Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Review Anfrage: ESP32 Board für große LED-Matrix (5V / 8A) - Levelshifter & Power-Plane


von Tom (tom_w365)


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Hallo zusammen,

ich arbeite gerade an meinem ersten eigenen PCB-Design für eine 
LED-Matrix-Steuerung und würde mich sehr über ein Review / Feedback 
freuen.

Das Projekt: Es handelt sich um ein Board (ca. 30x40cm), das eine Matrix 
aus WS2812 LEDs ansteuert und den aktuellen Status im Nahverkehrsnetz 
von Karlsruhe anzeigt.

MCU: ESP32-S3-WROOM-1

Stromversorgung: 5V DC über Barrel Jack, ausgelegt für bis zu 8 Ampere.

Logik: 3.3V Systemspannung (via LDL1117S33R).

Signal: Levelshifter (74AHCT125) um die 3.3V Signale des ESP auf 5V für 
die LEDs zu heben.

Was ich bereits gemacht habe:

Power: Großflächige 5V und GND Planes um den BarrelJack auf Top-layer 
bzw. Layer 2/3.

Kühlung: Thermal Vias beim Spannungsregler und den Hochstrom-Pads.

Entstörung: 1000µF Elko am Eingang, sowie mehrere 22µF (16V, 1206) 
Keramikkondensatoren über das große Board verteilt.

Reset: RC-Glied (10k Pullup / 1µF nach GND) am EN-Pin.

USB-C: Nur für Daten/Programming, VBUS ist getrennt (Strom kommt nur 
über Netzteil).

Meine konkreten Fragen an euch:

Hochstrom (8A): Ich habe die GND- und 5V-Einspeisung massiv mit Vias 
versehen. Sieht das für 8A Dauerlast ausreichend aus?

Levelshifter: Passt die Beschaltung des 74AHCT125 (Kondensator an 
VCC/GND, Enable-Pins auf GND)?

Gerne auch generelles Feedback :)

Ich habe Screenshots vom Schaltplan (Schematic) und den wichtigsten 
Layout-Bereichen (Top & Bottom Layer) angehängt.

Vielen Dank schonmal für eure Zeit und Tipps!

von Frank K. (fchk)


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Barrel Jack und 8A? Würde ich lassen.
Vorschlag:
Leiterplattenbuchse: https://cloud.kycon.com/Catalog_PDF/KPJX.pdf
Kabelstecker: https://cloud.kycon.com/Catalog_PDF/KPPX.pdf

Bei den 4-poligen Versionen ist jeder Pin bis 7.5A belastbar. Du 
schaltest also immer zwei parallel. Viele Netzteile nutzen diesen 
Stecker, z.B.:
https://www.bicker.de/ats120t-p120_industrie_tischnetzteil_108w_100-240vac_12v_9a_ac-dc_ac-adapter_62368-1

ESP32: Lies nochmal nach, wie der ESP32 auf der Leiterplatte zu 
plazieren ist. An besten ganz an den Rand, oder so, dass die 
Leiterplattenantenne übersteht.

Ansosnten ist mir erstmal nichts wesentliches ins Auge gesprungen.

fchk

von Gerald B. (gerald_b)


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An jede WS2812 sollte ein 100n Kerko kürzestmöglich. Falls man ohnehin 
DuKos braucht, kann der KerKo auch auf die Rückseite.
Pufferelkos low ESR dann an zumindest an Anfang und Ende eines Stranges. 
Man kann auch viel "Druck vom Kessel" nehmen, wenn man die LEDs nicht 
auf 100% Helligkeit laufen lässt.
Was du ebenfalls tun kannst, um die Lage zu entschärfen, wäre eine 
dezentrale Versorgung. 24V Versorgung der Platine und jeder Strang 
bekommt einen eigenen 5V Schaltregler. Dann hast du auf den 24V nur noch 
rund 2A - und 0,1V Spannungsabfall im Backbone sind nicht so dramatisch, 
wie auf einer 5V Rail.

von Nemopuk (nemopuk)


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Sind die Pegewandler (immer noch) nötig? Ich dachte, die WS2812 
unterstützen schon lange (seit v5 2019) 3,3V Signale.

Wenn deine älter sind, dann solltest du jeder LED einen 
Abblock-Kondensator spendieren, denn der ist auch erst ab Version 5 
optional.

: Bearbeitet durch User
von Frank K. (fchk)


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Gerald B. schrieb:

> Was du ebenfalls tun kannst, um die Lage zu entschärfen, wäre eine
> dezentrale Versorgung. 24V Versorgung der Platine und jeder Strang
> bekommt einen eigenen 5V Schaltregler. Dann hast du auf den 24V nur noch
> rund 2A - und 0,1V Spannungsabfall im Backbone sind nicht so dramatisch,
> wie auf einer 5V Rail.

Das ist eine gute Idee. Da gibts doch was von ...

https://www.monolithicpower.com/en/documentview/productdocument/index/version/2/document_type/Datasheet/lang/en/sku/MPM3620GQV-Z/document_id/2092/

Das ist ein DC-DC-Wandler, der aus 24V irgendwas zwischen 0 und 18V mit 
2A macht. Man braucht da nur wenige externe Bauteile, und das Teil 
kostet bei Digikey in Einzelstückzahlen 2.30€, im Zehnerpack 1.70 das 
Stück. Da nimmst Du also für jeden der 4 Stränge einen, und einen 
weiteren für die 3.3V des ESP32.

fchk

von Gerald B. (gerald_b)


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Platz hat er ja zur Genüge. Ich würde da was Generisches nehmen, wovon 
es auch mal bei Abkündigung was Vergleichbares gibt.
Ist aber Geschmackssache. Der TO hat noch nichts davon geschrieben, ob 
das ein Einzelstück wird, oder in Serie geht und auch in x jahren noch 
reparabel sein soll.
Was mir eher Bedenken macht, was passiert, wenn ne neue Strecke dazu 
kommt, oder was in der Art?
Ein großes TFT wird einfach entsprechend anders angesteuert und ist 
entsprechend flexibel. TFTs sind Massenware und entsprechend billig.

von Tom (tom_w365)


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Hallo zusammen,

vielen Dank für das schnelle und detaillierte Feedback! Da sind Punkte 
dabei, die ich nicht auf dem Schirm hatte und die mir sehr weiterhelfen.

