Forum: Platinen Gutes Lot - Welche Lote und Zusammensetzungen sind empfehlenswert?


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von Manfred 1. (manfred145)


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An Loten gibt es ja sehr viel Auswahl. Daher habe ich gar keine Idee, 
was sich gut eignet und was nicht.

Welche Hersteller sind empfehlenswert?
Multicore, Kester Felder und Stannol sollen ja ziemlich gut sein. Oder 
gibt es zwischen den Herstellern doch große Unterschiede bezüglich 
Qualität?

Und was für eine Zusammensetzung sollte ich am besten wählen? Da gibt es 
ja eutektische und nicht eutektische Lote. Der Unterschied besteht ja 
eigentlich nur darin, dass es bei den eutektische einen festen Punkt 
gibt, bei der das Lot flüssig wird.
Und dann gibt es ja noch Zusätze wie Silber und Kupfer. Macht es Sinn, 
ein Lot mit diesen Zusätzen zu kaufen (also z.B. sn62pb36ag2) oder eher 
das normal 60/40 (63/37) zu kaufen?
Achso, ob Bleihaltig oder Bleifrei ist mir eigentlich egal.

Daher die Frage:
Was für Lot sollte ich kaufen?

von Weiser Sack (Gast)


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Gutes.

von Gummikuh (Gast)


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Altes Stannol HS10 mit 1mm Stärke.

von wer (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> Achso, ob Bleihaltig oder Bleifrei ist mir eigentlich egal.

Also wenn's so genau geht...


Was ist besser? Audi Quattro oder BMW XDrive?
Achso, ob Auto oder Motorrad ist mir eigentlich egal.

von Manfred 1. (manfred145)


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Ich sage mal so, in Deutschland bekommt man ja eigentlich kein 
bleihaltiges Lot mehr. Wenn hier niemand Empfehlungen für ein 
Bleihaltiges Lot hätte, würde ich halt auf Bleifrei umsteigen.

von wer (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> in Deutschland bekommt man ja eigentlich kein
> bleihaltiges Lot mehr.

Quatsch, letzte Woche erst auf eBay gekauft.

Diese Panik gab's schon vor 5 Jahren.

von Lötknecht (Gast)


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Auf jedem Fall eines mit Silber und Kupferanteil, das fliest besser und 
frißt die Lötspitze nicht an. Nennt man allgemein SAC305 oder SAC307

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred 1. schrieb:
> bekommt man ja eigentlich kein bleihaltiges Lot mehr

Man bekommt es schon noch.

Bleifrei solltest du dir nur antun, wenn dein Werkzeug den größeren 
Wärmestrom auch gut zur Lötstelle bringen kann. Dann funktioniert das 
ordentlich, sonst macht das eher keinen Spaß. Einfach nur die Temperatur 
möglichst hoch drehen bringt nicht wirklich was, dann verdampft das 
Flussmittel zu schnell.

Für bleifreie Lote gibt's hinreichend Threads, einfach mal die 
Suchfunktion benutzen.

Bleihaltig bleibt nur die Frage, ob du eutektisches oder eher 60/40 Lot 
nehmen willst. Jede der Varianten hat ihre Befürworter und Gegner: 
eutektisches Lot erstarrt schlagartig, nicht eutektische Legierung hat 
einen "breiigen" Zwischenzustand (Bereich zwischen der so genannten 
Liquidus- von der Solidus-Linie). Bleihaltig mit Kupferzusatz soll das 
Ablegieren von Kupfer aus der Lötkolbenspitze reduzieren; ist nur 
sinnvoll, wenn man ganz einfache, unbeschichtete Lötspitzen benutzt. Bei 
den heute an besseren Stationen üblichen Dauerlötspitzen bringt der 
Kupferzusatz nichts.

von Manfred 1. (manfred145)


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Zur Verfügbarkeit von bleihaltigem Lot:
Bleihaltiges Lot ist schon noch erlaubt, wird aber von den meisten 
Händlern nicht an Privatpersonen verkauft.
Bei Conrad steht: Nur für Firmenkunden
Bei Reichelt: Verwendung nur in Industrieanlagen und zu gewerblichen 
Zwecken!

