Ich möchte mal diese Schaltung nachbauen
https://www.mikrocontroller.net/articles/Royer_Converter
Ich habe aber noch nicht verstanden, wir das mit den Spulen und der
Richtung geht: An den Spulen ist so ein Punkt in der Zeichnung - was
bedeutet der? Und dann zur Wicklung:
Ich stelle mir "bifilar wickeln" so vor, dass ich mir einen zweipoligen
Draht (schwarz-rot, hab ich gerade da) am Ende zusammenlöte als
Mittenabgriff, und dann wickle ich auf ein Rohr so die angegebene Anzahl
Wicklungen. Dann habe ich also ein verlötetes "Ende" für den
Mittelabgriff und ein schwarzes und ein rotes Ende, das jeweils an C2
angeschlossen wird. Spielt das jetzt eine Rolle, an welcher Seite ich
schwarz oder rot anschließe?
Ich möchte halt diesen Fehler nicht machen, aber ich verstehe nicht den
Satz: (Zitat)
"Manchmal ist auch die Primärwicklung falsch angeschlossen. Beim
bifilaren Wickeln muss man das geschlossene Ende aufschneiden und das
linke Ende der nun entstandenen Teilwicklung mit dem rechten Ende der
zweiten Teilwicklung zur Mittelanzapfung verbinden."
uv schrieb:> Richtung geht: An den Spulen ist so ein Punkt in der Zeichnung - was> bedeutet der?
Das ist der Anfang der Wicklung. Damit stellt man dar, ob die einzelnen
Wicklungen am Trafo die gleiche oder verschiedene Polarität besitzen.
> Ich stelle mir "bifilar wickeln" so vor, dass ich mir einen zweipoligen> Draht (schwarz-rot, hab ich gerade da) am Ende zusammenlöte als> Mittenabgriff,
FALSCH!!! Siehe Artikel!
https://www.mikrocontroller.net/articles/Royer_Converter#Hinweise> und dann wickle ich auf ein Rohr so die angegebene Anzahl> Wicklungen.
Normalerweise nimmt man Kupferlackdraht und keinen normalen Draht mit
Kunststoffisolierung.
> Dann habe ich also ein verlötetes "Ende" für den> Mittelabgriff
Nein!
> angeschlossen wird. Spielt das jetzt eine Rolle, an welcher Seite ich> schwarz oder rot anschließe?
Ja, in Relation zur Steuerspule. Das kann man aber experimentell
herausfinden, siehe oben.
> Ich möchte halt diesen Fehler nicht machen,
Versuch macht (meistens) kluch.
> "Manchmal ist auch die Primärwicklung falsch angeschlossen. Beim> bifilaren Wickeln muss man das geschlossene Ende aufschneiden und das> linke Ende der nun entstandenen Teilwicklung mit dem rechten Ende der> zweiten Teilwicklung zur Mittelanzapfung verbinden."
Das sagt genau das, was zu tun ist. Du darfst die Enden NICHT auf einer
Seite zum Mittelabgriff zusammenlöten sondern mußt über kreuz jeweils
ein Ende der beiden Teilwicklungen dafür nutzen.
Siehe Skizze, auch wenn die nicht wirklich schön ist 8-)
Ah danke, die Skizze ist gut. Aber warum soll man dann "bifilar"
wickeln? Das wäre doch eher so, dass man n wicklungen drauf tut, dann
macht man einen Mittelabgriff, und dann wickelt man noch n wicklungen
hinterher?
Falk B. schrieb:> Normalerweise nimmt man Kupferlackdraht und keinen normalen Draht mit> Kunststoffisolierung.
Ist das ein Problem? den hab ich gerade da (große Rolle) Kupferlackdraht
müsste ich erst kaufen..
uv schrieb:> Ah danke, die Skizze ist gut. Aber warum soll man dann "bifilar"> wickeln?
Weil dadurch die Kopplung und Symmetrie der Spulen maximal wird.
> Das wäre doch eher so, dass man n wicklungen drauf tut, dann> macht man einen Mittelabgriff, und dann wickelt man noch n wicklungen> hinterher?
Dann sind die Wicklungen unsymmetrisch und der Trafo funktioniert
schlechter. Damit hat man ein elektrisches Hanghuhn gewickelt ;-)
> Ist das ein Problem?
Nein, aber erstens ist Kunststoffisolierung deutlich dicker, wodurch
auch die Wicklung deutlich mehr Platz braucht, und 2. ist sie deutlich
weniger temperaturbeständig. Für einen einfachen, ersten Test kann man
das aber machen.
uv schrieb:> Ah danke, die Skizze ist gut. Aber warum soll man dann "bifilar"> wickeln? Das wäre doch eher so, dass man n wicklungen drauf tut, dann> macht man einen Mittelabgriff, und dann wickelt man noch n wicklungen> hinterher?
