Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Steuerplatine für Wabeco Drehbank prüfen


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von Tom H. (toemchen)


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Hallo zusammen,

ich möchte für einen Freund eine Steuerplatine für eine Hobby-Drehbank 
prüfen und ggf. reparieren.

Drehbank: Wabeco D2400 etwas älter
Steuerplatine: Offenbar identisch mit einer "FLOTT 120751", auch wenn 
das da nicht direkt draufsteht.

Fehlerbild: Motor läuft, wenn direkt ans Netz angeschlossen, aber macht 
mit der Platine zusammen keinen Mucks. Strom kommt aber schon bei der 
Platine an, also die Kette der Sicherheitsschalter ist es nicht.

Ich habe jetzt nur die Platine hier.

Bisher gemacht:
Platine im Ultraschallbad von (Schleif-? Metall-?)Staub befreit und 
trockengeblasen, auch unter der Relaisabdeckung.
Schaltpläne der Verdrahtung geholt.

Mein Plan:
Netz an die Platine anschließen, Drehzahlreglerpoti anschließen, statt 
des Motors eine Glühbirne.

Der Motor ist ein Reihenschlußmotor mit Drehzahlsensor.
Wenn ich der Platine die Glühbirne als Motor verkaufen will, muß ich 
vielleicht das Tachosignal generieren.

Jetzt die Hauptfrage: Was meint ihr, ist der Tacho? Ein Reedschalter, 
der ein oder zweimal pro Motorumdrehung schließt?

Nebenfrage: Für eine neuere Version der Platine habe ich für den 
Potiwert 220k gefunden. Wahrscheinlich ist das alte genauso. Laut 
Schaltplan ist ein 10k Widerstand in Reihe, das weist auch auf einen 
eher hohen Wert des Potis...

Was kann schiefgehen, was muß ich beachten?

Daß ich natürlich vor der Netzspannung Respekt habe und keinen allzu 
fliegenden Aufbau mache, ist klar.

Viele Grüße
Tom.

von hinz (Gast)


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Tom H. schrieb:
> Ich habe jetzt nur die Platine hier.

Dann wäre doch ein Foto machbar.

von MaWin (Gast)


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Tom H. schrieb:
> Was meint ihr, ist der Tacho? Ein Reedschalter, der ein oder zweimal pro
> Motorumdrehung schließt

Eine Spule in der eine Wechselspannung induziert wird, schliesslich ist 
es ein Waschmaschinenmotor. Sicherung ok ?
Schaltet das Relais ? TRIAC gut ? Shunt nicht durchgebrannt ? TDA1085 
bekommt seine Versorgungsspannung und Drehzahlsollsignal ? Siehe 
Datenblatt des TDA1085.

von hinz (Gast)


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von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Habe ein Wabeco 11200 Fräse von 1989 mit ähnlichen Problemen.
Es wurden von mir alle Lötstellen nachgelötet will sie sich nicht in der 
Drehzahl vernüftig regel lies.War der 2. Fehler
Einmal ging gar nichts mehr,die Elektronik war unschuldig,der 
Themperatursensor
hatte Unterbrechung,wurde überbrückt.Seither läuft sie wieder.
Das Problem wurde im Forum Zerspanungsbude diskutiert,daraus habe ich 
auch den Schaltplan,unter Wabeco suchen.Habe in der Bucht einige 
Temp.Sensoren gekauft
aber mit 105 Grad,90 Grad waren eingebaut.Irrtum es war die Bastelstube,
Wabeco 11200 suchen.
                             viel Erfolg Hans

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Hans K. schrieb:
> Irrtum es war die Bastelstube,
> Wabeco 11200 suchen.

kannst du nicht einfach einen Link angeben?

von Tom H. (toemchen)


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Vielen Dank für die Antworten bis jetzt!

