Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Lötstation für Hobbylöten 0201


von Michael W. (micha124)


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Hi,

da ich immer mehr zum Mikromodellbauer mutiere, bin ich mittlerweile bei 
0201 LED mit Kupferlackdraht u.ä. angekommen.`

Aktuell löte ich mit einer Xytronik LF-853D. Für Baugröße ab 0603 ist 
die ganz ok, allerdings für die 0201 unterm Mikroskop finde ich den 
Kolben doch zu klobig und dachte mir, da gibts doch sicher was besseres.

Ins Auge gefasst habe ich die JBC NASE-2C bzw. CDN mit dem NT115 oder 
aber die "Normalgröße" CDS mit dem T210.

Was würdet ihr da nehmen?

Einsatz ist reines Hobby, das aber auch Spaß machen soll :-)

Grüße Micha

von Keks F. (keksliebhaber)


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Wennn es vom Chinesen sein darf eine Yihua 982?

von Hannes J. (pnuebergang)


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Lötstationen für C210 und C115 (und C245) Spitzen/Handgriffe gibt einige 
aus China. Such dir einfach eine aus. Die Hersteller kopieren sich 
gegenseitig und ich meine der Ursprung wären sowieso 
Opensource-Selbstbauprojekte gewesen.

Die erwähnte Yihua 982 gibt es in unterschiedlichen Modellen und 
Ausführungen. Du kannst zum Beispiel eine Yihua 982-III im Paket 
zusammen mit drei Handgriffen C115, C210 und C245 bekommen. Dann kannst 
du je nach Aufgabe einen Handgriff wählen. Ach ja, Yihua verkauft auch 
unter ihrer Zweitmarke WEP.

Was du zusätzlich probieren könntest wären gekröpfte Lötspitzen. Damit 
kannst du in einem flacheren Winkel unter dem Mikroskop arbeiten. Je 
nach Clone-Hersteller sind die Typbezeichnungen für solche Spitzen 
unterschiedlich. Wie -010, -TS, -IS ... am Ende der Typbezeichnung.

Eine weiterer Möglichkeit wäre ein kabelloser Lötkolben. Durch den 
Wegfall des Kabels etwas freier zu bewegen.

: Bearbeitet durch User
von Michael W. (micha124)


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Hi,

die akkubetriebenen hab ich mir auch mal kurz angeschaut. Ich würde aber 
befürchten, dass die leistungsmäßig schlechter sind (stören tut mich das 
Kabel im Regelfall nicht). Gibt es da Erfahrungswerte?

Für größere Lötarbeiten bzw. Dingen mit viel Power, hab ich ja meine 
aktuelle Station.

Grüße Micha

von Michael W. (micha124)


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Keks F. schrieb:
> Wennn es vom Chinesen sein darf eine Yihua 982?

Der Preisunterschied ist ja schon enorm - wie ist da der qualitative 
Vergleich?

von Rainer W. (rawi)


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Michael W. schrieb:
> Der Preisunterschied ist ja schon enorm - wie ist da der qualitative
> Vergleich?

Äpfel mit Birnen - du kannst den Preis einer Rework Station mit 600 W 
Heißluft, zwei Löt-/Entlötkolben und Absaugung schlecht mit einer 
Station für einen Einzellötkolben vergleichen.

von Michael W. (micha124)


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Rainer W. schrieb:
> Michael W. schrieb:
>> Der Preisunterschied ist ja schon enorm - wie ist da der qualitative
>> Vergleich?
>
> Äpfel mit Birnen - du kannst den Preis einer Rework Station mit 600 W
> Heißluft, zwei Löt-/Entlötkolben und Absaugung schlecht mit einer
> Station für einen Einzellötkolben vergleichen.

das war jetzt allgemein auf die Klone gemeint. Ich hab da keine 
Erfahrtung und kann das in keinster Weise abschätzen. Yihua 982 (~60€) 
dürfte in etwa die CDN sein (~800€). Dass ich die nicht mit der NASE 
vergleiche ist klar.

Der Preisunterschied muss ja auch irgendwoher kommen. Nur der Name 
erklärt so einen Unterschied nicht.