Aber ihr habt Recht, irgend wo bekommt man das immer her.

Und zur Zusammensetzung:
Der Kupferanteil ist mir eigentlich egal, da ich Dauerlötspitzen 
verwende. Der einzige Vorteil ist der etwas geringere Widerstand, aber 
der Unterschied ist so gering, dass man das wahrscheinlich gar nicht 
merkt.
Und ob jetzt eutektisches Lot (für mich) besser ist, werde ich 
wahrscheinlich einfach ausprobieren müssen.
Und bezüglich Herstellern:
Ich nehme mal an, dass Qualtät der einzelnen Hersteller ziemlich 
ähnlich, solang man kein Billiglot aus China nimmt, oder?

: Bearbeitet durch User
von wer (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> Der einzige Vorteil ist der etwas geringere Widerstand, aber
> der Unterschied ist so gering, dass man das wahrscheinlich gar nicht
> merkt.

Korrekt. Das ist kein Argument.

Manfred 1. schrieb:
> Und ob jetzt eutektisches Lot (für mich) besser ist, werde ich
> wahrscheinlich einfach ausprobieren müssen.

Jap.

Manfred 1. schrieb:
> Ich nehme mal an, dass Qualtät der einzelnen Hersteller ziemlich
> ähnlich, solang man kein Billiglot aus China nimmt, oder?

Darüber kannst du Kriege anzetteln. Hol die einfach eine 100g Rolle von 
einem namhaften Hersteller, wenn du damit zufrieden bist, bleib dabei.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred 1. schrieb:
> solang man kein Billiglot aus China nimmt

Selbst das wird kein Problem sein.

von Manfred 1. (manfred145)


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Jörg W. schrieb:
> Selbst das wird kein Problem sein.

Ich habe da mal so ein Video gesehen:
Youtube-Video "Solder wire - Low vs High Quality"
Das Billiglot geht da nicht so gut...

von MaWin (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> Und was für eine Zusammensetzung sollte ich am besten wählen?

Hängt von der Anwendung ab.

Wenn man Geräte reapriert, bracht man kompatibles Lot, und da man meist 
nicht weiss, mit was die Platine gelötet wurde, hat man ein Problem.

Wenn man industriell Reflow oder in der Welle lötet, sucht man andere 
Loteigenschaften als wenn man per Hand lötet.

Daher bekommst du oftmals falsche Antworten, weil diese 
Rahmenbedingungen nicht genannt werden.

Selbst wenn man nur seine eigenen Platinen per Hand lötet, kann man 
unterschiedliche Anforderungen haen:

Der eine will niedrige Löttemperatur, der andere sucht eher eine hohe 
damit die Bauteile sich nicht selbst entlöten. Der nächste will alte 
oxidierte Bauteile und Platinen löten, der nächste hat nur fabrikfrische 
Ware, will dafür aber daß seine Produkte lange halten, das Flussmittel 
also nicht korrosiv ist.

Auch da können die Empfehlungen durcheinander gehen.

SAC Lote gelten als mies, sind aber die meist-empfohlenen. Wer weiss, 
welche Einflüsse dabei Herstellerwerbung hat.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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MaWin schrieb:
> SAC Lote gelten als mies

Kannst du so nicht einfach über einen Kamm scheren.

von wer (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Manfred 1. schrieb:
>> solang man kein Billiglot aus China nimmt
>
> Selbst das wird kein Problem sein.

Also es gibt da schon extremen Schrott. Das geht soweit, dass der 
Draht 5mm vom Ende entfernt abschmilzt, statt am Ende.

Ich kann mir das nur so erklären, dass Sn und Pb da extrem schlecht 
durchmischt waren.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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wer schrieb:
> Das geht soweit, dass der Draht 5mm vom Ende entfernt abschmilzt, statt
> am Ende.

