Forum: Platinen bitte Review: Signalkonverter Füllstandsmesser


von Bernd (blackcontroller)


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Hallo zusammen,

ich habe mir ein Projekt vorgenommen und da meine Elektronik-Kenntnisse 
etwas eingestaubt sind (da ich schon sehr sehr lang nichts derartiges 
mehr gemacht habe), bitte ich euch um Review einer kleinen Schaltung.

Eine kurze Beschreibung, was eigentlich gemacht werden soll:
In einem Wohnmobil soll der bestehende Sensor für den Füllstand des 
Wassertanks durch einen neuen Sensor getauscht werden. Der bisherige 
Sensor von CBE 505145KN ist ein sog. 4-Stab-Sensor. Dabei ist ein Stab 
COM und die anderen drei liefern die Signale für drei feste Füllstände 
(33%, 66%, 100%, und leer gibts auch noch). Der Sensor liefert auf drei 
Drähten eine Spannung gegen COM, wenn der zugehörige Stab im Wasser 
steht. Dieser Sensor ist über eine sog. Distribution-Box (CBE DS300) mit 
einem Anzeige-Panel (CBE PC110) verbunden.

Der neue Sensor liefert ein analoges Signal für den Füllstand (0V = 
leer, 2,5V = voll). Um diesen Sensor an die DS300 und PC110 anschließen 
zu können wird ein Konverter für das Analogsignal benötigt. Und genau 
dieser soll erstellt werden.

Grundsätzlich soll der Konverter mit einem Microcontroller (Wemos D1 
Mini) realisiert werden. Zum Betrieb des MC wird zunächst eine 
Spannungsversorgung benötigt. Im Wohnmobil stehen 12V Batteriespannung 
zur Verfügung. Da der MC mit 5V läuft, wird ein Spannungskonverter von 
12V auf 5V erstellt. Dafür ist eine (Teil-)Schaltung im Schaltplan 
enthalten. Die Spannungskonvertierung wird mit einem RECOM R-78E5.0-0.5 
gemacht (Ausgang: 5V fest, 500mA). Aussen rum sind ein paar 
Kondensatoren zur Spannungsglättung und Ausgangsentkopplung vorgesehen. 
Bitte schaut euch das mal an, ob das passt.

Der eigentliche Signalkonverter besteht aus
- dem Wemos D1 Mini,
- einem Latch 74HC573 Latch damit der MC in den deep sleep gehen kann 
und die Ausgangs-Signale erhalten bleiben
- und pro Signal einem Optokoppler zur galvanischen Entkopplung
- einem Teach-Taster um die analoge Spannung anzulernen, wann welches 
Signal geschaltet werden soll
- einer Status LED die mir per Blinksignal den Zustand des MC angibt

Bitte seht euch die Schaltung an. Brauche ich die Widerstände bzw. sind 
die Werte i.O.. Fehlt was?

Ich hoffe ich konnte es halbwegs beschreiben, was ich machen will. 
Ansonsten einfach fragen. Ich danke euch schon mal.

Grüße Bernd

von Klaus F. (klaus27f)


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Dein gesamter Ansatz ist reichlich kompliziert.
Es bietet sich an, eine analoge Lösung mit 2 Komparatoren zu machen.

: Bearbeitet durch User
von Wolf17 (wolf17)


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Haben die alten Elektroden mit DC gearbeitet, oder aus 
Korrosionsschutzgründen mit AC?
Schon probiert, ob die alte Schaltung mit den Optokopplern klarkommt? 
Wenn sehr hochohmig gemessen wurde, muss man an den Dunkelleckstrom 
denken.

Bei den Kopplern müssen die Emitter gemeinsam an COM, nicht die 
Kollektoren.

Ich würde noch vorbeugend am MC Pin2 100nF nach Masse schalten, falls 
sich die lange Leitung zum Sensor mal Störungen einfängt.

Wie ist der Ruhestrom vom Analogsensor? Mit 1x PNP nach +, einem NPN von 
der Basis nach GND und zwei Widerständen könnte ein Port den nur zur 
Messung einschalten.

Was ist der Vorteil gegenüber der alten Lösung?

