Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Berufsbild Halbleitertechnik, Intel Magdeburg


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von paul (Gast)


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Hallo Leute,
ihr kennt euch doch alle mit Elektrotechnik aus, da werden bestimmt auch 
ein paar Ingenieure dabei sein. Ich habe dieses Jahr in Sachsen-Anhalt 
mein Abitur gemacht, Leistungskurse Mathe (13), Physik (15), Biologie 
(14) mit ordentlichen Noten. Eigentlich hatte ich schon einen 
Studienwunsch, denke aber nochmal darüber nach, denn, wie es bei uns in 
aller Munde ist, plant Intel den Bau einer großen Produktionsstätte in 
Magdeburg, also für mich gleich um die Ecke. Meint ihr, dass man darauf 
spekulieren kann, in Magdeburg Elektrotechnik zu studieren, um bei Intel 
eine angemessen bezahlte Stelle, vlt. sogar in der Produktentwicklung zu 
bekommen? Ich interessiere mich sehr für Elektronik, aber wie sieht das 
Berufsbild, zum Beispiel in der Halbleitertechnik aus? Wird man den 
ganzen Tag nur auf dem Stuhl sitzen und etwas berechnen? Ich habe nicht 
wirklich eine Vorstellung was man da so den ganzen Tag macht. Außerdem 
hänge ich an meinem Wohnort, muss ich in Kauf nehmen, falls ich mich für 
dieses Studium entscheide, flexibel mit dem Wohnort zu sein?
Vielen Dank im Voraus
MfG

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Ich glaube nicht dass Intel dort Produktentwicklung machen wird. Das 
wird ein Produktionsstandort. Eher weniger Ingenieure werden dort 
arbeiten sondern hauptsächlich Technologen (Ausbildungsberuf, glaube 
mittlere Reife). Klar kannst du es versuchen, aber man muss als Ing 
flexibel sein. Du solltest nicht E-Technik studieren nur um iwo bleiben 
zu können.

von DerDetlef (Gast)


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Das wird eine Halbleiterfabrik. Entwickelt wird da nix, und "herumsitzen 
und berechnen" tun die dort Angestellten auch nicht.

Die Entwicklungsabteilungen von Intel sitzen woanders, und um dort einen 
Job zu landen, braucht man erheblich mehr als nur ein Studium.

Davon abgesehen ist das ein börsennotiertes US-Unternehmen. Da will man 
nicht arbeiten, das ist gnadenloser Angestelltenverschleiß. 
Hire-and-Fire mit hoher Taktzahl, und Entscheidungen werden rein aus 
"wirtschaftlichen" Erwägungen der auf Quartalsergebnisse schielenden 
Analzysten gefällt. Dazu eine Hierarchie, die zu durchsteigen nur 
Psychopathen möglich ist ...

Aus den gleichen Gründen bleibt man auch Buden wie Tesla und Siemens 
fern.

Nein, wenn Du mit Deinem Leben noch nicht abgeschlossen hast: Mach was 
anderes. Studiere worauf Du Lust hast, und sieh Dich dann um. Vergiss 
Intel.

von IGM-Ingenieur (Gast)


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Die Frage wäre erst einmal, ob die überhaupt Produktentwicklung in 
Magdeburg machen. Vielleicht siedeln sie dort ein paar Leute an, aber im 
Wesentlichen ist es eine Produktionsstätte. Die meisten Ingenieursjobs 
werden da also auch etwas mit Produktion zu tun haben, d.h. 
Fertigungsplanung und Automatisierungstechnik. Sicherlich schadet ein 
Schwerpunkt in Richtung Halbleiter nicht beim Einstieg, aber Chipdesign 
wird man da eher nicht machen.

Und in quasi keinem Ingenieursjob sitzt man den ganzen Tag an 
irgendwelchen Berechnungen. Sehr viel Zeit (oft über 50%) ist 
Kommunikation, im eigenen Team und darüber hinaus. Und irgendwas per 
Hand berechnen macht man sowieso nicht mehr, sondern nutzt 
Simulationstools und Programmiersprachen (Matlab und Python mal 
beispielhaft erwähnt). Oft aber auch ganz einfach nur Excel.

von Realist (Gast)


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Wenn Intel so weitermacht wird es bald kein Intel mehr geben.

von Sergey Z. (sergeyz)


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Warum möchtest du dich auf ein Arbeitgeber bzw. Region fixieren?

Wer weiß, was bis 2028 alles passiert. Ich habe bei Intel in Duisburg 
gearbeitet, und ich könnte Intel nicht wirklich weiterempfehlen. Dort zu 
arbeiten gefühlte sich wie am verlorenem Posten zu sein. Deadlines und 
Stress ohne Ende. Die Projekte für Apple waren ein Horror.

Meine Meinung nach, Intel hat schlechte Zukunftsaussichten, da der Intel 
CISC ist auf dem Aus. Die großen OEMs (Apple, Samsung, Microsoft) 
entwickeln eigene Lösungen, die auf ARM basiert sind. Als Hersteller von 
Chips im Leading Edge Herstellungsprozess taugt Intel eher wenig. Die 
Firma wird es immer geben, da es sehr Systemrelevant ist, aber es ist 
kein FAANG.

