Ich benötige für mein nächstes Projekt einen DCF77 Empfänger. Ich habe
mir überlegt, diesen diskret also ohne Modul auf meine Leiterplatte zu
integrieren. Nicht im Sinne von Transistor diskret, aber ohne
zukaufbares Modul.
Ich habe hier mehrere Wetterstationen. Wenn ich diese öffne sehe ich
immer nur dünne Drähte als Antenne. Nutzen die ein anderes Signal oder
ggf. auf einer anderen Frequenz?
Ich finde einige Schaltpläne im Netz mit U2775B. Das scheint irgendein
Exot zu sein, welcher teurer als ein Modul bei z.B. Pollin ist und auch
nur über Ebay zu erhalten ist.
Einige Schaltpläne nutzen einen TCA440, aber auch der scheint recht
teuer zu sein.
Was gibt es noch für Möglichkeiten? Gibt es einen Schaltplan, der
nachweislich funktioniert mit relativ günstigen und auch erhältlichen
ICs? Warum war da nur son düünes Drähtchen in meinen Wetterstationen,
statt dieser typischen dicken Ferritantenne?
Wie tückisch wäre ein eigenes DCF77 Layout auf einer Leiterplatte? Ist
das eher gutmütig oder leicht fehleranfällig?
Eine typische Stabantenne zum Empfang elektrischer Wellen hat 1/4 der
Wellenlänge. Bei 77kHz wäre das ein Stab (oder Draht) mit ungefähr 1
Kilometer Länge. Denn musst du schön gerade richtig ausrichten - was
praktisch unmöglich ist.
Also empfängt man stattdessen das Magnetische Feld mit einem
Ferritt-Stab, auf den ein Schwingkreis (Spule+Kondensator) gewickelt
ist. Das ist die übliche DCF-77 Antenne.
> Gibt es einen Schaltplan, der nachweislich funktioniert> mit relativ günstigen und auch erhältlichen ICs?
Mit ist keiner bekannt, der günstiger oder besser ist, als fertige
Module.
> Wie tückisch wäre ein eigenes DCF77 Layout auf einer Leiterplatte?> Ist das eher gutmütig oder leicht fehleranfällig?
77kHz ist quasi NF, also vollig harmlos.
Nein habe ich nicht. Ich gestehe ich habe von analoger Elektronik
wesentlich weniger Ahnung, als von digitaler. Vielleicht wäre das Thema
besser in dem anderen Forum aufgehoben.
Aber ist es nicht so, dass es lediglich ein 77,5kHz Signal ist, welches
ich empfangen und demodulieren muss? Ggf. könnte ich diese Demodulation
auch mit einem Attiny oder so erledigen?
Hallo,
die von Dir genanten ICs haben ihre Zeiten schon lange hinter sich.
Restbestände werden entsprechend teuer gehandelt. TCA440 findet man in
besseren Rundfunkgeräten der 80er Jahre.
mfG
Jens schrieb:> Warum war da nur son düünes Drähtchen in meinen Wetterstationen,> statt dieser typischen dicken Ferritantenne?
Bei den lächerlichen Preisen für UKW Module mit RDS z.B. RDA5807M
kann man sich schon fragen ob das nicht die preiswerter Möglichkeit ist
ein evtl. schon vorhandene RTC nachzustellen.
Stefan F. schrieb:> Sicher, das Demodulieren ist Pillepalle.
Wirklich? DCF ist Amplitudenmoduliert, dafür braucht der Empfänger eine
ordentliche Verstärkungsregelung. Die AGC sauber zu gestalten, ist
nichts für Anfänger.
gugu schrieb:> Bei den lächerlichen Preisen für UKW Module mit RDS z.B. RDA5807M
Das kann nur jemand behaupten, der das noch nicht gemacht hat. Beim
RDA5807-Modul vom Chinamann weiß man nicht so genau, was da eigentlich
kommt, es gibt Varianten. Die Idee, mir per 5807M die Uhrzeit zu holen,
hatte ich vor Jahren und habe da mehrere Tage dran zugebracht. Ich
bekomme da alles mögliche, manchmal auch die korrekte Uhrzeit, das ist
schlimmer als meine DCF77 bei Gewitter.
Die käuflichen DCF77 Module enthalten im Allgmeinen ein spezielles Quarz
als Filter, das sind recht schmalbandige Empfänger die i.A. ihren Job
machen.
"Zu Fuß" einen DCF Empfänger aufzubauen ist auf jeden Fall teurer, das
Filterquarz bekommt man auch nur für 6 Euro + Versand, will mans ohne
machen,
wird das erheblicher Aufwand mit Schalenkernen usw. usf..
Ich habe einen Nachbau einer Uhr mit einem TCA440 und einem OPV der da
ein Filter mimt..geht auch..aber beschissen.
Auch eine weitere Schaltung mit einem Stereodecoder als PLL Demodulator
funktioniert "im Prinzip"..aber die Empfangsergebnisse sind doch eher
bescheiden.
Die Bedingungen für DCF77 Empfang sind in den letzen Jahren nicht
besser, sondern eher sehr viel schlechter als früher geworden und das
liegt hauptsächlich an der HF-Verschmutzung unserer Umgebung, tausende
Schaltnetzteile in Energiesparlampen, Radios, Fernsehern, Telefonen,
Computern sowie ins Netz einspeisende PV-Anlagen mit heftigen Oberwellen
drücken schon empfindliche Empfänger zu. Bis voriges Jahr hatte ich
heftige Probleme hier überhaupt ein fehlerfreies Protokoll zu empfangen,
in der benachbarten Alugießerei sorgte wohl eine Ofensteuerung für
periodische Bursts die die Modulationslücken von DCF überbügelten..das
wars dann mit dem fehlerfreien Protokoll..
Nimm einen fertigen Empfänger, wenn der nicht tut, nimm den nächsten.
Das wird immer noch billiger als fruchtlose Selbstversuche.
Es kommt natürlich hauch immer darauf an wie weit man von Mainflingen
entfernt wohnt...
Gruß,
Holm
Manfred schrieb:> Das kann nur jemand behaupten, der das noch nicht gemacht hat. Beim> RDA5807-Modul vom Chinamann weiß man nicht so genau, was da eigentlich> kommt, es gibt Varianten. Die Idee, mir per 5807M die Uhrzeit zu holen,> hatte ich vor Jahren und habe da mehrere Tage dran zugebracht. Ich> bekomme da alles mögliche, manchmal auch die korrekte Uhrzeit
Me too, kann ich zu 100% bestätigen. Mit dem Original von SiLabs
wesentlich besser. Man muss einfach sehen, dass der RDA5807 einfach eine
schlechte Kopie ist, Reiner FM-Empfang gut, bei der RDS-Umsetzung hat
die Kopierer offensichtlich der Ehrgeiz verlassen.
