Forum: Offtopic Das Hundertstausendstel Millimeter messen?


von Bernd F. (metallfunk)


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Ich plane gerade eine Präzisionspendeluhr.
Mit 0,5 Hz Pendel, ca. 1 Meter lang. Material wird Glaskeramik
(Ausdehnungsfaktor 0 (+- 0,5) ppm.

Die Pendelbeschläge und die Pendelfeder aus Stahl. Um deren Aus-
dehnung zu kompensieren, gibt es ein gegenläufiges Element.

Das Problem: Die Datenblätter dieser Materialien haben Spielraum,
da kann ich aber gegensteuern.

Üblicherweise misst man die Ganggenauigkeit des laufenden Pendels
und versucht die optimale Konfiguration des Kompensationselementes zu
treffen.

Nun kommt die Luftdichte ins Spiel, jede Änderung der Temperatur
ändert auch die Luftdichte. Das wirkt auf das Pendel.

Um beide Faktoren getrennt zu betrachten, bräuchte ich ein Pendel
mit 0 Ausdehnungsfaktor. Aber wie Messen???

Berührungsfrei und genau? Da gibt es doch Michelson-Interferometer.
Hat hier jemand sowas rumliegen?

Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.

Es ist also nicht so, dass man hier mit Kanonen auf Spatzen schießt.


Grüße Bernd

von H. H. (hhinz)


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Schnapsidee.

von Hans W. (hanswieland)


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Bernd F. schrieb:
> Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.

Eine Sekunde pro Monat wäre schon sehr ambitioniert.

von BirnKichler S. (Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) (max707)


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Bernd F. schrieb:
> Ich plane gerade eine Präzisionspendeluhr.
> Mit 0,5 Hz Pendel, ca. 1 Meter lang. Material wird Glaskeramik
> (Ausdehnungsfaktor 0 (+- 0,5) ppm.
>

>
> Üblicherweise misst man die Ganggenauigkeit des laufenden Pendels
> und versucht die optimale Konfiguration des Kompensationselementes zu
> treffen.
>

> Nun kommt die Luftdichte ins Spiel, jede Änderung der Temperatur
> ändert auch die Luftdichte. Das wirkt auf das Pendel.
>

> Grüße Bernd

Halte die Temperatur konstant.

Gegen Dichteänderungen des Mediums hilft entfernen dessen.

von Nick (b620ys)


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Bernd F. schrieb:
> Nun kommt die Luftdichte ins Spiel, jede Änderung der Temperatur
> ändert auch die Luftdichte. Das wirkt auf das Pendel.

Mit einer Art Käseglocke luftdich umhausen.
Gleicher Luftdruck, gleiche Luftfeuchte.
Und nicht den Strahlungsdruck der Sonne vergessen.

von Bernd F. (metallfunk)


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Hans W. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.
>
> Eine Sekunde pro Monat wäre schon sehr ambitioniert.

Das weiß ich. Aber wo bleibt der Spaß, wenn ich es nicht versuche.
Wesentlich schwieriger, als Temperatur, wird die Luftdichte-
Kompensation.

Das Problem, daß alle Erbauer solcher Uhren haben ist:
Was ist nicht perfekte Temperaturkompensation, was kommt aus anderen
Faktoren?

Ohne Messungen nicht rauszufinden.

Es geht also darum, ein stillstehendes Pendel bei einer Änderung
von 1-20 K Unterschied zu vermessen.

Grüße Bernd

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (dachs)


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Interessante Fragestellung.

Das untere Ende des Pendels in der untersten
Position mit starker Vergrösserung und einer Kamera beobachten war meine 
erste Idee, aber da fängt man sich die Abweichungen der Befestigung der 
Kamera ein, die sicher weit grösser sind.

