Operationsverstärker - Die-Bilder

#6250323
Lesenswert?

Hi all!

Ich habe heute ein paar nette Bilder eines OPA541 für euch:

https://www.richis-lab.de/Opamp02.htm

Es handelt sich um einen Hochleistungs-Operationsverstärker. Aber lest 
selbst...

Für alle die schon mal Angst hatten in einem Package auf Berylliumoxid 
zu stoßen, hier seht ihr mal wie das aussehen kann. Meines Erachtens ist 
das Zeug relativ ungefährlich solange man es nicht beschädigt.

Grüße,

Richard
: Bearbeitet durch Moderator
#6250393
Lesenswert?

Ich liebe diesen "Silikonp0rno";-)

Nochmals vielen Dank für Deine liebevoll gestaltete Serie. Das so zu 
photographieren dürfte bestimmt auch sehr zeitverschlingend sein.

Solange man durch schleifende Bearbeitung keinen BeO2 Staub produziert 
ist dieses Material, so wie eingesetzt, durchaus gesundheitsunschädlich. 
Ich arbeitete früher auch viel mit dem Zeug (4CX250, 4CX1000), diverse 
HF Leistungshalbleiter.

Kostet bei DK je nach Version über CDN$150; im TO220-11 Gehäuse 
allerdings nur um $20.
#6250394
Lesenswert?

oszi40 schrieb:
> Danke, OPA541 als TO3 sieht man nicht alle Tage ohne Deckel.

Achja: Danke an Marek für das Teil! Hätte ich fast unterschlagen...


Roland F. schrieb:
> Hast du deine Ausrüstung aufgerüstet? Die Bildqualität ist unglaublich
> gut. Das Schrägbild des Dies mit seiner Kontaktierung wirkt schon fast
> dreidimensional, unfassbar.

Irgendwie ist es besser geworden, ist mir auch aufgefallen. :)
Meine Interpretation:
1. Die Focus-Stacking-Bilder machen sich allgemein sehr gut. Der 
3D-Effekt sieht einfach gut aus.
2. Nach den Optik-Diskussionen mit Egon und einigen Erfahrungen versuche 
ich immer mindestens einen Satz Distanzringe zu verwenden. Distanzringe 
reduzieren zwar irgendwann die Bildqualität, ein bisschen Abstand 
zwischen Objektiv und Kamera scheint aber immer erst mal eine 
Verbesserung zu bringen. Das liegt wohl am Mindestabstand für den das 
Objektiv optimiert ist.
3. Ganz komisch: Ich habe meine warmweiße OSRAM Dulux S Lampe gegen eine 
kaltweiße getauscht. Eigentlich ohne großen Hintergedanken, die 
Farbpallette trimme ich bei IC-Bilder sowieso immer in den 
psychodelischen Bereich. Irgendwie wurden damit aber die Bilder 
anscheinend ebenfalls minimal besser. Erklären kann ich mir das nicht, 
aber ich sage es ja immer wieder: Es ist viel Erfahrung dabei...
4. Glück - Manchmal hab ich mehr Glück, manchmal weniger. Das kommt 
dazu...


sid schrieb:
> sonst würd ich nach der Kamera und dem Setup fragen
> egal..

Das hatten wir schon ein paar Mal. :)
Die (nicht mehr ganz aktuelle) Infos-Seite dazu:
https://www.richis-lab.de/Howto.htm
Die neuesten Neuigkeiten dazu hier:
Beitrag "DACs - Die-Bilder"?
Ich werde die HowTo-Seite mal überarbeiten müssen.


Und wie immer gilt: Danke für das positive Feedback! Freut mich immer!
#6250395
Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Nochmals vielen Dank für Deine liebevoll gestaltete Serie. Das so zu
> photographieren dürfte bestimmt auch sehr zeitverschlingend sein.

Gerne! :)
Ohja, Bilder machen mit meinem semiprofessionellen Aufbau, Bearbeitung 
und mit ein paar Analysen versehen ist einiges an Aufwand. Gut, dass es 
mir Spaß macht! :)
Ich versuche allerdings den 80:20-Prozess zu fahren: 20% Aufwand - 80% 
Ergebnis. Man könnte manche Dinge noch perfekter darstellen und 
analysieren, aber dann würde der Output stark zurück gehen. Letztlich 
soll es mir noch Spaß machen und euch unterhalten, da ist 80:20 meines 
Erachtens ganz gut.

Gerhard O. schrieb:
> Solange man durch schleifende Bearbeitung keinen BeO2 Staub produziert
> ist dieses Material, so wie eingesetzt, durchaus gesundheitsunschädlich.
> Ich arbeitete früher auch viel mit dem Zeug (4CX250, 4CX1000), diverse
> HF Leistungshalbleiter.

Hier fehlt aber ein "nicht", oder? Unbearbeitet ist es nicht 
gesundheitschädlich?

Gerhard O. schrieb:
> Kostet bei DK je nach Version über CDN$150; im TO220-11 Gehäuse
> allerdings nur um $20.

Ja das Teil ist nicht günstig. :)
#6250397
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Nochmals vielen Dank für Deine liebevoll gestaltete Serie. Das so zu
>> photographieren dürfte bestimmt auch sehr zeitverschlingend sein.
>
> Gerne! :)
> Ohja, Bilder machen mit meinem semiprofessionellen Aufbau, Bearbeitung
> und mit ein paar Analysen versehen ist einiges an Aufwand. Gut, dass es
> mir Spaß macht! :)
> Ich versuche allerdings den 80:20-Prozess zu fahren: 20% Aufwand - 80%
> Ergebnis. Man könnte manche Dinge noch perfekter darstellen und
> analysieren, aber dann würde der Output stark zurück gehen. Letztlich
> soll es mir noch Spaß machen und euch unterhalten, da ist 80:20 meines
> Erachtens ganz gut.
Hast recht. Sehe ich genauso.
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Solange man durch schleifende Bearbeitung keinen BeO2 Staub produziert
>> ist dieses Material, so wie eingesetzt, durchaus gesundheitsunschädlich.
>> Ich arbeitete früher auch viel mit dem Zeug (4CX250, 4CX1000), diverse
>> HF Leistungshalbleiter.
>
> Hier fehlt aber ein "nicht", oder? Unbearbeitet ist es nicht
> gesundheitschädlich?

Anfassen ist ungefährlich.

Ja. Danke. Das fehlende "nicht" hat beim Durchlesen nicht registriert. 
Ich lese die Sätze immer als Ganzes und da passiert das dann. Peinlich, 
peinlich...

Hätte so geschrieben sein müssen: ... Solange man NICHT durch 
schleifende Bearbeitung BeO2 Staub produziert...

>
> Gerhard O. schrieb:
>> Kostet bei DK je nach Version über CDN$150; im TO220-11 Gehäuse
>> allerdings nur um $20.
>
> Ja das Teil ist nicht günstig. :)
Kommt auf die Branche und Einsatz an. In meiner (industriellen) Branche 
spielen Kosten eigentlich nur selten eine große Rolle.

BTW. In welcher Zeitzone hältst Du Dich eigentlich auf? Bei mir ist es 
W.113 Grad;-) von D bin ich 8 Stunden zurückliegend.