Der Sinn besteht im Erhalt zweier möglichst gleichartiger Wicklungen,
was bei "noch n hinterher " elektrisch betrachtet nicht wirklich gegeben
ist.
mfG
Ah prima, jetzt verstehe ich auch die Schaltung besser und freue mich
schon aufs Basteln!
Noch eine Frage zur Steuerwicklung: Die 2 Anschlüsse benötigt man ja
typischerweise an einer Stelle. Heißt eine Wicklung, dass die aussieht
wie ein zusammengebogenes U (.. und oben am U wird angelötet) oder
einmal mehr, also so dass im U noch ein o wäre und größtenteils 2 Leiter
nebeneinander auf der Rolle wären?
Und ist die Steuerleitung so dünn, damit nicht so viel Spannung
induziert wird für die Transistoren? Sonst würde man ja nicht unbedingt
anderes Material als für die Wicklung nehmen, was man ohnehin schon da
hat..
uv schrieb:> Und ist die Steuerleitung so dünn, damit nicht so viel Spannung> induziert wird für die Transistoren?
Material sparen.
Die induzierte Spannung hängt von der Zahl der Windungen ab.
Wieviele Windungen die Steuerwicklung haben sollte, probierst Du bei
Deinem Aufbau am besten aus. Mit zu wenig Windungen wird es nicht
Schwingen, mit zu vielen geht Leistung verloren beim Durchbruch der
Basis-Emitter-Dioden in Sperrichtung. Wie gut die Kopplung ist, hängt
vom Aufbau ab.
MfG
uv schrieb:> Noch eine Frage zur Steuerwicklung: Die 2 Anschlüsse benötigt man ja> typischerweise an einer Stelle. Heißt eine Wicklung, dass die aussieht> wie ein zusammengebogenes U (.. und oben am U wird angelötet) oder> einmal mehr, also so dass im U noch ein o wäre und größtenteils 2 Leiter> nebeneinander auf der Rolle wären?
Mein Gott, was für eine umständliche Beschreibung für eine Wicklung mit
1 oder 2 Windungen.
> Und ist die Steuerleitung so dünn, damit nicht so viel Spannung> induziert wird für die Transistoren?
Nein, sie KANN so dünn sein, weil nicht viel Strom geschaltet wird.
> Sonst würde man ja nicht unbedingt> anderes Material als für die Wicklung nehmen, was man ohnehin schon da> hat..
Das kann man auch machen.
Falk B. schrieb:> Mein Gott, was für eine umständliche Beschreibung für eine Wicklung mit> 1 oder 2 Windungen.
Ich will ja nur präzise sein. Also 180+ Grad sind schon eine Windung
(das U) ?
Also einfacher gefragt: Die Rolle ist ein Kreisverkehr, mein Auto fährt
den Draht entlang.
180 Grad = ich bin einmal rumgefahren = umgekehrt.
360 Grad = ich fahre einmal rum und dann gerade aus weiter. (da drüben
ist aber nichts zum Anlöten)
540 Grad = zweimal rum und umgekehrt. (das U mit dem o drin)
Im ersten Fall habe ich ein Stück der Straße nicht passiert - man könnte
also sagen, es ist keine vollständige Windung.
Und dann gibt es ja noch alle Gradzahlen dazwischen.
Also: Wie viel Grad mindestens sind eine Windung?
uv schrieb:> alk B. schrieb:>> Mein Gott, was für eine umständliche Beschreibung für eine Wicklung mit>> 1 oder 2 Windungen.>> Ich will ja nur präzise sein.
Das geht aber leicht ins pedantische.
> Also 180+ Grad sind schon eine Windung> (das U) ?
Ja.
Sven S. schrieb:> Falk B. schrieb:>>> Also 180+ Grad sind schon eine Windung>>> (das U) ?>>>> Ja.>> Es sind auch halbe Windungen bekannt.
Machanisch ja, magnetisch nein. Das ist ein verbreiteter Irrtum.
Einfachstes Beispiel ist der Stromwandler mittels Ringkern. Dort
läuft der Primärstrom scheinbar nur ein halbe WIndung durch den Kern.
Nein, denn real ist es ein volle Windung, weil diese über den Rest des
Stromkreises gebildet wird.
https://www.janitza.de/files/produkte/uebersicht/Stromwandler/6-fach-Hutschienenstromwandler.jpg
Falk B. schrieb:> Machanisch ja, magnetisch nein. Das ist ein verbreiteter Irrtum.
Denkst Du. Allerdings kann man schon auch Teilwindungen wickeln.
http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.187.2764&rep=rep1&type=pdf
Sag jetzt nicht: "Sonderfall." Du hattest es völlig ausgeschlossen.
