Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bitte um Feedback: GPSDO mit dem AS6501


von Christoph T. (christuer)


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Hallo zusammen,


ich habe gerade den Schaltplan für mein GPSDO fertiggestellt und wäre 
dankbar, wenn jemand mit mehr Erfahrung einmal drüberschauen könnte.
Insbesondere bei den OVP-/Komparatorschaltungen auf Seite 5 sowie der 
Stromversorgung auf Seite 6 bin ich mir unsicher, ob ich diese korrekt 
ausgelegt habe.

Ist die Schirmung der RS-232-Schnittstelle auf Seite 3 so richtig 
angeschlossen(Im Internet findet man dazu ja viele unterschiedliche 
Varianten)?


Ich komme aus dem Maschinenbau, daher bitte ich um Nachsicht.

Vielen Dank für eure Hilfe.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Die software fehlt halt noch. Falls es am Schluss nicht funktioniert, 
einfach einen der Duzend opOnsource Loesungen anwenden.

von Gerd E. (robberknight)


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Mir fallen ein paar Punkte auf die Du nochmal genauer 
durchdenken/recherchieren solltest:

- VBAT. Hier würde ich ne doppelte Schottky Diode mit wenig Leckstrom 
(z.B. BAS70-05) von 3.3V und der Batterie vorsehen. So dass wirklich nur 
Strom von der Batterie fließt wenn die Versorgung weg ist.

- Willst Du kein USB am STM32? Zumindest zum Flashen von Firmware über 
den integrierten Bootloader würde ich das vorsehen, ist oft einfacher 
als JTAG. Auch zur Kommunikation bei der Entwicklung bequemer als RS232.

- die 1µF am Ausgang vom OPA383 beim Sallen-Key Tiefpass könnten zu viel 
für den Opamp sein. Der Kondensator geht natürlich nicht gegen GND, aber 
dennoch muss man bei größeren Kondensatoren an Opamp-Ausgängen immer 
vorsichtig sein dass es nicht zum Schwingen kommt.

- Evtl. einen mehr auf niedrigeren Jitter optimierten Komparator 
verwenden um die 10 MHz von Sinus auf CMOS umzuwandeln. Wenn schon 
AS6501, dann will man dessen Performance ja nicht durch sowas vergeuden. 
Beim TLV3501 kommt das Wort "Jitter" im Datenblatt nirgends vor, spricht 
dafür dass TI das nicht darauf optimiert hat. Z.B. beim ADCMP603 gehen 
die dagegen im Datenblatt genauer auf das Thema ein und geben Tipps wie 
man dafür optimiert.

- Bei der Stromversorgung finde ich die 5.5V etws knapp um daraus 5V zu 
machen. Ja, Deine LDOs sind welche die wenig Dropout brauchen. Aber sie 
regeln besser wenn sie etwas mehr "Luft zum Atmen" haben. Geh lieber auf 
6V mit dem Vorregler.

- Was willst Du für Übertrager für die Sinus-Ausgänge nehmen? Willst Du 
die selbst wickelen? Wenn ja, dann schau mal lieber nach MiniCircuits 
T1-1-X65.

- Vielleicht noch CMOS 10 MHz Ausgänge vorsehen für Geräte die kein 
Sinus mögen? Evtl. umschaltbar Sinus/CMOS, dann kostet es weniger Platz.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerd E. schrieb:
> - VBAT. Hier würde ich ne doppelte Schottky Diode mit wenig Leckstrom
> (z.B. BAS70-05) von 3.3V und der Batterie vorsehen. So dass wirklich nur
> Strom von der Batterie fließt wenn die Versorgung weg ist.

Was soll denn diese ständige Kasperei mit dem Leckstrom? Du solltest mal 
versuchen, diesen bei einstelligen Volt und Raumtemperatur zu messen.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Den Jitter von Bauteilen sollte man vergessen, denn der 1pps Puls 
jittert um 50ns. Jitter mittelt sich raus, daher muss man halt mitteln. 
Um mit dem 1pps Puls auf de volle Genauigkeit der GPS Referenz zu kommen 
mittelt man ueber 1000 sekunden, entsprechend einer viertel Stunde.

von Christoph T. (christuer)



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Gerd E. schrieb:
> - Willst Du kein USB am STM32? Zumindest zum Flashen von Firmware über
> den integrierten Bootloader würde ich das vorsehen, ist oft einfacher
> als JTAG. Auch zur Kommunikation bei der Entwicklung bequemer als RS232.