Ich habe irgendwo noch einen geöffneten "Fetlington" der wie ein 
obergroßer TO-5 mit hohen Hut aussieht und einen siebenpoligen Röhren 
Pico Zirkel hat. Der Die, obwohl einfach und relativ groß, sieht auch 
sehr interessant aus. Wenn ich ihn finde, könnte ich Dir ihn schicken, 
wenn es Dich interessiert. Der Hersteller könnte RCA oder Raytheon sein. 
Aber da müßte ich erst nachsehen.
#6250398
Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
>> Gerhard O. schrieb:
>>> Kostet bei DK je nach Version über CDN$150; im TO220-11 Gehäuse
>>> allerdings nur um $20.
>>
>> Ja das Teil ist nicht günstig. :)
> Kommt auf die Branche und Einsatz an. In meiner (industriellen) Branche
> spielen Kosten eigentlich nur selten eine große Rolle.

Klar, das kenne ich auch. Wenn man in der Industrie Teile wirklich 
braucht ist der Preis erst mal nebensächlich. :)


Gerhard O. schrieb:
> BTW. In welcher Zeitzone hältst Du Dich eigentlich auf? Bei mir ist es
> W.113 Grad;-) von D bin ich 8 Stunden zurückliegend.

Ich bewege mich ganz klassisch im UTC+1. Allerdings bin ich ein 
Nachtmensch und brauche nicht viel Schlaf. Letzteres unterstützt mich 
enorm beim Befüllen meiner Website... :)


Gerhard O. schrieb:
> Ich habe irgendwo noch einen geöffneten "Fetlington" der wie ein
> obergroßer TO-5 mit hohen Hut aussieht und einen siebenpoligen Röhren
> Pico Zirkel hat. Der Die, obwohl einfach und relativ groß, sieht auch
> sehr interessant aus. Wenn ich ihn finde, könnte ich Dir ihn schicken,
> wenn es Dich interessiert. Der Hersteller könnte RCA oder Raytheon sein.
> Aber da müßte ich erst nachsehen.

Klingt sehr interessant und würde ich mir natürlich gerne ansehen.
Melde dich bitte wenn du das Teil findest.
#6250400
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>>> Gerhard O. schrieb:
>>>> Kostet bei DK je nach Version über CDN$150; im TO220-11 Gehäuse
>>>> allerdings nur um $20.
>>>
>>> Ja das Teil ist nicht günstig. :)
>> Kommt auf die Branche und Einsatz an. In meiner (industriellen) Branche
>> spielen Kosten eigentlich nur selten eine große Rolle.
>
> Klar, das kenne ich auch. Wenn man in der Industrie Teile wirklich
> braucht ist der Preis erst mal nebensächlich. :)
>
> Gerhard O. schrieb:
>> BTW. In welcher Zeitzone hältst Du Dich eigentlich auf? Bei mir ist es
>> W.113 Grad;-) von D bin ich 8 Stunden zurückliegend.
>
> Ich bewege mich ganz klassisch im UTC+1. Allerdings bin ich ein
> Nachtmensch und brauche nicht viel Schlaf. Letzteres unterstützt mich
> enorm beim Befüllen meiner Website... :)

OK. Ich vermutete schon, daß Du Dich möglicherweise im Trumpland 
aufhältst. Das macht Dich dann halt zur Nachteule;-)
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich habe irgendwo noch einen geöffneten "Fetlington" der wie ein
>> obergroßer TO-5 mit hohen Hut aussieht und einen siebenpoligen Röhren
>> Pico Anschluß-Zirkel hat. Der Die, obwohl einfach und relativ groß, sieht auch
>> sehr interessant aus. Wenn ich ihn finde, könnte ich Dir ihn schicken,
>> wenn es Dich interessiert. Der Hersteller könnte RCA oder Raytheon sein.
>> Aber da müßte ich erst nachsehen.
>
> Klingt sehr interessant und würde ich mir natürlich gerne ansehen.
> Melde dich bitte wenn du das Teil findest.

OK. Werde Dir eine PN schicken wenn es so weit ist.

Ich werde mich aber jetzt verkrümeln weil morgen wieder die Arbeit ruft 
und Schlaf vonnöten ist...
#6250402
Lesenswert?

Jules J. schrieb:
> UTC-9 hier, vielen Dank für die fantastischen Bilder.
>
> PS: Ich glaube der Satz war schon richtig, du hast
> "gesundheits*un*schädlich" geschrieben, die leicht übersehbare Negierung
> ist also durchaus schon drin!

Hmm. Das stimmt eigentlich auch. Allerdings ist meine "berichtigte" 
Version irgendwie doch klarer in der Aussage. Danke für deinen Einwurf.
UTC-7 hier, Edmonton...
#6250403
Lesenswert?

Jules J. schrieb:
> UTC-9 hier, vielen Dank für die fantastischen Bilder.
>
> PS: Ich glaube der Satz war schon richtig, du hast
> "gesundheits*un*schädlich" geschrieben, die leicht übersehbare Negierung
> ist also durchaus schon drin!

Danke!
Ah, das habe ich wiederum übersehen. Na Hauptsache wir sind uns einig!


Gerhard O. schrieb:
> OK. Werde Dir eine PN schicken wenn es so weit ist.
>
> Ich werde mich aber jetzt verkrümeln weil morgen wieder die Arbeit ruft
> und Schlaf vonnöten ist...

Sehr schön!
Ich werde jetzt mal das Arbeiten anfangen... :)
#6250566
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> Ich habe heute ein paar nette Bilder eines OPA541 für euch:
>
> Die Leitungsführung ist schon merkwürdig. Wenn man das Die um 90° ccw
> dreht, ergeben sich wesentlich kürzere und einfachere Leitungen.

Die Leitungen werden beim Drehen zwar im allgemeinen kürzer, die 
Anbindung der einzelnen Endstufen an den Ausgang wäre so aber weniger 
symmetrisch. Für die unteren Transistoren würde sich der Weg verlängern. 
Wahrscheinlich wäre die Platzierung der vier Bonddrähte alleine schon 
schwierig.
Ich vermute es wurde viel Wert auf eine symmetrische, niederinduktive 
Anbindung gelegt und diesbezüglich könnte das vorliegende Design 
tatsächlich ein Optimum sein.
Gast #6251043
Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:

> Ich habe irgendwo noch einen geöffneten "Fetlington" der wie ein
> obergroßer TO-5 mit hohen Hut aussieht und einen siebenpoligen Röhren
> Pico Zirkel hat. Der Die, obwohl einfach und relativ groß, sieht auch
> sehr interessant aus. Wenn ich ihn finde, könnte ich Dir ihn schicken,
> wenn es Dich interessiert. Der Hersteller könnte RCA oder Raytheon sein.
> Aber da müßte ich erst nachsehen.

Ein Fetron. Die waren als solid state replacement für Nuvistoren 
gedacht.

https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_tr1018.html
http://www.philipstorr.id.au/radio/eleven/fetron.htm
#6251063
Lesenswert?

Hallo Richard,

mal wieder geile Sache. Deswegen möchte fragen, könntest du die Bilder 1 
und 3 nach dem Innenschaltplan vielleicht größer zur Verfügung stellen? 
Ich würde mir davon gern zwei Hintergrundbilder erstellen. Mein Monitor 
hat 2560x1440. Würde ich mir dann passend zurechtschneiden.
#6251189
Lesenswert?

Veit D. schrieb:
> Hallo Richard,
>
> mal wieder geile Sache. Deswegen möchte fragen, könntest du die Bilder 1
> und 3 nach dem Innenschaltplan vielleicht größer zur Verfügung stellen?
> Ich würde mir davon gern zwei Hintergrundbilder erstellen. Mein Monitor
> hat 2560x1440. Würde ich mir dann passend zurechtschneiden.