Beim Royer und ähnlichen Wandlern bietet der enthaltene Schwingkreis
die Möglichkeit für "Contactless Power Transfer", das ist richtig.
Auch die sog. "Kompensation" (Sekundär-C parallel und/oder seriell)
dient zur Anpassung an ganz bestimmte mechanische und elektrische
Gegebenheiten, zur Optimierung des Wirkungsgrades.
Und auch Royer oder sonstige (Resonanz-) Wandler werden zumeist mit
Magnetischem Kern hergestellt (vor allem bei mehr als wenigen Watt).
Also auch im E-Kfz-Bereich wird i.A. mit Ferrit gearbeitet, um die
Kopplung trotz hohen Abstandes und/oder etwas Versatz so weit als
möglich zu verbessern.
Bitte behaupte also nicht, die kernlose Version sei "normal", und
meine Argumentation daher entweder allgemein, oder im Besonderen
hier im Thread, unpassend oder ähnliches.
Deine Behauptung stimmt also nicht: Mittels geschickter Anordnung
(bzw. "Führung") einer Windung kann sie magnetisch eine partielle
Windung ergeben.
Falk B. schrieb:>> Es sind auch halbe Windungen bekannt.>> Machanisch ja, magnetisch nein. Das ist ein verbreiteter Irrtum.> Einfachstes Beispiel ist der Stromwandler mittels Ringkern. Dort> läuft der Primärstrom scheinbar nur ein halbe WIndung durch den Kern.> Nein, denn real ist es ein volle Windung, weil diese über den Rest des> Stromkreises gebildet wird.
Bei E-Kernen sollten aber halbe Wicklungen gehen.
Ich hab mal probiert, wie die Wicklungen mit Schaltdraht werden - ich
würde sagen - sie sind allemal schöner geworden als die Pappringe im
Artikel! :-)
Der Abstand wäre so recht groß, allerdings brauche ich nur max. 1 Watt..
Ich wollte mal Erfolg vermelden - ein sehr schönes Anschauungsobjekt,
finde ich.
Daten (Leerlauf ohne Innenspule):
12V
58mA (mit InnenSpule wie im Bild 70mA)
ca. 160kHz
ca. 3V an der Basis
Jetzt geht es weiter mit richtigem CuL und Schalenkernen.
B. W. schrieb:> Deine Behauptung stimmt also nicht: Mittels geschickter Anordnung> (bzw. "Führung") einer Windung kann sie magnetisch eine partielle> Windung ergeben.
Es läuft darauf hinaus, dass die Sekundärwicklung eben nur einen
Bruchteil des primären Magnetflusses umschließt. Wie so etwas praktisch
aussehen kann, wird in dem Beitrag von Lloyd Dixon dargestellt.
Mark S. schrieb:> Es läuft darauf hinaus, dass die Sekundärwicklung eben nur einen> Bruchteil des primären Magnetflusses umschließt.
Hier 1/2 (2 Außenschenkel). IIRC gibt es noch ein Paper von Dixon,
mit Kern mit 4 Außenschenkeln bei einem Flyback. Und dann wäre da
noch - Übersetzungsverhältnis (1/n)*(Ap/As) - der von vorneherein
auf dieses Prinzip ausgerichtete sogenannte "Matrixtransformator".
jetzt habe ich das Ganze mal kleiner gebaut und wieder ein paar Fragen:
Die Schaltung schwingt selbst bei 1V noch, aber die Frequenz liegt bei
ca. 500kHz - zu schnell für die Dioden?, denke ich - wie kriege ich die
Frequenz wesentlich tiefer?
Und noch die Frage zur äußeren Spule (Primär, bifilar)- kann ich die
auch so wickeln, dass 2 oder 3 Lagen übereinander sind und sie nicht so
breit wird?
uv schrieb:> jetzt habe ich das Ganze mal kleiner gebaut und wieder ein paar Fragen:>> Die Schaltung schwingt selbst bei 1V noch,
Ist doch gut.
> aber die Frequenz liegt bei> ca. 500kHz - zu schnell für die Dioden?,
Welche Dioden? Wenn das halbwegs gescheite HF-Dioden sind, schaffen die
das schon. Zumal du keine großen Ströme fließen hast.
> denke ich - wie kriege ich die> Frequenz wesentlich tiefer?
Den Kondensator im Resonsonanzkreis erhöhen.
> Und noch die Frage zur äußeren Spule (Primär, bifilar)- kann ich die> auch so wickeln, dass 2 oder 3 Lagen übereinander sind und sie nicht so> breit wird?
Ja.
Falk B. schrieb:> Welche Dioden? Wenn das halbwegs gescheite HF-Dioden sind, schaffen die> das schon. Zumal du keine großen Ströme fließen hast.
Na die aus dem Artikel - 1N5818