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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Was bleibt vom Stundensatz beim Selbständigen?

Autor: Schulze (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Ich habe mir hier die Mühe gemacht, einen Vergleich zu ziehen zwischen
meinem Input als Projektarbeiter und dem vormaligen Gehalt. Ich bin
jetzt bei so etwa 10% plus, wenn man die mutmassliche Steigerung
berücksichtigt, die ich erfahren hätte und es auf dieselben Stunden
bezieht. Auch wenn ich den Vorteil der Arbeitgeberzuschüsse rechne,
bleibt noch was über.

In den kommenden Jahren werden die Ausgaben sinken und die Stundensätze
noch etwas steigen. Da rechne ich mit 20%. Fazit: Aktuell lohnt es sich
schon, selbständig zu sein. Besonders das Auto kann man gut absetzen, da
ich trotz einer hohen km-Leistung auf über 60 Cent je km komme und man
als Angestellter nur nur die Entfernung einsetzen kann, was einem
Viertel entspricht ! Zudem kriege ich nicht mehr den Dienstwagen so
teuer privat angerechnet.
Autor: Stock (Gast)
Datum:

Schoen wenn Du alle Stunden verrechnen kannst. Die Weiterbildung kannste
nicht verrechnen und das Einarbeiten in neue Dinge auch nicht. Mal hier
ein Seminar zu Irgendwas, mal ein Demokit von Dem, plus die Stunden.
Dann erzaehlt ein moeglicher auftraggeber von irgendwas, das du nicht
kennst. Dann kaufst ein Demokit, verbratest eine Woche zum Einarbeiten,
da du ja nichts offerieren kannst, das du nicht kennst. Dann wird das
Problem anderweitig geloest.
Die meisten Kunden wollen einen Fixpreis. Schoen wenn du die anfallende
Arbeit genau abschaetzten kannst. Ich hab mich standardmaessig um einen
Faktor 3 verschaetzt. Wenn dann was 6 Monate dauert, aber nur 2 Monate
verrechnet werden koennen, geht's ins Geld. Beim jetzigen Projekt bin
auch auch im 7. Monat von 2 Geschaetzten. Da muss man dann durch.
Autor: Schulze (Gast)
Datum:

Deswegen arbeite ich nur noch nach Aufwand! Dank der immer weiter sich
verschlechternden Strukturen in den Firmen, der sinkenen Kompetenz der
Projektleiter (die die Projekte an die Wand fahren und dadurch die
Aufträge für Selbständige oft überhaupt erst schaffen) sowie des
Kostendrucks gibt es kaum noch eine vernünftige Projektplanung,
Pflichtenhefte oder Konzepte. Da arbeite ich lieber für weniger
Stundensatz aber habe den am Ende eben auch. Das Chaos sollen die Firmen
selber bezahlen und nicht auf mich abwälzen.

Schlecht, wenn es Leute wie Dich gibt, die sich verarschen lassen und
für einen Appel und ein Ei arbeiten. Die von Komplettanbietern abgebenen
Stundenschätzungen und Angebote sind nämlich mit ein Grund, daß sich in
der Firmen vollkommen utopische Preis- und Leistungsvorstellungen
etbaliert haben.

Seriöse Planung Ade! Es wird herumgestöpselt. Ich stöpsel halt so eben
mit, wie es eben geht. Als Angestellrer müsste ich denselben Mist
machen, nur halt für weniger Kohle.
Autor: Stock (Gast)
Datum:

Schoen, wenn du Arbeiten-nach-Aufwand immer durchziehen kannst. Wie soll
das mit der Weiterbildung gehen ? Du sagt : Mach ich, kostet xx Euro pro
Tag, leider hab ich Null Ahnung, muss daher zuerst noch ne Schulung
machen, kostet yy Euro pro Tag zusaetzlich zu den xx Euro pro Tag ?
Autor: Punktrichter (Gast)
Datum:

Er zieht das knallhart so durch und sein Auftraggeber zahlt das gerne.
Und alle anderen lassen sich verarschen!
Oder er stöpselt eben nur so rum...
Autor: Axel (Gast)
Datum:

Richtig gut wird es dann, wenn man mal zwei Wochen krank ist. Soll ja
vorkommen.

Und die sechs Wochen bezahlten Urlaub sollte man auch nicht vergessen.

