Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Physikstudentin erwägt Wechsel zu Elektrotechnik


von Rakete007 (rakete007)


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Hallo zusammen,
ich werde nächstes Semester meinen Bachelor in Physik abschließen. 
Eigentlich war mein Plan, danach den Master dranzuhängen, doch jetzt bin 
ich am zweifeln.
Vielleicht habe ich aber auch ein falsches Bild von Elektrotechnik und 
wollte mich hier einmal umhören.

An sich bin ich gut durchs Studium gekommen. Jedoch habe ich gemerkt, 
dass ich mich überhaupt nicht in der Forschung sehe. Allgemein ist das 
Physikstudium sehr theoretisch und ich weiß nicht, ob ich mein Leben in 
dem Bereich verbringen will. Ich habe bis jetzt gehofft, einen 
Themenbereich zu finden für den ich brenne, aber dazu ist es leider 
nicht wirklich gekommen.

Im Wahlpflichtbereich belege ich nun einige Module der Elektrotechnik, 
unter anderem Grundlagen der Elektrotechnik 2 macht mir mehr Spaß, als 
fast alle Module aus dem Physikstudium. Nun spiele ich mit dem Gedanken, 
einen Elektrotechnik-Master statt einem Physik-Master zu machen, oder 
sogar erstmal einen zweiten Bachelor in Elektrotechnik (da der 
Masterzugang mit sehr vielen Auflagen belegt ist).

Aber vielleicht habe ich auch das falsche Bild von einem 
Elektrotechnik-Studium und wollte nach einer Einschätzung basierend auf 
meinen Stärken und Interessen fragen:

-Ich lerne schnell und bin sehr fleißig, aber zumindest kein Überflieger 
im Physikstudium

-Ich rechne sehr gerne aber hatte große Probleme bei den Beweisen der 
Mathematiker

-Ich habe ausschließlich handwerkliche (wenn auch künstlerische) Hobbies 
wie Malen, Stricken, 3D modelling,...

-Ich habe einige Module in C/C++ Programmierung belegt und kann auch 
einfache Programme schreiben aber es ist jetzt nicht meine größte 
Stärke, weiß nicht wie wichtig das wäre

-Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig

Was würdet ihr mir raten? Lieber den Physik-Master durchziehen? Schauen, 
ob ich mit Auflagen in einen E-Technik-Master komme? E-Technik Bachelor 
dranhängen?

Für jegliche Gedanken oder Ratschläge wäre ich dankbar. LG
von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Pauline schrieb:
> -Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig

Dann werde Beamtin/Lehrerin.
von Hans F. (spartrafo)


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Ist schon wieder Freitag?
von Gunnar F. (gufi36)


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Rakete007 schrieb:
> Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig

Mir wäre auch die Physik zu theoretisch gewesen und zu Mathe-lastig. An 
der TU Darmstadt ging der Spruch rum "Ein Physiker ist ein 
Elektrotechniker, der rechnen kann".
Für mich war Elektronik und Software ein halbes Leben lang genau die 
richtige Wahl und ich liebe auch heute noch das was ich damit mache.
Jetzt ist aber heute die weitere Entwicklung, besonders hier bei uns, 
ungewisser denn je.
Anno 1986 unterlag das schon dem Schweinezyklus: Wenn gerade höchster 
Bedarf nach Elektroingenieuren herrscht, studier was anderes!

Gut bezahlt? Mach BWL und "Business Administration". Ich kriege schon 
von den Begriffen Würgereiz, nach 35 Jahren lin der Industrie noch mehr!

Sicher? Werd Dachdeckerin!
von Joachim B. (jar)


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Hans F. schrieb:
> Ist schon wieder Freitag?

fast, mittlerweile ist ja jeder Tag Freitag.

Berufsschullehrer werden auch als Seiteneinsteiger händeringend gesucht.
Physiker hatten bei meinem ehemaligen Arbeitgeber Fehler im 
Produktionsprozess gefunden, aber da E-Technik Produktion in D praktisch 
tot ist sehe ich da auch keine Zukunft. Ein Physiker kam in einer Bio 
Medizintechnikfirma unter um Physik und E-Technik zu vereinen.
Während meines Studium vor 45 Jahren wechselte ein Physiker zur 
Fachhochschule als Mathedozent. Lehre bzw. Ausbildung geht immer, mehr 
als E-Technikproduktion.
Selbst gestandene Elektrikermeister verdienen lieber Geld mit Youtube 
oder mit Zählertausch nach Stückzahl weil besser als eigene Firma.
von Rakete007 (rakete007)


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Frank D. schrieb:
> Pauline schrieb:
>> -Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig
>
> Dann werde Beamtin/Lehrerin.


