Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Selbständige: Wie kommt ihr an Projekte?


von Marc (bonf)


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Hi alle,
da ich demnächst ein neues Projekt brauche frage ich mich wie ihr so an 
Projekte kommt.

Bei mir in den letzten 10 Jahren:
- Über Freelancer-Vermittler: je 1x über Hays, Solcom, Gulp
- Persönliche Kontakte: 2x
- Direkte Anfragen: 3x (aber alle sehr klein)

Nicht bekommen:
- Anfragen, die nicht gepasst haben: >10 (alle von Freelancer-Vermittler 
wie Hays, Solcom, etc.)
- Freelancer-Vermittler: 2x (hätte gepasst, aber bin nicht bis zum 
Vorstellungs-Gespräch gekommen)
- Direkte Anfragen, die ich nicht bekommen habe: 3x (Kunde mehrere 
angefragt, und mich nicht genommen)

Schreibt bitte auch dazu ob ihr Freiberufler seid (ohne eigenes Büro 
etc., Tätigkeiten vor-Ort) oder selbständig (mit eigenem Büro/evtl. 
Personal, nur selten vor-Ort).

Danke für Eure Antworten und viele Grüße,

Marc

von Oliver S. (oliverso)


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Marc schrieb:
> Freiberufler … oder selbständig

Sind als nicht selbstständige Freiberufler Scheinselbständige gemeint, 
oder eher unselbstständige? Ich frag für nen Freund…

Oliver

: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Verraten jetzt erfolgreiche Freiberufler ihren Konkurrenten, wie sie an 
Aufträge kommen? Ich würde es nicht tun.

Ich habe eine andere Frage im Zusammenhang des Threads: Mit welcher KI 
arbeiten Freiberufler, unter Einhaltung der Datenschutz-Vorgaben ihrer 
Auftraggeber? Die gängigen öffentlichen (wie ChatGPT und Claude) werden 
es wohl kaum sein, oder irre ich mich?

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Verraten jetzt erfolgreiche Freiberufler ihren Konkurrenten, wie sie an
> Aufträge kommen? Ich würde es nicht tun.

Muss man auch nicht schon wieder, solche threads finden sich ohnehin im 
Archiv.

* Beitrag "Freiberufler: Projekte ohne Personaldienstleister finden?"
* Beitrag "An die Embedded Freelancer: Aktuelle Lage des Projektmarktes"

Ich vermutet hinter diesem thread eher so ne Art Guerilla-Marketing des 
x-ten FreiberuflerVermittlerTools. Da schlagen in letzter Zeit häufig 
E-Mails ein, die dafür werben.

von Marc (bonf)


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Oliver S. schrieb:
> Sind als nicht selbstständige Freiberufler Scheinselbständige gemeint,
> oder eher unselbstständige? Ich frag für nen Freund…

Für mich war immer die Unterscheidung:
Freiberufler = Freelancer = Ingenieure die für einen begrenzten Zeitraum 
in einer anderen Firma als Teil eines größeren Teams arbeiten, 
normalerweise auf Stundenbasis.

Selbständige: Haben ein eigenes Ingenieurbüro und vielleicht ein paar 
Angestellte (Studenten oder fertige Entwickler).

War selber lange Freiberufler mit wechselnden Arbeitgebern, überwiegend 
vor-Ort) bevor mir das Pendeln zu viel wurde und ich ein Ingenieurbüro 
gegründet habe.

von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Marc schrieb:
> Danke für Eure Antworten und viele Grüße,

Direkte Kontakte, alles andere kann man vergessen, insbesondere das 
"professionelle" Vermittlergesindel. Am Montag kam auch mal wieder ne 
Anfrage von Hays, gleich aufgelegt.

von Ben S. (bensch123)


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Und wieder die elendigen gleichen Antworten. Datenschutz bla bla, KI bla 
bla, sag ich nicht bla bla.

von Marc (bonf)


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Bradward B. schrieb:
> Ich vermutet hinter diesem thread eher so ne Art Guerilla-Marketing des
> x-ten FreiberuflerVermittlerTools. Da schlagen in letzter Zeit häufig
> E-Mails ein, die dafür werben.

