Welche Toleranzen haben eure 3D-Drucke wenn ihr mit dem Meßschieber
nachmesst?
Ausgangspunkt für diese Frage ist dieser Post:
Autor: c.m. (Gast)
Datum: 22.02.2018 20:43
>ein problem für das ich noch keine schöne lösung kenne ist, dass man>passteile eigentlich immer ein wenig kleiner zeichnen müsste als z.b.>die nut in die sie gesteckt werden.>je nach herstellungsverfahren, bei mir 3d druck, passt ein 4mm zapfen>einfach nicht in ein 4mm loch. analog dazu dürfte eine platte wie im>oberen assembly nicht in die nut passen, wenn beide die gleiche>nutbreite/dicke haben.Beitrag "Re: FreeCad Grundlagen"
In den meisten Slicern kann man einen Korrekturfaktor eingeben, meist
auch für jede Achse einzeln. Das wäre ja richtig blöd wenn man beim
zeichnen immer den Drucker im Kopf haben muss
>In den meisten Slicern kann man einen Korrekturfaktor eingeben
Ah, interessant, das wusste ich nicht. Ich verwenden den Slic3r. Mal
sehen, ob es da eine Einstellung gibt.
Im Anhang habe ich mal einen Testkeil mit der Höhe 2.5mm - 3.5mm in
Z-Richtung gedruckt.
Das Druckergebnis hat 4 Stufen:
2.7mm
2.9mm
3.2mm
3.5mm
Drucker ist ein Prusa I3.
Ich besitze zwar (noch) keinen 3D Drucker aber es gibt einige Faktoren
welche eine Rolle spielen, darunter der Durchmesser der Düse, die
Genauigkeit der X-Y-Bewegungen (Spiel, Schrittgröße etc...), das
verwendete Material, etc...
In einem ortsansässigen Institut für Materialforschung haben sie mehrere
modifizierte Ultimaker und bei einer Besichtigung haben sie sehr
interessante Drucke gezeigt zum Beispiel 2 identische ineinander
gedruckte dreidimensionale Gittergebilde welche nur ein minimales Spiel
hatten und auch Passteile waren dort vertreten, diese waren von der
Präzision echt top.
Interessant waren auch welche Vorteile sich durch die 3D
Drucktechnologie ergeben, durch das Verfahren lassen sich beispielsweise
kleine Katalysatoren fertigen mit einer riesigen Oberfläche.
Layer Höhe? Muss natürlich ganzzahlig teilbar sein.. Und der erste
layer ist ja meist anders gedruckt als die anderen. Also entweder leicht
geplättet oder höher gedruckt, gibt dann ggf Rundungsfehler in den
Folgelayern. Schau mal deinen G-code an und welche z-Höhen tatsächlich
gesetzt werden.
... Es haben sich schon welche totkalibriert ?
Hier ist der G-Code.
Ein wenig unübersichtlich, das Ganze.
Ich habe mal nach 'Z' gesucht, die letzte Go-Zeile damit ist
G1 Z3.400 F7800.000
Also nehme ich an, er soll auf Z=3.4mm
Messen tue ich als größte Dicke 3.5mm auf der Fläche mit dem
Meßschieber. Wobei ich an den Ecken auch bis zu 3.7mm messe, weil sie
etwas abstehen.
> Welche Toleranzen haben eure 3D-Drucke wenn ihr mit dem Meßschieber> nachmesst?
Bei ueblichen kleinen Teilen habe ich auch eine Genauigkeit von
+/-0.1mm. Damit liegt man bereits im Bereich der Oberflaechenrauhigkeit.
Es macht also keinen Sinn eine hoehere Genauigkeit anzustreben.
Bei speziellen unguenstig geformten Teilen kann es aber auch schonmal
0.2mm werden.
Olaf
chris schrieb:>>je nach herstellungsverfahren, bei mir 3d druck, passt ein 4mm zapfen>>einfach nicht in ein 4mm loch. analog dazu dürfte eine platte wie im>>oberen assembly nicht in die nut passen, wenn beide die gleiche>>nutbreite/dicke haben.
