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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik SP209: 200 MSPS Logikanalysator mit optionaler Industrievariante


Autor: Christoph B. (birki2k)
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Spätestens seit der Einführung des ersten Saleae Logic sind brauchbare Logikanalysatoren nicht nur für den professionellen Einsatz erschwinglich. Zudem ist das Handling im Vergleich zu den sperrigen Geräten vergangener Tage bei den USB-Versionen deutlich intuitiver geworden. Mit dem SP209 und dem SP209i stellt der Hersteller IKALOGIC nun zwei weitere Logikanalysatoren im bezahlbaren Preissegment mit interessanten Features bereit.

Beide Versionen des SP209 bieten 9 Kanäle, die mit 200 MSPS abgetastet werden können. Durch die ungewöhnliche Wahl der Kanalanzahl kann etwa neben einem 8-bit-Datenbus gleichzeitig auch ein Taktsignal erfasst werden. Die Logiklevel können dabei auf 1,8 V, 2,5 V, 3,3 V oder 5 V eingestellt werden. Darüber hinaus bietet die industrielle Variante die Möglichkeit, Schnittstellen wie RS232, RS485 und CAN oder LIN direkt anzuschließen.

Zusätzlich ist bei beiden Varianten ein Triggerein- und Ausgang vorhanden, wodurch die Logikanalysatoren mit weiterem Messequipment kombiniert werden können. Um Fehlimpulse bei langsamen Anstiegszeiten zu vermeiden, sind alle Eingänge mit Schmitt-Triggern ausgeführt. Die Anbindung an den PC erfolgt über USB 2.0, wobei die aufgenommenen Samples vor der Übertragung komprimiert werden. 2 GB DDR-3 RAM ermöglichen die Zwischenspeicherung der Daten, um Einbrüchen bei der Übertragung entgegenzuwirken.

Die benötigte Software ScanaStudio kann unter Windows, Linux und Mac verwendet werden. Unterstützt werden dabei die üblichen Protokolle, unter anderem SPI, I2C, UART, 1-Wire, CAN. Dabei stehen die Implementierungen quelloffen auf github bereit, was auch die Implementierung eigener Decoder erleichtert. Neben üblicher Triggerfunktionen, wie Flanken oder einfacher Sequenzen, können auch Wörter im verwendeten Protokoll als Triggerereignis vorgegeben werden.

Derzeit kostet die Standardvariante im Shop des Herstellers bei Vorbestellung 299 €, die industrielle Version ist für 399 € erhältlich. Die Auslieferung soll dabei je nach Version ab dem 15. November erfolgen. Der reguläre Preis wird bei Verfügbarkeit je 50 € höher liegen.


: Bearbeitet durch NewsPoster
Autor: auf_der_Suche (Gast)
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Interessant, aber für den Preis gibt es auch Konkurrenz, z.B. den Asix 
Omega http://asix.tech/dbg_omega_en.html : Schneller mehr Kanäle aber 
weniger Speicher und bis Sigrok läuft hat man nur die Haussoftware.

Autor: Gerd E. (robberknight)
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Warum gibt es eigentlich keine LAs, die das Konzept des ersten Saleae 
auf den aktuellen Stand bringen?

Also einfach nur ein Logikgatter als Puffer am Eingang und dahinter ein 
Cypress FX3, der die Daten per USB-3.0 Superspeed direkt an den PC 
schickt.

Damit hätte man dann ohne großen Stress, Komprimierungsraten, 
Hardware-Trigger-Implementationen, Zwischenspeicher, FPGAs,... echte 400 
MSPS mit 8 Bit parallel (oder halt 200 MSPS bei 16 Bit). Die ganzen 
Decoder, Trigger etc. kann man dann ganz einfach in Software auf dem PC 
implementieren. Oder halt Sigrok für nehmen was das schon hat.

Sagen wir mal man hat 64 GB RAM im PC, dann kann man so über 5 Minuten 
am Stück mit voller Geschwindigkeit sampeln. Das kann keiner von den 
Dingern und wäre doch so einfach zu haben.

Autor: Philipp M. (aktiver_mitleser)
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Gerd E. schrieb:
> Das kann keiner von den
> Dingern und wäre doch so einfach zu haben.

...bis auf die alten und aktuellen Saleaes.