Ist eher das Gegenteil: Mir werden derzeit solche Tools, 
LinkedIn-Marketing, Messestände etc. angeboten.
Bevor ich mich Stunden damit auseinandersetze (oder viel Geld für 
externe Vertriebler oder einen Messestand ausgebe) wollte ich Eure 
Erfahrung hören.

von Marc (bonf)


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Frank D. schrieb:
> insbesondere das
> "professionelle" Vermittlergesindel. Am Montag kam auch mal wieder ne
> Anfrage von Hays, gleich aufgelegt.

Als Freelancer bin ich jahrelang ganz gut mit Hays gefahren. Aber jetzt 
habe ich ein Büro und eigenes Equipment/Lizenzen/etc. - da bleibt zu 
wenig übrig nachdem die ihre Provision abziehen.

Außerdem suchen die meisten Kunden von Hays Entwickler die vor-Ort 
arbeiten - die Pendelei ist mir zu stressig, und umziehen geht auch 
nicht.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Vielleicht wird das wieder ein Thread für einen Doktoranden der 
Geisteswissenschaften. Für deren Arbeiten reichen die paar Posts aus.

Es ist doch klar, wenn das Geschäft rückläufig ist, dann wird naturlich 
weniger outgesourced. Die Stimmung hier abzufragen, kann man machen, 
muss es aber nicht machen.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Ist eher das Gegenteil: Mir werden derzeit solche Tools,
> LinkedIn-Marketing, Messestände etc. angeboten.
> Bevor ich mich Stunden damit auseinandersetze (oder viel Geld für
> externe Vertriebler oder einen Messestand ausgebe) wollte ich Eure
> Erfahrung hören.

Also für den Anfang läuft einiges über die bekannten 
Freiberufler-Plattformen wie (ehemals) gulp.de oder freelancermap, die 
für den freelancer rein kostenlos sind.
Der letzte "heisse Scheiß" aus dieser Rubrik is "fratch", google 
präsentiert Dir gerne einen link dorthin.

Dann hat man natürlich seine Kontakte als Besucher (nicht Aussteller) 
von diversen Konferenzen/Messen wie FPGA Conference in München oder der 
embedded in Nürnberg.

* https://www.fpga-conference.eu/
* https://www.embedded-world.de
* https://electronica.de/de/messe/

(das für Freiberufler mit Schwerpunkt ASIC-Bereich; Leih-Büro-Coder 
kennen sicher andere Veranstaltungen, auf denen sich auf potentielle 
Kunden resp. "Brückenbauer nach dort" treffen.)

Und natürlich meldet sich ab und an einer über die eigene Website, die 
man klassisch über das Verteilen von Visitenkarten bekannt gemacht hat.

Selbst-Marketing für Freiberufler ist kein Exoten-Thema, da finden sich 
x Angebote/Schulunge bei der VHS bis zum Gebrauchtbuchmakrt (i.e. ISBN: 
9783527720460 )

: Bearbeitet durch User
von Pandur S. (jetztnicht)


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Es gibt immer wieder 2.Meinungskunden. Die kommen wegen eines Projektes, 
erklaeren's, lassen dich das Lastenheft erstellen, was mehr als einen 
Tag dauern kann, und gehen dann damit zu einem Anderen, welcher 
allenfalls guenstiger ist.
Besser man versucht schnell zu eigenen Produkten zu kommen. Da gibt's 
dann Kunden, welche 10..15 Jahre lang aus Kontinuitaetsgruenden dasselbe 
Produkt, in der ursprienglichen firmware haben wollen, obwohl schon nach 
2 Jahren klar st, dass ein Nachfolger her muss. Den kann man selbst 
planen, und hoffen, dass er Kunde, resp ein neuer Kunde, den Nachfolger 
waehlt. Da kann man dann Monate versenken in Features, welche nie 
benoetigt werden.

