Was tun, wenn Hilfe zu selbstverständlich wird?

OP #8106913
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Heute Anruf: "Rudi, kennst du dich mit X und Y aus?" - "Ja!"

Ich habe einen gewissen Expertenruf. Und hilfsbereit bin ich auch.

Am Ende war ich in Meetings eingebunden, es ging fast bis 18 Uhr. Es wurde zwischendurch nicht gefragt, ob ich Zeit habe. Nun kannte ich das Projekt nicht (musste erst noch ausgecheckt werden), die Softwareversion war nun auch ca. 10 Jahre alt. Das beobachtbare Fehlverhalten konnte man in Dialogen sehen, aber auch nur sehr mühsam über einen geteilten Bildschirm in TeamViewer.

Das dickste Ding: "Schaffst du bis morgen eine Lösung?" - Ich sagte, ich habe das Programm noch nicht mal lokal eingerichtet bekommen. "Vielleicht hast du ein paar Idee. Wann hast du morgen Zeit?" - Ich: "9:30 Uhr". Er. "Uff." Ich: "Ist das zu früh oder zu spät?" Er wollte 9 Uhr und ich sagte, das würde knapp aufgrund meines Schlafverhaltens in jüngerer Zeit.

Die haben natürlich drängende Probleme und der Kunde steht denen im Rücken. Kann ich verstehen, aber warum wird das an mich weiter gegeben? Es ist übergriffig und es wird zu selbstverständlich genommen, dass Rudi Zeit hat. Und der eine hat eine sehr hohe Position und ich kenne den seit 2012.

Folge: Ich arbeitete von ca. 21 Uhr bis kurz vor Mitternacht im Home Office. Rudi ging heute auch nicht zum Sportverein.

Was macht ihr in solchen Fällen?

#8106916
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Auch mal "nein" sagen und dies auch durchsetzen.

Ich weiß, das ist verdammt schwer, gerad in nem Familienunternehmen, wo man öfter "Feuerwehr" spielen muß. Vater ist zb. der Meinung, das die Familie und die Firma vorgeht, da kann man dann wenig machen.

Du wirst Dich mit Rudi hinsetzen müssen und Regeln erstellen, die euch Beiden in Zukunft helfen, die "Multitasking" Realität zu entschärfen und eure gegenseitige Hilfe planbarer zu gestalten. Red mit Rudi und nicht mit dem Chef, das ist erstmal für euch Beide besser.

mfg

(Firma: Starfleet) #8106931
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Auf gesetzliche Arbeits- und Ruhezeitregelung verweisen (8h-Tag, § 3 ArbZG) mit dem Hinweis das der Versicherungsschutz der Firma erlischt und ohnehin Bußgelder drohen sobald dagegen verstossen wird.

Auf gesetzlich bindende Regelungen wird hier regelmäßig hingewiesen, mal ins Archiv schauen:

: Bearbeitet durch User
#8106955
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Chef: "Nick, wir sollten uns ein Mal in der Woche besprechen".
Nick: "Sehr gut! Da bin ich sofort dabei".
Chef: "Ich schlage Freitag 18:00 bis 19:00 vor"
Nick: "Noch ein blöderer Termin fällt dir nicht ein"

Damit hat sich das wieder erledigt gehabt mit den Besprechungen.

Chef und ein Vertriebler sitzen zusammen, es ist Feierabend, ich geh nach Hause und geh an den Beiden grüßend vorbei.
Chef: "Nick, wir brauchen eine Ausarbeitung für $BlaBla".
Nick (Standardfrage bei sowas): "Bis wann".
Chef: "Jetzt".
Nick: "Ich gehe jetzt, bis wann spätestens?"
Chef: "Bis morgen 8:00"
Nick: "Wie soll das gehen? Ich hab dir meinen Teil der Ausarbeitung vor einem Jahr gegeben und eine Gliederung für den Teil, den du machen musst und den nur du kannst, gemacht"
Chef: "Bis 10:00"
Nick: "Und wo ist dein Teil?".
Chef: -schweigen-
Ich hab ihm dann am nächsten Tag das Gleiche wie vor einem Jahr gegeben.

Nein, ich arbeite da nicht mehr. Das Produkt gibts nicht mehr, auch keinen Support mehr dafür.

Grenzen klar da ziehen, wo Grenzen für dich sind. Klar kann man Überstunden machen oder auch am WoE arbeiten. Das kann auch richtig Spaß machen. Aber nur, wenn man will und kann. Und es hängt natürlich auch vom Verhalten der anderen Seite ab.

Beitrag #8106975 wurde vom Autor gelöscht.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #8106982
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Rudi R. schrieb:

Ich habe einen gewissen Expertenruf. Und hilfsbereit bin ich auch.

Dann musst du jetzt nur noch "Nein!" sagen lernen.

Und ja: im Grunde ist Homeoffice Mittelalter.

Da hatte auch jeder seine Arbeit direkt bei sich zu Hause. Und konnte so (je nach Beleuchtungssituation) zu jeder Tages- und Nachtzeit daran arbeiten. Auch nachts um 12.
Dann machte die Menschheit einen Fortschritt und es kam die Industrialisierung mit einer Zentralisierung der Arbeit.
Dann machte die Menschheit wieder einen Schritt und erfand das Homeoffice. Das ursprüngliche Problem mit der Beleuchtung wurde in der Industrialisierungsphase gelöst.

Kann man anders sehen, ist aber so. Mir käme es in tausend kalten Wintern nicht in den Sinn, nachts um 12 zu Hause die "dringenden Probleme" der Firma zu lösen. Denn >>99,99% dieser Probleme gab es schon einige Tage vorher. Und die Welt geht nicht unter, wenn die erst 12 Stunden später bearbeitet werden.

: Bearbeitet durch Moderator

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