Ich will jetzt nicht was billiges kaufen und dann nicht viel besser sein 
als vorher oder mich weiterhin schwer tun, wenn das mit mehr 
Kapitaleinsatz wie ein Traum funktionieren würde. Andererseits natürlich 
auch nicht unnötig hier viel ausgeben.

von Flip B. (frickelfreak)


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Die Yihua lötet und regelt so gut wie die CDN. Der Aufpreis ist für den 
Namen, den Service.

Stecke das gesparte Geld lieber in ein paar tage übung und gute 
Pinzetten/vorrichtungen.

von Hannes J. (pnuebergang)


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Michael W. schrieb:
> Der Preisunterschied muss ja auch irgendwoher kommen. Nur der Name
> erklärt so einen Unterschied nicht.

Na ja, es ist dein Geld. Wenn du 800 Euro ausgeben möchtest statt 80, 
dann mach ruhig. Willst du von uns eine Erlaubnis dazu? Hast du von mir.

> Ich will jetzt nicht was billiges kaufen und dann nicht viel besser sein
> als vorher oder mich weiterhin schwer tun, wenn das mit mehr
> Kapitaleinsatz wie ein Traum funktionieren würde.

Wird es nicht. Es gibt keine Wundermaschinen. Geld, bzw. Qualität, kann 
Können nur bis zu einem gewissen Punkt ersetzten. Also üben, üben, üben.

von Keks F. (keksliebhaber)


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Ich habe in dem Preisbereich eine T12 genommen, die Yihua übersehen. 
Habe damit keine Probleme. Die Yihua, ich würde eine neuere nehmen, 
bietet wohl Abschaltautomatik im Halter und Ausstanzungen für den 
Spitzenwechsel im Betrieb.

Für die C Griffe gibt es eine Spitze mit Kugel vorne, in sehr klein. Die 
würde ich sehr gerne mal ausprobieren. Für T12 habe ich sie noch nicht 
gefunden auf Ali.

von Kire J. (kire_j)


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Michael W. schrieb:
> Der Preisunterschied muss ja auch irgendwoher kommen. Nur der Name
> erklärt so einen Unterschied nicht.
>
> Ich will jetzt nicht was billiges kaufen und dann nicht viel besser sein
> als vorher oder mich weiterhin schwer tun, wenn das mit mehr
> Kapitaleinsatz wie ein Traum funktionieren würde. Andererseits natürlich
> auch nicht unnötig hier viel ausgeben.

Ich kann dir meine NAGEL Neu lötstation verkaufen!
China ware aber funktioniert tadelos und ist mit kalibriereung optionen 
und arbeitet mit C210 C245 griffe

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ich habe bereits vor vielen Jahren eine analoge JBC-Station gekauft 
(mehr oder weniger die einfachste). Da passen sowohl T210 als auch T245 
dran. Mit der C210-001 habe ich kein Problem, so'nen Popelkram zu löten. 
Habe auch noch 'ne C210-009, die ist wirklich winziglich, aber 
eigentlich bekommt man da kaum sinnvoll Lot an die Lötstelle. Am ehesten 
geht das dann noch mit einem Klecks Lötpaste.

Ansonsten würde ich aber 0201 eher mit Lötpaste und Heißluft löten.

Habe auch mal eine ältere analoge JBC bei Kleinanzeigen gekauft, die hat 
nominell nicht ganz die Leistung der späteren Station, aber funktioniert 
auch mit beiden Größen einwandfrei. (Falls sich jemand wundert, warum 
noch eine zweite: wir lassen bei öffentlichen Veranstaltungen Bausätze 
löten, inklusive SMD-Bauteile.)

In der Firma haben wir eine Weller WR3000M – die ist nicht schlecht, 
aber die JBC finde ich nach wie vor besser zu handhaben (bei kleinerer 
Spitze kommt die Wärme insgesamt besser rüber).