OK, sowas will man nicht haben. Hätte gedacht, dass das Legieren von 
Blei und Zinn eine so gestandene Technologie ist, dass das eigentlich 
jeder beherrschen sollte und die Unterschiede dann eher in der Qualität 
der Flussmittel liegen.

von Soul E. (souleye)


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Manfred 1. schrieb:

> Zur Verfügbarkeit von bleihaltigem Lot:
> Bleihaltiges Lot ist schon noch erlaubt, wird aber von den meisten
> Händlern nicht an Privatpersonen verkauft.

Blei zählt mittlerweile als Gefahrstoff. Der Verkäufer braucht eine 
entsprechende Schulung und muss Dich über die Gefahren aufklären können. 
Selber aus dem Regal nehmen und zur Kasse tragen ist nicht mehr 
zulässig. Exakt das gleiche Spiel wie wenn Du Unkraut-Ex im Baumarkt 
kaufst.

Man könnte natürlich bei Mouser sammelbestellen, über jemanden mit 
Gewerbeschein...


Manfred 1. schrieb:

> Das Billiglot geht da nicht so gut...

Das steht und fällt mit dem Flussmittel, und gerade darüber schweigen 
sich die Billig-Angebote aus. Bleilot lötet sich mit relativ milden 
Flussmitteln gut (früher hiess die Norm F-SW 34). Bleifrei (SAC305) 
braucht beim Handlöten deutlich schärferes Flux (früher F-SW 26) und Du 
einen Abzug wegen der Dämpfe.

Maschinell geht Bleifrei auch mit milden no-clean-Flussmittel. Aber dann 
unter Stickstoffatmosphäre und mit relativ "frischen" Bauteilen. 
Typische Lagerzeiten sind da 2 Jahre für passive Bauteile auf der Rolle 
und wenige Wochen für Leiterplatten. Älteres Material fliegt raus, der 
Bastler freut sich.

: Bearbeitet durch User
von wer (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Hätte gedacht, dass das Legieren von
> Blei und Zinn eine so gestandene Technologie ist, dass das eigentlich
> jeder beherrschen sollte und die Unterschiede dann eher in der Qualität
> der Flussmittel liegen.

Tja ich auch. Als Material fürs Lottauchbecken zum Litzen verzinnen hat 
es aber dann doch noch getaugt.

Keine Ahnung wie man es schafft aus der Pampe Draht zu ziehen ohne es 
ordentlich zu mischen.

von jkzu (Gast)


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Soul E. schrieb:
> Manfred 1. schrieb:
>> Zur Verfügbarkeit von bleihaltigem Lot:
>> Bleihaltiges Lot ist schon noch erlaubt, wird aber von den meisten
>> Händlern nicht an Privatpersonen verkauft.
> Blei zählt mittlerweile als Gefahrstoff. Der Verkäufer braucht eine
> entsprechende Schulung und muss Dich über die Gefahren aufklären können.
> Selber aus dem Regal nehmen und zur Kasse tragen ist nicht mehr
> zulässig. Exakt das gleiche Spiel wie wenn Du Unkraut-Ex im Baumarkt
> kaufst.
Aber bei Reichelt gibt es noch, oder verstehe ich da
https://www.reichelt.de/loetzinn-bleihaltig-halogenhaltig-1-0-mm-1000-g-lz-fe-1-0-1000-p10990.html
etwas falsch?
Zumindest heisst es: "LZ FE 1,0 1000 Lötzinn bleihaltig/halogenhaltig,Ø 
1,0 mm, 1000 g" oder bedeutet "Verwendung nur in Industrieanlagen und zu 
gewerblichen Zwecken!" das man es nur mit Gewerbeschein usw bekommt?

von Alexander S. (alesi)


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Jörg W. schrieb:
> Bleifrei solltest du dir nur antun, wenn dein Werkzeug den größeren
> Wärmestrom auch gut zur Lötstelle bringen kann. Dann funktioniert das
> ordentlich, sonst macht das eher keinen Spaß. Einfach nur die Temperatur
> möglichst hoch drehen bringt nicht wirklich was, dann verdampft das
> Flussmittel zu schnell.