Falls du dich dafür interessierst, an der UDE könntest du 
NanoEngineering studieren:
https://www.uni-due.de/vdb/studiengang/247/detail

Es ist im Prinzip ein Etchnik Studium mit Fokus auf Halbleiter. 
Sicherlich gibt es ähnliche Studiengänge in der Nähe von Magdeburg.

: Bearbeitet durch User
von imho (Gast)


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Realist schrieb:
> Wenn Intel so weitermacht wird es bald kein Intel mehr geben.
Wow, das ist doch mal ne Aussage. Kurz, prägnant - und ohne Inhalt. 
Weiter so.

von Jens P. (picler)


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paul schrieb:
> Meint ihr, dass man darauf
> spekulieren kann, in Magdeburg Elektrotechnik zu studieren, um bei Intel
> eine angemessen bezahlte Stelle, vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
> bekommen?

Produktentwicklung kannst du vergessen. Wenn du gut bist, könnte etwas 
in die Richtung Prozessoptimierung gehen. Da nehmen die aber keinen 
Absolventen. Also solltest du dich nach dem Studium mal ein paar Jahre 
in der (Halbleiter-) Welt umschauen und bei GloFo, TSMC und Co. die 
Geheimnisse der Chipherstellung lernen. Ansonsten wäre noch 
Schichtingenieur / Schichtleiter eine Option.

Die Halbleiterei ist eine sehr energiefressende Branche. Eine der 
örtlichen Halbleiter-Fabs hat eigene, mit Erdgas betriebene Kraftwerke, 
weil man dem Stadtwerken in Sachen Stromqualität und Liefertreue nicht 
vertraut hat. Ob man sich mittlerweile eine Redundanz geschaffen hat, 
weiß ich nicht. Es geht hier aber schon die Angst um, das im Winter 
nicht genug Erdgas da ist, um die Fab weiterlaufen zu lassen.

Vermutlich wird Intel seine Investitionsentscheidung noch mal 
überdenken. Wo keine billige Energie, da keine Fab...

von IGM-Ingenieur (Gast)


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Sergey Z. schrieb:
> Meine Meinung nach, Intel hat schlechte Zukunftsaussichten, da der Intel
> CISC ist auf dem Aus. Die großen OEMs (Apple, Samsung, Microsoft)
> entwickeln eigene Lösungen, die auf ARM basiert sind.

Das gleiche erzählt man sich seit mindestens 10 Jahren über den PC, auch 
da hat man schon das Ende von x86 und Intel prophezeit.

Übrigens steigt Intel gerade ziemlich stark in RISC V ein. Das hat gute 
Chancen gegen ARM, nicht nur technisch, sondern auch wegen den 
Übernahmespielchen von Nvidia.

Sergey Z. schrieb:
> Als Hersteller von
> Chips im Leading Edge Herstellungsprozess taugt Intel eher wenig.

Wobei es im Prinzip nur zwei Hersteller gibt, die weiter sind. Und wenn 
jemand an die ran kommen kann, dann Intel.

von Arbeitsverweigerer (Gast)


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Forget it. In Deutschland gibt es lediglich Auftragsfertiger. Da sparen 
sich die Unternehmen die Logistikkette und können hier Personal aus dem 
Niedriglohnsektor engagieren. Vergiss diese ganze Vertiefung. Die bringt 
dir in Deutschland nix. Lohnt sich bald eh nix mehr hier. Rente ist 
jetzt schon low wie scheiße

von paul (Gast)


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Also schon einmal vielen Dank für die Antworten, Ihr habt da schon 
einige Aspekte beleuchtet, über die ich mir noch nicht im klaren war. 
Mich würde dennoch trotzdem interessieren, wie ein typischer Arbeitstag 
als Elektroingenieur aussieht. Es gibt sicherlich sehr viele 
unterschiedliche Berufsbilder, mich würden exemplarisch ein paar, egal 
welche, interessieren.

@Arbeitsverweigerer: Warum "lohnt sich bald eh nix mehr"?

von Arbeitsverweigerer (Gast)


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paul schrieb:
> @Arbeitsverweigerer: Warum "lohnt sich bald eh nix mehr"?

Naja die Politik nimmt Leistungsträger immer mehr aus und vergrault 
sie...

von Senf D. (senfdazugeber)


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Arbeitsverweigerer schrieb:
> paul schrieb:
>> @Arbeitsverweigerer: Warum "lohnt sich bald eh nix mehr"?
>
> Naja die Politik nimmt Leistungsträger immer mehr aus und vergrault
> sie...

Ach was, das sind doch hauptsächlich unzufriedene und vom Leben 
frustrierte Leute, die sich vielleicht für Leistungsträger halten, in 
Wirklichkeit aber gar keine sind. Wenn solche Bürger auswandern würden, 
dann wäre das sogar gesellschaftlich ein Gewinn für Deutschland; aber 
solche Leute haben meistens gar nicht den Arsch in der Hose, eine 
Auswanderung wirklich durchzuziehen, die jammern lieber weiter und geben 
anderen die Schuld (böser Staat, böse Steuern, böse Politik).