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Bernd schrieb:
> - einem Teach-Taster um die analoge Spannung anzulernen, wann welches
> Signal geschaltet werden soll

Warum sitzt der am Ausgang des '573?

von Wolf17 (wolf17)


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Klaus F. schrieb:
> Es bietet sich an, eine analoge Lösung mit 2 Komparatoren zu machen.
Zwar wird er drei brauchen, aber 1xLM339, 1xLM385-2,5 und ein paar 
Widerständen reichen direkt an 12V aus, um alles mit ~1mA zu erledigen, 
ganz ohne Software!

von Rainer W. (rawi)


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Bernd schrieb:
> einem Latch 74HC573 Latch ...

Im Schaltplan zeigst du einen 74LS573.
Da der ESP8266 auf deinem Wemos D1 Mini mit 3,3V arbeitet, sind seine 
Signale für die Ansteuerung des mit 5V betriebenen 74HC573 etwas 
grenzwertig. Den 74LS573 wirst du nur noch antiquarisch bekommen. 
Aktuell wäre ein 74HCT573.

Schaltet der ESP im Sleep seine Ausgänge wirklich ab?

Wieviel Strom fließt aus den Eingängen deiner vorhandenen 
Pegelanzeigeeinheit?
Kommt dort Gleich- oder Wechselstrom raus?

von Wulf D. (holler)


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Für die D1 brauchst du keine Schottky, eine normale Siliziumdiode 
reicht. Kann die Diode mindestens ein Ampere? Wenn nicht, besser noch 
einen niederohmigen Vorwiderstand (2-10 Ohm) in Reihe.
Ich würde noch einen Kondensator (ca 1u) parallel ADC zu Masse direkt an 
den Controller schalten, der Messwert wird stabiler.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Bernd schrieb:
> Der Sensor liefert auf drei Drähten eine Spannung gegen COM, wenn der
> zugehörige Stab im Wasser steht.
Glaube ich nicht. Das sind einfach Edelstahlelektroden, die entsprechend 
mit Wasser "gebrückt" werden.

Wolf17 schrieb:
> Schon probiert, ob die alte Schaltung mit den Optokopplern klarkommt?
Das wäre das erste, was ich ausprobieren würde: reagiert die Anzeige 
überhaupt, wenn die Eingänge wie gezeichnet mit den OK-Transistoren 
gebrückt werden?

Bernd schrieb:
> einem Latch 74HC573 Latch damit der MC in den deep sleep gehen kann und
> die Ausgangs-Signale erhalten bleiben
Wenn du schon allgemein den Ausgangspins des ESP nicht traust, warum 
traust du dann dem  SCK/D5 Pin zu, dass grade der im Sleep einen 
brauchbaren Pegel ausgibt? Was, wenn der Ausgang dabei hochohmig wird? 
Ich würde da zumindest noch einen Pulldown-Widerstand vorsehen.

> und pro Signal einem Optokoppler zur galvanischen Entkopplung
Ich glaube nicht, dass in einem KFZ irgendwas wirklich eine galvanische 
Trennung braucht.

Aber insgesamt wäre das für mich eine klassische Anwendung für einen 
8-Pin-Tiny85, der per Watchdog alle paar Sekunden mal aufwacht, dann mit 
langsamst möglicher Taktfrequenz vor sich hin läuft, das Eingangssignal 
wandelt und sich wieder schlafen legt.

: Bearbeitet durch Moderator
von Mario M. (thelonging)


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Der ADC geht nur bis 1 V. Deshalb muss er über einen Spannungsteiler 
angesteuert werden. Der LE-Eingang vom '573 braucht einen Pulldown, denn 
D5 floatet im Sleep-Mode.

von Bernd (blackcontroller)


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Wolf17 schrieb:
> Bei den Kopplern müssen die Emitter gemeinsam an COM, nicht die
> Kollektoren.

wo du recht hast hast du recht - danke

Magnus M. schrieb:
> Warum sitzt der am Ausgang des '573?

auf meiner Papier-Version war das auch am MC. Beim Übertrag nach KiCad 
ist mir da wohl ein Fehler unterlaufen - danke.

Rainer W. schrieb:
> Den 74LS573 wirst du nur noch antiquarisch bekommen.
> Aktuell wäre ein 74HCT573.