Zwischen Pendelfeder und Pendel ein weiteres Bauteil einfügen, das die 
Änderung von Feder und Beschlag ausgleicht?

von BirnKichler S. (Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) (max707)


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Bernd F. schrieb:

>
> Es geht also darum, ein stillstehendes Pendel bei einer Änderung
> von 1-20 K Unterschied zu vermessen.
>
> Grüße Bernd

Darf es auch liegen?

von Clemens S. (zoggl)


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Ich denke dass du eher die Längenänderung der Aufhängung misst. Diese 
ändert sich ja auch temperaturabhängig das heißt nur das Wachstum zu 
messen ist eher schwierig.


Huygens hat sich mal damit beschäftigt.
https://m.youtube.com/watch?v=qi8jmEbWsxU
https://m.youtube.com/watch?v=rAdT4NmESZg

Wenn es ein Glasstab ost denke ich dass es am einfachsten ist die 
Flächen zu polieren und zu beschichten und dann daraus ein 
Interferometer zu bauen.

Applied scienece hat da eine tolle idee mit einer rückkoppelnden 
Laserdiode.

https://m.youtube.com/watch?v=MUdro-6u2Zg

Ob da die Kohärenzlänge ausreicht weiß ich nicht.

Aber ein tolles Projekt. Lass uns bitte teilhaben.

Irgendwer teilt ja immer seine Physikprojekte. Der kennt sich da vll 
besser aus.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Bernd F. schrieb:
> Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.

Man darf das ruhig Nanometer nennen.

Lufteinflüsse kannst Du übrigens ausschließen, indem Du den Kram im 
Vakuum vor sich herumpendeln lässt.

Ein Ultrahochvakuum ist vielleicht nicht gleich nötig.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Bernd F. schrieb:
> Temperaturkompensation

Mit etwas Nachdenken, kommt vielleicht auch eine Idee zur 
Luftdruckkompensation.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Nebenbei bemerkt hast Du noch die Einflüsse durch den Mond. Das 
beeinflusst auch Dein Pendel, wenn es ein Schwerkraftpendel sein sollte.

von Ove M. (Firma: ;-) gibt es auch) (hasenstall)


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Und was ist mit dem Einfluss des Mondes auf die Gravitation?
Wie möchtest du die dann kompensieren?
Ach ja, da ist auch noch mehr…
Sonne, Mars, Jupiter ….
Ganz großes Kino 🤪

von Wolf17 (wolf17)


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Bernd F. schrieb:
> Das Problem, daß alle Erbauer solcher Uhren haben ist:
> Was ist nicht perfekte Temperaturkompensation, was kommt aus anderen
> Faktoren? Ohne Messungen nicht rauszufinden.
> Es geht also darum, ein stillstehendes Pendel bei einer Änderung
> von 1-20 K Unterschied zu vermessen.

Dann zum Messen die anderen Faktoren vermeiden.
Pendel im luftdichten Gehäuse betreiben und dieses mit trockenem 
Stickstoff fluten. Wie hoch ist eigentlich der Mondeinfluss auf die 
Schwerkraft?

Ich schlage vor, den Temperatureinfluss nicht im Stillstand über die 
Länge, sondern im Betrieb über einige tausend Perioden zu messen.
Mit GPS disziplinierten Oszillatoren kann man mit Amateurmitteln weit 
genauer messen, als für 1s/Jahr notwendig wäre.
Wahrscheinlich reicht schon ein eingeschwungener OCXO.

: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Berührungsfrei und genau? Da gibt es doch Michelson-Interferometer.
> Hat hier jemand sowas rumliegen?

Hehe, das nächste liegt in Italien, 
https://de.wikipedia.org/wiki/Virgo_(Gravitationswellendetektor)

Oder in Potsdam im Einsteinturm, der hätte auch Höhe für ein langes 
Pendel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Einsteinturm

Wobei, der Michelson experiementierte mit seinem Interferometer in einem 
Nachbarkeller:
https://de.wikipedia.org/wiki/Michelson-Morley-Experiment

> Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.

Alternativ mal Weißlichtinterferometrie andenken:
* https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Flichtinterferometrie

Und mal bei Thor-Labs nachfragen resp im Katalog nachschauen.

von Henrik V. (henrik_v)


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Bernd, ich bin ja bei Dir, der Weg ist das Ziel.
Ich habe in Kopenhagen mal die damalige Normal-Pendel-Uhr gesehen.
Literatur-Recherche zu den bisher erzielten Unsicherheiten und die, die 
geplante Jahundert,,Jahrtausend .. Uhr erziehlen soll hast Du ja sicher 
schon gemacht.

