Moin,
ich habe eine relativ hochwertige Flott Tischbohrmaschine. Diese möchte
ich um eine digitale Anzeige der Bohrtiefe erweitern, samt Nullung -
natürlich selbst gebaut. Display, Leiterplatten, Programmierung etc.
alles kein Problem - es geht mir um die MEssung der Werte.
Wie realisiert man dies am besten? Optische Distanzmessung außen?
Mechanische Messung innen? Ganz andere Methode die mir nicht einfällt?
Evtl. einen Beschleunigungssensor, der die Höhe ermitteln kann?
Gleichzeitig würde ich dann auch die Drehzahl anzeigen lassen wollen.
Was sind hier elegante Sensoren/Methoden zur Erfassung dieser?
Gibt es evtl. schon Lösungen hierfür, die ich noch nicht gefunden habe?
Danke euch allen!
Nils schrieb:> Wie realisiert man dies am besten?
Wie wäre das mit einem Anbaumessschieber, z.B.:
https://www.wabeco-remscheid.de/catalog/category/view/s/anbaumessschieber/id/562/
Diese Lösung ist relativ einfach, bezahlbar und genau (Auflösung
1/100mm). Vielleicht reicht ja schon die eingebaute Anzeige, ansonsten
kann man bei vielen Messschiebern auch eine externe Anzeige anschließen.
Das hängt auch davon ab, welche Mechanik du haben willst bzw.
akzepierst.
Ich habe einen Winkelsensor (AS5040 oder AS5047) vor die Welle gesetzt
und einen passenden Magnet auf die Welle. Da die Welle bei mir keine
ganze Umdrehung macht gibts noch nicht mal Zweideutigkeiten.
MfG Klaus
Oh... das halte ich schon für ein wenig anspruchvoll.
Grund ist letztlich der Bohrerdurchmesser. Ich nehme mal an das Du z.B.
nicht die 118 Grad Spitzenwinkel des Bohrers und dessen Tiefe mitmessen
möchtest, sondern tatsächlich ab dem Bohrerdurchmesser. Das müsste dann
Berücksichtigung finden. Ansonsten ist so ein Anbaumeßschieber sicher
eine Möglichkeit.
Ich hatte mir für unsere Säulenbohrmaschine einen kleinen Zahnriemen und
Inkrementalgeber überlegt, aber diese Lösung hängt auch immer auch vom
Platz am und im Gehäuse ab.
Mir gefällt auch die Idee mit dem Magneten, zumal das berührungslos
geschieht und mechanisch sehr einfach aufgebaut ist. "Leider" habe ich
150mm Pinolenhub und einige Umdrehungen zu absolvieren, bevor sie ganz
ausgefahren ist.
Wie schon geschrieben: die Drehzahl kann man sehr einfach über
reflektierende Aufkleber auf der Welle und einen Reflexsensor messen
avantasia schrieb:> Oh... das halte ich schon für ein wenig anspruchvoll.>> Grund ist letztlich der Bohrerdurchmesser. Ich nehme mal an das Du z.B.> nicht die 118 Grad Spitzenwinkel des Bohrers und dessen Tiefe mitmessen> möchtest, sondern tatsächlich ab dem Bohrerdurchmesser. Das müsste dann> Berücksichtigung finden. Ansonsten ist so ein Anbaumeßschieber sicher> eine Möglichkeit.
Das sollte aber kein so großes Problem darstellen. Entweder misst man
das vorher aus oder man bohrt an und nullt, wenn man den Bohrdurchmesser
erreicht hat.
Ich möchte schon ein Loch in das Gehäuse sägen und dann eine Punktmatrix
Anzeige einbauen.
Mit so einem Winkelsensor könnte ich durchaus beide Problemfälle lösen
oder?
Bei mir habe ich auf meiner Tischfräse für den Vertikalschub eine 10cm
Schiebelehre mit Uhranzeige und einer Auflösung von 0.001" angebaut. Ich
wollte es ursprünglich digital machen, habe mich dann auf Ratschlag
eines Bekannten für die analoge Art der Anzeige entschieden. Hat sich
sehr bewährt. Da sich der Rahmen bzw. die Skala drehen läßt, ist eine
relative Anzeige möglich.
XY Anzeige mit digitalen Meßwertstreifen und Auflösung von 0.0005" oder
0.01mm.
Für die Vertikalanzeige ist die Uhranzeige sehr angenehm weil man nicht
im Kopf Zahlen interpretieren muß. Ist schwer zu erklären warum das so
ist. Man kann sich quasi Analog an gewünschte Grenzwerte "anschleichen"
ohne Zahlen interpretieren zu müssen. Beim Arbeiten mit der Fräse
funktioniert das einfach. Wenn man den Skalennullpunkt voreinstellt
braucht man sich nur auf die Nullmarke hinarbeiten. Das Ganze ist sehr
feinfühlig.