Danke!
Das sind die Original-Bilder:
https://richis-lab.de/temp/01.jpg
https://richis-lab.de/temp/02.jpg
...ich dürfte die Original-Bilder eigentlich gar nicht hochladen, beim 
reinzoomen merkt man nur, dass sie nicht perfekt sind. :)
Ich hoffe es fragt jetzt nicht jeder nach Wallpapern... :)


Soul E. schrieb:
> Stefan ⛄ F. schrieb:
>
>> Wie werden eigentlich die Bond-Drähte an das Silizium geklebt?
>
> Üblicherweise wird gebonded, also Ultraschall-Reibgeschweisst.
> https://de.wikipedia.org/wiki/Drahtbonden

Genau, dann gibt es noch Ball-Bonds und Wedge-Bonds; Aluminium, Gold, 
Kupfer und Palladium-Kupfer; Schutzgasbonden; Aluminiumdendriten, die in 
das Silizium wachsen; unerwünschte Legierungen, die sich bilden; die 
Frage ob man unter Bondpads aktive Elemente platzieren darf bzw. kann; 
Secure-Bonds wie ich erst selbst gelernt habe;
Eine Wissenschaft für sich. Aber man findet online sehr viel 
Informationen dazu...
#6251312
Lesenswert?

Hallo Dieter,
ich habe noch 3 davon. DAC 729 hätte ich auch noch, der komplette IC mit 
40 Pins ist mit einem Blechdeckel zugemacht, also vermutlich auch ein 
Hybrid.
Und ja, ich weiß, was für den AP88 bei Digi-Key usw aufgerufen wird.
Dienstlich könnte ich die sogar einsetzen, aber es hat sich noch nicht 
ergeben.
Gruß, Jochen
#6251318
Lesenswert?

Dieter W. (dds5)

>Bei meinem PA61 auch, aber den geb ich nicht her zum "Schlachten".
>Und der unbenutzte AD1377KD, Datecode 1993 würde sicher auch schöne
>Bilder abgeben - aber bei dem PREIS!
>https://www.buerklin.com/de/AD1377KD/p/75S0556

Eine Kuh wird nach der Schlachtung wertvoller. Vielleicht passiert das 
mit Deinem IC in Richards Schlachthaus - äähh Fotoatelier auch? ;-)
#6251344
Lesenswert?

Dieter W. schrieb:
> Und der unbenutzte AD1377KD, Datecode 1993 würde sicher auch schöne
> Bilder abgeben - aber bei dem PREIS!
> https://www.buerklin.com/de/AD1377KD/p/75S0556

Gut dass ich schon zwei AD1139 in der Warteschlage habe... :) :) :)


Veit D. schrieb:
> Vielen vielen Dank. Das sieht SUPER aus.

Na dann passt´s ja! :)


Der DAC729 wäre sicher auch interessant. :)
Es ist alles für die Wissenschaft oder die Kunst oder zur Unterhaltung. 
Wie es euch beliebt. :)
#6251832
Lesenswert?

Hallo,
Richard K. schrieb:
> 3. Ganz komisch: Ich habe meine warmweiße OSRAM Dulux S Lampe gegen eine
> kaltweiße getauscht. Eigentlich ohne großen Hintergedanken, die
> Farbpallette trimme ich bei IC-Bilder sowieso immer in den
> psychodelischen Bereich.

Hast du vielleicht vorher bei dem warm-weißen OSRAM-Leuchtmittel einen 
Weißabgleich gemacht und bei dem kalt-weißen Leuchtmittel nicht mehr?

rhf
#6251877
Lesenswert?

Roland F. schrieb:
> Hallo,
> Richard K. schrieb:
>> 3. Ganz komisch: Ich habe meine warmweiße OSRAM Dulux S Lampe gegen eine
>> kaltweiße getauscht. Eigentlich ohne großen Hintergedanken, die
>> Farbpallette trimme ich bei IC-Bilder sowieso immer in den
>> psychodelischen Bereich.
>
> Hast du vielleicht vorher bei dem warm-weißen OSRAM-Leuchtmittel einen
> Weißabgleich gemacht und bei dem kalt-weißen Leuchtmittel nicht mehr?
>
> rhf


Hallo Roland,

den Weißabgleich mache ich bei Bedarf bei der Nachbearbeitung. Da ich 
RAW-Bilder aufnehme ist das kein Problem.

Ein sehr geschätzter Kollege meinte, dass es am besseren Ra-Wert der 
weißen Lampe liegen könnte.
Ich konnte mir das erst nicht vorstellen, schließlich nehme ich ein Bild 
von etwas auf, das im ersten Moment schwarz/weiß ist. Die Farben kommen 
erst durch Resonanzen innerhalb der dünnen Schichten zustande (deswegen 
ist auch das Auflicht notwendig).
Mittlerweile muss ich allerdings zugeben, dass die Erklärung über den 
Ra-Wert physikalisch vielleicht doch logisch ist: Sind mehr Wellenlängen 
im Licht der Beleuchtung enthalten, so lassen sich auch mehr 
unterschiedliche Resonanzen sauber anregen.
Im ersten Moment ist das noch keine Erklärung für schärfere Bilder, ich 
habe aber bei meinen vielen Bildern festgestellt, dass die 
"Auflichtbilder" nicht nur farbig, sondern irgendwie auch schärfer sind 
(warum auch immer). So wäre es durchaus erklärbar, dass "besser 
eingefärbte" Bilder auch schärfer werden.

Grüße,

Richard
#6252113
Lesenswert?

Hallo,
Richard K. schrieb:
> ...ich habe aber bei meinen vielen Bildern festgestellt, dass
> die "Auflichtbilder" nicht nur farbig, sondern irgendwie auch
> schärfer sind...

Ja, den Eindruck habe ich auch.

> So wäre es durchaus erklärbar, dass "besser eingefärbte" Bilder
> auch schärfer werden.

Spekulation: Ich könnte mir vorstellen das die Kontraste bei den 
Auflichtbildern besser sind und die Bilder dadurch einfach schärfer 
wirken.

rhf

P.S.
In einem deiner Bilder zeigst du ein Element, das 91µm breit ist. Die 
kleinste Struktur innerhalb dieses Elementes schätze ich auf etwa 3-4µm. 
Wenn man sich jetzt mal vorstellt, das die kleinsten, (produktiv) 
herstellbaren Strukturbreiten im Moment 7nm (!) liegen (das ein 1/500), 
ist absolut faszinierend das das alles überhaupt funktioniert.
#6252267
Lesenswert?

Roland F. schrieb:
> Spekulation: Ich könnte mir vorstellen das die Kontraste bei den
> Auflichtbildern besser sind und die Bilder dadurch einfach schärfer
> wirken.

Gut möglich...


Roland F. schrieb:
> P.S.
> In einem deiner Bilder zeigst du ein Element, das 91µm breit ist. Die
> kleinste Struktur innerhalb dieses Elementes schätze ich auf etwa 3-4µm.
> Wenn man sich jetzt mal vorstellt, das die kleinsten, (produktiv)
> herstellbaren Strukturbreiten im Moment 7nm (!) liegen (das ein 1/500),
> ist absolut faszinierend das das alles überhaupt funktioniert.