Ich kann nicht so gut mit Kindern, Beamtin ist jetzt auch nicht wirklich 
ein konkreter Beruf. Das mit "stabil und gut bezahlt" war auch das, was 
ich als letztes genannt habe und hat nicht viel mit meinem gesamten 
Beitrag zu tun. Schade, das man sich daran aufhängen muss, statt mir 
wirklich einen Rat zu geben.


Hans F. schrieb:
> Ist schon wieder Freitag?

Ich weiß nicht, was das bedeuten soll.

Gunnar F. schrieb:
> Rakete007 schrieb:
>> Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig
>
> Mir wäre auch die Physik zu theoretisch gewesen und zu Mathe-lastig. An
> der TU Darmstadt ging der Spruch rum "Ein Physiker ist ein
> Elektrotechniker, der rechnen kann".
> Für mich war Elektronik und Software ein halbes Leben lang genau die
> richtige Wahl und ich liebe auch heute noch das was ich damit mache.
> Jetzt ist aber heute die weitere Entwicklung, besonders hier bei uns,
> ungewisser denn je.
> Anno 1986 unterlag das schon dem Schweinezyklus: Wenn gerade höchster
> Bedarf nach Elektroingenieuren herrscht, studier was anderes!
>
> Gut bezahlt? Mach BWL und "Business Administration". Ich kriege schon
> von den Begriffen Würgereiz, nach 35 Jahren lin der Industrie noch mehr!
>
> Sicher? Werd Dachdeckerin!

Was meinst du mit "Ein Physiker ist ein Elektrotechniker, der rechnen 
kann?" Elektrotechniker müssen doch auch rechnen können, oder?
Das mit "sicher und gut bezahlt" war im Hinblick auf Physik oder 
E-Technik gemeint, nicht allgemein. Aber danke trotzdem.
von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Sowas Eigenartiges: Wenn ich hier im Unterforum mal nur die 
Ueberschriften nach dem Wort "Wechsel" durchsuchen lasse - ei der Daus: 
Dieses Problem wie hier in diesem Schrett tritt ueberraschend oft auf, 
natuerlich mit den verschiedensten Fachrichtungswechselwuenschen...
Wie kann das nur passieren? ;-)

scnr,
WK
von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Rakete007 schrieb:

> Beamtin ist jetzt auch nicht wirklich ein konkreter Beruf.
Ja das hast du gut erkannt aber es gibt als Master-in-irgendwas einige 
Möglichkeiten verbeamtet zu werden. Man muss halt wissen was man will, 
was das bei dir ist musst du selber rausfinden.
von M.A. S. (mse2)


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Dergute W. schrieb:
> Wenn ich hier im Unterforum mal nur die
> Ueberschriften nach dem Wort "Wechsel" durchsuchen lasse - ei der Daus:
> Dieses Problem wie hier in diesem Schrett tritt ueberraschend oft auf,
Ich habe 1985 mit meine E-Technik-Studium angefangen und damals war das 
auch schon so: hohe Abbrecher- bzw Wechselquoten.
Allerdings eher von Elektrotechnik weg als dass Studis aus anderen 
Fachrichtungen zu uns gekommen wären.
Das erstaunlichste, was ich in diesem Zusammenhang erlebt habe, war ein 
fertiger, praktizierender Diplom Psychologe, der E-Technik angefangen 
hat. Und der war richtig gut.
: Bearbeitet durch User
von Rakete007 (rakete007)


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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Sowas Eigenartiges: Wenn ich hier im Unterforum mal nur die
> Ueberschriften nach dem Wort "Wechsel" durchsuchen lasse - ei der Daus:
> Dieses Problem wie hier in diesem Schrett tritt ueberraschend oft auf,
> natuerlich mit den verschiedensten Fachrichtungswechselwuenschen...
> Wie kann das nur passieren? ;-)
>
> scnr,
> WK

Kannst du mir bitte besagte Beiträge weiterleiten? Ich finde es macht 
schon einen Unterschied, ob man bereits einen Physik Bachelor fertig 
hat, oder nach 2 Semestern wechseln möchte. Selbst in dem Fall habe ich 
nicht die Riesenmenge an Beiträgen gefunden, die zu meiner Situation 
passen.
von Ralf X. (ralf0815)


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M.A. S. schrieb:
> Ich habe 1985 mit meine E-Technik-Studium angefangen und damals war das
> auch schon so: hohe Abbrecher- bzw Wechselquoten.

Bei uns passierte das oft, wenn jemand eine Prüfung zweimal versemmelt 
hatte und ein drittes mal das Aus bedeutet hätte.
IdR. kam dann irgendwas mit Sozial- oder Lehramt..
von Gunnar F. (gufi36)


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Rakete007 schrieb:
> Das mit "sicher und gut bezahlt" war im Hinblick auf Physik oder
> E-Technik gemeint, nicht allgemein. Aber danke trotzdem.

das ist doch so einfach: Wenn du richtig gut bist, kriegst du auch einen 
guten Job und kannst ordentlich verdienen. Zum Gutsein gehören auch 
Softskills, letztendlich willst du deine Arbeitsleistung dann verkaufen.
von Cyblord -. (cyblord)


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Rakete007 schrieb:
> ich werde nächstes Semester meinen Bachelor in Physik abschließen.

