Forum: FPGA, VHDL & Co. Aktueller CPLD


von Boris (skyperhh)


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Moin,

für eine kleines Projekt möchte ich ein "TTL-Grab" durch einen CPLD 
ersetzen, also reine kombinatorische Logik, vielleicht auch etwas mit 
Takt und einem Zähler, dann aber eher kHz. Ein FPGA wäre an dieser 
Stelle viel zu "groß" und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

Den Beitrag 4 Jahre alten Beitrag zu dem Thema hab ich gelesen 
Beitrag "[CPLD] Brauche Empfehlung für CPLDs / Software"

Vor 15 Jahren hab ich von Xilinx damals die Coolrunner verwendet, aber 
soweit ich das sehe, sind die abgekündigt!
Die 9er Version vom Ise Webpack hab ich noch, die letzte 14.x Version 
würde auch noch gehen für CPLDs. Die gibt es auch kostenlos und würde 
dann aber in einer VM laufen... dazu müsste ich mir wohl einen 
USB-Programmer beschaffen, über den Parallel-Port zu programmieren 
dürfte dank fehlender alter Hardware entfallen. Könnte ich nutzen, aber 
will man das tote Pferd noch einmal reiten?

Hab mir Lattice angeschaut, die ispMACH 4000ZE Serie, sieht nett aus... 
aber Lattice will für die Software "ispLEVER Classic" Geld haben, um die 
600$ pro Jahr... ist damit raus!

Dann wäre da noch Mikrochip (ex. Atmel) mit der ATF-15xx Serie, WINCUPL 
II gibt es als Beta zum programmieren... Sprache wäre dann "CUPL", 
müsste ich mich einarbeiten, vermutlich / hoffentlich ähnlich VHDL? Hat 
da jemand Erfahrung mit? Programmer bräuchte ich auch noch. Ok, 
FTDI-Chip und etwas Kleinkram...

Die ATF-16 Serie lässt sich vermutlich nicht über JTAG programmieren, 
oder?

Als letzter Kandidat bleibt Altera mit der Max V Serie übrig, die 
Software "Quartus® Prime Lite Edition" ist aktuell und kostenlos. 
Programmer besorgen sollte auch kein Thema sein... VHDL geht auch.

Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

von Wastl (hartundweichware)


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Warum grämst du dich um die Beschaffbarkeit von CPLDs wenn
das für ein "kleines Projekt" gedacht ist? Besteht das "kleine
Projekt" aus einer Gross-Serie? Willst du die Beschaffbarkeit
des CPLDs für 10-20 Jahre sichern?

Für kleine Stückzahlen bekommt man immer noch jede Menge
abgekündigter/eingesteller CPLD Chips, sogar noch GALs wenn
es unbedingt sein muss.

von Wastl (hartundweichware)


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Boris schrieb:
> Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

XILINX und ISE.

von Boris (skyperhh)


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Wastl schrieb:
> Warum grämst du dich um die Beschaffbarkeit von CPLDs wenn
> das für ein "kleines Projekt" gedacht ist? Besteht das "kleine
> Projekt" aus einer Gross-Serie? Willst du die Beschaffbarkeit
> des CPLDs für 10-20 Jahre sichern?
>
> Für kleine Stückzahlen bekommt man immer noch jede Menge
> abgekündigter/eingesteller CPLD Chips, sogar noch GALs wenn
> es unbedingt sein muss.

Das stimmt schon, aber evtl. ergibt sich das beim nächsten Projekt und 
dann beim übernächsten, das ein CPLD passen würde ...

Ich suche halt Leute, die sowas "altes" noch aktuell nutzen, auch für 
evtl. Fragen usw.

von Wastl (hartundweichware)


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Boris schrieb:
> Ich suche halt Leute, die sowas "altes" noch aktuell nutzen, auch für
> evtl. Fragen usw.

Coolrunner waren damals auch deshalb cool weil man sie über den
Druckerport programmieren konnte, das (die Programmierung) hatte
man von Philips übernommen und eine zeitlang noch mitgeschleppt/
unterstützt. Ist aber mit "modernen" Rechnern wegen des fehlenden
Druckerports nicht mehr möglich.

