Hallo Community,
geht es einigen von euch ebenso, dass man ein schlechtes Gewissen
gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber wegen einem möglichen Jobwechsel
hat?
Ich meine, ein Jobwechsell hat ja immer irgendwelche Gründe. Sei es mehr
Gehalt, andere zeitliche Gestaltungsoptionen oder mehr Verantwortung.
Dennoch fühle ich mich bei sowas immer schuldig, da ja in meinem
aktuellen Job nicht alles schlecht war, man aber einiges im aktuellen
Job einfach nicht ändern kann. Auf der anderen Seite muss man aber
sagen, dass man sich beruflich nicht weiterentwickeln kann, wenn man auf
die anderen Rücksicht nimmt.
Gibt es Leute hier, den es ähnlich so geht?
@IOTA (Gast)
>geht es einigen von euch ebenso, dass man ein schlechtes Gewissen>gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber wegen einem möglichen Jobwechsel>hat?
Nur wenig.
>Ich meine, ein Jobwechsell hat ja immer irgendwelche Gründe. Sei es mehr>Gehalt, andere zeitliche Gestaltungsoptionen oder mehr Verantwortung.
Kann schon sein.
>Dennoch fühle ich mich bei sowas immer schuldig,
Mußt du nicht. Ein Job ist ein Wirtschaftsvertrag, keine Liebesheirat.
Du mußt ja keine verbrannte Erde hinterlassen.
> da ja in meinem>aktuellen Job nicht alles schlecht war, man aber einiges im aktuellen>Job einfach nicht ändern kann.
Ist halt so. Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du ein neues Auto
kaufst?
> Auf der anderen Seite muss man aber>sagen, dass man sich beruflich nicht weiterentwickeln kann, wenn man auf>die anderen Rücksicht nimmt.
Das kann man so allgemein sicher nicht sagen.
Im Job sollte man so oder so bei allen Dingen eine professionelle
Distanz wahren und nicht zuviel (gar keins?) Herzblut reinstecken. Das
ist bestenfalls was für Idealisten und Start-Ups.
https://de.wikipedia.org/wiki/Profi
Milo schrieb:> Sieh es mal so. Dein Arbeitgeber hätte auch keine bedenken dich> los zu werden wenn es ihm etwas bringt.
www.aufhebungsvertrag.de
So sieht's aus und nicht anders.
Falk B. schrieb:>>Dennoch fühle ich mich bei sowas immer schuldig,>> Mußt du nicht. Ein Job ist ein Wirtschaftsvertrag, keine Liebesheirat.> Du mußt ja keine verbrannte Erde hinterlassen.
schön gesagt.
Milo schrieb:> Wenn nicht> eine absurd hohe Summe als Abfindung drin steht hast du nur Nachteile.
Dann müsste die Summe aber schon ziemlich absurd sein.
Wenn man Stillschweigen im AV vereinbart, nicht. Wenn die Firma
darauf eingeht, dann haben die mächtig Dreck am Stecken.
Egal, was man macht. Irgendwie ist der eigene Ruf dann für die
Tonne und man versteht nicht, wieso. Es wäre wirklich naiv zu
glauben, dass sich Personaler da über Personal nicht austauschen.
Das durch die Rechtsprechung geschönte Zeugnis macht es nämlich
möglich. Nicht auf den Inhalt kommt es da an, sondern auf die
Kontaktdaten, um mit dem früheren AG in Kontakt zu treten. ;-(
Falk B. schrieb:> Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du ein neues Auto kaufst?
Ja. Dann tut mir das alte Auto immer etwas leid, hat es mir doch einige
Jahre so gute Dienste geleistet, hat immer brav in der Garage auf mich
gewartet, hat mich immer zuverlässig von A nach B gefahren. Und wer weiß
schon, wie es vom neuen Eigentümer behandelt wird? Ein Abschied für
immer ist halt traurig, egal ob es um Mensch, Haustier oder Auto geht.
Die Firma steht finanziell wackelig dar, mein Einkommen liegt unter dem
des Vorjahres. Ich sehe keine Perspektive, weder für meine Person noch
für die Firma.
Zu ein paar Kunden habe ich eine gute Beziehung und kenne deren Systeme
sehr genau, die werden vermutlich bedauern, mich nicht mehr zu
erreichen. Ein paar davon werden auch mir fehlen.
Aber was: Es geht um meinen Arsch , hat die Firma eben Pech gehabt,
Ende Gelände - auch privat bin ich ein Wirtschaftsbetrieb.
Milo schrieb:> Goldene Regel: Niemals Aufhebungsverträge unterschreiben. Wenn> nicht> eine absurd hohe Summe als Abfindung drin steht hast du nur Nachteile.
Was für ein gequirlter Schwachsinn. Welchen Nachteil sollte ein
Aufhebungsvertrag haben gebenüber einer Eigenkündigung?
Cerberus schrieb:> Es wäre wirklich naiv zu> glauben, dass sich Personaler da über Personal nicht austauschen.> Das durch die Rechtsprechung geschönte Zeugnis macht es nämlich> möglich. Nicht auf den Inhalt kommt es da an, sondern auf die> Kontaktdaten, um mit dem früheren AG in Kontakt zu treten. ;-(
Und er hat wieder zugeschlagen.
Der Cerberus mit seinen fundierten Aussagen.
Unterirdisch eben (nomen est omen).