Zum Koordinaten Bohren mehrerer genauer Löcher verwende ich die
digitalen XY Anzeigen und Exceltabelle.
Könnte ich für die Bohrtiefe nicht einfach ein Potentiometer an die
Achse kleben? Also an den Kebel, nicht an den Motor. Das muss ich dann
nur kalibrieren, aber wäre doch die einfachste Lösung oder irre ich mich
da?
Wenn ich keine ganze Umdrehung mache, reicht sogar ein beliebiges Poti.
Nils schrieb:> aber wäre doch die einfachste Lösung
Vieleicht sagst du uns einfach mal wie genau du die Bohrtiefe schätzen
willst.
Da wäre eine einfache Anzeige mit Stahlmaßband an der Seite schon 5-10
mal genauer wie deine Potilösung.
Poti mittig an der Drehachse positionieren. Das wird noch der
schwierigste Teil.
Dann Über Software Nullen. anschließend einen definierten Abstand, z.B.
6cm zwischen Bohrfutter legen und runterfahren bis Anschlag (desto
größer, dsto genauer). Die gefahrene Strecke = ADC Wert entspricht genau
6cm.
Dann weiß ich, wieviel mm ein Bit vom ADC sind.
Wofür braucht man das? An einer Bohrmaschine? Bei einer Fräse sehe ich
das ja noch ein. Aber an einer Bohrmaschine braucht man lediglich einen
Tiefenanschlag. Und auch da reicht 1mm Genauigkeit bei weitem aus.
Axel S. schrieb:> Wofür braucht man das? An einer Bohrmaschine? Bei einer Fräse sehe ich> das ja noch ein. Aber an einer Bohrmaschine braucht man lediglich einen> Tiefenanschlag. Und auch da reicht 1mm Genauigkeit bei weitem aus.
Einen Tiefenanschlag muss ich erst einstellen.
Will ich aber z.B. einfach ein Sackloch für eine Schraube bohren, dann
setze ich den Bohrer an, Nulle den Messung (oder rechne im Kopf) und
bohre so tief wie ich es brauche.
Geht schneller.
Aber ja, 1mm Genauigkeit reicht da eigentlich immer.
Nur die muss er mit seiner Poti Lösungsidee erst mal hinkriegen :-)
Chris D. schrieb:> "Leider" habe ich 150mm Pinolenhub und einige Umdrehungen zu absolvieren,> bevor sie ganz ausgefahren ist.
Und was ist dabei das Problem? Du musst doch sowieso Nullen.
Leute, es geht hier um ein mit recht einfachen Mitteln realisierbares
Problem, welches zwar selten benötigt werden wird, aber durchaus
manchmal seinen Vorteil bietet wird. Mag sein dass das Spielerei ist,
aber dafür sind wir doch hier.
Und da kommt ihr allen ernstes mit Messschiebern? In welchem Forum hat
der TO seine Frage nochmal gestellt?
Drehzahl: Optisch mit z.B. Diode oder Reflexlichtschranke. Einfach die
Zeit zwischen zwei Umläufen messen, fertig. Einfach auf der Achse ein
kleines Stück Alufolie z.B. für die Reflexion aufkleben.
Bohrtiefe: Die genannte Lösung mit Poti finde ich schon gut. Encoder
könnte auch gehen, muss dann jedoch einer mit genügend Schritten sein.
Halldecoder finde ich hier schon etwas übertrieben, dafür aber
berührungslos.
Nils schrieb:> ich habe eine relativ hochwertige Flott Tischbohrmaschine. Diese möchte> ich um eine digitale Anzeige der Bohrtiefe erweitern
Nur aus Interesse, die hat doch eine mechanische Anzeige am Drehgriff?
Wolfgang schrieb:> Chris D. schrieb:>> "Leider" habe ich 150mm Pinolenhub und einige Umdrehungen zu absolvieren,>> bevor sie ganz ausgefahren ist.>> Und was ist dabei das Problem? Du musst doch sowieso Nullen.
Das Problem ist, dass der magnetische Encoder nicht unterscheiden kann,
in der wievielten Umdrehung er sich befindet.
Dietmar S. schrieb:> Nils schrieb:>> ich habe eine relativ hochwertige Flott Tischbohrmaschine. Diese möchte>> ich um eine digitale Anzeige der Bohrtiefe erweitern>> Nur aus Interesse, die hat doch eine mechanische Anzeige am Drehgriff?
Ja, die hatte meine auch (inkl. Anschlag). Leider ist die ziemlich
ungenau. Beim Flachsenken etc. sollte es zumindest hier schon 1/10mm
Genauigkeit sein.
Darüberhinaus bietet solch eine Anzeige noch weitere Möglichkeiten: mit
einem FU kann man recht gut Sackgewinde schneiden, wenn man bei der
gewünschten Tiefe automatisch stoppt/umsteuert.