Ich möchte mich kurz rechtfertigen/entschuldigen, daß ich nicht selbst 
mehr Informationen gesucht habe... das habe ich durchaus versucht, aber 
vielleicht mit etwas Zeitmangel, hektisch. Mir ist auf die Schnelle mit 
Google-Suchen kein vernünftiger Link oder Forumsbeitrag über den Weg 
gelaufen, in dem die Platine selbst auf Funktion untersucht wird. 
Lediglich eine Beschreibung hatte ich gefunden, in der jemand seine alte 
D2400 renoviert und dabei Schalter und ähnliches tauscht, aber die 
Platine funktionierte dort. Immerhin hatte ich daraus die Bezeichnung 
der Platine.

Aber hier wissen einige sofort Bescheid, fein!

@MaWin
Der Gedanke ging mir später auch durch den Kopf... da Du das so mit dem 
Begriff Waschmaschinenmotor daher bringst (das hatte ich im Bezug auf 
Wabeco schon mal gehört), nehme ich das mit der Spule und 
Wechselspannung jetzt mal als gesetzt.
Ich könnte also über einen Funktionsgenerator was in den 
Drehzahl-Meß-Eingang der Platine speisen, ggf. auch über einen 
Übertrager/Trafo.
Danke auch für die ersten Fehlersuche-Tipps auf der Platine.
WANN sollte das Relais schalten? Gleich mit Anlegen der Netzspannung?
Sicherung? Versteckt sich eine Sicherung auf der Platine?

@hinz
Foto geht natürlich, ist aber nix anderes als das, was in dem von Dir 
genanntem Thread zu sehen ist. Für den Thread vielen Dank - der ist wohl 
Gold wert! Wie gesagt, Asche auf mein Haupt, daß ich sowas nicht selbst 
gefunden habe.

@HansK
Soweit ich weiß, kommt im Normalzustand Netzspannung bei der Platine an, 
aber der Motor läuft nicht. Da Sicherheitselemente wie Hauptschalter, 
Temperaturwächter, Deckelschalter alle extern verdrahtet sind, wird 
angenommen, der Fehler läge direkt auf der Platine. Ich frage aber 
nochmal nach.

Viele Grüße
Tom.

von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Ich musste mal das Relais ersetzten.Beim einschalten zieht das Relais 
an.
Ist eine Schutzschaltung bei Spannungsabfall,das die Maschine nicht 
automatisch
anläuft wenn wieder Spannung vorhanden ist.Auf der Platinenseite habe 
ich einige dünne Bahnen verstärkt.In der Bastelstube wurden auch die 
Preise für die
Ersatzelektronik genannt.
                         Gruß  Hans

von MaWin (Gast)


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Hans K. schrieb:
> Ich musste mal das Relais ersetzten.Beim einschalten zieht das Relais
> an.
> Ist eine Schutzschaltung bei Spannungsabfall,das die Maschine nicht
> automatisch
> anläuft wenn wieder Spannung vorhanden ist.Auf

Nein, das macht der Netzschalter der Maschine aka Maschinenschalter.

Das Relais auf der Platine schaltet im Störungsfall ab.

von Tom (Gast)


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Ich wollte mich als Threadersteller (gerade als Gast) nochmal kurz 
melden.
Leider kann ich mich erst am Montag wieder der Platine widmen.
Bis dahin braucht Ihr keine weiteren wilden Spekulationen anstellen, ich 
habe genug Infos um weitermachen zu können, aber Ergebnisse kann ich wie 
gesagt erst am Montag bringen.

Zum Preis der Platine: Von meinem Freund wurden mir ~270€ genannt, da 
lohnt sich schon mal ein bißchen Gebastel. Außerdem ist ja nicht gesagt, 
daß mit neuer Platine alles wieder in Butter ist. Der Fehler kann ja 
immer noch woanders liegen.

von Tom H. (toemchen)


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Liefere hier mal ein Bild der Platine nach, obwohl vielen hier wohl 
vollkommen klar ist, um welche es sich handelt. Ja, da tummelt sich ein 
TDA1085C drauf.