Ich hatte anfangs auch überlegt, USB zu verwenden. Im Vergleich zu 
RS‑232 ist der Aufwand aber deutlich höher, und der zusätzliche Nutzen 
wäre in meinem Fall eher gering.


Gerd E. schrieb:
> - die 1µF am Ausgang vom OPA383 beim Sallen-Key Tiefpass könnten zu viel
> für den Opamp sein. Der Kondensator geht natürlich nicht gegen GND, aber
> dennoch muss man bei größeren Kondensatoren an Opamp-Ausgängen immer
> vorsichtig sein dass es nicht zum Schwingen kommt.

Der Filter ist mit einem Online‑Rechner ausgelegt; laut Berechnung 
sollte er stabil sein. Siehe Anhang.


Gerd E. schrieb:
> - Evtl. einen mehr auf niedrigeren Jitter optimierten Komparator
> verwenden um die 10 MHz von Sinus auf CMOS umzuwandeln. Wenn schon
> AS6501, dann will man dessen Performance ja nicht durch sowas vergeuden.
> Beim TLV3501 kommt das Wort "Jitter" im Datenblatt nirgends vor, spricht
> dafür dass TI das nicht darauf optimiert hat. Z.B. beim ADCMP603 gehen
> die dagegen im Datenblatt genauer auf das Thema ein und geben Tipps wie
> man dafür optimiert.

Danke für den Hinweis! Das schaue ich mir auf jeden Fall noch genauer 
an.


Gerd E. schrieb:
> - Bei der Stromversorgung finde ich die 5.5V etws knapp um daraus 5V zu
> machen. Ja, Deine LDOs sind welche die wenig Dropout brauchen. Aber sie
> regeln besser wenn sie etwas mehr "Luft zum Atmen" haben. Geh lieber auf
> 6V mit dem Vorregler.

Der TPS62913 liefert nur max 5,5V. Ich schaue mal nach einem anderen 
Low‑Noise‑Schaltregler.

Gerd E. schrieb:
> - Was willst Du für Übertrager für die Sinus-Ausgänge nehmen? Willst Du
> die selbst wickelen? Wenn ja, dann schau mal lieber nach MiniCircuits
> T1-1-X65.

Ich wollte die Übertrager selbst wickeln, weil ich bei DigiKey nichts 
Passendes gefunden habe.
Offenbar habe ich unter dem falschen Begriff gesucht. Sie laufen dort 
unter "Symmetrierglieder“.

Pandur S. schrieb:
> Den Jitter von Bauteilen sollte man vergessen, denn der 1pps Puls
> jittert um 50ns. Jitter mittelt sich raus, daher muss man halt mitteln.
> Um mit dem 1pps Puls auf de volle Genauigkeit der GPS Referenz zu kommen
> mittelt man ueber 1000 sekunden, entsprechend einer viertel Stunde.

Timing‑GPS‑Module haben einen deutlich geringeren Jitter.

z.B. ZED-F9T: 
https://content.u-blox.com/sites/default/files/documents/ZED-F9T-20B_DataSheet_UBXDOC-963802114-12681.pdf

Time pulse jitter = ±4 ns

Time-mark resolution = 8 ns

von Hans-Georg L. (h-g-l)


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Christoph T. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> - Evtl. einen mehr auf niedrigeren Jitter optimierten Komparator
>> verwenden um die 10 MHz von Sinus auf CMOS umzuwandeln. Wenn schon
>> AS6501, dann will man dessen Performance ja nicht durch sowas vergeuden.
>> Beim TLV3501 kommt das Wort "Jitter" im Datenblatt nirgends vor, spricht
>> dafür dass TI das nicht darauf optimiert hat. Z.B. beim ADCMP603 gehen
>> die dagegen im Datenblatt genauer auf das Thema ein und geben Tipps wie
>> man dafür optimiert.
>
> Danke für den Hinweis! Das schaue ich mir auf jeden Fall noch genauer
> an.

Nimm einen LTC6957, da brauchst du nichts optimieren der ist genau dafür 
gemacht  ;-)

von Gerd E. (robberknight)


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Hans-Georg L. schrieb:
> Nimm einen LTC6957, da brauchst du nichts optimieren der ist genau dafür
> gemacht  ;-)

Interessant, die sehen wirklich gut dafür geeignet aus. Kannte ich noch 
gar nicht und werde ich mir merken.