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Typischer Arbeitstag? Ich komme zwischen 9 u 11 zur Arbeit, quatsche mit 
Kollegen, checke wichtige Emails, Alles um auf den neuesten Stand des 
Projektes zu kommen. Dann setze ich mich an meine aktuellen Aufgaben am 
PC. Erstmal eher einfache Kleinigkeiten. Simulationen, etc. Manchmal 
sitze ich auch ne halbe Std nur da und denke über Vorgehensweisen, 
Lösungsansätze, etc. nach. Dann Mittag mit oder ohne Kollegen. 
Zwischendurch schaue ich alle paar Tage zu den Kollegen im Labor oder im 
Reinraum und tausche mich aus (Dinge wie: wie weit sind die aktuellen 
Samples, wie sehen Testmessungen aus, gibt es Probleme die man 
designseitig kompensieren kann, etc). Dann setze ich mich an meinen 
Schreibtisch, Kopfhörer auf und versuche die restlichen Stunden ohne 
Ablenkung so konzentriert wie möglich zu arbeiten. Je nachdem wie gut 
das klappt mache ich früher oder später Feierabend. Mal um 16 Uhr, mal 
erst 21 Uhr. Alles in allem ist das schon sehr schreibtischlastig.

von Arbeitsverweigerer (Gast)


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mehr als 10h am Tag arbeitne ist verboten tho

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Ja, und da halten sich natürlich alle dran 😂 … Also wenn ich einen guten 
Tag habe arbeite ich lieber 12 Stunden und kann dafür an schlechten 
Tagen auch nach dem Mittag wieder abhauen und Energie tanken. Den AG 
interessiert nur dass mein Zeitkonto nicht unter -80 Stunden fällt. Der 
Rest ist meine Sache. Das finde ich auch gut so.

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Arbeitsverweigerer schrieb:
> mehr als 10h am Tag arbeitne ist verboten tho

Oh und nach 10 Sek Google Suche kann ich dir da eh widersprechen. Lies 
mal §7 (1) ArbZG.

von Jo S. (Gast)


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paul schrieb:
> plant Intel den Bau einer großen Produktionsstätte in Magdeburg, also
> für mich gleich um die Ecke. Meint ihr, dass man darauf spekulieren
> kann, in Magdeburg Elektrotechnik zu studieren, um bei Intel eine
> angemessen bezahlte Stelle, vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
> bekommen?

Intel ist für Dich die Chance des Lebens, nutze sie !

von Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben (Gast)


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paul schrieb:
>  Meint ihr, dass man darauf
> spekulieren kann, in Magdeburg Elektrotechnik zu studieren, um bei Intel
> eine angemessen bezahlte Stelle, vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
> bekommen? Ich interessiere mich sehr für Elektronik,
Hab 2001 die Mikroelektronik Sommerschule bein Infineon/AMD in DD 
besucht, erste Erkenntniss, die suchen eher promovierte Physiker, 
Chemiker als den ländlich-anhaltinisch Elektrotechniker.

https://cfaed.tu-dresden.de/dma/program


zweite Erkenntniss: zu spezialisiert, wenig Berufsaussichten ausserhalb 
der Halbleiterfertigung. Und Halbleiterfertigung hat extreme 
Schweinezyklen.

>um bei Intel
>eine angemessen bezahlte Stelle,

Was ist für einen Anhaltiner Sachsen, dessen Eltern mglw. irgendwelche 
Pampel in der sozialisitischen Tier- und Pflanzenproduktion waren 
angemessen? 1,42* Mindestlohn?


>vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
>bekommen?
AMD ist damals für den Erhalt von Subventionen verpoflichtet worden ein 
Entwicklungszentrum mitzueröffnen. Das wurde wenige Jahre später 
geschlossen:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/AMD-hat-viele-Open-Source-Entwickler-entlassen-1744540.html

da waren in Hochzeiten kaum hundert Ingenieure in Cubicles tätig, wie 
dort, nur etwa 10Mal soviel: 
https://en.wikipedia.org/wiki/File:CubeSpace.jpg
Scheiss Büro.

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Ich kann nur für das Fachgebiet Photonik sprechen, nicht Mikroelektronik 
allgemein. Aber dass Physiker u Chemiker eher gesucht würden ist 
zumindest bei uns nicht so. Es ist aber eine Überlappungen wo es am Ende 
egal ist ob Physiker oder Ingenieur. Das Egal geht sogar soweit, dass 
Promovierende die eigentlich Ingenieure sind ihren Dr. rer nat machen 
und welche die eigentlich Physiker sind ihren Dr. Ing.

Chemiker hingegen sitzen bei uns ausschließlich in der FAB. Da gibt es 
mit uns Ingenieuren kaum Überlappungen. Vom breiten Spektrum der 
Physiker bin ich aber immer wieder überrascht. Die werden ja sogar von 
Banken mit Kusshand gesucht.

von Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben (Gast)


Angehängte Dateien:

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Dieter D. schrieb:
> Aber dass Physiker u Chemiker eher gesucht würden ist
> zumindest bei uns nicht so.

> Chemiker hingegen sitzen bei uns ausschließlich in der FAB. Da gibt es
> mit uns Ingenieuren kaum Überlappungen.