Das kann doch auch nicht passen. Loch und Zapfen auf gleichem Maß ist ja
nichtmal mehr eine Passung. Da müsste man schon Glück haben, dass die
Toleranzen zufällig günstig ausfallen.
Drucker schrieb:> Das wäre ja richtig blöd wenn man beim> zeichnen immer den Drucker im Kopf haben muss
Natürlich muss man das. Jedes Fertigungsverfahren muss man bei der
Konstruktion im Kopf haben. Vor allem dessen Toleranzen. Gerade wenn
Teile ineinander fassen sollen. Ein Loch wird etwas kleiner als gewollt
und ein Zapfen etwas größer und schon passt es nicht mehr ineinander.
Das muss bei der Konstruktion auf jeden Fall beachtet werden.
Autor: Olaf (Gast)
Datum: 23.02.2018 06:32
>Bei ueblichen kleinen Teilen habe ich auch eine Genauigkeit von>+/-0.1mm. Damit liegt man bereits im Bereich der Oberflaechenrauhigkeit.
Das finde ich erstaunlich. Bei meinem Drucker ist der Düsendurchmesser
0.4mm, im Slicer ist eine Schichtdicke von 0.3mm eingestellt.
Deshalb müssen die Würstchen beim drucken etwas zusammengedrückt werden,
so wie ich es im Bild dargestellt habe.
Die Messung des Testkeils oben ergibt für die Z-Richtung eine
Quantisierung von 0.3mm.
>0,3mm ist viel zu viel.>Als Faustregel sagt man maximal halber Düsendurchmesser.
Das wusste ich nicht. Ich habe die Daten von anderen Files übernommen.
Allerdings frage ich mich, wo das ganze Material dann hin soll. Die
Ergenisse jetzt sehen schon gut gefüllt aus.
Mittlerweile habe ich mal einen neuen Testkoerper für die Genauigkeit
erstellt.
Es sind kleine Quader mit steigendem Durchmesser von 0.1mm in alle
Raumrichtungen.
Man kann einen Meßschieber benutzen und die einzelnen Quader
auszumessen.
Das Ganze ist mit OpenSCAD gemacht:
Messung X-Richtung:
3.55
3.53
3.67
3.81
3.90
3.98
4.1
4.23
4.29
4.44
4.54
4.65
Das sieht nach einer Quantisierung von 0.1mm in X-Richtung aus.
Messung in Y-Richtung:
3.58
3.65
3.78
3.9
3.98
4.12
4.22
4.32
4.4
4.5
4.68
Auch hier 0.1mm. Der letzte Wert reißt ein wenig aus.
Hast du dir den Drucker jetzt gekauft um etwas sinnvolles drucken oder
um dich mit praxisfernen Testklumpen totzumessen?
Die angebliche 0.1mm Quantisierung ist eher auf die sehr kleinen
Strukturen bezogen auf den Nozzledurchmesser und ggf. des slicers der
bei diesen grenzwertigen Strukturen seine kleinen Probleme hat. Zudem
spielt bei solchen kleinen Sachen die Kalibrierung des
Extrusionmultipliers eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Und wenn neben
dem Multiplier die die Kühlung dann auch nicht stimmt, dann hängt es
auch noch davon ab wo du an deinem Klumpen misst.
Klar ist die Positioniergenauigkeit quantisiert, das ist bei X und Y
aber eher 1/80mm oder 1/100mm (je nach pulley) und natürlich auch der
praktischen Mikroschritt-Genauigkeit unter Last-Bedingungen.
chris schrieb:> Allerdings frage ich mich, wo das ganze Material dann hin soll.
???
Wenn du die Layerhöhe reduzierst, passt der Slicer den Materialfluss
natürlich entsprechend an.
Stefan Ernst (sternst)
>Wenn du die Layerhöhe reduzierst, passt der Slicer den Materialfluss>natürlich entsprechend an.
Zumindest sollte er das tun.
Welchen Slicer verwendest Du?
Eine andere Frage: wenn ich die Schichthöhe von 0.3mm auf 0.2mm
verändere, verlängert sich dann die Druckzeit um 50% ?
chris schrieb:> Zumindest sollte er das tun.