Was auch fehlt ist der Arbeitgeberzuschuss zur
Kranken/Rentenversicherung.

Ich habe mir das auch mal durchgerechnet, aber wenn man das alles mit
reinnimmt, muss man schon sehr hohe Stundensätze durchsetzen, damit sich
das lohnt.

Gruss
Axel
Autor: Lötspitze (Gast)
Datum:

> Beim jetzigen Projekt bin
auch auch im 7. Monat von 2 Geschaetzten. Da muss man dann durch.

Da biste nich allein!



Geld ist nicht Alles - klar, die Ausgaben müssen gedeckt sein. Aber
gerade als Selbständiger kommt die Selbstverwirklichung, die
Kreativität, der Erfolg der fertigen Konstuktion, der Erfolg des
gelungenden Verkaufs hinzu.


Meine Erfahrung ist: Lieber ein kleiner König(Selbständiger) als ein
großer Knecht(Angestellter).
Autor: Googelino (Gast)
Datum:

Mann, was habt die da für Projekte ???
7 Monate statt 2!

Ich bekomme auch alles bezahlt und brauche keine Weiterbildung. Ich
lebe, von dem was ich kann. Weiterbilden kann ich mich kostenlos im
Projekt. Gerade eben habe ich fast 2 Wochen Einarbeitung in einen neuen
Stand hinter mir. Die haben  keinen gefunden, der das kann und ich habe
niedrige Stundensätze. So bezahlt der Kunde meine Ausbildung und mein
Hotel.

(Und das Esse für 245,- das ich gerade für die drei Schlüsselpersonen
hier gegeben habe)

Ich komme immer positiv mit der Kohle raus.
Autor: None (Gast)
Datum:

>7 Monate statt 2!

Mir passiert das auch alle paar Jahre wieder mal. Meist ein komplexes
Projekt das verschiedene Technologien integriert. Eine davon kennt man
eigentlich nicht, eher nur vom Hoerensagen, schaetzt sie aber als
handhabbar ein. Da passt dies nicht, und etwas anders funktioniert's
auch. Eine neue Hardware, Firmwareanpassungen, usw.
Autor: .... (Gast)
Datum:

scheiß auf das Essen. Um das geht es nicht.

ich denke ne fehlkalu passiert jedem mal. 2 auf 7 ist allerdings arg
heftig - hatt ich auch noch nicht. Zum echten Problem wird es, wenn das
Anschlußprojekt schon winkt....
Autor: Michael (Gast)
Datum:

Je nachdem, was man macht, ist Selbständigkeit wirklich lukrativ.
Alleine schon bei der steuerlichen Gestaltung ist wesentlich mehr
möglich als wenn man Angestellter ist.

Alleine bei unserer Immobilie ergibt sich eine geschätzte
Steuerersparnis von ca. 80.000 Euro.
KFZ wurde ja schon genannt.
Auch die komplette EDV- und Multimediaausstattung darf bei uns das
Finanzamt mittragen.

Es hängt also viel von den Umständen ab, aber in günstigen Fällen - wie
bei mir - hat man schon über die Steuer so eben mal ein
Ingenieurs-Einstiegsgehalt pro Jahr als kleines Extra...
Autor: None (Gast)
Datum:

Den ganz heissen Trick kann man abziehen, indem man selbstaendig und
angestellt ist. Das wird bei einer 100% Anstellung nicht ganz leicht
vermittelbar sein. Aber sobald man  zusaetzlich zum Angestellten
einkommen sonst noch was macht, geht das in die Richtung. In Kalifornien
ist es zB ueblich mindestens 2 Taetigkeiten auszuueben, auch wenn die
eine schon den Grundbedarf decken wuerde... was heisst schon
Grundbedarf. Das machen auch erfolgreiche Leute, nicht nur Schlucker.
Also, verhacke irgendwas neben dem Angestellt sein und dafuer benoetigst
Du das Haus. Daher das Haus als Firmenasset behandeln.