Mit den chinesischen Billig-Clones habe ich keine Erfahrung.  Da sie die 
gleichen Spitzen benutzen (und diese das A und O dieser Technik sind), 
werden sie sicher auch gut funktionieren.  Abstriche macht man 
schätzungsweise beim Komfort: auf den automatischen Standby mit der 
Lötkolben-Ablage möchte ich nicht mehr verzichten, und auch das Blech 
zum Ausziehen der Spitzen ist wirklich gut. Mein einziger Kritikpunkt 
zumindest bei diesen JBC-Stationen ist die „harte“ Erdung – ich weiß, 
dass ich im Falle des Falles nicht dran denke, dass die Station auf Erde 
liegt, wenn ich an einer Bastelschaltung arbeite.  Ich habe sie daher 
auf eine 1-MΩ-Erdung umgebaut.  Formal ist sie nicht als Schutzklasse II 
deklariert, aber der Aufbau des Trafos sah mir vertrauenswürdig genug 
aus dafür. Das fand ich bei der Weller PU81 wirklich praktisch, da 
konnte man mit einem 3,5-mm-Klinkenstecker zwischen hart geerdet, 
“floating” und „weich“ geerdet (Widerstand am Stecker montiert) 
entscheiden.

von Rainer W. (rawi)


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Jörg W. schrieb:
> Das fand ich bei der Weller PU81 wirklich praktisch, da konnte man mit
> einem 3,5-mm-Klinkenstecker zwischen hart geerdet

Über den popeligen Schaltkontakt eines 3,5-mm-Klinkensteckers willst du 
nicht wirklich den Auslösestrom des LS fließen lassen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Rainer W. schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Das fand ich bei der Weller PU81 wirklich praktisch, da konnte man mit
>> einem 3,5-mm-Klinkenstecker zwischen hart geerdet
>
> Über den popeligen Schaltkontakt eines 3,5-mm-Klinkensteckers willst du
> nicht wirklich den Auslösestrom des LS fließen lassen.

Danach ist er verschweißt. :-)

Braucht es ja aber auch nicht: da man über den Kontakt PE komplett vom 
Kolben trennen kann, muss die Kiste sowieso Schutzklasse II sein.  Der 
„popelige Schaltkontakt“ hat dann lediglich die Funktion einer 
ESD-Schutz-Erdung, und die erfüllt er allemal.

von Harald K. (kirnbichler)


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Jörg W. schrieb:
> Abstriche macht man
> schätzungsweise beim Komfort: auf den automatischen Standby mit der
> Lötkolben-Ablage möchte ich nicht mehr verzichten, und auch das Blech
> zum Ausziehen der Spitzen ist wirklich gut.

Die hier im Thread bereits erwähnte Yihua 982 hat beides, auch in der 
alten Ausführug ohne Zusätze.

Hier liegen die Komfortunterschiede eher in der Bedienung. Die Yihua 982 
hat einen Drehgeber für die Temperatureinstellung und vier 
Preset-Tasten, sie kann mit Handstücken für C245 und C210 betrieben 
werden.

Die neuere 982-III hat ein buntes TFT-Display und nur zwei Taster für 
die Bedienung, dafür kann sie zusätzlich mit C115 arbeiten. Da sie nur 
ein 12V-Netzteil enthält, liefert sie bei Betrieb mit C245 weniger 
Maximalleistung als die 982 (ohne Zusatz), die ein 24V-Netzteil 
verwendet.

Die Handstücke sind zwischen beiden Generationen nicht austauschbar, 
die verwenden unterschiedliche Steckverbinder.

Bei der 982 (ohne Zusatz) ist das Netzkabel per Kaltgerätestecker 
angeschlossen, bei der 982-III ist das Netzkabel fest verschraubt.

Beide Geräte haben unpraktischerweise sowohl den Netzschalter als auch 
den Anschluss für das Handstück auf der Geräterückseite.

Bei der 982 (ohne Zusatz) ist im Gehäuse ausreichend Platz, um den 
Handstückanschluss an die Vorderseite zu verlegen; das Gehäuse der 
982-III erlaubt das nicht.

Von der Elektronik der 982-III hab' ich hier mal Bilder gemacht:

Beitrag "Re: Anfänger Lötstation zum Steuergeräte reparieren"

Was ich dort nicht erwähnte, ist der "kreative" Umgang mit dem 
Netzschalter - der schaltet zweipolig, ein Pol wird für Netzspannung, 
der andere aber für den 12V-Ausgang des Netzteils verwendet ...


Löten kann man mit der 982 und der 982-III jedenfalls vorzüglich. C115 
ist nochmal deutlich kleiner als C210.