Leicht off-topic: Gestern habe ich mich gerade gefragt warum hier

Beitrag "Vergleich Lötzinne: Felder EL Sn100Ni+ und Amasan BF32-3"

350 °C für das Amasan BF32-3 "empfohlen" werden, während hier

https://display3000.com/shop/werkstatt/loetzinn-lote/index.html

für das gleiche Lot 300 bis 315 °C empfohlen werden.

Ich halte für das Amasan BF26-3 (welches ich verwende) auch 300 bis 315 
°C für ausreichend.

Weiterhin ist die Oberfläche der Pads entscheidend: auf einer gut 
abgelagerten oxidierten Kupferlochrasterplatte geht es deutlich 
schlechter als auf "silber glänzenden" Pads von "professionellen" 
Leiterkarten (habe keine exakten Infos welche Oberfläche darauf ist).

von Manfred 1. (manfred145)


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jkzu schrieb:
>"Verwendung nur in Industrieanlagen und zu
> gewerblichen Zwecken!" das man es nur mit Gewerbeschein usw bekommt?
Das ist eben die Frage. Könnte sein, könnte aber auch nicht sein.

Zu meiner Verwendung: Ich würde das Lot eigentlich nur verwenden, um per 
Hand neue Komponente auf neu Boards zu löten. Und die Löttemperatur ist 
mit eigentlich Wurst, am besten halt ähnlich wie sn60pb40.
Dass ich etwas ablöste, das irgendwie verrostet, ist sehr, sehr selten.

von Wolfgang (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> Ich sage mal so, in Deutschland bekommt man ja eigentlich kein
> bleihaltiges Lot mehr.

Das ist doch Unfug - alles wo "Pb" drin steht, ist bleihaltig
https://www.buerklin.com/en/brands/felder

von SabberLot (Gast)


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Es gibt mittlerweile auch Lötzinn, das sich beinahe mit 40 Grad Fieber 
ohne Löt-Werkzeug und nur mit bloßen Händen verarbeiten läßt:

https://www.elektroniknet.de/design-elektronik/elektronikfertigung/bleifrei-loeten-bei-plus-138-grad-celsius-145766.html

von Manfred 1. (manfred145)


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Da ist mir die Temperatur aber schon ein bisschen niedrig...
Bein Sn42bi58 liegt die ja bei nur 138°
Da braucht man ja gar keine Hot air Station mehr, der Backofen reicht 
dann ja aus...

von Berufsrevolutionär (Gast)


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von Praktiker (Gast)


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Hallo

komisch es muss doch einen technischen Grund für die verschiedenen 
Zusammensetzungen und entsprechende Anwendungen geben.
Die Lötzinnhersteller werden wohl kaum "Trendprodukte" oder 
"Schlangenöl" herstellen und auch politisch korrektes Lötzinn (phöses 
PB) ist wohl kein Argument was den Verkauf fördert.

Also was nun wann und warum? -Irgendwie wird das maximal hier nur 
angerissen was leider die schon besseren Kommentare sind, oder es kommt 
der bekannte ewig gleiche Mist der so gar nichts bringt.
Wer kann den TO(und mir) wirklich technisch sinnige Erklärungen und 
Gründe nennen.

Mal sehen ob es Forenspezialisten auch mal im guten, nicht ironischen, 
Wortsinn hier gibt...

Also wer liefert - und zwar kein dummes Bla Bla wie google es selbst, 
lies ein Buch und ähnliche sinnfreie Oberlehrersprüche?

Praktiker

von Kinderkacke Entsorger (Gast)


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Praktiker schrieb:
> Also wer liefert - und zwar kein dummes Bla Bla wie google es selbst,
> lies ein Buch und ähnliche sinnfreie Oberlehrersprüche?