In Sachen DCF kann ich die Module von HKW Elektronik wärmstens
empfehlen. Und zwar die mit fertiger demodulierter Ausgabe auf RS232,
funktioniert hervorragend.
Harald schrieb:> In Sachen DCF kann ich die Module von HKW Elektronik wärmstens> empfehlen. Und zwar die mit fertiger demodulierter Ausgabe auf RS232,> funktioniert hervorragend.
Ich habe das aber schon richtig verstanden, dass beim gängigen DCF77
Modul im Idealfall
- ein digitales Rechtecksignal herauskommt
- die 59. Sekunde durchgängig high ist
- alle anderen Sekunden am Anfang für 100ms oder 200ms low sind und
anschließend high
S. Landolt schrieb:> Entschuldigung, das war falsch: die 100 bzw. 200 ms zu Beginn der> Sekunde sind normalerweise high.
Das kommt völlig drauf an, wie die digitale Ausgangsstufe das Signal
ausgibt. Ein "normalerweise" gibt es da nicht. Das kann jedes Modul
machen, wie es möchte.
Fest steht nur, dass für die 100 bzw. 200 ms der DCF77-Sender sein
HF-Signal mit auf 15% reduzierte Leistung abstrahlt.
PPS:
Die Modul-Zeiten sind "normalerweise" nicht exakt, so steht z.B. im
Datenblatt des Reichelt-Moduls:
Impulsbreite log. "0" 40...130 ms
Impulsbreite log. "1" 140...230 ms
Ähnliches gilt für erwähnten ausgebauten.
Ich hätte gedacht in der ACS-Uhr wird das zu Fuß gemacht:
http://www.acs-77.de/
Aber dort wird auch der bereits erwähnte TCA440 eingesetzt.
Vergleichstyp ist der A244D, dessen Blockschaltbild hier zu sehen ist:
https://www-user.tu-chemnitz.de/~heha/basteln/Konsumg%C3%BCter/DDR-Halbleiter/a244.gif
Vorverstärker, Mischer, ZF-Filter, NF-Verstärker. Das sieht für mich so
aus, als wenn man das auch 'zu Fuß' machen könnte.
Andererseits sind die 77,5 kHz für heutige Verhältnisse auch so niedrig,
die könnte man (nach Verstärkung) mit einem ADC oder Komparator direkt
sampeln...
Bei gut funktionierender Fehlererkennung des nachgeschalteten µC reicht
auch ein solcher einfacher Geradeausempfänger.
Beitrag "Re: DCF77 Signal aufzeichnen"
Otmar schrieb:> Diese Schaltung arbeitet bei mir seit Jahren. Für den Aufbau braucht man> die Schaltung bis zum Komparator, dessen Ausgang kann man für die> Auswertung auf einen µC legt. Hat der µC einen Komparator kann man den> aus der Schaltung weglassen.
Hier kann ich leider nicht alles lesen.
Thomas N. schrieb:> Bei gut funktionierender Fehlererkennung des nachgeschalteten µC reicht> auch ein solcher einfacher Geradeausempfänger.>> Beitrag "Re: DCF77 Signal aufzeichnen"
Ein einstufiger Verstärker reicht aber wohl wirklich
nur im Nahbereich.
Ich werde mal die Schaltung von Otmar aufbauen und an den Comparator
eines STM32 abschließen. Dann sehe ich ja, ob ich etwas empfange. Wenn
das zuverlässig funktioniert, kann ich das ja nehmen.
Jens schrieb:> Ich habe das aber schon richtig verstanden, dass beim gängigen DCF77> Modul im Idealfall>> - ein digitales Rechtecksignal herauskommt
Digital ja. Aber schon beim Logikpegel gibt es Unterschiede.
> - die 59. Sekunde durchgängig high ist
Das Signal kann durchaus auch negiert sein.
> - alle anderen Sekunden am Anfang für 100ms oder 200ms low sind
100ms und 200ms sind die Pulslängen am Sender. Durch Filterung und
Demodulation können sich die Zeiten am Modulausgang aber verändern.
Typischerweise sind sie kürzer. Details stehen im Datenblatt, das man
immer lesen sollte. Siehe:
S. Landolt schrieb:> so steht z.B. im Datenblatt des Reichelt-Moduls:>> Impulsbreite log. "0" 40...130 ms> Impulsbreite log. "1" 140...230 ms
Was deine Idee angeht, kein Modul zu verbauen, sondern die Schaltung die
normalerweise auf dem Modul ist, selber aufzubauen: damit kommst du ca.
25 Jahre zu spät. Bis dahin gab es die entsprechenden Empfänger IC wie
den o.g. U2775 noch zu "normalen" Preisen. Danach kamen fertige Module
aus Antenne, Empfänger-IC und Quarzfilter auf den Markt und die meisten
Leute waren heilfroh, diesen Krempel nicht mehr selber bauen zu müssen
und haben stattdessen die Module verwendet. Die IC wurden entsprechend
nicht mehr nachgefragt, dann nicht mehr produziert. Und heute sind sie
nur noch als Oldtimer mit den entsprechenden Preisaufschlägen zu
bekommen. Zumindest im Gehäuse. Wenn man 10'000er Stückzahlen aufwärts
braucht, findet man sicher Hersteller, die einem den Chip auf eine
Platine bonden. Genauso wie das in den Modulen der Fall ist.
Wenn du noch weiter in der Zeit zurück gehst, findest du Bauvorschläge
für DCF-Empfänger mit Allround-Empfänger-IC wie dem TCA440 (A244) und
noch weiter zurück mit Transistoren. Aber das ist alles aufwendig, groß
und muß zumeist auch noch abgeglichen werden. Will man nicht.
Fazit: Für ein Einzelstück nimm ein fertiges Modul.
Jens schrieb:> Hier kann ich leider nicht alles lesen.
Die Schaltung stammt aus Vorinternetzeiten, d.h. ist mindestens 30 Jahre
alt. Mit der Beschaffung identischer Bauteile dürfte es sowieso
schwierig werden ;-)
Zur Aufbereitung für einen µC ist sowieso nur der linke, obere Teil bis
Eingang/Ausgang Komparator interessant.