Verständnisfrage:
Wie steuert die Platine den Motor eigentlich? Mich wundert der dicke 
Gleichrichter. Die Schaltung wird also quasi mit lauter positiven 
Halbwellen (100Hz) versorgt, die dann phasenan- oder abgeschnitten 
werden? Der "basic application circuit" im Datenblatt des TDA1085 setzt 
ja nur eine schnöde 1N4007 in die Versorgung, das wären dann lückende 
positive Halbwellen mit 50Hz.. sehe ich das richtig so?

Wichtige Frage:
Wenn ich nun wie weiter oben geschrieben eine Glühlampe zum Überprüfen 
des Ausgangs verwende, kann ich da was falsch machen oder zerschießen? 
Braucht die Schaltung eine Induktivität am Ausgang?
Ich habe nunmal leider nur die einzelne Platine hier, nicht die Drehbank 
samt  anzusteuernden Motor.

Viele Grüße
Tom.

von Michael B. (laberkopp)


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Tom H. schrieb:
> Wie steuert die Platine den Motor eigentlich?

Phasenanschnitt.

Tom H. schrieb:
> Die Schaltung wird also quasi mit lauter positiven
> Halbwellen (100Hz) versorgt

Nee nee, die Gleichrichtung erfolgt für den Motor hinter der Schaltung.

Das sind doch nun wirklich die grobmotorischen Leitungen durch 
übersichtliche Bauteile, das könnte man doch mit einem Blick selber 
sehen.

Ich würde vermuten, daß eine beliebige Last reicht. Allerdings überwacht 
der LM339 ob seiner Meinung nach alles stimmt.

: Bearbeitet durch User
von Tom H. (toemchen)


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So, ein erstes "hands on" nach all dem Vorgeplänkel...

Um es kurz zu sagen, da tut sich erstmal NICHTS.

Leider ist die Zeit zwischen Feierabend und nachhausemüssen oft sehr 
kurz.

Ich habe versucht, ein bißchen Schaltplan zu zeichnen. Man möge mir 
verzeihen, ich habe dafür keine Werkzeuge außer Papier und Stift, und 
mit den Schaltsymbolen bin ich auch nicht so sattelfest. Außerdem ist 
das der erste Entwurf, je nach dem wie er weiter gedeiht wird er wohl 
mehrmals umgruppiert werden.

Zunächst die Verläufe der "Power"-Abteilung.
Das Relais hat nach meinem Dafürhalten einen Ruhekontakt. Es schaltet 
auch nicht, wenn man die Platine bestromt.
Die "Niederspannungs-Sektion" wird natürlich ungleich komplizierter. Da 
möchte ich zumindest das "Netzteil" erfassen, das scheint R21 und GR3 zu 
sein, während GR2 vielleicht eine Zenerdiode ist, und GR1 ist einfach 
die Freilaufdiode der Relaisspule.

Und das wars auch schon wieder für heute. Keine Spannungsmessung 
gemacht, weitermachen kann ich erst am Mittwoch.

von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Das Anschlusschaltbild und von der Elektronik findet man in der 
Bastelstube
Wien unter Wabeco 11200.Und verschiedene Fehlerbeseitigungen.Auf meinem 
Pc
habe ich eine Seite gefunden wo die Waschmaschinenelektronk 130 E kosten 
soll.
Das war aber 2009.Allerdings muss man sich anmelden.
                                  Gruß Hans

: Bearbeitet durch User
von Tom H. (toemchen)


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Und nachdem hier zum zweiten Mal der Hinweis auf "Bastelstube Wien" ohne 
einen direkten Link kommt, habe ich mich mal bemüßigt, diesen zu finden:

https://www.bastelstube.wien/forum/showthread.php?tid=6621

Dort geht es um Mutmaßungen, viel über den Varistor, der im dort 
vorliegenden Fall abgebrochen war, aber einen Schaltplan der Platine 
sucht man auch dort vergebens. Nicht einmal den Anschlußplan der Platine 
im Gerät.