Kastanie schrieb:> Und er hat wieder zugeschlagen.> Der Cerberus mit seinen fundierten Aussagen.> Unterirdisch eben (nomen est omen).
Ja der weiß halt wie es läuft....
Meiner Erfahrung nach hat eine normale HR-Tante genug damit zu tun den
Tag einigermaßen zu überstehen. Das die sich da lustig über irgendwelche
0815 Bewerber austauschen halte ich für abwegig. So was kommt vielleicht
vor wenn irgend ein Top-Talent abgeworben wird, dann aber auch einige
Etagen höher als auf der normalen HR Ebene.
Zitzenzutzler schrieb:> Milo schrieb:>> Goldene Regel: Niemals Aufhebungsverträge unterschreiben. Wenn>> nicht>> eine absurd hohe Summe als Abfindung drin steht hast du nur Nachteile.>> Was für ein gequirlter Schwachsinn. Welchen Nachteil sollte ein> Aufhebungsvertrag haben gebenüber einer Eigenkündigung?
Frag ich mich auch. Das machst du dann wenn deine Kündigungsfrist ätzend
lang ist und du früher aus dem Vertrag raus willst. Wenn dich der AG
wegen der Kündigung auf die Straße setzt brauchst du ja nichts zu
unterschreiben, denn dein Gehalt wird bis zum Ende der Vertrtagslaufzeit
bezahlt.
IOTA schrieb:> geht es einigen von euch ebenso, dass man ein schlechtes Gewissen> gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber wegen einem möglichen Jobwechsel> hat?
Hängt wahrscheinlich von der Firmengröße ab. Mein(e) AG ist für mich
eher eine anonyme Instanz, die mein Gehalt bezahlt. Da hätte ich weder
ein schlechtes Gewissen, noch müsste ich mich vor mir selbst oder dem AG
den Jobwechsel rechtfertigen.
Ich hätte höchstens ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem direkten
Vorgesetzten und den Kollegen. Zu denen habe ich eine gute und teils
freundschaftliche Beziehung, und die müssen dann ggf. meine Aufgaben
mitstemmen.
Aber, soweit alles rein hypothetisch. Mein Job ist zu gut, als dass ich
in absehbarer Zeit aus eigenen Stücken wechseln würde.
:-)
Cerberus schrieb:> sondern auf die> Kontaktdaten, um mit dem früheren AG in Kontakt zu treten. ;-(
Ach sowas juckt doch keinen in D-land mehr!
Gefährlich wird sowas nur wenn die Firma bei der man sich "bewirbt"
einen "Wunschkandidaten" hat.
Da wird dann schon zum "Mittel" der "Kontaktaufnahme" gegriffen.
Schlechtes Gewissen? soll ich lachen? eine Firma die wegen kurzfristigem
Gewinndenken massenhaft Stellen abbaut, hat auch kein schlechtes
Gewissen. AUsserdem sind viele Firmen sehr geizig was Gehaltserhöhungen
angeht. Da kriegt man nur mehr, wenn man ein konkretes Wechselangebot
vorlegt und mit einer Kündigung droht oder eben wenn man die Firma
wechselt und dort ein Mehr an Gehalt aushandelt. Von alleine tun viele
Firmen gar nichts, ausser man hat eine Steigerung, die durch den
Tarifvertrag begründet ist. Aber selbst dazu müssen die Firmen von den
Gewerkschaften dazu gedrängt werden. Daher, schlechtes Gewissen? das ich
nicht lache. Gerade solang man noch jung ist, sollte man öfter mal
wechseln, weil man so sein Gehalt am Besten steigern kann. In jungen
Jahren nach 2-3 Jahren oder 5 öfter mal gewechselt ist heutzutage meist
kein Makel mehr, sondern im Gegenteil, wird eher positiv gesehen. Damit
zeigt man, dass man sich regelmäßig den Anforderungen des Arbeitsmarktes
stellen und sich in neue Themen wie Unternehmensstrukturen einarbeiten
kann.
Mir egal schrieb:> jungen Jahren nach 2-3 Jahren oder 5 öfter mal gewechselt ist heutzutage> meist kein Makel mehr, sondern im Gegenteil, wird eher positiv gesehen.> Damit zeigt man, dass man sich regelmäßig den Anforderungen des> Arbeitsmarktes stellen und sich in neue Themen wie> Unternehmensstrukturen einarbeiten kann.
Absolut! Mir hat es auch einiges gebracht.. wie auch Lohnsprünge.
Mir egal schrieb:> AUsserdem sind viele Firmen sehr geizig was Gehaltserhöhungen angeht. Da> kriegt man nur mehr, wenn man ein konkretes Wechselangebot vorlegt und> mit einer Kündigung droht oder eben wenn man die Firma wechselt und dort> ein Mehr an Gehalt aushandelt. Von alleine tun viele Firmen gar nichts,> ausser man hat eine Steigerung, die durch den Tarifvertrag begründet> ist. Aber selbst dazu müssen die Firmen von den Gewerkschaften dazu> gedrängt werden. Daher, schlechtes Gewissen? das ich nicht lache.
Genau so ist. Kaum ist man beim Chef mit der Kündigung in der Hand,
gehen 20% mehr. Vorher war bei der Leistungszulage aber bei 8% Schluss,
angeblich oberstes Limit. Man sollte heutzutage mindestens 2 oder sogar
3 mal alle 3 bis 5 Jahre wechseln (je nach Alter als man den Abschluss
bekam und wie lange man braucht das Wissen zu erlangen).