Er muss es tun, sonst würde der 3D-Druck gar nicht funktionieren. Das
kannst du auch selbst gut im G-Code erkennen:
0.3mm => G1 X68.350 Y61.390 E0.2017 F1350
0.2mm => G1 X68.350 Y61.390 E0.1345 F1350
0.1mm => G1 X68.350 Y61.390 E0.0672 F1350
Bei 0.2mm Layer wird die doppelte Menge Filament extrudiert als bei
0.1mm, bei 0.3mm eben 50% mehr als bei 0.2mm.
chris schrieb:> Eine andere Frage: wenn ich die Schichthöhe von 0.3mm auf 0.2mm> verändere, verlängert sich dann die Druckzeit um 50% ?
Da hat jemand in Mathe aufgepasst ;-)
Das ist etwas nervig an Slic3r dass er nicht die errechnete Druckzeit
anzeigt. Geht bei Cura, S3D, Craftware etc besser. Ganz exakt stimmt die
Zeit aber auch da nicht, weil Dinge wie Jerk und Acceleration nicht bzw.
nicht perfekt mit einberechnet werden.
chris schrieb:> Zumindest sollte er das tun.> Welchen Slicer verwendest Du?
Jeder Slicer macht das. Zu berechnen wie viel Material pro Zeit durch
die Düse gedrückt werden muss, damit es zu den gegebenen Parametern(*)
passt, ist eine der Hauptaufgaben des Slicers.
(*) Zu diesen gehört z.B. auch die Extrusionsbreite, denn du bist mit
einer 0,4er Düse keineswegs auf eine Breite von 0,4mm festgenagelt.
Innerhalb gewisser Grenzen kann man auch breiter und schmaler drucken.
Auch das funktioniert nur, weil der Slicer dann entsprechend mehr oder
weniger Material durchdrücken lässt.
Angenommen du willst eine Sortimentsbox drucken, bei der die ganzen
senkrechten Wände eine Stärke von 1mm haben. Dann hat es Sinn die EW auf
0,5mm zu setzen, denn 2 Bahnen zu 0,5mm liefern dann in der Regel ein
besseres Ergebnis, als 2 Bahnen zu 0,4mm mit etwas "Micro"-Füllung
dazwischen.
Timmo H. (masterfx)
1.
>Hast du dir den Drucker jetzt gekauft um etwas sinnvolles drucken oder>um dich mit praxisfernen Testklumpen totzumessen?
2.
>Da hat jemand in Mathe aufgepasst ;-)
Deine Ausdrucksweise stört mich ein wenig. Könntest Du da etwas mehr
Wert darauf legen?
Ansonsten wird das hier keine friedliche Diskussion.
chris schrieb:> Deine Ausdrucksweise stört mich ein wenig. Könntest Du da etwas mehr> Wert darauf legen?
Ja sorry, aber einige Dinge hätten sich durch etwas Nachdenken halt von
selbst geklärt.
Z.B., dass wenn du eine 1m hohe Mauer aus 30cm hohen Steinen machen
willst, sie dann eben 0,9m oder 1,2m hoch wird, aber sicherlich nicht
1m.
Wenn du in der Z-Höhe genau drucken willst, dann musst du deine
Layer-Höhe eben anpassen, sodass jede Höhe eben ganzzahlig teilbar ist.
Was soll der Slicer denn machen wenn er nur 0.3mm Layer als Vorgabe hat
und 2,5mm hoch drucken soll? Macht er jetzt 2,4mm oder lieber 2,7mm.
chris schrieb:> Ich habe mal nach 'Z' gesucht, die letzte Go-Zeile damit ist> G1 Z3.400 F7800.000
In deinem Fall scheinst du den ersten Layer sogar noch mit 0.4mm zu
drucken weshalb sich als letzte Stufe 3.4mm (0,4mm + 10*0.3mm) ergibt
anstatt 3,6mm (0,3mm*12)
Und bzgl. deines zweiten Tests in X und Y ist es nunmal so, dass sehr
feine Strukturen immer problematisch sind, sowohl für den Slicer (weil
nur wenige Nozzle-Durchmesser breit) als eben auch stark abhängig sind
von den anderen Parametern (Multiplier, Kühlung etc). Man sieht ja schon
auf deinem gedrucktem Thumbnail (TestkoerperGedruckt.png), dass der
Druck alles andere als geeignet ist um davon irgendwelche Genauigkeiten
des Druckers abzuleiten (außer vielleicht die Länge und Breite der
Grundplatte)
Und da du dir über diese Problematiken offensichtlich noch gar nicht
bewusst gewesen bist, halte ich es eben für Fraglich warum man überhaupt
mit so merkwürdigen Tests anfängt, anstatt entweder "normale" Sachen zu
drucken oder zumindest gängige "Benchmarks" (wie Benchy, XYZ Calibration
Cube ...) die ggf. mehr Aussagekraft haben.