Axel S. schrieb:> 100ms und 200ms sind die Pulslängen am Sender. Durch Filterung und> Demodulation können sich die Zeiten am Modulausgang aber verändern.> Typischerweise sind sie kürzer.
Hi,
im ASM Programm von Gerhard Schmidt kann man diese tatsächlich vom
Decoder erkannten Impulslängen im "dcf cnt mode" sogar auf dem PC
darstellen.
http://www.avr-asm-tutorial.net/avr_de/dcf77uhr.html
ciao
gustav
Bei dem heutzutage auf Grund von diversen hausgemachte Störungen
(Schaltnetzteile, PWM Lichtsteuerung usw.) vorhandenen Störnebel ist es
eigentlich zeitgemäßer, statt der Trägerabsekenkung die Phasenmodulation
des DCF77-Signals auszuwerten, auch wenn der Aufwand dafür höher ist
(z.B. Elektor01/2012) oder per SDR mit Direktabtastung (siehe S.18,
24/91 und S.24ff 30/91).
https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/4996/file/Diplomarbeit.pdf
Karl B. schrieb:> im ASM Programm von Gerhard Schmidt kann man diese tatsächlich vom> Decoder erkannten Impulslängen im "dcf cnt mode" sogar auf dem PC> darstellen.
Hi,
und habe Routine für LCD noch selber geschrieben für Co-Prozessor.
SRAM wurde am Anfang nicht gelöscht. Das wurde noch ergänzt.
Wolfgang schrieb:> Bei dem heutzutage auf Grund von diversen hausgemachte Störungen> (Schaltnetzteile, PWM Lichtsteuerung usw.) vorhandenen Störnebel ist es> eigentlich zeitgemäßer, statt der Trägerabsekenkung die Phasenmodulation> des DCF77-Signals auszuwerten, auch wenn der Aufwand dafür höher ist
Der Modulationsgrad wurde vor ca. 2 Jahren schon erhöht deswegen.
Also Trägerabsenkungen tiefer als auf die bis dahin üblichen 25%.
Das entspricht quasi einer Sendeleistungserhöhung.
Aber noch nicht wie MSF60 Ein/ aus. Also 100% Austastung.
Das würde im Frankfurter Raum seinerseits zu Störungen im Plattenspieler
führen. Ein Trägerrest sollte für die
Referenzfrequenzsynchronisationszwecke noch verbleiben.
ciao
gustav
Forist schrieb:> Karl B. schrieb:>> DCFcntmode3.jpg>> Ich liebe gut lesbare Screen Shots.>> Dafür soll es sogar frei nutzbare Software geben.> https://getgreenshot.org/
Hi
es ist auch noch etwas anderes auf dem Bild zu sehen, das Unwesentliche
wurde hier rausgeschnitten, nämlich das LCD unter dem Monitor.
Mach mir mal einen Vorschlag, wie ich das nur mit nicht allzuviel
Kameraaufwand dann aufnehmen soll?
Abgesehen war es ein Homemade-Video, das nicht nur auf den Monitor
gerichtet ist.
Das hinterher studiomäßig zusammenzustoppeln, nimmt der ganzen Sache den
Live-Effekt.
ciao
gustav
Manfred schrieb:> Stefan F. schrieb:>> Sicher, das Demodulieren ist Pillepalle.>> Wirklich? DCF ist Amplitudenmoduliert, dafür braucht der Empfänger eine> ordentliche Verstärkungsregelung. Die AGC sauber zu gestalten, ist> nichts für Anfänger.
Es ist halt die Frage, ob du das für ganz Europa entwickeln willst oder
nur für etwa deinen Standort.
Ich habe eine Schaltung seit ca. 35 Jahren am Laufen, die mit
einfachsten Mitteln demoduliert und dabei ca. 10dB AGC beinhaltet:
Beitrag "Re: Quarz für schmalbandiges DCF77-Filter"
Gut, ich wohne auch nur 200km von Mainflingen entfernt.
Eine andere Variante hatten meine Kollegen entwickelt:
- Quarzoszillator, kann heute der des Prozessors sein, mit Teiler auf
eine nahe Frequenz zum DCF
- Mischer mit Transistor auf ein paar hundert Hz
- Tiefpass zur Selektion
- AGC
- Gleichrichter und Komparator
Karl B. schrieb:> Der Modulationsgrad wurde vor ca. 2 Jahren schon erhöht deswegen.> Also Trägerabsenkungen tiefer als auf die bis dahin üblichen 25%.> Das entspricht quasi einer Sendeleistungserhöhung.
Das mit den 15% schrieb ich doch.
Wolfgang schrieb:> Fest steht nur, dass für die 100 bzw. 200 ms der DCF77-Sender sein> HF-Signal mit auf 15% reduzierte Leistung abstrahlt.
Der Pegelabstand für den vollen Träger zu den Störungen ändert sich
dadurch nicht. Insbesondere bei einfachen Empfängern und größer
Entfernung zum Senderstandort (bzw. im fadinggefährdeten
Übergangsbereich zwischen Boden- und Raumwelle) tut man trotzdem gut
daran, die Antenne inkl. Analogaufbereitung außerhalb des häuslichen
Störnebels und mit korrekter Ausrichtung aufzustellen. Von einer
stärkeren Trägerabsenkung hat man gar nichts, wenn dass Signal dadurch
nur noch weiter unter den Störpegel rutscht.
Jens schrieb:> Ich habe mir überlegt, diesen diskret also ohne Modul auf meine> Leiterplatte zu integrieren
Warum sollte man ?
Massenproduktion von 1 Mio Stück in der jeder cent zählt ? Selbst die
verwenden Module von Leuten die von Hf Technik was verstehen.
Damit macht man aus 1 Projekt gleich 2 Projekte.
Klassische DCF Empfänger mit den von dir ausgegrabenen Steinzeit-Chips
waren weder gut noch preiswert, sondern klatschten die ganze Platine
voll.
Mit den heutigen schnellen I/Q hochauflösenden A/D Wandlern könnte man
DCF per Software defined radio die 77kHz decodieren.
Interessant wird das, wenn ein einzelner STM32F103 blue pill (1 Msps ADC
2 Kanäle simultan 12 bit) das tut, dann macht der gleich die Uhr.
Aber ob du das kannst ? Ich nicht.
P.S. wann wollten die DCF abschalten, bist du bis dahin fertig ? Nicht
doch besser Uhrzeit auf GPS basieren lassen.