F: Was sagt ein arbeitsloser Physiker zu einem Physiker der Arbeit hat?
A: Eine Currywurst bitte!
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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Schon seit Lise Meitner und Madame Marie Skłodowska Curie ist eher die 
Physik (Frauenanteil: 30%) ein Beruf für Frauen als die Elektrotechnik 
(Frauenanteil je nach Quelle bei neun %).

In der Elektrotechnik kennt man zwar Hedy Lamarr als Erfinderin des 
frequency hopping Verfahrens, aber das war dann auch schon. Und Hedy ist 
heute eigentlich nur fürs Zeigen ihrer Milchtüten in einem Kinofilm 
bekannt.

* https://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Physik
* https://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Lamarr#Erfinderin
: Bearbeitet durch User
von Rakete007 (rakete007)


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Bradward B. schrieb:
> Schon seit Lise Meitner und Madame Marie Skłodowska Curie ist eher
> die
> Physik (Frauenanteil: 30%) ein Beruf für Frauen als die Elektrotechnik
> (Frauenanteil je nach Quelle bei neun %).
>
> In der Elektrotechnik kennt man zwar Hedy Lamarr als Erfinderin des
> frequency hopping Verfahrens, aber das war dann auch schon. Und Hedy
> wurde eigentlich nur fürs Zeigen ihrer Milchtüten in einem Kinofilm
> bekannt.
>
> * https://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Physik
> * https://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Lamarr#Erfinderin

Troll? Falls nein, erläutere mir doch mal bitte ganz genau, warum 
Elektrotechnik "kein Beruf für Frauen" sein soll.
Schade, dass hier kaum bis gar nicht auf meinen Beitrag eingegangen 
wird.
: Bearbeitet durch User
von Cyblord -. (cyblord)


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Rakete007 schrieb:
> Troll? Falls nein, erläutere mir doch mal bitte ganz genau, warum
> Elektrotechnik "kein Beruf für Frauen" sein soll.
> Schade, dass hier kaum bis gar nicht auf meinen Beitrag eingegangen
> wird.

Das ist ein Nullthema. Weder in Physik noch in E-Technik hast du viele 
Frauen. Ich würde 5% tippen. Schau mal in die Höhrsääle bei diesen 
Studiengängen.
von Rakete007 (rakete007)


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Cyblord -. schrieb:
> Rakete007 schrieb:
>> Troll? Falls nein, erläutere mir doch mal bitte ganz genau, warum
>> Elektrotechnik "kein Beruf für Frauen" sein soll.
>> Schade, dass hier kaum bis gar nicht auf meinen Beitrag eingegangen
>> wird.
>
> Das ist ein Nullthema. Weder in Physik noch in E-Technik hast du viele
> Frauen. Ich würde 5% tippen. Schau mal in die Höhrsääle bei diesen
> Studiengängen.

Ich sitze seit 3 Jahren in besagten Hörsälen. Klar ist der Frauenanteil 
recht gering, jedoch eher so 15%. Hat nichts damit zu tun wie gut man 
ist, die, die noch dabei sind gehören bei den Klausuren immer zu den Top 
5 von ca. 30 Leuten. Schlimm, dass das heutzutage noch ein Thema ist.

 Hat auch nichts mit meinem ursprünglichen Beitrag zu tun.
von Thomas W. (datenreisender)


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Ralf X. schrieb:
> M.A. S. schrieb:
>> Ich habe 1985 mit meine E-Technik-Studium angefangen und damals war das
>> auch schon so: hohe Abbrecher- bzw Wechselquoten.
>
> Bei uns passierte das oft, wenn jemand eine Prüfung zweimal versemmelt

Abbrecher-Quote in der Physik war ca. 50% (der groesste Teil ist im 
ersten Semester gepurged [Analysis und Algebra] worden). Wurde nur noch 
von E-Techniker und Maschinenbauer getoppt.

Anekdoetchen: Nach der ersten Analysis-Vorlesung sah ich schon eine 
Karriere als Blumenbinder.

Zum TO: Falls es wirklich ernst gemeint ist: Ein zweiter Bachelor in 
E-Technik halte ich fuer die schlechteste Loesung, Du hast dann zwei 
Abschluesse, aber keine Spezialisierung. Daher solltest Du Dir Gedanken 
machen was Dir gefaellt (z.B. theoretische oder experimentelle Physik, 
Angewandte Physik [da ist haeufig Halbleiterphysik {Festkoerperphysik} 
dabei]) und was auch an Deiner Uni verfuegbar ist (z.B. Zusammenarbeit 
mit anderen Uni, Ausland)

Eine viel kritischere Frage ist: Siehst Du Dich in der Forschung? Dann 
nimm Deine Sachen und lauf. Weit weg aus Deutschland, denn Forschung ist 
nicht mehr so angesagt (es war nie so richtig gut, jetzt ist es wirklich 
schlecht). Waffentechnik ist jetzt der neue Bringer, Krieg ist ein gutes 
Geschaeft. Leider.