: Bearbeitet durch User
von Marc (bonf)


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Bradward B. schrieb:
> Der letzte "heisse Scheiß" aus dieser Rubrik is "fratch", google
> präsentiert Dir gerne einen link dorthin.
Danke für den Tipp.
Habe meinen Lebenslauf mal hochgeladen, aber die Ergebnisse waren ... 
überschaubar. Aber sieht auf jeden Fall interessant aus.


> Dann hat man natürlich seine Kontakte als Besucher (nicht Aussteller)
> von diversen Konferenzen/Messen wie FPGA Conference in München oder der
> embedded in Nürnberg.
Aber sind da nicht die Elektroniker unter sich? Wäre eine Messe wie 
Hannover Industrie nicht sinnvoller?

von Nick (b620ys)


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Pandur S. schrieb:
> Die kommen wegen eines Projektes,
> erklaeren's, lassen dich das Lastenheft erstellen, was mehr als einen
> Tag dauern kann, und gehen dann damit zu einem Anderen, welcher
> allenfalls guenstiger ist.

Ein ehemaliger Chef von mir hat das so gemacht:
Der erste Tag kostet 1500 DM (ja, schon länger her). 1 Tag Besprechung 
und danach ein Lastenheft dafür.
So war der vermeintliche Aufrtaggeber gezwungen sich vorher ordentlich 
Gedanken zu machen (Absahner haben es gleich wieder aufgegeben) und er 
hat dafür eine ordentliche Gegenleistung bekommen.
Wenn nix draus wird, hat er zumindest ein Lastenheft. Immer noch 
win-win.

von Marci W. (marci_w)


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Marc schrieb:
> Freiberufler mit wechselnden Arbeitgebern,

Als Freiberufler, Selbständiger, Freelancer, oder wie du das auch immer 
nennst, hat per definitionem keinen Arbeitgeber, sondern einen 
Auftraggeber bzw. Kunden. Selbstständig und "Arbeitgeber" == 
Scheinselbstständigkeit. Ach menno, wird hier wieder ein Mist 
geschrieben...

ciao

Marci

von Marci W. (marci_w)


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Nemopuk schrieb:
> Verraten jetzt erfolgreiche Freiberufler ihren Konkurrenten, wie sie an
> Aufträge kommen? Ich würde es nicht tun.

Oje, einer von der Sorte von Kollegen, mit denen ich inzwischen eine 
Zusammenarbeit in größeren Projekten grundsätzlich ablehne (soweit ich 
die Pappenheimer schon kennenlernen durfte)!
Da will man zusammenarbeiten, aber die "Kollegen" sehen einen stets nur 
als Konkurrenz, wollen besser gar nicht kommunizieren. Ich hatte schon 
Projekte mit 20 Leuten, bei den 15 eine solche Einstellung hatten. Das 
wird dann der blanke Horror! Vor allem, da ich eher eine offene und 
gutmütige Persönlichkeit bin. Grrrrr, da gruselt's mir....

ciao

Marci

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Dann hat man natürlich seine Kontakte als Besucher (nicht Aussteller)
>> von diversen Konferenzen/Messen wie FPGA Conference in München oder der
>> embedded in Nürnberg.
> Aber sind da nicht die Elektroniker unter sich? Wäre eine Messe wie
> Hannover Industrie nicht sinnvoller?

Interessanter Einwurf.
Persönlich ist Projekt-anbahnung eher nebenrangig bei einer 
Messe/Konferenz. Mich treibt da eher um, Wissen anzusammeln und um zu 
schauen wie der (Elektronik/Embedded-) Markt gerade tickt. Aber das ist 
sicher eine Frage, in welchem Bereich man gerade als Freiberufler aktiv 
ist.