Das Auto abzuziehen ist eine eher muehsame Sache. Bei uns (CH) muesste
ich ein Fahrtenbuch fuehren und jede Fahrt eintragen, die Kosten
duerften dann anteilig abgezogen werden. Mir ist das zu doof. Mach ich
nicht.
Autor: Punktrichter (Gast)
Datum:

Kalifornien und CH sind nicht D.
Das mit dem Haus ist nicht so banal. Wenn Du es für Deine Firma baust,
dann geht das Haus mit ins Betriebsvermögen, d.h. das Finanzamt (und
nicht Du) kann dann bei gewissen Vorfällen, wie z.B. die Beendigung der
Selbständigkeit, das Haus schätzen. Diesen Schätzwert bekommst Du als
Gewinn aufgebrummt, was extreme Steuerzahlungen nach sich zieht.
Du kannst lediglich die MwSt. (oder einen Teil cavon) aus einem Bau
rausziehen, wenn Du es nach dem Würzburger Modell anstellst. Und nach 10
Jahren muss diese dann auch nicht mehr zurückgezahlt werden.
Aber so richtig profitieren kannst Du mit einer Immobilie, die Du auch
privat nutzen willst, nicht!
Autor: None (Gast)
Datum:

Als selbsaendig Erwerbender ist man privat und Firma gleichzeitig. Die
Selbstaendigkeit gibt man nie auf ... man laesst sie allenfalls etwas
einschlafen. Auch als Selbstaendiger kann man hin und wieder rote Zahlen
schreiben, dh ein Einkommen unter Null haben. Wenn es jahrelang unter
Null bleibt, weil die Ausgaben hoeher als das Einkommen ist, wird es
schwierig zu erklaeren. Den Privatwohnanteil am mitbewohnten Haus muss
man natuerlich ausweisen, und man sollte auch etwas firmenmaessiges im
Haus haben, zB ein paar Tische, Material, irgendwas.
Autor: Kaempfer (Gast)
Datum:

"Alleine bei unserer Immobilie ergibt sich eine geschätzte
Steuerersparnis von ca. 80.000 Euro"

Das erkläere uns bitte mal, wie das geht. (Als Fallbeispiel natürlich
und nicht etwa als Beratung, da man das ja nicht darf).

Zur Wohnung: Ich habe ein Haus, das halb mir gehört. Ich zahle uns
Miete, ziehe alle Kosten ab und versteuere den REst des Gewinns. Das
sind noch rund 20% des Umsatzes. ALso ziehe ich 80% ab, macht rund
35%-Punkte Steuerersparnis von 6000,- Miete im Jahr.
Autor: Scholz (Gast)
Datum:

Das würde mich auch mal interessieren, wie man an einer IMMO 80k sparen
kann!
Autor: Zeter (Gast)
Datum:

>In den kommenden Jahren werden die Ausgaben sinken
>und die Stundensätze noch etwas steigen

Das scheint mit Deine persönliche Einschätzung zu sein. Ich gehe davon
aus, daß die Sätze eher wieder sinken.
Autor: Jakob (Gast)
Datum:

"Das würde mich auch mal interessieren, wie man an einer IMMO 80k sparen
kann!"


Wo ist das Problem?
Immobilie wird über Firma gebaut. Umsatzsteuer eingesackt und der privat
genutzte Anteil über die nächsten 30 Jahre nachversteuert -> prima
zinsloser Kredit!
Bringt zum einen die Umsatzsteuer, zum anderen senkt es das zu
versteuernde Einkommen/den zu versteuernden Gewinn. Ebenso die Ausgaben
für Handwerker und Gärtner. Haben wir genauso gemacht.
Geht natürlich nicht bei jedem (Frei-)Beruf/Gewerbe.

Und abzuraten ist davon natürlich, wenn man eine wackelige
Selbständigkeit hat, dann kann die Hütte schnell mal futsch sein, wenn
man dämlich ist.

Oder man macht es, wie unser Nachbar:
Der hatte seine Firma ordentlich in den Sand gesetzt und über eine Mio.
Schulden. Zwangsversteigerung und welch Wunder: Die Frau hat die Bude
zum Verkehrswert von der Bank ersteigert. Ein Schelm, wer Schlimmes
dabei denkt... ;)
Autor: Gast (Gast)
Datum:

> über die nächsten 30 Jahre nachversteuert
> Bring zum einen die Umsatzsteuer

Du musst auf private Einnahmen durch Nutzung von Geschäftgegenständen
als Selbständiger die UST zahlen, wodurch wie bei allen Gütern nur der
geschäftlich genutzte Anteil von der UST befreit ist.
Autor: .... (Gast)
Datum:

Viel Spaß bei der nächsten Betriebsprüfung: BGH => Betriebsaufspaltung
bei Häusern!
Autor: Argus Augus (Gast)
Datum:

Das denke ich auch. Die GmbHs haben öfters mal Prüfungen, nur die
Freiberufler bleiben davon meist verschont, weil sie zu klein sind und
auch weniger tricken können - zumindest nur mit eine paar
Spesenrechungen im "Hundert-Euro-Masstab".