Im Anhang eine Seite aus der referenzierten Infineon-Schulung, Abschnitt 
"Nass-Behandlung" aka Reinigung. Bei der Wafer-processierung gibt es 
immer wieder 'reinigungsschritte', in denen die Reste der Prozessmittel 
(photoresist, Ätzmittel, etc) entfernt werden. Das sind die Phasen, in 
denen Chemiker gefragt sind. In dem Anhang wird beispielsweise gezeigt 
wie Fehler bei der reinigung zu Eisen-Verschmutzung im Transitor-Gate 
führte und dadurch die Ausbeute runterging.Da mussten sich die Chemiker 
was einfallen lassen.

Natürlich gibt es in der Chemie auch solche und solche und ich glaube 
auch nicht, das ein Lebensmittelchemiker in der Halbleiterei gefragt 
ist. Aber letzlich muss man sich klar machen, das Halbleiterfertigung 
kein/kaum Elektronikentwicklung ist sondern eine Mixture aus 
Automatisierungstechnik, Festkörperphysik, Mikrosystemtechnik, 
Anlagenbau/-unterhalt und Fertigungsmanagment.

von Dieter D. (dieter_dosenkohl)


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Eben, das bestätigt ja was ich geschrieben habe. Diese Schritte finden 
alle in der FAB statt. Da geht es vordergründig um die Produktion. Klar 
dass dort weniger Ingenieure gefragt sind. Das hat mit Elektrotechnik 
nicht mehr viel zu tun. Ich entwerfe u simuliere integrierte Schaltungen 
und kenne mich nur rudimentär mit Epitaxie, Lithographie, Ätzung, etc 
aus. Klar ich muss schon eine Idee haben was die da machen und was 
machbar ist. Aber die Experten da sind Chemiker. Die haben wiederum 0 
Ahnung von wie und warum die Wafer funktionieren die sie da für mich 
prozessieren.

Ich glaube es ist jetzt etwas durcheinander gegangen. Deine 
ursprüngliche Aussage war auf Mikroelektronik bezogen, meine auf 
Photonik. Beides ist nicht nur die Fertigung. Das ist der Punkt. In der 
Fertigung braucht es eher Chemiker, evtl auch Physiker u v. A. 
Technologen. Völlig richtig. Aber von Mikroelektronik allgemein 
verstehen auch diese Chemiker nichts.

: Bearbeitet durch User
von rbx (Gast)


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paul schrieb:
> Außerdem
> hänge ich an meinem Wohnort

Die Reha-Klinik in Magdeburg ist richtig gut. Vor allem viele sehr gute, 
engagierte "Pflegekräfte". Wäre aber manchmal besser, gute Ärzte aus 
Lostau oder anderswo zu importieren.
So ein wenig scheint Magdeburg auch eine Neuro-Hochburg zu sein. Schau 
dir doch einfach mal die Gerätschaften an, die so in der Reha-Klinik in 
Magdeburg, oder in der Lungenklinik in Lostau eingesetzt werden.

von oerks (Gast)


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Als ich das erste Mal nach Magdeburg gefahren bin, lag die
Stadt von der Autobahn aus gesehen unter einer riesigen Dunstglocke.
Sowas moechte man nicht als Wohnort haben.

5 nm Halbleiter werden in Taiwan und Suedkorea gefertigt.
Aber nicht von Intel :).

Bei einem US-Konzern bist du in erster Linie ein Kostenverursacher.
So wirst du in US-Konzernen dann auch behandelt.

"Glueckliche" Mitarbeiter bei einem US-Konzern sind ein
Maerchen aus dem letzten Jahrtausend. Once upon in time...

von Jo S. (Gast)


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oerks schrieb:
> Als ich das erste Mal nach Magdeburg gefahren bin, lag die
> Stadt von der Autobahn aus gesehen unter einer riesigen Dunstglocke.

Als ich das erste Mal durch Stuttgart gefahren bin,
 lag die Stadt im dichten Nebel. Kollegen sagten dann,
dass es keinen Nebel gegeben hat.

> 5 nm Halbleiter werden in Taiwan und Suedkorea gefertigt.

TSMC in Taiwan ist ein Auftragsfertiger.

Europa und Nordamerika wollen ihre Abhängigkeit von Asien reduzieren. 
Deshalb die beiden neuen Werke in Magdeburg. Der Standort konnte sich 
gegen 70 andere Mitbewerber durchsetzen. Arrogante Lederhosen (Raum 
München) kamen nicht einmal in die nähere Auswahl.

Intel ist für viele eine große Chance. Nutzen !

@Fragensteller Frühzeitig mit Intel Kontakt aufnehmen, evtl. duales 
Studium, Werkstudent, etc.

von Jo S. (Gast)


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DerDetlef schrieb:
> Studiere worauf Du Lust hast, und sieh Dich dann um.

Das ist eine sehr empfehlenswerte Vorgehensweise und hunderttausendfach 
erprobt. "Dann" kann man sich um einen Job als Taxifahrer oder 
Paketzusteller umsehen. 😉

von Max M. (prokrastinator)


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Jo S. schrieb:
> Taxifahrer oder
> Paketzusteller

Ich finde es aber auch sehr ernüchternd wenn junge Mensch bereits ihre 
Berufsausbildung nach möglicher Vergütungsklasse und nicht nach 
Vorlieben aussuchen.
Man läuft Gefahr einen gut dotierten Job zu bekommen den man abgrundtief 
hasst.
Da wäre ich lieber fröhlicher Paketzusteller.