Ja das ist schon faszinierend. Da spricht man dann von einzelnen 
Atomlagen...
Dazu kommt noch, dass man das alles auch noch in Großserie fertigen 
muss. Wir reden hier nicht über ein Teil, dass nach einem Jahren gerade 
so mal kurz in einem Forschungslabor zum laufen gebracht wird, sondern 
es geht um Bauteile, die fast jeder daheim stehen hat und jeden Tag 
nutzt! (...7nm noch nicht ganz, aber das kommt noch...)
Gast #6252317
Lesenswert?

Roland F. schrieb:

> In einem deiner Bilder zeigst du ein Element, das 91µm breit ist. Die
> kleinste Struktur innerhalb dieses Elementes schätze ich auf etwa 3-4µm.
> Wenn man sich jetzt mal vorstellt, das die kleinsten, (produktiv)
> herstellbaren Strukturbreiten im Moment 7nm (!) liegen (das ein 1/500),
> ist absolut faszinierend das das alles überhaupt funktioniert.

Irgendwann musst Du mit UV-Licht fotografieren. Das ist kurzwelliger und 
schafft noch ein paar nm mehr aufzulösen.
#6252335
Lesenswert?

Soul E. schrieb:
> Roland F. schrieb:
>
>> In einem deiner Bilder zeigst du ein Element, das 91µm breit ist. Die
>> kleinste Struktur innerhalb dieses Elementes schätze ich auf etwa 3-4µm.
>> Wenn man sich jetzt mal vorstellt, das die kleinsten, (produktiv)
>> herstellbaren Strukturbreiten im Moment 7nm (!) liegen (das ein 1/500),
>> ist absolut faszinierend das das alles überhaupt funktioniert.
>
> Irgendwann musst Du mit UV-Licht fotografieren. Das ist kurzwelliger und
> schafft noch ein paar nm mehr aufzulösen.

Vorher muss ich mal die Optik austauschen. :)
#6252345
Lesenswert?

Egon D. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>
>>> Irgendwann musst Du mit UV-Licht fotografieren. Das ist
>>> kurzwelliger und schafft noch ein paar nm mehr aufzulösen.
>>
>> Vorher muss ich mal die Optik austauschen. :)
>
> ...und die Kamera gleich mit. :)

Die händische Ausrichtung könnte dann auch schwierig werden... :)

...bis auf weiteres müssen wir uns wohl mit der aktuellen Qualität 
abfinden...
Gast #6252346
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

> Im ersten Moment ist das noch keine Erklärung für
> schärfere Bilder, ich habe aber bei meinen vielen
> Bildern festgestellt, dass die "Auflichtbilder" nicht
> nur farbig, sondern irgendwie auch schärfer sind
> (warum auch immer).

Hmm.
Magst Du nochmal ein paar Worte dazu sagen, was mit
"Auflichtbildern" gemeint ist?

Ich hatte Dich so verstanden, dass Deine Anordnung so
ist: Lampe -- Die -- Objektiv -- Zwischenringe -- Kamera,
so dass der Chip nur indirekt mit dem an der Objektivfassung
gestreuten Licht beleuchtet wird.

Habe ich das falsch verstanden?
#6252361
Lesenswert?

Egon D. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>
>> Im ersten Moment ist das noch keine Erklärung für
>> schärfere Bilder, ich habe aber bei meinen vielen
>> Bildern festgestellt, dass die "Auflichtbilder" nicht
>> nur farbig, sondern irgendwie auch schärfer sind
>> (warum auch immer).
>
> Hmm.
> Magst Du nochmal ein paar Worte dazu sagen, was mit
> "Auflichtbildern" gemeint ist?
>
> Ich hatte Dich so verstanden, dass Deine Anordnung so
> ist: Lampe -- Die -- Objektiv -- Zwischenringe -- Kamera,
> so dass der Chip nur indirekt mit dem an der Objektivfassung
> gestreuten Licht beleuchtet wird.
>
> Habe ich das falsch verstanden?

Das hast du schon richtig verstanden.
Nach einer Runde im Mikroskopie-Forum habe ich gelernt, dass man solche 
"bunten Chip-Fotos" eigentlich nur mit einem Auflicht-Mikroskop 
erstellen kann. Das Licht fällt durch das Objektiv auf das Die und es 
kommt zu den notwendigen Resonanzen in den dünnen Schichten.
Bei mir scheint sich das reflektierte Licht so zu verhalten als wenn es 
wie bei Auflicht-Mikroskopen durch das Objektiv gekommen wäre.
Aus diesem Grund nenne ich das mittlerweile oft Auflicht-Bilder. In der 
Mikroskopie ist das logisch und eindeutig, ich gebe aber zu, dass es 
missverständlich sein kann wenn man wie wir aus der Fotografie-Ecke 
kommt, wo Auflicht gefühlt alles ist...

War das soweit verständlich?
(Firma: مهندس) #6252503
Lesenswert?

Soul E. schrieb:
> Ein Fetron. Die waren als solid state replacement für Nuvistoren
> gedacht.
> https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_tr1018.html
> http://www.philipstorr.id.au/radio/eleven/fetron.htm

Wieder was gelernt - Fetron kannte ich noch nicht. Ich Idiot, habe vor 
Jahren beim Umzug ein Tektronix entsorgt welches noch mit Nuvistoren 
bestückt war.

Ansonsten, Richard: tolle Bilder, ich stöbere gerne auf Deiner Seite!
#6253264
Lesenswert?

Hallo,
Richard K. schrieb:
> (...7nm noch nicht ganz, aber das kommt noch...)

Ich hatte den Wert aus der c´t. Laut dem "Bitrauschen" in c´t 8/2020 
soll TSMC als Auftragsfertiger bei der Produktion von Zen2-Prozessordies 
für AMD schon 7nm-Fertigungstechnik einsetzen. Bei den Zen4-Prozessoren 
sollen es dann schon 5nm sein...

Aber egal, ich bin jedenfalls schon mal auf die nächsten IC-Autopsien 
gespannt. :-)

rhf
Gast #6253401
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

> Das hast du schon richtig verstanden.
> [...]

Okay, alles klar. Danke.


> Bei mir scheint sich das reflektierte Licht so zu
> verhalten als wenn es wie bei Auflicht-Mikroskopen
> durch das Objektiv gekommen wäre.

Ja... naja, fast.

Ich habe nur nachgefragt, weil ich mir vergeblich den
Kopf zerbreche, wieso die Bilder nach dem Lampenwechsel
so viel schärfer aussehen. Ich finde aber keine wirklich
plausible Erklärung...
#6253415
Lesenswert?

Egon D. schrieb:
>> Bei mir scheint sich das reflektierte Licht so zu
>> verhalten als wenn es wie bei Auflicht-Mikroskopen
>> durch das Objektiv gekommen wäre.
>
> Ja... naja, fast.

Richtig, nur fast. Aber anscheinend ausreichend. :)


Egon D. schrieb:
> Ich habe nur nachgefragt, weil ich mir vergeblich den
> Kopf zerbreche, wieso die Bilder nach dem Lampenwechsel
> so viel schärfer aussehen. Ich finde aber keine wirklich
> plausible Erklärung...

Vielleicht war auch ein bisschen Glück dabei... Mal sehen wie konstant 
die Leistung ist...
Gast #6266546
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> PA88
Interessantes Teil und ästhetische Aufnahmen der 'integrierten 
Schaltung'.