Edit: scheint aber auch schon wieder abgekündigt worden zu sein. Und der 
Nachfolger ADF6957 scheint noch nicht fertig zu sein.

: Bearbeitet durch User
von Hans-Georg L. (h-g-l)


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Gerd E. schrieb:
> Hans-Georg L. schrieb:
>> Nimm einen LTC6957, da brauchst du nichts optimieren der ist genau dafür
>> gemacht  ;-)
>
> Interessant, die sehen wirklich gut dafür geeignet aus. Kannte ich noch
> gar nicht und werde ich mir merken.
>
> Edit: scheint aber auch schon wieder abgekündigt worden zu sein.

Ja leider TI hat den Laden übernommen und will scheinbar nur noch 
Massenprodukte. Si9nd erst kürzlich abgekündigt und noch gut zu kaufen
Ich habe mir vorsichtshalber Vorrat angeschafft ;-).

Aber wenn wir schon dabei sind für die 10 Mhz Ausgaben kannst du Renesas 
5PB1108 Treiber nehmen, die haben die 50 Ohm schon intern.

von Gerd E. (robberknight)


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Christoph T. schrieb:
>> - die 1µF am Ausgang vom OPA383 beim Sallen-Key Tiefpass könnten zu viel
>> für den Opamp sein. Der Kondensator geht natürlich nicht gegen GND, aber
>> dennoch muss man bei größeren Kondensatoren an Opamp-Ausgängen immer
>> vorsichtig sein dass es nicht zum Schwingen kommt.
>
> Der Filter ist mit einem Online‑Rechner ausgelegt; laut Berechnung
> sollte er stabil sein. Siehe Anhang.

Bedenke dass das eine Berechnung mit einem idealen Opamp ist. Das ist 
zwar nicht schlecht, ich würde mir das nochmal in einer Spice-Simulation 
mit einem Modell vom OPA383 anschauen. Da das ein TI-Opamp ist, müsste 
es für den ein Modell im TI-TINA geben.

Mit Kondensatoren an Opamp-Ausgängen habe ich mir schon genug die Finger 
verbrannt...

: Bearbeitet durch User
von Robert M. (r0bm)


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Gerd E. schrieb:
> Bedenke dass das eine Berechnung mit einem idealen Opamp ist. Das ist
> zwar nicht schlecht, ich würde mir das nochmal in einer Spice-Simulation
> mit einem Modell vom OPA383 anschauen. Da das ein TI-Opamp ist, müsste
> es für den ein Modell im TI-TINA geben.
>
> Mit Kondensatoren an Opamp-Ausgängen habe ich mir schon genug die Finger
> verbrannt...

Laut Schaltplan liegt keine kapazitive Last am Ausgang des OPV an. Das 
Filter ist stabil da es keine Verstärkung hat. Bei den passiven 
Bauteilen herrscht Gleichgewicht (Q=0,5), d.h. erst eine Verstärkung >=3 
würde zu Instabilität führen.

von Rainer W. (rawi)


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Gerd E. schrieb:
> die 1µF am Ausgang vom OPA383 beim Sallen-Key Tiefpass könnten zu viel
> für den Opamp sein. Der Kondensator geht natürlich nicht gegen GND, aber
> dennoch muss man bei größeren Kondensatoren an Opamp-Ausgängen immer
> vorsichtig sein dass es nicht zum Schwingen kommt.

Hast du R12 übersehen?

Eine Schwingung entsteht, wenn die Phasenreserve zu klein wird.
Nur weil ein Bein eines Kondensators am Aushang hängt, passiert da noch 
nichts. Es kommt auf die zusätzliche Phasenverschiebung an, die dadurch 
bei Verstärkung ab 1 für die Gegenkopplung entsteht.

: Bearbeitet durch User
von Christoph T. (christuer)


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Ich habe die Stromversorgung auf Seite 6 überarbeitet.

Da ich keine Low‑Noise‑Schaltregler gefunden habe, die mehr als 5,5 V 
Ausgangsspannung liefern, verwende ich jetzt einen normalen 
Schaltregler. Für den Analogteil habe ich eine Ferritperle + LC‑Filter 
vorgesehen.

Gibt es Probleme, wenn am Ausgang eines Schaltreglers ein LC‑Filter 
hängt?

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