Biologen und Geologen z.B. gibt es wie Sand am Meer.
Der Muskelklaus der Dachdecker gelernt hat und von seinem BWLer 
Schulfreund dafür belächelt wurde hat jetzt vielleicht ne eigene Fa. und 
fährt Porsche.
Der BWLer ist vielleicht ein kleines Licht in der Lohnbuchhaltung.

Manch Studienabbrecher hat auch 10 Taxen und sammelt abends nur noch das 
Geld ein, weil eben nicht entscheidend ist ob man ein genialer 
Entwickler, Progarmmierer, Physiker ist, sondern ob man die nötig 
'Bauernschläue' hat für sich selbst was rauszuholen und sich nicht 
verarschen zu lassen.
Kann so und so kommen.

von rbx (Gast)


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Ein Freund von mir hatte mal mit einem kleinen Autoverkauf angefangen, 
weil sich das so ergeben hatte, und hatte sich damals (in den 80ern) 
gefragt, ob das noch was werden kann. Mal sehen..

Der beste Nebenjob für Astrophysik ist eigentlich nächtliches 
Tageszeitungen austragen.

von Veit D. (devil-elec)


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Hallo,

@ Paul:
Das beste was du machen könntest, wenn du so gar keine Vorstellung hast, 
versuche einen Ferienjob bei GloFo oder Infineon zubekommen. Selbst wenn 
du dabei einfachste Tätigkeiten machst, völlig egal. Du bekommst 
Einblick in das Innenleben in so einer Firma. Die Chance bekommt nicht 
jeder. Du könntest mit allen möglichen Leuten reden oder dich 
durchfragen bis du auf einen triffst der das macht was dir vorschwebt. 
Der wird dir dann schon paar Dinge erzählen. Dabei natürlich den 
Ferienjob nicht vergessen.  :-)

Selbst wenn Intel in Magdeburg nur produziert, was sich auch ändern kann 
und irgendwann doch Entwicklungen stattfinden, müssen die Prozess Ing. 
auch die Produktion überwachen und stetig Verbesserungen vornehmen. Zu 
tun gibt es immer was. Wer denkt so eine Halbleiterproduktion läuft wie 
Kekse backen Reibungslos am Fließband der irrt gewaltig und hat absolut 
keinen Schimmer was abgeht. Auch müssen die Prozess Ing. mit der 
Instandhaltung zusammenarbeiten um Fehler abzustellen oder drohende 
Probleme mitzuteilen.  Für Prozess Ing. ist mehr Chemie oder Physik 
gefragt. Und wenn du weniger mit Prozesstechnik machen möchtest, dann 
eben mehr mit Elektronik/Elektrotechnik und steigst bei der 
Instandhaltung ein. Dann bist du als studierter bspw. Systemexperte und 
arbeitest eng mit den Instandhaltern zusammen. Kannst dann auch Chef der 
Systemexperten werden usw. Als Systemexperte ist man für Anlagengruppen 
zuständig wie diese laufen und nimmt auch hier Verbesserungen vor und 
kümmert sich darum das diese möglichst wenig Problem machen. Je nachdem 
wo man landet ist das ein Traum oder Wunschdenken. Ist nun einmal so. Je 
nachdem gibts dann auch vom Anlagenhersteller Servicepersonal mit denen 
man zusammenarbeitet. Das wird sicherlich nicht langweilig.

Eins ist auch klar für Einzelgänger ist wenig Platz. Du musst nur mit 
Reinraum klarkommen und das jeden Tag was anderes los sein kann ... und 
sein wird.

Und lass dir nichts erzählen das die Firmen nur promovierte Ing. suchen. 
Das ist einfach nur Unsinn. Die Promovation hilft in die oberste Riege 
der Prozess Ing. aufzusteigen wenn man das will. Die machen dann bspw. 
Sonderaufgaben und aller neueste Entwicklungen, Produktanpassungen und 
Entscheidungen die sonst niemand treffen kann.

Und wegen Intel, ich würde die Chance auch nutzen. Die wollen auch eine 
eigene Uni bauen. Also kann ich mir nicht vorstellen das die nach 10 
Jahren weiterziehen und alles hinter sich lassen. Obwohl es das bei 
Intel in D auch gab. Nur mal ehrlich, wenn du es wirklich kannst und 
dich nicht verstecken musst, dann findest du notfalls auch woanders 
einen Job, meinetwegen weltweit.

Wenn dir das liegt mach es einfach.