Aber mal 'ne doofe Frage: Wo verbaut man sowas?
Zum einen muß die Anwendung den Preis erstmal rechtfertigen, zum anderen 
würde ich vermutlich eher externe Transistoren (wie im Anhang) 
einsetzten.

Die OPV-Varianten, die viel Strom können, kann ich mir in linearen 
Peltieransteuerungen vorstellen, aber hohe Spannung?

Ablenkeinheiten für Kathodenstrahlröhren werden ja keine mehr gebraucht.
Angehängte Dateien:
#6266551
Lesenswert?

Für Piezo-Geschichten ist so ein Teil ganz praktisch. Da braucht man 
hohe Spannungen.

Tja und die Frage nach diskret oder integriert... Ein Teil lässt sich 
meist günstiger verbauen als mehrere Teile. Und ein Teil das für sich 
sicher funktioniert ist schneller in Serie als eine Schaltung, die erst 
entwickelt und validiert werden muss, egal wie einfach sie ist.
#6278542
Lesenswert?

Guten Abend!

Sollen wir für normale Operationsverstärker einen eigenen Thread 
aufmachen oder fassen wir alles unter dem dann nicht mehr ganz passenden 
Titel zusammen?

Heute habe ich einen LM318 von 1975:

https://richis-lab.de/Opamp05.htm

Interessant sind vor allem die variablen Kapazitäten. Ich könnte mir gut 
vorstellen, dass da 1975 wirklich noch Masken nachgearbeitet wurden...
#6292062
Lesenswert?

Bisher hatte ich von Dingen die Leuchten noch etwas Abstand gehalten. 
Meistens ist da Arsen drin. Beim Verbrennen des Gehäuses können durchaus 
Säuren entstehen. Da ist der Weg zu Arsenwasserstoff nicht weit und das 
ist ein Stück giftiger als die normalen Verbrennungsgase. Aber 
vielleicht nehme ich mir doch mal einen Optokoppler vor...

So einen kapazitiven "Optokoppler" will ich mir auf jeden Fall auch mal 
anschauen.
#6293248
Lesenswert?

Klingt interessant. Vielleicht sollte ich mit dem mal anfangen.

Wie schon öfter erwähnt:
- Das Lager ist voll, es könnte etwas dauern.
- Die Erfolgsquote liegt aktuell so bei 80-90%, es kann also gerade bei 
einem einzelnen Teil schon mal in die Hose gehen.

Ich schreib dir gleich noch eine PN...
#6298357
Lesenswert?

Heute nochmal ein kleiner Operationsverstärker, ein SFC2741C ("741") von 
Sescosem (später Thomson):

https://www.richis-lab.de/Opamp07.htm

Es handelt sich wie beschrieben nur um einen einfachen 741, also 
eigentlich nichts Besonderes. Alter und Einfachheit der Schaltung führen 
aber dazu, dass der Operationsverstärker sehr übersichtlich ist.
...und ein kleines, einfaches Kunstwerk wurde auch integriert... :)

Spender war Soul E. (souleye)
#6305139
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Ein Audio-Verstärker ist letztlich auch nichts anderes als ein
> High-Power-Operationsverstärker. Daher hier der STK463, einer der
> berühmten Sanyo-Hybrid-Verstärker:
>
> https://richis-lab.de/STK463.htm

Ist da um die Bonddrähte zu den Leistungstransistoren irgendeine 
Isoliermasse rum? Mir sieht das in den Bildern nach einer transparenten 
Masse aus, vermutlich um ein versehentlichen Kontakt zu dem dicken 
Heatspreader unten drunter zu verhindern.
#6305210
Lesenswert?

Gerd E. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> Ein Audio-Verstärker ist letztlich auch nichts anderes als ein
>> High-Power-Operationsverstärker. Daher hier der STK463, einer der
>> berühmten Sanyo-Hybrid-Verstärker:
>>
>> https://richis-lab.de/STK463.htm
>
> Ist da um die Bonddrähte zu den Leistungstransistoren irgendeine
> Isoliermasse rum? Mir sieht das in den Bildern nach einer transparenten
> Masse aus, vermutlich um ein versehentlichen Kontakt zu dem dicken
> Heatspreader unten drunter zu verhindern.

Das ist dieser Klarlack, der auch die Dies vor Umwelteinflüssen schützt. 
Ein Stück weit stützt der sicherlich auch die Bonddrähte, das ist 
richtig. Etwas abenteuerlich bleibt der Weg um den Heatspreader aber 
trotzdem...
#6305314
Lesenswert?

Abdul K. schrieb:
> Die STK waren ja auch berüchtigt für viele Defekte. Und das wurde dann
> immer teuer.

Meiner Erfahrung nach war häufig die Abwärme das Problem, was ja auch 
bei der Bauart logisch ist. Die, die ich auf dem Tisch hatte, sind meist 
entweder durch falsche Lautsprecherimpedanz (4Ohm statt 8Ohm, dadurch zu 
hoher Strom) oder durch schlechte Thermik gestorben (im Schrank, 
gestacked). Generell hab ich die Teile, in anbetracht wie inflationär 
die doch verwendet wurden, ganz gut in Erinnerung. Hier steht und fällt 
aber auch viel mit der Beschaltung und ganz klar: Der Kühlung.
#6375032
Lesenswert?

Das ist ein interessantes Tierchen:

https://www.richis-lab.de/Opamp13.htm

Der OPA676 ist ein Operationsverstärker mit zwei differentiellen 
Eingängen, zwischen denen man umschalten kann. Dazu kommt eine 
ansehnliche Bandbreite von bis zu 185MHz und eine entsprechend hohe 
maximale Slewrate von 350V/µs.
Als ob das nicht genug wäre, scheint der OPA676 auf einer Art 
Universal-Die aufgebaut zu sein. Für mich wirkt das wie ein 
Analog-"Gate"-Array.
#6375175
Lesenswert?

Mohandes H. schrieb:
> Marek N. schrieb:
>> Wow! Soagr mit THT-Keramikkondensatoren.
>
> Wieso eigentlich THT-Kondensatoren? SMD-Technik gibt es doch seit Mitte
> der 60er.

Das ist eine gute Frage. Ich vermute folgendes:
Auf dem Hybridbaustein wird fast alles gebondet.
SMT ist nur praktisch/günstig, wenn es sich rentiert. Es rentiert sich 
bei vielen Bauteilen, so dass man mit einer Maske und Lötpaste 1000 
Lötstellen auf einmal vorbereitet und später alles im Ofen lötet. Für 
zwei einzelne Kondensatoren war es damals wahrscheinlich einfacher bzw. 
günstiger THT-Bauteile zu bestücken. So ein großes THT-Bauteil lässt 
sich (wenn es nur zwei Teile sind) einfacher platzieren, fixieren und 
verlöten.


> Wie immer: tolle Bilder und gute Erklärungen. Mehr davon!

Danke! Soweit es die Zeit zulässt tue ich weiterhin mein Bestes. :)
#6380364
Lesenswert?

Beim Betrachten der Fotos vom LF355 ist mir etwas aufgefallen:
Sowohl der Chip von TI als auch von NS hat diese auffällige Struktur,
im Anhang seht Ihr den entsprechenden Ausschnitt.
Auf dem Chip von TI befindet sich eine zusätzliche Metalllage, ohne 
erkennbare Anbindung, von mir mit gelbem Punkt markiert.
Angehängte Dateien:
#6380428
Lesenswert?

