines Flugfunkempfängers. 
Das mitgelieferte kurze Teleskopstäbchen an 50 Ohm ist auch keine 
optimale Flugfunkantenne.

Aber zumindest die Aussendungen von überfliegenden Flugzeugen in 
Reiseflughöhe sollten wahrnehmbar sein. Die kommen wegen der 
Line-of-sight Ausbreitung mit hohen Feldstärken an. Die standardisierten 
Konversationen im Flugfunk sind kurz und knapp und dauern nur Sekunden, 
man muss schon auf Zack sein, um die zu sehen.

Probiere vielleicht auch mal die Frequenzen für die Area Control, oder 
die Upper Area Control für deinen ATC-Sektor raus. Die senden mit 
höherer Leistung und sind oft an exponierten Standorten und reichen 
daher weiter. Oder versuche es auf den weiter reichenden Frequenzen für 
ATIS und VOLMET für deinen geografischen Bereich, die man übrigens 
ungestraft abhören darf.

: Bearbeitet durch User
von Jonny O. (-geo-)


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Hast du vielleicht noch den Attenuator eingeschaltet? Mit dem TinySA ist 
der Empfang problemlos möglich. Allerdings ist die mitgelieferte Antenne 
jetzt nicht unbedingt besonders gut geeignet (vielleicht ist die ja auch 
kaputt). Du kannst dir ja mal einen Dipol bauen der zu der Frequenz 
passt (einfach zwei Drähte passender Länge).

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Oder versuche es auf den weiter reichenden Frequenzen für
> ATIS und VOLMET für deinen geografischen Bereich, die man übrigens
> ungestraft abhören darf.

Das wäre auch meine Empfehlung und Erfahrung, ich höre sehr gut den ATIS 
von SZG obwohl der über 100 km weg ist und damit deutlich besser als TWR 
von näheren Flughafen. ATIS sendet auch nach festen Zeitplan, da muss 
man nicht auf gut Glück auf RX gehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Automatic_Terminal_Information_Service

Die einzelnen den airports zugewiesenen Bänder findet man gut im 
Internet, da bspw. für die Plätze in Niedersachsen: 
http://www.funkfrequenzen01.de/index014.htm

Bezüglich geeignete Antenne für airband gabs hier schon mal threads, 
nach meiner Erfahrung ist Höhe entscheidend und oft genügt 'ne 
Gummiwurst. Natürlich kann man sich auch ne yagi basteln und auf den 
Flughafen richten, die sollte allerdings eher breitbandig sein, also mit 
eher wenig Elementen.

* Beitrag "Antenne für 118 bis 137 MHz"
* Beitrag "Flugfunk (Empfang von Flugzeugen auf dem Boden)"

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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: Bearbeitet durch User
von Helmut -. (dc3yc)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> ADS-B habe ich mit einem RTL-SDR schon empfangen. Das läuft auf 1090
> MHz.

Das ist kein Hexenwerk. Einen RTL-Stick, eine X7000 und das Programm 
Dump1090 und alle Flugzeuge im Umkreis von 200km kommen bei mir herein.

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> ADS-B habe ich mit einem RTL-SDR schon empfangen. Das läuft auf 1090
>> MHz.
>
> Das ist kein Hexenwerk. Einen RTL-Stick, eine X7000 und das Programm
> Dump1090 und alle Flugzeuge im Umkreis von 200km kommen bei mir herein.

Digi-modes (hier Biphase (?)) kommen wegen inherenter Robustheit auch 
stark gedämpft noch lesbar rein, bei Sprechfunk ist schon ein größerer 
Rauschabstand nötig.

Da der TO allerdings von Rauschen auf den Kanälen spricht, kommt wohl 
grad garnix bei ihm an. Vielleicht wird ja auch nix im Umkreis gesendet, 
die sollen ja fliegen und nicht mit ground control rumlabern. Das macht 
schon der Transponder.

Um zu sehen, ob über ADS-B Traffic läuft, müsste der TO das Band 
wechseln, der Transponder sendet auf 1090 MHz.

von Al (almond)


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Bradward B. schrieb:
> Vielleicht wird ja auch nix im Umkreis gesendet,
> die sollen ja fliegen und nicht mit ground control rumlabern. Das macht
> schon der Transponder.