Ich hab zu DDR-Zeiten auch einen 4-Kreiser mit A244 aufgebaut (ZF etwa
2kHz). Die beiden ZF-Schalenkerne habe ich handgewickelt und dann mit
Kondensatoren auf Gleichheit abgeglichen.
Käufliche Module (Conrad) sind etwas trennschärfer und empfindlicher.
HildeK schrieb:> Eine andere Variante hatten meine Kollegen entwickelt:> - Quarzoszillator, kann heute der des Prozessors sein, mit Teiler auf> eine nahe Frequenz zum DCF> - Mischer mit Transistor auf ein paar hundert Hz> - Tiefpass zur Selektion> - AGC> - Gleichrichter und Komparator
Diese Variante, den DCF-Empfänger als Superhet zu bauen, war zu Zeiten
der Röhrenfernseher sehr beliebt. Denn die Horizontalfrequenz so einer
Röhre hatte eine Oberwelle bei 78125Hz, nur 625Hz neben dem DCF-Träger.
Der Trick war jetzt, den Lokaloszillator gerade auf 78.125kHz
einzustellen und einen ZF-Filter mit 625Hz dahinterzuschalten. Dadurch
landet das Mischprodukt mit dem Störsignal bei 0Hz. Und den 625Hz Filter
kann man einfach als RC-Filter bauen (Doppel-T Glied). Oder heute könnte
man das auch softwareseitig filtern.
Diese Technik wurde durch die breite Verfügbarkeit von 77.5kHz
Quarzfiltern obsolet. Die sind derart trennscharf im Vergleich zu
LC-Filtern, daß man damit den DCF-Empfänger auch wieder als
Geradeausempfänger bauen konnte.
MaWin schrieb:> Interessant wird das, wenn ein einzelner STM32F103 blue pill (1 Msps ADC> 2 Kanäle simultan 12 bit) das tut, dann macht der gleich die Uhr.
Dafür laufen HW-Empfänger über Jahre aus einer AA-Batterie. Das mach mal
mit einem Blue Pill nach ;-)
"einen 4-Kreiser mit A244 aufgebaut"
Hallo,
das war bestimmt ein gutes Stück Geduldsarbeit, bei der am Ende ein
ansehnliches kleines Gerät heraus kommt. Eben das geschätzte
Einzelstück.
mfG
Karl B. schrieb:> Hi> es ist auch noch etwas anderes auf dem Bild zu sehen, das Unwesentliche> wurde hier rausgeschnitten, nämlich das LCD unter dem Monitor.
Genau dafür ist ein Screen Shot Tool erfunden worden: Den gewünschten
Teil des Bildschirminhalts 1:1 in eine Datei zu befördert - ohne
Probleme mit Schärfentiefe, Umgebungslichtreflektionen, geometrische
Verzerrungen und grausige Artefakte durch Farbquantisierung.
Axel S. schrieb:> Diese Technik wurde durch die breite Verfügbarkeit von 77.5kHz> Quarzfiltern obsolet.
Die gabs m.W. von Anfang an. Ein solcher Quarz kostete aber durchaus
>50DM. Da war ein Super deutlich billiger.
Wolfgang schrieb:> Dafür laufen HW-Empfänger über Jahre aus einer AA-Batterie.
Das glaube ich eher nicht. Typischerweise wird der Emfänger wegen
des hohen Stromverbrauchs nur einmal am Tag zum Abgleich einge-
schaltet. Den Rest der Zeit läuft die Uhr mit Quarz.
Harald W. schrieb:>> Dafür laufen HW-Empfänger über Jahre aus einer AA-Batterie.>> Das glaube ich eher nicht. Typischerweise wird der Emfänger wegen> des hohen Stromverbrauchs nur einmal am Tag zum Abgleich einge-> schaltet. Den Rest der Zeit läuft die Uhr mit Quarz.
Naja, nicht ganz. Tatsache ist natürlich, dass die Dinger üblicherweise
nicht durchlaufen, aus dem genannten Grund.
Aber mehr als einmal am Tag laufen sie heutzutage typischerweise schon.
Meine zwei nicht selbstgebauten DCF77-Geräte (1x Wecker, 1x
Wetterstation) laufen z.B. mindestens 6x bzw. 4x am Tag. Beim Wecker ist
es darüber hinaus so, dass er, wenn er zu den vorgegebenen Zeiten keine
drei widerspruchsfreien Telegramme empfangen konnte, er zu einem
stündlichem Update übergeht, bis ihm das mal gelungen ist, danach fällt
er wieder auf das 4h-Regime zurück.
Neben diesen grundsätzlichen Zyklen gibt es aber bei beiden Geräten
offensichtlich auch noch spezielle Behandlungen für zwei Sonderfälle.
Das eine ist das Verhalten nach einem "Coldboot", das andere ist das
Verhalten in der Situation, das einfach garnix empfangbar ist, was auch
nur annähernd nach DCF77 aussieht. Beide Geräte haben offensichtlich
entsprechende Behandlungen eingebaut. Die Tendenz ist bei beiden: nach
Coldboot sind sie bereit, auch mal mehr sehr viel mehr Energie zu
investieren, um möglichst bald zu einer gültigen Zeit zu kommen.
Bei der Situation mit "nix DCF77" wechseln beide in einen Sparmodus: nur
noch einmal am Tag einen Versuch und bei Fortbestehen der Situation
endet der Versuch schon nach einer Minute.
So ungefähr habe ich es bei meinen Eigenkonstruktionen übrigens auch
implementiert. Das ist einfach mal sinnvoll.
Harald W. schrieb:> Wolfgang schrieb:>>> Dafür laufen HW-Empfänger über Jahre aus einer AA-Batterie.>> Das glaube ich eher nicht. Typischerweise wird der Emfänger wegen> des hohen Stromverbrauchs nur einmal am Tag zum Abgleich einge-> schaltet. Den Rest der Zeit läuft die Uhr mit Quarz.
Es reicht aber, um auf einem Display 24/7 die Uhrzeit mit ausreichender
Genauigkeit anzuzeigen. Und der Empfang über die Raumwelle ist wegen der
Dämpfung in der D-Schicht sowieso eher etwas für die Nachstunden.
Für andere Zwecke wird man wohl eher auf GPS als Zeitbasis setzen.
Wolfgang schrieb:> Dafür laufen HW-Empfänger über Jahre aus einer AA-Batterie. Das mach mal> mit einem Blue Pill nach ;-)
Kein wirkliches Problem, der empfängt ja nur 1 Minute pro Tag, den Rest
läuft er auf 32kHz Quartz zur langsamen Anzeigesteuerung, meistens in
sleep.