Gruesse
von Hannes J. (pnuebergang)


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Rakete007 schrieb:
> An sich bin ich gut durchs Studium gekommen. Jedoch habe ich gemerkt,
> dass ich mich überhaupt nicht in der Forschung sehe.

Und? Statistisch gesehen arbeitet nur eine verschwindend kleine 
Minderheit von Absolventen - egal welcher Fachrichtung - später in der 
Forschung.

Um es mal anders auszudrücken, das traditionelle Selbstverständnis der 
Unis ist es Wissenschaftler auszubilden. Daher wird an den Unis während 
des Studiums dauerhaft was von Wissenschaft und Forschung gelabert. 
Aber, aus Sicht der Unis ist man erst mit der Promotion zum 
eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten qualifiziert. Wer nicht nicht 
promoviert ist wissenschaftlicher "Ausschuss" und wird mit einem 
Bachelor- oder Masterabschluss zur Beschäftigung an die Industrie 
abgegeben.

Also lass dich nicht von dem Geschwätz von wegen Wissenschaft und 
Forschung verrückt machen. Die Wahrscheinlichkeit das du in der 
Forschung landest ist verschwindend gering. Heißer Tipp: Einfach keinen 
Vertrag unterschreiben der nach Forschung riecht :)

Bei Physikern kommt noch hinzu dass sie haufenweise fachfremd arbeiten. 
Ich würde sagen das ist der Normalfall. Auch in der E-Technik. Ich habe 
immer wieder Kollegen mit einem Physikabschluss gehabt. Da verzieht 
niemand eine Mine.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Physik (Frauenanteil: 30%) ein Beruf für Frauen als die Elektrotechnik
>> (Frauenanteil je nach Quelle bei neun %).

> Troll? Falls nein, erläutere mir doch mal bitte ganz genau,
Da gibt es nix zu erläutern, das ist ein statistischer Fakt:

* 
https://www.dpg-physik.de/vereinigungen/fachuebergreifend/ak/akc/publikationen/statistiken
* https://de.statista.com/infografik/17595/frauenanteil-in-mint-berufen/
: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Rakete007 schrieb:
> Aber vielleicht habe ich auch das falsche Bild von einem
> Elektrotechnik-Studium

Eigentlich sollte es nicht um das Studienfach gehen, sondern um das, was 
du danach tagtäglich tun möchtest. Und darum, ob dein Angebot an 
potenzielle Arbeitgeber dafür gut ist bzw. was für eine Art Arbeitgeber 
(öD, Konzern, Startup-Bude, ...) du gern hättest.

Nur mal so als Beispiel: Die meisten Ingenieure der höheren Schiene 
arbeiten später gar nicht als Entwickler/Konstrukteure. Und die meisten 
Physiker/Chemiker werden keine Forscher.

Was also möchtest du im Job tagtäglich TUN? Wenn dir das unklar ist, 
solltest du irgendwo ein Praktikum o. Ä. machen.
(Zu meiner Zeit™ machten wir als angehende E-Technik-Ingenieure 6 Monate 
Plicht(!)-Praktikum VOR dem Studium.)
von Uwe (neuexxer)


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Ich war seinerzeit, von vor 50 Jahren, nicht der schlechteste im LK 
Physik, hatte aber, wg. Hobby, immer etwas mit E-Technik am Hut, 
studierte dann Energietechnik. Arbeitete dann in der Entwicklung.
---
Aber heute???
---
In den öffentlichen Dienst, Ausbildung o.ä.?
Auswandern, irgendwohin, wo mehr Aussichten sind als hier?
---
Physik würde ich jedenfalls nicht wählen.
von Rakete007 (rakete007)


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Thomas W. schrieb:
> Zum TO: Falls es wirklich ernst gemeint ist: Ein zweiter Bachelor in
> E-Technik halte ich fuer die schlechteste Loesung, Du hast dann zwei
> Abschluesse, aber keine Spezialisierung. Daher solltest Du Dir Gedanken
> machen was Dir gefaellt (z.B. theoretische oder experimentelle Physik,
> Angewandte Physik [da ist haeufig Halbleiterphysik {Festkoerperphysik}
> dabei]) und was auch an Deiner Uni verfuegbar ist (z.B. Zusammenarbeit
> mit anderen Uni, Ausland)
>
> Eine viel kritischere Frage ist: Siehst Du Dich in der Forschung? Dann
> nimm Deine Sachen und lauf. Weit weg aus Deutschland, denn Forschung ist
> nicht mehr so angesagt (es war nie so richtig gut, jetzt ist es wirklich
> schlecht). Waffentechnik ist jetzt der neue Bringer, Krieg ist ein gutes
> Geschaeft. Leider.

Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mich bereits bei 
verschiedenen Unis/Hochschulen erkundigt, mit welchen Auflagen ich zu 
einem E-Technik Master zugelassen werden würde, habe aber bis jetzt noch 
keine Antwort. Ich denke ich warte dann mal ab und schaue nach ob ein 
Wechsel für den Master überhaupt gehen würde..
Obwohl ich es an sich eigentlich gerne etwas "angewandter" habe, hat mir 
die Experimentalphysik im Studium viel weniger gefallen als die 
Theoretische Physik, das kann natürlich auch etwas an den Profs liegen. 
Meine Bachelorarbeit schreibe ich auch in der Theoretischen Physik. 
Angewandte Physik gibt es bei uns nicht, die Festkörperphysik hat mich 
im Grundstudium auch nicht wirklich angesprochen. Wie gesagt habe ich ja 
leider nichts gefunden, wofür ich wirklich brenne.

Ich habe in meinem Beitrag recht am Anfang ja geschrieben, dass 
Forschung absolut nichts für mich ist.
Vielleicht stelle ich mir die Elektrotechnik falsch vor, aber ich glaube 
etwas zu entwickeln und zu bauen würde mir viel mehr geben als das 
trockene Physikstudium. Insbesondere Energietechnik und erneuerbare 
Energien finde ich interessant.

Hannes J. schrieb:
> Rakete007 schrieb:
>> An sich bin ich gut durchs Studium gekommen. Jedoch habe ich gemerkt,
>> dass ich mich überhaupt nicht in der Forschung sehe.
>
> Und? Statistisch gesehen arbeitet nur eine verschwindend kleine
> Minderheit von Absolventen - egal welcher Fachrichtung - später in der
> Forschung.
>
> Um es mal anders auszudrücken, das traditionelle Selbstverständnis der
> Unis ist es Wissenschaftler auszubilden. Daher wird an den Unis während
> des Studiums dauerhaft was von Wissenschaft und Forschung gelabert.
> Aber, aus Sicht der Unis ist man erst mit der Promotion zum
> eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten qualifiziert. Wer nicht nicht
> promoviert ist wissenschaftlicher "Ausschuss" und wird mit einem
> Bachelor- oder Masterabschluss zur Beschäftigung an die Industrie
> abgegeben.
>
> Also lass dich nicht von dem Geschwätz von wegen Wissenschaft und
> Forschung verrückt machen. Die Wahrscheinlichkeit das du in der
> Forschung landest ist verschwindend gering. Heißer Tipp: Einfach keinen
> Vertrag unterschreiben der nach Forschung riecht :)
>
> Bei Physikern kommt noch hinzu dass sie haufenweise fachfremd arbeiten.
> Ich würde sagen das ist der Normalfall. Auch in der E-Technik. Ich habe
> immer wieder Kollegen mit einem Physikabschluss gehabt. Da verzieht
> niemand eine Mine.

Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Ich lese heraus, dass du mir also 
eher zum Physik-Master raten würdest? Ich habe eben das Gefühl, 
E-Technik Studenten lernen in ihrem Studium enorm viele Fähigkeiten und 
Kompetenzen, die eventuell nicht so einfach selbständig nachholbar sind. 
Selbst wenn ich im Wahlpflichtbereich Module aus dem Bereich belege, 
werde ich glaube ich nicht an das praktische Können herankommen, dass 
Menschen mit einem vollständigen E-Technik Studium haben. Deswegen ja 
sogar die Idee, noch einen zweiten Bachelor zu machen, obwohl ich 
eigentlich gerne mal anfangen würde, vollzeit zu arbeiten.
von Rolf (rolf22)


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Hannes J. schrieb:
> Bei Physikern kommt noch hinzu dass sie haufenweise fachfremd arbeiten.
> Ich würde sagen das ist der Normalfall. Auch in der E-Technik. Ich habe
> immer wieder Kollegen mit einem Physikabschluss gehabt. Da verzieht
> niemand eine Mine.

Dito hier. Und die waren gut, weil abstraktes Denken für sie nichts 
Fremdes war. Die konnten deswegen mit jeder Programmiersprache umgehen 
und dass der elektrische Strom unsichtbar ist, ist denen gar nicht 
aufgefallen.
von Rakete007 (rakete007)


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Rolf schrieb:
> Rakete007 schrieb:
>> Aber vielleicht habe ich auch das falsche Bild von einem
>> Elektrotechnik-Studium
>
> Eigentlich sollte es nicht um das Studienfach gehen, sondern um das, was
> du danach tagtäglich tun möchtest. Und darum, ob dein Angebot an
> potenzielle Arbeitgeber dafür gut ist bzw. was für eine Art Arbeitgeber
> (öD, Konzern, Startup-Bude, ...) du gern hättest.
>
> Nur mal so als Beispiel: Die meisten Ingenieure der höheren Schiene
> arbeiten später gar nicht als Entwickler/Konstrukteure. Und die meisten
> Physiker/Chemiker werden keine Forscher.
>
> Was also möchtest du im Job tagtäglich TUN? Wenn dir das unklar ist,
> solltest du irgendwo ein Praktikum o. Ä. machen.
> (Zu meiner Zeit™ machten wir als angehende E-Technik-Ingenieure 6 Monate
> Plicht(!)-Praktikum VOR dem Studium.)