Dafür gibt es aber einen Rückverweis auf einen anderen Thread HIER im 
Forum, der kam aber hier im Thread auch schon. Nochmal kurz wiederholt:

Beitrag "[S] Schaltplan AKO 544081 und TDA1085D für WABECO F1210"

Auch dort ist kein Schaltplan der Platine selbst zu sehen.

Meinen Schaltplan habe ich jetzt etwas schöner gezeichnet, aber so 
richtig schlau bin ich auch noch nicht. Die gesamte "steuernde" Sektion 
fehlt sowieso immer noch.

Meine gesicherten Erkenntnisse bisher:

Der Relaiskontakt liegt wirklich als geschlossener Ruhekontakt in Serie 
zum steuernden Triac. Der Kontakt ist ok. Das Relais hat mit 2k 
Spulenwiderstand wohl 24V Spulenspannung, mit denen zieht es auch sauber 
an und öffnet den Kontakt. Hat für die fehlenden "Output" der Schaltung 
aber keine Relevanz, denn es zieht beim Bestromen der Platine NICHT an.

Der Varistor liegt, wie auch anderswo erwähnt, über T1-T2 vom Triac und 
schützt ihn vor Spannungsspitzen. Wäre er durchlegiert (weiß gar nicht 
ob so etwas geht), würde der Ausgang ja dauernd an sein. Wäre er 
offen/defekt/gebrochen, würde er den Triac nicht mehr schützen, aber dem 
Funktionieren der Schaltung nicht unmittelbar im Weg stehen.

Der Triac ist wohl zumindest nicht "durchlegiert", denn sonst würde der 
Ausgang ja dauernd an sein. Getauscht ist er noch nicht. Tauschtyp wäre, 
habe ich mehrmals gelesen, ein BT139-800.

Was ich als "Stromversorgung" der Logik wähne, funktioniert zumindest so 
weit, daß am R22 gute 170V Wechselspannung stehen und an C11 45V 
Gleichspannung anstehen.

Die weitere Schaltung ist mir ein Rätsel. Bei TS2 bin ich mir nicht 
sicher, ob er das Relais ansteuert oder ob er eine 
Spannungsreglerschaltung darstellt zusammen mit R18, R44 und GR10, die 
sehr stark nach Zenerdiode aussieht. Die Anode ist auf 18V gegenüber der 
Schaltungsmasse angehoben (TS3 schaltet also nicht oder wenig), über der 
Diode stehen 11V. Ich scheine aber mit der Messung etwas zu verfälschen, 
in Bezug auf Masse stehen nämlich 45V an der Kathode von GR10 an. Oder 
ein Wechselspannungsanteil.

von Michael B. (laberkopp)


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Tom H. schrieb:
> Die weitere Schaltung ist mir ein Rätsel

R23 ist ein Strommmesswiderstand (shunt) der das Relais aktivieren 
würde.
Das ist aber offenbar nicht dein Problem.

Sind denn alle gezeichneten Bauteile ok ? Also TRIAC, shunt, 
Brückengleichrichter, etc ?

Läuft der Motor wenn R15 an eine positive Spannung gegenüber L gezogen 
wird (9V Batterie, nach Abklemmen der Vebindung in die Schaltung).

von Tom H. (toemchen)


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Also ein Bein von R15 auslöten und dort die 9V einspeisen?
Probier ich.

von Michael B. (laberkopp)


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Tom H. schrieb:
> Also ein Bein von R15 auslöten und dort die 9V einspeisen?
> Probier ich.