Elend ist es für die, welche ein Auto mit privatem Anteil haben: Mein
Autohändler hatte letztes Jahr so eine Prüfung und sie haben den
Verkäufern den bestmöglichen Wagen zugeschriebn, den sie haben nutzen
dürfen. Sie hatten zwar alle einen auf sich zugelassenen Kleinwagen
dieser Marke, aber die Betriebsprüfer habe anhand des Fahrtenbuches
potenzielle Pivatfahrten ausgemacht und damit diese Wagen angesetzt.
(Die Vk haben das wohl auch ab und zu genutzt, muss man sagen). Somit
stieg der zu bemessende Listenpreis schlagartig auf das Dreifache
(S-Klasse, statt A-Klasse und sie durften für 3 Jahre die 1% Nutzung
nachversteuern, was auf Tausende an Nachzahlung hinaus lief).
Autor: Rolf Lambrecht (Gast)
Datum:

Diese Steuervorschau hat einige Fehler. Meines Erachtens enthält sie zu
hohe effektive und rechenbare Kosten, z.B. die Abschreibungen.
Autor: Boris (Gast)
Datum:

@Gast:

"Du musst auf private Einnahmen durch Nutzung von Geschäftgegenständen
als Selbständiger die UST zahlen, wodurch wie bei allen Gütern nur der
geschäftlich genutzte Anteil von der UST befreit ist."


Ist in dieser Form Blödsinn:

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte am 24.7.2003 das Urteil des Europäischen
Gerichtshofs vom 8.5.2003 zur Umsatzsteuerpflicht der privaten
Verwendung einer dem Unternehmen zugeordneten Immobilie bestätigt. Nach
dieser Rechtsauffassung kann ein Unternehmer, der einen Teil eines
Gebäudes zur Ausführung steuerpflichtiger Umsätze und die übrigen
Räumlichkeiten für eigene Wohnzwecke nutzt, den vollen Vorsteuerabzug
aus den Herstellungskosten geltend machen, wenn er das gesamte Gebäude
seinem Unternehmen zuordnet. Bisher war ein Vorsteuerabzug für die
eigengenutzte Wohnung nicht möglich. Die private Verwendung muss er im
Gegenzug der Umsatzsteuer unterwerfen.

Die Nutzungsdauer eines Gebäudes ist fiskalisch betrachtet nicht
30Jahre, sondern 50.


In der Tat ist das also ein fetter zinsloser Kredit!

Bei einem Herstellungspreis von 1Mio Euro brutto sind das dann 160.000
Euro, die wir dämlichen Angestellten zinslos an Firmenbesitzer und
Freiberufler als Kredit vergeben!
Autor: PRgo (Gast)
Datum:

Er sagt "Du musst auf private Einnahmen durch Nutzung von
Geschäftgegenständen als Selbständiger die UST zahlen"

Du zitierst : "Die private Verwendung muss er im
Gegenzug der Umsatzsteuer unterwerfen."

Wo ist der Unterschied ?

Es bleibt nur der Vorteil der UST als Kredit - sonst widersprecht ihr
euch ja nicht. Das gilt aber für alle Anschaffungen, z.B. auch für den
Wagen. Ich habe auch 6200 Euro MmSt drei Tage nach der Anschaffung
abgezogen und muss jährlich einen kleinen privaten Teil
umsatzversteuern.
Autor: .... (Gast)
Datum:

da reden ja man viele Leute...

