Forum: FPGA, VHDL & Co. Aktueller CPLD


von Boris (skyperhh)


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Moin,

für eine kleines Projekt möchte ich ein "TTL-Grab" durch einen CPLD 
ersetzen, also reine kombinatorische Logik, vielleicht auch etwas mit 
Takt und einem Zähler, dann aber eher kHz. Ein FPGA wäre an dieser 
Stelle viel zu "groß" und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

Den Beitrag 4 Jahre alten Beitrag zu dem Thema hab ich gelesen 
Beitrag "[CPLD] Brauche Empfehlung für CPLDs / Software"

Vor 15 Jahren hab ich von Xilinx damals die Coolrunner verwendet, aber 
soweit ich das sehe, sind die abgekündigt!
Die 9er Version vom Ise Webpack hab ich noch, die letzte 14.x Version 
würde auch noch gehen für CPLDs. Die gibt es auch kostenlos und würde 
dann aber in einer VM laufen... dazu müsste ich mir wohl einen 
USB-Programmer beschaffen, über den Parallel-Port zu programmieren 
dürfte dank fehlender alter Hardware entfallen. Könnte ich nutzen, aber 
will man das tote Pferd noch einmal reiten?

Hab mir Lattice angeschaut, die ispMACH 4000ZE Serie, sieht nett aus... 
aber Lattice will für die Software "ispLEVER Classic" Geld haben, um die 
600$ pro Jahr... ist damit raus!

Dann wäre da noch Mikrochip (ex. Atmel) mit der ATF-15xx Serie, WINCUPL 
II gibt es als Beta zum programmieren... Sprache wäre dann "CUPL", 
müsste ich mich einarbeiten, vermutlich / hoffentlich ähnlich VHDL? Hat 
da jemand Erfahrung mit? Programmer bräuchte ich auch noch. Ok, 
FTDI-Chip und etwas Kleinkram...

Die ATF-16 Serie lässt sich vermutlich nicht über JTAG programmieren, 
oder?

Als letzter Kandidat bleibt Altera mit der Max V Serie übrig, die 
Software "Quartus® Prime Lite Edition" ist aktuell und kostenlos. 
Programmer besorgen sollte auch kein Thema sein... VHDL geht auch.

Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

von Wastl (hartundweichware)


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Warum grämst du dich um die Beschaffbarkeit von CPLDs wenn
das für ein "kleines Projekt" gedacht ist? Besteht das "kleine
Projekt" aus einer Gross-Serie? Willst du die Beschaffbarkeit
des CPLDs für 10-20 Jahre sichern?

Für kleine Stückzahlen bekommt man immer noch jede Menge
abgekündigter/eingesteller CPLD Chips, sogar noch GALs wenn
es unbedingt sein muss.

von Wastl (hartundweichware)


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Boris schrieb:
> Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

XILINX und ISE.

von Boris (skyperhh)


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Wastl schrieb:
> Warum grämst du dich um die Beschaffbarkeit von CPLDs wenn
> das für ein "kleines Projekt" gedacht ist? Besteht das "kleine
> Projekt" aus einer Gross-Serie? Willst du die Beschaffbarkeit
> des CPLDs für 10-20 Jahre sichern?
>
> Für kleine Stückzahlen bekommt man immer noch jede Menge
> abgekündigter/eingesteller CPLD Chips, sogar noch GALs wenn
> es unbedingt sein muss.

Das stimmt schon, aber evtl. ergibt sich das beim nächsten Projekt und 
dann beim übernächsten, das ein CPLD passen würde ...

Ich suche halt Leute, die sowas "altes" noch aktuell nutzen, auch für 
evtl. Fragen usw.

von Wastl (hartundweichware)


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Boris schrieb:
> Ich suche halt Leute, die sowas "altes" noch aktuell nutzen, auch für
> evtl. Fragen usw.

Coolrunner waren damals auch deshalb cool weil man sie über den
Druckerport programmieren konnte, das (die Programmierung) hatte
man von Philips übernommen und eine zeitlang noch mitgeschleppt/
unterstützt. Ist aber mit "modernen" Rechnern wegen des fehlenden
Druckerports nicht mehr möglich.

Boris schrieb:
> Das stimmt schon, aber evtl. ergibt sich das beim nächsten Projekt und
> dann beim übernächsten, das ein CPLD passen würde ...

Dann sucht man sich einen neuen Chip. Diese Aussage passt übrigens
schon in die Kategorie Salami-Taktik.

von Anton (antang)


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Wenn man von der Größe (physikalisch und logisch) und der seltsamen 
Programmierung (Schaltplan) absieht, sind die GreenPAK von 
Silego/Dialog/Renesas recht nett:

https://www.renesas.com/en/products/programmable-logic/greenpak-programmable-mixed-signal-products

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Boris schrieb:
> und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

<loriot>Vielleicht stimmt mit deinem Gefuehl was nicht</loriot>
Wenn du eher bei kHz unterwegs bist, wuerde ich nicht zum CPLD greifen.

Gruss
WK

von Wastl (hartundweichware)


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Wastl schrieb:
> XILINX und ISE.

