Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Referenzspannungsquellen - Die-Bilder


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von Richard K. (richi123)


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Guten Abend,

ein allgemeiner Thread für Die-Bilder von Referenzspannungsquellen 
könnte vielleicht auch nicht schaden. :)

Heute hätte ich eine AD588 Revision A:

https://www.richis-lab.de/REF12.htm

Das ist ein recht interessanter Baustein, mehr als nur eine einfache 
Referenzspannungsquelle...

von Richard K. (richi123)


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Da gibt es doch tatsächlich AD588-Teile, die absolut gleich beschriftet 
sind aber andere Die-Revisionen enthalten. Und bei diesen Revisionen 
handelt es sich nicht um fast gleiche Designs.

Aber lest selbst:

https://www.richis-lab.de/REF13.htm

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Zu den drei zusätzlichen Transistoren sei noch herangetragen, wofür 
solche Elemente früher auch genutzt wurden. Wenn auf der 
Standardchipgröße noch Platz übrig blieb, fügte  man auf der Schablone 
noch einen Transistor hinzu. Nach dem Ende des Chipfertigungsprozesses 
dessen Daten vermessen (Verstärkung, Sperrspannungen), korrelierten mit 
der Qualität des Fertigungsprozesses.

von Richard K. (richi123)


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Da hast du grundsätzlich Recht. Diesen Test-Transistor gibt es 
allerdings bereits seit der Revision A in der linken unteren Ecke. 
Außerdem würde es mich wundern, wenn man zu einer neueren Revision mehr 
Teststrukturen integriert hätte. Und dann kommt noch dazu, dass zum Test 
einer Transistorart nicht unbedingt drei gleiche Transistoren notwendig 
wären.

Aber ausschließen kann ich es natürlich nicht.

Grüße,

Richard

von Richard K. (richi123)


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So, ich musste die Berichte zur AD588 Rev. A und zur AD588 Rev. C noch 
einmal überarbeiten.
Was mir nicht sofort aufgefallen ist: Das Package trägt einen Datecode 
von 2005. Die AD-Variante wurde aber zu diesem Zeitpunkt schon lange 
nicht mehr hergestellt. Betrachtet man den Metalldeckel genauer, so 
stellt man fest, dass er eine raue, höchstwahrscheinlich abgeschliffene 
Struktur aufweist.
Man kann folglich davon ausgehen, dass es sich um "recycelte" Teile 
handelt, die neu beschriftet wurden. Das erklärt auch warum die AD588 
teilweise nicht funktional waren.
Diese Möglichkeit hatte ich zuerst ausgeschlossen, weil die Beschriftung 
sehr professionell aussieht und das Herausschleifen der eingravierten 
Buchstaben aus dem Metalldeckel einen nicht ganz unerheblichen Aufwand 
darstellen dürfte.

Noch zwei Anpassungen bei der Revision C:
- Die drei Transistorpaare in den Eingangs-Differenzverstärkerstufen der 
Operationsverstärker sind bei der Rev. A geradlinig durchverbunden und 
in der Rev. C über kreuz verschaltet. Das dürfte zu einem besseren 
thermischen Verhalten führen.
- Die Zusatzschaltung am Eingang GND-SENSE- des Operationsverstärkers A2 
könnte eine Kompensation des Bias-Stroms sein. In der bipolaren 
Verschaltung der AD588 ist nämlich der GND-SENSE- an ein hochohmiges 
Potential angebunden, während der GND-SENSE+ niederohmig an Masse 
angebunden ist. Die Bias-Ströme können daher zu Offsetschwankungen 
führen, was eine Kompensation wünschenswert macht. Wie die Kompensation 
genau funktionieren könnte ist mir allerdings (noch?) nicht klar.
(Danke an magic aus dem EEVblog-Forum :))

von Jochen F. (jamesy)


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Also findet man auch so Fake-Halbleiter - das hätte ich so heftig gar 
nicht erwartet.
Auf jeden Fall interessant!

von Richard K. (richi123)


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Heute habe ich eine MAX6350 für euch:

https://www.richis-lab.de/REF14.htm

Die Bilder sind leider nicht so schön geworden wie ich es mir gewünscht 
hätte, aber in Anbetracht der Komplexität, der wenigen verfügbaren 
Informationen und der kleinen Strukturen könnte ich sowieso nicht viel 
mehr herausholen.

Das Die ist extrem groß. Da reicht ein SO8-Package schon fast nicht 
mehr.

von Anja (Gast)



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Hallo,

interessant. Bei den feinen Strukturen habe ich schon fast den Verdacht 
daß hier ein digitaler Abgleich der Ausgangsspannung und des 
Temperaturgangs erfolgt. Ist da ggf. ein Temperatursensor eine Art 
EEPROM und ein kleiner DAC im Spiel?

Das würde ggf. auch erklären warum ich als erstes bei einem MAX6350 (und 
noch deutlicher beim MAX6250A) eine Art Popcorn-Rauschen immer an 
ähnlicher Temperatur bei Wiederholungsmessungen gesehen habe.

Gruß Anja

von Richard K. (richi123)


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Ein interessanter Hinweis.
Ich meine allerdings nur analoge Schaltungsteile erkennen zu können.