Ich mache es einfach so aus Interesse. Die kleineren Formen könnte ich
eventuell gebrauchen, um diese Gehäusekonstruktion machen zu können:
Beitrag "Re: FreeCad Grundlagen"
Dort braucht man Platten mit einer zur Nut passenden Höhe. Man könnte
die Platten mit UHU-Allplast einkleben, dann wäre das mit der "Klemmung"
wahrscheinlich weniger kritisch. Oder man muss sich irgendwelche
federnden Element überlegen.
Ah, noch was: Ich habe den Gehäusedeckel von hier gedruckt.
Bei meinem Drucker erreicht dieser Deckel fast Spritzgussqualität:
Beitrag "Re: 3D Druck: Genhäusesystem?"
Deshalb vermute ich, dass das Design im STL File besonders gut zum Prusa
I3 passt.
Bis jetzt hatte ich noch nie so ein gutes Druckergebnis, woraus ich
schlussfolgere, dass man beim Design des Drucks auf die Eigenschaften
des Druckers Rücksicht nehmen sollte.
Ach Jungs, seit doch mal friedlich.
Wie schon hier angesprochen, macht es schon deutliche Unterschiede ob
man z. B. mit oder ohne Kühlungslüfter druckt.
chris schrieb:> Beim Prusa gibt es nur einen Lüfter am> Extruder.
Es gibt zwei Lüfter. Einen für die Heatbreak und einen Partcooling Fan
der via G-Code gesteuert wird. Letzterer ist ausschlaggebend für die
Druckquali insbl. bei PLA Drucken
Timmo H. schrieb:> Es gibt zwei Lüfter. .. einen Partcooling Fan> der via G-Code gesteuert wird. Letzterer ist ausschlaggebend für die> Druckquali insbl. bei PLA Drucken
Das sieht man eindrucksvoll beim Tevo Tarantula Prusa I3 im Video. Der
Bausatz kommt OHNE "Partcooling Fan".
https://www.youtube.com/watch?v=1u3Yk_E2AwM
Ab Minute 4:25 sieht man den Unterschied in der Druckquali direkt im
Vergleich beim Druckergebnis. Erst nach Drucken einer Halterung für zwei
Zusatz-Lüfter (und deren extra Kauf, weil nicht im Bausatz mit
enthalten) sieht das Druckergebnis besser aus.
Das nächste Manke kommt dann auch gleich.
Bei Minute 5:24 sieht man wie mangelhaft die Befestigung des Z-Achsen
Gestänges mit dem Schrittmotor anmutet. Die Halterung ist von
Steifigkeit Lichtjahre entfernt und muss erst mal durch was Brauchbares
(wieder selbst Gedrucktes) ersetzt werden, damit die Wackelei aufhört.
Auch das bringt etwas mehr Qualität beim Druckergebnis.
Spulenhalter fehlt natürlich auch (Selbstdruck Nr. 3).
Warum die Hersteller solche Mankos nicht gleich im Bausatz ausräumen ist
mir ein Rätsel. Aber solche oder ähnliche Probleme scheinen alle
3D-Drucker Anbieter gerne ihren Kunden zu überlassen bzw. denen, die das
auch erkennen.
Ansonsten sieht das Teil auf den ersten Blick gar nicht übel aus. Mir
fehlt allerdings leider die Erfahrung um mir ein genaueres Urteil
darüber (durch Vergleiche) zu bilden. Das Video finde ich jedenfalls
gelungen.