Boris schrieb:
> Das stimmt schon, aber evtl. ergibt sich das beim nächsten Projekt und
> dann beim übernächsten, das ein CPLD passen würde ...

Dann sucht man sich einen neuen Chip. Diese Aussage passt übrigens
schon in die Kategorie Salami-Taktik.

von Anton (antang)


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Wenn man von der Größe (physikalisch und logisch) und der seltsamen 
Programmierung (Schaltplan) absieht, sind die GreenPAK von 
Silego/Dialog/Renesas recht nett:

https://www.renesas.com/en/products/programmable-logic/greenpak-programmable-mixed-signal-products

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Boris schrieb:
> und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

<loriot>Vielleicht stimmt mit deinem Gefuehl was nicht</loriot>
Wenn du eher bei kHz unterwegs bist, wuerde ich nicht zum CPLD greifen.

Gruss
WK

von Wastl (hartundweichware)


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Wastl schrieb:
> XILINX und ISE.

Sucht man auf ebay nach "xilinx platform cable" bekommt man vom
Chinesen einen Xilinx Programmer für 25-30 Euro angeboten.

von Boris (skyperhh)


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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Boris schrieb:
>> und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.
>
> <loriot>Vielleicht stimmt mit deinem Gefuehl was nicht</loriot>
> Wenn du eher bei kHz unterwegs bist, wuerde ich nicht zum CPLD greifen.
>
> Gruss
> WK

Also erst mal brauche ich nur kombinatorische Logik, evtl. kommt noch 
ein Zähler dazu, ähnlich CD4029. Das sollte sich alles in einem CPLD 
verpacken lassen... man könnte auch eine große Wahrheitstabelle 
aufstellen und das ganze in einen PROM, EPROM oder EEPROM packen... ein 
µC würde das auch erledigen können und sich 99% der Zeit langweilen!

Egal welchen CPLD man nimmt, den Programmer mit USB gibt es für ein paar 
EUR im Netz zu kaufen, dass sollte nicht das Thema sein.

Ise Webpack kenne ich noch aus dem Studium, haben damals den Virtex Pro 
damit programmiert bzw. uns rumgeärgert! Deshalb die Idee, vielleicht 
mal was "neues" zu probieren... aber bis jetzt scheint niemand mehr 
diese Old-School Technik zu nutzen!

von Wastl (hartundweichware)


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Anton schrieb:
> sind die GreenPAK von Silego/Dialog/Renesas recht nett:

Welchen Vorteil sollten Chips haben die "niemend kennt" und
die "nirgendwo erhältlich" sind?

von Anton (antang)


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Wastl schrieb:
> Anton schrieb:
>> sind die GreenPAK von Silego/Dialog/Renesas recht nett:
>
> Welchen Vorteil sollten Chips haben die "niemend kennt" und
> die "nirgendwo erhältlich" sind?

Ich kenne ein paar davon und man kann sie bei Mouser kaufen. Der Vorteil 
ist, daß sie nicht abgekündigt sind und die Design-Software kostenlos 
ist und auch für Linux und macOS verfügbar ist.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Boris schrieb:
> man könnte auch eine große Wahrheitstabelle
> aufstellen und das ganze in einen PROM, EPROM oder EEPROM packen... ein
> µC würde das auch erledigen können und sich 99% der Zeit langweilen!

Zum Programmieren von [*]PROMS brauchts tendentiell seltenere/teurere 
Adapter als fuer viele gaengige und billige µController.
Um die Psyche von sich langweilenden Controllern wuerde ich mir keinen 
Kopf machen, sondern die auch einsetzen, wenn 99% der Software aus NOP 
bestehen wuerde. Das halten die aus.

Gruss
WK

von Frank K. (fchk)


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Ich greife gerne zu Lattice MachXO[|2|3]. Kleine Packages, einige 
Versionen brauchen nur 3.3V, Flash intern.

Die Software dafür heißt Lattice Diamond. Du musst immer eine 
Jahreslizenz beantragen, aber die ist kostenlos, und nach Ablauf 
beantragst Du einfach eine neue.