Allgemein, Aufträge an Freiberufler vergibt man gern, um sich "Know-How" 
einzukaufen, halt Spezialwissen, das nicht die Kernkompetenz der eigenen 
Firma ist.
Beispielsweise mittelständige Maschinenbauer, der ein (neues) Produkt 
mit Elektronik auf den Markt bringen will/muß. Eh man einen der eigenen 
Maschinenkonstrukteure in diese Richtung umgeschult hat, holt man sich 
einen Freiberufler an Bord, der den Prototyp/ProofOfConcept baut und die 
Serienüberleitung betreut.

Vielleicht passt da eine Messe aus dem Automatisierungsumfeld wie die 
SPS/Drives in Nürnberg im Herbst besser. Hab ich mal besucht, fand ich 
persönlich nicht so spannend. Spannend und hinsichtlich 
"Geschäftsausrichtung" war da für mich die Luft- und Raumfahrt Messe ILA 
in Berlin besser (definitiv die Termine für Fachbesucher nutzen, nicht 
die Wochenendtermine zur Belustigung der Berliner Massen).

Für Hannover hatte ich mal vor Jahren die Chance (hatte in der Nähe zu 
tun) hab ich aber für mich in die Rubrik "Maschinenbau" sortiert und 
daher nicht besucht. Wichtig ist für mich, das es ohne große 
Reise-/Hotel-kosten realisierbar ist, also was grad in der Nähe ist, 
könnte man besuchen oder ist sogar "Pflicht-Termin".

Natürlich schaut man auch mal in die Ausstellerliste, ob da was 
"Spannendes" dabei ist. Auf der ILA gab's auch eine 
"Fachbesucherführung", organisiert von einem Wirtschaftsförderungsbüro, 
keine schlechte Idee um unangemeldet mal einem Entscheidungsträger nahe 
zu kommen.

* https://sps.mesago.com/nuernberg/de/expo.html
* https://ila-berlin.com/de/fachbesucherfuehrung

: Bearbeitet durch User
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Meine Firma kommt/kam primär durch zufällige Kontakte zu Aufträgen, die 
dann durch einen hohen Grad der Zufriedenheit der Kunden immer weiter 
vertieft und erweitert wurden.

D.h. die Projekte ansich waren ja irgendwann beendet, aber die gleichen 
Kunden kamen dann mit immer neuen Prohekten immer wieder zu uns. Und sie 
gaben ihrerseits Empfehlungen an Kollegen weiter, die dann ebenfalls zu 
uns kamen.

Was immer gut ankommt: Wenn man sich mal nicht als kompetent für eine 
bestimmte Technologie sieht, ehrlich begründet ablehnen. Das ist 100 mal 
besser als dem Kunden "einen vom Pferd" zu erzählen und dann evtl. 
krachend zu scheitern. Beim nächsten Bedarf kamen sie bisher alle 
trotzdem wieder.

Noch ein Tip: Sucht euch eine thematische Nische, die nicht 100.0000 
andere auch beackern, so kann man sich einen Namen machen und muss nicht 
primär über den Preis verhandeln ...

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Man könnte das zur Not auch "zu Fuß" machen (also per Post) oder eben 
mobil (mit dazu passendem Fahrzeug).
Werbung kann auch helfen.

von Mat. K. (matthias_kornfield)


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Ich habe gute Erfahrung damit gemacht:
Ich habe mich auf offene Stellen (Festanstellung) von Startup/KMU 
beworben und habe dazu geschrieben:
"Ich kann mir eine Anstellung auf Voll-, Teilzeit oder gerne auch als 
Freelancer vorstellen."

von Nemopuk (nemopuk)


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Mat. K. schrieb:
> "Ich kann mir eine Anstellung auf Voll-, Teilzeit oder gerne auch als
> Freelancer vorstellen."