Ja, das habe ich mittlerweile auch gemerkt. Ich wusste nach dem Abi 
nicht wirklich wohin mit mir, nur dass es etwas naturwissenschaftliches 
sein soll, und habe dann Physik gewählt, weil ich dachte dass es mir als 
recht breit gefächertes Fach die meisten Türen aufhält.
Leider ist es mit sehr vielen Auflagen verbunden, für den Master in ein 
anderes, wenn auch naturwissenschaftliches Fach zu wechseln. Ich schaue 
mich mal nach einem Praktikum um. Vielen Dank!
von Rolf (rolf22)


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Rakete007 schrieb:
> Ich habe eben das Gefühl,
> E-Technik Studenten lernen in ihrem Studium enorm viele Fähigkeiten und
> Kompetenzen, die eventuell nicht so einfach selbständig nachholbar sind.

Uihh. Was du heute in einem High-tech-Fach (E-Technik ist High-tech par 
exellence) lernst, ist morgen Schnee von gestern.
Lebenslanges selbständiges Lernen ist ganz wesentlich, wie in vielen 
anderen Fächern auch. Wer das nicht will oder kann, der wird selten 
glücklich.
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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pers. Erfahrung ET (Energietechnik) R&D
hatte 2 Frauen im Team und nur gute Erfahrung. Eine hat mich verlassen, 
weil ihr Ehemann eine Job in Skandinavien bekommen hat. Die Andere hat 
dann den PhD in Kopenhagen gemacht.
Und: in 3 Jahren ist ohnehin alles anders => Do it.

Außerdem: mit einer Rakete kommt man überallhin.
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Rakete007 schrieb:
> Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig
>
> Was würdet ihr mir raten?

Werde Insolvenz-Verwalter/in, krisensicher, rechnen darfst Du auch. 
Gerichtsvollzieher/in ebenso.


Wer die Mathematik der Physiker schafft, bekommt auch die Mathe im 
ET-Studium hin, wobei man eigentlich kein Intersse für Technik braucht.


mfg
von Udo S. (urschmitt)


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Christian S. schrieb:
> Wer die Mathematik der Physiker schafft, bekommt auch die Mathe im
> ET-Studium hin

Mit links und mit Augenbinde.
von Rakete007 (rakete007)


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Rolf schrieb:
> Rakete007 schrieb:
>> Ich habe eben das Gefühl,
>> E-Technik Studenten lernen in ihrem Studium enorm viele Fähigkeiten und
>> Kompetenzen, die eventuell nicht so einfach selbständig nachholbar sind.
>
> Uihh. Was du heute in einem High-tech-Fach (E-Technik ist High-tech par
> exellence) lernst, ist morgen Schnee von gestern.
> Lebenslanges selbständiges Lernen ist ganz wesentlich, wie in vielen
> anderen Fächern auch. Wer das nicht will oder kann, der wird selten
> glücklich.

Natürlich kann ich selbstständig lernen, aber so etwas wie bspw. 
Laborpraktika sind doch schwierig zuhause nachzuahmen. Ohne Zertifikate 
oder einen Abschluss kann ich mich ja nicht auf Ingenieurjobs bewerben, 
egal wie viel ich zuhause selbstständig gelernt habe. Oder?
von Johannes F. (jofe)


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Gunnar F. schrieb:
> "Ein Physiker ist ein
> Elektrotechniker, der rechnen kann".

Das ist Schwachsinn.

Rakete007 schrieb:
> Für jegliche Gedanken oder Ratschläge wäre ich dankbar.

Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Europa ist es m.E.n. 
eher empfehlenswert, den Master in Physik zu machen. Absolventen der 
Elektrotechnik und anderer Ingenieursdisziplinen haben es derzeit wohl 
sehr schwer, einen ihrer Qualifikation entsprechenden Job zu bekommen. 
Wenn überhaupt, werden lieber erfahrene Ingenieure eingestellt. Und 
Besserung ist mittelfristig eher nicht zu erwarten.