Wenn du es nicht messen kannst, nutze es. Also statt Längen zu messen, 
messe doch die Pendelfrequenz. Frequenzmessung ist heutzutage mit 
relativ günstigen Mitteln sehr präzise möglich.
Da gibt es hier zum Beispiel das Counterprojekt... GPS stabilisierte 
Zeitbasis ...


Vakuum und Temperaturstabilisierung sind wahrscheinlich der Weg.
Meine Kollegen, die Länge sehr genau messen wollen, kämpfen mit sub 
Millikelvin..
Im Vakuum und im Bunker und und..

von H. H. (hhinz)


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Henrik V. schrieb:
> Wenn du es nicht messen kannst, nutze es. Also statt Längen zu messen,
> messe doch die Pendelfrequenz. Frequenzmessung ist heutzutage mit
> relativ günstigen Mitteln sehr präzise möglich.
> Da gibt es hier zum Beispiel das Counterprojekt... GPS stabilisierte
> Zeitbasis ...

Keine Schnapsidee.

von Bernd F. (metallfunk)


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Bradward B. schrieb:
>> Berührungsfrei und genau? Da gibt es doch Michelson-Interferometer.
>> Hat hier jemand sowas rumliegen?
>
> Hehe, das nächste liegt in Italien,
> https://de.wikipedia.org/wiki/Virgo_(Gravitationswellendetektor)
>
> Oder in Potsdam im Einsteinturm, der hätte auch Höhe für ein langes
> Pendel:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Einsteinturm
>
> Wobei, der Michelson experiementierte mit seinem Interferometer in einem
> Nachbarkeller:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Michelson-Morley-Experiment
>
>> Eine Sekunde Ungenauigkeit/Jahr= 1 Millionstel Millimeter.
>
> Alternativ mal Weißlichtinterferometrie andenken:
> * https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Flichtinterferometrie
>
> Und mal bei Thor-Labs nachfragen resp im Katalog nachschauen.

https://www.youtube.com/watch?v=1WsnnyR_AOg

Grüße Bernd

von Bernd F. (metallfunk)


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H. H. schrieb:
> Henrik V. schrieb:
>> Wenn du es nicht messen kannst, nutze es. Also statt Längen zu messen,
>> messe doch die Pendelfrequenz. Frequenzmessung ist heutzutage mit
>> relativ günstigen Mitteln sehr präzise möglich.
>> Da gibt es hier zum Beispiel das Counterprojekt... GPS stabilisierte
>> Zeitbasis ...
>
> Keine Schnapsidee.

Das ist der übliche Weg.
Das Problem: Sobald das Pendel schwingt kommen die Faktoren
Pendelantrieb und Luftdichte (Luftwiderstand) mit ins Spiel.

Deswegen hat man nie die Antwort, ob das Pendel wirklich in
der Temperatur auf 0 kompensiert ist.

Natürlich rechne ich die Kompensation aus, aber die Grundlage
sind Datenblätter der Materialien, die alle Streuwerte haben.

Grüße Bernd

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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von Bernd F. (metallfunk)


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Das Ganze wird ein Experiment, das Wochen, Monate oder Jahre
dauern wird.

Ich suche noch nach einer Möglichkeit die Pendelschwingungen hoch-
präzise zu erfassen (Lichtschranke).

Bereits nach 2-3 Tagen sollte ablesbar sein, wie der Gang auf Temperatur 
reagiert. ( 0,00xx Sekunden).

Gps-basierte Referenz.

Temperaturänderungen lassen sich simulieren, natürliche Luftdruck-
schwankungen eher nicht.

Ich habe nicht die Zeit, nach jeder Änderung Monate zu warten.