Zur Stromversorgung (Barrel Jack vs. 24V): Den Punkt mit dem Barrel Jack 
und den hohen Strömen bei 5V sehe ich absolut ein. Der Vorschlag auf 
eine dezentrale Versorgung mit 24V Eingangsspannung zu setzen, gefällt 
mir richtig gut und entschärft die Stromstärke auf den Zuleitungen 
massiv.

Ich werde versuchen, das Layout entsprechend umzuplanen und mir den 
vorgeschlagenen MPM3620 (bzw. entsprechende Buck-Converter) für die 
einzelnen Stränge und den ESP32 anschauen. Ich würde wenn ich das Design 
angepasst habe einmal ein Update posten :)

Zu den LEDs & Kondensatoren: Danke für den Hinweis. Ich setze hier die 
WS2812B-2020 ein, die den Kondensator bereits integriert haben. Daher 
habe ich auf die externen 100nF an jeder LED verzichtet.

Zum Projektkontext: Das Ganze ist ein reines Hobby-Einzelstück für mein 
Wohnzimmer. Dass ein TFT flexibler wäre, stimmt natürlich, aber mir geht 
es hier auch um den Lerneffekt beim PCB-Design und den speziellen "Look" 
der Matrix. Da sich das Karlsruher Liniennetz nicht so rasant ändert, 
passt die unflexiblere Hardware-Lösung für mich. :)

Auch den Hinweis zur ESP32-Antennenplatzierung (überstehend/am Rand) 
werde ich im Redesign direkt berücksichtigen. Ich hatte nur die Layer 
kupferfrei gemacht und die Platzierung damit für ausreichend empfunden. 
Die Frage die sich mir noch stellt, macht es einen gewaltigen 
unterschied ob die Antenne übersteht oder würde es auch passen wenn ich 
die komplett an den Rand setze?

Vielen Dank nochmal für eure Zeit und das Feedback, ich setze mich jetzt 
mal an V2!

Viele Grüße
Tom

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Tom schrieb:
> sowie mehrere 22µF (16V, 1206) Keramikkondensatoren über das große Board
> verteilt.
Die sind nutzlos, weil völlig wirkungslos. Blockkondensatoren gehören 
direkt (im Millimeterabstand) dorthin, wo steilflankige Stromäderungen 
zu erwarten sind. Dann reichen aber auch winzige 0402 10nF-Kondensatoren 
aus.

> Stromversorgung: 5V DC über Barrel Jack, ausgelegt für bis zu 8 Ampere.
> ... den aktuellen Status im Nahverkehrsnetz von Karlsruhe anzeigt.
Sind in Karslruhe tatsächlich so viele Busse und Strßenbahnen unterwegs, 
dass  alle LEDs gleichzeitig leuchten?

Falls ja: behalte im Auge, dass du 40W musst du erst mal weggekühlt 
bekommen musst.

Falls nein: es reichen deutlich weniger als 8A zur Versorgung aus.

> Hochstrom (8A): Ich habe die GND- und 5V-Einspeisung massiv mit Vias
> versehen. Sieht das für 8A Dauerlast ausreichend aus?
Ungeachtet der Antwort auf die Frage, ob du überhaupt 8A brauchst: mach 
dir keine Sorgen um die Vias. Ein Via ist nur selten die Schwachstelle 
im Layout. Schon gar nicht, wenn es in einer Kupferfläche sitzt:
- 
https://www.elektronikpraxis.de/vias-in-leiterplatten-sind-kuehler-als-man-denkt-a-f54ce04948079970b6c0ba490820fc00/
- 
https://www.reddit.com/r/ElectricalEngineering/comments/19bx22v/what_is_the_minimal_current_a_via_can_carry/?

von Bauform B. (bauformb)


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Tom schrieb:
> Auch den Hinweis zur ESP32-Antennenplatzierung (überstehend/am Rand)
> werde ich im Redesign direkt berücksichtigen. Ich hatte nur die Layer
> kupferfrei gemacht und die Platzierung damit für ausreichend empfunden.
> Die Frage die sich mir noch stellt, macht es einen gewaltigen
> unterschied ob die Antenne übersteht oder würde es auch passen wenn ich
> die komplett an den Rand setze?

In diesem Fall kann man doch beides haben? Mit einer Aussparung am Rand 
der großen Platine?
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      |     M  A  AAAA  A A  M     |
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      |     M                M     |
7
      \_____M                M_____/
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            M                M        M = Modul, A = Antenne

von Niklas G. (erlkoenig) Benutzerseite


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Tom schrieb:
> Stromversorgung: 5V DC über Barrel Jack, ausgelegt für bis zu 8 Ampere.

Da es ja eigentlich nur 40W sind, könntest du die auch über USB-C 
beziehen via Power Delivery. Dazu müsstest du dann 15V/3A anfordern und 
per Schaltregler auf 5V runter gehen. Dafür braucht es einen USB-PD 
Controller oder Mikrocontroller der das integriert hat. Dann 
funktioniert das Ganze mit gewöhnlichen Smartphone/Laptop-Ladegeräten 
(natürlich nur die die mit ≥45W spezifiziert sind).

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