Beispiel:
https://www.digikey.de/de/products/detail/lattice-semiconductor-corporation/LCMXO3D-4300ZC-2SG72I/11498294

Zum Programmer: einfach auf ebay oder so nach "hw-usbn-2a" suchen. Das 
passt dann.

fchk

von Pat A. (patamat)


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Boris schrieb:
> Was würdet Ihr empfehlen, Mikrochip oder Altera?

Lattice ;-)

Im Ernst: der MachXO2-256 ist ideal, um ein TTL-Grab zu ersetzen. Recht 
günstig (so um 5$), integriertes Flash, einfach anzuschließen und mit 
Diamond (kostenlos und auch schlank!) zu programmieren.

Als JTAG-Programmierer tut's irgendein FTDI FT232HQ oder FT2232HQ-Board. 
Außerdem lässt sich der MachXO2 auch noch per I2C oder SPI flashen. Die 
Routinen muss man allerdings selbst schreiben, ist aber kein Hexenwerk.

Edit: Frank war schneller ;-)

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Boris schrieb:
> Sprache wäre dann "CUPL",
> müsste ich mich einarbeiten, vermutlich / hoffentlich ähnlich VHDL? Hat
> da jemand Erfahrung mit? Programmer bräuchte ich auch noch.

Ich hab WinCUPL probiert und in die Ecke geworfen. Ich scheitere daran. 
Kaum Unterlagen dazu, kein Tutorial. Das ist für mich die komplette 
Sackgasse.
Und daher hab ich mich, für die Pillepalle-Aufgabe, für den ForgeFPGA 
entschieden. Vor allem, weil ich nur wenige Pins brauche.
Eventuelle Hindernis: Die Gehäusebauform.
Die üblichen FPGA-Kandidaten schieden aus, weil viel zu viele Pins.

Beitrag "ForgeFPGA statt CPLD. Ein riesen Erforg für mich, keiner für die Menscheit. ;-)"

von Bruno V. (bruno_v)


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Boris schrieb:
> "TTL-Grab" durch einen CPLD
> ersetzen, also reine kombinatorische Logik, vielleicht auch etwas mit
> Takt und einem Zähler, dann aber eher kHz. Ein FPGA wäre an dieser
> Stelle viel zu "groß" und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

Ein Grund für fehlende TTL-Gräber sind m.E. moderne µC. Egal ob Displays 
oder viele I/O, das meiste erledigen µC und notfalls Schieberegister 
quasi nebenher, wenn es nicht gerade um ein Replacement einer 
Zwischenschaltung geht.

: Bearbeitet durch User
von Nick (b620ys)


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Nachtrag:
Die IDE für den ForgeFPGA kann nur Verilog (falls ich das richtig 
gesehen hab). Man kann aber auch "Gatter zeichnen".
Bevor du da Geld versenkst, probier das lieber vorher aus. Für die IDE 
muss man sich registrieren.
Der Programmer kostet aber Geld! Etwa 120 €, gabs aber schon mal 
deutlich billiger.

von Falk B. (falk)


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Boris schrieb:
> für eine kleines Projekt möchte ich ein "TTL-Grab" durch einen CPLD
> ersetzen, also reine kombinatorische Logik, vielleicht auch etwas mit
> Takt und einem Zähler, dann aber eher kHz. Ein FPGA wäre an dieser
> Stelle viel zu "groß" und auch ein µC wäre gefühlt nicht so passend.

Falsch. Einen kHz Zähler erledigt praktisch jeder moderne 
Mikrocontroller im Schlaf, ggf. sogar in Software. Aber die meisten 
haben Timer mit externen Takteingängen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Boris schrieb:
> Ein FPGA wäre an dieser Stelle viel zu "groß"
Nimm die MachXO2 von Lattice, die gibts auch in klein und 
bastlerfreundlich (z.B. TQFP100 oder 144). Die Toolchain ist kostenlos 
und den Programmieradapter gibts für 16€ bei Ali.

von 🍅🍅 🍅. (tomate)


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Weil CPLD ja auch gleich CPLD ist, gibt so zwischen 36 und 2000LUTs, bzw 
kann fast nix bis passt ganzer CPU rein.

Billiges FPGA Board mit affig Resourcen kaufen, dadrauf entwickeln und 
dann fertigen Kram in kleinstmöglichen CPLD wursten??

von Niklas G. (erlkoenig) Benutzerseite


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Boris schrieb:
> ein µC würde das auch erledigen können und sich 99% der Zeit langweilen!