Klingt für mich fast wie: Ich bin so verzweifelt, daß mir das Gehalt 
fast egal ist. Besser als nichts.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Nemopuk schrieb:
> Mat. K. schrieb:
>> "Ich kann mir eine Anstellung auf Voll-, Teilzeit oder gerne auch als
>> Freelancer vorstellen."
>
> Klingt für mich fast wie: Ich bin so verzweifelt, daß mir das Gehalt
> fast egal ist. Besser als nichts.

Ja, das verstehe ich auch nicht, gar nicht. Nemopuk hat vollkommen 
Recht: So sollte man es auf gar keinen Fall machen, wie peinlich. 
Kopfschüttel Dann kann er auch am Hauptbahnhof betteln gehen.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> "Ich kann mir eine Anstellung auf Voll-, Teilzeit oder gerne auch als
>> Freelancer vorstellen."
>
> Klingt für mich fast wie: Ich bin so verzweifelt, daß mir das Gehalt
> fast egal ist. Besser als nichts.

Und für andere klingt es nach, "der kann auch komplett selbstständig 
arbeiten und abrechnen und wenn das Werk vollendet ist, findet der 
selbst was Neues."

Wer umsonst arbeiten will, fragt nach einem Praktikum. Wer billig will, 
fragt nach "Schwarz".

Beitrag #7999790 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Cyblord -. (cyblord)


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Mat. K. schrieb:
> "Ich kann mir eine Anstellung auf Voll-, Teilzeit oder gerne auch als
> Freelancer vorstellen."

Außerdem kann ich auch den Hof fegen und den Müll rausbringen. Gehalt 
ist optional, Hauptsache weg von Zuhause.

von Jens K. (jensky)


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Marc schrieb:
> Aber jetzt
> habe ich ein Büro und eigenes Equipment/Lizenzen/etc. - da bleibt zu
> wenig übrig nachdem die ihre Provision abziehen.

Was bedeutet das? Kunde X kommt zu dir und kauft und du gibst Hays dann 
Geld?

von Marc (bonf)


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Jens K. schrieb:
> Was bedeutet das? Kunde X kommt zu dir und kauft und du gibst Hays dann
> Geld?

Kunde X geht zu Hays und die fragen bei uns nach. Wir bekommen den 
Auftrag, müssen aber über hays abrechnen.
Die schlagen auf unseren Stundensatz 25-40% drauf.

Der Kunde zahlt also viel und wir verdienen ok aber viel Gewinn ist 
nicht drin.

Bei direkten Anfragen verdienen wir aber meist auch nicht viel: Wenn 
jemand 10 Elektroniker im Internet anschreibt gewinnt der Billigste, das 
sind meist nicht wir, aber wenn doch dann weil wir zu niedrig kalkuliert 
haben...

Daher ja meine Frage: Geht das Euch auch so? Oder kann man das besser 
machen?

Über Bekannte hatten wir auch lange Zeit projekte, das lief richtig gut 
für beide Seiten. Aber dann hat der Geschäftsführer gewechselt und hat 
sich gedacht: Ohne Neuentwicklungen verdienen wir mehr, da sind die 
Aktionäre glücklicher.

von Oliver S. (oliverso)


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Marc schrieb:
> Wenn
> jemand 10 Elektroniker im Internet anschreibt gewinnt der Billigste, das
> sind meist nicht wir, aber wenn doch dann weil wir zu niedrig kalkuliert
> haben...

Wenn jemand nur völlig austauschbare Kompetenzen anbietet, passiert 
sowas.

Oliver

von Marc (bonf)


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Oliver S. schrieb:
> Wenn jemand nur völlig austauschbare Kompetenzen anbietet, passiert
> sowas.

Meine Erfahrung ist eher: 80% der Projekte brauchen nur Dinge, die 
eigentlich jeder Elektroniker kann.
Das sind die Projekte wo man gemand auf Google-Maps nach 
Elektronik-Ingenieur sucht und uns findet.
Das wir Erfahrung (und Messtechnik) im 2-stelligen GHz haben oder 
hochzuverlässiger Industrieelektronik, Space, Medizin, hochpräzise 
Strommessungen, ATE, weltweite Zulassung etc. - das interessiert für die 
meisten Projekte nicht.