>Ab Minute 4:25 sieht man den Unterschied in der Druckquali direkt im>Vergleich beim Druckergebnis.
Danke für den Link. Da kann man den Unterschied wirklich gut sehen.
Ich habe mal ein wenig nach Designs für den Kühler gesucht. Es gibt zwei
unterschiedlich Varianten. Eine mit Axial- und eine mit Radiallüfter.
Ich vermute, dass der Radiallüfter mehr Druck aufbauen kann als ein
Axiallüfter.
https://www.thingiverse.com/thing:2375690
Wahrscheinlich ist es auch gut, wenn der Luftstrom hauptsächlich das
Material und nicht die Düse kühlt, weil sonst die Heizleistung steigen
muss.
Alles Humbug schrieb:> Tevo Tarantula Prusa I3
Ich habe mir voriges Jahr so ein Teil gekauft.
Hatte keinerlei 3D-Druck-Erfahrung.
Hab mich dann nur etwas belesen.
Das Teil zusammengebaut - druckte auf Anhieb.
Fürs Hobby zu empfehlen und mehr als ausreichend.
Und man lernt schnell im Internet, was noch besser geht :)
Naja dem letzten Kommentar des TOs kann man ja indirekt entnehmen, dass
er gar keinen Prusa i3 besitzt sondern nur einen Prusa i3-Syle Drucker
vermutlich in Form eines Anet A8, der natürlich nicht unbedingt
out-of-the-box Referenzdrucke liefert und auch nicht unbedingt für
Einsteiger das optimale Einstiegsmodell ist... immer diese
vorenthaltenen Informationen...
Der A8 ist zwar nett (hatte ich auch so zum Spaß gekauft), aber besser
Dazu geeignet den Acryl-Frame gleich in die Tonne zu hauen und direkt
ein AM8 daraus zu bauen.
Für wenig Geld und gute Ergebnisse ist der Ender-2 für fast den gleichen
Preis eigentlich besser geeignet (oder zumindest frustfreier um gute
Ergebnisse zu erzielen). Oder halt gleich ein Anycubic i3 mega oder
CR-10(s)
Hardy F. schrieb:> Alles Humbug schrieb:>> Tevo Tarantula Prusa I3>> Ich habe mir voriges Jahr so ein Teil gekauft.>> Hatte keinerlei 3D-Druck-Erfahrung.>> Hab mich dann nur etwas belesen.>> Das Teil zusammengebaut - druckte auf Anhieb.
Inzwischen hab ich mir so viele 3D Drucker Videos reingezogen, dass mir
auch die Probleme immer mehr auffallen. Drucken tun sie ja alle
irgendwie, aber halt mit mehr oder weniger Fehlern, die wiederum Zeit,
Geld und einiges an Mühe nach sich ziehen, damit diese am Druckgut nicht
allzu auffällig sind. Sonst ist der Spaß schnell zu ende, z.B. wenn das
Druckteil sich immer wieder beim Drucken ungewollt vom Druckbett ablöst.
Oder aber hinterher kaum mehr ablösbar ist. Oder es werden feine Fäden
ohne Ende gezogen, wo keine sein sollen. Oder es gibt Versatz beim
Druck. Oder die Druckplatte ist schon von Beginn an uneben. Oder das
Leveling ist äußerst mühsam. Oder der ganze Aufbau wirkt einfach zu
labberig, verzieht sich schon bei leichtem Druck mit dem Finger. Oder ..
Wovon ich nach wiederholtem Hinschauen generell abgekommen bin sind
Drucker, mit nur mit einer angetriebenen Z-Stange ausgestattet sind,
d.h. nur einen Schrittmotor in Z-Richtung antreiben. Das wird nach
meinem Gefühl beim Hochfahren immer zu etwas Ungleichheit in der Höhe
auf den gegenüber liegenden Seiten führen. Da das Druckbett Leveling
sich aber in Zehntel Millimeter Bereich bewegt, kann einem eine leicht
hängende Seite dann ganze Genauigkeit wieder verhunzen. Ein Beispiel
dafür wäre der CR 10,der in der Grundausstattung mit nur einer
Z-Antriebsachse daher kommt, der mir ansonsten gut gefällt. Mit zwei
Z-Antriebsachsen ist er mir aber wiederum etwas zu kostspielig.