Wer das Fachbuch nicht ehrt, ist das Forum nicht wert!
Also troll Dich!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Alexander S. schrieb:
> Leicht off-topic: Gestern habe ich mich gerade gefragt warum hier
>
> Beitrag "Vergleich Lötzinne: Felder EL Sn100Ni+ und Amasan BF32-3"
>
> 350 °C für das Amasan BF32-3 "empfohlen" werden, während hier
>
> https://display3000.com/shop/werkstatt/loetzinn-lote/index.html
>
> für das gleiche Lot 300 bis 315 °C empfohlen werden.

Hängt bisschen vom Werkzeug ab. Mit einem Weller WSP80 musste ich dafür 
350 °C einstellen, mit einem JBC T-245 reichen 320 °C als Einstellung 
aus.

SabberLot schrieb:
> Es gibt mittlerweile auch Lötzinn, das sich beinahe mit 40 Grad Fieber
> ohne Löt-Werkzeug und nur mit bloßen Händen verarbeiten läßt

Wenn du da noch Blei mit reinlegierst, dann löten sich die Bauteile 
gleich selbst – wieder aus. :-}

Außer für Spezialfälle würde ich sowas nicht nehmen (und in der 
Industrie hat es sich offenbar auch nicht breit gemacht).

von Wolfgang (Gast)


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Manfred 1. schrieb:
> Da ist mir die Temperatur aber schon ein bisschen niedrig...
> Bein Sn42bi58 liegt die ja bei nur 138°

Dann bist du noch nicht auf Bi50Pb25Cd12Sn12 mit seinem Schmelzpunkt bei 
75°C gestoßen.

von Soul E. (souleye)


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jkzu schrieb:

> Zumindest heisst es: "LZ FE 1,0 1000 Lötzinn bleihaltig/halogenhaltig,Ø
> 1,0 mm, 1000 g" oder bedeutet "Verwendung nur in Industrieanlagen und zu
> gewerblichen Zwecken!" das man es nur mit Gewerbeschein usw bekommt?

Wenn das Ladengeschäft in Sande noch existiert und dort ein Verkäufer 
mit ChemVerbotsV-Sachkundenachweis hinter dem Tresen steht, dann darf er 
Dir das verkaufen. Mit der Post schicken darf er es Dir nicht, und 
selber aus dem Regal nehmen und zur Kasse tragen darfst Du es auch 
nicht.

Als Gewerbekunde betrifft Dich das nicht, da kannst Du auch Chemikalien 
bestellen. Inklusive NaOH und Bleilot.

von Soul E. (souleye)


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Wolfgang schrieb:
> Manfred 1. schrieb:
>> Da ist mir die Temperatur aber schon ein bisschen niedrig...
>> Bein Sn42bi58 liegt die ja bei nur 138°
>
> Dann bist du noch nicht auf Bi50Pb25Cd12Sn12 mit seinem Schmelzpunkt bei
> 75°C gestoßen.

In USA werden solche Mischungen als Entlöthilfe verkauft.
https://www.chipquik.com/store/index.php?cPath=200&osCsid=9qu40idqi9mk15un0f1peu9ps3

In EU könnte stören das Wismuth oder Cadmium drin ist. Damit bist Du 
wieder bei der ChemVerbotsV und ggf noch RoHS.

von Alexander S. (alesi)


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Jörg W. schrieb:
> Hängt bisschen vom Werkzeug ab. Mit einem Weller WSP80 musste ich dafür
> 350 °C einstellen, mit einem JBC T-245 reichen 320 °C als Einstellung
> aus.

Ok, das passt. Ich nutze auch eine JBC mit T-245.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Soul E. schrieb:
> Wismuth

Bismuth? Nö, das ist problemlos.

Cadmium dagegen ist seit RoHS halt schon lange raus, und damit hat es 
auch böse Vergiftungen gegeben (früher wurden ja Stahlteile auch gern 
mal cadmiert).

von Manfred 1. (manfred145)


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Wolfgang schrieb:
> Dann bist du noch nicht auf Bi50Pb25Cd12Sn12 mit seinem Schmelzpunkt bei
> 75°C gestoßen.
Doch bin ich sogar vor ein paar Tagen.
Aber woodsches Metall findet man als Draht sehr wahrscheinlich nicht.

