Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Projekt Labornetzteil - Suche passende Anleitungen


von Keks F. (keksliebhaber)


Lesenswert?

Hallo!

Ich verweise mal auf den Unterpunkt hier: 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Labornetzger%C3%A4te#Selbstbau

Gehäuse sind kein Problem/druckbar. Trafos habe ich jetzt auch genug. 
Einer aus einem alten Linearnetzteil, dessen Platine ich im Nachlass 
eines Nachbarn gefunden habe. Jetzt auch noch 6 Trafos von diversen Ersa 
Lötstationen, die in einem benachbarten Betrieb entsorgt worden sind. 
Letztere sind auf 24V 90VA spezifiziert. Also denke ich mehr als 
brauchbar, einige auch mit zwei Spannungen.

Durch die Verwöhnung von modernen ICs habe ich leider die guten alten 
analogen Grundlagen verlernt, eigentlich komplett vergessen, und möchte 
diese mit diesem Projekt wieder auffrischen.

Ich suche daher nach Anleitungen/Projektbegleitungen für lineare 
Netzteile mit einstellbarer Spannung und einstellbarer Strombegrenzung. 
Dazu finden sich diverse Beispiele online, aber die sind eher so "Hier 
hast du den Schaltplan", was mir nicht so gefällt. Da habe ich dann 
nichts von lerntechnisch.

Den Herren hier finde ich wirklich super: 
https://www.youtube.com/watch?v=YiK_fD_WggE&list=PLNm1_xEfhzSDIdf6N-3JvbKWPcA6YBw3t
Leider ist das Design wohl eher exemplarisch und hat in der Praxis 
einige Nachteile. 
https://www.eevblog.com/forum/projects/current-limiting-for-a-linear-power-supply/

Hat jemand eine gute Empfehlung? Vielen Dank!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Wichtige Eigenschaft bei einem analogen Labornetzteil ist, dass beim 
Potientiometer ein drop-out des Schleifkontaktes nicht zu einem 
Spannungssprung zu einer höheren Ausgangsspannung kommt, sondern 
umgekehrt. Das Gleiche gilt für die Strombegrenzungseinstellung.

von Marcel V. (mavin)


Lesenswert?

Keks F. schrieb:
> Hat jemand eine gute Empfehlung? Vielen Dank!

Hier werden zahlreiche Labornetzgeräte mit Schaltplan präsentiert:

Beitrag "Labornetzgerät - Fragen zum Schaltplan"

von Wollvieh W. (wollvieh)


Lesenswert?

Analoge Labornetzteile sind entweder nach dem Funkschau-Prinzip von 1976 
aufgebaut. Oder nicht nur nach dem Prinzip, sondern genau gleich. :)

Die einzigen Permutationen sind die verwendeten Opamps und 
Leistungstransistoren, sowie natürlich die Anzeigeinstrumente.

Wie hier mal diskutiert wurde, neigen manche der Geräte zum Schwingen, 
weshalb die Hersteller überall kleine Kondensatoren reingestreut haben. 
Daraus schließe ich, daß selbst diese Hersteller "nur den Schaltplan 
verwenden", aber kein tiefergehendes Verständnis davon haben, was da 
eigentlich passiert.

Es gibt eine Appnote (das ist Papier, kein Programm für ein Telefon), 
von HP glaube ich, über Thyristorvorregelungen für solche Netzteile. Da 
kann man wirklich was lernen, falls man es verseht.

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Mach Dir doch erst mal Gedanken zu den Features:

- Spannungsbereich
- Max. Strom
- Sollwerte analog per Poti oder Digital?
- Anzeigeinstrumente, Analog, Digital, Genauigkeit?
- Schnittstellen für Fernsteuerung etc.
- OCP, OVP?
- Extras wie mehrere Kanäle, 2- oder 4-Quadrantenbetrieb,...

Was davon ist für Dich Muss, was brauchst Du nicht?

von Gerd E. (robberknight)


Lesenswert?

