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Forum: Platinen Platinen verzinnen


Autor: Ronny (Gast)
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Ich habe hier in einige Threads reingelesen, wo es um das Verzinnen von 
Platinen ging. Aber die Methode, nach der ich suche, habe ich darunter 
leider nicht gefunden. Diese Methode wurde mal in einem anderen Thread 
hier

Beitrag "Modifizierter Laminator - 1A Ergebnis"

von einem user names "kalobyte" kurz angesprochen, aber leider nicht 
wirklich erklärt.

Dazu wurde auch ein video gepostet, nämlich das hier (unteres video):

http://easyelectronics.ru/izgotovlenie-pechatnyx-p...

Sieht ja schon sehr abenteuerlich easy aus. Leider ist alles auf 
russisch und das verstehe ich nunmal nicht.

Meine Frage an euch: kennt jemand diese Methode zum Verzinnen oder kann 
sich jemand darauf einen Reim machen?

Andere Frage betrifft das Sur-Tin. Ist es nötig, die gesamte Packung zu 
verwenden? Ich mein - man könnte sich doch auch einfach nur die Hälfte 
oder ein Drittel der Lösung ansetzen, wenn man weniger Verzinnungsbedarf 
hat. Sicher... die Lösung hält zwar - soviel ich lesen konnte - einige 
Zeit, aber ich habe nur gelegentlich Bedarf, und da sind mir einfach 2 
Liter zuviel. Das schon nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das 
Giftmobil.

Autor: Niko Robin (Gast)
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Ronny schrieb:
> man könnte sich doch auch einfach nur die Hälfte
> oder ein Drittel der Lösung ansetzen

Mann kann. Was sollte einen denn daran hindern?

Autor: Carsten Sch. (dg3ycs)
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Hi,

Ronny schrieb:
> Andere Frage betrifft das Sur-Tin. Ist es nötig, die gesamte Packung zu
> verwenden? Ich mein - man könnte sich doch auch einfach nur die Hälfte
> oder ein Drittel der Lösung ansetzen, wenn man weniger Verzinnungsbedarf
> hat.

Das dritteln klappt sogar sehr gut! ICh mache das immer so. Komme so 
immer 1 1/2 Jahre damit aus, ohne das ich zuviel "Mief" ertragen muss. 
Kleiner als 1/3 würde ich aber nicht gehen...

Das Hauptproblem ist halt die Dosierung. Das Sur-Tin besteht aus drei 
Komponenten, einmal flüssig, zweimal fest.
Problematisch ist das die Menge eines der beiden pulverförmingen 
Bestandteile sehr klein ist, muss man ein gutes Augenmaß oder 
empfindliche Wage haben um das gut zu dosieren.

Ich habe mir für die Pulver vorher entsprechende Dosen in passender 
Größe aus der Apotheke besorgt (ca 20ct. Stk) und schweiße diese mit dem 
restlichen Inhalt nach dem anmischen sicherheitshalber wieder ein.
(Keine Ahnung wie die Chemikalien auf Luftfeuchtigkeit reagieren,.. 
Sicher ist sicher)

Gruß
Carsten

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Was soll das chemisch verzinnen denn bringen?
Gut, es verhindert das das Kupfer oxidiert
und die Platine auch länger gut lötbar bleibt
aber das kann man auch mit Lötlack erreichen.
Beim löten selbst verdampft das Chemisch-Zinn
im Bereich der erhitzten Stelle und dann hat es
keinen Nutzen mehr, was auch wohl nicht der
Zweck ist. Ich habe früher versilbert was auch
nicht wirklich vorteilhaft war wenn die Oberfläche
später dann schwarz wurde.

Es geht aber auch anders:
Youtube-Video "Platinen verzinnen"

Muss jeder selbst wissen was die beste Lösung für ihn ist.

Autor: Andreas H. (Gast)
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>Was soll das chemisch verzinnen denn bringen?

Bessere Lötbarkeit.

>Beim löten selbst verdampft das Chemisch-Zinn

Woher hast du diese Iformation? Siedepunkt von Zinn: 2602 °C (Quelle: 
WebElements)

Du lötest also mit Weißglut?

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Durch ausprobieren mit einem normalen Weller Magnastat-Lötkolben.
Die paar Atomschichten haben doch keine so feste Bindung.

Autor: war mal angemeldet (Gast)
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Mal eine Frage zu Sur-Tin: ist der Photolack der Bungard-Platinen 
beständig dagegen?
Ich lass den Photolack nach dem Ätzen als Lötstopp drauf und belichte 
nur die Pads nochmal - nachdem das recht gut funktioniert, ich aber 
trotzdem verzinnen würde, stehe ich vor dieser Frage.

Autor: Richard B. (richard7)
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Ich verwende einfaches Lötfittingslot - die Paste erhitze ich dabei nur 
soweit das sie trocken erscheint - Die erzeugte Zinnschicht ist dabei 
sehr gleichmässig und gleicht einer Industriell gefertigten.