Gerade der STM kann Strom sparen.
MaWin schrieb:> Mit den heutigen schnellen I/Q hochauflösenden A/D Wandlern könnte man> DCF per Software defined radio die 77kHz decodieren.>> Interessant wird das, wenn ein einzelner STM32F103 blue pill (1 Msps ADC> 2 Kanäle simultan 12 bit) das tut, dann macht der gleich die Uhr.>> Aber ob du das kannst ? Ich nicht.
Du haust mal wieder auf den Putz. Da muss deine Mutti nur wieder den
ganzen Mörtel wegfegen.
MaWin schrieb:> Kein wirkliches Problem, der empfängt ja nur 1 Minute pro Tag, den Rest> läuft er auf 32kHz Quartz zur langsamen Anzeigesteuerung, meistens in> sleep.
Die CPU des Bluepill Boardes kann man nicht mit dem 32kHz Quarz takten!
Bernd schrieb:> Ich hätte gedacht in der ACS-Uhr wird das zu Fuß gemacht:> http://www.acs-77.de/http://www.acs-77.de/Dokumente/Analogteil.html
Zurück zum Thema. Bis wohin müsste ich diesen Plan aufbauen, um das
Signal z.B. mit einem µC auswerten (z.B. demodulieren) zu können? Bei
PIN1 von IC1 kommt ein Signal rein, das hat jedoch einen Pullup nach 8
Volt. Ich würde gerne mit 5V oder 3.3V arbeiten. Bekommt die aktive
Antenne über diesen Widerstand auch ihre SPannungsversorgung? Wie sieht
das Signal an diesem Punkt aus? EInfach die verstärkte 77.5kHz Frequenz?
Jens schrieb:> Zurück zum Thema. Bis wohin müsste ich diesen Plan aufbauen, um das> Signal z.B. mit einem µC auswerten (z.B. demodulieren) zu können?
'Digital' wird es erst am Ausgang von A3.
> Bei PIN1 von IC1 kommt ein Signal rein, das hat jedoch einen Pullup nach 8 Volt.
Nein. Da ist noch ein Kondensator dazwischen. Der 'Pullup' versorgt den
abgesetzten Vorverstärker links oben mit Strom.
> Ich würde gerne mit 5V oder 3.3V arbeiten. Bekommt die aktive> Antenne über diesen Widerstand auch ihre Spannungsversorgung?
Ja.
> Wie sieht> das Signal an diesem Punkt aus? EInfach die verstärkte 77.5kHz Frequenz?
Im Prinzip ja, wobei der Pegel trotzdem noch relativ klein und stark von
den Empfangsbedingungen abhängen dürfte:
Im Datenblatt vom A244 lese ich da was von U_IHF: 12 µV.
Das sind 0,012 mV bzw. 0,000012 V.
Bernd schrieb:> 'Digital' wird es erst am Ausgang von A3.
Ich brauche ja kein digitles Signal an einem ADC :).
Bernd schrieb:> Im Prinzip ja, wobei der Pegel trotzdem noch relativ klein und stark von> den Empfangsbedingungen abhängen dürfte:
Und wenn ich dieses Signal nochmal ordentlich verstärke? Oder fange ich
mir da Störungen ein? Z.B. mit einem opamp.
Wie stark ist denn die Amplitude ohne Vorverstärkung? Damit ich ein
wenig rechnen kann. Mikro- oder Nanovolt?
Jens schrieb:> Und wenn ich dieses Signal nochmal ordentlich verstärke? Oder fange ich> mir da Störungen ein? Z.B. mit einem opamp.
Vergleiche mal den Signalpegel mit dem Rauschen des OP-Amps.
Ich habe einen 200 DM teuren Taschenrechner gekillt, weil ich bei einem
LM7806 auf Kondensatoren verzichtete. Das war damals das Taschengeld
eines ganzen Jahres.
Stefan F. schrieb:> Die CPU des Bluepill Boardes kann man nicht mit dem 32kHz Quarz takten
Braucht man auch nicht. Die schläft, RTC zählt stromsparend die Zeit,
CPU wacht nur zum Display-Refresh auf.
Nochmal ein Hinweis auf ein Modul der besseren Klasse, weiter oben hatte
ich ja schon das HKW Modul verlinkt, welches die komplette
Dekodierung/Validierung on Board hat. Aber wenn definitiv nur das
Pulssignal gefordert ist, bietet sich noch dieses Modul an. Preislich
durchaus mit den Billigmodulen vergleichbar.
https://www.hkw-shop.de/Empfangstechnik-AM/Empfangsmodul-EM6-77-5-kHz-3V.html
Dazu gibt es Einiges an Hintergrundinformation, vielleicht ist das für
den TE lesenswert.
https://www.hkw-shop.de/out/media/UE6015_DIT_DE.pdf
Interessant sind auch die ganzen Features wie AGC hold, Power On, Field
Strength, etc.
Wolfgang schrieb:> Genau dafür ist ein Screen Shot Tool erfunden worden: Den gewünschten> Teil des Bildschirminhalts 1:1 in eine Datei zu befördert - ohne> Probleme mit Schärfentiefe, Umgebungslichtreflektionen, geometrische> Verzerrungen und grausige Artefakte durch Farbquantisierung.
Hi,
Es ist eine Momentaufnahme aus einem Video.
Hatte ich oben glaube ich schon darauf hingewiesen.
Karl B. schrieb:> Abgesehen war es ein Homemade-Video, das nicht nur auf den Monitor> gerichtet ist.
Hab leider nichts anders im Moment hier.
Aber das Wesentliche kann man noch erkennen.
ciao
gustav
P.S.:
Und im Bild von G S. sind lila Farben absichtlich drin.
Esc Sequenzen wurden reinprogrammiert in den Texteditor.
Alle Achtung.
TxtIntro:
.DB cesc,'[','0',59,'1',59,'3','7',59,'4','0','m'; Set screen colours
.DB cesc,'[','H',cesc,'[','J' ; ANSI Clear screen
.DB "Hello world!"
.DB ccr,'T'
Was sind denn die genauen Arbeitsschritte? Gemäßg des Schatplans hier,
hangel ich mich mal durch:
http://www.acs-77.de/Dokumente/Analogteil.html
1. Signal ausreichend verstärken, wenn möglich frei von Störungen.
2. Signal mit einem 77680Hz Signal mixen. Warum?
3. Das Ergebnis durch einen Hochpass 4. Ordnung schicken? Was erreiche
ich damit? Die Addition beider Frequenzen? Was habe ich davon?