Und so etwas würde ich sicherlich nicht benutzen, ich will doch kein 
Krebs.

Wenn dann Roses Metall.
Dass ist gesünder, und hat auch eine niedrige Schmelztemperatur (ca. 
95°).

von michael_ (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Cadmium dagegen ist seit RoHS halt schon lange raus, und damit hat es
> auch böse Vergiftungen gegeben (früher wurden ja Stahlteile auch gern
> mal cadmiert).

Weniger selbst, aber vor allem in Verbindung mit organischen Säuren.
Deshalb war Obst essen an solchen Arbeitsplätzen verboten.

Der Verbotswahn ist schon extrem.
Vogelkacke sollte man ja auch nicht essen.
Kann man nur schlecht verbieten.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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michael_ schrieb:
> Weniger selbst, aber vor allem in Verbindung mit organischen Säuren.

Ich habe noch einen tödlichen Arbeitsunfall in Erinnerung, den mein 
Vater mal bearbeiten musste. Muss wohl in den 1970ern gewesen sein. Ein 
Schlosser war damit beauftragt worden, irgendwelche 
Schließfach-Schlüssel unbrauchbar zu machen. Er nahm kurzerhand einen 
Schneidbrenner dafür - aber die Schlüssel waren cadmiert. :(

Klar, wenn man weiß, was man tut, ist auch der Umgang mit Asbest oder 
Flusssäure kein Problem. (Ich habe auch noch ein cadmiumhaltiges 
Aluminiumlot im Schrank liegen.)

von MaWin (Gast)


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Alexander S. schrieb:
> Gestern habe ich mich gerade gefragt warum hier
> Beitrag "Vergleich Lötzinne: Felder EL Sn100Ni+ und Amasan BF32-3"
> 350 °C für das Amasan BF32-3 "empfohlen" werden, während hier
> https://display3000.com/shop/werkstatt/loetzinn-lote/index.html
> für das gleiche Lot 300 bis 315 °C empfohlen werden.

Hängt davon ab, wie gut die Lötspitze die Wärme leitet und was davon 
noch am Lot ankommt. Man hat etwas 'Vorlauf'.

von Alexander S. (alesi)


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MaWin schrieb:
> Hängt davon ab, wie gut die Lötspitze die Wärme leitet und was davon
> noch am Lot ankommt.

Ja, darauf hat Jörg W. schon hingewiesen: Die 315 °C vs. 350 °C sind 
u.a. wohl der Unterschied zw. JBC und Weller. display3000 hat auch eine 
JBC verwendet und Chris D. eine Weller WECP-20.

von Wolfgang (Gast)


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Soul E. schrieb:
> In EU könnte stören das Wismuth oder Cadmium drin ist. Damit bist Du
> wieder bei der ChemVerbotsV und ggf noch RoHS.

Ach waren das noch bequeme Zeiten, als man Unkraut-Ex in der Drogerie 
bekam und den Puderzucker dazu gleich nebenan im Tante Emma Laden ...
Und die Welt hat trotzdem überlebt.

von wer (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Und die Welt hat trotzdem überlebt.

Jaja, früher war alles besser, Sicherheitsvorschriften sind nur 
Gängelung und Unweltschäden alle Fake news. Schon gut.

von Thomas O. (kosmos)


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mein Favorit ist bisher immer noch EDSYN SS-652
Sn 63
Pb 35,6
Ag 1,4
5 Flussmittelseenen F-SW32
0,8mm Durchmesser

schade nur das es das nicht mit 1 oder 1,2 mm Durchmesser gibt.

von Manfred 1. (manfred145)


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Thomas O. schrieb:
> mein Favorit ist bisher immer noch EDSYN SS-652
> Sn 63
> Pb 35,6
> Ag 1,4

Das ist ja eine interessante Zusammensetzung.


Mir ist gerade noch eingefallen, in vielem Lot ist ja 
Halogenkohlenwasserstoff. Was haltet ihr davon?
Macht es Sinn, sich auf Lote ohne Halogen zu beschränken, oder ist das 
eigentlich (wie z.B. beim Blei) vollkommen egal?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred 1. schrieb:
> Was haltet ihr davon?