Zum Größenvergleich verschiedener Lötspitzen und ihrer 
Handstücke/Lötkolben hab' ich hier 
Beitrag "Re: Lötstation Quikko / Ksger T12 dtl Vorteil?" mal zwei Bilder 
gemacht.

von Manfred K. (4for)


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Harald K. schrieb:
> Die Yihua 982
> hat einen Drehgeber für die Temperatureinstellung und vier
> Preset-Tasten, sie kann mit Handstücken für C245 und C210 betrieben
> werden.

auch die alte 982er kann mit den C115 Spitzen umgehen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Beide Geräte haben unpraktischerweise sowohl den Netzschalter als auch
> den Anschluss für das Handstück auf der Geräterückseite.

Netzschalter ist bei der originalen JBC auch hinten, aber den muss man 
dank standby nur selten benutzen.  Anschluss für Handstück ist dagegen 
vorn.

Die einfache analoge JBC hat auch „nur“ einen Dreh-Steller (einfaches 
Poti) für die Temperatur.  Empfinde ich persönlich als viel schneller 
bedienbar als all der Tasten-Digital-Kram.

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred K. schrieb:
> auch die alte 982er kann mit den C115 Spitzen umgehen.

Wie soll das gehen? Welches Handstück soll dafür da sein, und warum hat 
das Display dann kein Symbol dafür?

(Die alte 982 verwendet ein segmentiertes LC-Displays mit je einem 
Symbol für C210 und C245).

Und C115 mit 24 V zu betreiben ist ... schon arg grenzwertig; JBC selbst 
betreibt die mit nur 9 V.

von Hans (ths23)


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Michael W. schrieb:
> Ich will jetzt nicht was billiges kaufen und dann nicht viel besser sein
> als vorher oder mich weiterhin schwer tun, wenn das mit mehr
> Kapitaleinsatz wie ein Traum funktionieren würde. Andererseits natürlich
> auch nicht unnötig hier viel ausgeben.

Die Frage ist halt wie viel Du ausgeben willst. Ich arbeite seit Jahren 
mit dem Vorgänger dieser Station 
https://www.weidinger.eu/de/loettechnik/jbc/jbc-loet-und-entloetstationen/wl50744 
und bin damit sehr zu frieden. Die direkt beheizten Spitzen sind einfach 
sehr gut. Leider ist bei dem verlinkten Angebot keine Spitze dabei. 
Meine hatte damals mit 2 Spitzen 460€ gekostet. Wenn Dir die analoge 
Variante reicht, dann wird es deutlich günstiger 
https://www.weidinger.eu/de/wl46586 (bei dem verlinkten Angebot ist eine 
Spitze mit dabei).
Die C245 Spitzen bekommt man bei diversen Versandhändlern deutlich 
günstiger. Ob die was taugen weis ich nicht. Ich habe seit 6 Jahren 
immer noch meine Orginalspitzen (Meißelform 1mm und 2mm), womit ich 
bisher alles löten konnte. 602'er SMD war bisher kein Problem damit. Für 
DEine Zwecke ist aber vermutlich eine schlankere Spitze besser.

Wenn Du hierzu 
https://german.alibaba.com/product-detail/Ursprüngliche-JBC-CD-2BHQF-Löt-station-1601209066749.html 
hast, kannst Du es auch hier versuchen - ist schon um einiges günstiger. 
Bloß weil es von Alibaba vertrieben wird muß es nicht ein Fake oder 
schlecht sein, auch wenn es hier einige gibt die das anders sehen.

von Hans (ths23)


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Jörg W. schrieb:
> Ich habe bereits vor vielen Jahren eine analoge JBC-Station gekauft
> (mehr oder weniger die einfachste). ....
Den Aussagen von Jörg ist nichts hinzuzufügen. Ich denke mal ihm kannst 
Du da vertrauen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Die Erfahrung wenigstens einiger Mitforisten zeigt, daß es auch ein 
Nachbau tut, ja, daß sogar nachgebaute Lötspitzen ausreichend gut 
funktionieren.