Also mit den 16 bzw. jetzt 19% stimmt.
ABER: Es muß jedes Jahr eine EXTRA Bilanz für das Haus erstellt werden -
mit Testat. Kostet!
Dann fragt mal nicht, wenn ihr das Haus in x Jahren wieder verkaufen
wollt. Zwischen Buchwert und Erlös: => Steuern zahlen. Angeblich kann
das Finazamt sogar einen vereidigten Schätzer ordern, damit sind einige
Ideen gleich in der Tonne. Wobei ja auch bei Kauf innerhalb von 10
Jahren der Gewinn versteuert wird (Danke PDS-Vorsitzender!)
Dann der Betriebsprüfer, der im Haus rumschleicht. Ne, ich würde lieber
darauf verzichten. Geht nur leider nicht!
Autor: .... (Gast)
Datum:

da reden ja man viele Leute...


lösche ich!
Autor: Renner (Gast)
Datum:

Im Maklermagazin wurde aber unlängst genau geschlidert, daß es sich
lohnt, das Haus ins Betriebsvermögen reinzunehmen, genau wegen des
vorgezogenen Umsatzsteuervorteils. Man muss das Haus eben 10 Jahre
halten oder selber nutzen!

Für ein Haus mit anteilig nur 1/3 geschäflticher Nutzung fallen 33% der
UST komplett weg und 2/3 davon sind steuerfreier Kredit. Über 10 Jahre
die UST von 200.000 sind ja immerhin über 30.000. Dafür zahlen andere
ordentlich Kreditzinsen.
Autor: Jagoda++ (Gast)
Datum:

Für 30.000 sind aktuell 4% fällig, was auf genau 1200,- im Jahr. Der
Vorteil gilt auch nicht die gesate Zeit, sondern baut sich
dreiecksfärmig gegen Null ab, da man am Ende alles versteuert hat. Die
etwa 600,- machen dann 50,- im Monat aus.

Wiviel kassiert der Steuerberater, wiviel Aufwand muss man dafür
treiben?

Nee , lass stecken .....
Autor: Gast (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Man darf nicht vergessen, dass die höheren Sätze nur mit mehr
Ausbildung, Einsatz und damit Kosten zu erzíelen sind, vor allem gibt es
nur viel, wenn man bereit ist, viel und weit zu reisen. Gleichzeitig
geht die Auslastung zurück!

Hier mal ein Vergleich von Gehalt und Stundensatz auf einen typischen
Fall eines Freelancers:
Autor: Alex W. (a20q90)
Datum:

Ich verstehe nicht warum der Angestellte mehr haben soll!

Hat er keine Wohnung?
Zahlt keinen Strom/Wasser/Gas?
Kein Auto?
Muss nix Essen/Trinken?

Zudem:
Auf welche Grundlagen bassiert denn diese Rechnung?
Wenn ich meine Grundlagen eingebe, komm ich mit den gleichen Einnahmen
nach UST viel besser weg als der AN.
Autor: Andreas Fischer (Firma: Freelancer) (chefdesigner)
Datum:

Wir sollten nun aber mal Angestellten <-> Selbständigen von einander
trennen. Der Angestellte hat schon ein wenig einen Schutz vor Kündigung
und bekommt auch Gehalt, wenn der Selbständige aufgrund fehlender
Auträge nichts hat - aber auch garnichts, egal, wie tief er bietet.

>Ich verstehe nicht warum der Angestellte mehr haben soll
Wer sagt, dass er das soll? In der Regel haben die Angestellten deutlich
weniger, wenigstens im Vergleich zu den gut bezahlten Selbständigen.

Schaue ich mir die Tabelle (und auch die Sätze in der Praxis) so an,
dann muss sich schon so mancher fragen, wie er mit Einanhmen von 45,-
die Stunde über die Runden kommt, bzw earum er nicht zu einem
Anfängergehalt wo einsteigt. Das Selbständigendasein kann nämlich
verflucht teuer werden, wenn man ständig Aufenthaltsorte wechseln muss
und teuere Unterkünfte zahlen muss. Leider ist es so, dass Kunden nur
was ausgeben, wenn man andauern anwesend ist.
Autor: Gast (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

>Wenn ich meine Grundlagen eingebe, komm ich mit den gleichen Einnahmen
>nach UST viel besser weg als der AN.

Das liegt aber dann sehr daran, welchen Satz Du hast und was der
Angestellte hat. Derzeit hast Du im Prinzip schon Recht: Es wird
zienlich gut bezahlt, die Frage ist, wie lange noch?