Dann kommt er 99% der Zeit in den Sleep Mode und verbraucht dann fast 
nichts. Im Endeffekt möglicherweise weniger als der CPLD oder das 
TTL-Grab. Heutzutage macht man alles mit Prozessoren, selbst simple ICs 
haben gern mal einen maskenprogrammierten Minimalprozessor zur Steuerung 
drin. Selbst manche Peripherieeinheiten von Mikrocontrollern enthalten 
wieder einen eigenen Spezialprozessor. Wenn es also nicht extrem 
zeitkritisch ist oder Massen an IOs nötig sind, ist ein Mikrocontroller 
bei Preis, Verbrauch, Beschaffbarkeit, Softwaresupport, Literatur... 
überlegen.

von Gerhard H. (ghf)


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Nick schrieb:
> Boris schrieb:
>> Sprache wäre dann "CUPL",
>> müsste ich mich einarbeiten, vermutlich / hoffentlich ähnlich VHDL? Hat
>> da jemand Erfahrung mit? Programmer bräuchte ich auch noch.
>
> Ich hab WinCUPL probiert und in die Ecke geworfen. Ich scheitere daran.
> Kaum Unterlagen dazu, kein Tutorial. Das ist für mich die komplette
> Sackgasse.

Ich habe mit CUPL $DAMALS richtig gute Erfarungen gemacht.
$DAMALS = etwa 1984.  Den FIR-Filter-Algorithmus habe ich mit
Z80-Turbo-Pascal verifiziert, mit CUPL in Statemaschinen zerhackt
und die vielen Pals konnte man mit CUPL dann auch am Stück simulieren,
auf der VAX11/750. Von einem Wire-Wrap-Fehler abgesehen hat das
im ersten Anlauf funktioniert (und massenhaft Strom gezogen :-) ).
Ja doch, VHDL und so kann ich auch.

Aber CUPL war nix zum Wegwerfen.

Gerhard H

von Nick (b620ys)


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Gerhard H. schrieb:
> Aber CUPL war nix zum Wegwerfen.

Und würdest du heute auch noch Zeit dafür investieren?

von Boris (skyperhh)


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Nick schrieb:
> Gerhard H. schrieb:
>> Aber CUPL war nix zum Wegwerfen.
>
> Und würdest du heute auch noch Zeit dafür investieren?

Das ist so langsam die große Frage, die ich mir stelle... die "meisten" 
Empfehlungen gehen zu Lattice oder empfehlen einen µC als Lösung, was 
ohne Probleme machbar wäre.

Scheint, außer für spezielle Anwendungen die man mit FPGAs löst, hat 
sich das Thema Programmierbare logische Schaltungen (CPLDs) erledigt.

RIP

von Falk B. (falk)


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Boris schrieb:
> Scheint, außer für spezielle Anwendungen die man mit FPGAs löst, hat
> sich das Thema Programmierbare logische Schaltungen (CPLDs) erledigt.
>
> RIP

Es gibt hier nur zwei Gründe, einen FPGA oder CPLD zu nutzen. Du willst 
einfach aus Spaß an der Freud was damit machen oder was lernen. Wenn du 
aber nur das Problem lösen willst, nimmt man sie nicht. Entscheide dich.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard H. schrieb:
> $DAMALS = etwa 1984.
Das fasst die Lage ganz gut zusammen.

Es ist wie Latein: gut, wenn man alte Sachen analysieren will. 
Unbrauchbar in heutiger Zeit. Weder bei medizinischen Begriffen noch im 
Vatikan ist Latein eine aktuelle Sprache.

