Moin, Ich möchte gern auf das Schwarmwissen zurückgreifen. Gibt es einen OpAmp mit geringeren Rausch-Werten (Spannung / Strom) als den AD797? Wenn ja, welcher Typ? Grund: Messverstärker für ca. 10 Hz ....100 kHz bauen. Vielen Dank schon vorab.
Nimm das hier: https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/application-notes/an124f.pdf Stehen alle relvanten OP drin.
Es gibt nicht DEN rauscharmen Operationsverstärker. Es kommt auf die Quellimedanz an, ob ein hochohmiger Opamp mit kleinem Rauschstrom oder ein niederohmiger OpAmp mit kleiner Rauschspannung besser geeignet ist. Welcher Opamp also am besten ist, hängt von der jeweiligen Anwendung und der Außenbeschaltung ab. https://www.ti.com/lit/an/slva043b/slva043b.pdf?ts=1776872128288 Wenn die Signalquelle hochohmig ist, ist ein OpAmp mit sehr geringem Stromrauschen mit FET Einang wichtiger als einer mit extrem geringem Spannungsrauschen. Daneben spielt die Beschaltung ein Rolle. Ein rauscharmer OpAmp bringt nichts, wenn die Widerstände in der Schaltung hochohmig sind und thermisches Rauschen erzeugen oder der Rauschstrom aus dem OpAmp an einem hohe Widerstand eine hohe Rauschspannung erzeugt. Als rauscharmer OPamp mit geringem Spannungsrauschen gilt der LT1028. Der OPA1656 mit FET Eingang hingegen hat eine geringe Stromrauschdichte im Femtoampere Bereich.
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Al schrieb: > Als rauscharmer OPamp mit geringem Spannungsrauschen gilt der LT1028. > Der OPA1656 mit FET Eingang hingegen hat eine geringe Stromrauschdichte > im Femtoampere Bereich. OPA350, 2350, 4350 sind auch recht ruhig, der OPA656 ist besonders stromruhig (aber auch ziemlich schnell).
ad797 und LT1028 wurden ja schon genannt. Der ADA4898-2 ist etwa gleich gut und ist möglicheweise noch? der sweet spot. Genauso teuer, aber man bekommt dafür 2 OpAmps in einem SO-8. Wenn man n OpAmps parallel schaltet, dann erhält man Wurzel(n) weniger Spannungsrauschen, bezahlt aber vom Geld abgesehen mit mehr Stromrauschen. Der Eingangsrauschstrom macht einen Spannungsabfall über der Quellimpedanz, daher gibt es einen optimalen Wert für Anzahl und Machart der OpAmps. Ein 60-Ohm-Widerstand liefert bei Raumtemperatur eine Rauschdichte von ziemlich genau 1 nV/rt Hz. Das eignet sich gut um fest- zustellen wie gut der eigene Verstärker eigentlich ist. Man braucht nicht mal die Verstärkung genau zu wissen. Wenn man 50 Ohm Quellimpedanz hat: VIEL besser als 1 nV/Hz muss man nicht sein. Bei 1 Meg Quellimpedanz ist man mit FET-Verstärkern wohl besser bedient, auch wenn sie auf den 1. Blick schlimmes Spannungsrauschen haben. 10 ADA-4898-2-Paare haben etwa 220 pV/rtHz Spannungsrauschen, 16 billige CPH3910-FETs (Fairchild) --> 350 pV/rtHz. In Art Of Electronics ed 3 (Hill/Horowitz) ist ein differentieller Verstärker mit 64 BIPO-Transistoren, der mit 70 pV/rtHz angegeben ist. Ich habe ihn single-ended nachgebaut (16 Trans) und kann den Messwert bestätigen. Differentiell kostet halt den 4-fachen Aufwand weil 2 rauschende Eingänge in Serie liegen. In dem > 30 Jahre alten LT1028-Datenblatt ist das mit dem Parallelschalten erklärt. Wenn man AC-Kopplung will, braucht man einen völlig unerwartet großen Eingangskondensator, sonst bekommt man etwas, was wie 1/f-Rauschen bei niedrigen Frequenzen aussieht. Es steigt aber noch viel steiler an. Man landet dann schnell bei WetSlug Tantals für einen Hunnie das Stück. Vishay wollte nochmal viel mehr. Scott Wurcer, der Vater des AD797, AD825... hat mich mal bei einem meiner Designs auf die Kondensatorsache hingewiesen. Er war leider vornehm zurückhaltend; ich habe eine ganze Zeit gebraucht bis ich das gerafft habe. Der Zweck ist, dass das Rauschen des Bias-Netzwerkes für AC durch das niederohmige Messobjekt kurzgeschlossen werden muss. f-3dB ist an dieser Position nicht die Grenze. Die Leiterbahnen im Eingang sollten auch nicht zu dünn sein. Bei einem MHz nahm das Rauschen um 50 pV oder so zu. Ich hatte zuerst den Tantal im Verdacht, der war aber unschuldig. Skin-Effekt. Bei der Fehlersuche habe ich ihn überbrückt und dann vergessen. 14 Tage später habe ich dann dieses Verstärkerexemplar beim Messen von Lithiumzellen abgefackelt. :-( Schalten der Verstärkungsstufen mit Relais war auch besser als mit den Analogschaltern. Bei 86 dB Geamtverstärkung machen die deutlich weniger Verkopplungen. Gerhard DK4XP
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