4. Das Ergebnis demodulieren.
Bis auf den TCA440 ist das ja eine einfache Schaltung. Die 76800Hz kann
ich auch aus einem µC generieren lassen, das würde die Anzahl von
Bauteilen reduzieren. Dann wäre ich nicht abhängig vom Pinout etc. eines
fertigen Moduls.
Gibt es für den TCA440 noch aktuelle Ersatzmodelle? Womöglich nicht. Die
ICs von HKW gibts ja nur auf Anfrage.
Stefan F. schrieb:> Ich habe einen 200 DM teuren Taschenrechner gekillt, weil ich bei einem> LM7806 auf Kondensatoren verzichtete. Das war damals das Taschengeld> eines ganzen Jahres.
Ja, manche Menschen sparen, koste es, was es wolle.
Meine Casio hat auch einen, und die Antenne ist im Armband, ungefähr
einen Zentimeter lang und 2mm im Durchmesser.
Das beste dran:
- Sie kann alle Zeit-Sender weltweit empfangen
- Sie empfängt auch unabhängig der Lage und Ausrichtung DCF (auch bei
Bewegung z.B. im Schlaf), ich bin ca. 350km entfernt, aber auch in
anderen Gegenden in Deutschland klappt das
- Die Uhr schafft es trotz Radiowecker, Handy und Handylader in
unmittelbarer Nähe (~50cm) nachts innerhalb von 4 Minuten die Zeit zu
stellen
Wie die das machen ist mir ein Rätsel, aber es funktioniert
hervorragend.
Viele alte Wanduhren schaffen das trotz größerer Antenne und ruhiger
Position nicht, aber die "neuen" mittlerweile weit verbreiteten
Wandlaufwerke mit 3 Tasten sind recht brauchbar und zumindest
Lageunabhängig.
Aber an meine Casio kommen die trotzdem nicht ran, warum auch immer.
Bernd schrieb:> Jens schrieb:>> Zurück zum Thema. Bis wohin müsste ich diesen Plan aufbauen, um das>> Signal z.B. mit einem µC auswerten (z.B. demodulieren) zu können?> 'Digital' wird es erst am Ausgang von A3.
So richtig digital erst am Ausgang von A4. Wenn der µC selber einen
Komparator hat, kann man sich den externen natürlich sparen. Das bringt
aber nichts, weil ICs nicht als 3-fach sondern IMHO nur als 4-fach OPs
daher kommen - also bis auf drei Leiterbahnen im Layout - geschenkt.
Jens schrieb:> Bernd schrieb:>> 'Digital' wird es erst am Ausgang von A3.>> Ich brauche ja kein digitles Signal an einem ADC :).
Wenn du auf der Zwischenfrequenz mit einem ADC abtastest, erkaufst du
dir die Einsparung von Gleichrichter/Schwellwertdetektor mit einer ADC
Abtastrate von mehreren kS/s, statt zwei Interrupt pro Sekunde. Noch
weiter vorne hat es nichts mehr mit einem Superhet zu tun und es bleibt
von der Schaltung nicht viel übrig, während du dich selber zusätzlich um
AGC kümmern musst und deine ADC-Abtastung Richtung MS/s rutscht.
Hi,
bei den früher einmal als Bausteine zu kaufenden DCF-Empfängern mit
integriertem Decoder kam es häufig zu dem Fehler, dass der Decoder zwar
mit gutem Signal fehlerfrei arbeitete, bei irgendwie gearteten
Empfangsbeeinträchtigungen "abstürzte" und sich auch bei hernach wieder
einsetzendem einwandfreiem Empfang nicht mehr synchronisierte.
Hier musste dann entsprechendes Bugfixing vom Hersteller betrieben
werden.
Also,
der im Bild gezeigte Decoder fängt an zu spinnen, wenn ich das
Empangsantennenmodul mit Zweidraht-Fernspeisung AD450 von Bürk Mobatime
in die Nähe des PC-Monitors bringe.
Da hilft auch der beste Empfänger nichts.
Bei dem einen Decoderprogramm hängt sich das Programm auf. Nur durch
Power-cyclen, sprich harten Reset läuft es dann wieder.
Das ein wenig modifizierte Programm (Basis Scott Falk Huehn Wohnuhr)
https://s-huehn.de/elektronik/wohnuhr/wohnuhr.htm
springt dann auf die interne Quarzsteuerung (ich möchte das hier einmal
"Gangreserve" nennen) und, das ist für mich das Entscheidende, bleibt
nicht hängen, sondern geht bei einwandfreiem DCF77-Empfang wieder auf
Synchronisation.
Viel Spaß mit dem Ausschnitt aus dem älteren Video. Leider musste aus
Forumsgründen die Videoqualität extrem begrenzt werden, um nicht den
Dateianhangspeicherplatz zu sprengen.
Es sind auch Ton-Artefakte von der Kamera am Ende drauf. Ton mit
Direktmischer in den Tonfrequenzbereich mit S042P, wie oben schon
erwähnt wurde.
Mancherorts ist der DCF77 Empfang derart gestört, dass eine
Aussenantenne notwendig wird. Die funktioniert auch mit "Schneehaube",
wo GPS Modul streikt. ;-)
ciao
gustav
MaWin schrieb:> Mit den heutigen schnellen I/Q hochauflösenden A/D Wandlern könnte man> DCF per Software defined radio die 77kHz decodieren.>> Interessant wird das, wenn ein einzelner STM32F103 blue pill (1 Msps ADC> 2 Kanäle simultan 12 bit) das tut, dann macht der gleich die Uhr.>> Aber ob du das kannst ? Ich nicht.
Ich habe spaßeshalber tatsächlich mal die nackte Antenne
(Ferrit,Spule,Kondensator) von einem zerschossenen Modul gegen 0,5V an
den ADC eines Arduinos gehängt und das Signal ausgewertet. Gibt ca +/-4
mV "High" und +/-1 mV "Low".
Funktioniert prinzipiell gut, allerdings muss die Antenne halbwegs
korrekt ausgerichtet sein, und die Software ist ziemlich wackelig bei
abweichenden Empfangsbedingungen.
Hilft vermutlich auch dass ich nur 5km vom Sender weg wohne :-)
Wolfgang schrieb:> Wenn du auf der Zwischenfrequenz mit einem ADC abtastest, erkaufst du> dir die Einsparung von Gleichrichter/Schwellwertdetektor mit einer ADC> Abtastrate von mehreren kS/s, statt zwei Interrupt pro Sekunde. Noch> weiter vorne hat es nichts mehr mit einem Superhet zu tun und es bleibt> von der Schaltung nicht viel übrig, während du dich selber zusätzlich um> AGC kümmern musst und deine ADC-Abtastung Richtung MS/s rutscht.
