Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik LM358 als Verstärker - stimmt das denn so?


von Michael (su3686)


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Hallo in die Runde,
ich versuche den gezeigten Schaltplan auf einem "Breadboard" umzusetzen. 
Ich habe ein paar Fragen und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Als 
Signalquelle dient der Audioausgang eines Kassettenrecorders :). Ich 
habe eine LED mit dem Audioeingang verbunden und eine weitere LED an den 
Ausgang des LM358. Wenn ich den Poti fast auf Maximum drehe, erhalte ich 
plausible Ergebnisse (Ausgang-LED leuchtet synchron zur Eingangs-LED 
aber deutlich heller). Soweit so gut. Jetzt meine Fragen (ich bin 
absoluter Anfänger also bitte nicht lachen):

1) Nach dem Schaltplan soll ein Tantal-Kondensator (C1) zwischen Eingang 
und R1 verbaut werden. Wenn ich das mache, leuchtet die Ausgangs-LED 
weniger hell als die Eingans-LED. Ohne den Kondensator (C1) sieht es 
plausibel aus (Ausgang = synchron zum Eingang & heller. Warum?

2) Ich verstehe nicht, wie der Trimmer laut Schaltplan angeschlossen 
werden soll. Habe ich das richtig gemacht? Also Eingangssignal an Pin 1; 
Pin 3 an GND und Pin 2 mit Pin1 am LM358? Wie versteht man diesen Teil 
des Schaltplans? (Ich weiß, dass es sich hier um das veraltete Symbol 
handelt)

Vielleicht kann mir ja jemand helfen. Ich wäre sehr dankbar.
Viele Grüße aus Mannheim
Michael

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Im Schaltplan fehlt, wo die LED angeschlossen wurden und welchen 
Vorwiderstand diese haben.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Michael schrieb:
> Habe ich das richtig gemacht? Also Eingangssignal an Pin 1;
> Pin 3 an GND und Pin 2 mit Pin1 am LM358?

Pin 3 gehört nicht an GND (ist im Schaltbild auch nicht so gezeichnet), 
sondern du lässt in frei. Der grüne Draht am Poti muss also wech.

: Bearbeitet durch User
von Hans W. (hanswieland)


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1. Der Kondensator lässt nur den Wechselstromanteil durch. Ohne 
Kondensator verstärkt die Scgaltung auch den Gleichstrom-anteil.

2. Dein Text passt nicht zum gezeigten Schaltplan.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Es ist ein Unterschied, wo der C1 und die LED dort plaziert wurden.

https://is.gd/jCuJdS

: Bearbeitet durch User
von Michael (su3686)


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Dieter D. schrieb:
> Im Schaltplan fehlt, wo die LED angeschlossen wurden und welchen
> Vorwiderstand diese haben.

Entschuldige meine Ungenauigkeit: Die LEDs habe ich selbst dazugefügt, 
um die Schaltung rudimentär testen zu können. Vorwiderstände sind 47k.

von Michael (su3686)


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Matthias S. schrieb:
> Michael schrieb:
>> Habe ich das richtig gemacht? Also Eingangssignal an Pin 1;
>> Pin 3 an GND und Pin 2 mit Pin1 am LM358?
>
> Pin 3 gehört nicht an GND (ist im Schaltbild auch nicht so gezeichnet),
> sondern du lässt in frei. Der grüne Draht am Poti muss also wech.

Danke Matthias für Deine Antwort. Ok, dann lasse ich Pin 3 mal frei.

Kurze Nachfrage: Wie hätte es denn in dem Schaltplan aussehen müssen, 
wenn Pin 3 an GND angeschlossen werden muss? Und (sorry für mein 
geballtes Unwissen): Woran erkenne ich im Schaltbild, dass es Pin 2 und 
nicht Pin 3 ist, der an den LM358 (Pin 1) muss? Ist das gemischte Signal 
(Pin2) immer so symbolisiert wie im Schaltplan?

von Michael B. (laberkopp)


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Michael schrieb:
> Nach dem Schaltplan soll ein Tantal-Kondensator (C1) zwischen Eingang
> und R1 verbaut werden. Wenn ich das mache, leuchtet die Ausgangs-LED
> weniger hell als die Eingans-LED. Ohne den Kondensator (C1) sieht es
> plausibel aus (Ausgang = synchron zum Eingang & heller. Warum?

C1 muss drin bleiben. Hinter den Ausgang sollte auch ein Elko 
(10-100uF), plus zum OpAmp, tunlichst noch in Reihe mit 100 Ohm und 
dahinter 100k nach Masse.