Gut erkannt!
Das lässt sich aber recht einfach erklären:
Das NationalSemiconductor-Datenblatt enthält ein komplettes Schaltbild 
des LF355. Darin ist zu erkennen, dass einige Schaltungsteile von einer 
Stromquelle mit einem PNP-Transistor versorgt werden. Der PNP-Transistor 
hat drei Kollektoren, die hier als die drei runden Strukturen zu 
erkennen sind. Zwischen einem Kollektor und der Basis befindet sich ein 
JFET. Der JFET ist die hier zu sehende Struktur rechts des 
PNP-Transistors.
Das Gate des JFETs ist mit einem Kollektor und der Basis des 
PNP-Transistors verbunden. Die Verbindung mit der Basis kann man 
realisieren, indem man den JFET innerhalb der N-Basisfläche des 
PNP-Transistors abbildet. Der Gate-Anschluss des JFET wird dann nicht 
mehr benötigt. Man kann ihn gleich entfallen lassen (links) oder ihn 
ohne weitere Verbindungen in der Metalllage abbilden (rechts).

Ich hoffe das war halbwegs verständlich ohne Bilder...
#6380440
Lesenswert?

Sven S. (schrecklicher_sven) schrieb:

>Auf dem Chip von TI befindet sich eine zusätzliche Metalllage, ohne
>erkennbare Anbindung, von mir mit gelbem Punkt markiert.

45° nach rechts unten ist auch nochmal so ein verwaistes, auf dem Kopf 
stehendes "U" ohne weitere Anbindung.
#6380449
Lesenswert?

Jens G. schrieb:
> Sven S. (schrecklicher_sven) schrieb:
>
>>Auf dem Chip von TI befindet sich eine zusätzliche Metalllage, ohne
>>erkennbare Anbindung, von mir mit gelbem Punkt markiert.
>
> 45° nach rechts unten ist auch nochmal so ein verwaistes, auf dem Kopf
> stehendes "U" ohne weitere Anbindung.

Für den dürfte das selbe gelten (habe ich jetzt aber nicht so genau 
zurückverfolgt). Anscheinend war es bei TI üblich das Gate noch mit 
einer Metalllage zu belegen, auch wenn man es schaltungstechnisch nicht 
braucht (sofern es sich tatsächlich um einen LF355 von TI handelt).


Mark S. schrieb:
> Wenn mich nicht alles täuscht stand der LF355 damals im Datenbuch von
> National Semiconductors. TI dürfte eher 2nd source sein.

National Semiconductor hat auf jeden Fall den LF355 produziert. Die 
NS-Typen sind auf jeden Fall plausibel.
Gast #6380485
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

> National Semiconductor hat auf jeden Fall den LF355 produziert. Die
> NS-Typen sind auf jeden Fall plausibel.

Das ist ja auch eine National Semiconductor-Typenbezeichnung. "Linear 
FET" LF bzw bipolar "Linear Monolithic" LM, dann 1, 2, 3 für den 
Temperaturbereich, und zuletzt zwei Ziffern hochgezählt.

Seit der Übernahme vor ein paar Jahre gehört das natürlich alles zu TI.
#6380807
Lesenswert?

Hanns  B. schrieb:
> Im National "Linear Data Book" vom Juni 1976 sind LF155/LF255/LF355 als
> " Product added to this Data Book since last printing" aufgeführt.

Das passt ins Bild.

Es bleibt die Frage was hinter dem TI-Teil steckt.
Nachdem TI zu der Zeit noch keine LF355 gefertigt hat, bleibt nur, dass 
es sich um eine Fälschung oder um ein neues Teil mit einem anders zu 
lesenden Datecode handelt.
Mehr Klarheit bringt wohl nur die Analyse eines aktuellen LF355 von 
TI...
Gast #6415374
Lesenswert?

Ich habe mich immer mal wieder gewundert, warum Analog Devices Chips 
verkauft, die so gar nicht in ihr Namensschema passen, wie z.B. REF01 
und OP07, wo doch sonst alles mit AD anfängt.

Dank Richards Arbeit, kann man auch die Geschichte der Halbleiterfirmen 
etwas erhellen:
> PMI was finally bought by Analog Devices in August 1990.
https://en.wikipedia.org/wiki/Precision_Monolithics

Danke!
Persönliche Seite #6454340
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> So, dank Jochen F. (jamesy) konnte ich heute einen PA88 hochladen:
>
> https://richis-lab.de/Opamp03.htm

Hallo Richard,

beim Anschauen deiner eindrucksvollen Aufnahmen bin ich soeben auch über 
den PA88 gestolpert.

Du erwähnst dort, dass die MOSFETs alle Depletion-Mode-Ausführungen 
seien.
Ich denke, das ist ein Trugschluss, da Apex im Schaltplan* schlicht 
nicht ganz korrekte MOSFET-Symbole verwendet hat.

Sowohl die N-Kanal- als auch die P-Kanal-MOSFETs sind meines Erachtens 
alles Enhancement-Mode-Ausführungen, sonst würden auch einige der 
Schaltungsdetails nicht wirklich funktionieren.

Um meine Behauptung zu untermauern, habe ich etwas in alten Datenbüchern 
recherchiert und bei Supertex eine Die-Zeichnung "VF05" gefunden (siehe 
Anhang), die offensichtlich exakt zu den auf deinen Fotos abgebildeten 
MOSFETs passt. Auch die Die-Markierungen "VF" und "5" deuten darauf hin.

Die Die-Größe ist laut Datenblatt 43 mil x 41 mil.

Laut Supertex wurde dieses Die-Layout wenigstens für folgende 
MOSFET-Dice verwendet:

TN0520ND
TN0524ND
TN0535ND
TN0540ND

VN0540ND
VN0545ND
VN0550ND

VP0535ND
VP0540ND
VP0545ND
VP0550ND

"T" steht für Low Threshold DMOS, "V" für Vertical DMOS, "N" für 
N-Kanal, "P" für P-Kanal, "ND" für Die in Waffle Packs und die beiden 
letzten Ziffern geben 1/10 der maximal zulässigen Drain-Source-Spannung 
an.

Möglicherweise gibt es auf den Dice Markierungen, die auf die 
unterschiedlichen Dotierungen für N-Kanal und P-Kanal hindeuten.

Supertex ist zwar auch einer der nicht so häufigen Hersteller für 
HV-Depletion-Mode-MOSFETs, meines Wissens aber nur von 
N-Kanal-Ausführungen, die bei Supertex ein völlig anderes Die-Layout 
haben.

P-Kanal-Depletion-Mode-MOSFETs kenne ich nicht als diskrete Bauteile 
(auch nicht in Die-Form), lediglich in integrierter Form.

* In neueren PA88-Datenblättern ist kein Schaltplan mehr drin.

PS: Apex ist seit 2012 nicht mehr Teil von Cirrus Logic
Angehängte Dateien:
#6454351
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Der PA03 ist jetzt auch fertig präpariert:
>
> https://www.richis-lab.de/Opamp17.htm

Sehr sehr schick. Ein paar der Bilder würden sich auch als 
Bildschirmhintergrund eignen. Etwa die leicht gekippte Totale und das 
Close-Up von der Endstufe (sehr sexy: der Transistor "huckepack" als 
Temperatursensor). Du hast doch sicher auch höhere Auflösungen als in 
dem Artikel?
#6454547
Lesenswert?

Eberhard H. schrieb:
>...