Oder ist das bei Euch anders?
Bekommt ihr direkte Anfragen weil ihr etwas besonders gut könnt, die 
genau Euch suchen weil nur ihr etwas bestimmtes könnt?

von Marci W. (marci_w)


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Oliver S. schrieb:
> Wenn jemand nur völlig austauschbare Kompetenzen anbietet,

Hmm, in meiner (Arbeits-)Welt sind die meisten Kompetenzen austauschbar. 
Es kann nicht jeder in einer Nische arbeiten. So viele Nischen gibt es 
leider nicht! Und wenn alle in Nischen arbeiten würden, dann wären es 
keine Nischen mehr. :-)

btw.: in unserer kleinen Stadt gibt es fünf Frisöre. Alle können gut 
davon leben, und das, obwohl alle auch Herren die Haare schneiden. ;-)

ciao

Marci

von Manfred P. (pruckelfred)


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Marci W. schrieb:
> Hmm, in meiner (Arbeits-)Welt sind die meisten Kompetenzen austauschbar.

Wenn das so wäre, hätte man mich schon vor 30 Jahren 'freigesetzt'. Es 
gab / gibt genug Kollegen mit einer auf dem Papier gleichwertigen bzw. 
höheren Ausbildung, die aber den realen Alltag nicht gebacken bekommen, 
sobald er vom Standard abweicht.

> btw.: in unserer kleinen Stadt gibt es fünf Frisöre. Alle können gut
> davon leben, und das, obwohl alle auch Herren die Haare schneiden. ;-)

Garnicht so abwegig: Alle haben gelernt, Haare zu schneiden, aber meiner 
ist trotzdem nicht im nahen Nachbarort - der etwas weiter weg hat eine 
Mitarbeiterin, die ihr Handwerk gemäß meinen Wünschen beherrscht.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Vielleicht noch ein etwas anderer Tipp (aus eigener Erfahrung heraus):

Bei Auftragsflaute einfach eigene Projekte/Produkte vorantreiben. Gerade 
durch den Kundenkontakt und deren Anfragen erhält man schon viele Ideen 
und Anregungen.

Ich habe damals auch als Dienstleister begonnen, aber nach und nach 
eigene Produkte auf den Markt gebracht. Klar, das erfordert Gewerbe, 
aber die Möglichkeiten übersteigen mMn die Nachteile bei weitem. Das 
Wissen bzgl. Elektronikentwicklung ist ja (hoffentlich) bei Euch 
vorhanden und von da aus ist der Schritt zu einem eigenen Produkt nicht 
mehr so weit. Einfache Bestückungsautomaten kosten nicht mehr die Welt, 
einfache Fräsen auch nicht mehr, Gehäuse kann man zukaufen.

Seit vielen Jahren arbeiten wir nur noch an unseren Produkten, die sich 
dabei auch immer weiter diversifizieren (CNC-Bearbeitung, Spritzgießen). 
Mit jeder neuen Maschine steigen natürlich die Möglichkeiten und die 
Bandbreite.

Und das Schöne: der Gewinn bleibt komplett im Hause und gerade in 
heutigen Zeiten sind Kunden sehr dankbar dafür, wenn man sagen kann: wir 
fertigen 95% eines Produktes selbst.

Marci W. schrieb:
> So viele Nischen gibt es leider nicht! Und wenn alle in Nischen arbeiten
> würden, dann wären es keine Nischen mehr. :-)

Doch, das wären dann immer noch Nischen - eben viele Nischen. Und ich 
bin durch die Anfragen unserer Kunden und der Messebesuche der Meinung: 
es gibt wirklich reichlich Nischen. Wenn ich Leute höre, die 
verkünden: "Es gibt praktisch alles schon!", dann würde ich denen gerne 
mal nur die Liste der erfolgsversprechenden Kundenvorschläge vom letzten 
Jahr zeigen. Und in die nehme ich nur auf, was mindestens dreimal 
angefragt wurde.