Boris schrieb:
> die "meisten" Empfehlungen gehen zu Lattice oder empfehlen einen µC als
> Lösung
Es ist im Grunde einfach:
1. Wenn (irgend) ein uC die Aufgabe lösen kann, dann nimm den.
2. Wenn der uC eine (Teil-)Aufgabe nicht lösen kann, dann nimm ein FPGA.

von Clemens L. (c_l)


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Anton schrieb:
> Wenn man von der Größe (physikalisch und logisch) und der seltsamen
> Programmierung (Schaltplan) absieht, sind die GreenPAK von
> Silego/Dialog/Renesas recht nett

Ganz grob ähnlich sind die PLDs von TI. Der neueste (noch nicht 
verfügbar)
ist vollständig dokumentiert und kann über I²C/SPI programmiert werden:
https://www.ti.com/product/TPLD2001
(Und mit 20 LUTs ist er der größte der Familie.)

von Cartman E. (cartmaneric)


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Clemens L. schrieb:

> https://www.ti.com/product/TPLD2001
> (Und mit 20 LUTs ist er der größte der Familie.)

16 Logikblöcke hat auch ein 16F13145. Und einen PIC zum konfigurieren.
☺

von Nick (b620ys)


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Boris schrieb:
> Das ist so langsam die große Frage, die ich mir stelle... die "meisten"
> Empfehlungen gehen zu Lattice oder empfehlen einen µC als Lösung,

Ich weiß ja nicht wie schnell das gehen soll.

Aber du könntest dir ja auch noch XMOS ansehen. Damit bekommt man 10 ns 
Auflösung hin und hat acht Kerne. Hardwareorientierterer µC gibts nicht.
https://www.xmos.com/xcore-200
Hab ich nur gesagt, damit du dir noch unsicherer wirst. :-))

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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Mit einem pauschalen "Mikrocontroller ersetz CPLD" sollte man vorsichtig 
sein, das stimmt in den wenigsten Fällen.

Mikrocontroller ist nicht gleich mikrocontroller, und wenn man "damals" 
das Gerät mit einem solchen hätte aufbauen können, hätte man das 
gemacht.

Eine Probe-Implementation auf einem ARM Embedded sollte es schon sein, 
gerne mit 40+ MHz. Und oft scheitert es an Trivialitäten wie "zu wenig 
Pins" am µC. Ja CPLD's werden halt auch als Adressdecoder am parallelen 
Bus eingesetzt, da muss man mal schnell ein paar bits bspw. 17 
Ver-AND-en. Blöd wenn die Eingänge des µC in 8-bit Ports organisiert 
sind. Geht natürlich auch, kostet dann aber clock cycles und die 
Reaktionszeit "rutscht" vom 0.1 µs Bereich in den von ein- oder 
zweistellen Mikrosekunden. Noch langsamer sind Implementation von 
Programmieren die Abstraktionsebenen weit weg von der Hardware unterwegs 
sind. Man sollte schon die µC-Interna (Datenblatt) genau kennen und den 
µC wenigstens partiell in Assembler oder Hardware-nahem C programmieren 
können, um eine Chance auf optimal kurze subroutinen zu haben.

Ein Beispiel für eine weit verbreitete CPLD-Anwendung wäre hier der 
"GARY" aus dem Amiga 500 Heimcomputer der End-Achtziger. Gabs in 
Millionenstückzahl, hat wirklich nur simple  Adressdekode-ing gemacht 
und lief unter 10 MHz. Hat sich bis heute kein µC Ersatz dafür gefunden.
https://www.retrosix.wiki/gary-amiga-500

CPLD's werden auch gern als Levelshifter mit Intelligenz eingesetzt, 
aber die die 5V vertragen werden auch immer weniger.
In den letzten 6/7 Jahren haben sich die bereits erwähnten Lattice vom 
Geheimtip zum Standard entwickelt, IMHO auch, weil sie Standardinterface 
wie I2C/SPI auch schon mal als Makrozelle mitbringen. Den Weg dorthin 
haben andere Hersteller bereitet.

* https://www.eejournal.com/article/20071211_altera/

BTW: Die Macher vom "Steckerschwein" haben vor kurzem ihre Erfahrungen 
beim Wechseln der CPLD beschrieben: 
https://www.steckschwein.de/post/2025/07/cpld-upgrade-new-toolchain/
Dort werkelt statt dem Cool-rammler von Xilinx ein ATF von Mikrochip: 
https://ww1.microchip.com/downloads/aemDocuments/documents/MPD/ProductDocuments/DataSheets/ATF1508AS%28L%29-5V-128-Macrocell-CPLD-Data-Sheet-20006682A.pdf

: Bearbeitet durch User
von Niklas G. (erlkoenig) Benutzerseite


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Bradward B. schrieb:
> Eine Probe-Implementation auf einem ARM Embedded sollte es schon sein,
> gerne mit 40+ MHz

Total viele Anwendungen sind aber super langsam. Gerade auch die von 
Boris. Oft genug geht es um mHz statt MHz.