: Bearbeitet durch User
von Thomas H. (thomash2)


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Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben schrieb im Beitrag 
#7108775:
> paul schrieb:
>>  Meint ihr, dass man darauf
>> spekulieren kann, in Magdeburg Elektrotechnik zu studieren, um bei Intel
>> eine angemessen bezahlte Stelle, vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
>> bekommen? Ich interessiere mich sehr für Elektronik,
> Hab 2001 die Mikroelektronik Sommerschule bein Infineon/AMD in DD
> besucht, erste Erkenntniss, die suchen eher promovierte Physiker,
> Chemiker als den ländlich-anhaltinisch Elektrotechniker.
>
> https://cfaed.tu-dresden.de/dma/program
>
> zweite Erkenntniss: zu spezialisiert, wenig Berufsaussichten ausserhalb
> der Halbleiterfertigung. Und Halbleiterfertigung hat extreme
> Schweinezyklen.
>
>>um bei Intel
>>eine angemessen bezahlte Stelle,
>
> Was ist für einen Anhaltiner Sachsen, dessen Eltern mglw. irgendwelche
> Pampel in der sozialisitischen Tier- und Pflanzenproduktion waren
> angemessen? 1,42* Mindestlohn?
>
>>vlt. sogar in der Produktentwicklung zu
>>bekommen?
> AMD ist damals für den Erhalt von Subventionen verpoflichtet worden ein
> Entwicklungszentrum mitzueröffnen. Das wurde wenige Jahre später
> geschlossen:
> 
https://www.heise.de/newsticker/meldung/AMD-hat-viele-Open-Source-Entwickler-entlassen-1744540.html
>

Das OSRC war damit denke ich aber nicht gemeint (mit den Subventionen), 
wer weiß was AMD damals geritten hat das dort zu etablieren; Eventuell 
hat Intel parallel was ähnliches gemacht?
Dort gab's aber wirklich gute Leute.


Schätze die meisten IC Entwickler sind anderswo untergekommen, die Leute 
vom OSRC arbeiten nun bei Amazon. Mit der Zeit gründen die Leute halt 
Familien und werden sesshaft dann ist nichts mehr mit der Rumzieherei.

Schon früher gab's dort Spin-offs z.B haben sie einen W-Lan Chip 
entwickelt aber nie auf den Markt gebracht; Die gesamte Abteilung wurde 
dann von einer anderen Firma auch in Dresden übernommen.

> da waren in Hochzeiten kaum hundert Ingenieure in Cubicles tätig, wie
> dort, nur etwa 10Mal soviel:
> https://en.wikipedia.org/wiki/File:CubeSpace.jpg
> Scheiss Büro.

Ist halt billig, gerade in Asien & Amerika ziemlich gängig.

: Bearbeitet durch User
von Holger (Gast)


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Veit D. schrieb:
> Und wegen Intel, ich würde die Chance auch nutzen. Die wollen auch eine
> eigene Uni bauen. Also kann ich mir nicht vorstellen das die nach 10
> Jahren weiterziehen und alles hinter sich lassen. Obwohl es das bei
> Intel in D auch gab.

Aber natürlich. Sobald die Investition abgeschrieben und die 
Fördergelder ohne Ersatzpflichten abgegriffen sind entscheidet nur der 
Markt, wo produziert wird.

von Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben (Gast)


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Thomas H. schrieb:
> Schon früher gab's dort Spin-offs z.B haben sie einen W-Lan Chip
> entwickelt aber nie auf den Markt gebracht; Die gesamte Abteilung wurde
> dann von einer anderen Firma auch in Dresden übernommen.

Du meinst SystemOnIC? Auch der neue Besitzer (Philips) ist mit dem 
Doktoren-Design nicht zu Ende gekommen und die Bude wurde nach ein paar 
Jahren geschlossen. Dann gab es wieder ein paar neue Buden 
(?Blue-Wonder-IC?)
die dann auch später enzschwunden. Konstant geblieben ist die hohe 
Fluktuationsrate und das Lamentieren über zuviele Überstunden.

Besser wäre IMHO gewesen statt bei einem Fertiger gleich bei einer 
Elektronikentwickler mut Schwerpunkt Entwicklung zu starten. Bspw. 
Rohde&Schwarz, Medizintechnik, Avionik, Automatisierungstechnik.

Deutschland exportierte 2020 12, 8 Mrd Halbleiter, aber über 100 Mrd im 
Automobil-sektor:

https://cdn.statcdn.com/Infographic/images/teaser/26805.jpeg

https://www.heise.de/news/Deutsche-Pkw-Exporte-2021-leicht-gestiegen-aber-nicht-auf-Vorkrisenniveau-6524010.html

Beitrag #7117748 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben schrieb im Beitrag 
#7116199:
>> Schon früher gab's dort Spin-offs z.B haben sie einen W-Lan Chip
>> entwickelt aber nie auf den Markt gebracht; Die gesamte Abteilung wurde
>> dann von einer anderen Firma auch in Dresden übernommen.
>
> Du meinst SystemOnIC?

Ich tippe auf Atmel. ;-)

von Veit D. (devil-elec)


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Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben schrieb im Beitrag 
#7116199:

> Deutschland exportierte 2020 12, 8 Mrd Halbleiter, aber über 100 Mrd im
> Automobil-sektor:
>
> https://cdn.statcdn.com/Infographic/images/teaser/26805.jpeg
>
> 
https://www.heise.de/news/Deutsche-Pkw-Exporte-2021-leicht-gestiegen-aber-nicht-auf-Vorkrisenniveau-6524010.html

Hat dein "aber" eine Bedeutung? Soll das ein Vergleich sein? Was soll 
das für ein Vergleich sein? Äpfel mit Birnen? Ein Auto ist nun einmal 
teurer wie ein Halbleiterbauteil. Außerdem ist unklar wie sich die 12,8 
Milliarden zusammensetzen. Allein Infineon macht ca. 12 Milliarden 
Jahresumsatz. Wie GloFo Dresden verrechnet wird weiß ich nicht. Dazu 
kommt noch die Halbleitersparte von Bosch in Deutschland. Welchen Anteil 
deren Halbleitersparte am Gesamtumsatz hat kann ich nicht rauslesen. Das 
wird alles in Summe sicherlich locker über 20 Milliarden Umsatz. Wie 
will man das als Export alles verrechnen? Wenn deutsche Halbleiter in 
deutsche Autos verbaut werden zählt das sicherlich zum Inland. Das Auto 
mit den Halbleitern drin dann sicherlich zu Export wenn es das Land 
verlässt. Also man sieht die Vergleiche hinken vorne und hinten. Kann 
man einfach nicht vergleichen.