Stimmt im Schaltplan war es ein ...LS... beschrieben hatte ich den 
...HC... - danke.

Lothar M. schrieb:
> Wenn du schon allgemein den Ausgangspins des ESP nicht traust, warum
> traust du dann dem  SCK/D5 Pin zu, dass grade der im Sleep einen
> brauchbaren Pegel ausgibt? Was, wenn der Ausgang dabei hochohmig wird?
> Ich würde da zumindest noch einen Pulldown-Widerstand vorsehen.

good point - danke


Wolf17 schrieb:
> Bei den Kopplern müssen die Emitter gemeinsam an COM, nicht die
> Kollektoren.

danke



Ich danke euch allen für die Antworten. Das bringt einen dann doch mal 
zum Nachdenken über andere Sichtweisen.

Ich habe den Schaltplan aktualisiert. die cyan eingefärbten Bereiche 
enthalten neue bzw. verschobene Bauteile oder die Verbindungen wurden 
geändert.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Mario M. schrieb:
> Der ADC geht nur bis 1 V.
Der Wemos D1 mini hat einen 220k-100k Spannungsteiler vor dem 1V-ADC vom 
ESP8266 und packt daher Spannungen bis 3,2V (laut DB max. 3V3).

von Christian (trimatik-chris)


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Ich nehme an du hast den Sleep-Modus vorgesehen um deine Batterie zu 
schonen? Sind die wenigen Milliampere relevant im Gesamtkontext mit der 
Distributionsbox?

Falls nicht dann wäre mein Ansatz:
- Den ESP in einem "Sleep-Light" Modus laufen lassen (I/Os aktiv)
- das Latch entfernen
- die Optokoppler durch Mosfest ersetzen
- den 5V-Linear-Regler durch ein 12V -> 3,3V Schaltreglermodul ersetzen
- den Regler auf dem Wemos-Modul übergehen und direkt in die 3,3V 
einspeisen

von Mario M. (thelonging)


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Lothar M. schrieb:
> Wemos D1 mini hat einen 220k-100k Spannungsteiler vor dem 1V-ADC

Danke für die Info. Again what learned.

von Stephan S. (uxdx)


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Christian schrieb:
> Ich nehme an du hast den Sleep-Modus vorgesehen um deine Batterie
> zu
> schonen? Sind die wenigen Milliampere relevant im Gesamtkontext mit der
> Distributionsbox?
>
> Falls nicht dann wäre mein Ansatz:
> - Den ESP in einem "Sleep-Light" Modus laufen lassen (I/Os aktiv)
> - das Latch entfernen
> - die Optokoppler durch Mosfest ersetzen
> - den 5V-Linear-Regler durch ein 12V -> 3,3V Schaltreglermodul ersetzen
> - den Regler auf dem Wemos-Modul übergehen und direkt in die 3,3V
> einspeisen

Und last not least den Wemis D1 Mini durch einen ESP32-C3 erstezen. 
Ersterer schluckt 70-80 mA und letzterer 17 mA (jeweils ohne WLAN)

von Rainer W. (rawi)


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Bernd schrieb:
> Ich habe den Schaltplan aktualisiert.

Jetzt hast du einen 74HC573 drin, doch keinen 74HCT573?

von Bernd (blackcontroller)


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Rainer W. schrieb:
> Bernd schrieb:
>> Ich habe den Schaltplan aktualisiert.
>
> Jetzt hast du einen 74HC573 drin, doch keinen 74HCT573?

jepp, denn der liegt auf dem Schreibtisch

von Rainer W. (rawi)


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Bernd schrieb:
>> Jetzt hast du einen 74HC573 drin, doch keinen 74HCT573?
>
> jepp, denn der liegt auf dem Schreibtisch

Bei 3.3V Signalen vom ESP ist die Wahl mutig. Garantiert für die 
Erkennung eines H-Pegels bei 5V Versorgung sind 3,5V. Das hört sich ein 
bisschen nach blindem Vertrauen auf typische Werte bei wohldefinierten 
Bedingungen an.

Was macht der GPIO des ESP mit den 5V, die über die Pull-Ups kommen?

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