Ich habe jetzt nochmal eine andere Konstellation eingegeben und komme
auf eine Steigung von 1.1 vom Stundensatz zum Gehalt mit etwas Offset.
Trotzdem bleibt es grob bei einem Faktor 1000. Wer also soviel Knowhow
und Erfahrung hat, dass es als Angestellter bei 70k läge oder liegt,
muss als Freelancer auch an die 70,- die Stunde bekommen. Genau genomen
muss er sogar mehr haben, wegen eventuell mal wieder schlechteren
Zeiten.

Nun kann man in der Rechung natürlich die Kosten wegdiskutieren und
argumentieren, dass man das von zuhause aus machen kann, aber wer mal
ein Projekt in München gemacht - und dort 1800 je Monat für die
Unterkunft gezahlt hat, der wird eher 10k nach oben korrigieren!!!!

Nochmal so ein paar ganz reale Sätze, die doch sehr unterschiedliche
Bedingungen widerspiegeln (und auch mit ganz anderen Leuten besetzt
werden)

1) Freelancer bei Dienstleister, 100% anwesend, 40h, 6 Mon,  für
Siemens, einfaches C-embedded + HDL-Designer): 50,- geboten, 55,-
erhalten nach Verhandlung.

2) Freelancer über Dienstleister, 100% anwesend, 40h, Rohde & Schwarz,
einfaches VHDL-Design): 60,- geboten, abgelehnt wegen Termin (ist aber
schon > 1 Jahre her, gfs zahlen sie mehr)

3) Freelancer über Dienstleister, 90% vor ort, 40h, bei Carl Zeiss
(C-embedded, oliv) 65,- geboten, abgelehnt

4) Freelancer über Dienstleister, 100% vor ort, 40h, bei EADS, (normales
VHDL, oliv) 65,- geboten, dann 67,- geboten, abgesagt, wegen Termin

5) Freelancer über Dienstleister, 100% vor ort, 40h, bei Siemens,
(normales VHDL) 65,- geboten, abgesagt

6) Selbständiger, eigenes Büro, über Dienstleister, 300h-Projekt, Termin
< 2 Mon, Siemens, (Hardware, CAE) 75,- erhalten

7) Selbständiger, eigene GmBH, ohne Dienstleister, 150h-Projekt, Termin
< 3 Wo, Siemens, (Hardware, CAE) 85,- erhalten

8) Selbständiger, eigenes Büro, über umbrella, 500h-Projekt, 3 Mon fix,
Siemenstochter im Ausland, (lumpiges VHDL) 75,-

9) Selbständiger, eigenes Büro, über umbrella, 900h-Projekt, 6 Mon fix,
Siemenstochter im Inland, (lumpiges VHDL) 72,-

und im Vergleich dazu noch dies:

Elektroingenieur, Uni, 41, 3 Jahre BE, 2001 auf Software und
IT-gewechselt und dort 7 Jahre BE, Datenbankinstallation SAP, Projekt:
"busines model integration", 750h-fix in max 90 Arbeitstagen,
Arbeitsort: Zürich: Tagessatz: 1500 Franken!

Ich bleibe dabei, die meisten Ingenieure sind unterbezahlt!
Autor: gast (Gast)
Datum:

Bei 1500 SF Tagsatz denkt man sich im ersten Augeblich, "schön". Aber
das entspricht einem real verrechneten Stundensatz von 120 €. Das klingt
schon sehr nach Standard.

Angestellte vergessen ein paar Punkte ganz gerne (aber woher sollen
sie's denn wissen?):

- Kundenaquise/Werbung und kostet Zeit (bei Consulting ~ 30%) und Geld.
- Fahrkosten/Übernachtungen sind nicht immer abrechenbar.
- Fortbildung kostet Zeit (10% ... 30%) und Geld.
- Betriebsmittel & Versicherungen kosten Geld.
- Ausfallsrisiko bei Krankheit, Unfall, Vertragsbrüchen etc. ist real.
- Netto (vor Steuer, minus UST) des Selbständigen entspricht etwa Brutto
(das, was am Lohnzettel steht) des Angestellten.

Das heißt, ein Selbständiger, der noch Neukundenaquise betreibt und sich
vorbildet kann effektiv ~ 50% seiner Arbeitszeit verrechnen. Beispiel
von oben: €120 /1.19 = €100, wacon 50% sind €50 Stundenlohn vor Steuer.
Das klingt schon weniger toll.