Die Halogene verstärken deutlich die Korrosionsneigung, weshalb man 
derartige Flussmittel dann wohl nicht als "no-clean" bezeichnet, d.h. du 
musst die Platine hinterher waschen, wenn sie langfristig haltbar 
bleiben soll. Dafür lösen solche Flussmitteln natürlich auch stärkere 
Oxidschichten auf.

von Manfred 1. (manfred145)


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Komischerweise scheint das eben nicht so zu sein...
Z.b. Das Kester 245 ist no-clean und enthält Halogene

Aber eigentlich ging es mir eher darum, ob die im Lot enthaltenen 
Halogene verdampfen, und wie viel verdampft d.h. wie 
gesundheitsschädlich das Ganze ist.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Hmm, wenn der Zusammenhang so nicht 1:1 ist, bin ich da auch ratlos.

Flussmitteldämpfe sind potenziell natürlich immer gesundheitsschädlich, 
egal ob mit oder ohne Halogen.

von Rolf (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Manfred 1. schrieb:
>> Was haltet ihr davon?
>
> Die Halogene verstärken deutlich die Korrosionsneigung, weshalb man
> derartige Flussmittel dann wohl nicht als "no-clean" bezeichnet, d.h. du
> musst die Platine hinterher waschen, wenn sie langfristig haltbar
> bleiben soll. Dafür lösen solche Flussmitteln natürlich auch stärkere
> Oxidschichten auf.

Ich würde nach möglichkeit kein Lot mit Halogen nutzen. Ja, es lötet 
sich an stark oxidierten MAterialien besser (das wäre eine zu 
tolerierende Ausnahme), aber wann hat man die schon mal. Ansonsten sind 
die Dämpfe doch extrem schädlich (und die schweben ja noch ein paar 
Stunden im Raum umher, auch wenn man sie nicht sieht) und zudem gammeln 
einem die Platinen oder manche Bauteilbeinchen nach ein paar Jahren weg, 
wenn man nach dem Löten nicht akribisch reinigt.
Für noramle Lötvorgänge braucht man es nicht und spart sich das 
Reinigen. Und die Dämpfe sind ebenfalls weit weniger schädlich.

von michael_ (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Ach waren das noch bequeme Zeiten, als man Unkraut-Ex in der Drogerie
> bekam und den Puderzucker dazu gleich nebenan im Tante Emma Laden ...

In der DDR gab es keine Tante Emma Läden!
Der Puderzucker wurde im KONSUM gekauft!

Manfred 1. schrieb:
> Mir ist gerade noch eingefallen, in vielem Lot ist ja
> Halogenkohlenwasserstoff. Was haltet ihr davon?
> Macht es Sinn, sich auf Lote ohne Halogen zu beschränken, oder ist das
> eigentlich (wie z.B. beim Blei) vollkommen egal?

Dann lass die Elektronik sein und gehe Bäume pflanzen.
Bei dem was der Bastler lötet, fällt das nicht ins Gewicht.

Manchmal erschrecke ich, wie alt ich schon bin.
Habe mit Blei gelötet und in den letzten zwanzig Jahren mit Flussmittel 
von einer Wellenlötanlage.
Lässt sich sehr gut löten, ist aber aggressiver.

Rolf schrieb:
> Ansonsten sind
> die Dämpfe doch extrem schädlich (und die schweben ja noch ein paar
> Stunden im Raum umher, auch wenn man sie nicht sieht) und zudem gammeln
> einem die Platinen oder manche Bauteilbeinchen nach ein paar Jahren weg,
> wenn man nach dem Löten nicht akribisch reinigt.

Dann lass es gänzlich.
Extrem schädlich ist was ganz anderes.
Es gammeln auch keine Bauteilbeinchen weg. Schau nicht so viele 
Horrorfilmchen!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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michael_ schrieb:
> Es gammeln auch keine Bauteilbeinchen weg.