Bradward B. schrieb:
> und wenn man "damals" das Gerät mit einem solchen hätte aufbauen können,
> hätte man das gemacht.

Damals waren die Preisverhältnisse anders.

Bradward B. schrieb:
> da muss man mal schnell 17 bit Ver-ANDen. Blöd wenn die Eingänge des µC
> in 8-bit Ports organisiert sind.

Die Zeit der 8bit MCUs ist auch vorbei...

Bradward B. schrieb:
> Adressdekode-ing gemacht und lief unter 10 MHz. Hat sich bis heute kein
> µC Ersatz dafür gefunden.

Je nachdem wie komplex die Logik ist könnte das auf einem schnellen 
Controller schon auch gehen, in dieser Größenordnung könnten die 
Preisverhältnisse aber anders ausfallen.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn man von der Größe (physikalisch und logisch) und der seltsamen
> Programmierung (Schaltplan) absieht, sind die GreenPAK von
> Silego/Dialog/Renesas recht nett:

Das stimmt, sollte man wirklich ins Auge fassen! Technisch sind sie 
nett.

Allerdings sieht es Renesas wohl so das sie die Chips fuer dich 
programmieren und sie dann an dich unter deiner Bezeichnung verkaufen. 
Es ist auch moeglich das du einige Typen mit einem ihrer Testboards 
programmierst, aber das machte auf mich alles einen etwas gebastelten 
Eindruck. Die Teile passen irgendwie schlecht in eine "normale" Firma wo 
du ein solches Teil auf mehreren Boards im Einsatz hast und selber im 
Rahmen der Herstellung flasht.
Irgendwie hat Renesas da ein schraeges Mindset.

Vanye

von Rick D. (rickdangerus)


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Vanye R. schrieb:
> Irgendwie hat Renesas da ein schraeges Mindset.
Bei den langen Bestellnummern heutzutage, könnten sie den Bitstream da 
gleich mit reinkodieren :-)

von Falk B. (falk)


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Bradward B. schrieb:
> Mit einem pauschalen "Mikrocontroller ersetz CPLD" sollte man vorsichtig
> sein, das stimmt in den wenigsten Fällen.

Das hat keiner hier auch nur ansatzweise gesagt. Sondern 
"Mikrocontroller ersetzt TTL-Grab mit kHz Zähler"

> Ein Beispiel für eine weit verbreitete CPLD-Anwendung wäre hier der
> "GARY" aus dem Amiga 500 Heimcomputer der End-Achtziger. Gabs in
> Millionenstückzahl, hat wirklich nur simple  Adressdekode-ing gemacht
> und lief unter 10 MHz. Hat sich bis heute kein µC Ersatz dafür gefunden.
> https://www.retrosix.wiki/gary-amiga-500

Meilenweit vom Thema weg. Niemand will ernsthaft Adressdekoder mit einem 
Controller bauen.

von Boris (skyperhh)


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Bradward B. schrieb:
> BTW: Die Macher vom "Steckerschwein" haben vor kurzem ihre Erfahrungen
> beim Wechseln der CPLD beschrieben:
> https://www.steckschwein.de/post/2025/07/cpld-upgrade-new-toolchain/
> Dort werkelt statt dem Cool-rammler von Xilinx ein ATF von Mikrochip:
> https://ww1.microchip.com/downloads/aemDocuments/documents/MPD/

Nette Geschichte, ich hab mich mal umgeschaut, ob es neuere Infos zum 
ProChip Designer gibt, vielleicht besinnt Mentor sich ja um lol. Bin 
auf den Beitrag von 2020 gestoßen, die 
https://snowgoons.ro/posts/2020-11-25-atf15xx-vhdl-development-for-cheap/

Wie schon gesagt, für mein Projekt wird / werden es jetzt µC auf dem 
Boards.