Falls interesse besteht kann ich ein Video aufnehmen


mfg

Richard

Autor: ... (Gast)
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Ronny schrieb:
> Meine Frage an euch: kennt jemand diese Methode zum Verzinnen oder kann
> sich jemand darauf einen Reim machen?

Er löst Zitronensäure in Wasser und legt ein Stück Roses-Metall hinein. 
Kocht das ganze und legt dann die Leiterplatte hinein. Dabei wird 
anscheinend das Kupfer mit dem Roses-Metall überzogen.
Roses-Metall gibt es hier:
http://www.tmp-loettechnik.de/shop/produkt/32/13/t...
Zitronensäure im Lebensmittelgeschäft.

Autor: ... (Gast)
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Die Zitronensäure soll wohl die Oxid-Schichten auf dem Kupfer lösen.

Autor: Echo (Gast)
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Atomschichten: Sur-Tin sorgt für ca 5µm, das sind ne Menge 
Atomschichten. Ich verwende das Zeug auch, auch mit nem Magnastat. 
Dieser Effekt ist mir trotz rumbratens nie aufgefallen. Vllt sollte man 
die Platine auch länger als 2s in die Lösung legen für mehr als einige 
Atomlagen wenn ich das mal so parodieren darf.

MfG Echo

Autor: Frank Schlaefendorf (Firma: HSCS) (linuxerr)
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Ich habe auch Sin-Tur verwendet, aber das die Platine dadurch besser 
lötbar sein soll, kann ich nicht bestätigen. Eine saubere 
Kupferoberfläche mit Lötlack ist wesentlich besser zu löten.
Wenn die SinTur-Lösung schon sehr aufgebraucht ist, lässt sich der 
Zinn-Überzug sogar extrem schlecht löten, deshalb habe ich es wieder 
aufgegeben, ist aus meiner bescheidenen Sicht den Preis nicht wert.

Autor: Michael J. (jogibaer)
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Frank Schlaefendorf schrieb:
> Ich habe auch Sin-Tur verwendet, aber das die Platine dadurch besser
> lötbar sein soll, kann ich nicht bestätigen. Eine saubere
> Kupferoberfläche mit Lötlack ist wesentlich besser zu löten.
> Wenn die SinTur-Lösung schon sehr aufgebraucht ist, lässt sich der
> Zinn-Überzug sogar extrem schlecht löten, deshalb habe ich es wieder
> aufgegeben, ist aus meiner bescheidenen Sicht den Preis nicht wert.

Hallo,

ist auch meine Meinung.
Die Zinnschicht läßt sich nach einiger Zeit fast gar nicht mehr löten.

Ich benutze jetzt statt Zinn eine Dynamask Lötstoppmaske.
Nachdem diese aufgebracht ist, reinige ich das Kupfer und verzinne alle
Pads per Lötkolben.
Ist zwar etwas Arbeit, bekomme aber super Ergebnisse.

Jogibär

Autor: A. (Gast)
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Dem kann ich nur zustimmen. Bessere Lötbarkeit konnte ich wirklich nicht 
feststellen, hab mir von dem ganzen was anderes versprochen. Dafür ist 
es relativ aufwendig (das Bad muss jedesemal erwärmt werden), und bis 
man zum ersten mal  eine saubere Schicht draufhat braucht man ein paar 
Versuche, da ich zumindest immer Flecken drauf hatte.

Ich persönlich finde die Methode mit Dynamask, Reinigungsalkohol und 
Flussmittelstift wesentlich besser, und mal ehrlich wenns verlötet ist 
sieht man eh nix mehr von dem ganzen Sur-tin Zauber.

Autor: Michael J. (jogibaer)
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A. schrieb:

> Ich persönlich finde die Methode mit Dynamask, Reinigungsalkohol und
> Flussmittelstift wesentlich besser, und mal ehrlich wenns verlötet ist
> sieht man eh nix mehr von dem ganzen Sur-tin Zauber.

Nun ja, beim Aushärten der Lötstoppschicht werden die Pads trotz 
Belüftung
ganz schön verunreinigt.

Bevor jetzt irgendwelche Herren aufschreien -> ja ich reinige die 
Platinen nachher sorgfältig und beachte auch den Arbeitsschutz:

Ich reinige die Platinen nach dem Aushärten mit ein wenig auf ein Tuch 
geträufelte verdünnte Salzsäure.
Richt ein wenig aufdringlich, aber nach dem Reinigen und dem Versiegeln 
mit
Flußmittel ist das Verzinnen ein Kinderspiel.
Ich erziele wirklich erstkassige Ergebnisse.

Dies hat sich nach mehreren Versuchen als die beste Methode 
herausgestellt.

Jogibär

Autor: MaWin (Gast)
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> Roses-Metall gibt es hier:
> Zitronensäure im Lebensmittelgeschäft.

Man will allerdings kein Bismuth auf Platinen.


Ist zwar nett, daß das Metall in kochendem Wasser flüssig wird,
aber unbrauchbar.

Autor: ... (Gast)
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MaWin schrieb:
> Man will allerdings kein Bismuth auf Platinen.

Du willst das nicht, anderen ist es vielleicht egal.

MaWin schrieb:
> Ist zwar nett, daß das Metall in kochendem Wasser flüssig wird,
>
> aber unbrauchbar.

