Moin,
mal eine ganz blöde Freitags-Trollfrage:
In der Welt der Elektronik gibt es ja Farbkonventionen. Z.B.
- VCC = rot
- GND = schwarz/braun
Wie sieht es mit SPI und I2C aus? Welche Farben sollten für MISO, MOSI,
CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Es wäre ja schön, wenn ich mir in ein paar Jahren eine alte Schaltung
von mir anschaue, und ich sofort weiß welches Drähtchen welche Funktion
hat. Noch besser, wenn sich die Farben dann gleich mit allen anderen
"Mitspielern" decken (Oszi, LogicAnalyzer, Platinen anderer Leute,
usw.).
Farbzauber schrieb:> Es wäre ja schön, wenn ich mir in ein paar Jahren eine alte Schaltung> von mir anschaue, und ich sofort weiß welches Drähtchen welche Funktion> hat
Am besten sofort beschriften.
Farbzauber schrieb:> Wie sieht es mit SPI und I2C aus? Welche Farben sollten für MISO, MOSI,> CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Im farbcodierten IDC-Flachbandkabel, beim grauen mit der roten Pin1
Markierung oder bei Einzeladern wo man nur rot schwarz und weiß da hat?
Farbzauber schrieb:> Wie sieht es mit SPI und I2C aus? Welche Farben sollten für MISO, MOSI,> CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Garkeine, bzw. hoechstens die Farbe des Loetstoplacks. Diese Interfaces
sollten am besten garnicht ueber Draehte gefuehrt werden.
Gruss
WK
Farbzauber schrieb:> Wie sieht es mit SPI und I2C aus? Welche Farben sollten für MISO, MOSI,> CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Es gibt keine.
Mach dir doch eine eigene Konvention, wenn du das brauchst.
Farbzauber schrieb:> Noch besser, wenn sich die Farben dann gleich mit allen anderen> "Mitspielern" decken (Oszi, LogicAnalyzer, Platinen anderer Leute,> usw.).
Das wird eh nie der Fall sein.
Bei mir sinds die Farben der Scope- Kanäle: gelb, pink, türkis und grün.
Farbzauber schrieb:> - VCC = rot> - GND = schwarz/braun
Erzähl das keinem Lichtmaurer:
- braun/schwarz = Außenleiter/Phase
- blau = Neutralleiter/Nullleiter
Wo es geht, verwende ich grün für RXD (bzw. MISO), gelb für TXD (aka
MOSI) und blau für Takt. Aber schon da gibt es Verwechslungsgefahr, denn
z.B. gelb wird ja gerne für 12V in PCs verwendet. Eine allgemeine Lösung
habe ich also auch nicht.
Die Herren Chinesen z.B. nehmen auch öfter mal grün für Masse und weiss
für Plus. Das ist ein Spass vor allem in USB Kabeln, wo das eigentlich
der Datenbus sein soll. Nun wandert der auf rot und schwarz und die
Verwirrung ist komplett.
HildeK schrieb:> Farbzauber schrieb:>> Noch besser, wenn sich die Farben dann gleich mit allen anderen>> "Mitspielern" decken (Oszi, LogicAnalyzer, Platinen anderer Leute,>> usw.).>> Das wird eh nie der Fall sein.
Nochmal: NIE
Selbst auf Rot=Vcc kann man sich nicht verlassen. In der Automatisation
ist das z.B. blau (aber auch nur bei den Sensoren).
Ich mache bei meinen Adaptern beschichtete Aufkleber um die Kabel. Es
gibt auch extra Etiketten dafür.
Andreas B. schrieb:> Nochmal: NIE
Ja.
Niemand verlässt sich auf Farben in einem fremden Gerät. Auch eine rote
Leitung mag zwar eine positive Gleichspannung vermuten lassen, aber es
könnten n verschiedene positive Gleichspannungen in einem Gerät mit
einer roten Leitung verdrahtet sein.
Falk B. schrieb:> Das ist das Schöne an Standards. Jeder hat seinen eigenen! ;-)
Noch schöner ist, daß man seine eigenen Standards ändert, wenn das
nächste Kabelsortiment angekommen ist. ;-)
Andreas B. schrieb:> In der Automatisation ist das z.B. blau (aber auch nur bei den> Sensoren).
Blau bedeutet bei uns möglicherweise N, oder aber auch Steuerspannung DC
(und zwar alles, was am DC-Netzteil hängt, auch GND).
https://groups.google.com/g/de.sci.ing.elektrotechnik/c/HFrKZKFvwtEHildeK schrieb:> Auch eine rote Leitung mag zwar eine positive Gleichspannung vermuten> lassen
Aber schon die 0V könnte blau sein. Oder schwarz, wenn die negative blau
ist...
Und über den Rest der Farben zu diskutieren, ist wie ein Einkaufsnetz
mit Sand zu füllen: irgendwo schlüpft immer was durch.
Ich bin inzwischen so weit, dass ich bei Testaufbauten an +Ub einfach
einen Knoten mache... ;-)
Lothar M. schrieb:> Blau bedeutet bei uns möglicherweise N, oder aber auch Steuerspannung DC> (und zwar alles, was am DC-Netzteil hängt, auch GND).