Sucht man auf ebay nach "xilinx platform cable" bekommt man vom
Chinesen einen Xilinx Programmer für 25-30 Euro angeboten.

von Boris (skyperhh)


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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Boris schrieb:
>> und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.
>
> <loriot>Vielleicht stimmt mit deinem Gefuehl was nicht</loriot>
> Wenn du eher bei kHz unterwegs bist, wuerde ich nicht zum CPLD greifen.
>
> Gruss
> WK

Also erst mal brauche ich nur kombinatorische Logik, evtl. kommt noch 
ein Zähler dazu, ähnlich CD4029. Das sollte sich alles in einem CPLD 
verpacken lassen... man könnte auch eine große Wahrheitstabelle 
aufstellen und das ganze in einen PROM, EPROM oder EEPROM packen... ein 
µC würde das auch erledigen können und sich 99% der Zeit langweilen!

Egal welchen CPLD man nimmt, den Programmer mit USB gibt es für ein paar 
EUR im Netz zu kaufen, dass sollte nicht das Thema sein.

Ise Webpack kenne ich noch aus dem Studium, haben damals den Virtex Pro 
damit programmiert bzw. uns rumgeärgert! Deshalb die Idee, vielleicht 
mal was "neues" zu probieren... aber bis jetzt scheint niemand mehr 
diese Old-School Technik zu nutzen!

von Wastl (hartundweichware)


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Anton schrieb:
> sind die GreenPAK von Silego/Dialog/Renesas recht nett:

Welchen Vorteil sollten Chips haben die "niemend kennt" und
die "nirgendwo erhältlich" sind?

von Anton (antang)


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Wastl schrieb:
> Anton schrieb:
>> sind die GreenPAK von Silego/Dialog/Renesas recht nett:
>
> Welchen Vorteil sollten Chips haben die "niemend kennt" und
> die "nirgendwo erhältlich" sind?

Ich kenne ein paar davon und man kann sie bei Mouser kaufen. Der Vorteil 
ist, daß sie nicht abgekündigt sind und die Design-Software kostenlos 
ist und auch für Linux und macOS verfügbar ist.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Boris schrieb:
> man könnte auch eine große Wahrheitstabelle
> aufstellen und das ganze in einen PROM, EPROM oder EEPROM packen... ein
> µC würde das auch erledigen können und sich 99% der Zeit langweilen!

Zum Programmieren von [*]PROMS brauchts tendentiell seltenere/teurere 
Adapter als fuer viele gaengige und billige µController.
Um die Psyche von sich langweilenden Controllern wuerde ich mir keinen 
Kopf machen, sondern die auch einsetzen, wenn 99% der Software aus NOP 
bestehen wuerde. Das halten die aus.

Gruss
WK

von Frank K. (fchk)


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Ich greife gerne zu Lattice MachXO[|2|3]. Kleine Packages, einige 
Versionen brauchen nur 3.3V, Flash intern.

Die Software dafür heißt Lattice Diamond. Du musst immer eine 
Jahreslizenz beantragen, aber die ist kostenlos, und nach Ablauf 
beantragst Du einfach eine neue.

Beispiel:
https://www.digikey.de/de/products/detail/lattice-semiconductor-corporation/LCMXO3D-4300ZC-2SG72I/11498294

Zum Programmer: einfach auf ebay oder so nach "hw-usbn-2a" suchen. Das 
passt dann.

fchk

von Pat A. (patamat)


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Boris schrieb:
> Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

Lattice ;-)

Im Ernst: der MachXO2-256 ist ideal, um ein TTL-Grab zu ersetzen. Recht 
günstig (so um 5$), integriertes Flash, einfach anzuschließen und mit 
Diamond (kostenlos und auch schlank!) zu programmieren.

Als JTAG-Programmierer tut's irgendein FTDI FT232HQ oder FT2232HQ-Board. 
Außerdem lässt sich der MachXO2 auch noch per I2C oder SPI flashen. Die 
Routinen muss man allerdings selbst schreiben, ist aber kein Hexenwerk.

Edit: Frank war schneller ;-)

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Boris schrieb:
> Sprache wäre dann "CUPL",
> müsste ich mich einarbeiten, vermutlich / hoffentlich ähnlich VHDL? Hat
> da jemand Erfahrung mit? Programmer bräuchte ich auch noch.

Ich hab WinCUPL probiert und in die Ecke geworfen. Ich scheitere daran. 
Kaum Unterlagen dazu, kein Tutorial. Das ist für mich die komplette 
Sackgasse.
Und daher hab ich mich, für die Pillepalle-Aufgabe, für den ForgeFPGA 
entschieden. Vor allem, weil ich nur wenige Pins brauche.
Eventuelle Hindernis: Die Gehäusebauform.
Die üblichen FPGA-Kandidaten schieden aus, weil viel zu viele Pins.

Beitrag "ForgeFPGA statt CPLD. Ein riesen Erforg für mich, keiner für die Menscheit. ;-)"

von Bruno V. (bruno_v)


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Boris schrieb:
> "TTL-Grab" durch einen CPLD
> ersetzen, also reine kombinatorische Logik, vielleicht auch etwas mit
> Takt und einem Zähler, dann aber eher kHz. Ein FPGA wäre an dieser
> Stelle viel zu "groß" und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

Ein Grund für fehlende TTL-Gräber sind m.E. moderne µC. Egal ob Displays 
oder viele I/O, das meiste erledigen µC und notfalls Schieberegister 
quasi nebenher, wenn es nicht gerade um ein Replacement einer 
Zwischenschaltung geht.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Nachtrag:
Die IDE für den ForgeFPGA kann nur Verilog (falls ich das richtig 
gesehen hab). Man kann aber auch "Gatter zeichnen".
Bevor du da Geld versenkst, probier das lieber vorher aus. Für die IDE 
muss man sich registrieren.
Der Programmer kostet aber Geld! Etwa 120 €, gabs aber schon mal 
deutlich billiger.

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