Schon ausprobiert, oder woher beziehst du deine Weisheiten?

Autor: Michael K. (damichl)
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Hmm also da ist das Glanzzinn vom C wesentlich einfacher zu handhaben. 
Einfach Pulver in heisses Wasser (kann man auch gut vierteln), abkühlen 
lassen, in Flasche aus Apotheke abfüllen.
Das Verzinnen funktioniert dann bei Zimmertemperatur. Einfach Platine 
rein und es geht los ;)
Ergebnisse sind hervorragend, also von einer professionell gefertigten 
Platine nicht zu unterscheiden.


mfg

da Michl

Autor: Echo (Gast)
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Sur-Tin-Verzinnung erfolgt bei mir wunderbar mit Zimmertemp. Damit keine 
Flecken entstehen muss die Platine natürlich vorher gereinigt werden 
z.B. mit Aceton und Polyblock. Die Zinnschicht sieht gut bei großen 
Masseflächen aus. 13€ hab ich schon schlechter ausgegeben muss ich 
sagen, da is der "Zauber" ganz gut für.

MfG Echo

Autor: A. (Gast)
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okay dann hab ich was falsch gemacht, bei mir hatt sich das zeug immer 
am boden abgesetzt und ich musste es immer warm machen und wieder lösen.

Autor: Artur H. (hohoho)
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Das ist mir nur passiert, als ich das Zeug im Winter im Keller gelagert 
habe ... wenn man es bei Zimmertemperatur lagert, sollte das nicht 
vorkommen.

Mit dem Octamex-Zinn ( sollte ja auch Sur-Tin-ähnlich sein ) habe ich 
nur gute Erfahrungen gemacht. Den Unterschied zwischen verzinnt oder nur 
mit Lötlack behandelt habe ich ganz deutlich gemerkt, und auch bei 
längerem rumbrutzeln wurde die Zinnschicht soviel ich sehen konnte nicht 
verletzt.
Und für den Fall, dass die verzinnte Platine lange rumlag und schlecht 
lötbar ist, einfach mal wieder für ein paar Minuten ins Zinnbad legen, 
und sie ist wieder frisch. Steht auch so im Sur-Tin-Handbuch.

Autor: Niko Robin (Gast)
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... schrieb:
> Du willst das nicht, anderen ist es vielleicht egal.

Wohl kaum. Egal ist es nur denen die nicht wissen welche negativen 
Wirkungen Bismuth dabei hat.

Autor: ... (Gast)
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Niko Robin schrieb:
> welche negativen
>
> Wirkungen Bismuth

Dann erzähl doch mal welch negative Wirkungen Bismuth haben soll.

Autor: Echo (Gast)
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Bismut schreibt sich übrigens ohne h...

Autor: Ronny (Gast)
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Erstmal vielen Dank an euch alle hier für euere Beiträge und 
Erfahrungsschilderungen, insbesondere auch an "Gast" für seine Erklärung 
zur Roses-Metall-Methode.

Mit dem Sur-Tin war ich mir eben nicht sicher, ob sich ein Teilansatz 
der Lösung herstellen lässt, oder ob der Zerfall eines der chemischen 
Bestandteile z. B. nicht bereits mit Anbruch der Packung seinen Beginn 
nimmt. Offensichtlich aber scheint das erst die Zusammenmischung zu 
bewirken. Ansonsten sollte das Abwiegen kein Problem darstellen - es 
gibt Milligrammwaagen bereits für unter 10 Euro. Ich hab so eine 
zuhause, und die funktioniert für diesen geringen Anschaffungspreis 
wirklich erstaunlich gut.

Am Sur-Tin hielt mich ansonsten eben die Verfallsdauer und daneben auch 
die offenbar nicht grade ungefährlichen Einzelbestandteile (z. B. 
Schwefelsäure) und das Produzieren von Chemieabfall ab.

Das Roses-Metall scheint in Punkto Kontaktkontaminierung offenbar nicht 
sonderlich giftig zu sein.

Ich bin mir eben auch nicht sicher, ob das Verzinnen überhaupt nötig 
ist. Optisch ist das natürlich professionell, aber ob's technisch 
Vorteile bringt, ist wohl eher fraglich.

Zur Versiegelung hätte ich ansonsten auch ein Spray zuhause 
(Isolier-/Schutzlack Teslanol T7 Uniplast). Von Lötlacken habe ich 
gehört, dass die eine klebrig bleibende Schicht machen - das ist nicht 
unbedingt das, was ich haben möchte.

Autor: ... (Gast)
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Echo schrieb:
> Bismut schreibt sich übrigens ohne h...

In Deutsch ja, in Englisch mit h

Ronny schrieb:
> Ich bin mir eben auch nicht sicher, ob das Verzinnen überhaupt nötig
> ist. Optisch ist das natürlich professionell, aber ob's technisch
> Vorteile bringt,

Der einzige Vorteil den Verzinnen bringt ist Erhaltung der Lötfähigkeit 
über längere Zeit. Gilt nur leider nicht bei chemisch Zinn.

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