Oder einfach fifty shades of grey?
Oder verwechsle ich da jetzt was? ;-)
Marek N. schrieb:> Erzähl das keinem Lichtmaurer:> - braun/schwarz = Außenleiter/Phase> - blau = Neutralleiter/Nullleiter
Schutzleiter ist heute immer grün/gelb, früher war das rot
Lothar M. schrieb:> Und über den Rest der Farben zu diskutieren, ist wie ein Einkaufsnetz> mit Sand zu füllen: irgendwo schlüpft immer was durch.
Ja, ganz recht.
> Ich bin inzwischen so weit, dass ich bei Testaufbauten an +Ub einfach> einen Knoten mache... ;-)
Keine schlechte Idee.
Ich nehme für +Ub einfach die hellere der verfügbaren Farben, für GND
die dunklere. So ließe sich auch gelb und grün wieder gut zuordnen.
Wichtiger: der Querschnitt muss passen ...
bingo schrieb:> Marek N. schrieb:>> Erzähl das keinem Lichtmaurer:>> - braun/schwarz = Außenleiter/Phase>> - blau = Neutralleiter/Nullleiter>> Schutzleiter ist heute immer grün/gelb, früher war das rot
Zur Erinnerung: es ging um
Farbzauber schrieb:> Wie sieht es mit SPI und I2C aus? Welche Farben sollten für MISO, MOSI,> CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Maxim B. schrieb:> HildeK schrieb:>> Welche Farben sollten für MISO, MOSI,>>> CLK, CS, SDA und SCL verwendet werden?
Zitiere mal richtig. Das habe nicht ich geschrieben!
MaWin schrieb:> Oder je nach Stecker einfach die Widerstandsfarben, Pin 1 braun, 2 rot,> 3 orange ... 9 weiss
Häufiger ist die Reihenfolge nach DIN 47100
https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_47100
weiß
braun
grün
gelb
…
Verwenden wir im industriellen Umfeld in allen Kabeln. Gibt es auch so
zu kaufen.
A. S. schrieb:> Häufiger ist die Reihenfolge nach DIN 47100
Der sich dann wieder mit dem IEC Farbcode beisst.
Kurzzeichen für Farben in der Elektrotechnik sind in der IEC 60757 bzw.
in der 2002 ersatzlos zurückgezogenen DIN-Norm DIN 47002 genormt. Die
Auswahl und Reihenfolge entspricht den Kennfarben der Farbkodierung von
Widerständen usw.
Die Farben sind egal, aber für die Reihenfolge des 6-poligen Steckers
hat digilentic das vorgeschlagen:
https://reference.digilentinc.com/reference/pmod/start
Und dann kann man auch mal ein zugekauftes Modul aufstecken.
A. S. schrieb:> Häufiger ist die Reihenfolge nach DIN 47100> https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_47100> weiß> braun> grün> gelb> …
"Hochaktuell" - aber stirbt nicht aus.
Wenn du die schon zitierst, lies auch weiter: "Die Norm wurde im
November 1998 ersatzlos zurückgezogen. Farb-Kurzzeichen sind in der IEC
60757 bzw. in der 2002 ersatzlos zurückgezogenen DIN 47002 geregelt."
(s.o.)
https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_47100
W.A. schrieb:> "Hochaktuell" - aber stirbt nicht aus.>> Wenn du die schon zitierst, lies auch weiter: "Die Norm wurde im> November 1998 ersatzlos zurückgezogen.
Naja, da steht auch, dass sie trotzdem weiter verwendet wird.
Zurückgezogen heisst ja nicht, dass man ihr nicht folgen soll.
Wenn nichts dagegen spricht, nehme ich die Pinnummern für so was:
0=schwarz
1=braun
2=rot
3=orange
4=gelb
5=grün
6=blau
7=lila
8=grau
9=weiß
10=schwarz
...
Das ist der alte Widerstandscode.
und zwar am Steckverbinder. Ich benutze gerne farbige Flachbandkabel und
krimpe die Stecker (IDT), wenn es geht.
Damit geht das Verdrahten recht fix und die Flachbandkabel bekommt man
eigentlich immer nur in der Farbreihenfolge.
Im Schaltplan ist ja oft am Steckverbinder die Pinnummer angegeben. Da
weiß ich dann auch gleich, welche Farbe ich verfolgen muss.
Meine USB-Sticks haben farbiges Isolierband als Ring (die Farben siehe
oben).
Meine Lipo-Akkus haben bei 3s eine orange Kennung, bei 4s ist es eine
gelbe. Seit der Zeit habe ich nie wieder einen 4s in eine 3s Elektronik
gesteckt.
Sogar Steckverbinder (X1...Xn) haben bei mir Farbpunkte, die mir sagen,
welcher Steckverbinder das ist. Farbschema siehe oben.
Meine Werkstudenten kopieren das auch inzwischen, weil es einfach
praktisch ist.
Probiert es einfach einmal eine Zeit lang aus. Es lohnt sich.
Lothar M. schrieb:> Ich bin inzwischen so weit, dass ich bei Testaufbauten an +Ub einfach> einen Knoten mache... ;-)
Palstek für Ub+, Slipstek für Ub- und n halben Schlag für Masse.