Es muss doch möglich sein, beispielsweise einen Attiny damit zu
beauftragen sich ausschlielich um die Decodierung zu kümmern. So dass
man hier
http://www.acs-77.de/Dokumente/Analogteil.html
alles ab IC1/1 sich sparen kann und dort direkt den Attiny dranhängt.
Aus dem Attiny kommt dann das Signal von A4 heraus.
Es muss natürlich kein Attiny sein, sondern darf jeder andere
x-beliebige µC sein.
Dann wäre ich unabhängig vom Pinout etc. irgendwelche Module und muss
lediglich einen Attiny 8pin + etwas Hühnerfutter bereitstellen.
Jens schrieb:> Ich benötige für mein nächstes Projekt einen DCF77 Empfänger.HildeK schrieb:> eine nahe Frequenz zum DCF> - Mischer mit Transistor auf ein paar hundert Hz
Hi,
Direktmischer ist ja im Video zu hören im Hintergrund.
Möchte dass Schaltbild nicht vorenthalten.
OK. Der NF-Verstärker ist grottig. Wenn schon, dann mindestens mit
LM386.
Gibt mehr Lautstärke. Wollte aber etwas mit damals vorrätigen Bauteilen
zurechtzimmern.
Die Tonfrequenz jetzt weiter verarbeiten zu vom µP verwertbaren
Sekundenmarken.
Ist arg minimalistisch.
Ist für MSF60 gezeichnet.
Die Frequenzangabe müsste für DCF77 also 77,5 lauten
T2 in Basisschaltung.
Übrigens, fällt mir gerade ein, für die Filterspulen könnte man
Löschoszillatorspulen aus dem Kassettenrecoder modifizieren.
Die sehen aus wie ZF-Filterspulen (15x10), haben aber einen Glockenkern
und etwa so 500 µH. (Bei der Oszillatorspule im Bild.)
ciao
gustav
Hallo Jens,
wenn ich das hier lese,
"2. Signal mit einem 77680Hz Signal mixen. Warum?
3. Das Ergebnis durch einen Hochpass 4. Ordnung schicken? Was erreiche
ich damit? Die Addition beider Frequenzen? Was habe ich davon?"
attestiere ich leider einen völligen Mangel an Kenntnssen in
Nachrichtentechnik. Du solltest vielleicht zuerst einmal die Konzepte
der verschiedenen Empfängertypen verstehen lernen und vor allem
Mischung, Bandpaßfilterung, das Kapitel Zwischenfrequenz und ihren Sinn
durchlesen und verstehen, sowie LC-Filter. Ältere Leute haben früher die
Philips Lehrbriefe gelesen.
Natürlich Nachbauen kann man etwas auch ohne es zu verstehen, nur wird
es immer wieder zu seltsamen Nebeneffekten und Mißerfolgen kommen.
Baue doch erst mal einen Geradeausempfänger mittels fertig käuflichem
Ferritstab, verstärke das Signal, baue eventuell ein Audion und
Demodulieren kann man es dann ganz leicht. Das ist schon kompliziert
genug und Dein Bastelplatz wird nicht mehr ausreichen. Alles mit
Mischung, Superhet, Bandpaßfilterung dürfte Dich momentan stark
überfordern.
Mit TCA440 wäre das zumindest für Hobbyniveau bereits eine ziemlich
elegante Schaltungsvariante, wenn auch veraltet, aber nicht alles war
früher schlecht. Man kann DCF77 auch mit Röhren empfangen, wenn man die
entsprechenden Teile beschafft und die größere Bauform als Blickfang zur
Geltung bringen möchte und sich am Stromverbrauch nicht stört. Aber ganz
billig wird die Röhrenvariante sicher nicht.
Also empfehle ich Dir: Baue ein 77,5 kHz Audion als erstes Projekt, evtl
nur mit LED als Indikator.
mfG
Christian S. schrieb:> attestiere ich leider einen völligen Mangel an Kenntnssen in> Nachrichtentechnik. Du solltest vielleicht zuerst einmal die Konzepte> der verschiedenen Empfängertypen verstehen lernen und vor allem> Mischung, Bandpaßfilterung, das Kapitel Zwischenfrequenz und ihren Sinn> durchlesen und verstehen, sowie LC-Filter. Ältere Leute haben früher die> Philips Lehrbriefe gelesen.
Das ist wohl wahr. Dieser Thread hat mir zumindest direkt und indirekt
einige Anreize gegeben (Links, Tips, Schaltpläne). Ich werde zunächst
ein fertiges Modul nehmen und anschließend wenn alles läuft versuchen
nach und nach ein eigenes aufzubauen.
Danke schonmal für alle konstruktiven Beiträge.
Das Elektronik-Hobby braucht viel Zeit. Vielleicht kannst Du Dir
Etappenziele im Bereich von Monaten setzen: z.B. bis zum Jahresende hast
Du die oben genannten Themen durchgelesen und verstanden, dann kommt die
Bauteilebeschaffung (Spulenkörper, HF-Litze, J-FETs) bei den
entsprechenden Versendern und Ostern wirst du vielleicht zwei, drei
funktionierende Schaltungsvarianten auf dem Tisch haben.
An so einer fertig käuflichen Ferritantenne von C..... konnte ich direkt
am Oszilloskopeingang bereits die HF erkennen, ca 120 Km vom Sender
entfernt.
mfG
Jens schrieb:> Ich habe hier mehrere Wetterstationen. Wenn ich diese öffne sehe ich> immer nur dünne Drähte als Antenne. Nutzen die ein anderes Signal oder> ggf. auf einer anderen Frequenz?
Hi,
nicht nur ein Sender liefert Wetterinfos.
Zitat:
https://www.hkw-elektronik.de/produkte/empfangstechnik-daten-und-wetterdienste/
"...Verschmelzung der HKW-Elektronik GmbH, Wutha-Farnroda auf die EFR
GmbH, München
Durch umfangreiche Entwicklungen, die HKW für die Nutzungserweiterung
des AM-modulierten Langwellen-Senders DCF77 sowie für die 3
FSK-modulierten Sender DCF49, DCF39 und HGA22 durchgeführt hat, können
seit 2007 bzw. 2009 Datendienste angeboten werden, die unter der
Bezeichnung METEOTIME bereits eine gute Marktakzeptanz erreichen
konnten.
Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Kapitel
„Dienstleistungen“
Über die Systeme Meteotime 1 (DCF77) bzw. Meteotime 2 (DCF49, DCF39 und
HGA22) werden, eingebettet in die Telegrammstruktur der ursprünglichen
Zeit-Dienste, Zusatz-Informationen übertragen. Inhalt, Auflösung und
Refresh-Rate dieser Datendienste sind von den Rahmenbedingungen
abhängig, die der jeweilige Sender von Haus aus bereitstellt.
Über diesen Weg werden u.a. Wetterprognose-Informationen für mehrere
Tage und für das Abdeckungsgebiet der jeweiligen Sender übertragen..."
/Zitat
Und für ganz clevere:
https://dcf77logs.de/logs
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Also,> der im Bild gezeigte Decoder fängt an zu spinnen, wenn ich das> Empangsantennenmodul mit Zweidraht-Fernspeisung AD450 von Bürk Mobatime> in die Nähe des PC-Monitors bringe.
Die Antenne direkt parallel zu einem unmittelbar daneben verlaufenden
Stahlrohr zu montieren, ist dem Empfang i.A. nicht sonderlich
förderlich.
Harald schrieb:> Oder meinst du WetterDirekt, die senden auf den alten Pager Frequenzen.> https://www.tfa-dostmann.de/mit-wetterdirekt-wetterstationen-vom-profi-meteorologen-informiert/> Das wäre dann 466MHz und würde den kurzen Draht erklären.
Ein solches Gerät habe ich. Ich bin mit der Anzeige eigentlich ganz
zufrieden. Eine 100% sichere Vorhersage wird es wohl sowieso nie
geben, aber von der Tendenz her ist die Anzeige durchaus zuverlässig.
Langsam glaube ich zu verstehen, was Du wirklich willst:
- Zeitzeichen-Empfang auf der Platine integriert
- Du denkst dabei an DCF77
- kein Modul, keine Ferritantenne
- Du kennst Designs, die offensichtlich mit einfachen Drahtantennen
auskommen
Dann denke doch über Alternativen nach:
- FM/RDS Empfänger Si4703, per Autotune lokalen Sender reinholen, RDS
auslesen, Zeit holen. Ist eine 1-ChipLösung, auf der Platine
integrierbar. Relativ einfache Drahtantenne sollte funktionieren. Bitte
nicht über die China-Kopie RDA5807 nachdenken, s.o.
Jens schrieb:> 2. Signal mit einem 77680Hz Signal mixen. Warum?> 3. Das Ergebnis durch einen Hochpass 4. Ordnung schicken? Was erreiche> ich damit? Die Addition beider Frequenzen? Was habe ich davon?
Eine Mischung macht ja nicht nur eine Addition, sondern auch eine
Subtraktion.
Im ACS-Schaltplan sind ja die zu erwartenden Signale vorbildlicherweise
eingezeichnet.
Ansonsten für den Einstieg in die Grundlagen:
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberlagerungsempf%C3%A4nger
Wolfgang schrieb:> Die Antenne direkt parallel zu einem unmittelbar daneben verlaufenden> Stahlrohr zu montieren, ist dem Empfang i.A. nicht sonderlich> förderlich.
Hi,
Du beziehst Dich sicherlich dabei auf das Balkon-Bild.
Eigentlich ist es meinem Kenntnisstand nach bei Langwellenempfang genau
umgekehrt. Man hätte bei der Aufstellung des Transistorradios in der
Nähe von Dachkallen sogar einen bessseren Empfang.
Diese Überlegung war bei mir damals bei der Montage allerdings überhaupt
kein Kriterium. Es ging in erster Linie um die Position, die am
geringsten Störungen auffing.
Die Leute meckerten nur über das Geblinkere der LED. Habe um des lieben
Friedens willen dann an der Stelle am Gehäuse noch einen Klebestreifen
drübergeklebt.
Die zur Hilfe gerufene BNetzA hatte mir die Empfehlung für Aussenantenne
gegeben, zumal da ja auch die anderen Uhren sich zum Teil nicht
synchronisierten und sich nicht von Winter- auf Sommerzeit und umgekehrt
umgestellt hatten. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen.
Hinterher habe ich die eigentliche Ursache herausgefunden:
Das Koax-Kabel der Hausgemeinschaftsantennenanlage.
Bei der Umstellung auf "Internet über Fernsehkabel" hatten die Jungs
nach dem Austausch der Dosen und Koaxkabel auf BT3002 schichtweg die
Erde vergessen. Andere Hausbewohner hatten bis zur Abstellung des
Fehlers auf bestimmten Frequenzen auf UKW/FM sogar ein Netzbrummen. Und
die vom Koaxkabel-Mantel abgestrahlen Störungen (Netzteile der Geräte)
verbreiteten sich großflächig, mal mehr mal weniger, je nachdem wie
viele Leute gerade vor dem Fernseher hingen. Und zu
Synchronisationszeiten so ca. 02:00 Uhr nachts, was die Uhren so
meistens als Zeitfenster benutzen, gibt es ja bekanntlich auch noch
Fernsehprogramm.
Wie gesagt, die Aussenantenne mit dem AD450 von Bürk Mobatime war Mittel
der Wahl. Die ganzen anderen Empfänger funktionierten im Aussenbereich
nicht mehr zuverlässig, reagierten vor allem auf Temperaturschwankungen
ziemlich sauer.
Wolfgang schrieb:> Karl B. schrieb:>> Also,>> der im Bild gezeigte Decoder fängt an zu spinnen, wenn ich das>> Empangsantennenmodul mit Zweidraht-Fernspeisung AD450 von Bürk Mobatime>> in die Nähe des PC-Monitors bringe.>> Die Antenne direkt parallel zu einem unmittelbar daneben verlaufenden> Stahlrohr zu montieren, ist dem Empfang i.A. nicht sonderlich> förderlich.
Hast Du Dir das Viedeo angesehen, ich habe doch ganz bewusst das
Verhalten bei Störungen, die vom PC-Monitor ausgehen, provoziert und das
Empfangsmodul wenige Zentimeter vor dem Monitor hin- und herbewegt.
Das schnallt auch Profi-Technik nicht mehr.
Aber auch alte Röhrenfernseher konnten den AD450 nicht aus dem Takt
bringen. Mindestabstand allerdings ca. 2 Meter.
https://www.buerk-mobatime.de/download/downloads/TB-800116.04-AD%20450-.pdf
ciao
gustav