Hallo Eberhard,

danke für die fundierte Rückmeldung!
Das muss ich noch prüfen/ändern.
Ich habe damals dem Schaltplan vertraut. Wobei auffallen hätte können, 
dass p-Kanal Verarmungstypen schon sehr exklusiv Teile sind. Wie gesagt, 
das korrigier ich noch. Danke nochmal.


Axel S. schrieb:
> Sehr sehr schick. Ein paar der Bilder würden sich auch als
> Bildschirmhintergrund eignen. Etwa die leicht gekippte Totale und das
> Close-Up von der Endstufe (sehr sexy: der Transistor "huckepack" als
> Temperatursensor). Du hast doch sicher auch höhere Auflösungen als in
> dem Artikel?

Danke! :)
Manche Bilder auf meiner Seite stellen das Maximum des optisch Möglichen 
dar, manche habe ich aber durchaus in höherer Auflösung. :)
=> https://www.richis-lab.de/temp/01.jpg
=> https://www.richis-lab.de/temp/02.jpg
=> https://www.richis-lab.de/temp/03.jpg
#6454700
Lesenswert?

Eberhard H. schrieb:
> ...

Habe geraden den Transistor Q8 vermessen. Der ist eindeutig kein 
Depletion-Transistor!
Die eine Messung muss reichen, war schwierig genug... :)
Bin ich da tatsächlich dem falschen Schaltplan auf den Leim gegangen... 
Tz...


Bernd D. schrieb:
> Kalender

Stimmt da war was. Das Jahr geht aber auch immer so schnell zu Ende! :)
Ich habe den Gedanken nicht verworfen.
Das wäre wahrscheinlich ein Monatskalender... Das heißt ich muss 12 
Bilder auswählen! Schwierig... :)
#6454809
Lesenswert?

Apex führt auf ihrer Website viele Anwendungen.
Ich denke da an Leistungsverstärker, die klein, leicht und robust sei 
müssen (z.B. Militär/Avionik). Dort kann man potente Aktuatoren regeln. 
Sonar könnte damit vielleicht auch gehen. Werkzeugmaschinen regeln ist 
sicher auch einen Anwendung.
...
#6455011
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Axel S. schrieb:
>> Sehr sehr schick. Ein paar der Bilder würden sich auch als
>> Bildschirmhintergrund eignen. Etwa die leicht gekippte Totale und das
>> Close-Up von der Endstufe (sehr sexy: der Transistor "huckepack" als
>> Temperatursensor). Du hast doch sicher auch höhere Auflösungen als in
>> dem Artikel?
>
> Danke! :)
> Manche Bilder auf meiner Seite stellen das Maximum des optisch Möglichen
> dar, manche habe ich aber durchaus in höherer Auflösung. :)
> => https://www.richis-lab.de/temp/01.jpg

Ja, so hatte ich mir das vorgestellt. Danke!

Das Bild mag unspektakulär wirken, aber da hast du sicher etliche Layer 
gebraucht, um diese Tiefenschärfe hinzubekommen.

> => https://www.richis-lab.de/temp/03.jpg

OMFG! Das erinnert mich an meine erste Berührung mit Fractint. Da wollte 
ich auch immer noch weiter in das Apfelmännchen hinein zoomen...
#6455046
Lesenswert?

Axel S. schrieb:
>> => https://www.richis-lab.de/temp/01.jpg
> Das Bild mag unspektakulär wirken, aber da hast du sicher etliche Layer
> gebraucht, um diese Tiefenschärfe hinzubekommen.

Hier konnte ich noch mit einem "normal" montierten Objektiv arbeiten und 
damit abblenden ohne die Bildqualität großartig zu reduzieren. Das führt 
dazu, das "nur" 12 Bilder notwendig waren.


>> => https://www.richis-lab.de/temp/03.jpg
>
> OMFG! Das erinnert mich an meine erste Berührung mit Fractint. Da wollte
> ich auch immer noch weiter in das Apfelmännchen hinein zoomen...

Danke, ich muss sagen ich bin schon etwas stolz auf die Bilder, die ich 
mit meinem relativ einfachen Equipment erzeuge. :)
Dieses Bild entstand übrigens aus 33 Bilder. Die belegen als RAW 821MB. 
Ein einzelnes Bild sieht so aus:
https://www.richis-lab.de/temp/03x.JPG

Gerade eben habe ich wieder etwas mehr als 4GB Bilder erzeugt. :)
Mal sehen wie lange die Kamera das noch mitmacht.
#6455267
Lesenswert?

Moin

Richard K. schrieb:
> Ein einzelnes Bild sieht so aus:
> https://www.richis-lab.de/temp/03x.JPG

Uff. Das Bild würde ich umgehend löschen und versuchen ein Besseres hin 
zu bekommen.  ;-)

Der PA03 war in einer CNC-Motorsteuerung zum Bearbeiten von Halbleitern 
o.ä. eingebaut. Da war die in einer Applikation beschriebene 
"Superpowerschaltung" mit vier Stück PA03 auf einem Lüfterkühlaggregat 
realisiert.
http://www.datasheetdir.com/Applying-The-Super-Power-Pa03+Application-Notes
Bei Interesse kann ich ein (einfaches) Bild nachreichen.

MfG
#6455599
Lesenswert?

Armin X. schrieb:
> Der PA03 war in einer CNC-Motorsteuerung zum Bearbeiten von Halbleitern
> o.ä. eingebaut. Da war die in einer Applikation beschriebene
> "Superpowerschaltung" mit vier Stück PA03 auf einem Lüfterkühlaggregat
> realisiert.

Vier dieser günstigen Operationsverstärker? Sehr schön! :)


Armin X. schrieb:
> Bei Interesse kann ich ein (einfaches) Bild nachreichen.

Sehr gerne!


Marek N. schrieb:
> +1 für den Kalender ;-)

Da mache ich mich jetzt mal dran. Es ist ja bald Weihnachten! :)
#6457610
Lesenswert?

Moin
Hier die versprochenen Bilder.
Das Gerät arbeitete als Stromregler.
Jeder OP hat einen eigenen 0,02Ohm Shunt auf der Ansteuerplatine die 
auch alle entsprechend der Anforderung in der Brücke, unterschiedlich 
bestückt sind.
Auf der zentralen Platine sind noch einmal zwei welche, dem möglichen 
Strom entsprechend, parallelgeschaltet betrieben werden. Diese werden 
von einem INA105 ausgewertet.

Gruß Armin
#6458042
Lesenswert?

Richard:   Nochmal Danke für die tollen Bilder,

und JAA  ich bestelle unbesehen sofort einen Kalender ++1
Bilderauswahl egal, die die ich vermissen werde, kommen dann sicher im 
nächsten oder übernächsten Jahr :D

(Hint: Qualität darf auch etwas kosten!  Und zur Qualität Deiner Bilder 
brauche ich nix mehr zu sagen.)

Armin, auch Dir meinen Dank für die Spende an Richard, ich hab zwar auch 
noch einen AP03 (plus einen Reserve), der soll aber noch zum Einsatz 
kommen ;)

Gruß Henrik
#6459676
Lesenswert?

So, der Kalender ist fertig:

https://www.meinbildkalender.de/richis-lab/

Ich hoffe das trifft ungefähr das was ihr euch vorgestellt habt!?

Mir würde noch ein A5-Wochenkalender gefallen. Da wäre dann natürlich 
auch weniger perfekte Bilder dabei, dafür hätte man jede Woche etwas 
Neues. Dafür müsste ich aber erst mal 52 Bilder raussuchen und 
aufbereiten. Ob das dieses Jahr noch was wird kann ich nicht 
versprechen...
#6462743
Lesenswert?