Autor: Gerd E. (robberknight)
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Philipp M. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Das kann keiner von den
>> Dingern und wäre doch so einfach zu haben.
>
> ...bis auf die alten und aktuellen Saleaes.

Nur die Saleae Logic Pro 8 und 16 haben USB 3. Dennoch ist die 
Samplerate auf 250 MSPS bei 8 Bit und 125 MSPS bei 16 Bit begrenzt.

Und die Dinger kosten happige 600 EUR, bzw. 860 EUR netto zzgl. MwSt.

Ein Cypress CYUSB3KIT-003 Demoboard gibt es dagegen für 49 US$.

Da stimmt einfach die Preisrelation der Saleaes nicht mehr. Deren 
Software brauche ich nicht, ich will nur Support für Sigrok.

Autor: soul e. (souleye)
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Gerd E. schrieb:

> Also einfach nur ein Logikgatter als Puffer am Eingang und dahinter ein
> Cypress FX3, der die Daten per USB-3.0 Superspeed direkt an den PC
> schickt.

Die alten Logikanalyzer (z.B. Aries ML4100) haben die Eingänge 
gemultiplexed. Da konnte man dann 8 Kanäle mit 100 MHz oder 16 Kanäle 
mit 50 MHz oder 32 Kanäle mit 25 MHz abtasten. Grund dafür war das 
relativ langsame RAM, da musste man vier "100 MHz-Samples" sammeln und 
dann parallel mit 25 MHz reinschreiben.

Das Prinzip liesse sich in Umkehrung auf die Cypress-basierten Dinger 
übertragen: ein Satz 8 bit-Latches (74HCT573) schnappt die Daten auf, 
und die werden dann reihum ausgelesen und zum PC gestreamt. So tauscht 
man (bei Bedarf konfigurierbar) Bandbreite gegen Kanalzahl.

Autor: Thomas V. (Gast)
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schade dass das MockUp Projekt versickert ist....

https://www.mikrocontroller.net/articles/Minila_Version_MockUp

ich glaube die Software wurde nie weiter entwickelt

Autor: Stephan S. (uxdx)
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Thomas V. schrieb:
> schade dass das MockUp Projekt versickert ist....
> https://www.mikrocontroller.net/articles/Minila_Version_MockUp
> ich glaube die Software wurde nie weiter entwickelt

Das Teil habe ich auch, genial, läuft leider nicht mit sigrok.

Autor: Chris (Gast)
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> Das Teil habe ich auch, genial, läuft leider nicht mit sigrok.
Naja, die MiniLa -> Sump2 bridge welche auf tcp funktioniert, braucht
also ein virtuelles serial port. Ich habe die W64 version, aber keine 
Sourcen
und die MiniLa Website ist schon lange down.
Eventuell auf einer Mailingliste nachfragen, welche k.A. da sich das 
MiniLA
Project doch sehr gespalten hat.

Autor: Matthias S. (dachs)
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Thomas V. schrieb:
> schade dass das MockUp Projekt versickert ist....

Aktueller Stand: Beitrag "Re: MiniLA Version MockUp"

Matthias

Autor: Thomas V. (Gast)
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Cool, nach 5 Jahren Pause gibt es doch noch Leute die sich dem annehmen.
Dann werde ich meinen LA mal aus dem Schrank holen.
Danke!

Gruß
Thomas

Autor: Marco H. (damarco)
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Naja die Software hat immer noch gewaltige Macken. Da wo man ihn braucht 
hängt sich die Software auf. Probleme macht die Auswertung von 
Protokollen, wenn dort Spikes drin sind...

Zumal sind die Klemmen nicht wirklich brauchbar, sie rutschen immer 
wieder raus...

: Bearbeitet durch User
Autor: A.Nonym (Gast)
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Gerd E. schrieb:
> Warum gibt es eigentlich keine LAs, die das Konzept des ersten Saleae
> auf den aktuellen Stand bringen?
>
> Also einfach nur ein Logikgatter als Puffer am Eingang und dahinter ein
> Cypress FX3, der die Daten per USB-3.0 Superspeed direkt an den PC
> schickt.

Es gibt einen experimentellen FX3-Treiber mit firmware:
https://github.com/zeldin/fx3lafw
https://github.com/zeldin/libsigrok/commits/fx3lafw

FX3-Support wird in sigrok also definitiv kommen.

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