Zuviel Major-Tom gehört?
Ein Sekundär-Radar Transponder ist lediglich ein Hilfsmittel um ein 
Flugziel eindeutig auf dem Radarschirm des Center-Lotsen zu 
identifizieren. Air Traffic Control findet auch heute noch großteils 
über AM-Sprachkommunikation zwischen Flugzeug und Area Control oder 
Upper Area Control Centern statt. Dabei wird viel "rumgelabert" und nach 
Anweisung der Fluglotsen, die für eine sichere Staffelung sorgen, 
geflogen. Wobei ein Flugzeug auf seiner kompletten Route Von Start bis 
Landung von ATC-Sektor zu ATC-Sektor weitergereicht wird - durch 
"rumlabern".

https://www.dfs.de/homepage/en/air-traffic-control/operations/

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Vielleicht wird ja auch nix im Umkreis gesendet,
>> die sollen ja fliegen und nicht mit ground control rumlabern. Das macht
>> schon der Transponder.
>
> Zuviel Major-Tom gehört?

Das ist doch Fantasy für Halbstarke, da "Hört" man besser Maj. Shmul 
(ret.)
beim Story-telling zu: https://youtu.be/8AyHH9G9et0?t=15

> Ein Sekundär-Radar Transponder ist lediglich ein Hilfsmittel um ein
> Flugziel eindeutig auf dem Radarschirm des Center-Lotsen zu
> identifizieren.

Naja, manche (auch die wikipedia) nennt auch ein ADS-B einen 
"Transponder", auch wenn das nicht doe response auf Anfrage ist. Es sind 
halt Infos aus der Perspective Flugzeug und nicht von einer Bodenstation 
ermittelt.

> Air Traffic Control findet auch heute noch großteils
> über AM-Sprachkommunikation zwischen Flugzeug und Area Control oder
> Upper Area Control Centern statt. Dabei wird viel "rumgelabert" und nach
> Anweisung der Fluglotsen, die für eine sichere Staffelung sorgen,
> geflogen.

Persönliche Erfahrung lehrt, das man auf einem Kanal im Airband eher 
selten mal was hört und das ist dann auch noch ne schnell abgespulte 
Phrase nach Flugfunkbetriebsdienst. Mit nen Scanner mag man die 
Kanalwechsel des Towerlotsen mitbekommen, aber wenn man einem einzelnen 
Cockpit zuhört kommt da nicht viel.

Manchmal ist auch der Tower "automatisiert", da steuert man den 
Flugplatz quasi ohne Gespräche von oben (ARCAL/PCL).

https://youtu.be/0uukIwQrv4w?t=19

: Bearbeitet durch User
von A. B. (Firma: ab) (bus_eng)


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Grundsätzlich:

Flugfunksignale sind sehr schmalbandige Signale in Amplitudenmodulation 
moduliert. Kanalabstand ist 8.33kHz.

Flugfunksignale sind zeitlich kurze Signale.

Zeitlich kurze Signale zeigen sich auf dem Spektrumanalyzer nur, wenn 
der Sweep zufällig im richtigen Augenblick über die richtige Frequenz 
streicht.

ATIS-(Automatic terminal information service)-Signale im Flugfunkbereich 
sind am besten geeignet, um mit einem Spektrumanalyzer die 
Flugfunkfrequenzen zu suchen. Diese Sender senden ein kontinuierliches 
Signal.

Empfehlung:

Mit Zero-Span eine ATIS-Frequenz suchen und davon ausgeĥend versuchen 
auf eine Tower-Frequenz zu wechseln.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Grundsätzlich:
>
> Flugfunksignale sind sehr schmalbandige Signale in Amplitudenmodulation
> moduliert. Kanalabstand ist 8.33kHz.

Dieser geringe Anstand ist neu, klassisch ist ein Abstand von 25 kHz, 
der  erst vor einigen Jahren gedrittelt wurde. Der Grossteil der 
benutzten (Flugfunk-)geräte dürfte IMHO noch mit einem grösseren 
Kanalraster "ausgerüstet" sein.
Die Wikipedia nennt in der historischen Betrachtung des Flugfunks 
weitere genutzte Kanalraster: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugfunk#Geschichte

Im UKW-Amateurfunk (anderer Frequenzbereich als Flugfunk, bspw. 2m-Band) 
sind Raster von 12.5 kHz üblich und im Frequenzplan festgehalten.

Update:
grad mal recherchiert, die 8,33 kHz gelten wohl seit 2019 in Europe und 
die Geräte mit 25 kHz wären (im Eropäischen Flugfunk) unzulässig.

https://www.baf.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/20190402_Umstellung_Kanal833khz.html

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Al schrieb:
> Aber zumindest die Aussendungen von überfliegenden Flugzeugen in
> Reiseflughöhe sollten wahrnehmbar sein.