Den Unterschied zwischen dem spanischen Original und den Nachbauten wird 
man als Hobbybastler primär auf dem Konto feststellen, nicht aber beim 
Löten.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Die Erfahrung wenigstens einiger Mitforisten zeigt, daß es auch ein
> Nachbau tut, ja, daß sogar nachgebaute Lötspitzen ausreichend gut
> funktionieren.

Wobei ich auch schon gelesen habe, dass es bei den nachgebauten Spitzen 
Schrott geben soll, der nicht lange hält.

> Den Unterschied zwischen dem spanischen Original und den Nachbauten wird
> man als Hobbybastler primär auf dem Konto feststellen, nicht aber beim
> Löten.

Als ich die JBC gekauft habe, gab es meiner Meinung nach noch keine 
Nachbauten. ;-) Damals war sie aber auch einiges billiger als heute … 
Wie oben schon geschrieben, man kann auch mit älteren Originalen 
zuweilen bei Kleinanzeigen Glück haben.

Ansonsten wären die Kriterien:

* 24 V (braucht's für schnelles Aufheizen)
* Standby in der Ablage
* Auszieh-Bleche
* Stabiler Stand – hier ist das „Eisenschwein“ der originalen JBC 
wirklich ein Vorteil

von Matthias 🟠. (homa)


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Frage, weil ich ebenfalls nach Ersatz für meine Weller WE1010 (70W) 
suche, reicht die Leistung wirklich für Kondensatoren mit einem Bein auf 
der Massefläche? War mein aktuelles Problem.

"Die JBC BT-2BWA10 ist eine hochwertige analoge Lötstation der 
renommierten Marke JBC, die sich durch ihre herausragende Leistung und 
Benutzerfreundlichkeit auszeichnet. Mit einer Leistung von 140 W und 
..."
Lötspitze ABER im Angebot: Lötkolben 50 W, T245-A
"Der T245 General Purpose Handle eignet sich perfekt für SMDs und 
Arbeiten mit hohem Leistungsbedarf (z. B. Löten von Masseflächen)."

Kann einer etwas dazu sagen? Mich irritieren die unterschiedlichen 
Angaben und kann die Leistung nicht gegen die WE1010 mit 70W?! 
einordnen. Danke im Voraus.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Bei JBC hat der "Lötkolben" (das Handstück) selbst gar keine Leistung, 
der ist im Prinzip nur ein Steckverbinder. Leistung bringt die 
Lötspitze.

Und welche Leistung die Lötspitze bringt, hängt von deren 
Innenwiderstand und der Betriebsspannung ab. Da die Dinger mit einer 
schnellen Regelung betrieben werden, können Lötspitzen mit einer 
gewissen Bandbreite an Spannungen betrieben werden.

Letzlich werden die Lötspitzen bei digitaler Regelung mit einer PWM 
betrieben; die alten analogen JBC-Stationen arbeiteten afaik mit einer 
Phasenan- oder Abschnittsteuerung (d.h. wie ein Dimmer).

Durch die direkte Beheizung der Lötspitze ist die Wärmezufuhr erheblich 
direkter und die Regelung viel schneller als bei traditionellen 
Lötkolben mit fest verbauter Heizung. Da gibt es etliche 
Wärmeübergangswiderstände, die die direktbeheizte Lötspitze nicht hat.

Und damit kann, auch wenn es widersprüchlich erscheint, mit weniger 
Leistung mehr Wärme in die Platine eingebracht werden.

Ein weiterer Vorteil ist, daß das Handstück selbst nicht so stark 
erwärmt wird, deswegen ist der sehr kurze Finger-Lötspitzen-Abstand 
möglich, den insbesondere C210 und erst recht C115 ermöglichen, was bei 
feinen Lötarbeiten hilft. Ich hab' mit C210 Fädeldraht an ein 
QFN-Gehäuse im 0.4mm-Raster angelötet, das geht damit ganz gut. C115 
hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Da die Dinger mit einer schnellen Regelung betrieben werden, können
> Lötspitzen mit einer gewissen Bandbreite an Spannungen betrieben werden.