> Ich verstehe nicht, wie der Trimmer laut Schaltplan angeschlossen werden
> soll. Habe ich das richtig gemacht? Also Eingangssignal an Pin 1; Pin 3
> an GND und Pin 2 mit Pin1 am LM358?

Falsch, Pin 3 kommt nicht an GND sondern Pin 2 des Potis.

Du bist Anfänger ihne Elektronikkenntnisse, ok.
Du hast dir den Schaltplan nicht ausgedacht sondern irgendwoher.
Warum fassen Anfänger so zielgenau in die Kacke, wählen also Schaltpläne 
bei denen so ziemlich alles falsch ist was man falsch machen kann ?

a) der LM358 taugt nicht für Audio, seine ruhestromlose Endstufe 
produziert Übernahmeverzerrungen, zudem ist er asymmetrisch.

b) R4/R5 befördern jede Störung in der Versorgungsspannung direkt ins 
Audiosignal, "halbiert verstärkt".

c) der Ausgang hat DC Offset.

und was du gemacht hast

Michael schrieb:
> Die LEDs habe ich selbst dazugefügt, um die Schaltung rudimentär testen
> zu können. Vorwiderstände sind 47k.

LED taugen so nicht zur Visualisierung von Audiosignalen, da sie erst ab 
xx Volt zu leuchten beginnen.

Wie macht man es besser ?

Zumindest erst mal einen Elko 10-100uF vom Knoten R4/R5 nach Masse.

Dann einen OpAmp der nicht der allerbilligste der billigen Massenware 
ist,

https://www.electronics-lab.com/forums/threads/lm324-lm358-crossover-distortion.305382/

sondern für Audio an 5V taugt.

TLV2370/1/4 oder NE5230 oder so. Es hat schliesslich einen Grund, warum 
es auch andere, teurere OpAmps als den LM358/LM324/LM321 gibt, und die 
Elektronikentwickler die verwenden.

Und die Sache mit den LED, wenn die den Pegel anzeigen sollen, ist 
schwieriger. Man müsste Präzisionsgleichrichter und Spannung/Strom 
Wandlung machen, den Aufwand willst du nicht eingehen nur um anzuzeigen 
ob ein Signal vorliegt.
Vielleicht die Soundkarte deines PC mit einem Programm als 
Audiooszilloskop nutzen ? Wenn man sich der Einschränkungen bewusst ist, 
keine Gleichspannung, keine Frequenz ü er 20kHz, dann kann das ohne 
Hardwareaufwand gehen.

von Hans W. (hanswieland)


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Ein Oszilloskop ist hier hilfreich. Ein DSO150 für 30 Euro reicht dazu 
schon.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Hans W. schrieb:
> Ein Oszilloskop ist hier hilfreich. Ein DSO150 für 30 Euro reicht
> dazu schon.

Oder:
Beitrag "[V] Bei Kleinanzeigen gefunden: Oszilloskop Hameg 312 für 20 EUR"

von Michael (su3686)


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Michael B. schrieb:
> Falsch, Pin 3 kommt nicht an GND sondern Pin 2 des Potis.

Hallo Michael, danke für Deine ausführliche Antwort und sehr hilfreichen 
Kommentare. Ja, es tut mir leid - ich bin wirklich ein absoluter 
Anfänger und nur durch diese Schaltung (es ist ein 8-Bit Audio-Digitizer 
für den C64 aus dem Jahr 1993) zur Elektronik gekommen. Ich will diesen 
Digitizer nachbauen und dachte mir "irgendwo muss ich ja anfangen". Das 
vorneweg :)

Zu Deiner Antwort: Entschuldige mein Nachfragen - aber woran erkenne 
ich, dass Pin 2 des Potis an GND kommt? Und: was kommt dann an dem LM358 
(Pin 1)? Pin 3 des Potis?

von Hans W. (hanswieland)



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Michael schrieb:
> woran erkenne ich, dass Pin 2 des Potis an GND kommt?

Nirgendwo. Das steht nicht so im Schaltplan.

Michael B. schrieb:
> Pin 3 kommt nicht an GND sondern Pin 2 des Potis.

Michael schrieb:
> was kommt dann an dem LM358 (Pin 1)? Pin 3 des Potis?

ja.

Das Bild habe ich von der Seite 
https://makeabilitylab.github.io/physcomp/electronics/assets/images/Potentiometers_TwoExamplesWithSchematicSymbol.png 
kopiert.

: Bearbeitet durch User
von Michael (su3686)


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Hallo Hans,
danke für die Erklärung. Das ist super.
Viele Grüße
Michael

von Michael (su3686)


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Michael B. schrieb:
> TLV2370/1/4 oder NE5230

Danke für den Hinweis. Hab mir mal den NE5230 bestellt.

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