Was Selbständige gerne vergessen (obwohl sie es wissen sollten) ist:
Arbeitszeit und BK ist alles, was direkt oder indirekt mit
verrechenbaren Stunden zusammenhängt. Und da stellt sich dann schnell
heraus, dass der reale Stundenlohn das Risiko nicht wert ist.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

120 sind aber in jedem fall ein spitzensatz! ausserdem ist der franke
zur zeit erheblich höher bewertet und in den projektangaben steht 750h
in 90tagen, das ist das maximum für schweiz und entspricht 4 mon. das
ist ja vollzeit.

90x1500 sind aber allein schon fast 100.000 euro. das ist einorm viel
für so ein projekt. selbst wenn es dann 6 monate pause sind, ist das ein
auseichender umsatz!!!

4 monate irgendwo wohnen kostet auch nur maximal 10.000 inklusive
fahrtkosten. das wäre schon ein guter gewinn
Autor: gast (Gast)
Datum:

Ist jetzt völlig am Thema vorbei, aber mann sollte bei Excel beachten
das der Autor und die Firma automatisch in den Dateieigenschaften
eingetragen werden.

Also nicht einfach Daten (wie hier doch sehr diskrete) in eine Excel
Datei klopfen und in einem öffentlichen Forum posten ... (es
veröffentlicht ja auch niemend seine Steuererklärung)
Autor: Andreas Fischer (Firma: Freelancer) (chefdesigner)
Datum:

Ich finde das mal ganz interessant, wo doch die Arbeitgeber immer
lamentieren, die externen seien zu teuer. Die müssen sich immer im
klaren sein, daß das, was die Externen so teuer macht, das viele
drumherum ist und nicht sonderlich viel bei denen ankommt, besonders
nicht, wenn sie noch beim Sklaventreiber arbeiten.
Autor: FPGA-Vollprofi (Gast)
Datum:

>Was Selbständige gerne vergessen (obwohl sie es wissen sollten) ist:
>Arbeitszeit und BK ist alles, was direkt oder indirekt mit
>verrechenbaren Stunden zusammenhängt. Und da stellt sich dann schnell
>heraus, dass der reale Stundenlohn das Risiko nicht wert ist.

Wie wahr!
Autor: FPGA-Vollprofi (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Das konnte ich dazu auftreiben. Wenn Du die gesamte Zeit beim Kunden
zubringst und Du noch richtig Hotels bezahlen sollst, dann musst Du um
die 65,- bis 75,- nehmen, wenn es sich rechnen soll. Sonst lieber
Festangestellter!
Autor: Harti (Gast)
Datum:

Sehe ich auch so!
Autor: Thomas Ulrich (Gast)
Datum:

Ich habe mir mal erlaubt, das zu zitieren.
Autor: Gast9 (Gast)
Datum:

"Ich hab mich standardmaessig um einen
Faktor 3 verschaetzt. Wenn dann was 6 Monate dauert, aber nur 2 Monate
verrechnet werden koennen, geht's ins Geld. Beim jetzigen Projekt bin
auch auch im 7. Monat von 2 Geschaetzten."

Also dann geht irgend etwas schief. OK, je nach Kunde kann der
tatsächliche Aufwand, speziell bei sehr kurzen Angelegenheiten, schonmal
um 30% abweichen (in beide Richtungen!). Aber normalerweise passen meine
Abschätzungen schon ganz gut. Also Faktor drei hatte ich noch nie. Mich
würde brennend interessieren, wodurch der immense Mehraufwand bei Dir
entsteht, den Du bei der Angebotserstellung nicht sehen konntest.

Junge Junge, 2 Monate geplant und jetzt schon im 7. Monat. Bei solchen
Kalkulationen wundert es mich nicht mehr, dass die Preise im Keller
sind.
Autor: Thomas Ulrich (Gast)
Datum:

Das System ist darauf ausgelegt, Unerfahrene auszunutzen! Ich kenne
einen Kollegen, der musste noch Prototypen liefern. Da wurde so viel hin
und her desigened, daß er nach fast einem Jahr Arbeit 50.000 Einnahmen
und 35.000 Kosten hatte. Kalkuliert waren 6Monate Arbeit. Er hatte in
dem Jahr keine Steuern zahlen müssen.

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