Ausnahme bildet für mich der kleine Ender 3D. Der scheint tatsächlich
auch so hervorragende Ergebnisse hin zu bekommen.
https://www.youtube.com/watch?v=pmxfPOm6fgo
Das ist für mich quasi ein kleines 3D "Druckwunder" und der Preis ist
ebenfalls kaum mehr zu unterbieten. Einziges Manke, der Bauraum ist halt
etwas begrenzt mit 150 x 150 mm.
Auch sagt Geschwindigkeit im Datenblatt erst mal nicht viel aus. Denn
die kann auf Kosten der Druckqualität gehen, so dass man diese gar nicht
nutzen kann oder möchte. Das Fehlen eines Gebläses auf das gerade frisch
Gedruckte führt oft zu keinen befriedigenden Ergebnissen. Hier muss
nachgebessert werden oder beim Kauf gleich darauf geachtet werden, dass
nicht nur ein Lüfter zur Druckkopfkühlung vorhanden ist.
Worauf ich auch keine Lust habe sind Zollformalitäten. Das schränkt die
Auswahl schon mal stark ein, weil dann nur noch Versender mit "German
Warehaus" in Frage kommen.
Näheres dazu auch hier:
http://3d-drucker-portal.de/zollfrei-bei-gearbest-und-co/#welche-zolltarifnummer-gilt-fuer-3d-drucker
Die meisten der angesprochenen Probleme, insbesondere die angesprochene
Stabilität, scheint mir der Anycubic i3 Mega sinnvoll gelöst zu haben.
https://www.youtube.com/watch?v=e5j1b3rKdvY
Vor allem das Leveling und der Sensor zur Erkennung des Filament Endes
sowie die damit erneute Druckaufnahme an der abgebrochenen Druckstelle
gefällt mir sehr gut.
I will give it a try.
;)
Bei den Druckern gibt es große Unterschiede.
Ziemlich gut scheint der Creality CR-10S zu sein.
Hier ein paar Tests für den senkrechten Druck mit meinem Prusa I3 pro.
Es gibt verschiedene Wanddicken 0,6mm 1mm und 1,5mm.
0,6mm geht gar nicht. 1,5mm bringt im Vergleich zu 1mm keinen Vorteil.
( Drucker: Prusa I3 pro, 0,4mm Düse, Slic3r, Schichthöhe 0,2mm )
>Autor: US1 (Gast)>0,3mm ist viel zu viel.>Als Faustregel sagt man maximal halber Düsendurchmesser.
Für die Prusa-Drucker gibt es dazu ein ziemlich gutes Bild.
Dort wird eine Höhenauflösung von 0.05mm bis 0.25mm gezeigt.
Der Unterschied in der Druckzeit ist gewaltig:
0.25mm => ~40 Minunten
0.05mm => ~4 Stunden
Gestern ein Kollege diese Testrose auf seinem neuen Creality CR-10S
gedruckt.
Das Ergebnis ist extrem gut, so dass ich es kaum glauben kann. Ich muss
mal probieren, ob ich das auf meinem Drucker auch hin kriege.
Hier das Ergebnis aus meinem Drucker.
Ich habe mal auf Cura 2.7 mit 0.1mm Z-Auflösung umgestellt.
Immerhin, es sieht auch aus wie einer Rose .... woran könnte der
Unterschied liegen?
chris schrieb:> Immerhin, es sieht auch aus wie einer Rose .... woran könnte der> Unterschied liegen?
Das Größte Problem ist hier sicherlich erstmal das Modell, welches
aufgrund der Blattdicke von < 0.5mm schlecht zu drucken ist (zumindest
in 100% Skalierung), da der Slicer versucht diese Outline mit zwei
Bahnen zu Drucken. Ich weiß gar nicht ob Cura überhaupt versucht
(zumindest in Version 2.7, wir sind ja bei 3.2) es mit einer Bahn zu
drucken. Das solltest du aber im Layer-Preview sehen können was er da
tut.