Das richtige Bein und den anderen Pol der 9V an die richtige Stelle L.

von Tom H. (toemchen)


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Jepp, Glühbirne leuchtet dann.
(Motor habe ich wie gesagt nicht hier)
Triac ist also ok.

von Michael B. (laberkopp)


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Und, Betriebsspannung am TDA1085 (siehe Datenblatt, Achtung ebenfalls 
alles an Netzspannung) und am LM339.

von Tom H. (toemchen)


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Ich könnte natürlich mal auf Verdacht, und ohne die Schaltung weiter zu 
durchsteigen, die Elkos tauschen. Also den 47u 100V, die beiden 220u 25V 
(da besser gleich mal 35V) und einen 22u 40V.
Muß ich aber erst mal bestellen.
Für heute ist die Bastelei leider wieder zu Ende.

von Tom H. (toemchen)


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Das ging zeitlich gerade noch:

Beide ICs bekommen null Versorgungsspannung.
Gegen die Massepins der ICs stehen zwar die 45V an C11, aber am Vin oder 
Vcc Pin sind null Volt zu messen.

Am Freitag, oder gar erst am Montag je nach 
grundschulkindbetreuungsgeschädigter Ehefrau und Homeoffice, gehts 
weiter.

von Tom H. (toemchen)


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Heute leider keine Neuigkeiten.
Kondensatoren sind jetzt bestellt.
Außerdem ist die oben angesprochene GR10 nicht nur "wahrscheinlich" eine 
Zenerdiode, sondern laut Aufschrift eine ZPD30, der Größe nach wohl 
500mW. Hab ich auch mal Ersatz bestellt.
Die Schaltung versuche ich heute Abend zuhause weiter reverse zu 
engineeren...

von Tom H. (toemchen)


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Folgende Neuigkeiten:

Die Schaltplanerstellung mit "Rausklingeln" wurde auch dadurch 
erschwert, daß tatsächlich der 220uF 25V Elko einen Schluß hatte, so daß 
sogar ein Messen von einem beliebigen Massepunkt zu einem beliebigen 
Punkt in der Plus-Schiene für die ICs zum Piepsen führte und für 
reichlich Verwirrung sorgte.

Der Kondensator wurde getauscht, jetzt stehen an den ICs knapp 16V an.

Außerdem zieht das Relais jetzt kurz nach dem Anlegen der Netzspannung 
an. Das heißt, es spricht eine Schutzschaltung an und schaltet den Motor 
aus. Keine Ahnung, was die Schutzschaltung alles sehen will... 
vielleicht wird am Drehzahl-Mess-Eingang auf Kabelbruch geschaut, damit 
nicht irrtümlich "Drehzahl Null" erkannt wird und der Motor voll 
durchgesteuert wird. Also wenigstens der Gleichstromwiderstand der als 
Drehzahlsensor dienenden Spule. Oder eine ähnliche Spule. Oder es muß 
sogar ein gewisses Signal anliegen...

Ich überlege gerade, ob ich ohne die zugehörige Drehbank weiterspiele, 
z.B. einen Motor aus einer Heckenschere dranhänge, den ich zufällig 
dahätte... Und  frage, ob der Besitzer der Drehbank irgendwelche Werte 
der Tachospule rausfinden kann, vielleicht wenigstens den 
Gleichstromwiderstand...

Oder ob ich die Platine zum Ausprobieren zurückschicke.

Für den Thread hier hätte ich noch eine weiter ausgearbeitete Version 
des Schaltplans, aber dank zu Hause vergessenem Handy gibts den erst 
morgen fotografiert.

von MaWin (Gast)


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Tom H. schrieb:
> Oder ob ich die Platine zum Ausprobieren zurückschicke.

Mach das, der defekt kurzgeschlossene Elko ist ein ausreichender 
Áusfallgrund. Der ist kein Folgefehler.

von Tom H. (toemchen)



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So, ein kleines bißchen herumgespielt habe ich noch.

Der Modellbau-Freund hat an der Drehzahlsensor-Spule des Originalmotors 
130 Ohm rausgemessen. Ich habe hier dann ein relativ großes 12V-Relais 
mit 115 Ohm Wicklungswiderstand gefunden, das schien mir geeignet.

Es erschien mir relativ logisch, daß die Steuerung bei blockierendem 
Motor abschalten muß, also reichte es wohl nicht, die Spule einfach 
statisch dranzuhängen. Also habe ich eine Drehzahlsimulation mit einem 
Lüfter gebaut, der einen Magneten vor der Spule dreht.

Ich zeige Euch auch mal den gesamten Versuchsaufbau, und den 
berührungsgeschützten Einbau des Potis.

Versuchsergebnis:
Hätte noch schöner sein können, aber jetzt höre ich auf.
Die Lampe wird vom Triac angesteuert, wenn Drehzahlimpulse kommen. 
Leider konnte ich kaum ein Steuer- oder gar Regelverhalten erkennen, das 
irgendwie mit Potistellung und Lüfterdrehzahl in Verbindung zu bringen 
war.
Aber immerhin, bei Lüfterstillstand schaltet das Relais sofort ab.

Jetzt noch die letzte Version vom Schaltplan.
Natürlich immer noch bei weitem nicht vollständig, und auch keine 
Garantie für Richtigkeit der bisher gefundenen Verbindungen.
Jetzt, mit funktionierender Stromversorgung der ICs, liegen gute 60V an 
C11 an.
Die Verschaltung der Relaisspule ist mir immer noch ein Rätsel. Meine 
Vermutung ist nach wie vor, daß GR2 eine Zenerdiode ist, an der ca. 24V 
abfallen. TS2 schaltet die Relaisspule zu dieser Diode parallel, die 
Spule übernimmt also den Strom, der sonst durch die Zenerdiode 
durchbrechen würde. Bei gut 2k Spulenwiderstand wären das 12mA.
Aber wohin fließen die ab? Der darauffolgende R13 müßte dann gut 3V 
Spannungsabfall haben, gemessen habe ich aber, soweit ich mich erinnere, 
höchstens 2V. Und nach dem BC547 kommt dann endgültig die "Plus"-Schiene 
für die beiden ICs. Offenbar reichen den beiden ICs zusammen die 12mA 
oder gar noch weniger, wenn man nach dem Spannungsabfall an R13 geht...

Ich werde jetzt aber keine weiteren Messungen machen, der Eigentümer der 
Platine freut sich schon sehr darauf, daß sie am Einbauort wieder 
funktioniert (hoffentlich...)

Sollte aber jemand anders Wissen beisteuern wollen, oder hat hat selbst 
einen "Patienten", nur her damit!

von Tom H. (toemchen)


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Ich kann berichten, daß die Drehmaschine mit der reparierten Platine 
wieder einwandfrei funktioniert ?

von Peter F. (riedleweg)


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Der Thread ist zwar schon gut über 1 Jahr alt aber ich teile hier meine 
Erfahrung mit.

Mir hat der Tausch ALLER Kondensatoren auf der Steuerelektronik zwei 
Bohrmaschinen FLOTT TB13ST gerettet die wohl die gleiche Elektronik wie 
die Wabeco eingebaut haben.

Beide Baujahr so um die 1989, mechanisch noch top in Schuß.

Wahrscheinlich hätte es ausgereicht die Elkos zu tauschen aber nachdem 
die Platinen nun schon auf dem Tisch lagen habe ich mich zu einem 
Komplett-Tausch entschieden. Kosten pro Platine << 10EUR, etwas 
Hühnerfutter hat man eh in der Bastelkiste.

Hier habe ich einen Link gefunden der auf die Original-Schaltpläne 
hindeutet.

https://www.werkzeug-news.de/forum/viewtopic.php?f=26&t=42596&start=10#p423014

Angehängt hab ich die Auflistung der Kondensatoren incl. Bauform und 
Rastermaß.

Interessant der C3,im Schaltbild stehen 22uF, tatsächlich eingebaut 
waren in beiden Platinen 220uF. Dürfte jetzt nicht so entscheidend sein 
da dieser in Verbindung mit R27 an PIN 7 de3s TDA1085 für die 
Hochlauframpe verantwortlich ist.

Vielleicht kanns jemand brauchen.

EDIT: sorry, hab  2 x den gleichen Anhang drangepappt...egal...

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Weil der Thread wieder hochkocht, hier der vollständige 
Originalschaltplan

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