Grüße Bernd

von Henrik V. (henrik_v)


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Ein leicht zu bekommender, unstabilisierter HeNe-Laser ist gut für 3e-6.
Das reicht net bei 1m Messlänge,  1e-8 ist ja gefragt. Da braucht es 
einen Jod stabilisierten HeNe..

Wie gut Bragg-Grating stabilisierte Halbleiterlaser aktuell sind, bei 
welchen Preisen ?

von Clemens S. (zoggl)


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Uhren mit 1s/Jahr Ganggenauigkeit gibt es.

https://en.wikipedia.org/wiki/Shortt%E2%80%93Synchronome_clock

Da sollte es doch Pläne und Anregungen geben.

von Harald K. (kirnbichler)


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Bernd F. schrieb:
> Das Problem: Sobald das Pendel schwingt kommen die Faktoren
> Pendelantrieb und Luftdichte (Luftwiderstand) mit ins Spiel.

Etwas weiter oben schlug ich deswegen Pendel im Vakuum vor.

Pendelantrieb? Du bist Mechaniker, Dir wird da schon was einfallen.

(Klassische Gewichte an Seilen/Ketten, die elektromotorisch aufgezogen 
werden, wg. Vakuumdichte, oder auch Federwerk mit Aufzug über eine 
Magnetkupplung, auch die wäre vakuumdicht)

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Ove M. schrieb:
> Sonne,

"Die durch Shortt verfeinerte Zeitmessung erlaubte erstmals den 
Nachweis, dass die Erdrotation aufgrund der durch Sonne und Mond 
hervorgerufenen Nutation nicht völlig gleichmäßig ist." (wikipedia)

von Lu (oszi45)


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Das Pendel kann noch durch weitere Störgrößen beeinflusst werden. Wie 
ist es denn überhaupt gelagert? Wenn ich an das Aquarium eines Bekannten 
denke, so erzeugte jedes vorbeifahrende Fahrzeug ausreichend Wellen im 
Aquarium :-) Von Erdbeben reden wir noch nicht. 
https://geofon.gfz.de/waveform/archive/

Irgendwie erinnert mich diese Frage an die hochgenaue 
Widerstandsberechnung eines Studenten bis viele Stellen hinter dem 
Komma, der dann einen 20%-Widerstand einlöten mußte.

von Christoph E. (stoppi)


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Hallo!

Interferometer habe ich schon einige gebastelt, bekommt man u.a. Mit 
Teilen aus DVD Laufwerken hin.

Link: https://youtu.be/wvjbThZjzxM?is=_AYgkKj6QmT37vUU

Meine homepage www.stoppi-homemade-physics.de funktioniert im Moment 
nicht, da gibt es unter Laser/Optik etliche Projekte, mit denen man 
Längenänderungen im Nanometerbereich erfassen kann.

Dieses Projekt hört sich spannend an. Inwieweit dann die vielen 
Einflußfaktoren das ganze unmöglich machen zeigt die Praxis.

von Bernd F. (metallfunk)


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Harald K. schrieb:
>
> Pendelantrieb? Du bist Mechaniker, Dir wird da schon was einfallen.

Harald,

es wird eine elektrische Uhr werden. Wahrscheinlich elektromechanisch.
Direkter Pendelantrieb mit Magnetspule hat Nachteile.

Ein elektromechanischer Antrieb kann so ausgelegt werden, dass er die
Amplitude stabilisiert. Steigt die Amplitude, wird automatisch
weniger Energie zugeführt.

Der Antrieb soll nur das Pendel bewegen. Die Zeitanzeige erfolgt
über ein separates Zählwerk, das über Lichtschranke am Pendel
ausgelöst wird. Es gibt also kein konventionelles Uhrwerk.
(Das könnte ich in der hier geforderten Präzision auch nicht mehr
selbst herstellen).

Grüße Bernd

von Dieter S. (ds1)


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Bernd F. schrieb:
>
> Ich suche noch nach einer Möglichkeit die Pendelschwingungen hoch-
> präzise zu erfassen (Lichtschranke).