Wenn du dich also nicht gerade "brennend" für bspw. Elektromotoren, 
Elektronik oder Embedded Systems interessierst und starke intrinsische 
Motivation für Entwicklung und Verbesserung solcher Geräte bzw. Systeme 
verspürst, solltest du eher bei Physik bleiben. Das wäre jedenfalls mein 
Ratschlag. Denn mit einem Master in Physik kannst du grundsätzlich in 
allen möglichen Wirtschaftszweigen in anwendungsnaher Forschung bzw. 
Entwicklung arbeiten (auch E-Technik, falls es dich dann immer noch 
reizen sollte), und auch darüber hinaus, Chef-Etage oder 
Unternehmensberatung (oder auch in der Politik Karriere machen wie 
Angela Merkel).
von Alexander (alecxs)


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Johannes F. schrieb:
> starke intrinsische Motivation

Scheint grundlegend zu fehlen, egal für was.

Johannes F. schrieb:
> . eher empfehlenswert, den Master in Physik zu machen

Sehe ich auch so. Schuster bleib bei deinem Leisten.
von Johannes F. (jofe)


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Rakete007 schrieb:
> Natürlich kann ich selbstständig lernen, aber so etwas wie bspw.
> Laborpraktika sind doch schwierig zuhause nachzuahmen.

Die Praktika würde ich nicht zu hoch bewerten, sind jedenfalls keine 
unbedingte Voraussetzung für das Verständnis der Lehrinhalte. Eher ein 
wenig Abwechslung, um die von der "vielen Theorie" geplagten Studenten 
bei Laune zu halten.

Rakete007 schrieb:
> Ohne Zertifikate
> oder einen Abschluss kann ich mich ja nicht auf Ingenieurjobs bewerben,
> egal wie viel ich zuhause selbstständig gelernt habe. Oder?

Wenn ich mich recht erinnere, hat Rohde & Schwarz auch Physiker explizit 
in Stellenausschreibungen für Entwickler angesprochen. Ähnliches hatten 
hier ja auch einige schon berichtet.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Angehängte Dateien:

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> Wer die Mathematik der Physiker schafft, bekommt auch die Mathe im
> ET-Studium hin

Kommt auf die Vertiefung an, die Marthematik in der Feldtheorie könnten 
einem aus der Physik bekannt vorkommen (Im Beispiel Berechnung 
Energiefluß im Koaxkabel aus ISBN:3-8273-7144-9 ) in der 
Codierungtheorie wird es mit Galoistheorie und Walsh-Funktion eher 
mathematisches Neuland für einen aus der Physik sein.

Fun fact: Der überragende Physiker Albert E. war wohl kein 
mathematisches Genie, das Rechnen hat er den Astronomen Karl 
Schwarzschild oder seiner ersten Frau Mileva Marić (der Anekdote nach) 
überlassen.

> Wenn ich mich recht erinnere, hat Rohde & Schwarz auch Physiker explizit
> in Stellenausschreibungen für Entwickler angesprochen

Kommt auf den Geschäftsbereich bei R&S an, es gibt da auch Teams aus 
Jungspunden für die es wichtiger ist, wie der jeweilige Kandidat mit der 
KI umspringt (O-Ton: "Wir entwickeln nicht mehr wie vor 20 Jahren").
: Bearbeitet durch User
von Johannes F. (jofe)


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Bradward B. schrieb:
> Fun fact: Der überragende Physiker Albert E. war wohl kein
> mathematisches Genie, das Rechnen hat er den Astronomen Karl
> Schwarzschild oder seiner ersten Frau Mileva Marić (der Anekdote nach)
> überlassen.

Naja, das stupide "Rechnen" haben auch die Mathematiker selbst schon 
seit dem Mittelalter anderen überlassen... die nannten sich 
Rechenmeister (Adam Ries[e] war ein berühmter Vertreter).

Rechnen und Mathematik sind zwei Paar Schuhe. An der Verwechslung hat 
sicher das Bildungssystem schuld, denn im "Mathematikunterricht" bis zur 
12./13. Klasse wurde "früher" hauptsächlich Rechnen gelehrt (heute nicht 
mal mehr das). Mit Mathematik hatte das noch nie viel zu tun.
von StefanK (stefanka)


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Rakete007 schrieb:
> Hallo zusammen,
> ich werde nächstes Semester meinen Bachelor in Physik abschließen.

Damit hast Du eine sehr gute theoretische Grundlage. Und Du hast bis 
hierher durchgehalten. Damit hast Du bewiesen, daß Du im Uni-Betrieb 
klar kommst (und überleben kannst ;) Das wirst Du im Job dann auch.

> Eigentlich war mein Plan, danach den Master dranzuhängen, doch jetzt bin
> ich am zweifeln.

Zweifel sind zwar nicht immer angenehm, gehören aber dazu,  wenn man 
sich weiterentwickeln will. Ich rate Dir, auf Deine innere Stimme und 
auf Dein Bauchgefühl zu hören und JETZT das zu zu lernen und zu machen, 
was Dir Spaß macht. Je länger Du auf dem "falschen Weg" bleibst, desto 
schwieriger wird es, ihn zu verlassen.