Sollte jemand einen genaueren Blick darauf werfen wollen:
https://www.richis-lab.de/temp/01.jpg
https://www.richis-lab.de/temp/02.jpg

Wie gesagt, ich bin nicht ganz glücklich mit der Qualität, aber etwas 
digitales würde man meiner Meinung nach schon sehen.
Ich vermute eher, dass man sehr exquisite analoge Hilfsschaltungen 
integriert hat...

von Horst O. (obelix2007)



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Horst O. schrieb:
> Hallo hier ins Forum,
>
> ... bin letztens bei der Suche nach 'nem verschollenen Bauteil über
> dieses hier gestolpert und frage mal, ob jemand hier sowas kennt?
>

Hallo Richard,

... hänge mich mal hier an, mit der Frage, ob dieser Hybrid-Baustein ev. 
für Dich von Interesse ist, sein Innerstes hier mal zu zeigen?

Bei'm Test stellte sich heraus, nur 3 von 16 Digitaleingängen bewirken 
noch Änderungen am Analogausgang. Somit stünde er zur "Öffnung" bereit.

Ich lese Deine Beiträge hier im Forum immer mit großem Interesse und 
finde die Bilder auf Deiner Internet-Seite einfach grandios.

Gruß Horst

von Richard K. (richi123)


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Hallo Horst,

ich denke da sollte man schon mal einen Blick rein werfen. :)
Ich schreib dir gleich eine PN.

Grüße,

Richard

von Richard K. (richi123)


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Bin gerade noch darauf hingewiesen worden, dass die eigenartige 
Kontaktierung der Kondensatorfläche in der MAX6325 sechs Buchstaben 
abbildet:

https://www.richis-lab.de/images/REF01/14_09.jpg

Das dürften die Initialen der Entwickler sein.

von Richard K. (richi123)


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Nachdem wir schon lange keine Referenzspannungsquelle mehr hatten, kann 
ich euch heute eine SZY22 präsentieren:

https://www.richis-lab.de/REF15.htm

Interessant: Das Teil enthält nur zwei, keine drei Dioden, wie es im 
Datenblatt dargestellt ist.

von Richard K. (richi123)


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Von Horst O. (obelix2007) haben wir hier eine AD1403, eine 
Bandgap-Spannungsreferenz:

https://www.richis-lab.de/REF16.htm

Das Teil ist nicht allzu komplex aufgebaut, enthält aber doch ein paar 
interessante Überraschungen.

von Richard K. (richi123)


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Richard K. schrieb:
> Von Horst O. (obelix2007) haben wir hier eine AD1403, eine
> Bandgap-Spannungsreferenz:
>
> https://www.richis-lab.de/REF16.htm
>
> Das Teil ist nicht allzu komplex aufgebaut, enthält aber doch ein paar
> interessante Überraschungen.


Ich musste noch ein größeres Update zur AD1403 hochladen. Im Datenblatt 
wird auf ein Patent verwiesen, dass die Funktion der Schaltung erklärt. 
Ich lag grundsätzlich nicht falsch mit meinen Interpretationen, die 
Schaltung hat aber noch eine versteckte Funktion. Sie sorgt dafür, dass 
die Kollektorpotentiale der Bandgap-Transistoren konstant bleiben.
Außerdem habe ich noch einen versteckten 100pF(!)-Kondensator entdeckt.

von Richard K. (richi123)


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Richard K. schrieb:
> Nachdem wir schon lange keine Referenzspannungsquelle mehr hatten, kann
> ich euch heute eine SZY22 präsentieren:
>
> https://www.richis-lab.de/REF15.htm
>
> Interessant: Das Teil enthält nur zwei, keine drei Dioden, wie es im
> Datenblatt dargestellt ist.


Nun, das konnte ich natürlich nicht so stehen lassen.

Zum einen habe ich ein Diagramm zum Streubereich des 
Temperaturkoeffizienten der damaligen Z-Dioden gefunden. Das erklärt, 
dass teilweise wohl auch eine Diode in Flussrichtung ausreichend war, um 
den Temperaturkoeffizienten der Z-Diode zu kompensieren:
https://www.richis-lab.de/REF15.htm

Dazu musste ich natürlich eine andere SZY22 zerlegen und siehe da, dort 
finden sich tatsächlich drei Dioden:
https://www.richis-lab.de/REF17.htm
Schöner Nebeneffekt: Man sieht wie sich die Dioden entwickelt haben. In 
der ersten SZY22 befanden sich noch Legierungsdioden. Die Dioden in der 
zweiten SZY22 scheinen bereits per Diffusion hergestellt worden zu sein.

Und dann hat sich dazu noch eine SZY23, die beste Sortierung, 
eingeschlichen:
https://www.richis-lab.de/REF18.htm
Die kam aus dem Röhrenwerk Mühlhausen.

So, damit wäre der SZY auch Genüge getan. :)

von Richard K. (richi123)


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Ich muss mich korrigieren. Es ist mir etwas peinlich, aber ich muss 
zugeben, dass auch die erste SZY22 drei Dioden enthalten hat. Beim 
Aufräumen und Archivieren der Teile ist mir eine dritte Diode in die 
Hände gefallen!
In den verbrannten braunen Resten sah das aber auch alles ziemlich 
gleich aus...

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