Diese Nischen müssen erstmal alle besetzt sein.

Und dann gibt es noch die Privaten mit ihren Wünschen.

Das nur als Anregung :-)

: Bearbeitet durch Moderator
von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Chris D. schrieb:
> Doch, das wären dann immer noch Nischen - eben viele Nischen.
Nischen = Projekte die sich nicht lohnen. Deshalb bedient diese 
"Nischen" auch keiner. Man sucht halt nen Dummen der es macht, irgendein 
Schwachkopf findet sich immer der sich das schönrechnet.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Frank D. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Doch, das wären dann immer noch Nischen - eben viele Nischen.
> Nischen = Projekte die sich nicht lohnen. Deshalb bedient diese
> "Nischen" auch keiner. Man sucht halt nen Dummen der es macht, irgendein
> Schwachkopf findet sich immer der sich das schönrechnet.

Man muss es differenzierter sehen. Es lohnt sich nur für die Großen 
nicht (wir hier sind zu zweit). Die Nische bspw., die ich damals mit 
meinen Durchflussmessern als erstes besetzt hatte, wirft auch heute noch 
sehr, sehr gutes Geld ab, wäre aber für einen Mittelständler eine 
uninteressante Stückzahl.

Natürlich muss aber auch eine Nische eine gewisse Größe haben, damit 
sich die Entwicklung und Produktion für ein Kleinunternehmen lohnt. Nur 
weil irgendjemand mal eine Idee hat, ist das noch keine rentable Nische.

Aber - eine Nische heisst eben auch:

1.) die Großen/Chinesen interessieren sich nicht dafür

2.) ein anderer Kleiner springt kaum in dieselbe Nische, weil da eben 
schon jemand ist und es sich dann für den zweiten kaum lohnt.

Beides führt zu einer gewissen Komfortzone auf dem Markt :-)

Den Massenmarkt können wir Kleine nicht bedienen - da sind wir 
chancenlos.

Aber Klein- und auch mittlere Serien sind durchaus lohnenswert. Sehe ich 
hier gerade wieder bei reinem Spritzguss: der Chinese kann es billiger, 
aber eben mit extrem schwankender Qualität. Kunde genervt, zahlt dann 
jetzt lieber etwas mehr, hat aber dafür jemanden vor Ort, den er 
erreicht und der dann auch Feinheiten sofort umsetzen kann. Kurze Wege 
und einfache, schnelle Kommunikation sind bares Geld - gerade wenn es 
Probleme gibt. Und das erkennen meiner Beobachtung nach mehr und mehr 
Kunden.

Es gibt für den Kunden kaum besseres, als wenn er direkt Entwickler UND 
Produzenten an der Strippe hat.

: Bearbeitet durch Moderator
von Jörg R. (jrg_r49)


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Als Freiberufler hatte ich mich dazu mit eigener Webseite telefonisch 
mit Google Adwords beraten .

D.h.zuerst war meine Webseite online und daraufhin wurde ich von Google 
angeschrieben und bei anschließenden Telefonaten bekam ich auch Tipps 
zur verbesserung dieser .

Daran anschließend gab es dann Abfragen von Google in welcher Stadt oder 
Region bzw Radius ich aktiv sein möchte .
Und auch zu welchen Tagen der Woche und Uhrzeit um nicht unnötig 
zufällige Klicks zu bekommen - diese klicks von den Usern bzw 
zukünftigen Kunden sind nämlich kostenpflichtig.
Um aber zb bei von jemanden versuchten Suche bei Google an oberster 
Position zu stehen muss man selbst einen Klickpreis bestellen bzw 
bestimmen welcher oberhalb der zu diesem Zeitpunkt gerade Up to Date 
ist.
Gruß Jörg
Dort

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