> Vielleicht habe ich aber auch ein falsches Bild von Elektrotechnik und
> wollte mich hier einmal umhören.

Genau deshalb schaust Du Dir jetzt an, was da so gemacht wird, sammelst 
Eindrücke und Infos, führst Gespräche (und lässt Dir hier die einen oder 
anderen "Beiträge" über Dich ergehen ;) Rede mit den E-Technik Assis und 
Profs, lass Dir Vorlesungen/Übungen/Seminare zum Reinschnuppern 
empfehlen. Lass den Spirit einfach mal auf Dich wirken.

Als ich vor der Wahl des Studienfachs stand, interessierten mich ausser 
E-Technik noch drei weitere Gebiete. Die interessieren mich noch heute, 
so ist das nicht. Sie schieden bei genauerer Betrachtung aber schnell 
aus.

> An sich bin ich gut durchs Studium gekommen. Jedoch habe ich gemerkt,
> dass ich mich überhaupt nicht in der Forschung sehe.

Bei mir wars genau umgekehrt. Ich hätte anfangs gern in der Forschung 
gearbeitet. Da sprach die bereits erwähnte geringe Wahrscheinlichkeit 
aber dagegen. Letztlich habe ich das nie sehr bedauert, weil die sich 
bietende Vielfalt an interessanten Themen, das mehr als ausgeglichen 
hat. E-Technik ist in meinen Augen die Disziplin, die die meisten 
Schnittstellen zu anderen Disziplinen hat. Das erfordert eine breite 
Aufstellung und Offenheit. Das macht sie interessant und spannend.

> Im Wahlpflichtbereich belege ich nun einige Module der Elektrotechnik,
> unter anderem Grundlagen der Elektrotechnik 2 macht mir mehr Spaß, als
> fast alle Module aus dem Physikstudium.

Sehr gut! Siehe oben.

Nun spiele ich mit dem Gedanken,
> einen Elektrotechnik-Master statt einem Physik-Master zu machen, oder
> sogar erstmal einen zweiten Bachelor in Elektrotechnik (da der
> Masterzugang mit sehr vielen Auflagen belegt ist).

Das fällt unter "organisatorisches". Das musst Du gründlich klären, 
damit Du später keine unangenehmen Überraschungen erlebst.

> -Ich lerne schnell und bin sehr fleißig, aber zumindest kein Überflieger

Beste Voraussetzungen! Niemand braucht ein Überflieger zu sein.

> -Ich rechne sehr gerne aber hatte große Probleme bei den Beweisen der
> Mathematiker
>

Hervorragend! Die Höhere Mathematik in meinem Studium war zwar Pflicht, 
aber nichts weiter als ein Selektionskriterium. Was Du in der E-Technik 
immer gut brauchen kannst ist Analysis, LGS, teilweise auch nicht 
lineare GS, Differentialgleichungen. Wie gesagt, Grundlagen reichen, 
vertiefen geht immer. In der E-Technik wird auch viel mit SW simuliert 
(Schaltungen,  Strom, Spannung, Zeitverhalten, Transienten etc.) Das 
erleichtert vieles. Vertraue einer Simulation aber nicht blind. Versuche 
trotzdem immer zu verstehen was zu erwarten ist z.B. mit Papier und 
Bleistift ;)

> -Ich habe ausschließlich handwerkliche (wenn auch künstlerische) Hobbies
> wie Malen, Stricken, 3D modelling,...

Prima! Eine praktische Veranlagung ist nützlich, spätestens wenn Du mal 
eine Schaltung zusammen baust. Zwei linke Hände wären eher hinderlich.

> -Ich habe einige Module in C/C++ Programmierung belegt und kann auch
> einfache Programme schreiben aber es ist jetzt nicht meine größte
> Stärke, weiß nicht wie wichtig das wäre

Bestens! In der E-Technik wirst Du immer mal selbst was programmieren. 
Und dabei lernst Du es. Es ist noch kein Meister in C/C++ oder sonstiger 
Sprache vom Himmel gefallen. Wenn Du E-Technikerin wirst, achte ein 
bißchen darauf, dass Du nicht zu sehr in die SW abdriftest.

> -Mir ist ein stabiler und gut bezahlter Job später extrem wichtig

Das ist verständlich. Diese hohe Priorisierung könnte Dich aber in 
Deiner Entscheidungsfindung sehr behindern oder sie konterkarieren. Ich 
war nach dem Studium gleich mal arbeitslos ;) Keiner kann in die Zukunft 
sehen und was auf Dich zu kommt hat auch was mit Glück zu tun (generell, 
nicht nur in der E-Technik). Stell Dir einen Schieberegler vor, an 
dessen Enden "Freiheit" und "Sicherheit" stehen. Erhöst Du das eine, 
verringert sich das andere.

Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung und einen 🚀-haften Start in die 
Zukunft.
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