Des weiteren hast du auch noch ein paar Probleme mit deinen
Retraction-Settings usw. Aber sowas lernt man ja auch erst wenn man
"normale" Dinge Druckt und nicht nur merkwürdige Kalibriermodelle, womit
du ja angefangen hast. Aber damit scheinst du jetzt ja langsam
aufzuhören...
>Das Größte Problem ist hier sicherlich erstmal das Modell, welches>aufgrund der Blattdicke von < 0.5mm schlecht zu drucken ist
Wobei der Creality CR-10S mit dem selben Düsendurchmesser des Kollegen
das Blatt wohl drucken kann.
>Des weiteren hast du auch noch ein paar Probleme mit deinen>Retraction-Settings usw.
Die Einstellungen für den Creality kann man in CURA auswählen ebenso wie
für den Prusa I3 ( wobei ich wohl einen Prusa I3 pro habe, was auch
immer der Unterschied ist ).
Die Rose auf dem Creality wurde mit Cura 3.6 gedruckt. Ich habe Cura 2.7
verwendet. Vielleicht gibt es da auch Unterschiede.
chris schrieb:> Wobei der Creality CR-10S mit dem selben Düsendurchmesser des Kollegen> das Blatt wohl drucken kann.
Wie gesagt, es hängt sehr stark davon ab wie der Slicer arbeitet und wie
die Settings sind. Insbesondere bei den Thin Wall Sachen hat sich in den
letzten Monaten eine ganze Menge getan. Bringt einem aber alles nichts
wenn man den Slicer nicht entsprechend einstellt. Automatisch werden
solche Spezialitäten selten gut gedruckt, da bedarf es schon etwas
handarbeit
chris schrieb:>>Des weiteren hast du auch noch ein paar Probleme mit deinen>>Retraction-Settings usw.>> Die Einstellungen für den Creality kann man in CURA auswählen ebenso wie> für den Prusa I3 ( wobei ich wohl einen Prusa I3 pro habe, was auch> immer der Unterschied ist ).
Du hast keinen Prusa i3 sondern eine GeeeTech i3 Pro. Das ist zwar prusa
Style hat aber bis auf den prinzipiellen Aufbau nichts mit dem Prusa i3
zu tun.
chris schrieb:> Die Rose auf dem Creality wurde mit Cura 3.6 gedruckt. Ich habe Cura 2.7> verwendet. Vielleicht gibt es da auch Unterschiede.
Cura 3.6 gibt es nicht. Wir sind wie gesagt bei 3.2. Und natürlich gibt
es da Unterschiede, insbesondere bei Thin walls etc.
chris schrieb:> Immerhin, es sieht auch aus wie einer Rose .... woran könnte der> Unterschied liegen?
- feinere Düse
- geringere Geschwindigkeit, macht viel aus
- besseres Filament, macht auch erschreckend viel aus
- bessere Temperaturabstimmung, Deine scheint etwas zu heiss zu sein
Und: Die unregelmäßigen Stukturen deuten darauf hin, dass Dein Drucker
entweder schwingt oder die Bänder nicht straff genug sind, so dass zu
viel Spiel im Verfahrweg ist. Da solltest Du dringend mal ran.
Timmo
>Automatisch werden>solche Spezialitäten selten gut gedruckt, da bedarf es schon etwas>handarbeit
Du kannst ja mal die Rose drucken. Mal sehen, was die Einstellungen
Deines Druckers so hergeben.
Karl
>Und: Die unregelmäßigen Stukturen deuten darauf hin, dass Dein Drucker>entweder schwingt oder die Bänder nicht straff genug sind, so dass zu>viel Spiel im Verfahrweg ist. Da solltest Du dringend mal ran.
An X- und Z-Achse gibt es Flügelschrauben. Ich habe sie ein wenig
nachgezogen, wollte es aber nicht übertreiben. Wie kann man den
feststellen, ob die Spannung OK ist?
chris schrieb:> An X- und Z-Achse gibt es Flügelschrauben. Ich habe sie ein wenig> nachgezogen, wollte es aber nicht übertreiben. Wie kann man den> feststellen, ob die Spannung OK ist?
Die Flügelschrauben sind Mist, weil die keine Federspannung aufbauen und
dem Zahnriemen die Federung überlassen. Sobald dessen Spannung - kann
schon durch Erwärmung beim Arbeiten geschehen - nachlässt, hast Du
wieder Spiel.