Nur quatschen die im Reiseflug naturgemäß relativ wenig. Die meiste 
Kommunikation passiert beim Landeanflug.

von Stefan M. (derwisch)


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Volmet Bremen ist für mich immer eine "Bake" um die Tauglichkeit einer 
Antenne oder eines Empfängers abzuschätzen.
Das Ding sendet 24/7 und ist hier (bei Hannover) gleichmässig, aber 
nicht sehr stark hörbar.
QRG: 127,4MHz

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Volmet Bremen ist für mich immer eine "Bake" um die Tauglichkeit einer
> Antenne oder eines Empfängers abzuschätzen.
> Das Ding sendet 24/7 und ist hier (bei Hannover) gleichmässig, aber
> nicht sehr stark hörbar.
> QRG: 127,4MHz

Guter Tipp fürs flache Land, Bremen -> Hannover sind schon 100 km, das 
ist bei UKW schon 'ne Strecke.

In Süddeutschland ist die Situation teilweise sehr widersprüchlich, 
Salzburg mit 100 Km kommt gen Osten verständlich rein, der nur halb 
soweit entfernte Groß-Flughafen im Norden dagegen ehe nicht.

Hat aber wohl auch damit zu tum, das zur Vermeidung von 
"Kanalübersprechen" die Sendeleistung so abgegrenzt ist, das sie kaum 
über die Kontrollzone hinaus reicht; es hat hier auch noch andere 
Flugplätze mit Verkehr im Umkreis.

Und Volmet soll auch Berichte/Wetterreports für weiter entfernte 
Flugplätze abstrahlen, da wird schon "Bumms" dahinter sein.

Da vier VOLMET (Bremen, Berlin, 2xFrankfurt) in .de:
* 
https://www.dwd.de/DE/leistungen/lf_06_volmet/volmet_stationszuordnung.pdf?__blob=publicationFile&v=3

* https://de.wikipedia.org/wiki/VOLMET

: Bearbeitet durch User
von Al (almond)


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Rainer W. schrieb:
> Al schrieb:
>> Aber zumindest die Aussendungen von überfliegenden Flugzeugen in
>> Reiseflughöhe sollten wahrnehmbar sein.
>
> Nur quatschen die im Reiseflug naturgemäß relativ wenig. Die meiste
> Kommunikation passiert beim Landeanflug.

Das trifft für den einzelnen Flieger zu. Es sind aber in der Regel viele 
Flieger in einem ATC Sektor. Und die melden sich zumindest beim 
Sektoreinflug und es gibt Traffic beim Weiterreichen an den nächsten 
Sektor. Und je nach Gegend, z. B. in Süddeutschland, ist da auf den 
Frequenzen sehr viel Betrieb, da eine hohe Dichte an überfliegenden 
Maschinen.

Das ist aber hier im ZUsammenhang nicht wichtig. Im Grund geht es ja nur 
darum,  festzustellen, ob ein Empfänger für den Empfang auf Airband 
Frequenzen taugt. Und dazu taugen die Frequenzen der UAC Sektoren um den 
Empfangsor sehr gut.

: Bearbeitet durch User
von Stefan M. (derwisch)


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Kleine Korrektur, Bremen Volmet Broadcast sendet auf 127,405 MHz.
AM selbstverständlich.

Frohes Fest für Euch.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Nur quatschen die im Reiseflug naturgemäß relativ wenig. Die meiste
>> Kommunikation passiert beim Landeanflug.
>
> Das trifft für den einzelnen Flieger zu. Es sind aber in der Regel viele
> Flieger in einem ATC Sektor. Und die melden sich zumindest beim
> Sektoreinflug und es gibt Traffic beim Weiterreichen an den nächsten
> Sektor. Und je nach Gegend, z. B. in Süddeutschland, ist da auf den
> Frequenzen sehr viel Betrieb, da eine hohe Dichte an überfliegenden
> Maschinen.

Ich wiederhole gerade die Empfangsexperimente: Handfunke auf die 
Tower-Frequenz gestellt, Squelch (Rauschsperre) minimal an und nebenher 
in Hörweite laufen lassen. Ergebnis wie damals vor Corona, alle 5 - 10 
Minuten mal ne kurze (ca. 1s) Sprachmeldung sonst nur static.

Und das auf den "aktivsten"  Bändern ca. 35 km von einem Flughafen der 
Kategorie "groß". (auch ACC - Area control Center). Soweit ich mich 
erinnere, war bei kleineren Verkehrsflughäfen wie bspw. DRS/EDDC noch 
weniger los.
OK, ist Weihnachten, ich experiementiere mal weiter, aber häufiger 
traffic in der Zeit als im einstelligen Promille-Bereich ist nicht zu 
erwarten.

: Bearbeitet durch User
von Schorsch M. (schorschm)


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