Keks F. schrieb:
> Gehäuse sind kein Problem/druckbar.

Das mit dem 3D-Drucken würde ich mir nochmal überlegen - Labornetzteile 
werden durchaus mal wärmer, müssen die durchaus gewichtigen Trafos und 
Kühlkörper tragen und sollen dann nicht gleich schmelzen oder Feuer 
fangen.

von Wolf17 (wolf17)


Lesenswert?

Als Anfangsprojekt rate ich zu einer analogen Lösung, nicht zu einem 
Schaltnetzteil. Da ergeben sich vorher Fragen!
Sind OPs oder ein 723 erlaubt, oder muss es ganz diskret sein?
Muss der Ausgang bis 0V reichen, oder geht eine Mindestspannung?
Reichen 24V Maximalspannung, oder wie viel soll es sein?
Soll es ein Bauvorschlag mit Platine sein, oder wird die selber 
entworfen?
Wie viel A Ausgangsstrom?
Schon an die Verlustleistung gedacht? (wenn die Trafos 12V Wicklungen 
hätten, z. B. alte Halogentrafos, wäre eine automatische 
Relaisumschaltung zur Minimierung machbar).
Analog oder Digitalanzeigen? (Preiswerte digitale brauchen getrennte 
Versorgung)

Keks F. schrieb:
> "Hier hast du den Schaltplan", was mir nicht so gefällt. Da habe ich
> dann nichts von lerntechnisch.
Warum nicht? Man lernt auch, wenn man die bestehende Schaltung 
analysiert. Man muss das Rad nicht neu erfinden.
Wenn OPs erlaubt sind, schlage ich vor ein altes analoges Conrad 
Netzteil nachzubauen, damals gab es noch Schaltpläne.

von Manfred P. (pruckelfred)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Rohde & Schwarz hatte zuverlässige Längsreglernetzteile, ich vermute 
Entwicklung 60er/70er Jahre. Einfache und unkritisch handelsübliche 
Halbleiter, Nachbaufähig.

Änlich simpel waren die HP-Netzgeräte E3611A aufgebaut, Anfang 90er - 
das Service-Manual findet sich im Internet und die Schaltung wäre 
ebenfalls nachbaufähig.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Keks F. schrieb:
> Ich suche daher nach Anleitungen/Projektbegleitungen für lineare
> Netzteile mit einstellbarer Spannung und einstellbarer Strombegrenzung

https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9.1

Allerdings werden moderne (Labor)Netzteile nicht mehr mit Linearreglern 
und grossen Leistungstransistoren und grossen Kuhlkörpern aufgebaut, 
sondern als Schaltnetzteil mit kleinem Ferritkerntrafo und sind daher 
viel kleiner aufbaubar und viel billiger verkaufbar.

Dein 24V/90W Trafo reicht eh bloss für ein 0-20V 0-2.2A Netzteil, dessen 
Elektronik mit von 24 bis zu 40V schwankender Spannung am Siebelko 
auskommen muss.

von Bastian K. (b0b45)


Lesenswert?

Als ich letztes Jahr angefangen hatte, für mich selbst ein Labornetzteil 
zu bauen, musste ich auch feststellen, dass die meisten Pläne für 
lineare Reglungen aus den 80er stammen, bzw. die verwendeten Bauteile 
aus dieser Zeit kommen. Bei vielen DIY-Plänen ist zudem schwer 
festzustellen, ob die Schaltung überhaupt sauber funktioniert.

Ich hatte dann auf Basis des alten Elektor 82 Prinzips und viel Muße ein 
eigenes Netzteil entworfen was sogar ordentlich funktioniert.
Wenn du wirklich ein funktionierendes Netzteil bauen willst, musst du 
entweder viel Glück haben, dass jmd. brauchbares Planwerk zur Verfügung 
stellt oder es wird ein langer Weg mit viel Eigeninitiative.

Viele Grüße

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.