Wurde schon von anderen gemacht, z.B. hier (der Author kennt sich mit 
der Thematik sehr gut aus):

http://leapsecond.com/pend/run125/

Zitat "Measurements were made with a high-speed high-resolution 
interferometer-based position encoder."

von Nick (b620ys)


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Bernd F. schrieb:
> Material wird Glaskeramik
> (Ausdehnungsfaktor 0 (+- 0,5) ppm.

Sei mir nicht böse, aber du übernimmst dich um mehrer Größenordnungen.
Nur mal biss Kontext:
1 nm sind 1 * 10^-6 mm. Ein Druckerpapier hat 0.1 mm Dicke. Das teilst 
du jetzt in 100000 gleich dicke Teile und bist schon bei 1 nm. Nicht mal 
Faktor 10 weniger hast du den Atomdurchmesserbereich.
Wie willst du denn den Laser fixieren, dass er nicht um 1 nm verschoben 
wird?

Kauf eine Stange Invar 36 (1 m Drm 12 kostet ca. 130 €), dann bist Du 
bei einem Ausdehnungskoeffizienten von 1.6 * 10^-6. Und bekommst ein 
Zertifikat mit dazu (k.A. was da drinn steht). Den Rest kannst dann, nur 
durch Rechnen, mit anderem Material ausgleichen.

Ich kann 100 nm relativ messen, da musst du schon aufpassen in welche 
Richtung du ausatmest.
In der mechanischen Bearbeitung gibt es die Toleranzen, Und dabei die 
IT-Klassen (Grundtoleranzen). Bei 1 m (geht aber nur bis 500 mm, einfach 
hochgerechnet) und Genauigkeitsklasse 01 (genauer gibts nicht) hat man 
0.008 mm Spielraum. Das ist halt dann auch halbwegs realistisch messbar. 
Aber jeder wird dich rauswerfen wenn du mit der Zeichnung kommst.

Den nm Abweichung bekommst du schon, wenn der Schmierfilm im Pendellager 
grad mal weniger Lust hat.

Ich will dich nicht abhalten! Mach gerne weiter damit, das ist super 
interessant. Aber deine Ziele sind zu hoch gesteckt.

von Henrik V. (henrik_v)


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Christoph E. schrieb:
> Meine homepage http://www.stoppi-homemade-physics.de funktioniert im
> Moment nicht, da gibt es unter Laser/Optik etliche Projekte, mit denen
> man Längenänderungen im Nanometerbereich erfassen kann.

Christoph, er möchte 1m mit 1e-8 messen, über Stunden, Tage, absolut!
Da braucht es ein sehr sorgfältig aufgebautes Interferometer, mindestens 
homodyne Quadratur. Dann muss der Referenzarm auch entsprechend stabil 
sein...
(Da gibt es aber ggf einen Trick)
Und er braucht dennoch einen Laser dessen Wellenlänge etwas besser als 
1e-8 stabil ist. CD oder allgemein unstabilisierte Diodenlaser sind das 
nicht.
Ich erinnere mich an ein paar YT Videos von jemanden, der ein kleveres 
Interferometer mit temperaturgeregltem  Diodenlaser und Stabilisierung 
über eine (Zerodur) Referenzstrecke gebaut hat. Wie genau er es 
geschafft hat??

Ich kalibriere Laserdopplervibrometer, die können pm Schwingwege messen, 
aber keinen Meter mit nm Genauigkeit, u.a. da der Laser nicht die 
erforderliche Stabilität hat (einfacher HeNe).

Zeit kann man erheblich genauer messen, zu deutlich geringeren Kosten. 
Time to digital converter, TDC, in Verbindung mit GPS stabilisierten 
OCXO ..

Genaue Lichtschranken arbeiten typischerweise differentiell. Am Ende des 
Pendels zwei Photodioden an die Kanten, seriell verschaltet, zwei 
Widerstände seriell,Nulldurchgang der Brückenspannung, und eine dritte 
PD dazwischen, um über einfache Logik nur dann zu messen, wenn das 
Pendel dazwischen ist, sollte der Schwingweg so groß sein, dass er die 
Lichtschranke verlässt.

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