… wobei die 140 W wohl nur während der Aufheizphase benutzt werden. 
Dafür sind sie aber eben auch wirklich nach der Entnahme aus dem Standby 
auf Löttemperatur innerhalb der 1 … 2 Sekunden, die man für die Bewegung 
sowieso braucht.

von Harald K. (kirnbichler)


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Jörg W. schrieb:
> Dafür sind sie aber eben auch wirklich nach der Entnahme aus dem Standby
> auf Löttemperatur

Ja, das Zeug ist erste Sahne. Wenn ich das mit der Magnastat vergleiche, 
mit der ich jahrzehntelang gelötet habe ...

von Manfred K. (4for)


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Harald K. schrieb:
> Wie soll das gehen? Welches Handstück soll dafür da sein, und warum hat
> das Display dann kein Symbol dafür?

Symbol siehe Bild
Und C115 Handstücke gibts genügend, einfach den passenden Stecker 
anlöten und es funktioniert

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred K. schrieb:
> Symbol siehe Bild

Danke, man lernt nie aus. Zwar hab' ich mir auch mal ein C210-Handstück 
dafür angeschafft, damit aber nie viel gelötet, und deswegen 
offensichtlich vergessen, wie das Symbol aussieht.
Für C115 nehm' ich die danebenstehende 982-III.

Manfred K. schrieb:
> Und C115 Handstücke gibts genügend, einfach den passenden Stecker
> anlöten und es funktioniert

Welchen Stecker verwendet denn Deine 982, und woher hast Du die 
Pinbelegung?

Bei meinen beiden Handstücken sind die Stecker angespritzt.

Interessant ist auch das Regelverhalten bei C115 - da die 982 mit 24 
Volt arbeitet, dürfte sie extrem knackig sein, und quasi sofort auf 
Solltemperatur.
C115 ist eigentlich für nur 9 V konzipiert, und die 982-III arbeitet mit 
12 Volt.

von Manfred K. (4for)


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Harald K. schrieb:
> Welchen Stecker verwendet denn Deine 982, und woher hast Du die
> Pinbelegung?
>
> Bei meinen beiden Handstücken sind die Stecker angespritzt.

An der Station und dem 245 und 210er Handstück waren die komischen (und 
immer irgendwie hakeligen) "JBC" Plastikstecker verbaut aber am Kabel 
zumindest nicht vergossen. Pinbelegungen ergaben sich beim zerlegen.
Hab alles umgebaut auf 5polige GX12 Stecker/Buchsen.
Im 245er Handstück von YIHUA ist ein 10k Codierwiderstand, beim 210er 
und 115er eine Brücke verbaut.
Hat man ein 115er Handstück vorn mit Metallkragen funktioniert auch die 
Standbyfunktion (200°C).
GX12 Einbaustecker und Netzschalter hab ich an der Lötstation nach vorn 
gelegt.

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred K. schrieb:
> An der Station und dem 245 und 210er Handstück waren die komischen (und
> immer irgendwie hakeligen) "JBC" Plastikstecker verbaut

Hmm. Ich habe nur ein Original-T470-Handstück von JBC (für 
C470-Lötspitzen), das hat eine Buchse ("Kupplung"), keinen Stecker.

Im Anhang links die Steckverbinder meines Yihua-Handstücks und rechts 
der des JBC-Handstücks. Der Yihua-Stecker hat eine Überwurfmutter und 
ist am Kabel angegossen, die JBC-Buchse ist verschraubt.

Die 982-III verwendet wieder andere Steckverbinder.

Manfred K. schrieb:
> GX12 Einbaustecker und Netzschalter hab ich an der Lötstation nach vorn
> gelegt.

Das Nach-Vorne-Verlegen ist eine Übung, die ich mir auch vorgenommen 
habe; die beiden hinten unterzubrigen halte ich für recht unpraktisch.

von Silvester (syntro)


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Jörg W. schrieb:
> Mein einziger Kritikpunkt
> zumindest bei diesen JBC-Stationen ist die „harte“ Erdung – ich weiß,
> dass ich im Falle des Falles nicht dran denke, dass die Station auf Erde
> liegt, wenn ich an einer Bastelschaltung arbeite.  Ich habe sie daher
> auf eine 1-MΩ-Erdung umgebaut.  Formal ist sie nicht als Schutzklasse II
> deklariert, aber der Aufbau des Trafos sah mir vertrauenswürdig genug
> aus dafür. Das fand ich bei der Weller PU81 wirklich praktisch, da
> konnte man mit einem 3,5-mm-Klinkenstecker zwischen hart geerdet,
> “floating” und „weich“ geerdet (Widerstand am Stecker montiert)
> entscheiden.