Weltweit wurden zum Bsp. 2020 Halbleiter im Wert von 385 Milliarden Euro 
verkauft. Davon entfallen 33 Milliarden Euro auf Europa. Weltweit hat 
die Automobolindustrie einen Anteil von 10,6 Prozent.

von Veit D. (devil-elec)


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Ex-Hardwareler schrieb im Beitrag #7117748:
> Hardware ist nicht mehr in Mode. Die jungen Wilden wollen alle Software
> machen ...

Auch dazu meine Meinung. Du verwechselt Halbleiterentwicklung mit deiner 
Hardwarentwicklung mit Halbleitern. Das eine sind nackte Halbleiter das 
andere sind Baugruppen mit diversen Bauelementen u.a. auch Halbleiter. 
Da es hier um Intel in Magdeburg geht, dreht es sich um Halbleiter.

von the Dev-Devil }:-| (Gast)


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Veit D. schrieb:
> Hat dein "aber" eine Bedeutung? Soll das ein Vergleich sein? Was soll
> das für ein Vergleich sein? Äpfel mit Birnen? Ein Auto ist nun einmal
> teurer wie ein Halbleiterbauteil.

Sososo, dann kennste aber die richtigen Halbleiterteile nicht, so ein 
space-fpga für 100k kostet schon richtig Geld. Oder gleich eine 
Kleinserie ASIC.

Aber letzlich ist doch die Aussage klar, Halbleiterei ist in .de eine 
Branche mit im Vergleich zu 
Automotiv/Medizintechnik/Kommunikationstechnik eher wenigen 
Arbeitsplätzen für Elektroingenieure. Und dazu noch sehr volatil, mal ne 
halbe Milliarde Gewinn, nächstes Quartal ne halbe Milliarde Verlust ... 
https://www.heise.de/newsticker/meldung/AMD-tief-in-den-roten-Zahlen-1543828.html

Und wenn dann die Bude wie Quimonda geschlossen wird, gehen die 
Heerscharen fürstlich entlohnter Ingenieure mit ihren zugespitzen 
Spezialkenntnissen betreffs "Emplanter 3000" bei den Herstellern von 
Küchenkleingeräten haussieren:
Beitrag "Wo sind die Qimondas's alle hin?"

In Holland dagegen ist Hlableiterei ein allgemeines Berufsbild, und der 
zugehörige Anlagenbau: 
https://www.handelsblatt.com/technik/halbleiter-engpass-asml-europas-wertvollster-tech-konzern-erwartet-endlosboom/28263476.html.

von Veit D. (devil-elec)


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Hallo,

AMD hatte damals schlichtweg kein Produkt was der Markt wollte. Dann kam 
ihr Ryzen und es ging vorwärts. Also Produktabhängig, nicht 
Marktabhängig.

Qimonda war eine Speicherbude. Speicher braucht jeder irgendwo. Also 
liegt der Schweinezyklus nicht am Produkt sondern am Markt. Preiskämpfe, 
Überproduktion usw.. Qimonda ist letztlich am Preiskampf gestorben. 
Herstellung war zu teuer, Verluste, nächste Technologie kam zu spät. Ob 
das letztlich Qimonda gerettet hätte wäre jedoch anzuzweifeln, sie waren 
schlichtweg zu klein am Markt und spätestens der nächste Shrink der 
Konkurrenz hätte wieder das Gleiche Problem der Kosten dargestellt.

Bosch, GloFo, Infineon, Intel und AMD machen keine Speicher. Wenn man 
mal von Intel Flash absieht. Die stellen alle im Sinne von nicht 
Schweinezyklus abhängige Produkte her. Paar Dellen gibts auch und gab es 
auch, aber nicht in dem Umfang wie beim Speicher. Das war ja unter 
anderem der Grund warum Speicher in Qimonda ausgegliedert wurde, den 
Rest kennt jeder.

Aber mir ist das letztlich egal. Soll sich jeder selbst ein Bild vom 
Thema machen. Hier ging es um Intel.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Veit D. schrieb:

> AMD hatte damals schlichtweg kein Produkt was der Markt wollte.

Naja, die Architektur, die man jetzt x86_64 nennt, hieß eigentlich (und 
heißt bei FreeBSD bis heute so) amd64.

Kann also nicht so ganz ungewollt gewesen sein. ;-)

Aber wahrscheinlich waren die AMD-Chefs zu wenig mit den Microsoft-Chefs 
golfen oder die Intel-Chefs mehr …

> Bosch, GloFo, Infineon, Intel und AMD machen keine Speicher.