Ich hab damals am Kurs / Vorlesung "Hardware Software Codesign" von 
Reichard und Schwarz teilgenommen. Hardware war von Xilinx ein Virtex-II 
Pro FPGA auf einem Board von Digilent. Soweit ich mich erinnere, hatte 
der FPGA einen µCs in Hardware eingebaut (PowerPC), als alternative zum 
Microblaze in VHDL, der ganz gut Platz fressen konnte.

Wir haben dann in VHDL Hardware "gabaut", welche vom Prozessor gesteuert 
/ verwendet wurde. Wir haben aus den Hardware-Multiplizier mit 
Akkumulator (MultAdd), etwas mehr als 100, ein FIR Filter gebaut, ein 
Durchlauf eines Werte durch die gesammte Kette, hat einen Takt (100MHz) 
gedauert... das war um 2010 schon beeindruckend und mit einem µC nicht 
machbar.

: Bearbeitet durch User
von Christoph Z. (christophz)


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Boris schrieb:
> das war um 2010 schon beeindruckend und mit einem µC nicht machbar.

Ja, ist beeindruckend. Der Preis eines Virtex-II Pro war es auch! Und 
2010 war der auch schon wieder übel veraltet, da war schon der Virtex-5 
auf dem Markt.

Extrem beindruckend sowohl in Leistung und Preis sind die AMD/Xilinx 
RF-SoC Chips. Da war ein Virtex-II Pro ja noch ein Schnäppchen.
Aber jetzt vergleichen wir definitv Melonen mit Rosinchen :-)

von Nick (b620ys)


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Anton schrieb:
> Wenn man von der Größe (physikalisch und logisch) und der seltsamen
> Programmierung (Schaltplan) absieht, sind die GreenPAK von
> Silego/Dialog/Renesas recht nett:

Das sind aber nicht die von mir genannten FPGA. Seltsam ist an den 
ForgeFPGA von renesas eigentlich nichts. Eher recht simpel wenn man die 
IDE mal mit den Platzhirschen vergleicht.
Was du meinst sind die programmierbaren "Analog-Dinger". Ja, die 
brauchen wohl Einarbeitung und man muss eigentlich eine fertige 
Schaltung haben und dann versuchen die dort zu verwenden. Oder so. Ich 
hab mich damit aber nur ganz kurz beschäftigt.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Was du meinst sind die programmierbaren "Analog-Dinger".

Die Analogdinger koennen aber auch digital und es gibt wohl auch 
Versionen wo die analoge Funktion fehlt. Die Forge gibt gibt es dann 
auch noch. Echt verwirrend.
Ich meine auch das ich letztens noch Werbung von irgendjemand mit einer 
weiteren "MiniFPGA" Serie im Briefkasten hatte.  Anscheinend kommt sowas 
langsam in Mode.

Vanye

von Nick (b620ys)


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Vanye R. schrieb:
> Die Analogdinger koennen aber auch digital und es gibt wohl auch
> Versionen wo die analoge Funktion fehlt. Die Forge gibt gibt es dann
> auch noch. Echt verwirrend.

Da hast du dich wohl selbst verwirrt.
Es gibt ForgeFPGA low-density FPGA
https://www.renesas.com/en/products/programmable-logic/forgefpga-low-density-fpgas

Und GreenPak programmable mixed-signal products
https://www.renesas.com/en/products/programmable-logic/greenpak-programmable-mixed-signal-products

von Gerhard H. (ghf)


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Bradward B. schrieb:

> BTW: Die Macher vom "Steckerschwein" haben vor kurzem ihre Erfahrungen
> beim Wechseln der CPLD beschrieben:
> https://www.steckschwein.de/post/2025/07/cpld-upgrade-new-toolchain/
> Dort werkelt statt dem Cool-rammler von Xilinx ein ATF von Mikrochip:
> 
https://ww1.microchip.com/downloads/aemDocuments/documents/MPD/ProductDocuments/DataSheets/ATF1508AS%28L%29-5V-128-Macrocell-CPLD-Data-Sheet-20006682A.pdf

Autschn! Mit 180 mA Ruhestrom (industrial) fühlt man sich ja echt
in die PAL-Zeit mit MMI zurückgebombt.
Die Coolrunner II werde ich wohl vermissen!

Gerhard

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