Meinst das Löten unter Spannung oder wie bitte ist das zu verstehen?

Beim Oszi wird doch auch nicht "unter Spannung" gemessen. oder?

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Silvester schrieb:
> Meinst das Löten unter Spannung oder wie bitte ist das zu verstehen?

Genau das. Ich fummele an meinen Aufbauten auch mal herum, während sie 
in Betrieb sind. Normalerweise sind sie dabei natürlich "floatend" (nur 
am Lab-Netzteil), aber …

> Beim Oszi wird doch auch nicht "unter Spannung" gemessen. oder?

… genau an so einer Stelle könnten sie ja dann doch hart geerdet sein. 
Bei mir zwar nicht mit dem Oszi (der interessanterweise keine harte 
Erdung hat), aber beispielsweise mit irgendeinem Signalgenerator.

Daher mag ich lieber Lötkolben, die nur „weich“ geerdet sind (also 1 MΩ 
gegen GND als ESD-Schutz).

von Hans (ths23)


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Matthias 🟠. schrieb:
> Frage, weil ich ebenfalls nach Ersatz für meine Weller WE1010 (70W)
> suche, reicht die Leistung wirklich für Kondensatoren mit einem Bein auf
> der Massefläche? War mein aktuelles Problem.
Das geht mit der JBC und der C245 Spitze problemlos. Bei den von mir 
meist verwendeten 2-lagigen Platinen ist das kein Problem. Da muß ich 
nur in Ausnahmefällen die Temperatur vom eingestellten Standardwert 
(270°C) mal etwas hoch drehen.
Selbst das Zusammenlöten eine Gehäuses aus Leiterplattenmaterial, quasi 
nur Massefläche, ist damit kein Problem (s. Bild, mit Meißelspitze 2mm 
und 350°C).
Das Auslöten eines großen Elkos von z.B. eine großen Elkos auf einem 
Motherboard braucht allerdings ordentlich Wärme. Da hat es sich bewährt 
den zunächst mit reichlich Lot nachzulöten und dann bei voller 
Temperatur (400°C) auslöten. Beim Einlöten des neuen C's, darf dann die 
Temperatur auch wieder etwas nach unten korrigiert werden.

von Hans (ths23)


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Manfred K. schrieb:
> Hat man ein 115er Handstück vorn mit Metallkragen funktioniert auch die
> Standbyfunktion (200°C).
So hohe Standbytemperatur? Bei mir steht die auf 120°C.

von Manfred K. (4for)


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Hans schrieb:
> Bei mir steht die auf 120°C.

schön wärs.. hätte die gern auch unter 180°C
lässt sich bei der 982 leider nicht einstellen

welche Station hast du?

von Hans (ths23)


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Manfred K. schrieb:
> welche Station hast du?

Eine CD-2BE von JBC
Im Standby ist die auf 120°C eingestellt. Soweit ich weiß kann man das 
auch nicht ändern - habe da zumindest auf die Schnelle keine 
Einstellmöglichkeit gefunden, allerdings passt die Einstellung so für 
mich. Nach 20min schaltet sie dann komplett ab und erst wieder ein 
sobald man den Löterich aus der Ablage nimmt.

von Harald K. (kirnbichler)


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Die 982 schaltet nach einer halben Stunde im Standby ebenfalls komplett 
ab.

Die "Standby-Temperatur" von 200 °C sehe ich allerdings nicht als 
Problem an. Die Standzeit der Lötspitzen dürfte jenseits eines 
Lohnbestückerszenarios keine relevanten Probleme machen.

Ich hab' sowas früher mal mit 'ner Magnastat gemacht, die immer munter 
vor sich hin klickte und die Spitzen oxidieren ließ, insbesondere bei 
den extrem hohen Temperaturen, mit denen man damals der thermischen 
Trägheit wegen gelötet hat (8er Lötspitzen, 800 °F sind knapp 430 °C).

Da war die Standzeit ein Problem.

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