In den letzten Stellenanzeigen, die Xing mir gelegentlich rüber reicht, 
sucht GloFo immer mal wieder RAM-Designer. Vermutlich nicht der high 
density RAM, der in PCs wandert, weiß ich nicht.

von Veit D. (devil-elec)


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Hallo,

die Begriffe amd64 und x86_64 dient eigentlich nur zur Unterscheidung 
damit man Intel und AMD trennen kann. Daran wird sich auch in Zukunft 
nichts ändern. Ich meinte das AMDs damalige Bulldozer einfach nicht mit 
den Intel Skylake und wie sie alle hießen mithalten konnte. AMD war 
schon auf Mehrkernnutzung optimiert was aber damals niemand nutzte. Die 
waren einfach ihrer Zeit voraus. Einfach zu zeitig. Am Markt vorbei 
entwickelt. Zur falschen Zeit am falschen Ort. :-) Wobei 
Singlethreadrechenleistung heute noch sehr wichtig ist. Nachwievor ist 
es scheinbar schwierig allgemeine Software für Mehrkern anzupassen. Es 
gibt aber immer mehr Software die das gut nutzen kann und eben auch das 
"Zugpferd" PC Spiele die immer mehr Kerne auslasten können. Wenn du 
unter deinem Linux Programme kompilierst hast du schon immer von 
Mehrkern profitiert. Da wäre damals sicherlich auch ein Bulldozer von 
Vorteil gewesen. Unter Windows dauert die Entwicklung daraufhin länger. 
:-)  Du hast das ja schon angedeutet. Mit Windows 11 gibt es ja auch so 
eine Merkwürdigkeit das die Ryzen plötzlich ohne Grund etwas langsamer 
sind. Ein Schelm wer böses denkt. AMD musste einen Patch für irgendwas 
rausbringen was eigentlich Microsoftsaufgabe gewesen wäre. Gut ist, dass 
Torvald einen 16 Kern Ryzen Rechner hat, bedeutet für AMD ist Linux ein 
gutes Pflaster.

GloFo und RAM. Wer weiß was die machen wollen. Ich habe keine Ahnung.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Veit D. schrieb:
> die Begriffe amd64 und x86_64 dient eigentlich nur zur Unterscheidung
> damit man Intel und AMD trennen kann.

Nö, die Architektur(erweiterung) war von AMD, zu einer Zeit, da Intel 
immer noch das tote Itanium-Pferd geritten hat.

Nachdem Intel eilends auch auf den Zug aufgesprungen war, musste die 
Architektur schnell umbenannt werden. Kann ja nicht sein, dass Intel 
eine AMD-Architektur verkauft.

> GloFo und RAM. Wer weiß was die machen wollen. Ich habe keine Ahnung.

Ich auch nicht, ich staune selbst ein wenig, dass eine eher reine Fab da 
Designleute sucht.

von Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben (Gast)


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Jörg W. schrieb:
>> GloFo und RAM. Wer weiß was die machen wollen. Ich habe keine Ahnung.
>
> Ich auch nicht, ich staune selbst ein wenig, dass eine eher reine Fab da
> Designleute sucht.

Halt die Frage, was man dort unter Design versteht. Design ist bei einem 
Chipfertiger das Layout, der Designer malt also bunte Rechtecke und 
Quadrate in den Rechner. Damit es nicht langweilig wird bei den 
langweiligen RAM-Ebenen muss halt viel Script ran. Und auch im RAM 
steckt mehr als nur Speicherzellenen, man denke an den JTAG-Controller, 
die Hispeed-IO, diverse Testschaltungen, Power-Suspend-modes etc. pp..

Und vieles in einer CPU sind schliesslich RAM-Strukturen. Schon beim 
4004 findet man die RAMzellen, die die Register aufbauen, später kommen 
noch Caches, TLB etc. hinzu. Auch die FPGA-Heinis sortieren ihre 
bausteine wegen der regelmäßigen Strukturen eher unter Memories als 
unter 'logik' ein.

Früher hies es, das ein Halbleiterhersteller kleinere 
Fertigungstechnologie immer erst an den regelmäßigen RAMstrukturen 
aufbaut bevor er zu den Logikchips wechselt. Das bedeudet dann halt ein 
paar Layer mehr und mehr Geometrie-Sonderfälle.

Hinsichtlich der Logik, also der Hardwarearchitektur eines prozessor 
gibt es IMHO nicht viel neue Schaltungstechnik mehr zu designen. 
Branch-prediction-Unit, Pipelineing, Multi-Core ... Ingenieurmäßig ist 
das alles kalter Kaffee, das machen heute Studenten im FPGA-Labor. Bei 
ARM, intel und Co dürfen dazu gerne Patterson, Hennessy und Sophie 
Wilson erzählen, was sie sich und ihre Doktoranden in den 80/90 
ausgedacht haben.

von rbx (Gast)


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Warum hatt mir der Herrgott zwei Hände gegeben schrieb im Beitrag 
#7118386:
> also der Hardwarearchitektur eines prozessor
> gibt es IMHO nicht viel neue Schaltungstechnik mehr zu designen.

Man könnte über eine Cache-Vergrößerung nachdenken.

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