Das hatten wir schon, müssen wir nicht weiter diskutieren. Nur, weil du 
das noch nicht erlebt hast, heißt nicht, dass es nicht passieren kann. 
Gegen Portoerstattung schick ich dir auch gern noch irgendein 
vergammeltes Zigbit-Modul zu, liegt hier noch irgendwo rum. Lag nicht 
direkt im Regen, war abgedeckt auf dem Balkon als Temperatur- und 
Feuchtigkeitssensor in Betrieb.

Flussmittel müssen aggressiv sein, sonst wären sie keine Flussmittel 
geworden. Auch, wenn sie darauf getrimmt sind, dass die Reaktion bei 
Löttemperatur stattfindet, die Kinetik macht keinen Halt davor, dass sie 
eben bei Zimmertemperatur trotzdem noch stattfindet, wenn auch viel 
langsamer. Erst bei 0 K würde sie komplett zum Stillstand kommen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kinetik_%28Chemie%29#Temperaturabh%C3%A4ngigkeit_der_Reaktionsgeschwindigkeit

von michael_ (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Das hatten wir schon, müssen wir nicht weiter diskutieren. Nur, weil du
> das noch nicht erlebt hast, heißt nicht, dass es nicht passieren kann.

Du kannst das Porto sparen.
Und ich kenne das .
Alte SF122.

Aber das lag nicht am Flussmittel.
Sondern an den Eisendrähten.

Klar gibt es Flussmittel, wo gewaschen werden muß.
Aber nicht als Lötdraht kovektioniert.
Die sind für industrieele Lötanlagen vorgesehen.

Ich glaube, SW27 ist für Nickel (?).
Danach sollte gewaschen werden.

Wer sowas einsetzt, sollte wissen was er tut.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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michael_ schrieb:
> Klar gibt es Flussmittel, wo gewaschen werden muß.

Die Zigbits hatten garantiert nicht sowas. Kann man bei einem verkappten 
Modul gar nicht benutzen, denn die kann man hinterher (unter dem 
Blechdeckel) nicht mehr waschen.

Trotzdem sind sie vergammelt. Natürlich nicht alle, nur unter den 
entsprechenden Umgebungsbedingungen. Habe ja auch nie behauptet, dass 
Flussmittel ihre Aggressivität immer und überall ausleben würden, aber 
man muss im Hinterkopf behalten, dass es Teil ihrer Aufgabe ist, 
aggressiv zu sein, und dass sie die Aggressivität nicht komplett 
"abschalten" können, nur weil's gerade etwas kühler als Löttemperatur 
ist.

von Volker (Gast)


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Das Felder ISO-CORE Sn100Ni+ gibt es ja auch mit dem Zusatz "Clear"

https://www.felder.de/produkte/elektronikanwendungen/wellenloeten-selektivloeten/nige-lot-sn100ni-snag-sn100c/loetdraht-iso-core-clear-5552941030.html

Es wird ein anderes Flussmittel verwendet (REL1, leicht Halogenhaltig?).
Das Zinn wird nicht als No-Clean ausgewiesen, allerdings steht im 
Datenblatt wörtlich drin:

"Die wasserklaren, festen Flussmittelrückstände, eingestuft als REL1, 
rufen auch bei Nichteisenmetallen keine Korrosion hervor. Sie können 
deshalb auf der Lötstelle verbleiben".

Ich finde mit diesem Zinn kann man noch um einiges besser löten als mit 
dem Felder EL Sn100Ni+ ohne "Clear" (dies ist wohl ein echtes no-clean 
Produkt mit ROL0 als Flussmittel, halogenfrei).

https://www.felder.de/produkte/elektronikanwendungen/wellenloeten-selektivloeten/nige-lot-sn100ni-snag-sn100c/loetdraht-iso-core-el-5520810310.html

Hat jemand mit den beiden Lötdrähten Erfahrung gesammelt und kann etwas 
hierzu posten?
Wie gesagt, ich komme mit dem erstgenannten am besten zurecht.

Gruß

Volker

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