Es gibt auf Thingiverse bessere Halterungen für diese Aufnahmen, die
kannst Du Dir drucken. ;-)
Ich hab auf meinen Riemen Spannfedern sitzen, sehen ähnlich aus wie die
in Wäscheklammern. Du kannst auch die Flügelschrauben mit kräftigen
Federn hinterlegen.
Ein anderer Grund für die "unruhige" Oberfläche können auch stockende
Linearlager sein. Wenn Du die Motoren ausgeschalten hast, sollte sich
der Tisch und der Druckkopf gleichmäßig verschieben lassen.
chris schrieb:> ob die Spannung OK ist?
Zupfen, sollte einen schönen Bass machen, aber nicht unbedingt ein hohes
C.
Die Rillen sehen für mich aber nicht unbedingt nach falscher
Riemenspannung aus, sondern sind einfach ein Artefakt der Retraction.
Auf einen Travel/Retraction Blob folgt eine dünnere Bahn.
Das Loch im Blatt ist ein Resultat des Single Walls + Retraction. Die in
der Luft stehenden "Säulen" deuten ebenfalls auf zu wenig Retraction
und/oder zu hohe Temp und/oder zu geringe Travel-Speed hin.
Timmo H. (masterfx)
>Die Rillen sehen für mich aber nicht unbedingt nach falscher>Riemenspannung aus, sondern sind einfach ein Artefakt der Retraction.>Auf einen Travel/Retraction Blob folgt eine dünnere Bahn.
Sollte die Retraction dann vergrößert oder verkleinert werden? Vor
allem: wie hängt diese Einstellung mit der Düsentemperatur zusammen?
Vom Düsenreinigen und herausziehen des Filaments weiß ich, dass es beim
raus ziehen bei höheren Temperaturen ziemlich lange Fäden zieht.
Hier der Vergleich der Testsäulen vom Drucker meines Kollegen und meinem
Drucker. Selbst die 0,6mm Säule ist perfekt.
Vielleicht kann mal jemand von hier eine Säule drucken. In knapp einer
Viertelstunde ist eine Säule gedruckt.
Die STLs: Beitrag "Re: Formgenauigkeit von 3D-Drucken"
Am 0,6mm Testsäulendruck sieht man sehr gut, dass der Druck auf Grund zu
hoher Temperatur verlaufen ist.
Ich vermute die Qualitätsunterschiede zum Prusadrucker sind darin
begründet, dass der Creality 10s zwei Lüfter am Druckkopf hat. Einen
vermutlich um das Filament zu kühlen.
Ich habe hier mal einen Thread für die Frage nach der Filamentkühlung
geöffnet:
Beitrag "3D Druck: Grundlagen Filamentkühler"
chris schrieb:> Am 0,6mm Testsäulendruck sieht man sehr gut, dass der Druck auf Grund zu> hoher Temperatur verlaufen ist.> Ich vermute die Qualitätsunterschiede zum Prusadrucker sind darin> begründet, dass der Creality 10s zwei Lüfter am Druckkopf hat. Einen> vermutlich um das Filament zu kühlen.
ABS drucke ich mit abgeschaltetem Filamentkühler, sonst wird das nix.
Falls dein Drucker derzeit also noch keinen extra Filamentkühler hat
wäre ABS vielleicht eine Ausweichmöglichkeit für dich.
Danke für den Hinweis. Mittlerweile habe ich mir einen Radiallüfter
angebaut, damit werden die Überhänge einwandfrei. Das Säulenmodell ist
damit so gut wie vom Creality 10s. Leider ist es mir runter gefallen und
zerbrochen, sonst hätte ich das Bild gepostet.
Ich hab vorhin mal probehalber für einen alten 50 mm Lüfter ein Häubchen
gedruckt. Bei der schwachen Steigung geht der Überhang gut. Ich wollte
es ursprünglich deutlich steiler, hat aber dem Slicer nicht gepasst.
Das PLA ist von Verbatim. Vergleichsweise preiswert und gerade dieses in
Silber Metall Grau finde ich recht schick.