Heute habe ich einen LM709 von National Semiconductor für euch:

https://www.richis-lab.de/Opamp20.htm

Abgesehen von der historischen Bedeutung sind vor allem zwei Punkte 
interessant:
- Die integrierten Widerstände sind wahnsinnig dünn im Vergleich zu den 
restlichen Schaltungsteilen.
- Der PNP-Transistor des Ausgangs ist eher unüblich aufgebaut.

Danke an  Arno H. (arno_h) für das Teil!
(Firma: ☣ ⍵ ☣) Persönliche Seite #6465341
Lesenswert?

Bernd D. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> So, der Kalender ist fertig:
>>
>> https://www.meinbildkalender.de/richis-lab/
>>
>> Ich hoffe das trifft ungefähr das was ihr euch vorgestellt habt!?
>>
> Gleich mal geordert, bin gespannt, wie gut die Ausführung ist. Mir
> fallen da noch ein paar Gelegenheiten ein


Kalender ist eingetroffen, mit extra Finish.
Ist toll geworden!
Obwohl das ganze durchaus hätte größer sein können ;-)
#6474302
Lesenswert?

Richard K. schrieb:
> Heute hätte ich den OPA627 im Angebot, einen sehr interessant
> aufgebauten Operationsverstärker:
>
> https://www.richis-lab.de/Opamp22.htm
>
> Fraglich bleibt dabei wie diese Kaskodenschaltung im
> Eingangsdifferenzverstärker funktioniert.

Update:
Der OPA627 wird als "dielectrically-isolated" beschrieben. Ich habe das 
Die seitlich fotografiert und siehe da: Man kann erkennen, dass sich die 
integrierte Schaltung auf einer sehr dünnen Scheibe befindet, die auf 
ein dickeres Substrat aufgebracht ist. Das dürfte die beschriebene 
Isolation sein.
#6474450
Lesenswert?

Nachtrag:
Ich bin gerade aufgeklärt werden, das die dünne Schicht sich 
folgendermaßen ergibt:
Auf einem Wafer werden in Gräben tiefe Siliziumoxid-schichten 
eingebracht. Das sind die Bereiche, innerhalb denen später die 
Komponenten platziert werden, die besonders isoliert sein müssen. Dann 
kommt darauf eine gleichmäßige Schicht Siliziumoxid. Dann dreht man den 
Wafer um und schleift ihn extrem dünn. Zurück bleiben die vorher 
hergestellten isolierten Bereiche mit einer isolierenden Schicht auf der 
Unterseite.
Um das Schleifen realisieren zu können, wird der Wafer auf einen zweiten 
Wafer "geklebt". Wir sehen hier also den dünnen Operationsverstärker und 
den dicken Träger.
Gast #6477348
Lesenswert?

Interessant! Eine JFET-Version des ollen '741.

Bezeichnet man ICs mit nur zwei Dies in einem Gehäuse auch schon als 
Hybrid? Oder müssen zwingend weitere diskrete/passive Bauteile verbaut 
sein?

Lustig auch der Schutzlack auf den Leiterbahnen, um mit den Bond-Drähten 
drüber zu kommen ohne Kurzschlüsse.

Weiter so!
#6477375
Lesenswert?

Stefan ⛄ F. schrieb:
> Richard K. schrieb:
>> https://www.richis-lab.de/Opamp24.htm
>
> Die Bonding Drähte wurden auf den Chips mit etwas goldenem "angeklebt".
> Was ist das für ein Material?

Das sind die Ball-Bonds. Du kannst entweder Wedge-Bonden, also den Draht 
seitlich aufdrücken und reibverschweißen oder Ball-Bonden, d.h. aus dem 
Draht eine Kugel schmelzen und diese auf das Bondpad aufschweißen. 
Meistens kommt mit Alu-Draht Wedge-Bonden und mit Gold-Draht Ball-Bonden 
zum Einsatz (sieht man hier schön: https://richis-lab.de/DAC12.htm). Der 
zweite Bond ist natürlich immer ein Wedge.
#6481296
Lesenswert?

Ich hab noch mal geplündert und ein paar TO99 Blechdosen rausgesucht.
CA3078, CA3100, µA714, µA735, LM301A, LM302, LM344, TAA761, ICL8007, 
MC1458 und INA101.
Dazu ein TP1321 von Teledyne, ein Komparator AM686. und ein OPA547 in 
TO220.
Zum Schluss noch 2 BUX22 mit dickem Kupferboden - Thomson BUX22BB von 
1987 und ST BUX22 von 1990. Wie man die ordentlich kühlen soll ist mir 
schleierhaft, die Unterseite sieht aus wie eine Mondlandschaft.
Gast #6522237
Lesenswert?

Cool, danke für die ausführliche Anlayse!

Die Silikonschicht könnte ein Schutz gegen eindiffundierendes Wasser 
sein.
Ich meinte, ich habe noch irgendwo die CERDIP-Version vom LT1013, konnte 
sie aber nicht finden. Vielleicht beim nächsten Aufräumen.

Beste Grüße, Marek
#6522287
Lesenswert?

Sehr gerne! :)


Jochen F. schrieb:
> Das war eine sehr lehrreiche Analyse, danke dafür!

...da hat aber einer schnell gelesen... ;)


Marek N. schrieb:
> Die Silikonschicht könnte ein Schutz gegen eindiffundierendes Wasser
> sein.

Möglich. Grundsätzlich sollte das Die durch die Passivierungsschicht 
geschützt sein, aber perfekt ist die wahrscheinlich nicht.
Vielleicht wollte man auch die Epoxidmischung ein Stück weit vom Die 
fern halten. Das Zeug kann Feuchtigkeit aufnehmen und bei 
Speicherbausteinen muss man Angst vor der minimalen Radioaktivität 
haben. Vielleicht ist das alles bei derartigen Präzisionsbausteinen 
schon relevant...
#6522427
Lesenswert?

Ich hätte da noch einen Kommentar zum Vergussmaterial, den ich hier 
einfach mal 1:1 zitiere:


"Analog ICs require a compliant encapsulation inside of a plastic 
package to prevent strain on the die from ruining precision.

I remember hearing a story that the managers at National kept asking why 
linear IC packaging had to cost more and why couldn't they use the 
cheaper packaging for digital ICs.  Then a management genius shifted 
packaging to the digital IC group without telling the engineers and a 
couple months later all of their linear ICs started failing testing, so 
they were without analog ICs to sell for several months and ended up 
buying analog ICs where possible from competitors to fulfill orders."
#6522675
Lesenswert?

Ich konnte noch eine weitere Kleinigkeit klären:

Beim grauen Schaltungsteil war ich mir nicht ganz sicher. Meine 
Vermutung war, dass hier auch irgendwelche Sättigungseffekt unterbunden 
werden sollten.
Der Schaltungsteil scheint aber eine andere Aufgabe zu haben: Der 
Transistor Q29 kompensiert den Strom, der aus der folgenden 
Verstärkerstufe in den Differenzverstärker fließt und ansonsten die 
Symmetrie des Differenzverstärker stören würde.
Die Schaltung Q12/Q11/Q9 scheint die Stromaufnahme des Stromspiegels aus 
dem linken Zweig zu kompensieren. Im Detail habe ich die Schaltung noch 
nicht verstanden, aber so muss es wohl sein.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren