Forum: /dev/null Industriespionage vs. reverse engineering [Endet: 17.12.]


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von 3ngineer (Gast)


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Gerade über den folgenden Artikel gestolpert:

https://www.welt.de/wirtschaft/article222354884/Huawei-Manager-soll-Mitarbeiter-mit-Industriespionage-beauftragt-haben.html

Sieht eher nach "harmlosen" reverse engineering aus, was hier maßlos 
aufgeblasen wird.

Wo wird es beim reverse engienering kritisch? Doch nur, wenn man 
urheberrechtlich geschützte dinge in die eigenen produkte übernimmt, 
oder?

: Gesperrt durch Moderator
von Shake your nuts and bolts ! (Gast)


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von Martin (Gast)


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3ngineer schrieb:

> 
https://www.welt.de/wirtschaft/article222354884/Huawei-Manager-soll-Mitarbeiter-mit-Industriespionage-beauftragt-haben.html

Schwer zu glauben, da der Konzern im vollem Rampenlicht steht und von 
den Vereinigten Staaten u. a. aufs schärfste bedrängt wird. Es wäre eine 
bodenlose Idiotie illegale Aktivitäten anzuordnen.

von Shake your nuts and bolts ! (Gast)


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Martin schrieb:
> Es wäre eine
> bodenlose Idiotie illegale Aktivitäten anzuordnen.

Was nach Europäischen Masstäben eine Idiotie ist nach Fernöstlichen 
weisheiten clever gedacht.




https://www.focus.de/wissen/mensch/tid-5865/geschichte-der-spionage_aid_57743.html

von MaWin (Gast)


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3ngineer schrieb:
> was hier maßlos aufgeblasen wird.

HuaWei ist per Definition böse. Naturlich gucken die sich an, was die 
Konkurrenz macht. Natürlich bauen die kompatible Schnittstellen nach, 
wie auch sonst, dokumentiert ist ja nichts. Und natürlich bringen die 
dann ein Gerät heraus das besser und billiger als das der 
sesselfurzenden Konkurrenz ist. Man wird nicht durch Ignoranz gross.

Der Fehler von HuaWei war es, von der chinesischen Regierung geforderte 
Spionageschnittstellen in ihre Mobilfunk und Vermittlungsstellen 
eingebaut zu haben. Nicht anders als Cisco, aber Cisco ist natürlich per 
Definition gut. Und danach wunderten sich manche Länder, wie 
Deutschland, dass sie mit dem Niedergang von Siemens nichtmal mehr 
eigene Hersteller mit dem nötigen know how haben um ausweichen zu 
können.

Ja, Scheisse, wenn BWL Hansel ohne Sachverstand Firmen nach 
vierteljahres-Bonisteigerungen führen.

von wendelsberg (Gast)


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MaWin schrieb:
> Der Fehler von HuaWei war es, von der chinesischen Regierung geforderte
> Spionageschnittstellen in ihre Mobilfunk und Vermittlungsstellen
> eingebaut zu haben.
Wobei es dafuer bisher keinen Beweis gibt.

> Nicht anders als Cisco, aber Cisco ist natürlich per
> Definition gut.
Fuer deren Taten in der Richtung gibt es Beweise.

Aber der mit der groessten Wumme hatte in den USA schon immer recht.

wendelsberg

von Achim M. (minifloat)


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3ngineer schrieb:
> Sieht eher nach "harmlosen" reverse engineering aus, was hier maßlos
> aufgeblasen wird.

Benchmarking - man zerlegt und analysiert Konkurrenzprodukte bis ins 
letzte Detail.

Damit kann man sehen, welche Maßnahmen technischer Verbesserung und 
Kostensenkung im eigenen Hause vs. Konkurrenz umgesetzt werden. Ziel ist 
auch, aus den Fehlern der Konkurrenz zu lernen und mögliche 
Patentverletzungen der Konkurrenz aufzudecken. Teilweise werden 
Prototypen aufgebaut, um eine Umsetzbarkeit technischer Lösungen im 
eigenen Hause bewerten zu können.

Benchmarking ist ganz normales Vorgehen von Industriekonzernen - ich 
gehe beim verlinkten Artikel von einem Missverständnis aus.

Das gezielte Nachbauen kann zu funktionalen 1:1 Produktkopien führen, 
wenn man bemerkt, dass einzelne Konkurrenzprodukte im eigenen Line-up 
fehlen. Wenn du z.B. deine Netzwerkinfrastruktur komplett mit Huawei 
abdeckst, aber WLAN-Accespoints zur Deckenmontage von Cisco beziehen 
musst, ärgert das deine IT, wegen Configtool-Vielfalt und es ärgert 
Huawei, für deinen geplanten Einsatz keine Komplettlösung anbieten zu 
können.

mfg mf

von 3ngineer (Gast)


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Achim M. schrieb:
> Benchmarking ist ganz normales Vorgehen von Industriekonzernen - ich
> gehe beim verlinkten Artikel von einem Missverständnis aus.

Ausgesprochen bedauerlich, dass es ausgerechnet Huawei getroffen hat. 
Ein Journalistenfehler, da kann man nichts machen. ;)

von Achim M. (minifloat)


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3ngineer schrieb:
> dass es ausgerechnet Huawei getroffen hat.

Wenn der arme neu eingestellte Endwiggler ein Gerät auf den Tisch 
geknallt bekommt und die Aufgabe "Nachbauen" bekommt, macht er das halt.
Das wird in China als eine 1:1 Kopie verstanden. In anderen Ländern und 
Kulturkreisen versucht man das noch mit leicht geänderten Features, 
anderem Formfaktor usw. zu kaschieren :)

: Bearbeitet durch User
von Günni (Gast)


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In den USA kann man als "business man" (Anwalt, Banker, Börsenmaklter 
usw.) viel mehr verdienen, als ein Entwickler in einer Firma. Deshalb 
wählen nur wenige intelligente Leute als Werdegang den Ingeieursberuf 
oder einen Job als Informatiker. Dieses bleibt meist eingewanderten 
Personen vorbehalten. So kommen die USA schon seit Jahrzehnten auf 
vielen Gebieten technologisch ins Hintertreffen (ein Weg, den wir 
inzwischen auch zunehmend einschlagen). So hörten die USA schon lange 
Post- und Telekomdienste ab und leiteten die Informationen an die 
heimische Industrie weiter. Da ist das Abhören von Merkels Handy nur die 
Spitze eines riesigen Eisbergs und Cisco nur ein Mosaiksteinchen.
Dass die USA so massiv vor Huawei warnen, ist nicht die Sorge um unsere 
Geheimnisse, sondern das Bestreben um Dominanz und dass kein 
"Partnerland" Entscheidungen trifft, die Amerikas Interessen 
entgegenlaufen (siehe auch North-Stream 2).
China hat inzwischen auf vielen Technologiegebieten uns überholt und was 
an Wissen noch fehlte, haben sie durch Zukauf der entsprechenden Firmen 
ganz legal erworben. Dabei ist China noch wesentlich partnerschaftlicher 
als die USA. Für unsere wirtschaftliche Zukunft wäre es besser, nähere 
Wirtschaftbeziehungen mit China zu pflegen, von denen beide Partner 
profitieren. Bei Wirtschaftsbeziehungen mit den USA profitiert nur die 
USA, wie Daimler beim Erwerb von Chrysler schmerzlich erkennen musste 
und aktuell Bayer beim Zukauf von Monsanto. (Gegen Monsanto gab es nie 
Klagen wegen Glyphosat. Das kam erst, als Bayer der Eigentümer wurde. 
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.)

von Dieter (Gast)


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Günni schrieb:
> und aktuell Bayer beim Zukauf von Monsanto. (Gegen Monsanto gab es nie
> Klagen wegen Glyphosat. Das kam erst, als Bayer der Eigentümer wurde.
> Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.)

Und bald wieder ein Medizinkonzern aus Bayern. Denn erst wenn dieser 
Eigentuemer wird, kommen die Klagen wegen der Atommuellendlager der 
radioaktiven Praeperate zB die fuer die Krebsbehandlung.

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